Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hechingen (Zollernalb-Kreis) 
Jüdischer Friedhof
  

Seit Dezember 2013: Der jüdische Friedhof ist wieder zugänglich 

Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 13. Dezember 2013 (Link zum Artikel): "Hechingen Der jüdische Friedhof ist wieder offen
Hechingen - Jahrelang war er gesperrt, nun steht die stimmungsvolle Anlage wieder Besuchern offen: Der jüdische Friedhof von Hechingen ist zugänglich. Sicherheitsgründe hatten die Stadt dazu bewogen, den Friedhof zu sperren. Der Zustand einzelner Grabsteine, der Wege und besonders der Bäume bargen Gefahren für Besucher. Im September einigten sich bei einem Ortstermin mit Fachleuten die Vertreter der Stadt und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg auf einen Maßnahmenkatalog, um den Friedhof zu sanieren. Jetzt ist ein erster Abschnitt abgeschlossen, der den Friedhof wieder gefahrlos begehbar macht, teilt die Stadt mit.
Die Revierförsterei hat zusammen mit Baumkletterern dem Eschenwildwuchs der letzten Jahrzehnte ausgelichtet. Die Esche gilt momentan als Problembaum für die Forstleute. Ein spezieller Pilz lässt Kronen und Äste absterben. Totes Holz zu entfernen, war eine schwierige Arbeit für die Forstwirte. Die Äste und Stämme durften ja nicht auf die Grabsteine fallen. Mitarbeiter des Betriebshofs legten einen Hackschnitzelweg entlang der unteren Friedhofsmauer an, stutzte die Hecken und schnitt Gräber frei. Ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb sanierte eine Mauer innerhalb des Friedhofs, ein Steinmetzbetrieb prüfte die Standsicherheit der Grabsteine. Bernd Lübbe vom städtischen Sachgebiet Friedhofswesen und Revierförster Rainer Wiesenberger koordinierten die Arbeiten. Der Friedhof kann über einen Rundweg begangen werden. Seit viele Bäume gefällt sind, biete sich eine verblüffende Übersicht über die Friedhofsanlage mit ihren rund 1000 alten Grabsteinen.
Hinweis: Der Schlüssel für die Friedhofspforte kann nach Voranmeldung beim städtischen Bürger- und Tourismusbüro, Telefon 07471/940-211 bis -214, ausgeliehen werden."    

     
     
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde            
     
Siehe Seite zur Synagoge in Hechingen (interner Link) 
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes            
    
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst vermutlich in (Haigerloch-)Weildorf und Mühringen beigesetzt. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bestand ein eigener Friedhof in Hechingen (Lage am sogenannten "Galgenrain" zwischen Hechingen und Sickingen; Flurstück 1903; bereits dazugekauft zu einer künftigen Erweiterung war das Waldstück 1902; Fläche 47,45 a). 1907 wurde eine Friedhofshalle erbaut, deren Inneneinrichtung 1939/40 zerstört wurde. Heute befindet sich in ihr eine Gedenktafel mit den Namen von 22 aus Hechingen verschleppten jüdischen Personen. 
        
Der Friedhof wurde auch nach 1945 mehrfach belegt (1958, 1995 und seit 2002 von den wenigen, in Hechingen wieder lebenden jüdischen Familien).
      

Hinweis auf eine historische Dokumentation des Friedhofes   
1937 wurdevon Rabbinatsverweser Leon Schmalzbach und dem Kultusbeamten Karl Hamburger eine umfassende Dokumentation des Friedhofes mit Fotos erstellt. Sie ist online einsehbar über die Website des Hauptstaatsarchives Stuttgart Bestand J 386 https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632  Büschel 243 zu Hechingen (610 Ausdrucke). 
Direkter Link: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-445298   


    
    
Die Lage des Friedhofes 

Hechingen FriedhofPlan.jpg (132060 Byte)
Lage des jüdischen Friedhofes Hechingen
 (durch Pfeil markiert)
(Topographische Karte aus den 1970er-Jahren)  
Lage des jüdischen Friedhofes in Hechingen auf dem dortigen
 Stadtplan: oben anklicken und unter "Behörden und öffentliche
 Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, israel."

