Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schifferstadt (Rhein-Pfalz-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen        
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte     
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
     
In Schifferstadt bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurück. Doch gab es offenbar schon im 17. Jahrhundert einzelne jüdische Bewohner (1662 Jacob Jud zu Schiuerstatt). Zwischen 1715 und 1747 werden gleichfalls jüdische Personen am Ort genannt.  
   
Um 1800 lebte eine jüdische Familie am Ort (Marx Isack mit Frau Hindel; späterer Familienname Landmann). 1815 wurden zwölf jüdische Einwohner gezählt, 1848 acht Familien mit 37 Personen. 1856 wurde auf Grund der rechtlichen Bestimmungen einer königlich-bayerischen Verordnung vom Januar 1854 von den damals sieben jüdischen Familien eine selbständige jüdische Gemeinde gegründet. Man wollte sich keiner anderen Gemeinde zuteilen lassen, da die Entfernung zur nächsten jüdischen Gemeinde eine Stunde betrug. Bis 1890 nahm die Zahl der jüdischen Einwohner auf 60 Personen zu, um danach durch Aus- und Abwanderung langsam zurückzugehen.  
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe Ausschreibungen unten). Folgende jüdische Lehrer sind bekannt: 1856 Isaak Strasburger, 1867 David Mayer (s.u.), 1872 Hermann Caspary, 1873 Lehrer Heymann, 1876-1877 Julius Dreyfuss aus Schirrhofen/Elsass, danach in Saint Dizier, 1878/79 Levi Stein aus Crainfeld, 1881 Bernhard Wunsch aus Wiess/Böhmen, 1884 bis 1897 Samuel Michel aus Freilingen (starb 1904 im Alter von 90 Jahren; Grabstein siehe Foto unten), 1897-1899 Abraham Kottke aus Niepotomice (zuvor in Groß-Bockenheim, Geinsheim und Ruchheim tätig), 1900 Max Bienheim aus Magdeburg, 1903 Josef Lang (wohnte in Rheingönheim, tätig für Schifferstadt, Otterstadt und Waldsee), 1903-1909 Benno Müller, 1910 Kantor Silberstein, 1911-1917 Benno Grünberg (später Lehrer in Speyer, 1940 deportiert nach Gurs, in Auschwitz ermordet), 1917-1920 David Jakob aus Weitersweiler, später in Böhl tätig, 1929-1931 Lehrer Aschenbrand aus Laubach/Hessen, 1931 Lehrer Wilkow, nach Dublin ausgewandert). Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Frankenthal.    
   
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Moritz Landmann (geb. 9.1.1888 in Schifferstadt, gef. 27.6.1917). Den jüdischen Familien gehörten Vieh- und Pferdehandlungen sowie  Landesproduktenhandlungen, einige hatten Gewerbebetriebe eröffnet (Schuhwarengeschäft Landmann, Kaufhaus Bender, Manufakturwaren Mayer u.a.m.). 
   
Um 1925
, als noch 48 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten, waren die Vorsteher der Gemeinde Adolf Reiß, Max Löb, Jakob Groß und Jakob Rubel. Als Lehrer wirkte der schon genannte Herr Aschenbrand (bis 1931). Er erteilte Religionsunterricht für insgesamt vier jüdische Kinder, davon zwei an öffentlichen Schulen. 1928 bildeten den Synagogenvorstand Adolf Reiß, Max Löb, Jakob Groß.  1932 war erster Vorsitzender der Gemeinde weiterhin Adolf Reiß, 2. Vorsitzender und Schatzmeister Sigismund König, 3. Vorsitzender Max Löb.
    
1933 lebten noch 35 jüdische Personen in Schifferstadt. Durch die zunehmenden Repressalien und die Auswirkungen der Boykottmaßnahmen verließen in den folgenden Jahren mehrere den Ort, sodass 1936 nur noch 26, 1937 24, 1938 20, Mai 1939 11, Oktober 1940 drei jüdische Einwohner gezählt wurden. 18 der 1933 hier wohnhaften Personen war die Auswanderung gelungen. Diejenigen, die in Schifferstadt blieben und mehrere, die in andere Orte verzogen waren, wurden deportiert, die meisten im Oktober 1940 in das KZ Gurs, Südfrankreich.    
      
Von den in Schifferstadt geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emma Kinsky geb. Landmann (1876), Ferdinand Landmann (1883), Hanna Barbara Levy (1935), Leo Levy (1900), Meta Carola Levy geb. Löb (1904), Rosa Levy geb. Schwarz (1892), Klara Mängen geb. Landmann (1878), Johanna Mayer geb. Schwarz (1876), Kurt Mayer (1904), Mina (Minna) Mayer geb. Löb (1903), Frieda Rebekka Prochownik geb. Gelbart (1879), Cäcilia Reiss (1874), Jakob Rubel (1877), Moses Weiler (1882), Pauline Weiler geb. Freundlich (), Rolf Weinstock (1920), Emilie (Emmy) Wolf geb. Landmann (1897).     
      
