Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schwegenheim mit Lingenfeld und Weingarten (Pfalz) 
(VG Lingenfeld, Kreis Germersheim)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Kennkarte aus der NS-Zeit   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)        
    
In dem bis Anfang des 19. Jahrhunderts kurpfälzischen Schwegenheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in das 18. beziehungsweise erst 19. Jahrhundert zurück. 1722 wird erstmals ein jüdischer Bewohner - Jud Ischi in Schwegenheim - genannt. 1743 werden die jüdischen Einwohner David und Hessekihl genannt: Jud Ischi in Schwegenheim. Die genannten Personen lebten vermutlich mit ihren Familien am Ort. Um 1755 sind die Familien wieder vom Ort verzogen.    
  
Zur jüdischen Gemeinde Schwegenheim gehörten auch die im benachbarten Weingarten wohnhaften jüdischen Personen. Diese hatten zunächst (noch um 1831) eine eigene Betstube in einem Privathaus, besuchten aber später die Gottesdienste in Schwegenheim.     
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 noch keine jüdischen Einwohner in Schwegenheim und Weingarten, 1808 7 in Schwegenheim (0,7 % der Gesamteinwohnerschaft) und 15 in Weingarten (2,1 %), 1825 22 (1,7 %) bzw. 34 (3,5 %), 1835 27 in Schwegenheim, 1848 44 in 12 Familien in Schwegenheim, dazu 40 mit elf Familien in Weingarten, 1875 34 beziehungsweise 22, 1900 28 beziehungsweise 21.    
   
1809/10 werden folgende jüdische Familienvorstände genannt: in Schwegenheim Gottlieb Löb, Hersch Löb, Walter Herschel und Levi Herz, in Weingarten Michel Hoffmann, Simon Hoffmann, Abraham Volmer und Isaac Volmer.  
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Im 18. Jahrhundert war ein jüdischer Friedhof im Kirchgarten in Schwegenheim vorhanden, der jedoch im 19. Jahrhundert nicht mehr benutzt werden durfte. Bis 1816 wurden die Toten der Gemeinde auf dem Friedhof in Essingen beigesetzt, danach in Oberlustadt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde hatte über viele Jahre aus nicht bekannten Gründen Probleme mit längerfristigen Besetzungen der Lehrerstelle, die dadurch häufig ausgeschrieben werden musste (siehe Anzeigen unten). Unter den Lehrern waren:  Isaac Singer (in den 1840er-Jahren in Schwegenheim, später Lehrer und Kantor in Frankenthal) sowie Jakob Patron aus Warschau, der 1882 nach Erlenbach wechselte. Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Landau
   
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Siegfried Walther (geb. 23.5.1886 in Schwegenheim, vor 1914 in Walldorf, Baden wohnhaft, gef. 1.7.1916).     
     
Um 1924, als zur Gemeinde  30 Personen gehörten (dazu 5 in Weingarten und 4 in Lingenfeld), waren die Gemeindevorsteher Ludwig Walther und Max Loeb. 1932 gehörten zu den 25 jüdischen Gemeindegliedern in Schwegenheim noch 4 in Lingenfeld und 4 in Weingarten. Im Schuljahr 1931/32 erhielt noch ein Kind der Gemeinde Religionsunterricht am Ort.   
  
Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 25 in Schwegenheim, vier in Weingarten und vier in Lingenfeld) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet (s.u.). Die letzten sechs jüdischen Einwohner wurden im Oktober 1940 aus Schwegenheim in das KZ Gurs in Südfrankreich deportiert.      
     
Von den in Schwegenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Erwin Behr (1895), Regina Erna Behr geb. Löb (1906), Emanuel Bär (1873), Samuel Fisch (1880), Regine M. Kern geb. Sösmann (1908), Hermine Löb (1881), Jakobine Löb geb. Schwarz (1882), Elise Oehlbert (1873), Amalie Schreckenberger (1856), Karolina Sösmann geb. Löb (1883), Berthold Walther (1883), Johanna Walther geb. Hofmann (1888), Oskar Walther (1889), Richard Walther (1925).   
   
Aus Lingenfeld sind umgekommen: Ernst (Ernest) Adler (1916), Gottlieb Adler (1881, siehe unten Foto des Grabsteines in Gurs), Mathilde Adler geb. Herz (1884), Nelly Adler (Lingenfeld) Thusnelde Adler (1909), Auguste Margarete Viktoria Töpfer (1895).   
Aus Weingarten ist umgekommen: Rosa Loeb geb. Eisemann (1883, vgl. Kennkarte unten), Sophie Stern geb. Löwenstein (1885).     
   
