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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Affaltrach (Gemeinde Obersulm, Landkreis
Heilbronn)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Affaltrach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938.
Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird
1588, dann 1600 ein Jude (Jud Gumprecht) am Ort genannt. Seit
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nahm der Johanniterorden in
Affaltrach einige jüdische Familien auf, sodass gegen Ende des Jahrhunderts
drei bis vier Familien am Ort waren (1683 die Juden Gutkind, Michel und
Jacob mit ihren Familien). Bis Mitte des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl
auf 17 Familien (1749), die ihre Einkünfte vom Handel mit Vieh,
Leder und Gütern sowie von kleineren Geldgeschäften hatten.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt:
1807 110 jüdische Einwohner, 1824 127 (13,6 % von insgesamt 935 Einwohnern),
1843 164, 1854 190, 1858 219, 1869 151, 1886 79, 1900 59 (8,2 % von 721),
1910 28 (3,7 % von 752). Zeitweise gehörten zur jüdischen Gemeinde Affaltrach auch die Eschenauer
Juden. Die Gottesdienste wurden immer wieder gemeinsam abgehalten. Viele jüdische
Bewohner Affaltrachs verzogen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Heilbronn,
als dort die Niederlassung von Juden wieder möglich war.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
israelitische Konfessionsschule (seit 1849), ein rituelles Bad und einen Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. An der jüdischen Schule wurden
1856 41 Kinder unterrichtet, danach ging die Zahl langsam zurück. Erste
israelitische Lehrer waren Moses Perlen (um 1847) und Samuel Selz (seit
1849); in Erinnerung blieb vor allem der von 1889 bis 1904 tätige Lehrer Samuel
Spatz, der zum Ehrenbürger Affaltrachs ernannt wurde. Die Gemeinde gehörte von
1832 bis 1867 zum Rabbinatsbezirk Lehrensteinsfeld
bis zur Verlegung des Rabbinatssitzes nach Heilbronn.
An jüdischen Vereinen bestand der Wohltätigkeitsverein Chewra Zedokoh
(1924 noch 8 Mitglieder) sowie die Stiftungspflege und die Israelitische
Friedhofverwaltung (1924 jeweils 8 Mitglieder)
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es verschiedene Handlungen/Gewerbebetriebe
im Besitz jüdischer Familien. Alle drei Schildwirtschaften des Dorfes gehörten
damals jüdischen Familien, gleichfalls zwei der drei örtlichen Krämereien
sowie zwei Handlungshäuser. Es gab auch jüdische Handwerker (zwei Metzger, ein
Bäcker, ein Tuchmacher). Viele der Familien hatten auch eine kleine
Landwirtschaft.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde David Kaufmann und
Heinrich Levi (der mit seinen sechs Brüdern an der Front bestanden hatte, vgl.
Artikel unten). Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde sowie
auf dem Gefallenendenkmal auf dem jüdischen Friedhof. Mehrere der
Kriegsteilnehmer kamen mit hohen Auszeichnungen zurück.
Um 1924, als noch 21 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden, waren die
Vorsteher der Gemeinde ( seit Verbindung der der Gemeinde Eschenau:
"Jüdische Gemeinde Affaltrach-Eschenau") Hermann Berliner und
Heinrich Levi I. Inzwischen hatte die jüdische Gemeinde keinen eigenen Lehrer
mehr. Lehrer Berthold Levi aus Öhringen erteilte den Kindern am Ort den
Religionsunterricht. 1932 war Gemeindevorsteher Heinrich Levi III. Den
Religionsunterricht der beiden schulpflichtigen jüdischen Kinder erteilte
Lehrer Kulb aus Öhringen.
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handelsbetrieben im Besitz
jüdischer Personen sind bekannt: Manufaktur- und Aussteuergeschäft Hugo Levi (Weiler
Straße 4), Viehhandlung und Immobilien Heinrich und Aron Levi (Eichelberger
Straße 6).
