Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Osann mit Monzel (Gemeinde Osann-Monzel, VG Wittlich-Land, Kreis Bernkastel-Wittlich)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(erstellt unter Mitarbeit von Armin Kohnz, Osann-Monzel)

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Osann bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./18. Jahrhunderts zurück. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts ließen sich erstmals Juden am Ort nieder: 1547 erhielt (mit 33 anderen Juden und deren Familien im Erzstift) eine jüdische Familie die Genehmigung zur Niederlassung in Monzel durch den Trierer Kurfürsten Graf Johann von Isenburg (1547-1556). 1548 erteilte Dietrich V. Graf von Manderscheid und Blanckenheim pp. den Brüdern Seligmann und Gutte das Geleit für Osann. Im Mai 1550 wurde ihnen ein Geleitbrief ausgestellt. 1580 wurde den Juden im Erzstift das Geleit aufgekündigt. 
  
Anfang des 17. Jahrhunderts gab es wiederum Juden im Erzstift Trier; 1618 wurde eine erste Judenordnung erlassen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zur vermehrten Wiederansiedlung von Juden. Graf Ferdinand Ludwig zu Manderscheid pp. erteilte am 6. Juli 1664 einen ersten Geleitbrief für die Juden Simon und Jakob Salomon, deren Vater Salomon Moses, Arzt in Mülheim, den Grafen treue Dienste geleistet hatte. Ihnen wurde gestattet, sich mit ihren Familien auf sechs Jahre in Monzel niederzulassen. 
  
Auch im 18. Jahrhundert waren Juden am Ort. 1799 wird in einem Rechnungsbuch der Gemeinde Osann "Jud Aron Schlaumon" genannt, der damals "trey rhlr. 39 1/2 alb" an die Gemeinde zu zahlen hatte.       
          
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: in Osann 1808 57 jüdische Einwohner, 1843 Höchstzahl von 104 (14,79 % des Gesamteinwohnerschaft), 1895 73 (8,8 %).
Eine präzise Volkszählung stammt von Lehrer Matthias Meuren vom 6. Dezember 1885: Damals waren unter den 816 Einwohnern 703 katholischer und 113 jüdischer Konfessionsangehörigkeit (13,9 %; unter den jüdischen Einwohnern waren 50 Männer und 63 Frauen). Die jüdischen Familien lebten - bei damals 5 Zählbezirken des Ortes - vor allem im Zählbezirk V (Hausnummern 132 bis 163): in diesem Bereich hatten - vermutlich vor allem um die Synagoge - 68 der 113 jüdischen Einwohner ihre Wohnung.   
     
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten Ausschreibungstexte). Die jüdische Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk in Trier.  
Es gab keine Israelitische Elementarschule am Ort, die jüdischen Kinder besuchten die allgemeinen Schulen. Nach der von dem bereits genannten Lehrer Meuren geführten "Chronik der Knabenschule von Osann" gab es in dieser Schule im Schuljahr 1883/84 unter den 80 Schülern 12 jüdische. Im Schuljahr 1884/85 waren es von den 76 Knaben 10 jüdische, von den 70 Mädchen 11 jüdische.     
 
Spätestens nach der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die jüdischen Einwohner im Leben des Ortes völlig integriert und anerkannt. Lehrer Meuren berichtet beispielsweise von der Feier des Geburtstages von Kaiser Wilhelm I am 22. März 1887: "Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät fand in der üblichen Weise durch eine Ansprache, Gedichte und Gesänge statt. Es wohnten bei: der Herr Pastor, der jüdische Lehrer und der Gemeinderat".   
 
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind mehrere jüdische Familien vom Ort verzogen. Zwischen 1895 und 1901 ging die Zahl der Einwohner Osanns von 822 auf 805 zurück. In diesen Jahren sind sechs jüdische Familien aus Osann - u.a. nach Trier und in andere Städte - weggezogen. Mit Wegzug der jüdischen Familien ging auch die Zahl der jüdischen Schüler am Ort zurück. In der "Knabenschule Osann" waren im Schuljahr 1902/03 von insgesamt 152 Schülern (82 Knaben, 70 Mädchen) nur noch 7 jüdische Schüler.        
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Ferdinand Ermann (geb. 1. Juni 1884 in Osann, gefallen 22. September 1915) und der Unteroffizier Max Ermann (geb. 10. August 1888 in Osann, gefallen 27. Juli 1917). Ihre Namen stehen auf dem 1921 eingeweihten Ehrenmal für die Gefallenen der Gemeinde. Gleichfalls ist im Ersten Weltkrieg Moritz Ermann gefallen (geb. 2. August 1874 in Osann, gefallen 5. Januar 1917); er lebte in der Zeit vor dem Krieg in Frankfurt am Main, sodass sein Name in den dortigen Gefallenenlisten verzeichnet ist.    
     