    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1877 / 1879 / 1882 / 1884 / 1886 / 1887 / 1889 / 1893 / 1900 / 1904 

Schwegenheim Israelit 11071877.jpg (32238 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1877: "Die hiesige Religionslehrer- nebst Vorbeter- und Schochet-Stelle ist vakant. Gehalt 426 Mark als Vorbeter und Religionslehrer, und 250 Mark als Kasualien mit Schächterdienst. 
Schwegenheim bei Germersheim, bayerische Pfalz. Gottlieb Walther, Vorstand."   
  
Schwegenheim Israelit 05031879.jpg (37779 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1879: "Die israelitische Schulstelle zu Schwegenheim bei Germersheim (Pfalz, Bayern), soll durch einen ledigen Lehrer, der als Religionslehrer, Vorbeter und Schochet fungieren kann, mit einem Jahresgehalt bar 426 Mark, Kasualien 300 Mark nebst freier Wohnung sofort besetzt werden.  
Der Vorsteher: Gottlieb Walther.
  
Schwegenheim Israelit 22031882.jpg (45992 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. März 1882: "Die Stelle eines Religionslehrers an der israelitischen Schule dahier ist vom 15. April nächsthin an erledigt.  
Gehalt jährlich 459 Mark nebst freier Wohnung und dem Ertrag aus dem Schächterdienst von ca. 300 Mark. Bewerber wollen ihr Gesuch nebst Zeugnissen binnen 14 Tagen mir vorlegen.  
Schwegenheim, 7. März 1882. Der israelitische Kultusvorstand Feis Loeb."   
  
Schwegenheim Israelit 18041884.jpg (52883 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1884: "Durch Weggehen des Herrn Lehrers Latt nach Landau kommt die hiesige Religionslehrer-, Schochet- und Vorbeterstelle bis kommenden Juli zur Wiederbesetzung vor, mit einem Gehalt von 450 Mark, Wohnung und Heizungsentschädigung 75 Mark, die Kasualien betragen 300 Mark, zusammen 825 Mark.  
Nichtverheiratete Herren haben den Vorzug. 
Achtungsvoll Gottlieb Walther, israelitischer Kultusvorstand. Schwegenheim, den 7. April 1884."    
  
Schwegenheim Israelit 03071884.jpg (58005 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1884: "Durch Weggehen des Herrn Lehrers Latt nach Landau kommt die hiesige Religionslehrer-, Schochet- und Vorbeterstelle bis kommenden Juli zur Wiederbesetzung vor, mit einem Gehalt von 450 Mark, Wohnung und Heizungsentschädigung 75 Mark, die Kasualien betragen 300 Mark, zusammen 825 Mark.  
Nichtverheiratete Herren haben den Vorzug. 
Achtungsvoll Gottlieb Walther, israelitischer Kultusvorstand. Schwegenheim, im Juni 1884."  
  
Schwegenheim Israelit 20121886.jpg (32652 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1886: "Die hiesige Religionslehrer-, Schochet- und Chasan-Stelle ist sofort zu besetzen. 
Der Bargehalt beträgt 450 Mark. Kasualien 250 Mark. 
Nichtverheiratete haben den Vorzug. Gottlieb Walther, Schwegenheim."    
  
Schwegenheim Israelit 11071887.jpg (47077 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1887: "Die Stelle eines Religionslehrers an der israelitischen Schule dahier ist vom 1. August nächsthin an erledigt. 
Gehalt jährlich 450 Mark nebst freier Wohnung und dem Ertrag aus dem Schächterdienst von circa 300 Mark. Bewerber wollen ihr Gesuch nebst Zeugnissen binnen 14 Tagen mit vorlegen. 
Schwegenheim, 4. Juli 1887. Der israelitische Kultusvorstand Elias Loeb."    
  
Schwegenheim Israelit 21101889.jpg (46824 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1889: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters in der hiesigen Gemeinde soll alsbald wieder besetzt werden.  
Der Gehalt beträgt jährlich 450 Mark nebst freier Wohnung und dem Ertrag des Schächterdienstes mit ca. 300 Mark.  Bewerber sind eingeladen, ihr Gesuch nebst Zeugnissen in nächster Zeit bei mir einzureichen.   
Schwegenheim (bayerische Rheinpfalz), 8. Oktober 1889. 
Der israelitische Kultusvorstand E. Löb."    
  
