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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Lehrensteinsfeld, Ortsteil Lehren (Kreis
Heilbronn)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis Anfang des 19. Jahrhunderts
reichsritterschaftlichen Ort Lehren bestand eine jüdische Gemeinde bis 1939.
Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./17. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird
1592 Jud Jacob von Lehren genannt.
Anfang des 18. Jahrhunderts werden in
verschiedenen Verzeichnisses neun bis 15 Familien in Lehren gezählt. Die
jüdischen Familien lebten insbesondere im Bereich der bis heute sogenannten
"Judengasse".
Lehren entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum jüdischen Lernens
im Unterland (vgl. auch Bericht unten von 1867). 1725 wird Lämlin Moses als Schulmeister und 1729 als
Rabbiner genannt. Im 18. Jahrhundert werden als Rabbiner außerdem Oscher Lämlein
(1735), Aaron (1745), Abraham Halberstadt (1753), Löb David (um 1760) und von
etwa 1791 bis zu seinem Tode 1833 Salomon Abraham genannt. Es bestand am Ort ein
jüdisches Lehrhaus (Beth HaMidrasch). Die Rabbiner waren spätestens
seit der Mitte des 18. Jahrhunderts auch für die Juden in Affaltrach und
Eschenau tätig. Eine Rabbinatsstiftung wurde von Aaron Nathan initiiert. Sie
sorgte dafür, dass auch künftig Rabbiner mit einer fixen Besoldung in
Lehrensteinsfeld gehalten werden konnten.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1831 108, 1843 124, 1844 Höchstzahl mit 133 Personen, 1854 122, 1869 85,
1886 80, 1900 64, 1910 39.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule (1832 bis 1904 jüdische Volksschule in einem eigenen
Schulhaus, das als Wohnhaus Lehrener Straße 35 bis heute erhalten ist) und ein
rituelles Bad (am Kaltenbrunnenbach, nicht erhalten; Flurname für die
Flurstücke am Kaltenbrunnenbach Nr. 1309-1310, 1329-1345, 1373 "Judenbad"
noch vorhanden). Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof
in Affaltrach beigesetzt. Von Lehren
über Willsbach führte zum jüdischen Friedhof Affaltrach ein "Totenweg".
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1828 wurde als Lehrer Joseph Wolf
genannt, der sich damals den Familiennamen Cahn beilegte. 1861 hatte die
jüdische Schule 20 Schüler.
1832 wurde
Lehrensteinsfeld Sitz eines Bezirksrabbinates, dem auch die Gemeinden
Affaltrach, Eschenau, Kochendorf (mit Neckarsulm, Ödheim und Gundelsheim), Sontheim
(mit Horkheim und Talheim) und Massenbachhausen (mit Massenbach und Bonfeld) zugeordnet wurden. Zunächst waren auch andere Gemeinden im
Gespräch für den Sitz des Bezirksrabbinat, doch bestand in Lehren eine
Rabbinatsstiftung von 1.250 Gulden, durch die die Unterbringung eines Rabbiners
ermöglicht wurde. Als Rabbiner beziehungsweise Rabbinatsverweser wirkten in
Lehren: Dr. Naphtali Frankfurter (1834-1835), Seligmann Grünewald (1835-1844),
Maier Hirsch Salem-Löwengart (1844-1857), Marx Kallmann (1858-1861), und Dr.
Moses Engelbert (1862-1864). 1867 wurde das Rabbinat nach Heilbronn verlegt.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Josef Henle (geb.
24.6.1890 in Lehrensteinsfeld, gef. 29.9.1916) und Vizefeldwebel Hirsch
Hirschheimer (geb. 11.12.1894 in Lehrensteinsfeld, gef. 15.4.1918). Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal des jüdischen Friedhofes
in Affaltrach. Leutnant Max Thalheimer kehrte mit hohen Auszeichnungen aus
dem Krieg zurück (Eisernes Kreuz I. Kl., Württembergische Goldene
Verdienstmedaille, Ritterkreuz des Württembergischen
Militärverdienstordens).
Die meisten jüdischen
Einwohner lebten vom Viehhandel, doch betrieben seit der Mitte des 19.
