Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rottweil (Kreisstadt) 
Betsaal der neuen Israelitischen Kultusgemeinde Rottweil / Villingen-Schwenningen

Zur Seite über die Jüdische Gemeinde bis 1938

Übersicht: 

Zur Geschichte der neuen jüdischen Gemeinde und ihres Betsaales
Fotos: In den Räumen der Gemeinde bei der Chanukkafeier 2003
Die Einweihung einer neuen Torarolle am 1./2. August 2004
Dezember 2005: Rottweils jüdische Gemeinde ist drei Jahre alt  
Dezember 2007: Rottweils jüdische Gemeinde ist fünf Jahre alt   
Anfang 2008: Die neue jüdische Gemeinde ist selbständig    
September 2008: Bericht aus der Gemeinde zu Rosch HaSchana (Jüdisches Neujahrsfest) 
 

      

Zur Geschichte der neuen jüdische Gemeinde und ihres Betsaales

Im Dezember 2002 konnte in Abstimmung mit dem Oberrat der Israeliten in Baden eine neue jüdische Gemeinde gegründet werden (2004: etwa 140 Mitglieder). Die Gemeindeglieder wohnen im Bereich der Landkreise Rottweil, Tuttlingen und des Schwarzwald-Baar-Kreises. 
   
   

Fotos: In den Räumen der Gemeinde bei der Chanukkafeier 2003   

Rottweil Betsaal 01.jpg (49945 Byte) Rottweil Betsaal 02.jpg (39184 Byte) Rottweil Chanukka 1.jpg (51017 Byte)
Vor dem Toraschrein: Oberbürgermeister Thomas J. Engeser mit Frau Rechts: Werner Kessl, Rottweil (Mitglied bei Alemannia Judaica) Kinder vor dem Toraschrein
Rottweil Chanukka 9.jpg (46833 Byte) Rottweil Chanukka 10.jpg (53145 Byte) Rottweil Chanukka 6.jpg (36329 Byte)
Chanukkafeier im Dezember 2003
     
   
Die Einweihung einer neuen Torarolle in Rottweil am 1./2. August 2004  

Dazu Artikel aus der Neuen Rottweiler Zeitung

TANZENDE JUDEN TRAGEN TORAROLLE DURCH DIE STADT
Einmaliges Schauspiel in Rottweil

ROTTWEIL, 1. August (mm) – So etwas hat die alte Stadt vermutlich noch nie gesehen: Nachdem die junge jüdische Gemeinde im Beisein des Landesrabbiners von Württemberg Netanel Wurmser und seines Vorgängers Joel Berger, des Oberrats der Israeliten Badens und Abgeordneter aus vielen jüdischen Gemeinden von Würzburg bis Konstanz sowie zahlreicher anderer Honoratioren – auch Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel und Stadtarchivar Dr. Winfried Hecht nahmen teil - die vom Oberrat der Israeliten in Baden gestiftete Tora-Rolle geweiht hatte, wurde das kostbare Stück in einer fröhlichen Prozession von der derzeitigen Synagoge in der Oberen Hauptstraße ins Alte Gymnasium getragen. 

Tanzende und singende Männer mit schwarzen Hüten und wallenden Bärten, die einen Baldachin und darunter die heilige Rolle trugen, Frauen und Kinder in Festtagsgewändern und dazu strahlender Sonnenschein. Aus ganz Deutschland, Frankreich, der Schweiz und sogar eigens aus Israel waren die Festgäste am Sonntag angereist. Erstmals waren auch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Rottweils anwesend. Die Familie des verunglückten Konstanzer Rabbiners Chaim Naftalin war gekommen: seine Witwe und die beiden Söhne Moishe und Shaul, beide ebenfalls Rabbiner in Israel. Ihr verstorbener Vater wurde in den vielen Festansprachen immer wieder als derjenige geehrt, der die Gründung der Kultusgemeinde Rottweil/Villingen-Schwenningen als seine Aufgabe gesehen hatte. Viktoria Svedchenko, Vorsitzende der jungen Gemeinde, betonte das bedeutende Ereignis: nun könne man zurecht sagen, dass die Gemeinde komplett sei. Die wertvolle Rolle, hergestellt unter strengen rituellen Vorgabe in einer einjährigen Handschreibarbeit, in Straßburg, uralter Überlieferung folgend, wurde vom Oberrat in Karlsruhe gestiftet, und zwar zu Ehren des Gründerrabbiners Naphtalin. Vorsitzender Jakob Goldenberg vom badischen Oberrat leitete dann die Festveranstaltung im Saal des Alten Gymnasiums, wobei es vielsprachig zuging: Russisch, Deutsch, Jiddisch und Iwrit: die Umgangsprache des Hebräischen im heutigen Israel. 