      
      
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle der Religionslehrers/Vorbeters und Schächters 1874 / 1877 / 1878 / 1879 / 1884 / 1909
Anmerkung: aus den Ausschreibungstexten geht auch der jeweilige Name des Kultusvorstandes der Gemeinde hervor. Während 1875 noch Heinrich Loeb unterzeichnete, ist Kultusvorstand im langen Zeitraum von 1877 bis mindestens 1909 Leopold Mayer

Schifferstadt Israelit 13011875.jpg (50955 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1875: "Israelitische Religionslehrerstelle. Die israelitische Religionslehrerstelle zu Schifferstadt (Pfalz) ist erledigt und soll wieder besetzt werden. Mit derselben ist ein Gehalt von 300 Gulden bar und freier Wohnung verbunden. Der damit verknüpfte Schächterdienst sichert einen Nebenverdienst von 100 Gulden. Bewerbungslustige wollen sich beim Unterfertigten persönlich melden. 
Schifferstadt, 23. Dezember 1874. Der Kultusvorstand Heinrich Loeb."
   
Schifferstadt Israelit 14111877.jpg (37334 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. November 1877: "Bekanntmachung. Der hiesige Religionslehrer- und Vorbeterdienst, womit ein Gehalt von 555 Mark 43 Pfennig verbunden ist, wird mit einem 20tägigen Termine zur Bewerbung ausgeschrieben. Der Schächterdienst trägt etwa 100 Mark ein. 
Schifferstadt, 9. November 1877. Der Kultusvorstand: Leopold Mayer."
    
Schifferstadt Israelit 03041878.jpg (63409 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. April 1878: "Bekanntmachung. Der hiesige Religionslehrer- und Vorbeterdienst, womit ein Jahresgehalt von 555 Mark 43 Pfg. verbunden ist, wird mit einem 14tägigen Termine mit dem Bemerken zur Bewerbung ausgeschrieben, dass bei guter Qualifikation und bei Wohlverhalten der Gehalt entsprechend erhöht wird und dass der Schächterdienst außerdem etwa 100 Mark einträgt. Auf ledige Bewerber wird besonders reflektiert. Schifferstadt, 18. März 1878. Der Kultusvorstand: Leopold Mayer."
  
Schifferstadt Israelit 23041879.jpg (47452 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. April 1879: "Bekanntmachung. Der hiesige Religionslehrer- und Vorbeterdienst, womit ein Jahresgehalt von 650 Mark, Nebenverdienste vom Schächterdienst und freie Wohnung nicht angerechnet, wird mit einem 14tägigen Termine zur Bewerbung ausgeschrieben. Auf ledige Bewerber wird besonders reflektiert. 
Schifferstadt (Bayern), 17. April 1879. Der Kultusvorstand: L. Mayer". 
  
Schifferstadt Israelit 21011884.jpg (39695 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1884: "Bekanntmachung. Die israelitische Religionslehrer- und Vorbeterstelle, verbunden mit Schächterdienst, wird mit einem Jahresgehalte von 650 Mark und einem 14tägigen Meldetermine zur Bewerbung ausgeschrieben. Schifferstadt, den 19. Januar 1884. Der Kultus-Vorstand, Leopold Mayer."
  
Schifferstadt Israelit 04081994.jpg (48248 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1884: "Bekanntmachung. Die israelitische Vorbeter- und Religionslehrerstelle dahier, womit inklusive Wohnungsentschädigung ein Jahresgehalt von 650 Mark und außerdem der Schächterdienst mit etwa 100 Mark verbunden ist, wird mit einem 4wöchentlichen Termine zur Bewerbung ausgeschrieben. 
Schifferstadt, den 31. Juli 1884. Der Kultusvorstand L. Mayer."
   
Schifferstadt Israelit 17051900.jpg (76646 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Mai 1900: "Die israelitische Kultusgemeinde Schifferstadt, Bezirksamt Speyer hat die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters zu besetzen. 
Derselbe bezieht einen fixen Jahresgehalt von 600 Mark und außerdem freie Familien-Wohnung bei der Synagoge. Nebenverdienst durch Schächten etc. beläuft sich auf etwa 300 Mark jährlich. 
Bewerber um diese Stelle, welche die Reichsangehörigkeit besitzen, wollen ihre mit Zeugnissen belegten Gesuche bis längstens 9. Juni dieses Jahres bei dem Unterfertigten einreichen. 
Schifferstadt, 14. Mai. Der Synagogenausschuss: gez. Leopold Mayer, Kultus-Vorstand."
  