Jahrhunderts auch einige Landwirtschaft und Viehzucht. Bis nach 1933 gab es in
Lehrensteinsfeld folgende Gewerbebetriebe in jüdischem Besitz: Viehhandlung
Maier Falk (Lehrener Straße 69), Viehhandlung und Gastwirtschaft Leopold Henle
(Lehrener Straße 40), Viehhandlung und landwirtschaftlicher Betrieb (22 Morgen
Land!) Wolf Hirschheimer (Lehrener Straße 32), Aussteuergeschäft der Familie
Thalheimer (Carl-Dietzsch-Straße 32).
1933 lebten noch elf jüdische Personen in Lehrensteinsfeld.
In
den folgenden Jahren sind zunächst nur wenige von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. In der ehemaligen
jüdischen Schule (Gebäude Lehrener Straße 35) war 1935/36 ein
landwirtschaftliches Lehrgut (Hachschara) eingerichtet, auf dem zahlreiche junge
Juden ihre Ausbildung erhielten. Beim Novemberpogrom 1938 kam es am Ort
zu schweren Ausschreitungen. Jüdische Wohnungen wurden überfallen und
demoliert, jüdische Einwohner wurden misshandelt.
Von den in Lehrensteinsfeld geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Albert Falk (1884),
Hermann Falk (1878), Isak Falk (1888), Julius Henle (1886), Moritz Henle (1886),
Elise Hirsch geb. Henle (1891), Julie Kaufmann geb. Hirschheimer (1884), Mina
Lämle geb. Meyer (1870), Cilli Levi geb. Hirschheimer (1881), Bella Lißberger
(1879), Cäcilie Müller (1904), Bertha Thalheimer geb. Hirschheimer (1876),
Hirsch Thalheimer (1867).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Die Berichte konnten erst teilweise abgeschrieben
werden - bei Interesse bitte Textabbildung anklicken.
Aus der
Geschichte des Rabbinates in Lehrensteinsfeld
Zum Tod der Frau von Rabbiner Grünewald (1837)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 26. August 1837: |
Publikation einer Predigt von Rabbiner Grünewald
(1841)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 2. April 1842: |
Weggang von Rabbiner M. Salem - Löwengard (1857)
(Anmerkung: wurde als Maier Hirsch Löwengard am 5. März 1813 in Rexingen
geboren)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 12. Oktober 1857: "Aus Württemberg, September.
Unsere Rabbinennot wächst; nach dem Königlichen Staatsanzeiger hat
Rabbiner M. Salem - Löwengard in Lehrensteinsfeld seine Entlassung
gefordert und erhalten. Dem Vernehmen nach wird derselbe nach Jerusalem
übersiedeln, um dort ein fromm-beschauliches Leben zu führen. Bei der
Wissenschaftlichkeit und poetischen Begabung Salems dürfen wir hoffen,
dass sein Aufenthalt in der heiligen Stadt von ihm für die jüdische
Literatur benutzt wird. Salem, ein Schüler des talmudisch tiefgelehrten
Gabriel Adler, der zu Schellings Füßen gesessen und ein von ihm
ausgezeichneter Jünger war, trug jahrelang den innern Zwiespalt der
Skepsis mit dem Glauben kämpfend in sich herum, sodass er sich selbst zum
Gegenstand seiner beißenden Satire machte und auch seine Schriften trugen
den Stempel dieser inneren Unvergorenheit. Nun ist er zum Selbstabschlusse
mit sich gekommen und hat sich dem Glauben ganz in die Arme geworfen. Wir
sind von dem Ernste seiner Bestrebungen überzeugt und wünschen, dass er
sein Licht nicht unter den Scheffel stelle, wenn er auch aufgehört hat,
königlich württembergischer Rabbine zu
sein." |
Zum Tod von Rabbiner M. Löwengard-Salem (1886 in Basel)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Juni 1886:
"Der 'Schwäbische Merkur' schreibt: 'In der letzten Maiwoche ist in Basel
als Privatgelehrter der Landsmann, Jugend- und Studiengenosse Berthold
Auerbachs, M. Löwengard-Salem, gebürtig von Rexingen
bei Horb, im 74. Lebensjahr zu Grabe getragen worden. Derselbe betrat die gleiche
Bildungslaufbahn mit Berthold Auerbach, genoss den ersten rabbinischen
Unterricht mit demselben bei Rabbiner Gabiel Adler in Mühringen
und auf der Talmudschule in Hechingen.
