Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Crainfeld (Gemeinde Grebenhain, Vogelsbergkreis)
mit Grebenhain, Bermuthshain und Niedermoos
Jüdische Geschichte / Synagoge

(erstellt unter Mitarbeit von Carsten Eigner M.A. - www.chronik-crainfeld.de )

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Crainfeld bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1625 drei Juden am Ort genannt (Abraham, Koppel und Wolf), die offenbar damals bereits in eigenen Häusern in Crainfeld lebten. 1666 wird Jud Nathan zu Crainfeld genannt. 1701 lebten zwei jüdische Familien am Ort. Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts kam es zum Zuzug einiger Familien aus Nieder-Wöllstadt (nach Arnsberg: aus Nieder-Mockstadt) und aus der Grafschaft Hanau. Die jüdischen Familien lebten bereits im 17./18. Jahrhundert im ganzen Ort verstreut und nicht in einer besonderen Gasse.

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1804 36 jüdische Einwohner (von insgesamt 446), 1828 36, 1861 83 (16,0 % von insgesamt 520), 1871 112 (von 519), 1880 102 (20,1 % von 508), 1886 118, 1895 77 (15,4 % von 499), 1900 81 (von 512), 1910 68 (14,1 % von 482). Zur jüdischen Gemeinde in Crainfeld gehörten auch die in den umliegenden Orten Grebenhain (1924: 20; 1932: 14), Bermuthshain (1924: 6; 1932: 6) und Niedermoos (1924 3; 1932: 6) lebenden jüdischen Personen. Die jüdischen Haushaltsvorstände waren überwiegend Vieh- (etwa die Hälfte) und Warenhändler sowie Kaufleute. In der Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten mehrere von ihnen für das wirtschaftliche Leben am Ort wichtige Läden und Handlungen; zwei waren als Metzger, einer als Gastwirt tätig. Die meisten hatten auch im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft.
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.) mit einem Raum für die Religionsschule, ein rituelles Bad (1879 neu errichtet, 1910 renoviert) und ein vermutlich am Anfang des 19. Jahrhunderts stammender Friedhof. Die jüdische Gemeinde war - selbst streng orthodox geprägt - dem orthodoxen Provinzialrabbinat in Gießen zugeteilt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war (siehe Ausschreibungstexte und einzelne Berichte unten). 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: aus Crainfeld Leopold Sommer II (geb. 10.2.1888 in Crainfeld, gef. 23.11.1915), Leopold Stein (geb. 31.10.1897 in Crainfeld, vor 1914 in Köln wohnhaft, gef. 21.7.1917), Gustav Sommer (geb. 2.12.1896 in Crainfeld, gef. 22.8.1917) sowie Gerson Sommer (geb. 16.3.1873 in Crainfeld, vor 1914 in Biblis wohnhaft, gef. 30.7.1917), aus Grebenhain Unteroffizier Adolf (Abraham) Weinberg (geb. 20.9.1889 in Grebenhain, vor 1914 in Chemnitz wohnhaft, gef. 13.6.1915), Albert Sommer (geb. 20.11.1898 in Grebenhain, vor 1914 in Crainfeld wohnhaft, gef. 8.7.1917), Gustav Sommer (geb. 16.2.1890 in Grebenhain, gef. 18.5.1915) und Leopold Zimmermann (geb. 20.9.1877 in Grebenhain, gef. 22.9.1915), aus Bermuthshain Benjamin Lind (geb. 3.11.1887 in Bermuthshain, vor 1914 in Wenigs wohnhaft, gef. 29.10.1914). Ihre Namen stehen auf den Gefallenendenkmalen der einzelnen Orte. Bei der Einweihung des Crainfelder Denkmals 1921 sprach der damalige jüdische Lehrer Stern die Einweihungsrede. Das Grebenhainer Kriegerdenkmal wurde 1920 mit einem großen Betrag von 2.500 RM mitfinanziert durch den gleichnamigen Onkel des Gefallenen Leopold Zimmermann, der in New York Mitinhaber eines Bankgeschäftes war.   
   