Der Artikel aus der Neuen Rottweiler Zeitung (mit Fotos) als pdf-Datei: hier anklicken (bzw. direkter Link zur Zeitung: hier anklicken 
Bericht zum selben Ereignis aus dem Südkurier vom 3.8.2004 als pdf-Datei: hier anklicken (bzw. direkter Link zur Zeitung: hier anklicken 
    

Fotos vom 1./2. August 2004: Einbringung einer neuen Torarolle in den Betsaal
(Fotos: Monika Marcel, Deisslingen)

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Gebet vor dem Toraschrein Mitte: der frühere württembergische Landesrabbiner Dr. Joel Berger
Rottweil Synagoge 162.jpg (53512 Byte) Rottweil Synagoge 163.jpg (70538 Byte) Rottweil Synagoge 164.jpg (93602 Byte) Rottweil Synagoge 167.jpg (66602 Byte)
Rabbiner im Gespräch      
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Prozession am Sonntag, 2. August durch die Rottweiler Innenstadt    

       

Dezember 2005: Rottweils jüdische Gemeinde drei Jahre alt
  
Rottweil 08012006.jpg (57929 Byte)Eine "gute und lebendige Gemeinde" sei in Rottweil entstanden, lobte Jacob Goldenberg als Vorsitzender des Oberrats der Israeliten Badens. Innerhalb von nur drei Jahren intensiver Arbeit habe die Israelitische Kultsgemeinde RW/VS ihre Mitgliederzahl verdreifachen können. Damit ist dritte Judengemeinde Rottweils jetzt nahezu doppelt so stark wie die 1938 zerschlagene.
Bei dem kleinen "Geburtstagsfest" am 8. Januar in den provisorischen Gemeinderäumen sagte der Landkreis - durch Bürgermeister Wolfgang Wesner (Deißlingen) in Vertretung des Landrats - und die Stadt Rottweil - durch Oberbürgermeister Thomas J. Engeser - der Gemeinde auch weiterhin ihre Unterstützung zu.  
Text: Werner Kessl, Foto: Monika Marcel   

  

Dezember 2007: Rottweils jüdische Gemeinde fünf Jahre alt  
  
Die zweite Jüdische Gemeinde Rottweils ging am Ende des für alle deutschen Juden furchtbaren Jahres 1938 zugrunde. Nahezu alle Gemeindemitglieder (96 im Jahre 1933) waren vertrieben, die Synagoge (1938) und der Friedhof (1942) verkauft. Acht Männer und Frauen aus der Gemeinde kamen in deutschen Konzentrationslagen um.
Die 2002 entstehende neue Jüdische Gemeinde, die Israelitische Kultusgemeinde Rottweil/Villingen-Schwenningen (IKG RW/VS) , hat keine personalen Verbindungen zur jüdischen Geschichte Rottweils. Freilich war der Kontakt - privat und amtlich- zu den Vertriebenen aufrechterhalten worden: in den USA, in Spanien und in Israel ,brieflich, aber auch durch Besuche in der alten Heimat. -
Ihre Wurzeln haben die Menschen, die, über 6o Jahre nach der Shoa, neu in Rottweil ein jüdisches Gemeindeleben begonnen haben, im osteuropäischen Raum, sie sind so genannte "Kontingentflüchtlinge".
Von 1996 an bauen sich Kontakte auf, die zu konkreter Hilfestellung führen: zur Stadtverwaltung, zum Landkreis und zum Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Rottweil. Besonders hilfreich war Rabbiner Abi Herz aus Zürich (mit seiner Hilfsaktion YAHADUS) und die Verbindung zur Konstanzer Gemeinde. Deren damaliger Rabbiner Chaim Naftalin sel. A. hat die IKG RW/VS religiös begleitet und am 15.Dezember 2002 den Gründungsakt vollzogen.
Über diese enge Beziehung kam dann auch der Anschluss der neuen Gemeinde an die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden –in Karlsruhe- zustande. - Der in Rottweil seit 1850 bestehende Israelitische Friedhof freilich blieb im Besitz der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs in Stuttgart. Amtlich gilt dieser Bestattungsort als "geschlossen"; die seit 1997 vorgenommenen drei Beerdigungen – Mitglieder der neuen Gemeinde - erfolgten jeweils mit Sondergenehmigungen der IRG in Stuttgart. So steht also der Gemeinde die Benutzung des Begräbnisplatzes auch weiterhin zur Verfügung.
Die Räume der Gemeinde, vor allem ihr Betsaal, sind im ehemaligen Fernmeldeamt Rottweil in der oberen Hauptstraße (Nr. 26-28) untergebracht.