1933 lebten noch 19 jüdische Personen in Affaltrach. Trotz der
zunehmenden Entrechtung und der Repressalien sowie der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts verließen zunächst nur wenigen von ihnen in den
folgenden Jahren den Ort. Am 8. November 1938 wurde den jüdischen
Geschäftseigentümern der Zutritt zu ihren Geschäften verboten, die Schlüssel
beschlagnahmt. Beim Novemberpogrom 1938 kam es zu schweren
Ausschreitungen, insbesondere durch Weinsberger SA-Leute: die jüdischen
Wohnungen wurden überfallen und die Einrichtungen zerschlagen ("Kein Tasse
war mehr ganz!"), jüdische Männer verprügelt, verhaftet und in das KZ
Dachau verschleppt. Über die Ereignisse um die Synagoge siehe unten. 1939
mussten die letzten jüdischen Einwohner im Haus von Hugo Levi (Weiler Straße
4) zusammenziehen, die anderen jüdischen Häuser mussten zwangsverkauft werden.
Zwischen 1941 und 1943 wurden die letzten sechs jüdischen Einwohner deportiert,
darunter Hugo Levi und seine Frau sowie Ernst Selz und seine Frau Civie. Ernst
Selz war mehrfach ausgezeichneter Unteroffizier aus dem Ersten
Weltkrieg.
Von den in Affaltrach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emanuel Grünwald (1880),
Ludwig Grünwald (1871), Benedikt Kaufmann (1880), Isak Kaufmann (1860),
Karoline Kirchhausen geb. Kaufmann (1863), Albert Levi (1883), Hugo Levi (1876),
Hugo Levi (1883), Aron Lindner (1883), Mina Mann geb. Rothschild (1885), Paula
Nussbaum geb. Thalheimer (1900), Rosa Rothschild geb. Lindner (1876) Ernestine
Schwab geb. Lindner (1878), Civie Selz geb. Bodganow (1895), Ernst Selz (1895),
Sigmund Selz (1888), Arthur Thalheimer (1890), August Thalheimer
(1884).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Anzeige von Lehrer Spatz - Stellegesuch für seinen Bruder (1891)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. April 1891: "Stellegesuch.
Suche für meinen 18jährigen Bruder, der die Metzgerei erlernt hat und
auch ausgezeichnete Schulbildung besitzt, eine Stelle bei einem Metzger
oder Viehhändler, womöglich in Süddeutschland. Affaltrach in Württemberg.
Lehrer Spatz." |
Abschiedsfeier für Lehrer Samuel Spatz (1904; Ehrenbürger in Affaltrach)
Samuel Hirsch Spatz war von 1887 bis 1904 Lehrer in Affaltrach. Er
ist am 10. August 1867 in Freudental als
Sohn eines Viehhändlers geboren und hatte von 1884 bis 1887 am Lehrerseminar
in Esslingen studiert. Nach seiner Zeit in Affaltrach war er von 1904 bis
1933 Lehrer in Rexingen (zuletzt als
Oberlehrer). Er war verheiratet mit Sofie geb. Levi. Er wohnte bis zu seinem Tod
am 3. Juni 1935 in Stuttgart-Vaihingen und ist im Israelitischen Teil des
Pragfriedhofes beigesetzt.
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1904: "Abschiedsfeier. Herr Lehrer Spatz verabschiedete sich am vorletzten
Sabbat von Affaltrach, um nach Rexingen zu ziehen. Schon einige Tage
vorher scharten sich trotz des schlechten Wetters eine stattliche Anzahl
Kollegen des Bezirks Weinsberg um ihn und feierten ihn als lieben
Kollegen, schätzbaren Berater und treuen Freund. Vor einigen Tagen nun
bereitete die israelitische Gemeinde dem Scheidenden einen schönen
Abschied, dem ein Ständchen von Seiten des Liederkranzes vorausging.
