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Pirmasens (Kreisstadt,
Rheinland-Pfalz)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
vgl. Seite mit Texten zur
Geschichte der jüdischen Gemeinde in Pirmasens
(interner
Link; Texte zur Synagogengeschichte siehe unten)
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Pirmasens bestand eine jüdische Gemeinde bis
1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1767
wurde eine erste jüdische Familie genannt, 1772 waren es fünf Familien. Mit
Jakob Israel Beiersdorf (1759-1831) hatte die Gemeinde in Pirmasens einen
ersten Rabbiner. Nachkommen von ihm lebten über mehrere Generationen in
der Stadt (weitere Angaben auf der Textseite).
Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner durch Zuwanderung aus
umliegenden Landgemeinden stark zu: 1801 130 jüdische Einwohner (3,2 % der
Gesamteinwohnerschaft), 1808 133 (2,9 %), 1825 144 (2,9 %), 1848 243 203, 1861
ca. 190, 1875 205, 1890 380, 1900 528 Personen
von insgesamt 30.195 Einwohnern, um 1924 eine Höchstzahl von etwa 800
jüdischen Gemeindegliedern (2 % der Gesamteinwohnerschaft von etwa 40.000
Personen) zu erreichen.
1808/09 werden die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit
Erwerbszweig): Guillaume Altschul (Viehhändler), Samuel Altschul
(Viehhändler), Witwe Sara Baum (Landwirtin), Leopold Bär (Gebrauchtwarenhändler),
Samuel Bär (Metzger), Simon Bodenheimer (Landwirt), Witwe Jeanette Drexler,
Samuel Salomon Dreyfuß (Metzger), Joseph Frank, Isaac Hirsch
(Gebrauchtwarenhändler), Leopold Hirsch (Gebrauchtwarenhändler), Louis Hirsch
(Metzger), Daniel Kahn, Emanuel Kahn (Gebrauchtwarenhändler), Jacques Kahn
(Kurzwarenhändler), Isaac Keim (Viehhändler), Moritz Kern
(Gebrauchtwarenhändler), Alexander Mayer (Lagerverwalter), Aron Stern
(Kaufmann), Lazarus Strauß (Gebrauchtwarenhändler), Isaac Weil
(Gebrauchtwarenhändler), Salomon Weil (Viehhändler).
Über die zahlreichen jüdischen Geschäfte und Gewerbebetriebe wie auch
Arzt- und Rechtsanwaltspraxen usw. seit Mitte des 19. Jahrhunderts liegt noch
keine Zusammenstellung vor.
1863 wurde
erstmals ein jüdischer Einwohner in den Stadtrat gewählt.
An Einrichtungen der jüdischen
Gemeinde gab es neben der Synagoge (s.u.) und dem Friedhof seit 1828 eine jüdische
Konfessionsschule, die 1834 von 50 jüdischen Kindern besucht wurde. Von 1827 bis
1879 war Pirmasens Sitz eines Bezirksrabbinates: auf den ersten bereits
genannten Rabbiner Jakob Israel Beiersdorf folgte 1827 Aaron Kohn
Merz, der jedoch bereits Ende 1828/Anfang 1829 zum Bezirks-Rabbiner in Frankenthal
ernannt wurde; von 1829 an war Rabbiner Juda Oppenheim (bis etwa 1877; er
starb am 1. Oktober 1878 in Fürth); 1879 wurde Pirmasens dem Rabbinatsbezirk Zweibrücken zugeteilt, doch hatte
der Bezirksrabbiner seit 1911 wieder seinen Sitz in
Pirmasens: zunächst unter Bezirksrabbiner Dr. Eugen Meyer, danach unter Rabbiner
Dr. Dagobert
Nellhaus (Rabbiner von 1931 bis 1939).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Herbert Drexler
(geb. 15.6.1896 in Pirmasens, gef. 13.9.1916), Vizefeldwebel Max Drexler (geb.
16.11.1891 in Pirmasens, gef. 8.11.1916), Ignaz Friedländer (geb. 2.1.1892 in
Pirmasens, gef. 31.10.1914), Ludwig Hene (geb. 13.10.1893 in Pirmasens, gef.
1.4.1915), Leutnant Max Kahn (geb. 18.9.1893 in Pirmasens, gef. 14.4.1918),
Unteroffizier Bruno Kurzmann (geb. 12.12.1883 in Bayreuth, gef. 20.12.1914),
Gefreiter Benno Mayer (geb. 15.3.1895 in Edenkoben, gef. 18.11.1914),
Unteroffizier Otto Neu (geb. 1.11.1898 in Köln, gef. 26.7.1918), Oberarzt Dr.
Arthur Schohl (geb. 11.5.1887 in Pirmasens, gef. 19.3.1918), Paul Schopf (geb.
