Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Hochstift Straßburg gehörenden Ettenheim bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Durch die Verfolgungen 1336 bis 1338 ("Armleder"-Verfolgung") und während der Pestzeit 1349 wurde sie vernichtet. Das 1609 erstmals genannte "Judenloch" (Flurstücke 3753-3780) an der Einmündung der Kreisstraße 5348 in die Bundesstraße 3 westlich Ettenheims könnte den Ort markieren, an dem 1349 die Ettenheimer Juden verbrannt worden sind. Gestützt wird die Vermutung durch die Nähe des mittelalterlichen Richtplatzes Ettenheims unweit des "Judenlochs".   
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. 1685 nahm der Straßburger Fürstbischof Juden in seinen rechtsrheinischen Ämtern Ettenheim und Oberkirch auf. 1705 wohnten fünf, 1710 sieben jüdische Familien in der Stadt. 1716 wurden die jüdischen Familien vorübergehend aus der Stadt vertrieben. 

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1857 69 jüdische Einwohner (2,4 % von insgesamt 2.867 Einwohnern), 1875 79 (2,7 % von 2.933), 1897 Höchstzahl von 100 Personen; danach ging die Zahl zurück: 1900 89 (2,9 % von 3.106), 1910 72 (2,2 % von 3.205), 1925 44 (1,4 % von 3.091). 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine Religionsschule (bis 1876 besuchten die Kinder die jüdische Konfessionsschule in Altdorf, nach deren Auflösung die allgemeine Schule in Ettenheim) und ein rituelles Bad (in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Stadtgraben; 1778 wird ein solides Badhaus aus Stein erstellt [nicht erhalten]; im 19. Jahrhundert wurde das rituelle Bad in Altdorf mitbenutzt). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Schmieheim beigesetzt. Einen eigenen Religionslehrer hatte die jüdische Gemeinde noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts, danach wurde der Religionsunterricht von Lehrern in Altdorf und seit Ende des 19. Jahrhunderts von dem Religionslehrer aus Schmieheim erteilt, während der Religionsunterricht am Realgymnasium weiterhin der Religionslehrer aus Altdorf übernahm (nach einem Bericht von Josef Lion von 1912). 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Schmieheim zugeteilt, dessen Sitz 1893 nach Offenburg verlegt wurde. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Adolf Forsch und Berthold Levistein. Ihre Namen sind auf dem Gefallenendenkmal des jüdischen Friedhofes in Schmieheim verzeichnet. Sie stehen auch - dazu die Namen von Adolf Lion und Karl Lion - auf  dem Kriegerdenkmal der Stadt Ettenheim auf dem Friedhof der Stadtkirche beim östlichen Aufgang. Auf dem Gedenkbrunnen für die gefallenen ehemaligen Schüler vor dem städtischen Gymnasium (Johann-Baptist-von-Weiß-Straße) sind auch mehrere Namen jüdischer Schüler aus Altdorf, Rust und Kippenheim aufgeführt.  
    
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien / Personen sind bekannt: Manufaktur-Aussteuer-Konfektion Fa. Adolf Forsch (Rohanstraße 17), Viehhandlung Julius Levistein (Festungsstraße 8), Viehhandlung Leopold Lion (Berggasse 1), Gastwirtschaft "Krone", Inh. Mina Lion (Festungsstraße), Metzgerei Raphael und Josef Lion (Ecke Muschelgasse / Friedrichstraße 55), Woll- und Kurzwarenhandlung Karoline Schnurmann (Thomasstraße). Weitere jüdische Wohnhäuser waren: Fanny Lion (Festungsstraße 16), Helene und Sofie Lion I (Friedrichstraße 8), Julie Lion (Friedrichstraße 6), Karoline Lion (Zunftgasse 1). 
   
1933 lebten 31 jüdische Personen in Ettenheim (1,0 % von 3.149 Einwohnern). Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung sind die meisten von ihnen in den folgenden Jahren aus- beziehungsweise abgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge völlig zerstört (s.u.), jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden demoliert. 1939 wurden noch 20 jüdische Einwohner gezählt. Insgesamt konnten 23 jüdische Personen emigrieren (Argentinien, England, Lettland, Kuba, USA, Frankreich und Palästina/Israel). Die letzten sechs wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert.   
   