Schwegenheim Israelit 15051893.jpg (42002 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Mai 1893: "Lehrer-Gesuch
In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Vorbeters, Religionslehrers und Schochet sofort zu besetzen. Gehalt 450 Mark nebst freier Wohnung und ca. 300 Mark Nebenverdienste. Bewerber wollen sich sogleich melden.  
Schwegenheim, bayerische Rheinplatz. Der Vorstand: Walther."     
  
Schwegenheim Israelit 21081893.jpg (56149 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1893: "Lehrer-Gesuch
Die hiesige Kantor-, Religionslehrer- und Schächterstelle ist sofort zu besetzen. Gehalb 450 Mark nebst freier Wohnung und ungefähr 400 Mark Nebenverdienste. Bei zufriedenstellender Dienstleistung steht eine Gehaltserhöhung von 50 Mark in Aussicht. Bewerbungen wollen an den Unterzeichneten gerichtet werden.  
Schwegenheim, bayrische Rheinpfalz. Der Vorstand: Walther."   
  
Schwegenheim Israelit 12031900.jpg (46418 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. März 1900: "Die hiesige israelitische Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle ist mit einem fixen Gehalt von 500 Mark, sowie circa 300 Mark Kasualien nebst freier, schöner Wohnung sofort zu besetzen. Deutsche seminaristisch gebildete unverheiratete Bewerber haben Vorzug.  
Gottlieb Walther, 
Kultusvorstand, Schwegenheim, Pfalz." 
  
Schwegenheim Israelit 11071904.jpg (29825 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1904: "Kantor, Religionslehrer und Schächter per gleich in Schwegenheim (Rheinpfalz), Gehalt 500 Mark, sowie ca. 150 Mark Nebenverdienst und freie Wohnung. Offerten lediger Bewerber vom Vorsteher Herrn S. Loeb erbeten."   
  
Schwegenheim Israelit 16051904.jpg (53717 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1904: "Die hiesige Kantor-, Religionslehrer & Schächterstelle ist sofort zu besetzen. Gehalt 500 Mark nebst freier Wohnung, freie Beheizung und ungefähr 150 Mark Nebenverdienst. Bewerbungen wollen an den Unterzeichneten gerichtet werden.   
Schwegenheim (Rheinpfalz). 
Der Vorstand: S. Loeb
 
  
Schwegenheim Israelit 03111904.jpg (54093 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1904: "Die hiesige Kantor-, Religionslehrer & Schächterstelle ist sofort zu besetzen. Gehalt 500 Mark nebst freier Wohnung, freie Beheizung und ungefähr 150 Mark Nebenverdienst. Ledige Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten wenden.  
Schwegenheim (Rheinpfalz). 
Der Vorstand: S. Loeb.

   
   
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: Grabstein für Gottlieb Adler aus Lingenfeld in Gurs        

Lingenfeld Gurs BK 020.jpg (207985 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für 
Gottlieb Adler
geb. am 30. Mai 1881 in Lingenfeld (Pfalz), wohnhaft in Lingenfeld
vom 12. November 1938 bis 16. Dezember 1938 im KZ Dachau, 
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo er am 15. September 1941 umgekommen ist.    

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Verlobungs- und Hochzeitsanzeigen von Max Bär und Erna Herz (1938)   

Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. Juni 1938:  "Aus Schwegenheim. 
Verlobung
. Herr Max Baer aus Schwegenheim hat sich mit Fräulein Erna Herz aus Worms verlobt."      
 
Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. November 1938: "Aus Schwegenheim
Herr Max Bär - Schwegenheim vermählte sich am 18. September mit Fräulein Erna Herz aus Worms/Rhein."         

     

Kennkarten aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte der in Weingarten
geborenen Rosa Loeb geb. Eisemann
 
 Weingarten KK MZ Loeb Rosa.jpg (89312 Byte)    
   Kennkarte (Mainz 1939) für Rosa Loeb geb. Eisemann (geb. 15. September 1883 in Weingarten), 
wohnhaft in Mainz, am 25. März 1942 deportiert ab Mainz - Darmstadt in das Ghetto Piaski, umgekommen     
 

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge         
    
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden, vor 1830 im Haus des Gemeindevorstehers. 
   