Um 1924, als noch 25 jüdische Personen am Ort lebten (3 % der Gesamteinwohnerschaft), war Gemeindevorsteher Hermann Bermann. 1932 wurde noch 22 jüdische Gemeindeglieder gezählt; inzwischen war Moritz Kahn Gemeindevorsteher. Auch die in Monzel lebenden jüdischen Personen gehörten zur Gemeinde Osann (1932 7 Personen). 
  
Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 17 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen (insbesondere nach Trier) beziehungsweise ausgewandert (neun Personen). Über antijüdische Maßnahmen des Gemeinderates Osann 1935 siehe Artikel unten. 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet, jüdische Wohnungen überfallen. Im Mai 1939 wurde kein jüdischer Einwohner mehr am Ort festgestellt. 

Osann Hermann Bermann 010.jpg (20775 Byte)Der "Fall Bermann" (Foto aus der Kennkarte, erhalten von A. Kohnz): Dem 81-jährigen Leder- und Schuhhändler Hermann Bermann wurden bereits 1935 die Fensterscheiben seines Geschäfts eingeworfen und sein Haus beschmiert. In der Pogromnacht wurde sein Haus geplündert und verwüstet. Daraufhin zog er nach Trier. Um noch die Mieten seiner Häuser einzuziehen und Grundstücke zu verkaufen, kam er zurück nach Osann. Die Situation eskalierte und der alte Mann wurde auf dem Weg zur Bahn nach Platten brutal zusammengeschlagen und starb.  
Osann Grabstein H Bermann 010.jpg (91824 Byte)Links Grabstein für Hermann Bermann aus Osann im jüdischen Friedhof in Trier (vgl. Bericht unter Erinnerungsarbeit vor Ort unten; geb. 18.April 1858, gest. 3. Mai 1939); Foto erhalten von Armin Kohnz, Osann): Der hebräische Text übersetzt: "Hier ruht Naphtali Bar Mordechai / ein gottesfürchtiger Mann von seiner Jugend an / Friede und Wahrhaftigkeit waren in seinen Taten / Friede sei mit ihm. / Er ist gestorben am 14. Ijjar und begraben am 20. Ijjar (5)699. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."".                  

Von den in Osann geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945") sowie nach den Recherchen von Armin Kohnz (s.u.): Alma Bermann (1918), Amalie (Maria Anna) Bermann geb. Haas (1862), Hermann Bermann (1858), Franziska Bermann geb. Kallmann (1886), Leo (Leopold) Bermann (1882), Samuel Bermann (1872), Wilhelm Bermann (1880), Felix Ermann (1884), Isac Ermann (1859), Jakob (Jacob) Ermann (1870), Lore Ermann (1927), Ruth Elise Ermann (1925), Sophie Ermann geb. Kahn (1896), Bertha Frank geb. Blath (1879), Franziska Frank geb. Hirsch (1894), Sigmund Frank (1885), Helena Isay geb. Jacobs (1890), Jakob Jacobs (1869), Mathilda Jonas geb. Ermann (Germann?, 1885), Artur Kahn (1900), Bernhard Kahn (1873), Hella Kahn (1925), Joseph Kahn (1869), Moritz Kahn (1882), Selma Kahn geb. Baum (1881), Thekla Kahn geb. Bockmann (1884), Mina Kaiser geb. Bermann (1877), Sibilla Kaufmann geb. Baum (1892), Emil Rosenberg (1889), Rosa Seligmann geb. Ermann (1880), Leo Sey (1889), Max Sey (1887), Klara Thormann geb. Frank (1870), Frieda Zajak (1897), Gertrude Zander geb. Ucko (1874).
  
Aus Monzel sind umgekommen:  Helena Isay geb. Jacobs (1890), Siegmund Mayer (Meyer, 1878), Johanna Mingelgrün geb. Mayer (Meyer, 1880). 
 
