Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Erbes-Büdesheim (VG Alzey-Land) mit Wendelsheim (VG Wöllstein) (Kreis Alzey-Worms)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge    
Fotos / Darstellungen   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte       
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde               
  
In Erbes-Büdesheim lebten bereits im 16. und 17. Jahrhundert jüdische Personen. 1701 werden zwei Familien mit zusammen 15 Personen genant, 1733 sind es drei Familien. In der Folgezeit blieb die Zahl der jüdischen Einwohner gering: 1824 23, 1830 23, 1905 23 jüdische Einwohner. 1836 lebten zwei der drei Familien in sehr armseligen Verhältnissen. 
   
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Alzey. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten die Erbes-Büdesheimer Juden offiziell zur Synagogengemeinde Flonheim. Dann bildeten sie zusammen mit den Juden in Wendelsheim eine selbständige Gemeinde.
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (Betraum), eine Religionsschule und einen Friedhof. Auch in Wendelsheim bestand für die dort lebenden jüdischen Familien ein Friedhof.       
  
Mitte der 1920er-Jahre bildeten den Synagogenvorstand Ottmar Strauß, H. Hirschbrandt und aus Wendelsheim Fritz Schestowitz. Damals lebten in Erbes-Büdesheim noch 13, in Wendelsheim noch neun jüdische Personen. 
  
Von den 1933 noch am Ort lebenden acht jüdischen Einwohner sind bis 1939 alle vom Ort verzogen oder ausgewandert.  
   
Von den in Erbes-Büdesheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna Baum geb. Strauss (1891), Otto Hirschbrandt (1889), Rosa Kauffmann geb. Mayer (1863), Sophie Kaufmann geb. Levies (1867), Edith Levy (1929), Elisabeth (Else) Levy geb. Strauss (1897), Jacob Levy (1900), Käthe Levy (1936), Kurt Levy (1931), Auguste Strauss (1896), Emilie Strauss (1868), Johannette Strauss geb. Hochschild (1871), Richard Strauss (1888), Ruth Käthe Strauss (1924), Bertha Weil geb. Weinmann (1854).     
 
Von den in Wendelsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Bella Baumgarten geb. Schestowitz (1892), Salomon Berger (1873), Paula Schestowitz (1893)
.  
  
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde wurden in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts noch nicht gefunden.  
     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge                
    
Eine Synagoge (Betsaal) wird 1790 erstmals genannt. Nach einem Bericht von 1849 war "ein Zimmer als Synagoge eingerichtet" (im ersten Stock des Hauses Niedergasse 1). Regelmäßig kamen damals aus Nieder-Wiesen jüdische Männer, damit die Zehnzahl der Männer zum Gebet erreicht war. Das Gebäude gehörte damals einer Familie Strauß  und ging später in den Besitz des Schwiegersohnes Levy über. Über die Inneneinrichtung erfährt man 1849 mehr. Es waren im Betsaal vorhanden: "10 Bänke, 1 'Altar' mit Decke, 5 Vorhänge, 2 Zehngebote, Kleidung derselben, 1 silberne Hand und 1 Posaunenhorn"*. Das Gebäude mit dem Betsaal wurde 1939 von Elisabeth Levy verkauft und wird bis zum heutigen Tag als Wohnhaus verwendet. 
     
*
'Altar' meint den Toraschrank, die 'Vorhänge' die Parochot (Toravorhänge) vor den Torarollen, Zehngebote sind die Torarollen, 'Kleidung derselben' sind die Toramäntel, 'silberne Hand' ist die kleine Hand (Jad, Lesestab) zum Lesen der Torarollen, Posaunenhorn meint das Widderhorn (Schofar), das an den Hohen Feiertagen geblasen wurde
.    
    