Um 1830 konnte die Gemeinde an der Hauptstraße eine Synagoge bauen, die durch Spenden der jüdischen Gemeinde sowie einen Zuschuss der Ortsgemeinde finanziert worden war. Im Gebäude hatte es 30 Plätze für Männer und 20 für Frauen. Aus der Geschichte der Synagoge ist nur wenig bekannt: 1877 wurde für den Toraschrein ein neuer, sehr kunstvoll erarbeiteter Vorgang gestiftet.  
  
Im Synagogengebäude befand sich auch die Lehrerwohnung. Nachdem die Gemeinde keinen eigenen Lehrer mehr hatte, wurde die Wohnung vermietet. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet, aufgrund der engen Bebauung jedoch nicht angezündet. Die Inneneinrichtung wurde wie auch das Dach des Gebäudes zerstört. Am 9. Mai 1939 wurde das Synagogengebäude für 1.200 Mark an die in der früheren Lehrerwohnung lebende (nichtjüdische) Familie Schemel verkauft, die es zwischen 1939 und 1941 als Wohnhaus umgebaut hat. Nach 1945 hatte die Familie nach einem Gerichtsurteil eine Nachzahlung von 1.000 Mark an die jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz zu bezahlen.    
  
Das ehemalige Synagogengebäude ist inzwischen abgebrochen; auf dem Grundstück befindet sich ein Parkplatz. Eine Gedenktafel ist gegenüber der Hauptstraße 106 am Moritz-Walther-Weg angebracht.  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge:   Hauptstraße 179  (heute Parkplatz)
    
    

Fotos
 
(Quelle: Landesamt s.Lit. S. 338; Weber s.Lit. S. 144.198)

Die Synagoge in Schwegenheim Schwegenheim Synagoge 181.jpg (100895 Byte)
   Die Synagoge (Bildmitte) stand an der Hauptstraße rechts neben dem 
Laden der (jüdischen) Familie Moritz Walther   
     
Gedenktafel für 
die Synagoge 
Schwegenheim Synagoge 180.jpg (119122 Byte)
   Die Gedenktafel befindet sich am Moritz-Walther-Weg, 
gegenüber der Hauptstraße 106  
     
Neuere Fotos 
(Fotos von Bernhard Kukatzki, 
Aufnahmen vom Dezember 2011) 
   
Schwegenheim Synagoge 190.jpg (124700 Byte) Schwegenheim Synagoge 191.jpg (149962 Byte) Schwegenheim Synagoge 192.jpg (150485 Byte)
Blick auf das 
Synagogengrundstück 
An der Mauer ist die 
Gedenktafel angebracht
Die Gedenktafel 
   
     

   
Hinweis auf den Silberschatz von Lingenfeld (Quelle: Website 950 Jahre Lingenfeld): "In Lingenfeld gefunden, aber niemand weiß, wo: Bei Grabungsarbeiten fanden um 1969 bisher Unbekannte einen in einem Tongefäß gehorteten Münz- und Becherfund aus dem 14. Jahrhundert. Die 6 Silbergefäße und die 2369 Silber– und Kupfermünzen könnten nach der Prägungszeit um 1345 bis 1355 von einem jüdischen Kaufmann oder Geldverleiher aus Speyer auf der Flucht nach der für Juden als sicher geltenden Germersheimer Burg in oder außerhalb von Lingenfeld vergraben worden sein. Denn um diese Zeit fanden in Speyer Judenpogrome mit einhergehender Vertreibung und Ermordung von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde statt."  
Der Silberschatz von Lingenfeld ist zu sehen im Museum Schpira Speyer (seit 2010 im Judenhof) in der Kleinen Pfaffengasse 20, 67349 Speyer  
Weitere Info-Seite in der Website zum.de.  
Literatur: G. Stein: Der Schatzfund von Lingenfeld. In: Geschichte der Juden in Speyer. Beiträge zur Speyerer Stadtgeschichte Bd. 6. 1981, S. 65ff.   
   
    

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Schwegenheim   
Website der Verbandsgemeinde Lingenfeld  

Literatur:  

Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 1992. 
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 144.146.198.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 337-338 (mit weiteren Literaturangaben).

 
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.  

Schwegenheim  Palatinate. A synagogue was built in 1834 and in 1848 there were 12 families (44 Jews) in Schwegenheim. In 1932, the Jewish population was 25 (total 1.500). On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized and in Ocotober 1940 the last six Jews were deported to the Gurs concentration camp. Four perished in the Holocaust. 
         
           

                   
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Stand: 03. Juni 2015