Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Affaltrach (Gemeinde Obersulm, Landkreis Heilbronn) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 
    
Bitte besuchen Sie auch die Website des "Freundeskreises ehemalige Synagoge Affaltrach e.V." 
www.synagoge-affaltrach.de   

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer      
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Berichte zu Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Sonstiges   
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge      
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
     
Affaltrach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1588, dann 1600 ein Jude (Jud Gumprecht) am Ort genannt. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nahm der Johanniterorden in Affaltrach einige jüdische Familien auf, sodass gegen Ende des Jahrhunderts drei bis vier Familien am Ort waren (1683 die Juden Gutkind, Michel und Jacob mit ihren Familien). Bis Mitte des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl auf 17 Familien (1749), die ihre Einkünfte vom Handel mit Vieh, Leder und Gütern sowie von kleineren Geldgeschäften hatten. 
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807 110 jüdische Einwohner, 1824 127 (13,6 % von insgesamt 935 Einwohnern), 1843 164, 1854 190, 1858 219, 1869 151, 1886 79, 1900 59 (8,2 % von 721), 1910 28 (3,7 % von 752). Zeitweise gehörten zur jüdischen Gemeinde Affaltrach auch die Eschenauer Juden. Die Gottesdienste wurden immer wieder gemeinsam abgehalten. Viele jüdische Bewohner Affaltrachs verzogen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Heilbronn, als dort die Niederlassung von Juden wieder möglich war. 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine israelitische Konfessionsschule (seit 1849), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. An der jüdischen Schule wurden 1856 41 Kinder unterrichtet, danach ging die Zahl langsam zurück. Erste israelitische Lehrer waren Moses Perlen (um 1847) und Samuel Selz (seit 1849); in Erinnerung blieb vor allem der von 1889 bis 1904 tätige Lehrer Samuel Spatz, der zum Ehrenbürger Affaltrachs ernannt wurde. Die Gemeinde gehörte von 1832 bis 1867 zum Rabbinatsbezirk Lehrensteinsfeld bis zur Verlegung des Rabbinatssitzes nach Heilbronn. An jüdischen Vereinen bestand der Wohltätigkeitsverein Chewra Zedokoh (1924 noch 8 Mitglieder) sowie die Stiftungspflege und die Israelitische Friedhofverwaltung (1924 jeweils 8 Mitglieder)
   
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es verschiedene Handlungen/Gewerbebetriebe im Besitz jüdischer Familien. Alle drei Schildwirtschaften des Dorfes gehörten damals jüdischen Familien, gleichfalls zwei der drei örtlichen Krämereien sowie zwei Handlungshäuser. Es gab auch jüdische Handwerker (zwei Metzger, ein Bäcker, ein Tuchmacher). Viele der Familien hatten auch eine kleine Landwirtschaft.
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde David Kaufmann (geb. 14.7.1885 in Affaltrach, gef. 9.9.1914) und Heinrich Levi (geb. 23.2.1874 in Affaltrach, gef. Oktober 1918; Levi war mit seinen sechs Brüdern an der Front gestanden, vgl. Artikel unten). Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde sowie auf dem Gefallenendenkmal auf dem jüdischen Friedhof. Mehrere der Kriegsteilnehmer kamen mit hohen Auszeichnungen zurück. Im Ersten Weltkrieg ist außerdem gefallen: August Thalheimer (geb. 28.9.1893 in Affaltrach, vor 1914 in Stuttgart-Bad Cannstatt wohnhaft, gef. 19.12.1914). 
  
Um 1924, als noch 21 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden, waren die Vorsteher der Gemeinde ( seit Verbindung der der Gemeinde Eschenau: "Jüdische Gemeinde Affaltrach-Eschenau") Hermann Berliner und Heinrich Levi I. Inzwischen hatte die jüdische Gemeinde keinen eigenen Lehrer mehr. Lehrer Berthold Levi aus Öhringen erteilte den Kindern am Ort den Religionsunterricht. 1932 war Gemeindevorsteher Heinrich Levi III. Den Religionsunterricht der beiden schulpflichtigen jüdischen Kinder erteilte Lehrer Kulb aus Öhringen.  
  
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handelsbetrieben im Besitz jüdischer Personen sind bekannt: Manufaktur- und Aussteuergeschäft Hugo Levi (Weiler Straße 4), Viehhandlung und Immobilien Heinrich und Aron Levi (Eichelberger Straße 6).    
  
1933 lebten noch 19 jüdische Personen in Affaltrach. Trotz der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien sowie der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen zunächst nur wenigen von ihnen in den folgenden Jahren den Ort. Am 8. November 1938 wurde den jüdischen Geschäftseigentümern der Zutritt zu ihren Geschäften verboten, die Schlüssel beschlagnahmt. Beim Novemberpogrom 1938 kam es zu schweren Ausschreitungen, insbesondere durch Weinsberger SA-Leute: die jüdischen Wohnungen wurden überfallen und die Einrichtungen zerschlagen ("Kein Tasse war mehr ganz!"), jüdische Männer verprügelt, verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. Über die Ereignisse um die Synagoge siehe unten. 1939 mussten die letzten jüdischen Einwohner im Haus von Hugo Levi (Weiler Straße 4) zusammenziehen, die anderen jüdischen Häuser mussten zwangsverkauft werden. Zwischen 1941 und 1943 wurden die letzten sechs jüdischen Einwohner deportiert, darunter Hugo Levi und seine Frau sowie Ernst Selz und seine Frau Civie. Ernst Selz war mehrfach ausgezeichneter Unteroffizier aus dem Ersten Weltkrieg.       
  