Von den in Ettenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Rosa Regina Bloch geb. Lion (1873), Jakob Dreifuß (1882), Hedwig Levistein (1883), Carl Lion (1879), Fanny Lion (1871), Helene Lion (1866), Julius Lion (1880), Karoline Lion (1854), Max Lion (1899), Mina Lion (1892), Luise Schwab geb. Lion (1876), Hedwig Weil geb. Lion (1869), Helene Weil geb. Lion (1865), Herta Wiegand geb. Lion (1890).     
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Allgemeine Berichte 

Vor der NS-Zeit: an Orten mit jüdischen Gemeinden erringen die Nationalsozialisten bei den Landtagswahlen weniger Stimmen (1929)  

Ettenheim - Lahr CV 15111929 S 612.jpg (83455 Byte) Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 15. November 1929: "Auch eine 'Judenstatistik' - Aus badischen Wahlergebnissen. Wir haben stets den Grundsatz aufgestellt, dass keine Aufklärung durch Schrift und Bild so wirksam ist wie die menschliche Beziehung, wie das nachbarliche Miteinanderleben zwischen Juden und Nichtjuden. Eine klare Bestätigung dieses Grundsatzes geben uns die badischen Landtagswahlen im Amtsbezirk Lahr-Ettenheim. Die nachstehende kleine Statistik zeigt, dass in den Ortschaften, in denen Juden wohnen, der Anteil der nationalsozialistischen Stimmen, mit Ausnahme des Ortes Lahr selbst, nicht über 2,5 vom Hundert gestiegen ist, während in den Orten, wo keine Juden leben, die Nationalsozialisten bis 30 Prozent der Stimmen erringen konnten....  für Ettenheim wird etwa 1,5 v.H. angegeben."  

  
    
    

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge

Über mittelalterliche Einrichtungen ist nichts bekannt. 

Obwohl im 18. Jahrhundert einige wohlhabende jüdische Familien in Ettenheim wohnten, erfahren wir in dieser Zeit noch nichts von einer Synagoge oder einem Betsaal. Die Straßburger Fürstbischöfe hatten 1658 in einer "Juden-Ordnung" bestimmt: "Zum dritten, sollen die Juden in unserm Stift gesessen, an keinem Ort, weder in Städten noch auf dem Land, kein öffentliche Synagog oder Schul halten, wohl mögen sie aber in ihren Häusern ihre Kinder in ihrem Gesetz unterweisen lassen und ohne Beschwerde der Christen ihre Ordnung in ihren Häusern halten". Diese Judenordnung ist von Fürstbischof Ludwig Constantin von Rohan 1759 bestätigt worden. Trotz dieses Verbotes wird im 18. Jahrhundert vermutlich ein Schulraum/Betsaal in einem jüdischen Privathaus vorhanden gewesen sein. In einem Kaufvertrag vom 10. November 1759 wird berichtet, dass Moses Levy ein Haus von Rachel Levy, der Ehefrau von Michael Samuel Gombrich kaufte und ihr zum einen dafür einen Platz "in der Weibersynagoge auf Lebenszeit" garantierte sowie zum anderen ihrem Mann den Platz seines Schwiegersohnes Hirschel Weyl zur Verfügung stellte.   
       
Eine erste Synagoge unbekannten Baujahres wird seit 1816 genannt. Es handelte sich dabei um einen einfachen Betsaal in einem nicht mehr vorhandenen Hintergebäude hinter einem Haus in der Friedrichstrasse (bis 1816 Anwesen der jüdischen Familie Gombrich, dann Witwe Reys, spätestens ab 1845 Anton Klotz, bis 1956 "Klotz Erben", die es an die Ettenheimer Volksbank Friedrichstrasse 38 für einen südlichen Erweiterungsbau abgerissen haben). Die Synagoge stand somit unweit des Spitals (heute Kirchliche Sozialstation Spitalgasse 1) und grenzte mit der Ostseite an die Östliche Ringstrasse. Zu ihr bestand ein Durchgangsrecht von der Friedrichstrasse am Klotz’schen Haus vorbei. In einem Bericht von 1859 wird die Ettenheimer Synagoge als "klein und in einem Winkel abgelegen" beschrieben. Sie sei "jetzt verbessert und so weit tunlich zum Gebrauche hergerichtet". Offensichtlich waren kurz zuvor (1858?) Renovierungsmaßnahmen durchgeführt worden.     
     