Um 1924, als noch 50 Einwohner der jüdischen Gemeinde angehörten (10 % von etwa 500), waren die Vorsteher der Gemeinde die Herren Jakob Stein, Hermann Lind, Nathan Sommer, Alexander Sommer und Albert Zimmermann (Grebenhain). Den schulpflichtigen jüdischen Kinder wurde Religionsunterricht durch Lehrer Adolf Bauer aus Gedern erteilt. An jüdischen Vereinen bestanden der Männerverein Chewroh Kadischa (1924/32 unter Leitung von Maier Stern; Wohltätigkeits- und Bestattungsverein) sowie der Israelitische Frauenverein (1932 unter Leitung von Auguste Strauß; Wohltätigkeits- und Bestattungsverein). 1932 waren die Gemeindevorsteher Manfred Sommer (1. Vors.), Max Stein (Grebenhain, 2. Vors.) und Leo Sommer 3. Vors.). Im Schuljahr 1931/32 besuchten elf Kinder den jüdischen Religionsunterricht.
    
1933 gehörten noch 57 Personen in 18 Familien zur jüdischen Gemeinde in Crainfeld (15 Familien in Crainfeld, zwei in Grebenhain, eine in Bermuthshain). In den folgenden sechs Jahren sind alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung, der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts und der ständig zunehmenden Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im November 1936 zählte die Gemeinde nur noch 20 Personen (in sieben Familien in Crainfeld, eine in Grebenhain). Unter ihnen gab es inzwischen nur noch acht religionsmündige Männer, sodass die notwendige Zehnzahl der jüdischen Männer zum Gottesdienst nicht mehr erreicht wurde. Die Gemeinde löst sich auf, die Ritualien der Synagoge wurden nach Gießen gebracht. Im Herbst 1938 wohnte nur noch eine jüdische Familie am Ort. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Synagogengebäude durch SA-Leute beschädigt (s.u.). Bereits Ende 1938 war Crainfeld in der Sprache der NS-Zeit "judenfrei".
    
Von den in Crainfeld geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem, ergänzt durch Angaben im Buch von Friedrich Müller s.u.): Mathilde Bachenheimer geb. Strauss (1885), Joseph Bär (1869), Selma Engel geb. Sommer (1880), Elsa Hecht geb. Sommer (1893), Gitta Kaufmann geb. Sommer (1889), Herta Kaufmann geb. Sommer (1922), Bernhard (Baruch) Lind (1875), Selma Simon geb. Sommer (1893), Adolf Sommer (1876), Josef Sommer (1876), Klara Sommer (1860), Nathan Sommer (1866), Salomon Sommer (1880), Bettchen Stein geb. Stern (1863), Johanna Stein (), Leopold Stein (1863), Salomon (Sally) Stern (1910),Therese Stern geb. Stein (1901), Albert Strauß (1895), Dina Strauß (1892), Kätchen Strauß geb. Sommer (1865),  Flora Weinberg (1887), Gertrud Weinberg (1923), Ludwig Weinberg (1921), Sally Weinberg (1887), Emma Wertheim geb. Stein (1870). 
Aus Grebenhain ist umgekommen: Sally Levi (1893). 
Aus Bermuthshain sind umgekommen: Gisela Lind geb. Adler (1892), Seligmann (Sally) Lind (1889), Frieda Mayr geb. Lind (1891).  
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters und Schächters zwischen 1870 und 1907   
Anmerkung: Aus den Ausschreibungstexte können u.a. die Namen der jeweils tätigen Vorsteher der jüdischen Gemeinde entnommen werden: um 1870/72 Joel Heß, um 1886/90 Feist Sommer, März 1890 Feist Sommer und Emmanuel Stern, um 1902 N. Heß, um 1907 Stein (gemeint: der 1914 ermordete Abraham Stein). 

Crainfeld Israelit 22061870.jpg (28658 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1870: "Ein unverheirateter Lehrer und Vorsänger wird von der israelitischen Gemeinde Crainfeld - Kreis Lauterbach, Oberhessen auf sofort gesucht. Gehalt 200 - 250 Gulden nebst freier Wohnung und vielen Nebenverdiensten. Bewerber wollen sich an den unterzeichneten Vorstand wenden. 
J. Hess"
  
Crainfeld Israelit 08021871.jpg (39231 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Februar 1871: "Ein Religionslehrer, Vorbeter und Schächter, ledig, wird von uns zu engagieren gewünscht. Gehalt 250 Gulden nebst freiem Holz und freier Wohnung. Bewerber wollen sich bei unterzeichnetem Vorsteher in eigenhändig geschriebenen Briefen melden. 
Crainfeld, Kreis Lauterbach, in Oberhessen. Der Vorsteher Hess."
  