1.8.1890 in Pirmasens, gef. 24.2.1915), Alfred Weil (geb. 18.10.1895 in
Thaleischweiler, gef. 28.10.1918), Unteroffizier Emil Weil (geb. 30.9.1886 in
Pirmasens, gef. 20.8.1914). Außerdem fiel der in Pirmasens geborenen Jakob
Eckhaus (geb. 17.8.1897 in Pirmasens, vor 1914 in Biedesheim wohnhaft, gef.
7.6.1917).
Um 1925 waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde die Herren Moritz
Neu, Isidor Simon, Max Dannheiser, Carl Dreyfuß, Emil Hofmann. Als Kantor war
Oberlehrer A. Michel angestellt. Ihm stand Markus Slodki zur Seite. Als Rechner ist
P. Lenhard eingetragen. Die "Israelitische Volkshauptschule" besuchten
damals 39 Kinder. Sie wurden von Oberlehrer A. Michel unterrichtet, der auch am
Gymnasium und an der Realschule unterrichtete. An der höheren Mädchenschule
erteilte Rabbiner Dr. Meyer den Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen
bestanden eine Chewra Kadischa (Ziel: Krankenpflege, Bestattungswesen),
der Israelitische Frauenverein (Ziele: Krankenpflege, Bestattungswesen), ein
Armenverein, ein Unterhaltungsverein, eine Ortsgruppe des Centralvereins, eine
Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, ein Brüderverein der U.O.B.B.-Loge
und ein
Jüdischer Jugendbund. 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde: Karl
Dreifuss, Moritz Mayer und Max Dannheiser. Als Kantor war der bereits genannte Markus
Slodki angestellt, als Lehrer Julius Lamm (1930 von Rockenhausen
nach Pirmasens berufen). Er unterrichtete damals an der
Israelitischen Volkshauptschule in 7 Klassen 42 Kinder; Religionsunterricht
erhielten außerhalb der Schule 34 Kinder. Zur jüdischen Gemeinde in Pirmasens
gehörten inzwischen auch noch die in Herschberg
lebenden jüdischen Personen.
Auf Grund der 1933 (574 jüdische Einwohner) einsetzenden Repressalien
und Boykottmaßnahmen sowie der zunehmenden Entrechung der jüdischen Bevölkerung
verließen zwischen 1933 und Januar 1936 67 jüdische Personen die Stadt und
wanderten aus (19 in die USA, 14 nach Frankfurt, 12 nach Palästina/Israel), Die
jüdischen Geschäfte und Gewerbebetriebe wurden
unter dem Druck der NS-Behörden zum Verkauf an "Arier" gezwungen. Im
November 1938 wurden die letzten jüdischen
Geschäfte zwangsverkauft und "arisiert". Zuvor waren im Zusammenhang
mit dem Novemberpogrom 1938 viele jüdische Läden und Wohnungen verwüstet und
geplündert worden. 82 jüdische Männer wurden in das Konzentrationslager
verschleppt und wochenlang festgehalten. Am 1. September 1939 - bei der
Räumung und Evakuierung der sog. "Roten Zone" - lebten noch etwa 200
jüdische Personen in Pirmasens. Bei der "Wiederbesiedlung" im Sommer
1940 kehrten etwa 65 jüdische Personen in die Stadt zurück, von denen noch
einzelne emigrieren konnten, bis die letzten jüdischen Einwohner im Oktober
1940 nach Gurs deportiert wurden.
Von den in Pirmasens geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Alfred Alexander (1895),
Hugo Alexander (1895), Martha Alsberg geb. Eichengrün (1895), Paula Arensberg
geb. Fuldauer (1890), Heinrich Bär (1909), Johanna Bär geb. Lewy (1876), Selma
Lisi Baer
(1907), Stelly Baer (1904), Stelly Bär (1904), Margarethe (Grete) Basnizki geb. Simon (1898), Dr.
Siegfried Basnizki (1889), Anna Baumöhl geb. Bernhard (1893), Berich (Berisch) Baumöhl (1881),
Emanuel Baumöhl (1928), Obed Baumöhl (1923), Sophie
Beer geb. Roos (1863), Frieda Beermann geb. Levy (1880), Arthur Beiersdorf
(1874), Gustav Beiersdorf (1872), Ludwig Beiersdorf (1876), Flora Benedick geb.