    
    
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)    
    

Größere Kartenansicht     
   
   
   
Fotos
Neuere Fotos    

Der Friedhof im Sommer 2011 
(Fotos vom 28.7.2011)  
Hechingen Friedhof 11051.jpg (171109 Byte) Hechingen Friedhof 11050.jpg (186923 Byte)
  Hinweisschild zum Friedhof Die 1907 erbaute Friedhofshalle  
     
Hechingen Friedhof 11010.jpg (175112 Byte) Hechingen Friedhof 11011.jpg (173321 Byte) Hechingen Friedhof 11012.jpg (128050 Byte)
Friedhofshalle   Das Eingangstor mit Hinweistafel   
     
Hechingen Friedhof 11013.jpg (189881 Byte) Hechingen Friedhof 11014.jpg (194609 Byte) Hechingen Friedhof 11015.jpg (195921 Byte)
Teilansichten im älteren Teil des Friedhofes  
 Das Foto oben in hoher Auflösung  Das Foto oben in hoher Auflösung    
       
Hechingen Friedhof 11016.jpg (183786 Byte) Hechingen Friedhof 11021.jpg (172676 Byte) Hechingen Friedhof 11022.jpg (125834 Byte)
Die Grabmale der Familie Kaulla, rechts der Grabstein für den 1810 verstorbenen Jakob Kaulla  
        
Hechingen Friedhof 11017.jpg (213745 Byte) Hechingen Friedhof 11026.jpg (209332 Byte) Hechingen Friedhof 11027.jpg (200822 Byte)
Teilansicht im älteren Teil 
Das Foto oben in hoher Auflösung  
Links: Grabstein für Julius Koch 
aus Cannstatt (1816-1895) 
Grabstein links für Sarah Liebmann 
geb. Wallersteiner (1806-1875) 
        
Hechingen Friedhof 11029.jpg (205717 Byte) Hechingen Friedhof 11031.jpg (175260 Byte) Hechingen Friedhof 11033.jpg (148654 Byte)
Teilansicht im neueren 
Teil des Friedhofes 
Sanduhren als Symbole des 
zerrinnenden Lebens 
Tafel auf dem Grabstein 
für Baruch Mayer (1813-1900)  
     
Hechingen Friedhof 11034.jpg (190113 Byte) Hechingen Friedhof 11049.jpg (199287 Byte) Hechingen Friedhof 11040.jpg (202952 Byte)
Grabstein links für Jakob Löb und 
Rebecka Löb geb. Wolf, rechts für Jakob Weil
 und Henriette Weil geb. Levi 
Teilansicht im neueren 
Teil des Friedhofes 
Grabstein im Vordergrund für 
Dr. Ernst Rosenfeld (gest. 1995) 
        
     
Hechingen Friedhof 11048.jpg (180239 Byte) Hechingen Friedhof 11046.jpg (183550 Byte) Hechingen Friedhof 11039.jpg (193194 Byte)
Grabstein für Rabbiner 
Dr. Samuel Mayer (1807-1875) 
Grabstein für 
Arthur Fauser (1923-2002) 
Bisher letzte Beisetzung 
im Juni 2003 
     

    

Der Friedhof in Herbst 2003 und im Winter 2004  
  (Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.10.2003; Fotos mit *) vom 26.12.2004)    

   
Hechingen Friedhof 161.jpg (110520 Byte) Hechingen Friedhof 164.jpg (95209 Byte) Hechingen Friedhof 150.jpg (89105 Byte)
Die Kaullastraße erinnert an die Hoffaktorenfamilie Kaulla; über die Straße 
'Am Fichtenwald' kommt man zum Friedhof
Die Friedhofsmauer Das Eingangstor
   
     
Hechingen Friedhof 160.jpg (100044 Byte) Hechingen Friedhof 532.jpg (64699 Byte) Hechingen Friedhof 536.jpg (66242 Byte)
Blick zur Friedhofshalle Die Friedhofshalle vom 
Friedhof aus gesehen*
Teilansicht*
   
