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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Hechingen (Zollernalb-Kreis)
Jüdischer Friedhof
Aktuell in 2011: Der
Friedhof ist vom Verfall bedroht und für Besucher geschlossen
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe
Seite zur Synagoge in Hechingen (interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst vermutlich in (Haigerloch-)Weildorf
und Mühringen beigesetzt. Seit der Mitte
des 17. Jahrhunderts bestand ein eigener Friedhof in Hechingen (Lage am sogenannten "Galgenrain"
zwischen Hechingen und Sickingen; Flurstück 1903; bereits dazugekauft zu einer
künftigen Erweiterung war das Waldstück 1902; Fläche 47,45 a). 1907 wurde
eine Friedhofshalle erbaut, deren Inneneinrichtung 1939/40 zerstört wurde.
Heute befindet sich in ihr eine Gedenktafel mit den Namen von 22 aus Hechingen
verschleppten jüdischen Personen.
Der Friedhof wurde auch nach 1945 mehrfach belegt (1958, 1995 und seit 2002 von
den wenigen, in Hechingen wieder lebenden jüdischen Familien).
Die Lage des Friedhofes
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Lage des jüdischen Friedhofes Hechingen
(durch
Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken
vergrößert werden) |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Hechingen auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, israel." |
Link zu den Google-Maps
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)
Größere Kartenansicht
Fotos
Neuere Fotos
Der Friedhof im Sommer
2011
(Fotos vom 28.7.2011) |
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Hinweisschild zum Friedhof |
Die 1907 erbaute
Friedhofshalle |
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| Friedhofshalle |
Das Eingangstor
mit Hinweistafel |
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| Teilansichten im
älteren Teil des Friedhofes |
| Das
Foto oben in hoher Auflösung |
Das
Foto oben in hoher Auflösung |
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| Die Grabmale der
Familie Kaulla, rechts der Grabstein für den 1810 verstorbenen Jakob
Kaulla |
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Teilansicht im älteren
Teil
Das Foto
oben in hoher Auflösung |
Links: Grabstein für Julius
Koch
aus Cannstatt (1816-1895) |
Grabstein links für Sarah
Liebmann
geb. Wallersteiner (1806-1875) |
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Teilansicht im neueren
Teil des Friedhofes |
Sanduhren als Symbole
des
zerrinnenden Lebens |
Tafel auf dem Grabstein
für Baruch Mayer (1813-1900) |
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Grabstein links
für Jakob Löb und
Rebecka Löb geb. Wolf, rechts für Jakob Weil
und Henriette Weil geb. Levi |
Teilansicht im neueren
Teil des Friedhofes |
Grabstein im Vordergrund
für
Dr. Ernst Rosenfeld (gest. 1995) |
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Grabstein für Rabbiner
Dr. Samuel Mayer (1807-1875) |
Grabstein für
Arthur Fauser (1923-2002) |
Bisher letzte Beisetzung
im Juni 2003 |
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Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre; untere drei
Zeilen: Fotos: R. Klotz, 1984)
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| Eingangstor zum Friedhof |
Teil der Umfassungsmauer |
Friedhofshalle |
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| Blick über den älteren Teil des Friedhofes |
Alter Grabstein
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Grabinschrift für Baruch Mayer |
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| Die Kaulla-Grabstätte |
Grabsteine im neueren Teil |
Geschichte und Natur reichen sich die Hand |
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| Blick über den älteren Teil des Friedhofes |
Einzelne
Grabsteine |
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Grabstein für Rabbiner Dr.
Samuel Mayer |
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Grabstein für Sarah Liebmann
geb. Wallersteiner (1806-1875) |
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Grabstein für Seligmann Löb |
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Einzelne
Presseberichte zum Friedhof
| April 2011:
Friedhof muss auf Grund von Hang-Rutschungen
geschlossen werden |
Foto
links von Franke: Viele Grabsteine sind an dem steilen Gelände am Ortsrand Richtung Bodelshausen inzwischen so wackelig und schief, dass der schöne jüdische Friedhof in Hechingen vorerst geschlossen
wurde.
Artikel von Susanne Mutschler im "Schwäbische Tagblatt"
(Tübingen) vom 2. April 2011 (Artikel):
"Das Haus des Lebens ist zu. Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof wackeln bedenklich.
Der jüdische Friedhof in Hechingen besteht seit 350 Jahren. Vor kurzem wurde
'das Haus des Lebens', wie die Juden ihre Friedhöfe nennen, geschlossen. Die Erosion hat die alten Grabsteine ins Rutschen gebracht und drückt auf die Friedhofshalle.
Hechingen. Bereits im vergangenen Herbst war das lauschig am Waldrand gelegene Areal plötzlich zu – die Öffnungszeiten waren eh begrenzt: Als die Hechinger Stadtführerin Hanne Grunert einigen der Teilnehmer der Tagung
'Juden in der Textilindustrie' den jüdischen Friedhof zeigen wollte, stellte sie fest, dass dieser von der Hechinger Stadtverwaltung auf unbestimmte Zeit geschlossen worden war.
'Niemand konnte mir sagen, ob er jemals wieder öffnet', erzählt sie. Für sie ist der Friedhof
'ein ganz besonderer Ort – ein wunderschöner stiller Platz, an dem sich die ganze Geschichte der jüdischen Gemeinde ablesen lässt'.
'Ein rührend Bild irdischer Vergänglichkeit, stiller Abgeschiedenheit und sanfter
Wehmut', hatte einst Samuel Mayer, der letzte Rabbiner Hechingens, formuliert. Er starb 1875 und ist einer der über 1000 Toten, die der jüdische Friedhof birgt. Rund 650 Grabsteine, die meisten aus Sandstein, sind erhalten.