Scheuer (1907), Heinrich Benedick (1885), Lothar Benedick (1923), Emilie Blum
(1866), Klara (Hilda Auguste) Blum geb. Rauner (1899), Johanna
Blumenthal geb. Rotter (1893), Herta Chaim (Chaun, 1916), Ignatz Chaim (1873), Emilie (Milly) Dannheisser (1891),
Robert Drechsler (1860), Arthur Dreifus (1914), Blanka Dreifus geb. Kunder
(1888), Hilde Dreifuss geb. Jean (1905), Johanna Dreifuss geb. Simon
(1859), Juliane Dreifuss geb. Francke (1861), Kurt Dreifuss (1898), Lore
Dreifuss (1933), Max Dreifus (1884), Dr. Ludwig Dreifuss (1886), Robert Dreifus
(1900), Bruno Drexler (1892), Hedwig Drexler
geb. Freudental (1870), Jonathan Drexler (1892), Robert Drexler (1860), Elsa
Ehrlich (1883), Konrad Ehrlich (1892), Max
Faber (ca. 1890), Rosa (Ruya) Faber geb. Landau (1890), Viktor Faber (1884),
Ernst Fetterer (1906), Meta Fey (1900), Lina Fleischmann geb. Schohl (1881),
Ernst Frank (1877), Flora Frank geb. Kahn (1894), Melitta Frank geb. Kern (1880),
Sigmund Frank (1872), Alfons Maximilian Freudmann (1905), Gert Freudmann (1936),
Artur Freund (1906), Auguste (Gitel) Freund geb. Loewy (1872), Paul Freund
(1871), Ella Fried geb. Hirschfeld (1889), Leib Gellsinger (1887), Arnulf Glewitzki
(1932), Johanna Goldschmidt (1877), Olga Grünblatt geb. Pakula (1870), Leo
(Leib) Hammer-Hellsinger (1887), Olga Heilbronner geb. Scheuer (1884), Hermann
Heimann (1899), Auguste Hertz geb. Frank (1882), Emilie Herz geb. Friedländer
(1889), Gustav Herz (1883), Julius Herz (1922), Hermine Pauline Hirsch
(1873), Irene Hofmann geb. Faber (um 1908), Joachim Hofmann (1933), Jakob Jacobs
(1869), Hedwig Jakob
(1895), Karoline Jakob (1885), Leopold Jakob (1884), Lina Jakob geb. Hamburger
(1885), Helene Joachim geb. Strauss (1872), Recha Joseph (1875), Hans Kaplan
(1928), Helga Kaplan (1932), Emilie Katzenstein (1868), Salomon Kaufmann (1923),
Isidor Kern (1884), Irma Koblenzer geb. Wolfsheimer (1893), Herbert Kohlmann
(1927), Werner Kohlmann (1925), Riwka Kollender geb. Wildman (geb.
?), Salomon Kollender (geb. ?), Bertel Kollender (1906), Gert Konopka (1928),
Julius Korn (1934), Edith Kratzer geb.
Laufer (1901), Joseph Kratzer (1925), Paul Kratzer (1927), Wolf Israel Kratzer
(1894), August Benjamin Küchler (1883), Betty Kusel (1909), Paula Kusel (1906),
Rosa Kusel geb. Hirsch (1872), Rose Kusel (1937), Julius Lamm (1886), Erna Rosa Levison geb.
Kahn
(1905), Bertha Levy geb. Rauner (1888), Blondine Levy (1879), Friedrich (Fritz) Levy (1900), Helena Levy geb. Levy (1887)
Johanna Levy geb. Fetterer (1902), Max Levy (1863), Therese Levy geb. Levy
(1878), Rosa Lewin geb. Urbach (1864), Edith Maier (1922), Dina Mainzer
geb. Pauli (1889), Benoit Malz (1925), Paula Mandel geb. Brück (1884), Eugen Mandel
(1872), Selma
Mansbach geb. Wolff (1875), Fischel Markdorf (1878), Lina Markdorf geb.
Buchsbaum (1880), Emma
Markus geb. Kahn (1878), Elsa Mayer geb. Beiersdorf (1886), Josef Mayer (1901),
Karl Mayer (1893), Robert Mayer (1885), Dr. Bela Meyer
(1901), Emma Anna Meyer geb. Drexler (1878), Walter Meyer (1903), Berta Michel geb. Dreyfuss (1867),
Erna Michels geb. Wolfsheimer (1896), Kurt Mohr (1891), Selma Mohr
geb. Walther (1899), Flora Moritz geb. Berg (geb. ?), Hedwig Moses (1906),
Gustav Moritz (geb. ?), Hedwig Moses (1906), Margarete Moses geb. Simon (1900), Willi Nathan (1921), Fanni Neu geb. Kiefe (1879), Hedwig
Neu geb. Rauner (1884), Clementine Neuberger (1902), Irene Neuhaus geb. Marcus (1886), Eugen Oppenheimer (1875), Rosalie Oppenheimer geb.