Crainfeld Israelit 17071872.jpg (33358 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juli 1872: "Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers zu Krainfeld, Post Grebenhain, Rabbinat Gießen, mit einem jährlichen Gehalt von 350 Gulden ist vakant und kann sogleich besetzt werden. Bewerber wollen sich an den Vorstand wenden.
Crainfeld bei Grebenhain, Provinz Oberhessen, im Juli 1872. Der israelitische Vorstand Joel Heß."
  
Crainfeld Israelit 12081886.jpg (42217 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1886: "Vakanz. In der hiesigen Gemeinde ist die Stelle für einen Lehrer, Vorbeter und Schächter per sofort zu besetzen. 
Fester Gehalt per Jahr 750 Mark, verbunden mit circa 150 Mark Nebenverdienste. Nur unverheiratete Bewerber wollen sich wenden an   Feist Sommer, Vorstand der Gemeinde Crainfeld (Oberhessen). 
   
Crainfeld Israelit 06011890.jpg (56924 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Januar 1890: "Die hiesige Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle ist vakant und kann bis zum 15. Februar 1890 besetzt werden. Der Gehalt beträgt 6-700 Mark nebst freier Wohnung und Behölzigung. Der Betreffende muss den Talmud unterrichten können. Bewerber wollen ihre Zeugnisse (d.h. von Rabbinern ausgestellt) bei mir einreichen, und finden nur Unverheiratete Berücksichtigung.
Crainfeld, (Oberhessen), 26. Dezember 1889. Der Vorsteher der israelitischen Gemeinde Crainfeld: Feist Sommer I."
   
Crainfeld Israelit 13031890.jpg (48288 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. März 1890: "Die Lehrer-, Schochet- und Chasan (Vorbeter-) Stelle in Crainfeld (Oberhessen) ist sofort zu besetzen. Religiöse Bewerber wollen ihre Zeugnisse baldigst einschicken. Der Gehalt beträgt 700 Mark und ca. 3-400 Mark Nebenverdienste, freie Wohnung sowie Brennmaterial. Reflektanten müssen ledigen Standes sein. Dem Gewählten werden Reisekosten vergütet. 
Crainfeld (Oberhessen), 9. März. Der Vorstand: Feist Sommer I.   Emanuel Stern."
    
Crainfeld Israelit 29091898.jpg (70053 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1898: "Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle ist vakant und ist bis zum 1. November dieses Jahres zu besetzen, mit einem Gehalt von 750 Mark und ca. 400 Mark Nebenverdienste. Nur ledige Bewerber werden angenommen und haben freie Wohnung und Heizung. Reisekosten werden nur dem Gewählten erstattet. Hauptsächlich reflektieren wir auf einen guten Kantor und Schochet. Bewerber wollen ihre Zeugnisabschriften an den unterzeichneten Vorstand einschicken. 
Crainfeld (Oberhessen). Der Vorstand: Stern."   
  
Crainfeld Israelit 06021902.jpg (63543 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Februar 1902: "Die hiesige Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters ist vakant und kann sofort oder auch später besetzt werden. Gehalt 7-800 Mark nebst circa 4-500 Mark Nebenverdienst. Unverheirateten Lehrern von inländischer Geburt können sich bei dem Unterzeichneten melden. 
N. Heß. Vorstand.  
Crainfeld (Station Grebenhain-Crainfeld, Hessen)."
   
Crainfeld Israelit 16051907.jpg (42802 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1907: "Die hiesige Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle ist vakant und kann sofort besetzt werden mit einem Gehalt von Mark 850.- sowie ca. Mark 500.- Nebenverdienste. Bewerber wollen ihre Zeugnisabschriften an den unterzeichneten Vorstand einsenden. 
Crainfeld in Oberhessen, den 6. Mai 1907.  
Der Vorstand: Stein". 

  
Goldene Hochzeit von Lehrer Julius Rosenfelder (1930, bis 1878 Lehrer in Crainfeld)    

Aidhausen Israelit 08051930.jpg (58527 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1930: "Aidhausen, 2. Mai (1930). Am 25. Mai begeht Lehrer Julius Rosenfelder in Aidhausen das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Herr Rosenfelder war in den 70er-Jahren in Rodheim und Crainfeld (Hessen) angestellt. Seit 1878, also seit 52 Jahren, wirkt der Jubilar segensreich in Aidhausen und erfreut sich heute noch geistiger und körperlicher Frische. Wacker hält der Senior der aktiven bayerischen Lehrer auf seinem Posten aus. Mögen dem fast 80-jährigen Jubilar an der Seite seiner Gattin, die ihm stets eine wackere Lebensgefährtin war, noch viele Jahre in Gesundheit und Glück beschieden sein."   