Von den in Affaltrach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emanuel Grünwald (1880), Ludwig Grünwald (1871), Benedikt Kaufmann (1880), Isak Kaufmann (1860), Karoline Kirchhausen geb. Kaufmann (1863), Albert Levi (1883), Hugo Levi (1876), Hugo Levi (1883), Aron Lindner (1883), Mina Mann geb. Rothschild (1885), Paula Nussbaum geb. Thalheimer (1900), Rosa Rothschild geb. Lindner (1876) Ernestine Schwab geb. Lindner (1878), Civie Selz geb. Bodganow (1895), Ernst Selz (1895), Sigmund Selz (1888), Arthur Thalheimer (1890), August Thalheimer (1884).  
     
     
     
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
Anzeige von Lehrer Samuel Spatz - Stellegesuch für seinen Bruder (1891)   

Affaltrach Israelit 06041891.jpg (41781 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. April 1891: "Stellegesuch. Suche für meinen 18jährigen Bruder, der die Metzgerei erlernt hat und auch ausgezeichnete Schulbildung besitzt, eine Stelle bei einem Metzger oder Viehhändler, womöglich in Süddeutschland. Affaltrach in Württemberg. Lehrer Spatz."   

   
Beitrag - vermutlich von Lehrer Samuel Spatz - zu Änderungen der israelitischen Kirchenverfassung in Württemberg (1901)  

Affaltrach Israelit 21031901.jpg (227457 Byte)

Affaltrach Israelit 21031901a.jpg (151516 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1901 mit Vorschlägen zur Änderung der israelitischen Kirchenverfassung in Württemberg. Der Beitrag wird nicht abgeschrieben, da er keine direkten Bezüge zur jüdischen Geschichte in Affaltrach enthält. Bei Interesse: zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken. 


Beitrag von Lehrer Samuel Spatz über "Württembergische Schulsorgen" (1901)   

Affaltrach Israelit 20111902.jpg (206146 Byte) Affaltrach Israelit 20111902a.jpg (306759 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. November 1902: Der Beitrag wird nicht abgeschrieben, da er keine direkten Bezüge zur jüdischen Geschichte in Affaltrach enthält. Bei Interesse: zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken.     


Abschiedsfeier für Lehrer Samuel Spatz (1904; Ehrenbürger in Affaltrach)   
Samuel Hirsch Spatz war von 1887 bis 1904 Lehrer in Affaltrach. Er ist am 10. August 1867 in Freudental als Sohn eines Viehhändlers geboren und hatte von 1884 bis 1887 am Lehrerseminar in Esslingen studiert. Nach seiner Zeit in Affaltrach war er von 1904 bis 1933 Lehrer in Rexingen (zuletzt als Oberlehrer). Er war verheiratet mit Sofie geb. Levi. Er wohnte bis zu seinem Tod am 3. Juni 1935 in Stuttgart-Vaihingen und ist im Israelitischen Teil des Pragfriedhofes beigesetzt.  

Affaltrach Israelit 17101904.jpg (157313 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1904: "Abschiedsfeier. Herr Lehrer Spatz verabschiedete sich am vorletzten Sabbat von Affaltrach, um nach Rexingen zu ziehen. Schon einige Tage vorher scharten sich trotz des schlechten Wetters eine stattliche Anzahl Kollegen des Bezirks Weinsberg um ihn und feierten ihn als lieben Kollegen, schätzbaren Berater und treuen Freund. Vor einigen Tagen nun bereitete die israelitische Gemeinde dem Scheidenden einen schönen Abschied, dem ein Ständchen von Seiten des Liederkranzes vorausging. Schultheiß Frank betonte, dass Herr Spatz nun 16 Jahre in Affaltrach als Lehrer weile und sich um die politische Gemeinde viele Verdienste erworben habe, was schon daraus hervorgehe, dass die Gemeinde sich veranlasst sah, Herrn Spatz schon nach wenigen Jahren seiner Tätigkeit hier das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Herr Levi sprach den Dank der israelitischen Gemeinde aus und überreichte Herrn Spatz einen silbernen Pokal als bleibendes Andenken. Hierauf sprachen noch als Vertreter der anderen Konfessionen Herr Pfarrer Lachenmeier und Herr Pfarrverweser Lohmiller. Im Namen der Lehrerschaft Affaltrachs schilderte Schulamtsverweser Heiß den Scheidenden als Mann des Friedens, dem die Standesehre sehr am Herzen lag. Wiederholt dankte der Scheidende gerührt für all das Liebe und Gute, das er in Affaltrach genießen durfte; Affaltrach sei ihm zur Heimat geworden, die er nie vergessen werde."  