Schifferstadt Israelit 15041909.jpg (63605 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1909: "Die israelitische Kultusgemeinde Schifferstadt Bezirksamt Speyer hat die Stelle eines Religionslehrer und Vorbeters zu besetzen. Derselbe bezieht einen fixen Jahresgehalt von 600 Mark und außerdem freie Familien-Wohnung bei der Synagoge. Nebenverdienst durch Schächten etc. beläuft sich auf etwa 300 Mark jährlich. Bewerber um die Stelle, welche aus Ausländer sein können, wollen ihre mit Zeugnissen belegten Gesuche bis längstens 15. April diesen Jahres bei dem Unterzeichneten einreichen. 
Schifferstadt, 1. April 1909. Der Synagogen-Ausschuss: Leopold Mayer, Kultusvorstand."

  
Hinweis auf den Lehrer David Mayer (1867 Lehrer in Schifferstadt) 

Lehrer David Mayer (geb. 1835 in Herchweiler, gest. 1901 in Ohio) war 1867 Lehrer der jüdischen Gemeinde in Schifferstadt. Er wanderte später in die USA aus. 
Zur Familiengeschichte siehe: Rolf Michael Mayer: Vom Taunus über Frankfurt und Mannheim nach Fußgönheim, Ruchheim und Mutterstadt. HaLevi - Eppstein - Eppler - Mayer. Vier Namen - eine Familie. 2009. Beitrag eingestellt als pdf-Datei.    

  
Grabstein von Lehrer Samuel Michel in Otterstadt 
(Fotos: Michael Ohmsen, Aufnahmen vom September 2011)  

Lehrer Samuel Michel (geb. in Freilingen)
 war von 1884 bis 1897 
Lehrer in Schifferstadt 
(zuvor in Eßweiler
Schifferstadt Lehrer Michel 011.jpg (134362 Byte) Schifferstadt Lehrer Michel 010.jpg (183266 Byte)
  Übersetzung der hebräischen Inschrift des Grabsteines: "Hier ruht ein gerechter und ehrlicher Mann, / der immer auf dem guten Weg ging. / Seine Seele hing am lebendigen Gott / und seine Taten geschahen zur Ehre Gottes. / Es ist Schmuel Bar Michael / gestorben am 9. Adar / und beerdigt am 12. Adar im Jahr 5664 / Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens".    

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Frieda Mayer wird mit dem "König-Ludwig-Kreuz" ausgezeichnet (1916)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Dezember 1916: "Schifferstadt (Pfalz). Frau Frieda Mayer, Witwe, erhielt für freiwillige Mithilfe im Lazarett und bei Verpflegung der durchreisenden Truppen das 'König-Ludwig-Kreuz'."  
Anmerkung: Frieda Mayer ist möglicherweise identisch mit Fridoline Mayer geb. Singer, deren Ehemann Isaak Mayer 1903 verstorben ist.  

   
90. Geburtstag von Julie Mayer geb. Wolff (1934)   

Schifferstadt Israelit 19071934.jpg (18208 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1934: "Schifferstadt, 15. Juli (1934). Frau Julie Mayer geb. Wolff in Schifferstadt (Pfalz) begeht am 23. Juli ihren 90. Geburtstag. Wir wünschen der Jubilarin weitere Gesundheit. (Alles Gute) bis 120 Jahre." 
Anmerkung: Julie geb. Wolff war die Witwe von Leopold Mayer (siehe unten)  

         
 Isaak Landmann und seine Frau wandern nach Amerika aus (1938)        

Artikel in "Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. Juni 1938: "Aus Schifferstadt. In den nächsten Tagen wandern Herr Isaak Landmann (82 Jahre alt) und seine Frau (72 Jahre alt) von hier nach Amerika zu ihren Kindern aus."      

 
Fotos aus der jüdischen Familie Mayer  
(aus der Sammlung von Afina Broekman, erhalten von Paul Theobald)  
Anmerkung zur Orientierung: Leopold Mayer obere Zeilen) war ein Bruder des Isaak Mayer, von dem das Traueralbum eingestellt ist (untere Zeilen); Ludwig Mayer war ein Sohn von Leopold Mayer (mittlere Zeilen)    

Schifferstadt Fam-Mayer-Wolff.jpg (38026 Byte)  
Familie von Leopold Mayer und Julie geb. Wolff: von links nach rechts: Elise (1871), Emilie (1879), Cäcilia (1880-1968), 
Max (1875), Julie geb. Wolff (1844-1935), Julius (1877), Ludwig (1869-1930), Leopold Mayer (1838-1913) und Anna (1873-1951). 
Vordere Reihe: Clementine (1884-1957), Albert (1889-) und Martha (1882). 
 