   
Gedanken von Lehrer M. Eisenberger über die Schechita (1901)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. August 1901: "Aus Hessen. Wie eine Erlösung aus dem beengenden Gefühle, das mich schon lange bedrückt, wurde mir die Korrespondenz in Nr. 59 dieser geschätzten Zeitung: 'Ernste Ratschläge aus Norddeutschland.' Der Kollege klagt über die traurigen Zustände in Bezug auf Schechitah und Bedikah, und muss ich, sowie die meisten meiner verehrten Kollegen, welche die Verhältnisse kennen, ihr vollständig zustimmen. Eine der wichtigsten und heiligsten Institutionen ist sicherlich die Schechitah. Da sollte man doch diese Funktionen nur solchen Jehudim anvertrauen, welche dazu allseitige Fähigkeit besitzen: denn es ist nicht genug, dass der Schochet bloß die technische Fertigkeit besitz, nein, er muss auch ein Bar Urion sein, muss die auf die Schechitah und besonders die auf die Bedikah sich beziehenden zahlreichen Dinim (Rabbinatsurteile) wissen, muss endlich - und hierauf legen wir besonderen Wert6 - ein J'rei Schomajim (Gottesfürchtiger), sowohl in Wort, als auch in der Tat sein. 
Der Herr Kollege klagt ferner darüber, dass in manchen Gemeinden die Metzger selbst Schochtim sind - in meiner Nachbargemeinde G. ist ein Schuster Schochet und zwar ein solcher, der nicht zwischen Orur Homon und Boruch Mordechai zu unterscheiden weiß, auch im nüchternen Zustande nicht. Die Schechitah und Bedikah ist vielfach solchen Leuten anvertraut, die allen religiösen Wissens bar, nicht einmal im Stande sind, hebräisch richtig zu lesen, denen unpunktierte Texte Terra incognita und Judentum und sein Institutionen böhmische Dörfer sind: die es auch mit dem Religionsgesetze nicht genau nehmen und den heiligen Schabbat brechen usw....
Dessen ungeachtet lassen viele Gemeinden solche Schochetim in ihrer Funktion und essen von dem Fleisch solcher Tiere, die von solchen Schochtim geschlachtet werden. Darf man also unter derartig obwaltenden Umständen sich wohl wundern, wenn ein J'rei Schomajim (Gottesfürchtiger) auf seiner Reise Anstand nimmt, in jüdischen Häusern in manchen Gemeinden als Gast der Tischgesellschaft beizutreten? Ich kenne einen Herrn aus Fulda, der bei seinen Eltern, welche in der oben genannten Gemeinde G. wohnen, keine Fleischspeisen genießt. Nun wollen wir schließlich noch die Frage vorlegen: Wer ist schuld daran, dass die Schechitah und Bedikah besonders auf dem Lande solchen Schochtim, wie wir sie oben charakterisiert, anvertraut ist? Solche Übel und Missstände müssen aufgedeckt und zur Kenntnis derjenigen gebracht werden, die die Macht, ihnen aufzuhelfen, in Händen haben, und wenn diese Überstände beseitigt sein werden, können wir zuversichtlich hoffen, dass niemand seine Stimme gegen die Schechitah erheben wird. 
Crainfeld. M. Eisenberger,
Lehrer."     

 
Hinweis: aus Crainfeld stammt der Lehrer Levi Stein, der u.a. 1878 bis 1879 Lehrer in Schifferstadt war.  