    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Antisemitischer Vorfall in Affaltrach 1899 vor Gericht   

Affaltrach AZJ 24021899.jpg (192602 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Februar 1899: "Heilbronn, 19. Februar (1899). Eine antisemitische Rohheit fand am 11. dieses Monats vor der Strafkammer des Landgerichts ihre teilweise Sühne. Am Sonntag, den 30. Oktober vorigen Jahres, abends nach 8 Uhr, zogen die Heilbronner Kaufleute Schurr, Rapp und Nollenberger durch Affaltrach. Dabei riefen sie die rohesten Beleidigungen gegen die Juden aus. (Da stinkt's nach Juden, muffiges Israel! Etc.). Vor dem Geschäft der Gebrüder Levi trat Hugo Levi den Ruhestörern entgegen und wies mit einer Peitsche einen Angriff ab. Bernhard Levi, der nun aus dem Laden trat, um nach der Ursache des Lärms zu sehen, wurde nach kurzem Wortwechsel in rohester Weise niedergeschlagen und roh misshandelt. Erst dem herbeieilenden Schullehrer Spatz gelang es, die Burschen zu vertreiben und einen derselben festzunehmen. Bernhard Levi, ein ruhiger, braver, geachteter Bürger, Veteran aus den Jahren 1866 und 1870, wurde bewusstlos in seine Wohnung gebracht. Der Arzt stellte zahlreiche Wunden an Kopf, Gesicht, Beinen etc. fest. Die Kopfwunden entstammten kantigen Werkzeugen. Der Misshandelte war 5 Tage lang genötigt, das Bett zu hüten, und etwa 14 Tage im Geschäft gehindert. Die von der königlichen Amtsanwaltschaft Weinsberg erhobene Klage wurde am 30. Oktober 1898 vom Schöffengericht Weinsberg verhandelt. Sonderbarerweise war die Anklage nur wegen Körperverletzung und nicht auch wegen groben Unfugs erhoben, und noch unbegreiflicherweise erfolgt – Freisprechung. In den Urteilsgründen wurde ausgeführt: Den Angaben der Angeklagten sei kein Wert beizumessen, Notwehr habe auch nicht vorgelegen, die Handlung sei eine rohe gewesen – aber wegen der Nacht seien von den Zeugen bestimmte Wahrnehmungen durchs Auge nicht gemacht worden. Es sei von keinem Zeugen mit Sicherheit angegeben worden, dass er gesehen habe, Dieser oder Jener habe geschlagen. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Berufung. Inzwischen hatte Lehrer Spatz, als Vorsitzender des israelitischen Kirchenvorsteheramts Affaltrach die Staatsanwaltschaft Heilbronn gebeten, auch wegen der Beleidigung der jüdischen Einwohner Affaltrach vorzugehen. Es ist aber bis heute in der Richtung nichts erfolgt. Dagegen verurteilte die königliche Strafkammer Heilbronn die drei Angeklagten am 11. Februar dieses Jahres wegen Körperverletzung je zu 14 Tagen Gefängnis, einer Buße und Tragung der Kosten 1. und 2. Instanz. Der Staatsanwalt hatte 4 Wochen beantragt und als erschwerend die ungerechtfertigte, große Beschimpfung der Israeliten bezeichnet, mit dem Hinweis, es liege die begründete Vermutung vor, dass wohl die Angeklagten Mitglieder des antisemitischen deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes, Ortsgruppe Heilbronn, seien. Die Strafkammer trat dieser Anschauung bei, gewährte jedoch in Anbetracht des jugendlichen Alters der Angeklagten mildernde Umstände."

   
  
Berichte über Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Zum Tod von Frummet Gutkind (1884)      