    
Schifferstadt FamLudwigMayer.jpg (35705 Byte) Schifferstadt -Mayer-store.jpg (40827 Byte)  
 Die Familie Ludwig Mayer und ihr Ladengeschäft in Schifferstadt. Ludwig war der oben genannte Sohn von Leopold Mayer. 
Ludwig war verheiratet mit Johanna geb. Schwartz. Die beiden hatten einen Sohn Kurt Joseph (1904) 
und zwei Töchter: Erna Amalie (1901) und Alice (1909). 
Im November 2014 wurden für diese Familie "Stolpersteine" in Schifferstadt verlegt (s.u.). 
 
     

Schifferstadt Traueralbum IMayer.jpg (31416 Byte) "Traueralbum dem Andenken meines teueren Gatten Isaak Mayer in Liebe gewidmet. Sterbetag; am 29. November 1903 (11. Kislew 5664) im 56. Lebensjahr". Im Traueralbum (eingestellt als pdf-Datei) findet sich eine Übersicht zu den Jahrzeiten bis 1954 (für 50 Jahre berechnet), Hinweise zu Trauerbräuchen und eine Sammlung von Texten und Gebeten. Ein Foto zeigt Isaak Mayer, die Traueranzeige und einige persönliche Notizen sind gleichfalls eingestellt. Isaak Mayer wurde auf dem Friedhof in Otterstadt am 1. Dezember 1903 im Familiengrabe der Eheleute beigesetzt. Die Trauerrede hielt Rabbiner Dr. Salvendi aus Dürkheim. 
Ein Stammbaum des Verstorbenen ist ergänzen mit den Angaben: Isaak Mayer ist am 20. November 1847 in Schifferstadt geboren. Er war seit dem 20. November 1872 mit Fridelone geb. Singer aus Frankenthal verheiratet. Seine Eltern waren Abraham Mayer und Amalie geb. Wolff. Seine Geschwister waren: Karoline, Jeanette, David, Babette, Johanna und Leopold (siehe oben). Kinder oder Enkel werden nicht genannt. 
Fridoline geb. Singer ist am 17. September 1850 in Lambsheim geboren als Tochter von Isaac (Isaak) Singer (geb. 10. Dezember 1820 in Mußbach an der Haardt, gest. 12. August 1896 in Frankenthal; war als Lehrer und Kantor in Frankenthal tätig, siehe Seite zu Frankenthal) und der Clementine geb. Wolff (geb. 16. November 1832 in Lambsheim, gest. 4. Juli 1915 in Frankenthal); ihre Eltern waren seit dem 6. Juni (in Lambsheim) verheiratet. Fridolines Geschwister waren (alle in Frankenthal geboren): Joseph (1854-1855), Raphael (1856), Anna (1860-1862), Julia (1863 verh. mit Leopold Cahn in Sobernheim), Ludwig (1866-1925), Sigmund (1870-1942 Ghetto Theresienstadt).        

       
      
Weitere Dokumente  
Karte des Gemeindevorstehers Leopold Mayer an Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Bad Dürkheim (1896)
   
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; Leopold Mayer ist oben auf dem Foto mit seiner Familie zu sehen)  

Bad Duerkheim Dok 018.jpg (100080 Byte) Bad Duerkheim Dok 018a.jpg (115994 Byte)

Die Karte wurde am 21. Dezember 1896 vom langjährigen Kultusvorstand der jüdischen Gemeinde Leopold Mayer an Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Bad Dürkheim geschickt: "...Teile Ihnen mit, dass Ihr Antrag auf 200 Mark Wohnungsentschädigung auf meine Veranlassung hin, mit allen Stimmen, außer Vorstand W. Wolf & Speyer glänzend durchgegangen ist, wo ich Ihnen gratuliere. Gruß Leopold Mayer. Schifferstadt 21.12.96".   

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge             
    
Anfang des 19. Jahrhunderts besuchten die in Schifferstadt wohnenden Juden zunächst die Synagoge in Speyer, dann in Böhl. Seit 1826 war ein Betsaal vorhanden. Er war von den jüdischen Familien gemeinsam eingerichtet und mit den nötigen Ritualien ausgestattet worden. Der Standort dieses ersten Betsaales ist unbekannt. Er reichte für die Zwecke der Gemeinde etwa 25 Jahre aus.     
    