     
Hechingen Friedhof 155.jpg (93462 Byte) Hechingen Friedhof 535.jpg (70114 Byte) Hechingen Friedhof 533.jpg (69883 Byte)
Grabsteine 
im alten Teil
Im alten Teil des Friedhofes, zahlreiche Grabsteine liegen auf dem Boden
 - von Moos überwachsen*
   
Hechingen Friedhof 156.jpg (97588 Byte) Hechingen Friedhof 162.jpg (85949 Byte) Hechingen Friedhof 163.jpg (101505 Byte)
Blick auf die Gräber 
der Familie Kaulla 
In der Mitte das Grab der 
Hoffaktorin "Madame Kaulla" 
  
     
Hechingen Friedhof 168.jpg (90553 Byte) Hechingen Friedhof 165.jpg (89741 Byte) Hechingen Friedhof 167.jpg (74625 Byte)
Im neueren Teil des Friedhofes Grabstein für Rabbiner Dr. Samuel Mayer
 (letzter Hechinger Rabbiner, gest. 1875)
 
   
Hechingen Friedhof 154.jpg (92982 Byte) Hechingen Friedhof 151.jpg (72315 Byte) Hechingen Friedhof 153.jpg (108403 Byte)
Im neueren Teil Grabstein für Baruch Mayer Neuere Gräber
     
Hechingen Friedhof 531.jpg (63256 Byte)   Hechingen Art Fauser.jpg (214902 Byte) Hechingen Friedhof 530.jpg (57076 Byte)
Grab von Arthur Fauser*, der letzte jüdische Hechinger aus der alten Gemeinde;
 tragischerweise gestorben bei den Renovierungsarbeiten in der ehemaligen Synagoge
 Haigerloch (zum Anklicken: Artikel in der Hohenzollerischen Zeitung vom 8.2.2002)
Grab für einen jungen russischen 
Emigranten*, 2003 gestorben 
  

   
Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre; untere drei Zeilen: Fotos: R. Klotz, 1984) 

Hechingen Friedhof02.jpg (112671 Byte) Hechingen Friedhof09.jpg (136998 Byte) Hechingen Friedhof07.jpg (109706 Byte)
Eingangstor zum Friedhof Teil der Umfassungsmauer Friedhofshalle
     
Hechingen Friedhof03.jpg (116092 Byte) Hechingen Friedhof06.jpg (86682 Byte) Hechingen Friedhof04.jpg (96236 Byte)
Blick über den älteren Teil des Friedhofes Alter Grabstein Grabinschrift für Baruch Mayer
     
Hechingen Friedhof08.jpg (142043 Byte) Hechingen Friedhof05.jpg (132596 Byte) Hechingen Friedhof01.jpg (81608 Byte)
Die Kaulla-Grabstätte Grabsteine im neueren Teil Geschichte und Natur reichen sich die Hand
     
Hechingen Friedhof 180.jpg (72750 Byte) Hechingen Friedhof 181.jpg (61400 Byte) Hechingen Friedhof 182.jpg (68415 Byte)
Blick über den älteren Teil des Friedhofes  Einzelne Grabsteine 
   
Hechingen Friedhof 240.jpg (85598 Byte) Hechingen Friedhof 247.jpg (94485 Byte) Hechingen Friedhof 241.jpg (100725 Byte)
  Grabstein für Rabbiner Dr. Samuel Mayer   
     
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   Grabstein für Sarah Liebmann 
geb. Wallersteiner (1806-1875)
 
        
Hechingen Friedhof 246.jpg (72344 Byte) Hechingen Friedhof 245.jpg (90006 Byte)  
  Grabstein für Seligmann Löb  

   
   