Steinbach Ufr Israelit 18041884.jpg (269486 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1884: "NekrologSteinbach bei Lohr am Main, den 16. März (1884). Wiederum hat der unerbittliche Todesengel eine edle Seele ihrer irdischen Hülle entführt. Am 10. Adar verschied dahier Frau Frummet Gutkind in ihrem 90. Lebensjahre. Sie war zu Niederstetten geboren, zu Affaltrach verheiratet und wohnte sei den letztern Jahren hier, um den Abend ihres Lebens im Hause ihrer Tochter zuzubringen. Mit der Verblichenen sank ein echtes jüdisches Weib in Grab, dessen erhabenen Tugenden und edlen Eigenschaften es verdienen, in weiteren Kreisen bekannt gemacht zu werden. Schon in frühester Jugend wurde sie für die Wahrhaftigkeit und Heiligkeit unserer Religion empfänglich gemacht. Sowohl im Hause ihrer Großeltern, als im Hause ihrer Eltern war der reine ungeschminkte Torageist heimisch. Solange die Kinder unmündig, waren ständige Hauslehrer engagiert, welche der ganzen Familie den lautern Born unserer heiligen Religion erschlossen und sie mit dem Wesen und der Bedeutung der göttlichen Gebote bekannt und vertraut machten. Das patriarchalische Leben unserer Stammeltern, hatte sich treulich in ihrem Hause abgespiegelt. Die Eltern waren überall das leuchtende Vorbild, und die Kinder hatten keinen anderen Wunsch, als den gelebten Eltern nachzuleben. Eine solche Erziehung kann und muss für die Beteiligten gute Früchte reifen, und ich darf gestehen, die Aussaat war bei der nunmehr Verklärten auf keinen unfruchtbaren Boden gefallen. Der reiche Schatz an Gotteserkenntnis und Gottesfurcht, den sie in ihrem Elternhause aufgenommen, er hat sich während ihres Lebens zur herrlichen Blüte entfaltet. Zu jeder Zeit, in jeder Lage hatte sie Gott vor Augen. Sie mag im Glücke sich gesonnt haben, oder von harten Schicksalsschlägen - und solche blieben ihr nicht erspart - getroffen worden sein, immer und überall erkannte sie den Vater aller Geschicke, die weise Leitung der himmlischen Vorsehung. Jede Regung der Freunde, jede Zuckung des Schmerzes war Gott geweiht, den sie so sehr geliebt und dessen heilige Gebote mit der größten Gewissenhaftigkeit und genauester Pünktlichkeit zu erfüllen bestrebt war. Tagtäglich verweilte sie stundenlang in der Synagoge, um daselbst ungestört ihr aufrichtiges Gebet zum Allvater empor zu senden. Sie versäumt es nicht, regelmäßig Psalmen zu sagen, in ihrem ... und anderen jüdisch-deutschen Büchern zu lesen, und diese Beschäftigung zog sie der besten Unterhaltung vor. Auf den Ewigen setz deine Hoffnung, Er wird dich versorgen, war ihr Wahlspruch. Stets - erzählte sie häufig - habe ich mein Schicksal Gott anheimgegeben, und immer - setzte sie unter Tränen hinzu - hat er mich erhört und mir geholfen. - Aber diese tiefernste Gottesfurcht war es nicht allein, von der sie erfüllt war, auch die ungeheuchelte, edle Menschenliebe sag ihr warm im Herzen. Freundlich und gefällig gegen Jeden, war sie besonders den Armen sehr zugetan. Gleich dem Hause unseres Erzvaters Abraham war das ihrige der Armut geöffnet. Hier hielten alle an, hier rasteten sie, hier legten sie ihr Gepäck nieder und hier erfreuten sie sich der besten Aufnahme und Bewirtung. Keiner verließ hungrig ihre Schwelle, und nicht nur leibliche Nahrung spendete sie, sondern auch Worte der Hoffnung und des Trostes gab sie dem Wanderer mit auf den Weg, sodass alle leichten Herzens das Haus verließen.   
Bekunden schon diese Tugenden den hohen Adel ihrer Gesinnung, so kamen ihr noch tiefe Demut und Bescheidenheit zustatten, um sich bei Verwandten und Bekannten, Israeliten wie Nichtisraeliten, beliebt zu machen. Kinder wie Erwachsenen unterhielten sich gern mit ihr, sie wusste Jeden durch ihr feines Benehmen anzuziehen und zu gewinnen. Kein Wunder also, wenn der Tod der Dahingeschiedenen allgemeine Trauer veranlasst hat. Jeder, zu dem die Kunde von ihrem plötzlichen Ableben drang, eilte herbei, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Ihr einziger Wunsch, Gott möge ihr kein langes Krankenlager bescheiden, ging in Erfüllung. Ohne vorherige Krankheit fühlte sie abends ihr Ende herannahen, segnete ihre Töchter, reichte ihr die Hand, wie zum Abschiede, sagte alle Sterbegebete selbst mit und schlummerte dann sanft und ruhig hinüber ins bessere Jenseits. Dort wird sie nun den reichlichen Lohn ihres tugendhaften Lebens genießen. Möge der Allgütige uns und Allen, die um die Hingeschiedene trauern, himmlischen Trost senden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."    

   
Trauung der Tochter des aus Affaltrach stammenden Staatsschatzmeisters von Indiana Leopold Levi (1900)  

Affaltrach Israelit 15031900.jpg (134733 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1900: "Affaltrach. Ein großer ‚Kiddusch haschem’ war die am 16. Januar dieses Jahres erfolgte Trauung der einzigen Tochter des Staatsschatzmeisters Leopold Levi von Indiana. Der Trauung im Tempel zu Indianapolis wohnten der Gouverneur des Staates und die höchsten Beamten bei. 
Der ‚Treasurer of State of Indiana" Leopold Levi stammt von hier. Ein Bruder desselben lebt noch hier. Leopold Levi ist 62 Jahre alt, Er bekleidete schon einige Male Staatsämter in Indiana. Einer illustrierten Zeitung aus Indiana, die Levis Bild und Biographie brachte, entnehmen wir: Eine außerordentliche Ehre für alle Hebräer der Vereinigten Staaten ist die mit großer Stimmenmehrheit erfolgte Wahl des Leopold Levi zum Staatsschatzmeister von Indiana. Levi war früher schon Staatsgefängnisdirektor, Stadtrat von Huntington, Senator. Daneben war er Vorsteher einer jüdischen Gemeinde in Huntington, Indiana. 
Levi wird für die nächste Wahlperiode keinen Gegenkandidaten haben. So vorzüglich hat er in der laufenden Periode die Finanzgeschäfte des Staates geleitet, dass der Gouverneur ihm seine ganz besondere Anerkennung in der Vorrede zur diesjährigen Rechnungsablage des Staates ausdrückt. Dabei hat Levi keine andere Schule, als die hiesige israelitische Volksschule besucht. Sein Lebenslauf macht nicht nur dem Judentum, sondern auch der jüdischen Volksschule und ihrem dermaligen Lehrer, dem frommen und gelehrten Samuel Selz seligen Andenkens alle Ehre."  