  
  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Der Bau einer neuen Mikwe (1879)

Crainfeld Israelit 27081879.jpg (91060 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1879: "Crainfeld, im August (1879). Unsere Gemeinde besitzt zwar ein sehr schönes Gotteshaus; die Mikwe aber befindet sich in einem solchen schlechten Zustande und an einem gesundheitswidrigen Orte (Keller), dass dieselbe nur mit Lebensgefahr benutzt werden kann.
Der im Jahre 1868 verstorbene Herr Heinemann in Kopenhagen hat bekanntlich ein Vermächtnis hinterlassen, nach welchem die Zinsen von 25.000 Talern zur Erbauung von Gottes- und Badehäusern verwendet werden sollten.
Unser Vorstand hat schon vor Jahren von dem Verwaltungskomitee dieser Stiftung 600 Mark zur Errichtung einer Mikwe erhalten, welche Summe inzwischen mit den Zinsen auf 943 Mark angewachsen ist. Trotzdem die Gesamtkosten sich nur auf 1.600 Mark belaufen, die Gemeinde also nur 6-700 Mark darauf zu legen hat, wurde der Bau bis vor Kurzem verzögert, weil einige Gemeindeglieder sich entschieden dagegen erklärten. Dank den ernsten Bemühungen des Vorstehers Joel Heß konnte vor vier Wochen der Grundstein gelegt werden. Aber noch sind einige Mitglieder in unserer Gemeinde, die ihrer Unzufriedenheit über diesen Bau gegen ein ehrenwertes Mitglied der Gemeinde, das sich ebenfalls um die Errichtung einer Mikwe bemüht, in nicht sehr höflichen Worten Ausdruck verleihen, die Erbauung einer rituellen und gesunden Mikwe als unnötig halten. Wahrlich eine betrübende Erscheinung!"

  
Neues zu antisemitischen Aktivitäten im Nachbarort Grebenhain (1892) 

Grebenhain Israelit 15121892.jpg (32635 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Dezember 1892: "Aus Grebenhain (Oberhessen) wird dem 'Lauterbacher Beobachter' geschrieben: 'Die hier seit einiger Zeit bestehende Ortsgruppe des Böckel'schen Bauernvereins hat sich aufgelöst und beabsichtigen die Mitglieder ein kaufmännisches Handelsgeschäft zu gründen.' Scheint also doch nicht alles Gold zu sein, was Böckel als Gold anpreist!"

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   

Die Mordtat von Crainfeld 1914 an der Familie des jüdischen Gemeindevorstehers Abraham Stein

Crainfeld Israelit Frf IsrFambl 01051914.jpg (46108 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Mai 1914: "Crainfeld (Oberhessen). Abraham Stein, Vorsteher der jüdischen Gemeinde, ein geachteter und beliebter Mann, ist das Opfer eines Mordes geworden. 
Er uns eine Familie wurden des nachts im Schlag überfallen. Er selbst wurde durch Beilhiebe getötet, während seine Frau und zwei seiner erwachsenen Kinder durch Beilhiebe so schwer verletzt wurden, dass an ihrem Aufkommen gezweifelt werden muss.
Crainfeld ist ein Dorf von 500 Einwohnern an der Eisenbahnstrecke Vilbel - Lauterbach und zählt etwa 70 jüdische Seelen."
   
Crainfeld AZJ 08051914.jpg (35898 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Mai 1914: "In Crainfeld im Vogelsberg wurde, wie der 'Gießener Anzeiger' erfährt, der jüdische Händler Abraham Stein von einem Einbrecher ermordet. Seine Frau und vier Kinder, von denen die ältesten 23 und 22 Jahre alte sind, wurden schwer verletzt. Von dem Täter fehlt jede Spur."    

   
Zum Tod von F. Stein (1920)

Crainfeld Israelit 04031920.jpg (79452 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. März 1920: "Crainfeld (Oberhessen), 24. Februar (1920). Eine Fromme, eine echte 'Esches Chajil' (tüchtige Frau) haben wir mit Frau F. Stein zu Grabe getragen. Die Verblichene war eine treue Hüterin von Gotteswort und Gottessache und stand ihrem Manne, der als wahrer Zadik (Gerechter) bekannt war, in langem glücklichen Eheleben treulich zur Seite. Sie teilte mit ihm auch schwere Tage und verstand es, diese in Liebe und Mitarbeit erträglich zu gestalten. Wir ihr Gatte zu Lebzeiten für Kaschrussachen (Angelegenheiten betr. ritueller Reinheit), Mikwe und rituelle Verpflegung der Soldaten eifrigst besorgt war, so war sie ihm ihrerseits stets bei all diesen edlen Bestrebungen behilflich, besonders bei der Gründung des hiesigen Frauenvereins, die er neben der hiesigen Chewrah Kadischa ins Leben gerufen hat. Von der großen Beliebtheit der Verstorbenen legte die große Beteiligung an der Beerdigung beredtes Zeugnis ab. An der Bahre sprach Herr Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen, herzliche Worte des Nachrufes. Ihr Andenken wird bei uns zum Segen fortleben. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

