Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Büdesheim (Stadt Bingen, Kreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Kennkarte aus der NS-Zeit    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde           
    
In Büdesheim bestand eine kleine jüdische Gemeinde im 19./20. Jahrhundert. 1804 wurden 34 jüdische Einwohner gezählt, 1808 sind es sieben jüdische Haushaltungen mit zusammen 46 Personen. 1824 wurden 40 jüdische Einwohner gezählt und 1861 ein Höchststand von 76 Gemeindegliedern erreicht. Danach ging die Zahl zurück: 1900 wurden noch 35 jüdische Einwohner gezählt, 1931 noch 26. Auf Grund der zurückgegangenen Zahl der Gemeindeglieder wurde die Gemeinde 1927 der jüdischen Gemeinde in Bingen angeschlossen. 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war im 19. Jahrhundert einen Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Viele Jahre war Abraham Levi in der Gemeinde tätig. Er erhielt 1891 zu seinem 60jährigen Dienstjubiläum vom Großherzog eine Auszeichnung (siehe Text unten). Nach seiner Zurruhesetzung wurde die Stelle zum 1. Juli 1892 neu ausgeschrieben (siehe Anzeige unten).   
    
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: etwa 20 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Die sieben letzten jüdischen Einwohner wurden 1942 deportiert.    
    
Von den in Büdesheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): u.a. Ignatz Gerothwohl (1881), Max Kahn (1878). 
   
Anmerkung: Die Recherche über die aus Büdesheim bei Bingen stammenden Personen ist erschwert durch mehrfach unpräzise Angaben, ob Büdesheim bei Bingen oder Büdesheim in Oberhessen gemeint ist.   
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 

Auszeichnung des Religionslehrers Abraham Levi  zum 60jährigen Lehrer-Jubiläum (1891)    

Buedesheim bBingen Israelit 06081891.jpg (176383 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1891: "Aus Rheinhessen. Das 'Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 19' bringt unter anderem zwei Mitteilungen, die auch für jüdische Leser von Interesse sind. 1.( der Rabbiner des Rabbinats Alzey, Dr. David Rothschild wurde entlassen. 2.) der israelitische Religionslehrer Abraham Levi in Büdesheim (Kreis Bingen) wurde vom Großherzoge mit dem allgemeinen Ehrenzeichen dekoriert. Über die Dekoration des Herrn Levi, respektive über dessen 60jähriges Jubiläum bin ich in der Lage, Ihnen Ausführliches zu berichten. Nachdem auf Anregung des Rabbiners von Bingen, Herrn Dr. Grünfeld, die seinerzeit in Darmstadt tagende Konferenz israelitischer Lehrer dem Jubilare ein Glückwunschtelegramm gesandt und Herr Dr. Grünfeld ersterem im Namen der Schüler ein ansehnliches Geldgeschenk in Form von Wertpapieren unter gleichzeitiger Beglückwünschung im Namen der Lehrer des Kreises und in seinem eigenen übergeben hatte, fand am Samstag, den 11. Juni die Überreichung des Ordens statt. Es waren zu diesem Zwecke in Büdesheim erschienen: Der Großherzogliche Amtmann Wick in Vertretung des erkrankten Kreisrates, der Großherzogliche Kreisschulinspektor Krämer und der Großherzogliche Kreisrabbiner Dr. Grünfeld. Die Überreichung des Ordens geschah durch den Amtmann in der festlich dekorierten Gemeindeschule im Beisein des Bürgermeisters und sämtlicher Lehrer der Büdesheimer Schulen, sowie des Vorstandes der israelitischen Gemeinde und zahlreicher anderer Gäste. Nachdem der Amtmann in einer herzlichen Ansprache den Orden übergeben hatte, sprach der Jubilar Worte des Dankes, worauf Herr Dr. Grünfeld das Hoch auf den Großherzog ausbrachte. Kreisschulinspektor Krämer besprach in sinniger Weise die Leiden und Freuden des Lehrers und feierte den Jubilar als gewissenhaften, tüchtigen Schulmann. Die Festteilnehmer saßen noch lange gemütlich beisammen. Es wurden auf die Familie des Lehrers Levi auf die Großherzogliche Kreisschulkommission, auf das Rabbinat Bingen Toaste ausgebracht. War es in der sonst so trüben Zeit des Antisemitismus als eine Heiligung des Gottesnamens zu betrachten, dass die Vertreter der Regierung bis zum Schlusse ausharrten so finden wir für die seltene Tatsache, dass man auch einen Religionslehrer, der eigentlich nicht im öffentlichen Staatsdienst steht, des Dekorierens für würdig erachtet, kaum Worte genug des Dankes, und der Hoffnung, dass unter einer solch erlauchten und toleranten Regierung das wüste Treiben des Antisemitismus bald sein Ende erreichen muss. Dem würdigen Jubilare wünschen wir aber aus vollem Herzen noch ein recht glückliches und gesegnetes Alter."

   
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers, Vorbeters und Schochet 1892    

Buedesheim bBingen Israelit 05051892.jpg (29150 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Mai 1892: "Wir suchen zum 1. Juli dieses Jahres einen Religionslehrer, Chasan und Schochet. Fixum 550 Mark, bei freier Wohnung. Nebenverdienste ca. 200 Mark. Unverheiratete Bewerber wollen sich wenden an 
Leon Feist
, Büdesheim bei Bingen."

      

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarten für den in Büdesheim 
geborenen Hermann Nathan
 
 Buedesheim KK MZ Nathan Hermann.jpg (91116 Byte)    
  Kennkarte (Mainz 1939) für Hermann Nathan (geb. 28. April 1874 in Büdesheim Kreis Bingen), Weinhändler     

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge             
     
Adresse/Standort der SynagogeProfessor-Kraus-Straße (ehem. Martinstraße) 20               
     
     
Fotos   

Fotos zur jüdischen Geschichte in Büdesheim sind noch nicht vorhanden; über 
Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica";
 Adresse siehe Eingangsseite.
 
     

   
     

Links und Literatur  

Links:

Website der Stadt Bingen  
Private Website zu Bingen-Büdesheim  
Zur jüdischen Geschichte in Bingen siehe auch die Seiten des Arbeitskreises "Jüdisches Bingen"  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 2 S. 75 (Kurzhinweis innerhalb der Darstellung zu Bingen)
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 115 (mit weiteren Literaturangaben). 

  
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. April 2015