   
Im Schwurgericht gibt es mehrere jüdische Geschworene (1903)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. April 1903: "Affaltrach, 5. April (1903). In Nr. 26 des 'Israelit' dieses Jahres wird aus Ellwangen die erfreuliche Tatsache berichtet, dass auch beim dortigen Schwurgericht ein Israelite ausgelost wurde. Jüdische Geschworene sind übrigens im toleranten Württemberg keine Seltenheit. Für das Heilbronner Schwurgericht werden fast in jeder Saison jüdische Geschworene beigezogen. Ganz besonders zeichnet sich in der Hinsicht der Bezirk Weinsberg aus. Kaufmann und Kirchenvorsteheramts-Mitglied Moritz Lindau und Kaufmann Albert Grünwald, beide in Affaltrach, waren mehrmals Geschworene. Zur Zeit üben Kaufmann und Kirchenvorsteheramts-Mitglied Karl Bamberger von hier und das Kirchenvorsteheramts-Mitglied unserer Nachbargemeinde Lehrensteinsfeld, Handelsmann Marx Falk, dieses Ehrenamt in Heilbronn aus."  

   
Über Hanna (Hannchen) Levi - ihre acht Söhne waren Weltkriegsteilnehmer (1924) - zu ihrem 80. Geburtstag (1927) und zu ihrem Tod (1931)   

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 8. Mai 1924: "M. L., Aschaffenburg. Wie sie uns mitteilen, hatte Ihre Mutter, Frau Hannchen Levi in Affaltrach in Württemberg, gleichzeitig acht Söhne im Felde, von denen der Älteste gefallen ist. Diese Tatsache zeigt wieder einmal die Pflichterfüllung der deutschen Juden im Kriege und möge den leichtfertigen Verleumdungen unserer Gegner ein guter Gegenbeweis sein."     
  
Affaltrach CV 23101927.jpg (18081 Byte) Meldung in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 23. Oktober 1927: "Frau Hanna Levi (Affaltrach in Württemberg), deren sieben Söhne im Weltkriege an der Front gedient haben, feiert am 26. Oktober ihren 80. Geburtstag". 
  
Affaltrach CV 17041931.jpg (32273 Byte)Meldung in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 17. April 1931: "Am 4. April starb in Affaltrach (Württemberg) Frau Hannchen Levi im Alter von 83 1/2 Jahren, deren sieben Söhne am Weltkriege teilnahmen; von ihnen wurden mehrere verletzt, einer fiel in Frankreich. Ihr Gatte Bernhard Levi hatte die Kriege 1866, 1870 mitgemacht. Ehre ihrem Andenken!"

   
August und Bertha Thalheimer  

Affaltrach AThalheimer.jpg (10253 Byte)

Affaltrach Buch Thalh.jpg (76425 Byte)

      

August Thalheimer (1884-1948), geboren in Affaltrach, Sohn einer
 jüdischen Kaufmannsfamilie. Nach Studium der Sprachwissenschaft und 
der Völkerkunde aktiv in der SPD (Redakteur, Spartakusgruppe); 1918
 Gründungsmitglied der KPD und Mitglieder der Zentrale, Parteitheoretiker;
 1923-1928 in Moskau als Dozent am Marx-Engels-Institut; nach 1933 Exil 
in Frankreich und Kuba, wo er 1948 starb. Weiteres zu ihm siehe
  Wikipedia-Artikel (von hier auch das Foto). 
Bertha Thalheimer verh. Schöttle (1883-1959), geboren in
 Affaltrach, Schwester von August Thalheimer (siehe links), 
hatte früh Kontakte mit Persönlichkeiten der SPD-Linken; 
1918 Gründungsmitglied der KPD; blieb nach 1933 mit ihrem
 nichtjüdischen Ehemann, 1943 deportiert, überlebte jedoch -
 gesundheitlich schwer angeschlagen - das Ghetto Theresienstadt.
 Weiteres zu ihr siehe Wikipedia-Artikel.      

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
  
Henle Levy sucht für einen Sohn einen Stelle als Bäcker (1860)      

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. März 1860: "Bäckerstelle-Gesuch. Ein junger Mann, der seine 3-jährige Lehre vollendet und bereits 1 Jahr als Geselle bei seinem Lehrmeister gearbeitet, tritt bis Ostern aus und hat die empfehlendsten Zeugnisse aufzuweisen, wünscht beim Antritt der Wanderschaft weiter bei einem israelitischen Meister, wo am Samstag geruhet wird, platzier zu werden. Reflektierende Meister werden gebeten, sich an den Vater Henle Levy in Affaltrach, Oberamts Weinsberg in Württemberg zu wenden."      

    
    
Sonstiges    
   
Erinnerung an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert  - Grab von Bernhard Forchheimer aus Affaltrach in New Orleans     
Anmerkung: das Foto wurde von Rolf Hofmann (Stuttgart) im April 1994 im 1860 eröffneten Hebrew Rest Cemetery in New Orleans, 2100 Pelopidas at Frenchman Street, near Elysian Fields and Gentilly Blvd., aufgenommen im April 1998)           

Grabstein im "Hebrew Rest Cemetery" in New Orleans für: 
"Bernhard Forchheimer, born in Affaltrach, Württemberg, Germany. Feb. 18, 1844, died June 20, 1919. 
Emma Marx Forchheimer, born in Waibstadt, Baden, Germany  July  21,1846  died Sept. 1, 1922.  
Bettina Dreifus Forchheimer  March 18, 1886,  August 1, 1955.  
Isidore Forchheimer
June 13, 1874  Aug. 3, 1956."                         