Vermutlich auf Grund der größer gewordenen Gemeinde und der gestiegenen Ansprüche erwarben die jüdischen Familie 1851 für 500 Gulden ein Gebäude in der Hauptstraße (damalige Neue Sandgasse) und bauten in diesem einen neuen Betsaal ein (Einweihung am 30. Juli 1852). Das Gebäude hatte die Größe von etwa 9 mal 5 Metern. Der Betsaal nahm davon 6 mal 5 Meter ein, die Lehrerwohnung auf demselben Stockwerk 3 mal 5 Meter. Der Raum war in einen Männer- und einen Frauenbereich unterteilt; es gab separate Eingänge für Männer und Frauen. Platz war für 20 Männer und 12 Frauen vorhanden. Die Bausubstanz des Gebäudes scheint nicht die beste gewesen zu sein, mehrfach standen in den folgenden Jahren Reparaturen an. Dennoch war das Gebäude 1888 in einem baufälligen Zustände. Im Protokoll des Synagogenausschusses hieß es am 15. Juli 1888: "Die Synagoge der israelitischen Kultusgemeinde Schifferstadt ist in den jüngsten Jahren so baufällig geworden, dass sie jetzt entweder ganz niedergelegt oder mit einem großen nicht im Verhältnis zum Werte des Gebäudes stehenden Aufwande gründlich repariert werden muss..." Man beschloss den Verkauf der alten Synagoge und ein Bau einer neuen. Der Beschluss war unter den Familien nicht unumstritten, da die Finanzierung für die relativ wenigen Familien sehr schwierig war. Ein Brand im Vorderhaus zur Synagoge 1890 überzeugte dann jedoch die letzten von der Notwendigkeit eines Neubaus, da die Synagoge so beschädigt werden war, dass das Gebäude alsbald abgebrochen werden musste.   
    
Bis zum Neubau der Synagoge fanden die Gottesdienste im Tanzsaal im Obergeschoss der Wirtschaft "Zu den drei Lilien" in der Kirchenstraße statt (seit 1896 umgebaut zu dem noch bestehenden Schwesternhaus St. Elisabeth). Im Blick auf den auf zunächst 4.800, dann auf 6.200 Mark kalkulierten Neubau der Synagoge wurde 1891 ein 350 qm großes Grundstück an der Bahnhofstraße gekauft. Zur Sammlung von Geldern wurde von den Behörden die Durchführung einer Kollekte im Königreich Bayern erlaubt. In der Zeitschrift "Der Israelit" erschien Ende 1891/Anfang 1892 ein Aufruf für den Synagogenbau in Schifferstadt (nachstehend Aufruf im "Israelit" vom 31. Dezember 1891):

Schifferstadt Israelit 31121891.jpg (149295 Byte)Aufruf für den Synagogenbau in Schifferstadt (Rheinpfalz). Die israelitische Kultus-Gemeinde Schifferstadt, welche aus 8 Familien besteht und im Ganzen 45 Seelen zählt, hielt ihren Gottesdienst bis vor kurzer Zeit in einem ihr zu Eigentum gehörigen kleinen Bethause ab. 
Dieses Bethaus war schon seit mehreren Jahren in einem so schlechten baulichen Zustande, dass eine zweckentsprechende Instandsetzung auf der eigenen Baustelle nicht mehr möglich war. Zum Überflusse wurde dasselbe im vorigen Jahre bei dem Löschen eines Brandes im Nachbaranwesen stark mitgenommen, sodass nach dem Brande nur noch eine Ruine zu erblicken war, an deren Wiederherstellung nicht mehr gedacht werden konnte. Da zu alledem auch die Baustelle sehr ungünstig, nämlich im Hofe eines Privatanwesens zwischen Landwirtschaftsgebäuden gelegen war, blieb der Kultusgemeinde nichts übrig, als die Ruine samt Bauplatz zu veräußern und die Gewinnung eines passenden Betsaales ins Auge zu fassen.
Mangels eines anderen geeigneten Raumes hat die Kultusgemeinde inzwischen als Notbehelf den Tanzsaal in einem Wirtshause gemietet und für die Abhaltung des Gottesdienstes in provisorischer Weise eingerichtet.
Es musste jedoch in kurzer Zeit die Erfahrung gemacht werden, dass diese Einrichtung auf die Dauer ganz unhaltbar ist und dass es für die Kultusgemeinde keinen anderen Ausweg gibt, als sich wieder ein eigenes Gotteshaus zu beschaffen, um den Gottesdienst wieder in würdiger Weise und ohne Störung abhalten zu können. 
Von dieser Notwendigkeit überzeugt, hat die Kultusgemeinde bereits große Anstrengungen gemacht, um die Mittel zum Bau einer eigenen kleinen Synagoge zu gewinnen.
Nach dem vorliegenden Kostenanschlag wird aber der Bau einer den bescheidensten Ansprüchen genügenden Synagoge samt der inneren Einrichtung mindestens 7.000 Mark erfordern. Da  diese Summe samt dem opferwilligsten Sinne der Gemeindemitglieder, von diesen nicht aufzubringen ist, ergeht daher an alle edlen Herzen die ergebenste Bitte, diese kleine israelitischen Gemeinde in ihrem Unternehmen gefälligst unterstützen zu wollen. 
Der Segen des Himmels möge jedem unser frommes Werk Fördernden in reichstem Maße zuteil werden. Für den Synagogen-Ausschuss: Leopold Mayer, Vorstand. 
Das Vorstehende vollinhaltlich bestätigend und aufs Wärmste unterstützend, erkläre ich mich freudig bereit, Gaben für den Synagogenbau in Schifferstadt entgegenzunehmen und dieselben in meinen "Spenden-Verzeichnissen" zu veröffentlichen. Dürkheim a.d. Haardt, 21. Dezember 1891. Dr. Adolf Salvendi, Bezirksrabbiner. 