      
Zum Tod der Witwe Sommer (1921)  

Crainfeld Israelit 17021921.jpg (75030 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Februar 1921: "Crainfeld (Oberhessen), 7. Februar (1921). Hier starb im Alter von 91 Jahren, Frau Witwe Fratchen* Sommer, die älteste Einwohnerin unserer Ortes. Die Verblichene, welche bis in ihr hohes Alter bei voller körperlicher und geistiger Kraft blieb, zeugte neben wahrer Frömmigkeit stets regstes Verständnis und innige Anteilnahme für sämtliche Vorkommnisse. Im Trauerhause schilderte Herr Lehrer Stern das bewegte Leben der Verstorbenen, das von vielen Schickswalsschlägen des öfteren begleitet war. Vor 40 Jahren verlor sie ihren Gatten; vor und während des Krieges mehrere Kinder und Kinderkinder. Sie fand Halt und Trost im unerschütterlichen Gottvertrauen. Möge ihr der Lohn der Frommen (Gerechten) zuteil werden."   
*Der weibliche Vorname "Fratchen" ist auch aus anderen Orten belegt, vgl. Google-Suche mit Begriff "Fratchen". 

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
       
Richtigstellung einer Behauptung (1877)
Vermutlich war mit der Anzeige einem falschen Gerücht oder einer Verleumdung entgegenzutreten. Der Versöhnungstag (Jom Kippur) ist als strenger Fastentag zu begehen.

Crainfeld Israelit 24101877.jpg (33295 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1877: "Wir die Unterzeichneten erklären hiermit, dass es nicht wahr ist, dass Matthes Stein von Crainfeld am diesjährigen Versöhnungstag auf dem Teichhause 'Rodenbach' bei Crainfeld Schankwirtschaft gehalten hat. 
Crainfeld, den 12. Oktober 1877. Löb Sommer, Isaak Lind, Betha Lind."    

     
Aufrufe für wohltätige Spenden an arme Crainfelder Familien (1885 / 1889)  
In den Anzeigen werden zwei der jüdischen Lehrer in den 1880er-Jahren genannt: um 1885 S. Wolpert, um 1889 H. Adler. 

Crainfeld Israelit 14051885.jpg (154523 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Mai 1885: "Hilfsruf! Helfet, helfet, teure Glaubensgenossen, einer braven, ordentlichen und religiösen Familie, die wegen Armut und Krankheitsfällen dem Untergange geweiht ist. Vor gar nicht vielen Jahren erfreute sich die betreffende Familie des besten Wohlstandes und zählte zu den angesehensten Mitgliedern der hiesigen Gemeinde, pflegte Arme zu unterstützen und zu jedem Wohltätigkeitszweck reichlich beizusteuern. Jetzt aber befindet sie sich in der traurigen Lage, die Wohltätigkeit Anderer in Anspruch zu nehmen. Die äußerste Anstrengung der hiesigen meist unbemittelten Glaubensgenossen, der Not Abhilfe zu tun, blieb erfolglos. Sollte nicht sobald als möglich irgendwelche Hilfe von außen kommen, so müssen wir Zuschauer des entsetzlichsten Elendes sein, müssen sehen, wie die kranke Hausfrau, die schon seit zwei Monaten darniederliegt, wegen Mangel an ärztlicher Hilfe und guter Pflege, ihrer Schwäche erliegt, müssen Augenzuge sein, wie das gewerbsunfähige Familienhaupt, das auch seit einigen Tagen sehr schwer erkrankt ist, und zwei unmündige Kinder wegen großer Entbehrung demselben Schicksale entgegeneilen. 
Helfet, Ihr Wohltätigen Israels, dieser von der Armut und Krankheit so schwer bedrohten Familie. 'Der Lohn der Wohltätigkeit wird sein Frieden.'
Milde Gaben neben in Empfang die Unterzeichneten. Crainfeld (Post Grebenhain, Oberhessen), den 27. April 1885.
Synagogen-Vorstand Feist Sommer   Großherzogliche Bürgermeisterei Crainfeld:  (L.S.)  Schmalbach.
S. Wolpert, israelitischer Religionslehrer.
Die Wahrheit des in diesem Bittgesuch Angegebenen bescheinigt. 
Crainfeld, 27. April 1885.  Evangelisches Pfarramt daselbst: (L.S.)  W. Lehn, Pfarrer.
Auch wir sind gern bereit, Gaben entgegenzunehmen und weiterzubefördern.  Die Expedition des 'Israelit'."
    