 
    
    
     

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge     
   
1701 wird eine Synagoge ("Judenschul") genannt, wobei es um einen Betsaal in einem jüdischen Wohnhaus gehandelt haben wird. 1737 befand sich ein solcher Betsaal im Haus des Lemble, da in jenem Jahr Hirsch Lazarus für 150 Gulden von Lemble die "halbe Synagog" erwarb, für die die Juden spätestens 1738 auch eine jährlich Abgabe an die Grundherrschaft entrichten mussten. In dieser Zeit benutzten auch die Eschenauer Juden die Affaltracher Synagoge. Aus den Jahren 1751 bis 1756 gibt es mehrere Verträge zwischen den beiden Gemeinden über die gemeinsame Nutzung der Synagoge. Diese Verbindung mit den Eschenauer Juden dauerte trotz mancher Differenzen bis zur Errichtung einer eigenen Synagoge in Eschenau im Jahre 1797. 1788 waren bereits 22 jüdische Familien einschließlich der Witwen in Affaltrach ansässig. 
  
1820 bis 1824 wurde die damals vorhandene Synagoge (es ist unklar, ob sich sich noch um denselben Betsaal wie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts handelte) mit einem Kostenaufwand von 700 Gulden vergrößert und eine Frauenempore eingerichtet. Der Standort dieser alten Synagoge war in einem zweistockigen Haus schräg gegenüber der späteren Synagoge "an der unteren Gasse" beziehungsweise "an der Straße nach Weiler". Das Haus gehörte zu einem Drittel der Familie Grünwald und zu zwei Dritteln der jüdischen Gemeinde. Das Gebäude befand sich freilich wenige Jahre später in so baufälligem Zustand, dass eine Renovierung nicht mehr möglich war. Die unter der Synagoge wohnende Familie lebte bei Sturm stets "sehr in Ängsten". 1844 musste diese alte Synagoge aus baupolizeilichen Gründen geschlossen werden. Ein Neubau war unumgänglich. Bis dieser verwirklicht werden konnte, besuchten die Affaltracher Juden einige Jahre die Gottesdienste in Eschenau. Den Eschenauer Juden wäre bei der Neuordnung der israelitischen Religionsgemeinden in Württemberg 1832 fast der eigene Gottesdienst gestrichen worden. Sie waren der Affaltracher Gemeinde zugeordnet worden, konnten jedoch nach Protesten 1834 die Genehmigung eines "provisorischen Filialgottesdienstes" erreichen. 
  
1850/51 wurde nach Plänen des Weinsberger Oberamtswerkmeisters Bürk eine neue Synagoge in der Unteren Gasse erstellt. In ihr waren auch ein Schulraum, eine Lehrerwohnung und ein rituelles Bad eingerichtet. Die Einweihung am 28. November 1851 wurde ein Festtag für die ganze Gemeinde Affaltrach. Die Synagoge war als zweigeschossiger Backsteinbau mit Walmdach errichtet worden, der Synagogenraum in der östlichen Hälfte ging über zwei Stockwerke. Eine an drei Seiten umlaufende Empore, die noch erhalten ist, wurde von ornamentierten Stützen getragen. Die Fenster des Obergeschosses zeigen Rundbogenabschlüsse mit aufwändigen Holzunterteilungen (Vierpässe und Kleeblattbögen). Die Fensterbrüstungen weisen Reliefs mit geometrischen Mustern auf, von Werkmeister Bürk als "byzantinisches Schnitzelwerk" bezeichnet. Die Synagoge kostete etwa 5.000 Gulden. Ihre Finanzierung war für die damals 30 jüdischen Familien am Ort sehr schwierig, zumal mehrere der Familien von der Unterstützung der übrigen lebten. Der Verkauf des alten Synagogengebäudes erbrachte nur noch 200 Gulden; durch freiwillige Beiträge der besser bemittelten Gemeindeglieder wurden 1.500 Gulden gesammelt. Zwar versuchte man noch durch eine Kollekte bei anderen Gemeinden einige Gulden zu sammeln, doch musste die Gemeinde am Schluss dennoch ein Darlehen von mindestens 2.500 Gulden aufnehmen, das es in den folgenden Jahren abzutragen galt. 
 
Bis in die 1920er-Jahre war die Synagoge gottesdienstliches Zentrum der jüdischen Gemeinde. Seit etwa 1900 kamen auch die noch in Eschenau lebenden Juden zum Gottesdienst in der Nachbarort. Die Synagoge in Eschenau wurde damals geschlossen. Dadurch konnten vier Torarollen verkauft werden:

Affaltrach Israelit 30111903.jpg (41157 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1903: "Zufolge Vereinigung der Gemeinden Affaltrach und Eschenau haben wir vier entbehrliche Tora-Rollen (ohne Garantie) zu verkaufen und sehen eventuellen Angeboten entgegen. Israelitisches Kirchenvorsteheramt: Spatz, Vorsitzender. Affaltrach (Württemberg)."