Am Gymnasium in Stuttgart trafen die beiden Jünglinge wieder zusammen, um
auf den Universitäten Tübingen und Heidelberg gemeinsam dem Studium der
mosaischen Theologie obzuliegen. Ihre philosophischen Richtungen gingen
auseinander. Löwengard-Salem bezog die Universität, um ein Jünger
Schellings zu werden, und vertiefte sich in dessen philosophische
Richtung. Nachdem er die beiden Staatsprüfungen in Tübingen und
Stuttgart bestanden, wurde er im Kirchendienst als Rabbiner in Berlichingen,
Jebenhausen und Lehrensteinsfeld
verwendet. Er schrieb einige Monographien im Sinne Schellings'scher
Philosopheme und beteiligte sich durch einige Schriften am sog. Hamburger
Tempelstreit für die Reform des jüdischen gottesdienstlichen Kultus.
Später drängte ihn seine philosophische Richtung mehr und mehr in
mystische Anschauungen und der innere Konflikt zwischen Lehre und Leben
veranlasst ihn, aus dem praktischen Dienst der Synagoge auszutreten. 1859
nahm er seine Entlassung als Rabbiner in Lehrensteinsfeld und
folgte einem Rufe nach Mainz an die Redaktion des 'Israelit' von Dr.
Lehmann. Nur 2 Jahre hielt er dort aus; er zog sich dann ins Privatleben
zurück. Etliche 20 Jahre lebte er zurückgezogen als Privatgelehrter in Basel.
Sein Leichenbegängnis bewies, in welch' hoher Achtung er dort stand,
wofür auch die Nachrufe an seinem Grabe beredtes Zeugnis ablegten.' Im
Jahre 1841 gab er unter dem Pseudonym 'Juda Leon' heraus: 'Beiträge zur
Kritik der Reformbestrebungen in der Synagoge' (Stuttgart 1841) und 1843
in Berlin gegen die berüchtigte Schrift Ghillany's ''Die Menschenopfer
der alten Hebräer' eine Gegenschrift: 'Jehova, nicht Moloch, war der Gott
der Hebräer'." |
Ausschreibung des Bezirksrabbinates Lehrensteinsfeld
(1861)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 12. März 1861: |
Ausschreibung der Stelle von Dr. Engelbert in Colberg -
nach dessen Berufung nach Lehrensteinsfeld (1862)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 8. Juli 1862: |
Einführung von Bezirksrabbiner Dr. Engelbert
(1862)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 9. September 1862: |
Kritik an Rabbiner Dr. Engelbert in der
konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit" (1863)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Dezember
1863: |
Die Gemeinde Lehrensteinsfeld wehrt sich gegen den
Wegzug des Rabbiners nach Heilbronn (1867)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Februar
1867: |
Verlegung des Rabbinatssitzes nach Heilbronn (1867)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai
1866: |
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Anzeige von Lehrer Kahn (1912)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Dezember
1911: |
Aus dem jüdischen
Gemeindeleben
Über das jüdische Leben in Lehrensteinsfeld (Bericht von 1867)
Anmerkung: in konservativ-jüdischen Kreisen wurde die Entstehung des
städtischen liberalen Judentums seit der Mitte des 19. Jahrhunderts (z.B. in
Heilbronn) außerordentlich kritisch beurteilt. Man klagte über die sich bald
abzeichnende Auflösung des frommen jüdischen Landjudentums mit seinen
Einrichtungen. Dies kommt auch im nachfolgenden Artikel in geradezu wehmütiger
Weise zum Ausdruck.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Januar 1867: "Aus
Württemberg. I. In der Nähe Heilbronns, im Weinsberger Tal, liegt
ein Dorf Lehren-Steinsfeld, umgrenzt von Rebhügeln, inmitten von
lachenden Obstgärten. Die Doppelgemeinden Lehren und Steinsfeld
sind getrennt durch einen Raum von 100 Schritten ins Geviert. In
Steinsfeld ist der Sitz einer alten freiherrlichen Familie, die hier ein
schönes Schloss mit Hofgarten und Orangerien besitzt; in Lehren wohnen
seit undenklichen Zeiten Israeliten. Die Namen der berühmten Männer, Rabbi
Hirsch und Akiba Lehren, weisen auf diesen kleinen Ort hin. In
Frankfurt am Main sind bedeutende Familien, deren Stammbaum in Lehren
wurzelt. In diesem Dörfchen bestand schon vor Jahrhunderten eine
israelitische Gemeinde; sie war der Sitz berühmter Rabbinen, unter deren
Leitung ein vielbesuchtes Lehrhaus, Beit HaMidrasch, bestand.