Crainfeld Israelit 07031889.jpg (30927 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1889: "Hilfe!  Hilfe!  Eine arme kränkelnde Witwe, mit Familie befindet sich in großer Not und bittet dringend um Hilfe. 'Almosengeben rettet vom Tode'.
H. Adler, Lehrer in Crainfeld (Oberhessen). 
Gaben nimmt auch die Expedition des Blattes zur Weiterbeförderung gern entgegen."


Lehrer Levi Stein (Groß-Umstadt) erlässt einen Hilfsaufruf für einen verarmten alten Juden in Crainfeld (1900) 

Gross-Umstadt Israelit 10051900.jpg (79187 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Mai 1900: "Aufruf. Einem armen, hochbetagten Israeliten in Crainfeld, Oberhessen, ist von der Polizei aufgegeben worden, bis zum 15. Juni laufenden Jahres sein Wohnhaus renovieren zu lassen oder würde es von der Behörde geschlossen. Dieser arme Mann ist nicht in der Lage auch nur das Geringste leisten zu können und muss darum die Beihilfe edler, guter Menschen anrufen. Erlaube mir darum, im Namen dieses Mannes, an edle Herzen die dringende Bitte zu richten, diesem hart bedrängten Greise eine Beisteuer zukommen zu lassen, der liebe Gott wird es lohnen. Milde Gaben wolle man an den Unterzeichneten richten, welcher öffentlich quittieren wird. Auf Verlangen kann der Name des Mannes genannt werden. 
Groß-Umstadt, Hessen, im April 1900. Levi Stein, Lehrer und Kantor."    

  
Lehrlingssuche des Metzgers Feist Sommer II. (1900)  

Crainfeld Israelit 02081900.jpg (28536 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1900: "Suche per sofort einen ordentlichen Lehrling für meine an Schabbat und Feiertag streng geschlossene Metzgerei, bei freier Station und guter Behandlung. 
Feist Sommer II., Crainfeld, Oberhessen."     

       
       
    
  
Zur Geschichte der Synagoge            
    
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Gottesdienste in einer Betstube abgehalten, die sich in einem der jüdischen Häuser befand. 1842 kaufte die jüdische Gemeinde ein bestehendes Haus, das zu einer Synagoge umgebaut wurde. Die Kosten für diesen Umbau wurden teilweise direkt von den Gemeindegliedern erbracht, teilweise durch ein Darlehen abgedeckt. Es ist bis heute nicht bekannt, um welches Haus es sich bei dieser Synagoge vor 1885 gehandelt hat. 
   
1885
konnte eine neue Synagoge gebaut werden, nachdem aus dem Vermächtnis des 1868 verstorbenen Kommerzienrat Heinemann in Kopenhagen eine Spende von 300 Gulden für den Synagogenbau an die Gemeinde kam. Aus demselben Nachlass konnte 1879 auch die Mikwe neu erbaut werden. Bei der Synagoge handelte es sich um ein verschindeltes Fachwerkgebäude mit einer Grundfläche von etwa 6 mal 8 Metern auf einem 87 qm großen Grundstück. Das Gebäude umfasste den Betsaal mit Frauenempore und zwei Stuben, von denen eine für den Unterricht der Kinder und die Gemeindeverwaltung verwendet wurde, die andere wurde zeitweise vermietet. Äußerlich prägten das Gebäude große rechteckige Fenster. 
100 m von der Synagoge entfernt stand am heutigen Märzwiesenweg das 1879 erbaute Badehäuschen mit dem rituellen Bad.
   