Einzelne Presseberichte zum Friedhof 

April 2011: Friedhof muss auf Grund von Hang-Rutschungen geschlossen werden      
Artikel von Susanne Mutschler im "Schwäbische Tagblatt" (Tübingen) vom 2. April 2011 (Artikel): 
"Das Haus des Lebens ist zu. Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof wackeln bedenklich. 
Der jüdische Friedhof in Hechingen besteht seit 350 Jahren. Vor kurzem wurde 'das Haus des Lebens', wie die Juden ihre Friedhöfe nennen, geschlossen. Die Erosion hat die alten Grabsteine ins Rutschen gebracht und drückt auf die Friedhofshalle.
Hechingen
. Bereits im vergangenen Herbst war das lauschig am Waldrand gelegene Areal plötzlich zu – die Öffnungszeiten waren eh begrenzt: Als die Hechinger Stadtführerin Hanne Grunert einigen der Teilnehmer der Tagung 'Juden in der Textilindustrie' den jüdischen Friedhof zeigen wollte, stellte sie fest, dass dieser von der Hechinger Stadtverwaltung auf unbestimmte Zeit geschlossen worden war. 'Niemand konnte mir sagen, ob er jemals wieder öffnet', erzählt sie. Für sie ist der Friedhof 'ein ganz besonderer Ort – ein wunderschöner stiller Platz, an dem sich die ganze Geschichte der jüdischen Gemeinde ablesen lässt'.
'Ein rührend Bild irdischer Vergänglichkeit, stiller Abgeschiedenheit und sanfter Wehmut', hatte einst Samuel Mayer, der letzte Rabbiner Hechingens, formuliert. Er starb 1875 und ist einer der über 1000 Toten, die der jüdische Friedhof birgt. Rund 650 Grabsteine, die meisten aus Sandstein, sind erhalten.
Mitte des 17. Jahrhundert hatten die Hechinger Juden die Erlaubnis bekommen, ihre Verstorbenen weit außerhalb der Stadt am Hang des verachteten Galgenberges zu begraben. Weil das Gelände zur Allmende gehörte, mussten sie Pacht dafür bezahlen. 1764 gestattete Fürst Joseph von Hohenzollern, dass die Juden einen Zaun um ihr Gräberfeld zogen. Der Galgen auf dem Hügel wurde erst unter der Herrschaft von Fürst Hermann Friedrich Otto (1798 – 1810) entfernt. Damals bekam der jüdische Friedhof auch eine Außenmauer. 1907 wurde die von Friedrich Wilhelm Laur entworfene Friedhofskapelle mit Kuppeldach gebaut. 
Im Sommer erhebliche Schäden festgestellt. Im Sommer 2010 stellten Peter Blumhagen vom Hechinger Friedhofsamt und der Hechinger Statiker Sigurd Dehn bei einem Kontrollgang über den jüdischen Friedhof 'erhebliche Schäden' fest. Blumhagen hatte ein technisches Prüfgerät dabei, eine Art Stoßsimulator, mit dem er die Standfestigkeit der Grabmale testete. 60 der Grabsteine reagierten darauf mit Wackeln. 'Wenn einer der Steine umfällt, dann sind wir dran', so erklärt der Beamte, was man im Verwaltungsdeutsch unter Verkehrssicherungspflicht versteht.
Noch schlimmer steht es um die Außenmauern des Friedhofs und die Kapelle neben dem Eingangstor. Die Fundamente seien seit Jahren durch die Erosion unterspült und hätten sich 'hangseits' gesetzt, erklärt Dehn. In den Wänden und dem Kuppeldach hätten sich bereits so breite Risse geöffnet, dass 'man die Hand hineinstecken kann'. Es bestehe die Gefahr, dass sich das Gebäude weiter senke und es – 'nicht heute und wahrscheinlich auch nicht morgen' – ganz zusammenbrechen werde.
'Wir mussten den Friedhof sperren, es ist einfach zu gefährlich für die Leute', sagt Verwaltungsmann Blumhagen. Klärende Gespräche mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) in Stuttgart, der rechtlichen Eigentümerin des Hechinger Friedhofs, hält er für dringend nötig. 'Die Sache beschäftigt uns schon seit langem.' Allein die Grabsteine wieder aufzurichten und mit neuen Fundamenten gegen das Abrutschen zu sichern, würde rund 24 000 Euro kosten. Das Unterfangen der Außenmauer und der Friedhofshalle könnte bis zu einer halben Million Euro teuer werden, hat er vorausschauend ausgerechnet. Der jüdische Friedhof in Hechingen ist denkmalgeschützt. Formalrechtlich habe er bei der Denkmalbehörde denselben Status wie etwa ein Kriegerdenkmal. Die Hechinger Stadtverwaltung sei nur zur Gartenpflege verpflichtet. 
Gleichzeitig ist Blumhagen bewusst, dass es zur jüdischen Vorstellung von ewiger Ruhe passt, wenn die Grabmale verwittern und überwuchert werden. Sie dürften abbröckeln, sich im Laufe der Zeit senken und vielleicht sogar ganz zum Liegen kommen. 'Ein jüdischer Friedhof ist eine Ruhestätte für die Ewigkeit, kein Park', bekräftigt auch Klaus Neuberger, Sekretär bei der Stuttgarter Israelitischen Religionsgemeinschaft.
Jene habe außer dem Friedhof in Hechingen weitere 53 jüdische Begräbnisstätten in ihrer Obhut. Alle Friedhöfe der im Holocaust ausgelöschten Gemeinden in Baden-Württemberg seien in den Besitz der Stuttgarter Religionsgemeinschaft übergegangen, weiß Neuberger. Mit ihren derzeit 3300 Mitgliedern könne die kleine Stuttgarter Gemeinde die Instandhaltung aller Friedhöfe nicht leisten. Man sei schon froh, wenn jeder Friedhof einmal im Jahr besucht werden könne. 
Landesrabbiner kennt die Problematik. Landesrabbiner Nethanael Wurmser kennt die 'schwierige Bodenbeschaffenheit' auf dem Hechinger Judenfriedhof. Auch wenn ihm noch kein offizielles Gutachten vorliegt, weiß er, 'dass es kostspielig werden wird'. Es gehe nicht nur um kleine Mäuerchen, der ganze Hang stehe unter Druck, und man dürfe keine Zeit versäumen. 'Wenn da nichts passiert, kann der ganze Berg herunterkommen', fürchtet er.
Trotzdem ist Nethanael Wurmser überraschend zuversichtlich. 'Wir werden die nötigen Dinge machen', verspricht er."   
 