Forst (1873), Lina Potolowsky geb. Frank
(1866), Berta Reininger geb. Strauss (1908), Emanuel Rheinheimer (1869), Erna
Rheinheimer (1899), Walter Rheinheimer (1906), Richard Rotschild (1911), David
Rubin (1880), Olga Rubin geb. Dreifus (1892),
Marga Samaskewitz (1935), Olga Samaskewitz geb. Ehrlich (1897), Amalie Samuel
(1906), Johanna Scheyer geb. Rosenberg (1867), Barbara Schohl (1868), Max Schohl (1884), Otto Schohl
(1874), Babette Schragenheim geb. Mann (1889), Alfred Schwarz (1889), Bertha Schwarz geb. Lewy (1893),
Emil Schwarz
(1882), Ernst Schwarz (1919), Hans Schwarz (1925), Heinz Schwarz (1931), Jakob
Schwarz (1872), Lina Schwarz (1885), Paul Selinger (1925), Gertrud (Trude)
Singer (1921), Berta Slodki geb. Levi (1884), Gustav Stern (1887), Thekla Stern
geb. Dreifuss (1897), Jettchen Strauss geb. Mayer (1877), Lucie Strauss geb.
Wolff (1886), Rosa Strauss geb. Jacob (1881), Estera Teller (1883), Samuel
Teller (1908), Martha Sophie Thalmann geb. Wolfsheimer (1896), Rosa Vollmer geb.
Weil (1875), Salli Wachtel (1882), Markus Wagner (1878), Karoline Waldmann geb. Rotter
(1887), Hedwig Wassermann geb. Alexander (1890), Emma Weil geb. Bodenheimer
(1868), Ruth Weil geb. Stern (1915), Max Weilheimer (1887), Debora Wolf (geb.
?), Luise Wolf geb. Blum (1888), Jecheskel Wolff (geb. ?), Max Wolff (geb. ?), Rosa Wolf geb. Kollender (geb.
?), Selma Wolff geb. Bär (1886), Fanny Wolfsheimer geb. Kahn (1862), Gustav
Wolfsheimer (1895), Alexander (Sender) Ziser (1907), Berish Ziser
(1885), Elisabeth Ziser (1915), Kresel Ziser (1888), Malka Ziser (1910), Sara
Ziser (1918), Wilhelmine Zoller geb. Rotter (1889), Elisabeth Zürndorfer geb.
Rheinheimer (1901).
Zur Geschichte der Synagoge
Ein erster Betsaal wurde für die in Pirmasens zugezogenen jüdischen
Familien von Joseph Isaac 1767 in der Buchsweiler "Alée Straß" (d.h.
im Bereich der heutigen Alleestraße) eingerichtet. Allerdings traf
man sich in diesem Raum nur wenige Jahre zu Gebet und Gottesdienst. Die Betstube war so
klein, dass die Frauen während des Gottesdienstes auf der Treppe sitzen
mussten. Auch kam es zwischen Joseph Isaac und den Gottesdienstbesuchern
regelmäßig zu Streitereien. Bereits 1770 wurde aus diesen Gründen der
Betsaal in das Haus des Salomon Alexander (Schwiegervater des ersten
Rabbiners, vgl. Anmerkungen auf der Textseite), gleichfalls in der
Alleestraße verlegt. Leider kam es auch hier zu Auseinandersetzungen, die
allerdings in persönlichen Problemen des Zahn- und Augenarztes Dr. David
Fränckel ihren Grund hatten. Ihm wurde schließlich von Landgraf Ludwig IX.
verboten, weitere Ruhestörungen in der Synagoge zu verursachen.
Wenige Jahre später (um 1778) war die jüdische Gemeinde groß genug geworden
(inzwischen etwa 100 Gemeindeglieder), um an den Bau einer Synagoge denken
zu können. Dafür erwarb man ein Grundstück am Buchsweiler Tor, um dort eine
Synagoge zu erstellen. Allerdings konnte man den Bau aus finanziellen Gründen
nicht vollenden und verkaufte das halbfertige Gebäude an den Landgrafen Ludwig
IX. für 900 Gulden. Nun erstellte die Gemeinde im "Judengässel" (1881
bis 1933 Synagogenstraße, dann Grenadiergässel, nach 1945 Schustergässel,
seit 1995 Synagogengasse) 1780/81 ein kleineres Synagogengebäude,
das allerdings für über 100 Jahre als gottesdienstlicher Mittelpunkt des
Gemeindelebens dienen sollte. Unter
dem von 1828 bis zu seinem Tod 1879 in Pirmasens
wirkenden Rabbiner Oppenheim wurden umfassende Reformen durchgeführt. Die
Synagoge von Pirmasens war in dieser Zeit "stets gewohnt, andern Synagogen
mit der Fackel der Aufklärung voran zu leuchten" (siehe Bericht in der
"Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Juli 1839). Rabbiner
Oppenheim ließ in den 1830er-Jahren eine Kanzel einbauen, führte Lieder und
Gebete in deutscher Sprache ein. Auch ein gemischter Synagogenchor wurde
gebildet, der den Gottesdienst regelmäßig musikalisch bereicherte.