Lehrhaus und Synagoge waren fromme Stiftungen, fundiert durch reiche
Kapitalien. In den napoleonischen Kriegen ging von dem Grundstock Vieles
verloren, und der damalige Rabbine verlor dadurch an Einkommen; aber er
harrte ruhig auf seinem Posten aus und lebte treu seinem Amte auch unter
Mangel und gedrückten Verhältnissen. - Mit der Organisation der
bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten wurde die fromme Stiftung
säkularisiert, das Beth HaMidrasch ging ein und aus den Mitteln
der Stiftung wurde ein stattliches Rabbinatshaus (!) erbaut. Der jetzige
Rabbiner nun zog in die Stadt, nach Heilbronn, und verwaist steht der
Lehrstuhl in der Gemeinde, in welcher Jahrhunderte lang würdige Rabbinen
die Lehre Gottes verbreitet; die Stiftungsgelder sind gegen den Willen der
Stifter verwendet, ja verschleudert, und die Protestation der Gemeinde
wird für Nichts geachtet." |
Widerstand orthodoxer Familien gegen die Durchführung
der Konfirmation (1870)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni
1870: |
Berichte zu einzelnen Personen
Vorbe: Die drei aus Lehren stammenden
Brüder waren die Begründer der angesehenen jüdischen Familie Lehren in
Amsterdam, die sich auf dem Gebiet des Handels wie im Gemeinde- und Staatsleben
große Verdienste erworben haben. Alle drei waren viele Jahre Vorsteher der
jüdischen Gemeinde Amsterdams. Sie organisierten Sammlungen für die jüdischen
Armen Palästinas.
H. Lehren (= Zwi Hirsch Lehren) ist erkrankt - in Jerusalem gehen weniger
Spendengelder ein (1848)
Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 25. Januar
1848: "Jerusalem, 1. Dezember 1847, Mittwoch, 23. Kislew
5608. Groß ist der Schmerz, den wir hier im heiligen Lande fühlen
wegen der Krankheitsfälle des Herrn H. Lehren. Kaum ein halbes Jahr,
seitdem dieser unser edler Wohltäter krank daniederliegt, und schon,
obwohl auch jetzt noch das würdige Amsterdamer Komitee, wie früher, mit
regem Eifer für uns strebt und unermüdlich unserer Not gedenkt, fühlen
wir dennoch den großen Verlust seiner Verwaltung. Die Geldspenden laufen
immer weniger und weniger für Jerusalem ein. Möge der liebe Gott dem
Biedermanne bald seine frühere Gesundheit ganz wiederschenken. Und Euch,
Mitbrüder im Ausland, bitten wir, erbarmet Euch gerner auch Eurer Aller
Mutter, Jerusalem, sie schmachtet und lechzet im Trauerschleier gehüllt,
ruft laut ihre verstoßenen Kinder. Wendet Euch nicht ab, gedenkt ihrer
Vergangenheit, mehr noch ihrer Zukunft. M.
Sachs." |
Zum Tod von Meyer Lehren (Jacob Meir Lehren; geb. 1793,
gest. 1861)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1861: |
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Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 11. Juni 1861: |
Zum Tod von Rabbi Akiba Lehren (1876)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November
1876: |
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Zu der von Hirsch Lehren begründeten und von N.H. van
Biema in Amsterdam weitergeführten Sammlung erscheint ein Katalog (1905)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 6. Januar 1905: |
In der Kirche von Lehrensteinsfeld wird auch für einen
jüdischen Bürger gebetet (1887)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November
1887: |
60. Geburtstag des aus Lehrensteinsfeld stammenden
Gustav Thalheimer (1931 in Mannheim)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar
1931: |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934:
"Statt Karten - Gepriesen sei Gott.