Schultheiß Frank betonte, dass Herr Spatz nun 16 Jahre in Affaltrach als
Lehrer weile und sich um die politische Gemeinde viele Verdienste erworben
habe, was schon daraus hervorgehe, dass die Gemeinde sich veranlasst sah,
Herrn Spatz schon nach wenigen Jahren seiner Tätigkeit hier das Ehrenbürgerrecht
zu verleihen. Herr Levi sprach den Dank der israelitischen Gemeinde aus
und überreichte Herrn Spatz einen silbernen Pokal als bleibendes
Andenken. Hierauf sprachen noch als Vertreter der anderen Konfessionen
Herr Pfarrer Lachenmeier und Herr Pfarrverweser Lohmiller. Im Namen der
Lehrerschaft Affaltrachs schilderte
Schulamtsverweser Heiß den Scheidenden als Mann des Friedens, dem die
Standesehre sehr am Herzen lag. Wiederholt dankte der Scheidende gerührt
für all das Liebe und Gute, das er in Affaltrach genießen durfte;
Affaltrach sei ihm zur Heimat geworden, die er nie vergessen werde." |
Beitrag aus Affaltrach zu Änderungen der israelitischen
Kirchenverfassung in Württemberg (1901)
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Links: Beitrag in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 21. März 1901 aus Affaltrach - mit Vorschlägen zur Änderung
der israelitischen Kirchenverfassung in Württemberg; da kein direkter
Bezug zur jüdischen Geschichte in Affaltrach besteht, wird der Text nicht
ausgeschrieben. |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Antisemitischer Vorfall in Affaltrach 1899 vor Gericht
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Februar 1899: "Heilbronn, 19. Februar (1899). Eine antisemitische Rohheit fand am 11.
dieses Monats vor der Strafkammer des Landgerichts ihre teilweise Sühne.
Am Sonntag, den 30. Oktober vorigen Jahres, abends nach 8 Uhr, zogen die
Heilbronner Kaufleute Schurr, Rapp und Nollenberger durch Affaltrach.
Dabei riefen sie die rohesten Beleidigungen gegen die Juden aus. (Da
stinkt's nach Juden, muffiges Israel! Etc.). Vor dem Geschäft der Gebrüder
Levi trat Hugo Levi den Ruhestörern entgegen und wies mit einer Peitsche
einen Angriff ab. Bernhard Levi, der nun aus dem Laden trat, um nach der
Ursache des Lärms zu sehen, wurde nach kurzem Wortwechsel in rohester
Weise niedergeschlagen und roh misshandelt. Erst dem herbeieilenden
Schullehrer Spatz gelang es, die Burschen zu vertreiben und einen
derselben festzunehmen. Bernhard Levi, ein ruhiger, braver, geachteter Bürger,
Veteran aus den Jahren 1866 und 1870, wurde bewusstlos in seine Wohnung
gebracht. Der Arzt stellte zahlreiche Wunden an Kopf, Gesicht, Beinen etc.
fest. Die Kopfwunden entstammten kantigen Werkzeugen. Der Misshandelte war
5 Tage lang genötigt, das Bett zu hüten, und etwa 14 Tage im Geschäft
gehindert. Die von der königlichen Amtsanwaltschaft Weinsberg erhobene
Klage wurde am 30. Oktober 1898 vom Schöffengericht Weinsberg verhandelt.
Sonderbarerweise war die Anklage nur wegen Körperverletzung und nicht
auch wegen groben Unfugs erhoben, und noch unbegreiflicherweise erfolgt
– Freisprechung. In den Urteilsgründen wurde ausgeführt: Den Angaben
der Angeklagten sei kein Wert beizumessen, Notwehr habe auch nicht
vorgelegen, die Handlung sei eine rohe gewesen – aber wegen der Nacht
seien von den Zeugen bestimmte Wahrnehmungen durchs Auge nicht gemacht
worden. Es sei von keinem Zeugen mit Sicherheit angegeben worden, dass er
gesehen habe, Dieser oder Jener habe geschlagen. Gegen dieses Urteil erhob
die Staatsanwaltschaft Berufung. Inzwischen hatte Lehrer Spatz, als
Vorsitzender des israelitischen Kirchenvorsteheramts Affaltrach die
Staatsanwaltschaft Heilbronn gebeten, auch wegen der Beleidigung der jüdischen
Einwohner Affaltrach vorzugehen. Es ist aber bis heute in der Richtung
nichts erfolgt. Dagegen verurteilte die königliche Strafkammer Heilbronn
die drei Angeklagten am 11. Februar dieses Jahres wegen Körperverletzung
je zu 14 Tagen Gefängnis, einer Buße und Tragung der Kosten 1. und 2.