September 2011: Artikel zum "Europäischen Tag der jüdischen Kultur" über den Zustand des Friedhofes   
Artikel von Ernst Klett in der "Hohenzollerischen Zeitung" (Südwestpresse) vom 3. September 2011: "Jüdischer Friedhof verfällt". 
Link zum Artikel; auch als pdf-Datei eingestellt.    

  

Frühjahr 2011: Der Friedhof ist in sehr schlechtem Zustand   

Nach dem obigen stehenden Pressebericht vom April 2011 ist der Friedhof seit Frühjahr 2011 durch Hangrutschungen für Besucher geschlossen. Beim Besuch des Friedhofes fiel eine offenbar seit Jahren nur sehr spärliche Pflege des Friedhofes auf. Bei der Friedhofspflege wurde in Hechingen jahrelang kaum mehr als "Dienst nach Vorschrift" gemacht. 

Hechingen Friedhof 11018.jpg (226362 Byte) Hechingen Friedhof 11019.jpg (218991 Byte) Hechingen Friedhof 11024.jpg (216292 Byte) Hechingen Friedhof 11023.jpg (196662 Byte)
Im älteren Friedhofsteil sind Dutzende von Grabsteinen umgestürzt und werden nicht mehr aufgerichtet. 
      
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Viele weitere Steine sind vom unmittelbaren Umstürzen bedroht. 
Es werden keine Sicherungsmaßnahmen ergriffen.
 Viele Grabsteine überwuchern von Efeu und
 Gestrüpp. Es ist keine Pflege erkennbar.
     