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Juli 1839. Pirmasens
(Pfalz). 14. Juli (1839). Die Synagoge zu Pirmasens stets gewohnt, andern
Synagogen mit der Fackel der Aufklärung voran zu leuchten, hat in neuerer Zeit
abermals einen bedeutenden Vorsprung gewonnen. Durch die Bemühung des
ausgezeichneten Bezirksrabbinen Herrn Oppenheim hat sich ein vierstimmiges
Gesang-Chor gebildet, bestehend aus einigen vierzig Personen israelitischer
Jugend beiderlei Geschlechts, welcher durch unermüdliche Übungen Gesangstücke
aufführt, die der größten Kirchengemeinde Ehre machen würden. Jeden Sonntag
sowie jeden Feiertag, wenn ein deutscher Vortrag gehalten wird, - und dies
geschieht sehr häufig – werden von dem Chor die erbaulichsten Lieder in
deutscher Sprache vorgetragen, die meistens aus dem württembergischen für
Israeliten bestimmten Gesangbuch entnommen sind; bei jeder Trauung, die immer in
der Synagoge stattfindet, wird das Brautpaar von dem Chor mit Gesang empfangen,
und auch vor und nach der Traurede, sowie vor und nach dem Trauungsakt werden
angemessene Lieder mit Musikbegleitung abgesungen. So hat die deutsche Sprache
dahier Eingang in die Synagoge gefunden, ohne dadurch die Hebräische zu verdrängen.
Das Konfirmationsfest aber, welches den 25. Mai letzthin gefeiert wurde, setzte
diesem Allen die Krone auf. Die Konfirmanden waren, mit denen von der Gemeinde
Rodalben und Thaleischweiler
hinzugezogenen, zehn an der Zahl, drei Mädchen und sieben Knaben. Die begleitende Musik wurde von den angesehensten und ausgezeichnetsten
christlichen Musikfreunden hiesiger Stadt ausgeführt, und die christlichen
Lehrer beider Konfessionen wirkten im Chor bei Absingung der dabei abgehaltenen
fünf Lieder zu Erhöhung desselben mit. Der Bezirksrabbine bestieg die
geschmackvolle, mit passenden Inschriften versehene Kanzel – die wir auch ihm
verdanken, und welche eine Zierde der Synagoge ist – und hielt eine geist- und
gemütvolle, der Feier vollkommen entsprechende Rede an seine Gemeinde, für
welche sie gleich rührend, wie voll Erbauung für die anwesenden Christen war.
Sodann wurde die Prüfung der Konfirmanden vorgenommen. Die Jugend beantwortete
die an sie gerichteten Fragen so richtig, mit Präzision und Ausdruck, mit Gefühl
und Wärme, dass es für jeden unverkennbar war, dass sie auch verstehen, fühlen
und erfassen alle die Lehren, zu denen sie sich öffentlich bekannten. Nach
einer feierlichen Anrede an die Konfirmanden legten diese ihr Gelübde ab, der
Rabbine betete für sie auf eine erhebende Weise und sprach den priesterlichen
Segen über sie aus. Das Fest endete mit Absingung des 150. Psalms in hebräischer
Sprache nach der Melodie in der Zeitung des Judentums von 1838. Die höheren –
weltlichen und geistlichen – Beamten, sowie sonstigen Honoratioren hiesiger
Stadt, die alle Lieder mitsangen, erhöhten und verherrlichten durch ihre
Anwesenheit noch mehr, das uns unvergessliche neue Fest, um welches wir, wie
sich ein Altgläubiger aussprach, reicher geworden.
Je seltener jetzt in der Gemeinde Israelis die volle Anerkennung der Verdienste
eines Geistlichen sich findet, desto tiefer fühlen wir den Dank, den wir dem
unsrigen schulden, nachdem er die Veredlung des innern und äußern
Gottesdienstes, die Bildung des Chors, die Verschönerung im Innern des
Synagoge, die Ordnung bei Leichenbegängnissen, sowie den Leseverein ins Leben
gerufen. – |
Mehrfach wurde die Synagoge in den folgenden Jahrzehnten
umfassend renoviert (erstmals 1835) oder im Inneren verändert (neue
Bestuhlung 1837). Da im Laufe der Jahrzehnte die Synagoge für die stark
gestiegene Zahl von Gemeindegliedern nicht mehr ausreichte, wurde um 1880 der
Bau einer neuen Synagoge beschlossen. Die Gemeinde erwarb ein an das bisherige
Synagogengrundstück angrenzendes Grundstück und ließ die alte Synagoge
abbrechen. An ihrem Standort wurde die neue Synagoge erbaut und am 30. August
1884 festlich eingeweiht. In einer großen Prozession wurden die Torarollen
vom neuen Schulhaus am Exerzierplatz, wo in der Übergangszeit die Gottesdienste
stattgefunden hatten, zur Synagoge gebracht. Bezirksrabbiner Dr. Meyer
(Zweibrücken) nahm die Weihe der Synagoge vor. Mit der Einweihung der neuen
Synagoge wurde das "Judengässel" in "Synagogenstraße"
umbenannt.