Instanz. Der Staatsanwalt hatte 4 Wochen beantragt und als erschwerend die
ungerechtfertigte, große Beschimpfung der Israeliten bezeichnet, mit dem
Hinweis, es liege die begründete Vermutung vor, dass wohl die Angeklagten
Mitglieder des antisemitischen deutsch-nationalen
Handlungsgehilfenverbandes, Ortsgruppe Heilbronn, seien. Die Strafkammer
trat dieser Anschauung bei, gewährte jedoch in Anbetracht des
jugendlichen Alters der Angeklagten mildernde Umstände." |
Berichte über
Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zum Tod von Frummet Gutkind
(1884)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1884:
"Nekrolog. Steinbach bei Lohr am
Main, den 16. März (1884). Wiederum hat der unerbittliche Todesengel
eine edle Seele ihrer irdischen Hülle entführt. Am 10. Adar verschied
dahier Frau Frummet Gutkind in ihrem 90. Lebensjahre. Sie war zu Niederstetten
geboren, zu Affaltrach verheiratet und wohnte sei den letztern
Jahren hier, um den Abend ihres Lebens im Hause ihrer Tochter zuzubringen.
Mit der Verblichenen sank ein echtes jüdisches Weib in Grab, dessen
erhabenen Tugenden und edlen Eigenschaften es verdienen, in weiteren
Kreisen bekannt gemacht zu werden. Schon in frühester Jugend wurde sie
für die Wahrhaftigkeit und Heiligkeit unserer Religion empfänglich
gemacht. Sowohl im Hause ihrer Großeltern, als im Hause ihrer Eltern war
der reine ungeschminkte Torageist heimisch. Solange die Kinder unmündig,
waren ständige Hauslehrer engagiert, welche der ganzen Familie den
lautern Born unserer heiligen Religion erschlossen und sie mit dem Wesen
und der Bedeutung der göttlichen Gebote bekannt und vertraut machten. Das
patriarchalische Leben unserer Stammeltern, hatte sich treulich in ihrem
Hause abgespiegelt. Die Eltern waren überall das leuchtende Vorbild, und
die Kinder hatten keinen anderen Wunsch, als den gelebten Eltern
nachzuleben. Eine solche Erziehung kann und muss für die Beteiligten gute
Früchte reifen, und ich darf gestehen, die Aussaat war bei der nunmehr
Verklärten auf keinen unfruchtbaren Boden gefallen. Der reiche Schatz an
Gotteserkenntnis und Gottesfurcht, den sie in ihrem Elternhause
aufgenommen, er hat sich während ihres Lebens zur herrlichen Blüte
entfaltet. Zu jeder Zeit, in jeder Lage hatte sie Gott vor Augen. Sie mag
im Glücke sich gesonnt haben, oder von harten Schicksalsschlägen - und
solche blieben ihr nicht erspart - getroffen worden sein, immer und
überall erkannte sie den Vater aller Geschicke, die weise Leitung der
himmlischen Vorsehung. Jede Regung der Freunde, jede Zuckung des Schmerzes
war Gott geweiht, den sie so sehr geliebt und dessen heilige Gebote mit
der größten Gewissenhaftigkeit und genauester Pünktlichkeit zu
erfüllen bestrebt war. Tagtäglich verweilte sie stundenlang in der
Synagoge, um daselbst ungestört ihr aufrichtiges Gebet zum Allvater empor
zu senden. Sie versäumt es nicht, regelmäßig Psalmen zu sagen,
in ihrem ... und anderen jüdisch-deutschen Büchern zu lesen, und diese
Beschäftigung zog sie der besten Unterhaltung vor. Auf den Ewigen setz
deine Hoffnung, Er wird dich versorgen, war ihr Wahlspruch. Stets -
erzählte sie häufig - habe ich mein Schicksal Gott anheimgegeben, und
immer - setzte sie unter Tränen hinzu - hat er mich erhört und mir geholfen.
- Aber diese tiefernste Gottesfurcht war es nicht allein, von der sie
erfüllt war, auch die ungeheuchelte, edle Menschenliebe sag ihr warm im
Herzen. Freundlich und gefällig gegen Jeden, war sie besonders den Armen
sehr zugetan. Gleich dem Hause unseres Erzvaters Abraham war das ihrige
der Armut geöffnet. Hier hielten alle an, hier rasteten sie, hier legten
sie ihr Gepäck nieder und hier erfreuten sie sich der besten Aufnahme und
Bewirtung. Keiner verließ hungrig ihre Schwelle, und nicht nur leibliche
Nahrung spendete sie, sondern auch Worte der Hoffnung und des Trostes gab
sie dem Wanderer mit auf den Weg, sodass alle leichten Herzens das Haus
verließen.