Hinweis: eine Zusammenstellung "Jüdische Opfer aus Osann und Monzel" mit weiteren Angaben zu den oben genannten Personen auf Grund ausführlicher Recherchen hat Armin Kohnz vorgenommen (eingestellt als xls-Datei).  
     

Kennkarten (mit "J" für "Jude") und Fotos jüdischer Einwohner Osanns   

 
Osann Dok 160.jpg (167992 Byte) Osann Hermann Bermann 010.jpg (20775 Byte) Osann Dok 162.jpg (156686 Byte) Osann Dok 161.jpg (50827 Byte)
Kennkarte für den Handelsmann Hermann Bermann 
(1858 in Osann - 1939 ermordet in Osann) 
Kennkarte für den Metzger Felix Ermann 
(1884 in Osann - 1943 ermordet in Auschwitz )
           
Osann Dok 164.jpg (175265 Byte) Osann Dok 163.jpg (43050 Byte) Osann Dok 166.jpg (161204 Byte) Osann Dok 165.jpg (47179 Byte)
Kennkarte für Franziska Frank geb. Hirsch 
(1894 Trier - 1942 ermordet in Chelmno)  
Kennkarte für den Schreinermeister Mayer Frank 
(geb. 1885 in Monzel), konnte im März 1939 noch 
nach England (Oxford) emigrieren; sein Zwillingsbruder
 Sigmund Frank ist nach der Deportation umgekommen.    
  

      
    

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1878 / 1885 / 1886 / 1890 / 1893

Osann Israelit 22051878.jpg (39113 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Mai 1878: "Die israelitische Gemeinde zu Osann, Regierungsbezirk Trier, sucht einen Religionslehrer, der zugleich Vorbeter und womöglich auch Schächter ist. Gehalt per Jahr von 600 bis 700 Mark und freie Wohnung. Der Antritt kann schon bis den 1. Juli dieses Jahres beginnen. Bewerber können sofort schriftlich einkommen. Der Vorstand Scholein. Simon & Bermann II."
Osann Israelit 16041885.jpg (36936 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. April 1885: "Die hiesige Vorbeterstelle, verbunden mit einem fixen Gehalt von Mark 700 und Nebenverdienst, ist alsbald zu besetzen. Bewerber deutscher Abstammlung wollen sich wenden an den Unterzeichneten Samuel Kahn, Vorsteher der israelitischen Gemeinde in Osann."
 
Osann Israelit 28101886.jpg (37768 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Oktober 1886: "In der hiesigen israelitischen Gemeinde ist die Stelle eines Vorbeters, Schächters und Religionslehrers mit einem jährlichen Gehalt von 700 Mark nebst freier Wohnung und Nebenverdienst baldigst zu besetzen. Bewerber wollen sich sofort an den Vorstand der Gemeinde in Osann wenden."
  
Osann Israelit 13111890.jpg (43906 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1890: "Die hiesige Religionslehrer-, Kantor- und Schochet-Stelle ist per 1. Dezember dieses Jahres zu besetzen. Fixes Gehalt 600 Mark nebst freier, schöner Wohnung und zahlreichen Nebenverdiensten. Bewerber wollen ihre schriftlichen Offerten an den unterzeichneten Vorstand einsehen. Osann (Reg.-Bezirk Trier). Nathan Ermann, Vorstand."   
    
Osann Israelit 16031893.jpg (33918 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. März 1893: "Wir suchen für unsere Gemeinde für sofort einen Religionslehrer, Kantor und Schochet. Gehalt 600 Mark fix, freie Wohnung und entsprechende Nebenverdienste. Bewerber soll sich gefälligst wenden an den Unterzeichneten Vorstand. 
Hermann Bermann, Osann, Regierungsbezirk Trier."
Es scheint 1893 schwierig gewesen zu sein, die Stelle zu besetzen, da über mehrere Monate immer wieder eine Suchanzeige erschien. Im September 1893 war sie wie folgt formuliert: 
Osann Israelit 07091893.jpg (36453 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. September 1893: "Wir suchen einen Religionslehrer, Kantor und Schochet für die hiesige Gemeinde. Gehalt 600 Mark nebst freier Wohnung und Nebenverdienste. Unverheiratete Bewerber erhalten den Vorzug und wollen sich bei dem unterzeichneten Vorstand melden. 
Osann, 4. September 1893. Hermann Bermann."