Mitte des 17. Jahrhundert hatten die Hechinger Juden die Erlaubnis bekommen, ihre Verstorbenen weit außerhalb der Stadt am Hang des verachteten Galgenberges zu begraben. Weil das Gelände zur Allmende gehörte, mussten sie Pacht dafür bezahlen. 1764 gestattete Fürst Joseph von Hohenzollern, dass die Juden einen Zaun um ihr Gräberfeld zogen. Der Galgen auf dem Hügel wurde erst unter der Herrschaft von Fürst Hermann Friedrich Otto (1798 – 1810) entfernt. Damals bekam der jüdische Friedhof auch eine Außenmauer. 1907 wurde die von Friedrich Wilhelm Laur entworfene Friedhofskapelle mit Kuppeldach gebaut.
Im Sommer erhebliche Schäden festgestellt. Im Sommer 2010 stellten Peter Blumhagen vom Hechinger Friedhofsamt und der Hechinger Statiker Sigurd Dehn bei einem Kontrollgang über den jüdischen Friedhof
'erhebliche Schäden' fest. Blumhagen hatte ein technisches Prüfgerät dabei, eine Art Stoßsimulator, mit dem er die Standfestigkeit der Grabmale testete. 60 der Grabsteine reagierten darauf mit Wackeln.
'Wenn einer der Steine umfällt, dann sind wir dran', so erklärt der Beamte, was man im Verwaltungsdeutsch unter Verkehrssicherungspflicht versteht.
Noch schlimmer steht es um die Außenmauern des Friedhofs und die Kapelle neben dem Eingangstor. Die Fundamente seien seit Jahren durch die Erosion unterspült und hätten sich
'hangseits' gesetzt, erklärt Dehn. In den Wänden und dem Kuppeldach hätten sich bereits so breite Risse geöffnet, dass
'man die Hand hineinstecken kann'. Es bestehe die Gefahr, dass sich das Gebäude weiter senke und es –
'nicht heute und wahrscheinlich auch nicht morgen' – ganz zusammenbrechen werde.
'Wir mussten den Friedhof sperren, es ist einfach zu gefährlich für die
Leute', sagt Verwaltungsmann Blumhagen. Klärende Gespräche mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) in Stuttgart, der rechtlichen Eigentümerin des Hechinger Friedhofs, hält er für dringend nötig.
'Die Sache beschäftigt uns schon seit langem.' Allein die Grabsteine wieder aufzurichten und mit neuen Fundamenten gegen das Abrutschen zu sichern, würde rund 24 000 Euro kosten. Das Unterfangen der Außenmauer und der Friedhofshalle könnte bis zu einer halben Million Euro teuer werden, hat er vorausschauend ausgerechnet.
Der jüdische Friedhof in Hechingen ist denkmalgeschützt. Formalrechtlich habe er bei der Denkmalbehörde denselben Status wie etwa ein Kriegerdenkmal. Die Hechinger Stadtverwaltung sei nur zur Gartenpflege verpflichtet.
Gleichzeitig ist Blumhagen bewusst, dass es zur jüdischen Vorstellung von ewiger Ruhe passt, wenn die Grabmale verwittern und überwuchert werden. Sie dürften abbröckeln, sich im Laufe der Zeit senken und vielleicht sogar ganz zum Liegen kommen.
'Ein jüdischer Friedhof ist eine Ruhestätte für die Ewigkeit, kein Park', bekräftigt auch Klaus Neuberger, Sekretär bei
der Stuttgarter Israelitischen Religionsgemeinschaft.
Jene habe außer dem Friedhof in Hechingen weitere 53 jüdische Begräbnisstätten in ihrer Obhut. Alle Friedhöfe der im Holocaust ausgelöschten Gemeinden in Baden-Württemberg seien in den Besitz der Stuttgarter Religionsgemeinschaft übergegangen, weiß Neuberger. Mit ihren derzeit 3300 Mitgliedern könne die kleine Stuttgarter Gemeinde die Instandhaltung aller Friedhöfe nicht leisten. Man sei schon froh, wenn jeder Friedhof einmal im Jahr besucht werden könne.
Landesrabbiner kennt die Problematik. Landesrabbiner Nethanael Wurmser kennt die
'schwierige Bodenbeschaffenheit' auf dem Hechinger Judenfriedhof. Auch wenn ihm noch kein offizielles Gutachten vorliegt, weiß er,
'dass es kostspielig werden wird'. Es gehe nicht nur um kleine Mäuerchen, der ganze Hang stehe unter Druck, und man dürfe keine Zeit versäumen.
'Wenn da nichts passiert, kann der ganze Berg herunterkommen', fürchtet er.
Trotzdem ist Nethanael Wurmser überraschend zuversichtlich. 'Wir werden die nötigen Dinge
machen', verspricht er." |
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| September 2011:
Artikel zum "Europäischen Tag der
jüdischen Kultur" über den Zustand des Friedhofes |
Artikel von Ernst Klett in der
"Hohenzollerischen Zeitung" (Südwestpresse) vom 3. September
2011: "Jüdischer Friedhof verfällt".
Link
zum Artikel; auch als
pdf-Datei eingestellt. |
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Links und Literatur
Literatur:

Otto Werner: Synagogen und jüdischer Friedhof in Hechingen.
Schriftenreihe des Vereins Alte Synagoge Hechingen. Bd. 1. Hechingen/Albstadt
1996. 211 Seiten.

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