Seit Ende der 1920er-Jahren konnte in der Affaltracher Synagoge kein regelmäßiger Schabbatgottesdienst mehr stattfinden, da es immer schwieriger geworden war, die für den Gottesdienst nötige Zehnzahl der Männer zusammen zu bekommen. Nach dem Tode von Heinrich Levi 1935 wurden noch vereinzelt kleinere Gottesdienste gefeiert, an denen manchmal nur zwei bis drei Männer teilnahmen. 
 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von Weinsberger SA-Leuten schwer demoliert. Fenster, Bänke, Schränke und ein Kronleuchter wurden zerstört, ebenso Fensterscheiben und Einrichtungen jüdischer Wohnungen und Geschäfte. Im Oktober 1942 verkaufte die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland das Gebäude für 4.000 RM an die Gemeinde Affaltrach. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude für unterschiedliche Zwecke verwendet, unter anderem als Unterbringung polnischer Kriegsgefangener. Nach 1945 wurde das Synagogengebäude als Lagerraum und für Wohnzwecke genutzt. Eine Holzdecke wurde auf Höhe der Frauenempore eingezogen und ein Treppenaufgang eingebaut. Zeitweise nützten auch Vereine den Raum.  
 
Als das Gebäude zusehends baufälliger wurde und ein Abriss drohte, konstituierte sich 1983 ein "Freundeskreis der Synagoge Affaltrach" mit dem Ziel, die ehemalige Synagoge als Kulturdenkmal zu erhalten. Zwei Jahre später konnte der "Verein zur Erhaltung der Synagoge Affaltrach e.V." gegründet werden. Seinem Engagement und dem Einsatz des Landkreises, der das zweckentfremdete Gebäude renovieren ließ, sowie der Unterstützung durch die Gemeinde Obersulm ist es zu verdanken, dass die ehemalige Synagoge einer würdigen und sinnvollen Nutzung zugeführt werden konnte. Die Restaurierung als Dokumentationszentrum der jüdischen Geschichte und Religion in Kreis und Stadt Heilbronn wurde 1988 abgeschlossen, das "Museum Synagoge Affaltrach" im Mai 1989 eingeweiht. Auch das rituelle Bad wurde wieder hergerichtet.
  
  
  
Fotos 
Plan und historische Fotos 
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932. S. 52; Plan und Foto rechts in: M. Ritter, Die Synagoge s. Lit. S. 18.40):

Affaltrach Plan 006.jpg (85504 Byte) Affaltrach Synagoge 001.jpg (91313 Byte) Affaltrach Synagoge 191.jpg (46091 Byte)
Lage der alten (1) und der 
neuen (2) Synagoge  
Die Synagoge 
um 1930 
Vorsänger Erich Levi in der 
Affaltracher Synagoge 1930/31

   
Fotos nach 1945/Gegenwart:  
Quelle für die Farbfotos: http://www.rso.hn.bw.schule.de/synagoge.htm außer Farbfoto mit Baum, dieses von Homepage der Gemeinde Obersulm: hier anklicken)

Fotos Ende 1983:
(Fotos: Hahn) 
 Affaltrach Synagoge 201.jpg (62331 Byte)  Affaltrach Synagoge 200.jpg (78968 Byte)  
  Die ehemalige Synagoge vor der Renovierung
   
Fotos 1987 während der Restaurierung
(Fotos: R. Rasemann) 
Affaltrach Synagoge 300.jpg (95460 Byte) Affaltrach Synagoge 301.jpg (89092 Byte)
         
      
Fotos nach abgeschlossener Restaurierung:   
Affaltrach Synagoge01.jpg (15945 Byte)  Affaltrach Synagoge02.jpg (14684 Byte)  Affaltrach Synagoge03.jpg (7270 Byte)
Ehemalige Synagoge 
Affaltrach
Blick zum ehemaligen 
Toraschrein
Tapisserie vor dem ehemaligen Toraschrein
 (Detail). Künstlerin: Ingeborg Schäffler-Wolf
     
Fotos vom Mai 2002:
Affaltrach Synagoge 211.jpg (41362 Byte) Affaltrach Synagoge 212.jpg (39288 Byte) Affaltrach Synagoge 210.jpg (46338 Byte)
Veranstaltung mit jüdischem Referenten (Schuldirektor i.R. Meir Brohm, Jerusalem) in der ehemaligen Synagoge:
 Fortbildungsveranstaltung für Lehrer/-innen
    
Fotos 2003/05:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.9.2003 und 19.3.2005*)
   
Affaltrach Synagoge 281.jpg (39228 Byte) Affaltrach Synagoge 280.jpg (41612 Byte) Affaltrach Synagoge 283.jpg (30417 Byte)
Die ehemalige Synagoge* Architektonisches Detail*
   
Affaltrach Synagoge 153.jpg (66328 Byte) Affaltrach Synagoge 154.jpg (66149 Byte) Affaltrach Synagoge 152.jpg (41185 Byte)
Hinweistafel Der Eingangsbereich Eingang zur Mikwe
       
Ein besonderes Ereignis 2007 
(Quelle: Die Brücke. Informationsbrief 
der Gesellschaft für christlich-jüdische
 Zusammenarbeit Stuttgart 
Nr. 4/2007 S.11)
Affaltrach 200718.jpg (109651 Byte)    
  Nach über 80 Jahren wurde am 21. Juli
 2007 erstmals wieder eine 
Bar Mizwa-Feier abgehalten
  
     
     
Fotos 2010 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.3.2010)
     