  
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Antijüdische Beschlüsse des Gemeinderates von Osann in der NS-Zeit (1935)

Osann Israelit 01081935.jpg (76117 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. August 1935: "Frankfurt am Main, 20. Juli (1935) ...nach der Meldung aus Neustrelitz: Wie die Frankfurter Zeitung weiter meldet, hat der Gemeinderat von Osann, einem Winzerdorf in einem Seitental der Mosel, den Beschluss gefasst, dass kein Jude und keine Jüdin in Osann zuziehen darf, kein Jude ein Haus oder ein Grundstück erwerben darf, kein Handwerker, Geschäftsmann oder sonstiger Volksgenosse eine Gemeindearbeit oder Gemeindelieferung erhält, der noch mit mit Juden Verkehr pflegt oder diese in ihrem Handeln unterstützt. Das Kaufen bei Juden wird als Verrat am Volke und an der Nation bezeichnet."

      
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zur Goldenen Hochzeit von Joseph Sey und Babetta geb. Jacobs (1925)       

Osann Israelit 20081925.jpg (105714 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1925: "Osann (Regierungsbezirk Trier), 12. August. Am 23. August begehen Herr Joseph Sey und seine Frau Babetta geb. Jacobs dahier in voller Gesundheit und Rüstigkeit die Feier ihrer goldenen Hochzeit. Der 80-jährige Herr Sey geht heute noch seinem Berufe, dem Spenglerhandwerk nach und beschäftigt sich noch eifrig mit Gartenarbeit. Die beiden Ehegatten führten durch alle Jahre ein echt jüdisches Haus. Sie pflegten Gerechtigkeit und Wohltätigkeit. Herr Sey ist einer, der ständig auf die Erfüllung religiöser Weisungen aus ist und ist der wahre Halt der jüdischen Gemeinde am Platz. Er fungiert regelmäßig als ehrenamtlicher Vorbeter, auch an den ehrfurchtgebietenden Tagen, ebenso als Schofarbläser. Wenn immer es seine Zeit erlaubt, greift er nach seinem Buch (gemeint: Bibel), um sich mit der Tora zu beschäftigen. So ist es kein Wunder, dass er und seine Frau an ihrem Orte und auch in der weiten Umgebung sich des besten Rufes und außerordentlicher Wertschätzung erfreuen. So nehmen auch, wie man von allen Seiten hört, alle Kreise seiner Heimat, ohne Unterschied des Standes und der Konfession, an dem Feste, das das Ehepaar begehen wird, herzlichen Anteil. Mögen dem Paare noch viele Jahre glücklichen Zusammenlebens und segensreiches Wirksamkeit vergönnt sein. (Alles Gute) bis 100 Jahre."    
 
Ergänzung: Nach dem Bericht von Lehrer Meuren (Chronik der Knabenschule Osann, s.Lit.) schenkte anlässlich der Goldenen Hochzeit seiner Eltern der Sohn des Jubelpaares - Max Sey aus Frankfurt - der "Knabenschule" in Osann etwa 20 Bücher für die Schulbücherei. Ferner ließ er durch den Gemeindevorsteher und die Lehrpersonen eine größere Menge Kleider und Hemdenstoffe an bedürftige Familien verteilen. 
Anmerkungen dazu von Fritz Kirch in der Transkription der Schulchronik: 
- Max Sey war Textilhändler in Berlin-Friedrichshain - in Frankfurt betrieb die Tochter Emma Sey ein Lebensmittelgeschäft.     
- Die der Schule geschenkten Bücher wurden nach 1933 "Auf Scheid" verbrannt. 
 
Weiteres Dokument: 
Postkarte aus dem Jahr 1902 an Rosalie Sey, geschrieben v
on ihrem Bruder Leo sowie den Eltern Babetha und Joseph Sey 
(erhalten von Armin Kohnz)        
Osann Postkarte 1902.jpg (146262 Byte)Die Postkarte von Osann aus dem Jahr 1902 zeigt die Kirche St. Peter, den Turm der Synagoge, die nicht mehr erhaltenen Häuser im Kirchgässchen und den 1902 noch fehlenden Wald am Franzenknüppchen.
Text: "Liebe Schwester! Ich gratuliere dich zu deinem Geburtstage und wünsche dir viel Glück. Besten Gruß von deinem Bruder Leo. Grüße mir Bertha. Liebe Rosalie zu deinem Geburtstag kradoliert dich deine Mama Babetha Sey. Herzlichen Glückwunsch sendet dein Vater Josef Sey." 
Josef und Babetha Sey geb. Jakobs wohnten in der Griesgass (heute Bernkasteler Straße 74).  
Der genannte Bruder Leo Sey (geb. 1889) wurde 1942 von Berlin aus deportiert und ist umgekommen.        