Bekunden schon diese Tugenden den hohen Adel ihrer Gesinnung, so kamen ihr
noch tiefe Demut und Bescheidenheit zustatten, um sich bei Verwandten und
Bekannten, Israeliten wie Nichtisraeliten, beliebt zu machen. Kinder wie Erwachsenen
unterhielten sich gern mit ihr, sie wusste Jeden durch ihr feines Benehmen
anzuziehen und zu gewinnen. Kein Wunder also, wenn der Tod der Dahingeschiedenen
allgemeine Trauer veranlasst hat. Jeder, zu dem die Kunde von ihrem
plötzlichen Ableben drang, eilte herbei, um ihr die letzte Ehre zu
erweisen. Ihr einziger Wunsch, Gott möge ihr kein langes Krankenlager
bescheiden, ging in Erfüllung. Ohne vorherige Krankheit fühlte sie
abends ihr Ende herannahen, segnete ihre Töchter, reichte ihr die Hand,
wie zum Abschiede, sagte alle Sterbegebete selbst mit und schlummerte dann
sanft und ruhig hinüber ins bessere Jenseits. Dort wird sie nun den
reichlichen Lohn ihres tugendhaften Lebens genießen. Möge der Allgütige
uns und Allen, die um die Hingeschiedene trauern, himmlischen Trost
senden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Trauung der Tochter des aus Affaltrach stammenden Staatsschatzmeisters von
Indiana Leopold Levi 1900
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1900: "Affaltrach. Ein
großer ‚Kiddusch haschem’ war die am 16. Januar dieses Jahres
erfolgte Trauung der einzigen Tochter des Staatsschatzmeisters Leopold
Levi von Indiana. Der Trauung im Tempel zu Indianapolis wohnten der
Gouverneur des Staates und die höchsten Beamten bei.
Der ‚Treasurer of State of Indiana" Leopold Levi stammt von hier.
Ein Bruder desselben lebt noch hier. Leopold Levi ist 62 Jahre alt, Er
bekleidete schon einige Male Staatsämter in Indiana. Einer illustrierten
Zeitung aus Indiana, die Levis Bild und Biographie brachte, entnehmen wir:
Eine außerordentliche Ehre für alle Hebräer der Vereinigten Staaten ist
die mit großer Stimmenmehrheit erfolgte Wahl des Leopold Levi zum
Staatsschatzmeister von Indiana. Levi war früher schon Staatsgefängnisdirektor,
Stadtrat von Huntington, Senator. Daneben war er Vorsteher einer jüdischen
Gemeinde in Huntington, Indiana.
Levi wird für die nächste Wahlperiode keinen Gegenkandidaten haben. So
vorzüglich hat er in der laufenden Periode die Finanzgeschäfte des
Staates geleitet, dass der Gouverneur ihm seine ganz besondere Anerkennung
in der Vorrede zur diesjährigen Rechnungsablage des Staates ausdrückt.
Dabei hat Levi keine andere Schule, als die hiesige israelitische
Volksschule besucht. Sein Lebenslauf macht nicht nur dem Judentum, sondern
auch der jüdischen Volksschule und ihrem dermaligen Lehrer, dem frommen
und gelehrten Samuel Selz seligen Andenkens alle Ehre." |
Zum 80. Geburtstag (1927) und zum Tod (1931) von Hanna Levi - ihre sieben Söhne
waren Weltkriegsteilnehmer
Meldung in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 23. Oktober
1927: "Frau Hanna Levi (Affaltrach in Württemberg), deren sieben
Söhne im Weltkriege an der Front gedient haben, feiert am 26. Oktober
ihren 80. Geburtstag". |
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Meldung
in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 17. April 1931:
"Am 4. April starb in Affaltrach (Württemberg) Frau Hannchen Levi im
Alter von 83 1/2 Jahren, deren sieben Söhne am Weltkriege teilnahmen; von
ihnen wurden mehrere verletzt, einer fiel in Frankreich. Ihr Gatte
Bernhard Levi hatte die Kriege 1866, 1870 mitgemacht. Ehre ihrem
Andenken!" |
August und Bertha Thalheimer
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| August
Thalheimer (1884-1948), geboren in Affaltrach, Sohn einer jüdischen
Kaufmannsfamilie. Nach Studium der Sprachwissenschaft und der Völkerkunde
aktiv in der SPD (Redakteur, Spartakusgruppe); 1918 Gründungsmitglied der
KPD und Mitglieder der Zentrale, Parteitheoretiker; 1923-1928 in Moskau
als Dozent am Marx-Engels-Institut; nach 1933 Exil in Frankreich und Kuba,
wo er 1948 starb. Weiteres zu ihm siehe Wikipedia-Artikel
(von hier auch das Foto). |
Bertha Thalheimer verh.