Den Anlass zum Neubau einer Synagoge in Ettenheim ergab eine Ortsbereisung des Bezirksamtes Ettenheim im Februar 1879, bei der festgestellt wurde, dass die Hinterseite der Synagoge sehr baufällig sei. Dem Synagogenrat wurde aufgegeben, alsbald Abhilfe zu schaffen. Dieser wollte alles aufbieten, um möglichst schnell eine neue Synagoge bauen zu können, da man die alte Synagoge sowieso nicht mehr renovieren könne und der Durchgang zu ihr eine Zumutung sei, da man "an Dunghaufen und Dunglachen vorbei muss". Trotz dieser Baufälligkeit der alten Synagoge blieb das Gebäude noch bis zum Abbruch 1951 stehen und wurde bis zuletzt als Schopf genützt.   
      
Im Laufe des Jahres 1879 wurden die Planungen für einen neue Synagoge vorangetrieben. Die größte Schwierigkeit war die Finanzierung des Neubaus, der auf mindestens 11.500 Mark veranschlagt wurde. Dies war für die jüdische Gemeinde eine nicht zu erbringende Summe. Vom Gemeinderat der Stadt und vom Bürgerausschuss wurde ein Zuschuss von zusammen 600 Mark bewilligt. Über mehrere Sammlungen bei Gemeindegliedern und auswärtigen Freunden der jüdischen Gemeinde Ettenheims sowie über einen großen Kredit konnte die Bausumme schließlich zusammengetragen werden. Ein geeigneter Bauplatz wurde in der Alleestrasse 22 gefunden. Die Baupläne der neuen Synagoge hatte der von 1878 bis 1882 am Realprogymnasium Ettenheim tätige Gewerbeschullehrer Wendelin Ederle entworfen. Die Einweihung der Synagoge fand am Freitag, 25. Februar 1881 statt. Am Nachmittag dieses Tages war um 13 Uhr zunächst ein Gottesdienst in der alten Synagoge mit einer Abschiedsrede des Bezirksrabbiners. Die Torarollen wurden aus dem alten Toraschrein genommen und zu dem bereits aufgestellten Zug der Festteilnehmer gebracht. Unter Begleitung der Musikkapelle der Stadt zog man zur neuen Synagoge, bei der nach den dazu üblichen Gebeten durch den Vorsänger und Bezirksrabbiner die Torarollen in die neue Lade gestellt wurden. Die Lahrer Zeitung lobte in ihrem Bericht am 18. Februar 1881 den Neubau der Synagoge als "ein schmuckes Gebäude", "eine Zierde der Stadt".        

Die Einweihung der Synagoge (1881) 

Artikel in der "Breisgauer Zeitung" vom 5. März 1881: "Ettenheim, 3. März. Die in den jüngsten Tagen hier stattgehabte Synagogeneinweihung hat durch die zahlreiche Beteiligung aller Konfessionen und Stände an derselben von Neuem den Beweis geliefert, dass in hiesiger Stadt Friede und Eintracht unter den Menschen heimisch ist. Selbstverständlich hat daher auch die von echter Toleranz durchdrungene Ansprache des Großherzoglichen Amtsvorstandes gelegentlich der Übernahme des Synagogenschlüssels in den Herzen der Zuhörer den freudigsten Widerhall gefunden, während die nachfolgende Predigt des israelitischen Geistlichen nach Form und Inhalt (Schilderung der Tugenden des auserwählten Gottesvolks und Hinweisung auf die Antisemitenliga) nicht ansprach. Im Übrigen hat das Fest den schönsten Verlauf genommen und freuen wir uns, dass die langjährigen Bemühungen der hiesigen Israeliten für den Bau einer Synagoge nunmehr mit Erfolg gekrönt worden sind".       

Die Ettenheimer Synagoge war für die damalige Zeit charakteristisch gebaut in einem Mischstil von klassizistischen Formen mit Anlehnungen an die Renaissance und die Romanik. Es war ein stattliches, harmonisches Gebäude mit einem großen Portal, dessen Rundbogen von zwei Säulenpaaren getragen wurde. Im Obergeschoss über dem Portal lag hinter den drei großen Rundbogenfenstern in der Mitte der Eingangsfassade das heizbare Schulzimmer. Über dem Eingang fand sich als Portalinschrift (links vom Portal deutsch, rechts hebräisch geschrieben): "Öffnet mir die Pforten des Heiles, ich gehe hinein und danke dem Herrn. Ps. 118,19".      

Besuch des Großherzogs in der Synagoge (1912) 
Ettenheim AZJ 30081912.jpg (17041 Byte)Mitteilung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. August 1912: "Bei seiner Anwesenheit in Ettenheim (Baden) besuchte das Großherzogpaar auch die Synagoge".  