Aus der Geschichte der Synagoge sind als besondere Ereignisse die Einweihungen neuer Tora-Rollen 1866 und 1899 bekannt, die nach jüdischer Tradition mit einer feierlichen Prozession begangen wurden: 

Einweihung der Tora-Rolle am 20. Oktober 1899 nach dem Bericht des "Lauterbacher Anzeigers": 
Vorgestern und gestern fand in Crainfeld ein großes Fest der israelitischen Religionsgemeinschaft statt, welches von vielen auswärtigen Glaubensgenossen und auch von Christen besucht war, nämlich die Sefer-Thora Einweihung. Da ein derartiges Fest selten vorkommt, das letzte fand hier im Jahr 1866 statt, hatte die israelitische Gemeinde weder Mühe noch Kosten gescheut, um demselben einen ehrenvollen Glanz und Würde zu geben durch Schmuck an Häusern und Synagoge.
Am 20. Oktober, nachmittags 3 Uhr, versammelten sich die Mitglieder der Verwaltung, so wie die den Festzug bildenden Teilnehmer im Hause des Vorstehers Herrn Emanuel Stern, wo sich die neue geschmückte Sefer-Thora befand. Daselbst wurde das Mincha-Gebet verrichtet, worauf sich der Festzug nach der herrlich geschmückten Synagoge in Bewegung setzte. Nach dem Weihegesang öffnete der Vorstand die Synagoge. Es folgte die Festpredigt mit Gebet für die Obrigkeit, Gemeinde und alle Anwesenden.
Abends 7 Uhr fand in dem großen Saal des Heinrich Oechler Witwe ein Konzert und theatralische Vorträge statt. Am Sonntag, dem 21. Oktober, war morgens 8 1/2 Uhr ein Gottesdienst mit Chorgesängen, nachmittags 1 Uhr folgte ein Kommers mit Konzert, Vorträgen und Ansprachen. Abends war dann ein Ball."  

(zitiert aus Friedrich Müller: Crainfeld. Aus der Geschichte eines Dorfes im Vogelsbergkreis. 1987 S. 188-189 (aus: www.chronik-crainfeld.de

1932 wurde die Synagoge für 1.600 RM renoviert. 1936 wurde der Verkaufswert der Synagoge wegen des guten Gebäudezustandes auf 1.500 - 2.000 RM geschätzt. 
   
Nachdem auf Grund der zurückgegangenen Zahl der jüdischen Einwohner keine Gottesdienste abgehalten werden konnten, wurden die Ritualien der Synagoge vermutlich 1937 an die orthodoxe Synagoge in Gießen übergeben, wo sie beim Novemberpogrom 1938 zerstört wurden. Das Badehäuschen mit dem rituellen Bad wurde 1936 abgebrochen. 

Beim Novemberpogrom 1938 wurden von SA-Leuten die Fenster und Türen der bereits leerstehenden Synagoge eingeschlagen. Im Innenraum wurde das Gestühl zerstört. Das Gebäude blieb auch über den Krieg erhalten, war inzwischen im Privatbesitz des Nachbarn Karl Jöckel, der es bis 1947 leer stehen ließ. 1951 ließ er das Gebäude abbrechen, nachdem er mehrere Jahre mit der jüdischen Vermögensverwaltung JRSO wegen einer Wiedergutmachungszahlung prozessiert hatte. 
   
Auf dem Grundstück stehen heute Garagen. Eine Gedenk- oder Hinweistafel ist nicht vorhanden.
   
   
Adresse/Standort der Synagoge: Kreuzstraße 13 (alte Anschrift: Hauptstraße 3)   
   
   
Fotos
(Quelle: Foto von Carsten Eigner, Aufnahmedatum August 2005)  

Ein historisches Foto der Synagoge ist nicht bekannt; 
Hinweise gegebenenfalls bitte 
an den Webmaster von "Alemannia Judaica"
Crainfeld Synagoge 010.jpg (58341 Byte)  
  Standort der ehemaligen Synagoge in Crainfeld (links)  
     

   
   
Links und Literatur

Links:

Geschichte des Dorfes Crainfeld in Oberhessen - Website von Carsten Eigner - mit ausführlicher, informativer und gut illustrierter Darstellung der Geschichte der jüdischen Gemeinde und der einzelnen jüdischen Familien in Crainfeld und umgebenden Orten.  http://www.chronik-crainfeld.de/juedische_gemeinde.html        

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 110-111.
Thea Altaras: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 96-97.
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1996 S. 194-195.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 296-297.
Friedrich Müller: Crainfeld. Aus der Geschichte eines Dorfes im Vogelsbergkreis. 1987. 

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Crainfeld Hesse. Established around 1780, the community numbered 83 (16 % of the total) in 1861 and 102 (20,1 %) in 1880, but subsequently declined. The Nazi boycott of 1933 severely affected Jewish traders. The community was disbanded in 1937 and, by the end of 1938, most Jews hat emigrated or settled elsewhere.  
   
     

                   
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Stand: 11. Februar 2015