Schöttle (1883-1959), geboren in Affaltrach, Schwester von August
Thalheimer (siehe links), hatte früh Kontakte mit Persönlichkeiten der
SPD-Linken; 1918 Gründungsmitglied der KPD; blieb nach 1933 mit ihrem
nichtjüdischen Ehemann, 1943 deportiert, überlebte jedoch -
gesundheitlich schwer angeschlagen - das Ghetto Theresienstadt
Weiteres zu ihr siehe Wikipedia-Artikel.
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Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
1701 wird eine Synagoge ("Judenschul")
genannt, wobei es um einen Betsaal in einem jüdischen Wohnhaus gehandelt haben
wird. 1737 befand sich ein solcher Betsaal im Haus des Lemble, da in jenem Jahr
Hirsch Lazarus für 150 Gulden von Lemble die "halbe Synagog" erwarb, für die
die Juden spätestens 1738 auch eine jährlich Abgabe an die Grundherrschaft
entrichten mussten. In dieser Zeit benutzten auch die Eschenauer
Juden die Affaltracher Synagoge. Aus den Jahren 1751 bis 1756 gibt es mehrere
Verträge zwischen den beiden Gemeinden über die gemeinsame Nutzung der
Synagoge. Diese Verbindung mit den Eschenauer Juden dauerte trotz mancher
Differenzen bis zur Errichtung einer eigenen Synagoge in Eschenau im Jahre 1797.
1788 waren bereits 22 jüdische Familien einschließlich der Witwen in
Affaltrach ansässig.
1820 bis 1824 wurde die damals vorhandene Synagoge
(es ist unklar, ob sich sich noch um denselben Betsaal wie in der ersten Hälfte
des 18. Jahrhunderts handelte) mit einem Kostenaufwand von 700 Gulden vergrößert
und eine Frauenempore eingerichtet. Der Standort dieser alten Synagoge war in
einem zweistockigen Haus schräg gegenüber der späteren Synagoge "an der
unteren Gasse" beziehungsweise "an der Straße nach Weiler". Das Haus gehörte
zu einem Drittel der Familie Grünwald und zu zwei Dritteln der jüdischen
Gemeinde. Das Gebäude befand sich freilich wenige Jahre später in so baufälligem
Zustand, dass eine Renovierung nicht mehr möglich war. Die unter der Synagoge
wohnende Familie lebte bei Sturm stets "sehr in Ängsten". 1844 musste diese
alte Synagoge aus baupolizeilichen Gründen geschlossen werden. Ein Neubau war
unumgänglich. Bis dieser verwirklicht werden konnte, besuchten die Affaltracher
Juden einige Jahre die Gottesdienste in Eschenau. Den Eschenauer Juden wäre bei
der Neuordnung der israelitischen Religionsgemeinden in Württemberg 1832 fast
der eigene Gottesdienst gestrichen worden. Sie waren der Affaltracher Gemeinde
zugeordnet worden, konnten jedoch nach Protesten 1834 die Genehmigung eines "provisorischen
Filialgottesdienstes" erreichen.