In den folgenden Jahrzehnten wurde auch die neue Synagoge baulich mehrfach verändert.
1901 wurde sie durch einen erster Anbau vergrößert. 1910 wurde ein
Holzschuppen angebaut. 1912 ist die Frauenempore an den West- und
Nordseiten erweitert worden. Die bis dahin eher klassizistisch geprägte
Innenausstattung wurde in Formen des späten Jugendstils umgestaltet. Die stärkste
äußerliche Veränderung brachte das Jahr 1926 mit sich, als die
Synagoge einen Turm erhielt. Diskutiert wurde, ob den Turm ein Kuppel- oder
Zeltdach krönen sollte. 1934 wurde eine neue Heizung eingebaut.
1900 und 1903 liest man von der Einweihung neuer Torarollen in der
Synagoge:
Zwei neue Torarollen werden eingeweiht
(1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1900: "Pirmasens.
In unserer Gemeinde rüstet man sich zu einer großen Freude. Am kommenden
Schobuothfeste (Wochenfest) werden der Synagoge zwei neue Torarollen,
eins von Herrn Ferdinand Schahl und das Ander von Herrn David Weil, beide
hierselbst, übergeben. S I." |
Der
Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa stiftet eine neuen Torarolle
(1903)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1903: "Pirmasens.
Am letzten Sabbat Chanukka fand hier eine erhebende Synagogenfeier
statt. Die Chewra Kadischa hatte eine, hauptsächlich für Privatminjan
bestimmte, Sefer Thora der hiesigen Kultusgemeinde geschenkt, und zu deren
Einweihung sie unseren Bezirksrabbiner, Herrn Dr. Mayer aus Zweibrücken
einlud. In zündender Beredsamkeit in seiner Derascha (Predigt) wie
Herr Dr. Mayer auf die heutige Bedeutung des Chanukka- und Torafestes,
sowie auf die hohen Ziele der Chewra Kadischa hin. Die Leitung des
Gottesdienstes hatte Kantor Slodki, der wie immer, seine geschulte Stimme
in der herrlichsten Weise ertönen ließ, sodass die Feier allen
Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben wird." |
1911 wurde die Synagoge renoviert - die Gottesdienste konnten in dieser
Zeit im Stadtrats-Sitzungssaal stattfinden.
Die Gottesdienste können vorübergehend im
Stadtrats-Sitzungssaal stattfinden (1911)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. September
1911: "Pirmasens. Da an unserer Synagoge verschiedene
Änderungen vorgenommen werden, stellte Oberbürgermeister Strobel den
Stadtratssitzungssaal zum Abhalten des Gottesdienstes zur
Verfügung." |
Über 50 Jahre lang wurden in der neuen Synagoge unzählige Gottesdienste zu gewöhnlich,
aber auch besonderen Anlässen gefeiert. Ein Festgottesdienst wurde
beispielsweise gefeiert, als Oberlehrer A. Michel nach 39jähriger Wirksamkeit
in Pirmasens im August 1929 in den Ruhestand trat. Darüber berichtete
die Bayrische Israelitische Gemeindezeitung am 1. September 1929:
Pirmasens.