In der Synagoge wurden bis Mitte des 1920er-Jahre regelmäßige Gottesdienste gefeiert. Dann wurde es durch den Wegzug vieler jüdischer Familien immer schwieriger, die zum Gottesdienst nötige Zehnzahl der Männer zusammen zu bekommen. Vermutlich wurden nach 1925 nur noch unregelmäßig Gottesdienste abgehalten. Die jüdischen Männer aus Ettenheim besuchten die Gottesdienste in der Synagoge in Altdorf. Nach Angaben der Firma Riegger wurde ihr schon vor 1933 das Gebäude von der israelitischen Gemeinde zum Kauf angeboten.   
     
Beim Novemberpogrom 1938 wurde in den Vormittagsstunden des 10. November durch SA-Männer unter Beteiligung von Ettenheimer NS-Parteiangehörigen die Inneneinrichtung der Synagoge geplündert und zerstört. Ein Großteil der Einrichtung (auch Bücher und Ritualien) verbrannte man außerhalb der Synagoge. Beim späteren Verkauf des Gebäudes fehlte die gesamte Einrichtung samt den Fenstern. Das Gebäude wurde am 23. Dezember 1938 an den benachbarten Gerbereibetrieb G. Riegger oHG verkauft, von dem es zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut wurde. Beim Umbau wurden die Außenwände weiterverwendet; die Anordnung der Fenster blieb erhalten. Die Giebel wurden entfernt und ein Walmdach aufgesetzt. Die Fensterrahmungen und das Portal verschwanden gleichfalls, sodass nach dem Umbau aus der ehemaligen Synagoge ein Wohnhaus im Stil des Jahres 1939 geworden war. Eine Gedenktafel ist nicht angebracht.
  
Von der Ausstattung der Synagoge erhielten sich fünf Torarollen, die 1947 an die Israelitische Gemeinde in Freiburg abgegeben wurden. Die große Rosette im klassizistischen Giebel blieb erhalten und wird bis heute als Brunneneinfassung auf dem Friedhof in Ettenheimmünster verwendet. Das Stadtarchiv Ettenheim bewahrt noch einen Toraschrein-Vorhang (Parochet) auf sowie ein Festtagsgebetbuch und farbige Fensterscheiben. 
            
            

Pläne

Ettenheim Plan 001.jpg (96381 Byte) Ettenheim Plan 002.jpg (75263 Byte)
Gesamtansicht von Ettenheim (aus neuerer Zeit) mit Eintragung des Synagogenstandortes Stadtplan Ettenheim von 1910 - Ausschnitt mit Eintragung der Synagoge in der Alleestraße

  
Fotos 
Historische Fotos 
(Quelle: aus dem Buch Schicksal und Geschichte... s. Lit. S. 87.89; die Karte war abgedruckt im Ettenheimer Heimatkalender 1984, Monat Januar) 

Ettenheim Synagoge 100.jpg (140485 Byte)

Ettenheim Synagoge 102.jpg (70812 Byte) Ettenheim Karte 001.jpg (120534 Byte)
Die Synagoge in Ettenheim Ausschnitt aus einer Ansichtskarte von Ettenheim von 1893; die Synagoge ist im Hintergrund links (beschriftet)


Fotos nach 1945/Gegenwart: 

Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 2.9.2003)
Ettenheim Synagoge 153.jpg (51685 Byte) Ettenheim Synagoge 151.jpg (53175 Byte)
   Gebäude der ehemaligen Synagoge Ettenheim, 1939 zu einem Wohnhaus umgebaut dass. mit dem Anbau zur ehemaligen Synagoge
     
   Ettenheim Synagoge 152.jpg (71304 Byte) Ettenheim Synagoge 150.jpg (70086 Byte)
Seitenansicht Bauinschrift von 1939
     
(Quelle für die Fotos unten: aus dem Buch Schicksal und Geschichte... s. Lit. S. 11.88):  
Ettenheim Synagoge 201.jpg (85920 Byte)  Ettenheim Synagoge 200.jpg (40458 Byte) 
Als wertvolle Erinnerung an die Synagoge blieb ein Toravorhang (Parochet) erhalten (im Palais Rohan, Sitzungssaal der Stadtverwaltung). Inschrift lautet übersetzt: "Dieses Parochet stiftete die Schwesternschaft der Heiligen Gemeinde Ettenheim am Tage der Einweihung der Synagoge. 649" (1881) Rosette von der Ettenheimer Synagoge, die auf dem Friedhof in Ettenheimmünster als Brunneneinfassung dient

Hinweis: Bestellmöglichkeit für Postkarten mit dem Toravorhang bei Robert Krais, im Altwick 11, 77955 Ettenheim E-Mail  Preis pro Stück -.50 Cent.

