Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Nieder-Flörsheim (Gemeinde Flörsheim-Dalsheim, Kreis Alzey-Worms)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Sonstiges   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde        
    
In Nieder-Flörsheim (als Ort urkundlich bereits 768 erwähnt) bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1920. Ihre Entstehung geht in die Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Seit den 1790er-Jahren lassen sich jüdische Einwohner am Ort nachweisen.
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 sieben Familien mit 31 Personen, 1816 37 jüdische Einwohner, 1828 46, 1861 56, 1867 51. Der Anteil an der Gesamteinwohnerschaft betrug zwischen 6 und 8 %. Seit den 1860er-Jahren ging die Zahl der jüdischen Einwohner stark zurück, sodass 1900 nur noch 22, 1905 20 jüdische Einwohner gezählt wurden.  
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Dalsheim beigesetzt.  Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war im 19. Jahrhundert zeitweise ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. In den 1860er-Jahren hatte Nieder-Flörsheim noch einen eigenen Religionslehrer, spätestens 1893 teilte man sich den Religionslehrer gemeinsam mit der Nachbargemeinde Monsheim (vgl. Ausschreibungstexte der Stellen unten). Seitdem (belegt durch die Anzeigen unten von 1898 / 1903) hat man offenbar nur noch zu den hohen Feiertagen im Herbst einen Vorbeter angestellt. 
     
1924 gehörten die noch 6 jüdischen Einwohner in Niederflörsheim gemeinsam mit den in Hohensülzen lebenden fünf jüdischen Personen zur Gemeinde in Monsheim. Diese Orte waren dem Rabbinatsbezirk Worms zugeteilt. 
    
1933 wurden noch vier jüdische Einwohner gezählt (David Mayer mit Frau Jenny Mayer geb. Krämer und Sohn Lothar Mayer sowie der 1941 gestorbenen Sara Krämer.  
    
Dalsheim Friedhof 109.jpg (75841 Byte)Von den in Nieder-Flörsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  
David Mayer (1896), Jeanette (Jenny) Mayer geb. Krämer (1895), Kornelia Mayer (1879, wohnhaft Stuttgart), Lothar Mayer (1926), Siegfried Mayer (1881, wohnhaft Hamburg).  
Foto: Grabstein für Saara Krämer geb. Mayer im jüdischen Friedhof in Dalsheim mit Gedenkinschriften für die nach der Deportation ermordete Familie Mayer. 
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1861 / 1893 
beziehungsweise eine Vorbeters für die hohen Feiertage (1898 / 1903)

N Floersheim Israelit 13021861.jpg (72641 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Februar 1861: "Anzeige. Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers in der Gemeinde Niederflörsheim, Kreises Worms, ist vakant. Mit dieser Stelle ist ein jährlicher Gehalt von 200 Gulden nebst freier Wohnungen verbunden; auch wäre es von Vorteil für den Lehrer, wenn er den Schächterdienst hierorts versehen könnte. - Allenfallsige Bewerber wollen sich alsbald in portofreier Eingabe an den Unterzeichneten wenden. Niederflörsheim, am 28. Januar 1861. Der Vorstand: Ludwig Mayer II."
   
N Floersheim Israelit 05061893.jpg (42410 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1893: "Die israelitischen Religions-Gemeinden Monsheim und Nieder-Flörsheim in Rheinhessen suchen per sofort einen Religionslehrer, der zugleich Vorbeter und Schochet sein muss. Fixes Gehalt Mark 500, Nebenverdienste ungefähr Mark 300 per Jahr. Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten wenden. Monsheim, den 1. Juni 1893. M. Goldschmitt."
    
    
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1898
"Wir suchen auf Neujahr und Versöhnungstag einen Vorbeter. Derselbe muss auch Baal Tokea sein. 
Offerten mit Gehaltsansprüchen sind zu richten an den Vorstand 
Joseph Mayer,  
Nieder-Flörsheim."      
 
Niederfloersheim Israelit 14091903.jpg (30573 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1903: "Vorbeter 
für die hohen Feiertage gesucht. 60 Mark Vergütung nebst freier Kost und Logis. 
Der Vorstand:
 
M. Leopold, Niederflörsheim."

   
 
 
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabstein in New York für Bernhard Denzer aus Nieder-Flörsheim (1808-1886)       
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn.      

Niederflorsheim New York Salem 1833.jpg (104811 Byte)   Niederflorsheim New York Salem 1833a.jpg (101055 Byte) Grabstein für "My beloved Husband 
Bernhard Denzer
 
Born in Niederflörsheim 
Hessen - Darmstadt, Germany  
June 27, 1808 
Died June 12, 1886".  

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge         
   
Eine Synagoge wird 1851 genannt. Sie dürfte auf Grund des Baustiles bereits Ende des 18. Jahrhunderts erstellt worden sein. Es handelt sich um einen schlicht verputzten Saalbau mit hohen Rundbogenfenstern. 
  
Bereits um 1900 war es auf Grund der zurückgegangenen Zahl der jüdischen Einwohner schwierig, regelmäßig die nötige Zehnzahl jüdischer Männer (Minjan) zum Gottesdienst zu bekommen. Zumindest an den Feiertagen wurden noch Gottesdienst abgehalten (s.o. Anzeige 1903). 
 
1920 wurde die Synagoge jedoch endgültig geschlossen, das Gebäude verkauft. Es ist als Scheune erhalten und steht seit 1982 unter Denkmalschutz.  
    
    
Adresse/Standort der SynagogeUntergasse 8 (neben dem evangelischen Gemeindehaus)        
    
    
Fotos    

Das Gebäude der ehemaligen 
Synagoge im März 2013
 
(Fotos: Michael Ohmsen, vgl. Fotoseite 
von M. Ohmsen zu Flörsheim-Dalsheim
)  
 Dalsheim Synagoge 050.jpg (254466 Byte) Dalsheim Synagoge 051.jpg (57219 Byte)

Das Gebäude der ehemaligen Synagoge mit Inschriftentafel - Text: "Synagoge
- Reste der ehemaligen Synagoge. Sie wurde erstmals 1851 erwähnt. 
- Wahrscheinlich Ende des 18. Jahrhunderts als Saalbau mit hohen Rundbogenfenstern erstellt. 
- 1920 wurde sie geschlossen und an Privatleute verkauft. Heute dient sie als Scheune und steht seit 1982 unter Denkmalschutz.
Ortsgemeinde Flörsheim-Dalsheim."    

     

   
    

Links und Literatur

Links:   

Website der Gemeinde Flörsheim-Dalsheim    

Literatur:  

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 150 (mit weiteren Literaturangaben).  

    
  n.e.       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. Oktober 2013