Gretel Hirschheimer - Wolf Berlinger. Verlobte.
Lehrensteinsfeld - Stuttgart, Hospitalstraße 36 / Berlichingen.
Schabbat Chaje Sara." (= Schabbat, 3. November
1934) |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Das Wohngebiet
konzentrierte sich zunächst auf die bis heute sogenannte "Judengasse".
Seit dem 17. Jahrhundert hatte die Gemeinde eine "Synagoge",
vermutlich identisch mit dem bis ins 20. Jahrhundert als jüdisches Bethaus
genutzten Gebäude. 1860 wurde
im Synagogengebäude im Stockwerk unterhalb der Synagoge ein Schulzimmer
eingerichtet.
Da bereits 1933 nur noch elf Juden in Lehrensteinsfeld ansässig
waren, konnten kaum noch Gottesdienste in der Synagoge abgehalten werden. Im Frühjahr
1938 wurde mit Zustimmung des Israelitischen Oberrates beschlossen, die Synagoge
wegen Baufälligkeit auf Abbruch zu verkaufen. Am 26. Juni 1938 wurde ein
feierlicher Abschiedsgottesdienst in der Synagoge gefeiert. Zu ihm fanden sich
Vertreter des Israelitischen Oberrates, der Israelitischen Gemeinden Heilbronn,
Öhringen und Affaltrach
sowie viele Freunde der Lehrensteinsfelder Gemeinde ein. Die Feier war umrahmt
von Gesängen der jüdischen Schulkinder aus Heilbronn. Den kantoralen Teil
versah Oberlehrer Karl Kahn, der Jahre zuvor Lehrer in der Gemeinde war. Begrüßungs-
und Dankesworte sprach im Namen der jüdischen Gemeinde Leopold Henle.
Bezirksrabbiner Dr. Harry Heimann aus Heilbronn gab in seiner Ansprache einen Überblick
über das Werden und Vergehen der seit 200 Jahren bestehenden Gemeinde. Auch der
Präsident Dr. Siegfried Gumbel vom Oberrat fand poetisch-ergreifende Worte. Mit
einem gemeinsam gesungenen Jigdal endete der letzte Gottesdienst der jüdischen
Gemeinde Lehrensteinsfeld.
Wenig später wurde das Gebäude verkauft und zu einem
Obstlagerschuppen umgebaut. Um 1950 wurde das Gebäude bis auf Reste der
Grundmauern abgebrochen und an derselben Stelle ein neues Gebäude erstellt
(Anbau zum Anwesen Lehrener Straße 41).
Fotos
Historisches Foto:
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932. S.
97)
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Die Synagoge in Lehren um 1930,
möglicherweise bereits 1652 erbaut |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Blick in die Judengasse Lehren |
Straßenschild "Judengasse" |
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Anbau zum Haus Lehrener Str. 41, auf den Grundmauern der ehemaligen
Synagoge erbaut |
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Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.9.2003) |
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Blick in die Judengasse - auch
das Haus links ist inzwischen in einem baufälligen Zustand |
In der Judengasse, wo mehrere
der alten Gebäude in den vergangenen Jahren abgebrochen wurden |
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| In diesem Haus waren 1935/36
junge Juden untergebracht, die auf einem jüdischen landwirtschaftlichen
Lehrgut ihre Ausbildung erhielten |
Straßenschild "Judengasse" |
Anbau zum Haus Lehrener Str. 41, auf den Grundmauern der ehemaligen
Synagoge erbaut |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. 1966. S. 120-121. |
 | Wolfram Angerbauer/Hans Georg Frank: Jüdische Gemeinden in
Kreis und Stadt Heilbronn. 1986. S. 138-145.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Lehrensteinsfeld
Wuerttemberg. Jews settled in the 17th century. In the 18th century they were
mainly engaged in the cattle trade, their population growing to 124 in 1843 and
thereafter declining through emigration. In 1832-62 Lehrensteinsfeld was the
seat of the district rabbinate, serving ten other communities. Relations with
the local population were close, the latter even helping clean the streets
before the Jewish sabbath and later resisting Nazi anti-Jewish measures. The
four Jewsh families in the town in 1933 emigrated.

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