    
Adresse/Standort der SynagogeNiedergasse 1  
     
    

Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 3.8.2005) 

ErbesBuedesheim Synagoge 102.jpg (61436 Byte) ErbesBuedesheim Synagoge 101.jpg (47408 Byte) ErbesBuedesheim Synagoge 100.jpg (32819 Byte)
Das ehemalige Haus der Familie Strauß / Levy, in dem sich im 
ersten Stock der Betsaal befand.   
Hinweistafel
 
   
Foto vom Sommer 2010
(Foto: Michael Ohmsen; das Foto in höherer 
Auflösung auf der Website von M. Ohmsen 
mit Fotos zu Erbes-Büdesheim)  
Erbes-Buedesheim Synagoge 250.jpg (76397 Byte)  
   

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

März 2016: In Erbes-Büdesheim werden "Stolpersteine" verlegt  
Anmerkung: In Erbes-Büdesheim wurden zehn "Stolpersteine" in der Hauptstraße und der Niedergasse verlegt: in der Hauptstraße 29 für Amalie Strauss geb. Simon und Auguste Strauss, in der Hauptstraße 18 für Richard, Fanny und Ruth Käthe Strauß sowie in der Niedergasse für die Familie Jakob Levy mit Frau Elisabeth Levy geb. Strauß und ihre Kinder Edith, Kurt und Käthe Levy. Zwei weitere Verlegeaktionen sind geplant.  
In Erbes-Büdesheim werden Stolpersteine verlegt (Allgemeine Zeitung, 25.02.2016)    
Artikel von Paul Lassay in der "Allgemeinen Zeitung" vom 16. März 2016: "Erbes-Büdesheim. Stolpersteine in Erbes-Büdesheim verlegt. 
ERBES-BÜDESHEIM
- Noch einmal wischt Gunter Demnig mit einem Tuch über die beiden Steine. Sand und Wasser weichen, nun glänzen sie golden vor dem Haus Nummer 29 in der Hauptstraße von Erbes-Büdesheim. Sie fallen auf, im grau-blau der anderen Pflastersteine, es sind Stolpersteine. Sie erinnern an Amalie und Auguste Strauss, die hier bis 1942 beziehungsweise 1943 lebten, bevor sie deportiert und ermordet wurden.
Über 57 000 dieser goldenen Stolpersteine wurden bereits in 20 europäischen Ländern verlegt, fast alle davon von Demnig selbst, der das Projekt vor 20 Jahren begann. Dass nun auch in Erbes-Büdesheim zehn Stolpersteine in der Hauptstraße und der Untergasse an die Deportationen und Ermordungen zur Zeit des Nationalsozialismus erinnern, liegt vor allem an Florian Schnitter. Der Medizinstudent ist aus Hamburg angereist, um die Vollendung eines lange andauernden Projekts selbst zu sehen. Über den von Bürgermeister Karl-Heinrich Sailler gegründeten Geschichtsverein begann der Erbes-Büdesheimer bereits 2006, sich mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Erbes-Büdesheim zu beschäftigen..."      
Stolpersteine in Erbes-Büdesheim verlegt (Allgemeine Zeitung, 16.03.2016) 
Informationen in der Website der Gemeinde Erbes-Büdesheim: "Stolpersteine in Erbes-Büdesheim"   
 Fotos der Stolpersteine 
(Quelle: Gemeinde Erbes-Büdesheim=  
Erbes-Buedesheim Stolpersteine 020.jpg (49956 Byte) Erbes-Buedesheim Stolpersteine 021.jpg (43707 Byte) Erbes-Buedesheim Stolpersteine 022.jpg (58126 Byte)
  Stolpersteine für Richard, Fanny und 
Ruth Käthe Strauß in der Hauptstraße 18
Stolpersteine für Jakob, Elisabeth, Edith Amalie,
 Kurt Gustav und Käthe Levy in der Niedergasse 1 
Stolpersteine für Amalie Strauss geb. Simon
 und Auguste Strauss in der Hauptstraße 29
 

  
   

Links und Literatur 

Links:

Website der Gemeinde Erbes-Büdesheim    
Website der VG Alzey-Land  
Website der Geschichtswerkstatt Erbes-Büdesheim  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Erbes-Büdesheim (interner Link) 

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bd. I S. 164-165.   
Karl Müller: Geschichte von Erbes-Büdesheim. Alzey 2001 (Alzeyer Geschichtsblätter, Sonderheft 16).  
"...und dies ist die Pforte des Himmels" Synagogen - Rheinland-Pfalz. Saarland. Hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz mit dem Staatlichen Konservatoramt des Saarlandes und dem Synagogue Memorial Jerusalem. 2005. S. 146 (mit weiterer Lit.).  

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Erbes-Buedesheim  Hesse. Numbering only 39 (4,7 % of the total) in 1880, the community had its own synagogue and burial ground. Only eight Jews remained; practically all left by 1939.  
      
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 24. April 2016