       
   
   
     

Zur Geschichte der Synagoge

Eine erste Synagoge war spätestens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorhanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts befand sie sich in einem baufälligen Zustand. Die Gemeinde war dadurch gezwungen, für ein neues Gotteshaus zu sorgen. Jahrelang wurde durch Zahlung wöchentlicher Beitrag für den Neubau gesammelt. Da die finanziellen Mittel der Gemeinde jedoch nicht ausreichten, erschien in der Zeitschrift mehrere Wochen lang im Herbst 1897 folgender Spendenaufruf: 

Osann Israelit 30091897.jpg (114139 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. September 1897: "Die israelitische Gemeinde Osann, Regierungsbezirk Trier, ist genötigt, wegen Baufälligkeit der jetzigen eine neue Synagoge zu erbauen. Die Gemeinde, aus 16 Familien bestehend, müht sich schon Jahre lang, das Baukapital durch Zahlung wöchentlicher Beiträge aufzubringen. Gern hätten wir den Bau noch einige Jahre hinausgeschoben, doch durch die immer mehr zunehmende Baufälligkeit sind wir gezwungen, denselben schon jetzt in Angriff zu nehmen. Aber das Nötigste fehlt uns, die Hälfte der Bausumme. Wir wenden uns deshalb an Euch, edle Glaubensgenossen, mit der innigen Bitte: Helfet uns unser Werk fördern, indem Ihr uns durch gefällige Einsendung von Spenden unterstützt 'Gott segnet euer Vermögen und das Werk eurer Hände nimmt er gnädig auf' (nach 5. Mose 33,11). Jede, auch die kleinste Gabe wird von den Unterzeichneten dankend entgegengenommen und auf Wunsch darüber quittiert.
Julius Ermann, Isak Baum, Vorsteher der israelitischen Gemeinde Osann.
Die dringende Notwendigkeit des Baues wie die Bedürftigkeit der Landgemeinde Osann kann ich aus eigener Kenntnis nur bestätigen; das obenstehende Gesuch sei darum auch meinerseits unseren mildtätigen Glaubensgenossen, die ein gutes und verdienstvolles Werk zu unterstützen geneigt sind, aufs angelegentlichste hiermit empfohlen. Trier, den 27. September 1897. 
Der Oberrabbiner: Dr. J. Baßfreund. Die Geschichtsstelle dieses Blattes ist auch gerne bereit, Gaben zu dem Baue in Empfang zu nehmen."

Der Spendenaufruf hatte Erfolg. Im Laufe des Jahres 1898 (Baudatum auf dem Giebeldreieck) konnte die Synagoge erstellt werden. Sie wurde am 29. Juli 1899 festlich eingeweiht. Das Einweihungsdatum erfährt man aus einem Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit". In dem Artikel wird der größeren Gemeinde in Wittlich die Osanner jüdische Gemeinde mit ihrem Synagogenbau als vorbildlich präsentiert:

Osann AZJ 28071899.jpg (44540 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juli 1899: "Wittlich, 24. Juli (1899). Am 29. dieses Monats findet in Osann (Kreis Wittlich) die Einweihung der neuen Synagoge statt. Wittlich mit der Zahl von 50 jüdischen Familien hat es noch nicht so weit gebracht, sondern benutzt noch immer die alte Synagoge, obwohl ein Neubau sehr zu wünschen wäre; auch ein tüchtiger Kantor ist hier sehr nötig, doch kann die Gemeindevertretung anscheinend nicht zum Entschluss kommen, was im Interesse des Gottesdienstes sehr zu bedauern ist. Hoffentlich wirkt das gute Beispiel der kleinen Nachbargemeinde auch hier." 
  