1850/51 wurde nach Plänen des Weinsberger
Oberamtswerkmeisters Bürk eine neue Synagoge in der Unteren Gasse erstellt. In
ihr waren auch ein Schulraum, eine Lehrerwohnung und ein rituelles Bad
eingerichtet. Die Einweihung am 28. November 1851 wurde ein Festtag für die
ganze Gemeinde Affaltrach. Die Synagoge war als zweigeschossiger Backsteinbau
mit Walmdach errichtet worden, der Synagogenraum in der östlichen Hälfte ging
über zwei Stockwerke. Eine an drei Seiten umlaufende Empore, die noch erhalten
ist, wurde von ornamentierten Stützen getragen. Die Fenster des Obergeschosses
zeigen Rundbogenabschlüsse mit aufwändigen Holzunterteilungen (Vierpässe und
Kleeblattbögen). Die Fensterbrüstungen weisen Reliefs mit geometrischen
Mustern auf, von Werkmeister Bürk als "byzantinisches Schnitzelwerk"
bezeichnet. Die Synagoge kostete etwa 5.000 Gulden. Ihre Finanzierung war für
die damals 30 jüdischen Familien am Ort sehr schwierig, zumal mehrere der
Familien von der Unterstützung der übrigen lebten. Der Verkauf des alten
Synagogengebäudes erbrachte nur noch 200 Gulden; durch freiwillige Beiträge
der besser bemittelten Gemeindeglieder wurden 1.500 Gulden gesammelt. Zwar
versuchte man noch durch eine Kollekte bei anderen Gemeinden einige Gulden zu
sammeln, doch musste die Gemeinde am Schluss dennoch ein Darlehen von mindestens
2.500 Gulden aufnehmen, das es in den folgenden Jahren abzutragen galt.
Bis in die 1920er-Jahre war die Synagoge gottesdienstliches
Zentrum der jüdischen Gemeinde. Seit etwa 1900 kamen auch die noch in Eschenau
lebenden Juden zum Gottesdienst in der Nachbarort. Die Synagoge in Eschenau
wurde damals geschlossen. Dadurch konnten vier Torarollen verkauft werden:
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1903:
"Zufolge Vereinigung der Gemeinden Affaltrach und Eschenau haben wir
vier entbehrliche Tora-Rollen (ohne Garantie) zu verkaufen und
sehen eventuellen Angeboten entgegen. Israelitisches
Kirchenvorsteheramt: Spatz, Vorsitzender. Affaltrach
(Württemberg)." |
Seit Ende der
1920er-Jahren konnte in der Affaltracher Synagoge kein regelmäßiger
Schabbatgottesdienst mehr stattfinden, da es immer schwieriger geworden war, die
für den Gottesdienst nötige Zehnzahl der Männer zusammen zu bekommen. Nach
dem Tode von Heinrich Levi 1935 wurden noch vereinzelt kleinere Gottesdienste
gefeiert, an denen manchmal nur zwei bis drei Männer teilnahmen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von Weinsberger SA-Leuten schwer demoliert. Fenster, Bänke, Schränke und ein Kronleuchter
wurden zerstört, ebenso Fensterscheiben und Einrichtungen jüdischer Wohnungen
und Geschäfte. Im Oktober 1942 verkaufte die Reichsvereinigung der Juden in
Deutschland das Gebäude für 4.000 RM an die Gemeinde Affaltrach. Während des
Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude für unterschiedliche Zwecke verwendet,
unter anderem als Unterbringung polnischer Kriegsgefangener. Nach 1945 wurde das
Synagogengebäude als Lagerraum und für Wohnzwecke genutzt. Eine Holzdecke
wurde auf Höhe der Frauenempore eingezogen und ein Treppenaufgang eingebaut.
Zeitweise nützten auch Vereine den Raum.
Als das Gebäude zusehends baufälliger wurde und ein
Abriss drohte, konstituierte sich 1983 ein "Freundeskreis der Synagoge
Affaltrach" mit dem Ziel, die ehemalige Synagoge als Kulturdenkmal zu erhalten.
Zwei Jahre später konnte der "Verein zur Erhaltung der Synagoge Affaltrach e.V."
gegründet werden. Seinem Engagement und dem Einsatz des Landkreises, der das
zweckentfremdete Gebäude renovieren ließ, sowie der Unterstützung durch die
Gemeinde Obersulm ist es zu verdanken, dass die ehemalige Synagoge einer würdigen
und sinnvollen Nutzung zugeführt werden konnte. Die Restaurierung als
Dokumentationszentrum der jüdischen Geschichte und Religion in Kreis und Stadt
Heilbronn wurde 1988 abgeschlossen, das "Museum Synagoge Affaltrach" im Mai 1989
eingeweiht. Auch das rituelle Bad wurde wieder hergerichtet.