Oberlehrer A. Michel, hier, ist nach 39jähriger Wirksamkeit in hiesiger Stadt
und 46jähriger Gesamttätigkeit im Dienste der Jugendbildung infolge Erreichung
der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Oberlehrer Michel führte
während seiner ganzen Dienstzeit eine allklassige, in den meisten Jahren stark
bevölkerte Schule. Außerdem amtierte er über drei Jahrzehnte als
Religionslehrer an sämtlichen hiesigen Mittelschulen und bis zu seiner
Ruhestandsversetzung auch als Kantor an der hiesigen israelitischen
Kultusgemeinde. Es war demnach ein voll gerüttelt Maß von Arbeit auf seine
Schultern gelegt. – Am letzten Schultage des abgelaufenen Semesters
versammelten sich seine Berufsgenossen des Luitpoldschulhauses im Lehrerzimmer
zur Verabschiedung von ihrem seit 17 Jahren in diesem Schulhause tätig
gewesenen Kollegen. Hierbei hielt der Schulleiter Oberlehrer Wilhelm Klein unter
Überreichung eines herrlichen Straußes Rosen an den Scheidenden eine
Abschiedsansprache, in der er dessen Tätigkeit als Volksschullehrer, als
Religionslehrer an den Mittelschulen, als Mitglied des Bezirks- und Lokallehrervereins und als langjährigen Lehrervertreter in der ehemaligen
Ortsschulkommission lobend gedachte und auf das jederzeit bestandene kollegiale
und freundschaftliche Verkehrsverhältnis zwischen Oberlehrer Michel und seinen
Amtsgenossen hinwies. Am gleichen Tage gaben auch die Schüler ihrem scheidenden
Lehrer in ihrem Lehrsaale eine Abschiedsfeier von großer Herzlichkeit. Man sah
es den Kleinen an, wie sehr ihnen die dauernde Trennung von ihrem langjährigen
Lehrer, der schon der Lehrer ihrer Eltern gewesen, zu Herzen ging. In
stattlicher Anzahl fanden sich die Mitglieder der Kultusgemeinde zu einem am
letzten Samstag zu Ehren des in den Ruhestand Getretenen veranstalteten Fest-
und Abschiedsgottesdienste in der Synagoge ein. Hierselbst hielt der Vorstand
der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Karl Dreifuß, nach vorausgegangener Überreichung
eines sinnigen Erinnerungsgeschenkes eine tief empfundene Dankesansprache der
langjährigen vielseitigen Tätigkeit desselben auf dem Gebiete der Schule und
des Gottesdienstes zum Inhalte hatte. Der Gefeierte erwiderte in bewegten
Dankesworten für das ihm seitens der Kultusgemeinde jederzeit bewiesene
Wohlwollen, für die seiner unterrichtlichen Tätigkeit entgegengebrachte
Unterstützung und für die vielfachen Ehrungen, die ihm in den letzten Tagen
aus Anlass seiner Versetzung in den Ruhestand bereitet wurden. Aus seinem
hierbei gehaltenen Rückblick muss die interessante Feststellung hervorgehoben
werden, dass an der israelitischen Schule hierselbst vom Jahre 1843 an bis heute
nur zwei Lehrkräfte mit einer Gesamtdienstzeit von 86 Jahren gewirkt haben."
("Pirmasenser Zeitung").
Auch die Regierung und Stadtschulbehörde sprachen dem in Ruhestand Getretenen
Anerkennung und Dank für seine langjährige treue Dienstleistung aus.
|
Links:
Nach der Zurruhesetzung von Oberlehrer A. Michel wurde seine Stelle neu
ausgeschrieben (Quelle: Bayrische Israelitische Gemeindezeitung vom 15.
August 1929). |
Letztmals wurde vermutlich am 5. November 1938 ein Gottesdienst in der
Synagoge gefeiert. Beim Novemberpogrom 1938 rückten am frühen Morgen
des 10. November Nationalsozialisten aus Pirmasens unter Anwesenheit der
gesamten Kreisleitung an. Die Fenster der Synagoge wurden aufgebrochen, die Räume
mit Benzin übergossen und angezündet. Einige Zeit nach der Brandstiftung
rückte die Feuerwehr zum Schutz der umliegenden Gebäude an. Das Gebäude
brannte völlig aus. Am Vormittag wurden Schulklassen zur Besichtigung der
Brandstelle herangeführt. Im Frühjahr 1939 wurde die Ruine durch den
Technischen Notdienst gesprengt, die Trümmer abtransportiert und der Platz
eingeebnet. Die jüdische Gemeinde musste für den Abbruch der Synagoge 650 RM
bezahlen.
Am Tag nach dem Synagogenbrand bot der Prediger der Methodistengemeinde Hermann
Mann der jüdischen Gemeinde die Zionskirche gegenüber der Synagoge für den
Sabbatgottesdienst an. Kantor Markus Slodki musste auf Verlangen der Nazis das
Angebot ablehnen. Bis zu der Deportation im Oktober 1940 konnten die in
Pirmasens noch lebenden jüdischen Gemeindeglieder in der Wohnung eines
Gemeindeglieds Gottesdienste abhalten. Allerdings war jeder Gottesdienst bei der
Polizei anzumelden.
Am 22. Februar 1939 übernahm die Stadt das
Synagogengrundstück und verkaufte es am 30. Januar 1941 für 670 RM weiter,
entweder an eine benachbarte Privatperson oder die gleichfalls benachbarte
Kartonagenfabrik. Zunächst wurde nur eine Garage und ein Ziergarten
angelegt.
Nach 1945 kam das Grundstück im Zusammenhang mit dem Restitutionsverfahren
im Dezember 1951 an die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz, die
jedoch keinen Bedarf hatte und es an einen Pirmasenser Kaufmann für 2.200 DM
veräußerte. In den folgenden Jahren wurden Wohnhäuser auf dem Grundstück
erstellt. Am 12. Januar 1979 ist an der verlängerten Mauer der gegenüberliegenden
Methodistenkirche eine Gedenktafel angebracht worden. Der Text
lautet: "In dieser Gasse stand die Synagoge. Sie wurde am 9. Nov. 1938
niedergebrannt. Möge aus Trauer und Scham über das den Juden zugefügte Leid
neue Menschenachtung und Gerechtigkeit entstehen".