Affaltrach Synagoge 290.jpg (100530 Byte) Affaltrach Synagoge 291.jpg (86355 Byte) Affaltrach Synagoge 292.jpg (79941 Byte)
Außenansichten der ehemaligen Synagoge   In der Synagoge: Erläuterungen 
durch Martin Ritter  
 
     
Affaltrach Synagoge 293.jpg (80355 Byte) Affaltrach Synagoge 294.jpg (81837 Byte) Affaltrach Synagoge 295.jpg (62010 Byte)
Martin Ritter zeigt anhand von Fotos 
den früheren Zustand des Gebäudes
Blick in den früheren Betraum 
nach Westen
Blick zur 
ehemaligen Frauenempore
     
Affaltrach Synagoge 296.jpg (80358 Byte) Affaltrach Synagoge 297.jpg (73738 Byte) Affaltrach Synagoge 298.jpg (63696 Byte)
Torarolle mit Toraschmuck Verschiedene Dokumente Zedaka-Büchse
     
Affaltrach Synagoge 299.jpg (53567 Byte) Affaltrach Synagoge 300.jpg (56224 Byte) Affaltrach Synagoge 301.jpg (64803 Byte)
Das Tauchbecken der ehemaligen Mikwe (rituelles Bad) in der Küche der 
ehemaligen Lehrerwohnung 
   
     
Affaltrach Synagoge 302.jpg (80917 Byte) Affaltrach Synagoge 303.jpg (68218 Byte) Affaltrach Synagoge 304.jpg (55118 Byte)
Blick von der ehemaligen Frauenempore
 in den Betsaal
Blick über die 
ehemalige Frauenempore 
Ausstellungsräume in der
 früheren Lehrerwohnung 
      
Affaltrach Synagoge 305.jpg (45830 Byte) Affaltrach Synagoge 306.jpg (85842 Byte) Affaltrach Synagoge 307.jpg (93966 Byte)
   In der Ausstellung finden sich 
auch zahlreiche rituelle Gegenstände,
 Gebetbücher u.a.m.  
Eingänge zum Synagogengebäude (rechts 
zum ehemaligen Betsaal der Männer, links 
zur Frauenempore und zur Schule)
Eingang 
zur früheren Mikwe 
  
      
     

      
      
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Juni 2014: Verlegung von "Stolpersteinen" in Affaltrach  
Artikel in swr.de vom Juni 2014: "Aktion "Stolpersteine" in Heilbronn und Obersulm Goldene Wackersteine erinnern
Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat am Dienstag in Heilbronn und Obersulm-Affaltrach erneut sogenannte Stolpersteine verlegt. Die in den Boden eingelassenen Steine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus; in Affaltrach speziell an zwei ehemalige jüdische Mitbürger der Gemeinde..."  
Link zum Artikel      
Hinweis: die in der Ortsmitte verlegten "Stolpersteine" erinnern an den Kaufmann Ernst Selz und seine Frau Civia.    

   
    

Links und Literatur 

Links:

Website der Gemeinde Obersulm   
Website des Freundeskreises ehemalige Synagoge Affaltrach e.V. www.synagoge-affaltrach.de   
Infoseite zum Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e.V. (interner Link): hier anklicken 
Seite zum jüdischen Friedhof Affaltrach (interner Link)  
Affaltrach Buch 001.jpg (95243 Byte) Affaltrach MRitter.jpg (45043 Byte) 
Buchautor Martin Ritter
Quelle: Presseartikel s.u.* 

 Literatur:

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 25-26.  
Pinkas Hakehillot. Encyclopaedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany. Württemberg - Hohenzollern - Baden. Ed. Joseph Walk. Hg. von Yad Vashem. Jerusalem 1986 (hebräisch) S. 46-48.  
Wolfram Angerbauer/Hans Georg Frank: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn. 1986. S. 17-24 und 311-321.  
Wolfram Angerbauer: Zum Bau der Affaltracher Synagoge, in: Schwaben und Franken. Heimatgeschichtliche Beilage der "Heilbronner Stimme". Mai 1985.  
Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. 1987 S. 83ff.  
Wolfram Angerbauer: Synagoge Affaltrach. Museum zur Geschichte der Juden in Kreis und Stadt Heilbronn. Katalog. 1989.  
Martin Ritter: Der jüdische Friedhof Affaltrach. 1995. Pressebericht: hier anklicken.  
ders. (siehe Abb. oben): Die Synagoge in Affaltrach. 2001.   
ders.: Dokumentation jüdischer Friedhof Affaltrach.    
Familienblatt - family sheet Moritz Krailsheimer of Affaltrach and Stuttgart, compiled by Rolf Hofmann (interner Link)  

    
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Affaltrach  Wuerttemberg. Jews first settled in 1660 under the protection of the ruling Order of St. John and engaged in moneylending and moneychanging as well as limited trade in hides and cattle, peddling, and land dealings. In 1854 their population reached a peak of 190, thereafter declining sharply. A synagogue was built in 1851 and a Jewish elementary school was started in 1849. Relations with the local population were satisfactory until the Nazi era. On Kristallnacht (9-10 November 1938) the synagogue was vandalized but was not burned down. Jewish stores and homes were looted and impounded and Jews beaten. Of the 19 Jews there in 1933, four managed to emigrate by 1941. Four died in Affaltrach, four were deported and five of them perished. The fate of the others is unknown. In 1984 the building of the former synagogue was converted into a Jewish museum.  
   
     

                   
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Stand: 12. August 2014