     
   

Aktuelle Presseartikel zur jüdischen Geschichte in Ettenheim 

Der Toraschrein aus Ettenheim wird in Karlsruhe gezeigt (März - Juni 2009)  
Artikel in der "Badischen Zeitung" (Region Ortenau) vom 14. März 2009 (Artikel)  :  
Der Thoraschreinvorhang wird in Karlsruhe gezeigt. 
ETTENHEIM.
(BZ). Am vergangenen Sonntag wurde in Karlsruhe ein Festakt zum 200-jährigen Bestehen der Jüdischen Religionsgemeinschaft in Baden begangen. In einer Ausstellung zu diesem Jubiläum findet sich auch ein Thoraschreinvorhang aus Ettenheim. In der umfangreichen Ausstellung des Generallandesarchivs Karlruhe werden die Entwicklung der Rechte der jüdischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert, die völlige Entrechtung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten und der mühsame Versuch aufgezeigt, in der Nachkriegszeit wieder jüdisches Leben aufzubauen. Mehrere Bilder der Ausstellung sind dem Buch "Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim und Rust" entnommen, das der Historische Verein Ettenheim 1988 herausgegeben hat. Für die Ausstellung wurde von der Stadt Ettenheim auch der Thoraschreinvorhang zur Verfügung gestellt, den die Frauen der jüdischen Gemeinde Ettenheim 1881 zur Einweihung der Synagoge in der Alleestraße gestiftet hatten. Nach der Schändung der Ettenheimer Synagoge 1938 wurde der Vorhang auf den Speicher des Rathauses verbracht. Im Jahr 1988, fünfzig Jahre nach der Reichspogromnacht, wurde dieses kostbare religiöse Kunstwerk beim Besuch ehemaliger Ettenheimer Juden zum ersten Mal wieder zugänglich gemacht. Bald danach erfolgte eine Restaurierung, wobei der ursprüngliche Samtstoff durch einen neuen Stoff ersetzt und die Original-Verzierung wieder verwendet wurde. Der Vorhang wurde im Sitzungssaal im Palais Rohan in einem Schaukasten untergebracht, wo er nach der Karlsruher Ausstellung wieder seinen Platz finden wird...".
 
 


  

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Ettenheim; auf Unterseite Nennung des Toravorhanges im Palais Rohan, Sitzungszimmer der Stadtverwaltung: hier anklicken; Bestellmöglichkeit für Postkarten des Toravorhanges: Robert Krais, im Altwick 11, 77955 Ettenheim E-Mail  Preis pro Stück -.50 Cent.
Private Website von Dr. Jörg Sieger zur Geschichte Ettenheims (kostenpflichtig): hier anklicken   
Rückblick (interner Link): Presseartikel (Badische Zeitung vom 31.8.2005) mit Hinweisen auf Veranstaltungen zum "Tag der Europäischen Jüdischen Kultur" am 4.9.2005: hier anklicken   

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 79-81.
Hubert Kewitz: Die Juden in Ettenheim, in: St. Bartholomäus Ettenheim. Beiträge zur 200. Wiederkehr der Weihe der Ettenheimer Stadtpfarrkirche. 1982. S.142-143.
Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier. Ein Gedenkbuch. Hg. vom Historischen Verein für Mittelbaden e.V. - Mitgliedergruppe Ettenheim. 1988.1998². 
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 251-252.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

   
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Ettenheim  Baden. The Jewish settlement began in the 14th century. Many Jews were victims of the Armleder massacres of 1336-39 and most were burned alive in the Black Death persecutions of 1348-49. A new settlement was founded in the 1660s with the Jews enjoying unrestricted trade. A new synagogue was built in 1881 and the Jewish population rose to a peak of 100 in 1897 (3 % of the total). The majority were cattle traders. In 1933, 31 remained, with others subsequently joining the community. By 1938, 16 had left. Eighteen emigrated in 1939 after the synagogue was destroyed and Jewish homes and stores were heavily damaged by rioters on Kristallnacht (9-10 November 1938). The last family of six Jews was deported to the Gurs concentration camp in October 1940.
   

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. August 2009