Die Kollekte für die Synagoge in Schifferstadt erbrachte in der Pfalz 1.272 Mark, im übrigen Bayern immerhin 1.137,62 Mark. Die politische Gemeinde steuerte 1.000 Mark bei.

Schifferstadt Israelit 28011892.jpg (12854 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1892: "Der Gemeinderat in Schifferstadt (bayerische Pfalz) hat der jüdischen Gemeinde zum Bau einer Synagoge Mark 10.000 geschenkt."
Schifferstadt Israelit 18021892.jpg (17195 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Februar 1892: "Schifferstadt. Die hiesige israelitische Gemeinde hat nicht Mark 10.000 von der politischen Gemeinde als Beitrag zum hiesigen Synagogenbau erhalten, sondern nur Mark 1.000.-"   

Der Rest sollte auf die Familien der jüdischen Gemeinde verteilt werden. Die Ausführung des Baus durch Bezirksbauschaffner Münch (Speyer) war nicht ganz einfach, da  das Grundstück so bebaut werden sollte, dass durch die Nachbarhäuser der Synagoge möglichst kein Licht weggenommen werden sollte. Schließlich wurde im Frühjahr/Sommer 1892 der Bau ausgeführt. Am 9. und 10. September 1892 konnte mit einem großen Fest des ganzen Ortes Gemeinde die Synagoge durch den Bezirksrabbiner aus Dürkheim Dr. Jakob Salvendi eingeweiht werden.

Schifferstadt Synagoge 04.jpg (40834 Byte)links das Programm der Einweihung der Synagoge (Anzeige in der Speyerer Zeitung vom 2. September 1892): 
"Einweihung der Neuen Synagoge zu Schifferstadt am 9. und 10. September 1892. 
Festprogramm: Beginn der Feier: Freitag nachmittags 3 1/2 Uhr; Abendgottesdienst 6 Uhr.
abends 8 Uhr. Festbankett im Adler;
Samstag morgens 9 Uhr: Festgottesdienst mit Predigt; 11 Uhr: Parademusik an der Prinzregenten-Linde und Frühschoppen-Konzert;
Samstag nachmittags 3 Uhr: Großes Konzert im grünen Baum; abends 8 Uhr: Festball im Saale zum grünen Baum. Zu dieser unserer Festfeier ladet hiermit höflich ein. Der Synagogen-Ausschuss.
Über die Einweihung berichtete die Zeitschrift "Der Israelit" am 29. September 1892:
Schifferstadt Israelit 29091892s.jpg (137496 Byte)Schifferstadt (Bayrische Pfalz). In erhebender Weise vollzog sich unter überaus lebhafter Beteiligung die Einweihung der neuen Synagoge. Der Festzug formierte sich um 1/2 4 Uhr, unter dem Krachen von Böllersalven, und unter Vorantritt von Schulkindern mit Fahnen und einer Musikkapelle setzte sich derselbe durch die in festlichem Grün und Flaggenschmuck prangenden, von einer dichten Menschenmenge besetzten Straße in folgender Reihenfolge in Bewegung.
Schulkinder mit Fahnen, der Synagogenchor, die Trägerin des Schlüssels mit Begleitung von weiß gekleideten Mädchen, der Synagogenausschuss, drei Toraträger, Bezirksrabbiner Dr. Salvendi aus Dürkheim, Lehrer Michel und Kantor Singer aus Frankenthal, der Vertreter des königlichen Bezirksamtes, Herr Bezirksamtsassessor Esslinger, der Baumeister der Synagoge, Herr Bezirksbauschaffner Münch, der Bürgermeister mit den beiden Adjunkten und dem gesamten Gemeinderat. Diesen schloss sich eine große Anzahl einheimischer und auswärtiger Festteilnehmer an. Am Portal der Synagoge richtete der Vorstand der Kultusgemeinde, Herr Leopold Mayer, an die Versammelten eine herzliche Begrüßungsansprache. Die Tochter desselben überreichte nach Vortrag eines sinnigen Gedichtes den auf sammeten Kissen liegenden Schlüssel dem Bezirksamts-Assessor, welcher nach einer sehr hübschen Ansprache denselben dem Bezirksrabbiner Dr. Salvendi übergab. In einer überaus herzlichen Ansprache dankte dieser dem Vertreter der Regierung für sein Erscheinen und sprach im Namen der Gemeinde der Regierung und allen beteiligten Behörden den tiefgefühltesten Dank aus für die Unterstützung dieses hehren Werkes. Hierauf schloss er die Pforten auf und der Zug trat unter Absingung des "Ono" ein. Nach dem Einweihungsgebete und einem Liede des Synagogenchores hielt Dr. Salvendi die Festpredigt über die Bestimmung und den Zweck des Gotteshauses. Nach der vortrefflichen Predigt folge ein Chorlied, dann das Gebet für die Gemeinde, den Prinzregenten, Kaiser und das Vaterland. 
(bei Sold / Kukatzki s. Lit. S. 148f wird der noch ausführlichere Bericht aus der Speyerer Zeitung zitiert).