Im Augenblick – November 2007 - sind Verhandlungen darüber im Gange, ob die Gemeinde womöglich in der Ehemaligen Synagoge – Kameralamtsgasse 6 - ihre Heimat finden könnte.
Entscheidend wichtig ist die Tatsache, dass seit Beginn dieselbe Person die Geschäfte geführt und so die Gemeinde vorangebracht hat: Tatjana Malafy . Dabei ging es ihr nicht nur um die anstehenden Tagesgeschäfte, sondern um den Aufbau eines umfangreichen sozialen Netzwerkes, von der Organisation von Arztterminen bis zur Wohnungssuche. Im fünften Jahr ihres Bestehens zählt die Gemeinde jetzt 2oo Mitglieder.
Viel beachteter Höhepunkt in diesen Jahren war – im August 2003 - die feierliche Einhebung der ersten eigenen Thorarolle - ein Geschenk des badischen Oberrats. Zahlreiche Gäste, darunter zehn Rabbiner, haben dies Heiligtum durch die Stadt begleitet. Seither kann Kantor Rafael Weisz- Thiede (Kehl) die regelmäßigen Gottesdienste besonders feierlich gestalten.  

Text: Werner Kessl für den ARBEITSKREIS EHEMALIGE SYNAGOGE ROTTWEIL   

       

Anfang 2008: Die jüdische Gemeinde in Rottweil ist selbstständig  
Jüdische Gemeinde in Rottweil jetzt selbstständig   
 

Ende Dezember 2007 konnte die Israelitische Kultusgemeinde Rottweil  -  Villingen-Schwenningen (IKG RW-VS) die ministerielle Beurkundung ihrer Selbstständigkeit als Körperschaft des öffentlichen Rechts entgegen nehmen. Nach fünf Jahren intensiver und erfolgreicher Arbeit im sozialen, kulturellen und religiösen Bereich kann die rund 200 Mitglieder umfassende Gemeinde jetzt selbstständig handeln. –Sie zählt als jüngste zu den jetzt 12 Mitgliedern zwischen Heidelberg und Bodensee, die in der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden zusammen geschlossen sind. 
    
Mitteilung erhalten von Werner Kessl vom ARBEITSKREIS EHEMALIGE SYNAGOGE ROTTWEIL  

       

September 2008: Bericht aus der Gemeinde zu Rosch HaSchana (jüdisches Neujahrsfest)   
Bericht von Michael J.H. Zimmermann in der NRWZ-online vom 2. Oktober 2008 (Neue Rottweiler Zeitung, Artikel)  
   