Osann Synagoge PA 011.jpg (82546 Byte)Anzeige in der Bernkasteler Zeitung vom 25. Juli 1899 (erhalten vom Armin Kohnz, Osann): "Synagogeneinweihung in Osann am 28., 29. und 30. Juli dieses Jahres
Fest-Programm: Freitag, den 28. Nachmittags 7 Uhr: Feierlicher Einzug in die Synagoge, 
Weihe und Festpredigt - Herr Ober-Rabbiner Dr. Baßfreund, Trier. 
Samstag, den 29. Morgens halb 9 Uhr: Festgottesdienst mit Predigt. 
Nachmittags 4 Uhr: Konzert. Abends: Ball im neu erbauten großen Saale des Herrn Traut. 
Sonntag, den 30. Ball im neu erbauten großen Saale des Herrn Traut.  
Passe par tout-Karten zu allen Festlichkeiten gültig à 4 Mark im Vorverkauf bei Herrn Traut. Einzelkarten an der Kasse. 
Für gute (rituelle) Küche ist in bester Weise gesorgt. - 
Fahrgelegenheit von Station Platten nach Osann. Es ladet ergebenst ein  Das Fest-Komitee." 

Bei der Synagoge handelt es sich um einen von der Straße zurückgesetzten Bruchsteinsaalbau. Der Eingang befand sich auf der südlichen Seite. Charakteristisch für den Bau ist ein Zwerchgiebel über dem Eingang. Die Rundbogenfenster sind bis heute erhalten. Die originale Fensteraufteilung ist noch heute zu erkennen, auch wenn ein Teil der Fenster zugemauert wurde. Im Innenbereich sind die ornamentalen Bodenfließen, Reste des Inventars und weitere Spuren erhalten. 
 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet. Wenig später wurde das Gebäude an einen Privatmann verkauft. Seitdem wird die ehemalige Synagoge als Schuppen verwendet. Um 1960 wurde der Eingang in die Mitte verlegt, die traufseitigen Fenster vermauert und auf Höhe der ehemaligen Frauenempore eine Betondecke eingezogen.  
   

Adresse/Standort der SynagogeBernkasteler Straße (frühere Hauptstraße) nahe dem Ortsausgang in Richtung Bernkastel, von der Straße etwas zurückgesetzt.
Das ehemalige jüdische Schulhaus mit Lehrerwohnung ist heute das Gebäude Bernkasteler Straße 71.  
   
     

Fotos

Lage der alten Synagoge (vor 1897) und der Israelitischen Schule sowie Ansicht der Synagoge (von 1899) 
(Quelle: Kopie des Plans erhalten von Armin Kohnz; Foto: Landesamt s. Lit. S. 307)
Osann Plan 020.jpg (92970 Byte) Osann Synagoge 120.jpg (54646 Byte)
   Lageplan von Synagoge (Vorgängerbau  
der Synagoge von 1899) und israelitischer
 Schule (aus dem Urkataster von Osann 1829)
Blick auf den Bereich des früheren 
Eingangs der Synagoge von 1899, darüber 
der charakteristische Zwerchgiebel
            

 Die ehemalige Synagoge im Oktober 2007 
(Fotos: Carolin Bollig, Osann-Monzel)  

  
Osann Synagoge 183.jpg (61646 Byte) Osann Synagoge 184.jpg (58739 Byte) Osann Synagoge 185.jpg (81196 Byte)
Blick auf die ehemalige Synagoge von der Bernkasteler Straße
     
Osann Synagoge 180.jpg (94747 Byte) Osann Synagoge 181.jpg (102011 Byte) Osann Synagoge 182.jpg (52469 Byte)
Rückseite des Gebäudes der ehemaligen Synagoge
   
Osann Synagoge 186.jpg (36578 Byte)
  Das Baudatum "1898" auf dem Giebeldreieck   
         
Die ehemalige Synagoge im September 2009 (Fotos: Theo Meulemans, o.praem., Aufnahmedatum 4.7.2009) Osann Synagoge 230.jpg (115247 Byte) Osann Synagoge 231.jpg (92320 Byte)
  Blick auf die ehemalige Synagoge von der Bernkasteler Straße
      
  Osann Synagoge 232.jpg (85552 Byte) Osann Synagoge 233.jpg (139331 Byte)
      Das Baudatum "1898" 
auf dem Giebeldreieck
 Rückseite des Gebäudes
  