Fotos
Plan und historische Fotos
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und
Friedhöfe in Württemberg. 1932. S. 52; Plan und Foto rechts in: M. Ritter, Die
Synagoge s. Lit. S. 18.40):
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| Lage der alten (1) und der
neuen (2) Synagoge |
Die Synagoge um 1930 |
Vorsänger Erich Levi in der
Affaltracher Synagoge 1930/31 |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Quelle für die Farbfotos: http://www.rso.hn.bw.schule.de/synagoge.htm
außer Farbfoto mit Baum, dieses von Homepage der Gemeinde Obersulm: hier
anklicken)
Fotos Ende 1983:
(Fotos: Hahn) |
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Die ehemalige Synagoge vor der Renovierung |
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Fotos 1987 während der Restaurierung:
(Fotos: R. Rasemann) |
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| Fotos nach abgeschlossener Restaurierung: |
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| Ehemalige Synagoge Affaltrach |
Blick zum ehemaligen Toraschrein |
Tapisserie vor dem ehemaligen Toraschrein (Detail).
Künstlerin: Ingeborg Schäffler-Wolf |
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| Fotos vom Mai 2002: |
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Veranstaltung mit
jüdischem Referenten (Schuldirektor i.R. Meir Brohm, Jerusalem) in der
ehemaligen Synagoge:
Fortbildungsveranstaltung für Lehrer/-innen |
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Fotos 2003/05:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.9.2003 und 19.3.2005*) |
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| Die ehemalige
Synagoge* |
Architektonisches Detail* |
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| Hinweistafel |
Der Eingangsbereich |
Eingang zur Mikwe |
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Ein besonderes Ereignis
2007
(Quelle: Die Brücke. Informationsbrief der Gesellschaft für
christlich-jüdische Zusammenarbeit Stuttgart Nr. 4/2007 S.11) |
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Nach über 80 Jahren wurde am
21. Juli 2007 erstmals wieder eine Bar Mizwa-Feier abgehalten |
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Links und Literatur
Links:
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Buchautor Martin Ritter
Quelle: Presseartikel s.u.* |
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. 1966. S. 25-26. |
 | Pinkas Hakehillot. Encyclopaedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany.
Württemberg - Hohenzollern - Baden. Ed. Joseph Walk. Hg. von Yad Vashem.
Jerusalem 1986 (hebräisch) S. 46-48. |
 | Wolfram Angerbauer/Hans Georg Frank: Jüdische Gemeinden in
Kreis und Stadt Heilbronn. 1986. S. 17-24 und 311-321. |
 | Wolfram Angerbauer: Zum Bau der Affaltracher Synagoge, in: Schwaben
und Franken. Heimatgeschichtliche Beilage der "Heilbronner Stimme".
Mai 1985. |
 | Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. 1987
S. 83ff. |
 | Wolfram Angerbauer: Synagoge Affaltrach. Museum zur Geschichte der
Juden in Kreis und Stadt Heilbronn. Katalog. 1989. |
 | Martin Ritter: Der jüdische Friedhof Affaltrach. 1995.
Pressebericht: hier
anklicken. |
 | ders. (siehe Abb. oben): Die Synagoge in Affaltrach. 2001. |
 | ders.: Dokumentation jüdischer Friedhof Affaltrach. |
 | Familienblatt
- family sheet Moritz Krailsheimer of Affaltrach and Stuttgart, compiled by
Rolf Hofmann (interner Link)
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Affaltrach
Wuerttemberg. Jews first settled in 1660 under the protection of the ruling
Order of St. John and engaged in moneylending and moneychanging as well as
limited trade in hides and cattle, peddling, and land dealings. In 1854 their
population reached a peak of 190, thereafter declining sharply. A synagogue was
built in 1851 and a Jewish elementary school was started in 1849. Relations with
the local population were satisfactory until the Nazi era. On Kristallnacht
(9-10 November 1938) the synagogue was vandalized but was not burned down.
Jewish stores and homes were looted and impounded and Jews beaten. Of the 19
Jews there in 1933, four managed to emigrate by 1941. Four died in Affaltrach,
four were deported and five of them perished. The fate of the others is unknown.
In 1984 the building of the former synagogue was converted into a Jewish museum.

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