Rottweil Bildkachel 100.jpg (30130 Byte)Zum Foto (von Michael J. H. Zimmermann): Shana Tova! Alle guten Wünsche vereint diese Bildkachel im Rottweiler Betsaal der Israelitischen Kultusgemeinde. 
Guten Rutsch ins Jahr 5769 - mit der neuen Zeitung "Shalom" - Israelitische Kultusgemeinde feiert Neujahr
ROTTWEIL, 2. Oktober - "Shana Tova!" Mit besten Neujahrswünschen empfangen sich und ihre Gäste am Montag die Juden der Region Rottweil/Villingen-Schwenningen: "Shana Tova Umetukah!" Ein gutes, süßes soll das neue Jahr werden. 
Zu klein ist der Betsaal für die rasch wachsende Israelitische Kultusgemeinde Rottweil / Villingen-Schwenningen, in dem sich die Gläubigen drängen: über 40 Männer und noch mehr Frauen. Da wird der Wunsch nach einer neuen Synagoge genährt - nicht nur bei der rührigen Geschäftsführerin Tatjana Malafy. Ob die Alte Synagoge in der Kameralamtsgasse infrage kommt? 
Werner Kessl und seine Mitstreiter setzen sich dafür ein. Vorsteher Anatoliy Raykhelhauz aber kann die neue Gemeindewochenzeitung "Shalom" vorstellen, die (noch) auf Russisch erscheint: Den zur Lesung bestimmten Abschnitt der Tora enthält sie, Gemeindenachrichten, Berichte über das Leben in der neuen Heimat, die hoffentlich eine solche ist, Kulturnachrichten – und jüdische Witze. Da ruft Rabbiner Jehuda Vendrov aus Straßburg zum Gottesdienst.  Aus dem Machsor wird gebetet; Psalm 24 auch; die heiligen Gesänge erklingen vor der Tora: "Sh'ma Israel, adonai eloheinu, ..." Höre, Israel, auf den Gott, der der einzige ist! Am Beginn (Kopf) des Jahres, an Rosch ha Shana, da die zehn ehrfurchtsvollen Tage beginnen, die Jamim Noraim, die mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur enden. Die rabbinische Literatur beschreibt diesen Tag als einen des Gerichts: So sieht der Rabbiner drei Bücher, die geöffnet liegen vor Gott, darin die Taten verzeichnet sind der Zadikim, der Gerechten; die der Mittelprächtigen, die der Bösen. Und er weist darauf hin, daß ein jüdisches Gebet das Gericht über sich selbst sei, was G'tt wohlgefällig sei. Es bleibt der Ruf zu solcher Jüdischkeit – auf dass der Gericht Haltende die Anwesenden in das erste einbinden möge Dann lädt er zum Mahl; er spricht den Kiddusch über einen Becher Wein, um die Heiligkeit des Tages hervorzuheben. Es beginnt mit symbolischen Speisen: 162 Tage nach dem Beginn des Pessachfestes werden Apfelstückchen in Honig getaucht, dass es ein süßes werde; Gelbe Rüben werden gereicht, "Mehren", auf dass das jüdische Volk sich vermehre - erst nach der Vermählung bei anderem Festmahl, versteht sich; Frucht soll es tragen so viel wie der Granatapfel Kerne; wie die Fisch', die verspeist werden, sollen die Jidden sich tummeln ... "Guten Rutsch!" wünschen sich zu Neujahr deutsche Christen, auch hier in der Wegspur ihrer älteren Brüder, die auf jiddisch sich zuriefen und wieder rufen: "Gut Rosch!" Fröhlich wird die Feier - und im kommenden Morgengottesdienst Shofar geblasen, den Anfang der Schöpfung zu preisen. Des Widderhorns Klang verkündet Gott als den König des Universums. Er ruft auf, zu erwachen, zu bereuen, zu Gott zurückzufinden: Er erinnert an das Blasen des Shofar am Berg Sinai, als das erwählte Volk Gottes Gebote annahm. Für immer. Shana Tova." 

        

    
   

Links und Literatur

Website der Stadt Rottweil   
Zur Seite über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rottweil und ihren Betsaal/Synagoge bis 1938/45 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Rottweil (interner Link)   
"Koschere Leckereien..." - Veranstaltung zum "Europäischen Tag der jüdischen Kultur" in Rottweil am 4. September 2005 (Artikel aus der Neuen Rottweiler Zeitung, www.nrzw.de): hier anklicken

  

                   
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Stand: 04. Oktober 2008