Hechingen Friedhof 11028.jpg (187681 Byte) Hechingen Friedhof 11030.jpg (219943 Byte) Hechingen Friedhof 11043.jpg (208002 Byte) Hechingen Friedhof 11038.jpg (196073 Byte) Hechingen Friedhof 11042.jpg (192946 Byte) Hechingen Friedhof 11037.jpg (210100 Byte)
Auch im neueren Friedhofsteil werden umgestürzte Grabsteine nicht aufgerichtet und 
überwuchern mit Moos und Efeu
Überwucherungen im neueren Teil. Dringende
 Pflegemaßnahmen sind erforderlich
Hechingen Friedhof 11032.jpg (204677 Byte) Hechingen Friedhof 11035.jpg (198796 Byte) Hechingen Friedhof 11036.jpg (207587 Byte) Hechingen Friedhof 11047.jpg (171741 Byte) Hechingen Friedhof 11044.jpg (194965 Byte)
Die obere Mauer des Friedhofs ist an mehreren Abschnitten bereits eingestürzt  
     

    

Juni 2013: Der jüdische Friedhof wird wieder instandgesetzt    
Pressemitteilung vom 26. Juli 2013 (Quelle: "Schwarzwälder Bote", Artikel): "Hechingen. Die Stadt restauriert den jüdischen Friedhof
Hechingen. Der jüdische Friedhof in Hechingen soll Zug um Zug wieder zugänglich gemacht werden. Die stufenweise Restaurierung beginnt am Montag.
Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist der jüdische Friedhof seit einigen Jahren für Besucher gesperrt. Sorgen bereiten die Standsicherheit einzelner Grabsteine, die Schäden an der Umfassungsmauer und zum Teil der Baumbestand.
Den Friedhof zumindest teilweise wieder zugänglich zu machen, ist das Ziel der Stadt. Bürgermeisterin Dorothea Bachmann traf sich bereits im vorigen Jahr mit Landesrabbiner Netanel Wurmser und jetzt ein weiteres Mal, um die Möglichkeiten auszuloten. An der Besprechung nahmen auch Fachleute teil. Die Arbeiten wurden erörtert und beschlossen.
Am Montag, 30. September, wird mit der Instandsetzung begonnen: Die Revierförsterei wird eine ganze Reihe pilzbefallener Eschen fällen und das Buschwerk zurückschneiden. Als nächstes stehen die Standsicherheitsprüfung und gegebenenfalls die Sicherung der Grabsteine bevor. Aufwändiger wird die Sanierung der im Hangbereich zum Teil eingestürzten Friedhofsmauer, die abschnittsweise über mehrere Jahre restauriert werden soll.
Für die Instandsetzung hat das Land Baden-Württemberg in diesem Jahr einen Zuschuss in Höhe von 42.000 Euro bewilligt. Für die Sanierung der Mauer sollen weitere Fördermittel beantragt werden.
Der jüdische Friedhof am Fichtenwald wurde wahrscheinlich Mitte des 17. Jahrhunderts angelegt. 1764 erteilte Fürst Joseph Wilhelm die Erlaubnis, den Friedhof einzuzäunen, im Jahr 1800 wurde die Friedhofsmauer fertig gestellt. Heute hat der Friedhof mehr als 1000 Grabsteine. Gräber und Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen werden nicht eingeebnet oder abgeräumt. Grund ist der jüdische Glaube an die Auferstehung der Toten nach dem Eintreffen des Messias."  . 

    
    
      

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Hechingen    
Website des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum jüdischen Friedhof Hechingen  
Hechingen Friedhof301.jpg (21323 Byte)Zum Foto: eine Gruppe von Studierenden aus Tübingen besucht unter Leitung von Dr. Frowald Gil Hüttenmeister den Friedhof in Hechingen. Quelle: hier anklicken
vgl. die Info-Seite zum Verein "Alte Synagoge e.V." Hechingen

Literatur:  

BuchWeHch.jpg (99269 Byte) Otto Werner: Synagogen und jüdischer Friedhof in Hechingen. Schriftenreihe des Vereins Alte Synagoge Hechingen. Bd. 1. Hechingen/Albstadt 1996. 211 Seiten.    

   
    

                   
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Stand: 03. April 2014