Von der Architektur her war die Schifferstadter Synagoge einer der letzten Synagogenbauten, die neuorientalische Stilelemente zeigten. Vorbild hierfür war die 1830-32 von Friedrich Gärtner erbaute Synagoge in Ingenheim. Charakteristisches Element war in Schifferstadt der große Hufeisenbogen über dem Portal, der auf zwei Kapitellen ruhte. Im Inneren hatte die Schifferstadter Synagoge eine flache Decke mit einer blau gestrichenen Decke mit Sternen. Der Aron Hakodesch (Toraschrein) war aus weißlackierten Holz. 
Die Synagoge diente in den folgenden Jahrzehnten als gottesdienstliches Zentrum der jüdischen Gemeinde. Aber auch zu besonderen Feiern und Festen kam man hier zusammen, zum Beispiel, als Lehrer Samuel Michel (Lehrer der jüdischen Gemeinde 1884-1897, gest. 1904 in Schifferstadt) seinen 70. Geburtstag feierte. Dazu berichtete die Zeitschrift "Der Israelit" am 28. Mai 1894:

Schifferstadt Israelit 28051894.jpg (41882 Byte)Schifferstadt. Am 14. Mai (1894) feierte Herr Lehrer Michel hier seinen 70. Geburtstag. Es war seine Familie von Frankfurt am Main, Barmen usw. hierher gekommen, um dieses Fest zu begehen. Um 10 Uhr des Morgen begab sich die ganze Gemeinde in die neuerbaute Synagoge, um dem Jubilar zu gratulieren und zu beglückwünschen. Bei dieser Gelegenheit wurde demselben ein schöner, silberner Pokal mit einer von Herr Siegmund Landmann gehaltenen und mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache überreicht.

Vermutlich wurden bis um 1933 in der Synagoge Gottesdienste gefeiert. Auf Grund des Wegzuges mehrerer Familien seit Beginn der NS-Zeit wurde es immer schwerer, die nötige Zehnzahl der jüdischen Männer zum Gottesdienst zu erreichen. Schon einige Zeit vor 1938 wurde die Synagoge nicht mehr zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge am Morgen des 10. November durch SA-Leute aus Mutterstadt und Schifferstadt niedergebrannt. Zwischen sechs und sieben Uhr ereignete sich eine starke Explosion, da Benzin im Gebäude ausgegossen worden war. Durch die Explosion wurden zwei SA-Leute verletzt. Nach dem Brand blieben nur noch die Grundmauern des Gebäudes stehen. Die jüdische Gemeinde war gezwungen, im Mai 1939 das Grundstück, Abbruchmaterial der Synagoge und das noch stehende Lehrerhaus für 700 Mark an die politische Gemeinde zu verkaufen. Letztlich blieben nur noch 262 Mark, da die Aufräumarbeiten für das Grundstock in Rechnung gestellt wurden.        
    
Nach 1945 ging die Grundstück im Zusammenhang mit dem Restitutionsverfahren an die jüdische Kultusgemeinde in Landau, die dieses jedoch nicht benötigt und 1951 an Privatpersonen in Schifferstadt verkaufte. Einige Jahre später wurde das Grundstück neu bebaut. Seit 1980 gab es Bemühungen, einen Gedenkstein oder eine Gedenktafel für die Synagoge anzubringen bzw. aufzustellen. Am 25. November 1984 konnte ein Gedenkstein auf einem Nachbargrundstück aufgestellt werden. Der Text lautet: "Gen. 4,9  Dan. 3,17. Zum Andenken an die Schifferstadt Synagoge. 1892 hatten unsere jüdischen Mitbürger ihr Bethaus in der Bahnhofstrasse 48 errichtet. 1938 führte fanatischer Rassenwahn zu ihrer Zerstörung durch Brand. An dieser Stelle gedenken wir auch unserer jüdischen Familien Bender, Freundlich, König, Landmann, Levy, Löb, Mängen, Mayer Bernh., Mayer Isaak, Mayer Ludwig, Reiss, Rubel, Oppenheimer, Weiler. Die Judenverfolgung der NS-Zeit hat über sie unsägliches Leid gebracht".  
  