Adresse/Standort der Synagoge: Synagogenstraße
Fotos
(Quellen: Publikationen von O. Weber und dem Landesamt, s.Lit.)
| Historische Fotos / Pläne |
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Blick auf die Synagoge (Pfeil) |
Innenansicht mit Blick zum
Toraschrein |
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| Pläne für den
Anbau des Turmes mit den Alternativen Kuppel- oder Zeltdach |
Längsschnitt mit Eintragung
der Frauenempore |
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| Die Zerstörung
der Synagoge am 10. November 1938 |
Der Abbruch der Synagoge |
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Die Gedenkstätte für die
Synagoge in der Synagogengasse
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 20.4.2006) |
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| Straßenschild, darunter: |
Die Synagogengasse -
Blickrichtung wie die obige historische Ansicht |
Synagogengasse - links stand
die Synagoge, rechts die heutige Gedenkstätte |
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| Ergänzendes Hinweisschild:
Synagogengasse, bis 1881 Judengässel, bis 1933 Synagogenstraße, bis 1945
Grenadiergässel, bis 1995 Schustergässel. |
Gedenkstätte
gegenüber dem Synagogenstandort mit Inschrift: In dieser Gasse stand die
Synagoge. Sie wurde am 9. November 1938 niedergebrannt. Mögen aus Trauer
und Scham über das den Juden zugefügte Leid neue Menschenachtung und
Gerechtigkeit entstehen. |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Karl Füchs / Michael Jäger: Synagogen der
Pfälzer Juden. Vom Untergang ihrer Gotteshäuser und Gemeinden. 1988
(Selbstverlag). |
 | Bernhard Kukatzki: Juden in Pirmasens - Spuren ihrer
Geschichte. Hrsg. Stadt Pirmasens. Pirmasens 2004. |
 | Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992. |
 | Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis
heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz.
Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in
Landau. 2005. S. 231-238. (ausführliche, auch auf Angaben und Quellen von
Zeitzeugen und deren Familien beruhende Darstellung). |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 311-314 (mit weiteren Literaturangaben).
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 | Otmar Weber: Der Novemberpogrom von 1938 in
Pirmasens. Katalog zur Ausstellung in der Lutherkirche und Sparkasse
Südwestpfalz im November 2008.
Anmerkung: Auf 40 Seiten werden an Hand von Texten, Dokumenten und Fotos die Ereignisse vom 10./11. November 1938 in Pirmasens dargestellt.
Schwerpunkte bilden der Synagogenbrand, der Ablauf der „Reichskristallnacht“, die Ausplünderung der Juden im Volksgarten und die Arisierung jüdischer Immobilien, die Beraubung von jüdischem Hab und Gut.
Die Broschüre kostet 7,50 Euro und ist in Pirmasens in den Buchhandlungen Jung & Buchheit und Thalia zu erhalten. In Dahn kann die Broschüre in den Buchhandlungen Ehrhart und Guttenbacher und beim Verfasser
(E-Mail) erstanden werden.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Pirmasens Palatinate. A Jew
was granted a letter of protection in 1767 and five Jewish families were present
in 1772. Their population rose to 140 in 1800 and 209 in 1848. A cemetery was
opened in 1813, a Jewish elementary school in 1828 (attended by 50 children in
1834) and a new synagogue in 1884. In 1863, a Jew was elected to the municipal
council. Jewish breadwinners in 1879 included an vinegar manufacturer, butcher,
lumber merchant, livestock dealer, dyer, and ragpicker. The Jewish population
continued to expand, reaching 528 (total 30.195) in 1900 and a peak of 800 in
1924. In 1933, the Jewish population was 574. With the start of the Nazi rule,
the bank accounts of Jews of East European origin were closed and the large
Jewish-owned Ehape department store was seriously vandalized. Nazi pressure
gradually curtailed social and business relations with the local population. The
Jewish hide-processing industry and cattle trade were ended altogether. Between
January 1933 and January 1936, 67 Jews left the city, including 19 for the
United States, 14 for France, and 12 for Palestine. In October 1938, Jews with
Polish citizenship were expelled from the country and in November 1938 numerous
Jewish businesses were "sold" to "Aryans". On Kristallnacht
(9-10 November 1938), the synagogue was burned, Jewish stores were vandalized,
and 82 Jews were sent to the Dachau concentration camp. In all, 19 Jews died in
concentration camps. Fifteen Jews returned after the
war.

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