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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts
reichsritterschaftlichen Ort Eschenau bestand eine jüdische Gemeinde bis 1900,
danach bildeten die Affaltracher und Eschenauer Juden bis 1938 eine gemeinsame
Gemeinde. Die Entstehung der Eschenauer Gemeinde geht in das 17./18. Jahrhundert
zurück. Erstmals wird 1658 ein Jude am Ort genannt (Jud Aaron). 1725 waren zwei
Familien am Ort. Im 18. Jahrhundert besuchten
die zunächst nur wenigen jüdischen Familien aus Eschenau die Synagoge in Affaltrach.
Aus dem Jahr 1751 liegt ein Vertrag zwischen den Eschenauer Juden Feiß und
seinem Schwiegersohn Mayer mit dem Affaltracher Judenschultheißen Israel Löw
über die gemeinsame Nutzung des Affaltracher Bethauses vor. Dieser wurde 1753
im Beisein des Lehrensteinsfelder
Rabbiners Abraham Halberstadt erneuert. Auch aus den folgenden Jahren sind
mehrere solcher Verträge erhalten, da es immer wieder zu Differenzen zwischen
den Eschenauer und Affaltracher Juden um die Synagogenbenutzung und wegen
anderer Probleme kam. Schwierig war für die Eschenauer Juden vor allem, dass
sie sich nach den Vertragsregelungen bei Streitigkeiten im Bereich jüdischer
Zeremonien dem Schiedsspruch des Affaltracher Judenschultheißen zu unterwerfen
hatten. Doch gab es regelmäßig auch andere Schwierigkeiten. So beklagten sich
1774 die Eschenauer Juden Hajum, Fälckele, David und Eisich bitter darüber,
dass sie am Neujahrstag beim Aufrufen zur Toralesung in der Affaltracher
Synagoge übergangen worden waren. Im Jahr darauf wurde David aus Eschenau sogar
daran gehindert, am Jahrestag seiner verstorbenen Mutter ein Gebet in der
Affaltracher Synagoge zu verrichten. Derartige Streitereien bestärkten bei den
Eschenauer Juden immer mehr den Wunsch nach einer eigenen Synagoge. 1795 konnte ein Gartenplatz zum Bau einer
Synagoge in Eschenau erworben werden. Der Vertrag wurde vom
Lehrensteinsfelder Rabbiner und neun Eschenauer Juden unterschrieben: David
Joseph, Tobias Benjamin, Abraham Samuel, Elias Falk, Isac Samuel, Heyum Joseph,
Benjamin Moses, Joseph David und Mayer David. 1797 wurde die Synagoge in
der damaligen Reitgasse 4 (heute Treutlinger Straße 9) mit einer Wohnung für
den Vorsänger und einem rituellen Bad im Keller erstellt. Das Bad lag im
Keller, die Wohnung des Vorsängers im Erdgeschoss, der Betsaal im ersten Stock.
1832 kam es beinahe zu einem schnellen Ende der Gottesdienste in Eschenau, da
die Eschenauer Juden bei der Neuorganisation der israelitischen
Religionsgemeinden in Württemberg der Affaltracher Gemeinde zugeteilt werden
sollten. Da die Eschenauer Juden jedoch damals schon finanzielle Belastungen
durch den sich bereits abzeichnenden Synagogenneubau in Affaltrach befürchteten,
protestierten sie energisch und konnten 1834 zumindest die Genehmigung von
eigenen Filialgottesdiensten erreichen. 1839 legte Werkmeister Kronmeyer einen Plan zur
Erweiterung der Synagoge vor. Der Plan sah vor, das Vorlesepult (Almemor) in der
Mitte der Synagoge zu entfernen und dafür an diesem Platz weitere Männerstühle
aufzustellen. Durch diese Maßnahme sei auf viele Jahre hinreichend für den
Platz der Männer gesorgt. Das neue Vorlesepult wurde dann auch vor dem
Toraschrein aufgestellt. Auch die Errichtung einer neuen Frauenempore wurde
damals diskutiert. Gemeindevorsteher Rosenberger bat jedoch das Oberamt, hierauf
zu verzichten. Der Bedarf sei nicht mehr so groß, "weil schon mehrere
Familienmitglieder ins Ausland weggezogen sind und einige entschlossen sind,
bald auszuwandern". 1843 gehörten zum Inventar der Synagoge sechs Torarollen
mit entsprechendem Zubehör (Mäntel, Kronen usw.), je 26 Betpulte für die Männer
und Frauen, eine Kanzel und ein Vorlesepult. 1849/50 wurde die Verbindung zwischen den Gemeinden
Eschenau und Affaltrach wieder gelöst, nachdem 1847 ein Vertrag über die
Beteiligung der Eschenauer Juden am Synagogenneubau in Affaltrach zustande
gekommen waren. 1864 schrieben die Gemeindevorsteher Bamberger,
Schwabbacher und Lindner an das Oberamt Weinsberg, dass die Synagoge eine
umfassende Renovierung nötig habe. Auch das Äußere des Gebäudes entsprach
nach einem damaligen Bericht "nicht mehr dem eines Gotteshauses". 1865
konnten die Arbeiten durchgeführt werden. Die Baumaßnahmen kosteten insgesamt
1.509 Gulden, wozu man einen Staatsbeitrag von 150 Gulden erhielt. Weitere 800
Gulden hatte man zwischen 1857 und 1860 angespart, da in diesen Jahren die
Lehrerstelle nicht besetzt war. Durch die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgehende
Zahl der Gemeindeglieder wurde es immer schwieriger, die zu den Gottesdiensten
notwendige Zehnzahl der Männer (Minjan) zu erreichen. Im März 1890 schloss man
aus diesem Grund wiederum einen Vertrag mit der Affaltracher Gemeinde. Zum einen
legte man fest, dass der Affaltracher Vorsänger jeden zweiten Schabbat und je
am zweiten Feiertag einen Gottesdienst in Eschenau halten sollte. Zum anderen
wurde den Eschenauern zugestanden, dass sie ohne besondere Vergütung den
Gottesdienst in Affaltrach besuchen könnten, wenn sich in Eschenau kein Minjan
mehr finden sollte. Schließlich könnten die Eschenauer Frauen auch das
rituelle Bad in Affaltrach benützen. 1904 wurde das Synagogengebäude zum Preis von 1.235 RM an Heinrich Rohrbach verkauft. Durch die Zusammenlegung der Synagogen in Affaltrach und Eschenauh konnten vier Torarollen verkauft werden: Das Synagogengebäude wurde zu einem Wohnhaus umgebaut und ist
als solches bis heute erhalten. Eine Inschrift über dem Eingang wurde bei einer
der Umbauten vermutlich entfernt. Ein Opferstock (Zedaka-Büchse) aus der
Synagoge befindet sich in Privatbesitz.
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