  
Adresse/Standort der Betsäle / Synagogen:   

Neue Sandgasse 22, heute Hauptstraße (Volksbank): erste Synagoge 1856-1888  
Kirchenstraße 16: Betsaal von 1888 bis 1892  
Bahnhofstraße 48: Synagoge 1892 bis 1938  

  
  
Fotos
(Quellen: Fotos aus Sold/Kukatzki s.Lit., O. Weber s.Lit. und Landesamt s.Lit.; farbige Karte Sammlung Hahn)  

Schifferstadt Synagoge 01.jpg (65623 Byte) Schifferstadt Synagoge 03.jpg (69769 Byte) Schifferstadt Synagoge 02.jpg (76159 Byte)
Blick in die Bahnhofstraße - links in 
der Mitte die Synagoge
Ansichtskarte von Schifferstadt (1899) 
mit der Synagoge
Die Fassade der Synagoge in Schifferstadt
 mit dem Hufeisenbogen-Portal
               
           
Der Gedenkstein von 1984
für die zerstörte Synagoge
(Foto: Michael Ohmsen)
Schifferstadt Synagoge 410.jpg (418646 Byte)
    (für Anfragen zur Verwendung des Fotos: E-Mail des Fotografen, Fotoseite: www.panoramio.com/user/2867083/tags/Judaica)   
Bei dem eingestellten Foto handelt es sich um Foto mit höherer Auflösung 
(bitte anklicken, Dateigröße 0,7 mb) 
       

 
 
 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Januar 2014: Interview mit Bernhard Kukatzki zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Schifferstadt    
Artikel in der "Rhein-Pfalz" vom 26. Januar 2014: "'Thema Flucht ist noch immer aktuell'. Bernhard Kukatzki beleuchtet Schicksale von Schifferstadter Verfolgten im Nationalsozialismus...."  
Link zum Artikel      
   
November 2014: In Schifferstadt werden 13 "Stolpersteine" verlegt 
Schifferstadt Stolpersteine FamMayer.jpg (80776 Byte) Foto links (erhalten von Paul Theobald): Stolpersteine für Erna Amalia Mayer (1901), Kurt Mayer (1904), Alice Mayer (1909) und Johanna Mayer geb. Schwarz (1874). 
Die insgesamt 13 "Stolpersteine" wurden am 21. November 2014 verlegt in der Alleestraße 8 (für Klara Mängen geb. Landmann mit ihren Kindern Alice Liese und Heinz), in der Bahnhofstraße 48 (für Rosa Levy, ihr Sohn Leo und seine Frau Meta sowie deren Kinder Kurt und Hanna) und Bahnhofstraße 50 (Georg May) sowie am Schillerplatz 4 (Johanna Mayer mit Sohn Kurt Mayer und ihren Töchtern Erna und Alice Mayer). 
Über die Verlegung berichtete u.a. "Die Rheinpfalz" am 22. November 2014 mit einem Artikel "Erinnerung wach halten"  
Weitere Berichte: metropolnews.info vom 7.11.2014; Bericht in der Website von schifferstadt.de; Kooperation mit der Salierschule Schifferstadt.  
 

     
      

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Schifferstadt  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Schifferstadt  (interner Link)  

Literatur:   

Schifferstadt Buch 01.jpg (35724 Byte)Emil Georg Sold / Bernhard Kukatzki: Die Schifferstadter Juden. Eine Lesebach. Beiträge zur Schifferstadter Ortsgeschichte 4/5. Speyer 1988.  
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 139-146.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 334-336 (mit weiteren Literaturangaben). 

        
         


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.  

Schifferstadt Palatinate. Jews were present intermittently in the 18th century. In the 19th century, there was a permanent Jewish settlement which grew from a population of 12 in 1815 to 50 (total 6,075( in 1900. A synagogue was opened in 1830 and a new one consevrated in 1892 after the former burned down. A cemetery was opened in 1897. In 1932, the Jewish population was 29, dropping to 11 in May 1939 and three in late 1940. At least 18 Jews managed to emigrate. Ten who remained in Schifferstadt or went to other localities in Germany were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Six perished there. The synagogue was burned on Kristallnacht (9-10 November 1938) and the cemetery was desecrated also in 1938. 
      
       

                   
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Stand: 04. Januar 2015