     
Familie Kahn in Osann 1938
(Fotos erhalten von Andreas Filz [obere Reihe] und Armin Kohnz [untere Reihe], Osann)
Osann FamKahn 010.jpg (76692 Byte) Osann FamKahn 011.jpg (67642 Byte)
    Familie Kahn in Osann im Februar 1938 vor ihrem Haus in der heutigen Trierer Straße (Foto des Hauses rechts, um 1970); Familienfoto von links nach rechts: Herta Kahn (später: Harriet R. Petzall, geb. 25.3.1916, lebt [?] in den USA), Thekla Kahn geb. Bockmann (geb. 23.11.1884), Hella Kahn (geb. 21.06.1925), Moritz Kahn (geb. 02.04.1882 in Osann) und Siegfried Kahn (geb. 1913; noch Mitte der 1930er-Jahre bis ca. 1936! Torwart der Fußballmannschaft des TuS Osann); Thekla, Hella und Moritz Kahn sind nach der Deportation vermutlich in Auschwitz ermordet worden.
           
    Osann FamKahn 010.jpg (58883 Byte) Osann HertaKahn 010.jpg (80252 Byte)
    Familie Kahn am 6. Februar 1938, 
vermutlich Abreisetag von Siegfried Kahn
Foto von Herta Kahn aus der Zeit um 1928:
 von links nach rechts: Gertrud Hoffmann,
 Herta Kahn, Hella Kahn
 
        

    
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Dezember 2008: Präsentation der "Osanner Thora"
Vorbemerkung von Hans Gorges, Webmaster der Internetseite: www.osann-monzel.de    
"Der Verein '1000 Jahre Osann' hat mit der Auflage der Dorfchronik anlässlich der 1000-Jahrfeier in 2008 erstmals das Thema 'Jüdische Geschichte in Osann' aufgegriffen und auf fast 20 Seiten die Geschichte der Juden in Osann für Jedermann zugänglich gemacht. Dies war ein mutiger Schritt, um auch der Jugend und bei allen, denen das Unrecht, das dem Jüdischen Volk auch in unserer Region zugefügt wurde, wieder ins Bewusstsein zu rufen.
Die ehemalige Synagoge wird heute - wie oben beschrieben - als Scheune bzw. Lager für Landwirtschaft genutzt. Sie ist in Privateigentum. Die heutigen Eigentümer haben bei einer Veranstaltung des Vereins 1000 Jahre Osann'  Teile einer Tora zur Verfügung gestellt, die wohl über Jahrzehnte auf dem Speicher Ihres Wohnhauses unentdeckt gelagert waren. Vertreter der Jüdischen Gemeinde waren zu dieser Veranstaltung eingeladen und haben dort auch erstmals über die jüdische Geschichte und über das Leben der Juden in der hiesigen Region berichtet und erzählt; mehr als 150 Osann-Monzeler Bürger sowie Gäste aus der Region waren anwesend (siehe Bericht unten)"

Zum Bericht über die Geschichte der Juden in Osann in der Dorfchronik von Osann: das Buch ist erhältlich über 
Gemeindebüro Osann-Monzel, Weinbergstraße 1, 54518 Osann-Monzel.  
Telefon: 06535 – 94 92 84  Telefax: 06535 – 94 92 86  E-Mail bzw. gemeinde-osann-monzel[et]t-online.de-  
    
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 1. Dezember 2008 (zur Verfügung gestellt von Hans Georges):  
150 Menschen fanden den Weg ins Bürgerhaus Osann, um mehr über das jüdische Leben in und um Osann zu erfahren. Höhepunkt war die Präsentation der Fragmente der Osanner Thora. Der Abend wurde vom Verein "1000 Jahre Osann" veranstaltet und gab den Anstoß zur Erinnerung und Aufarbeitung. 
Endlich hatten die Osanner Bürger Gelegenheit, sich über das jüdische Leben in der Region und in ihrem Ort zu informieren und auszutauschen. Der Verein "1000 Jahre Osann" hatte zu diesem Abend eingeladen. "Osann hatte einen schlimmen Ruf im Bezug auf Juden und nicht zu Unrecht", erzählte Matthias Junk, "deshalb bin ich positiv überrascht, wie viele Leute hier sind". Der "schlimme Ruf" bezieht sich auf den Fall Bermann (siehe Extra). Nach Angaben von René Richtscheid, Leiter des Emil Frank Instituts, erlaubte der Kurfürst von Manderscheid bereits 1547 einer jüdischen Familie, sich in Osann anzusiedeln. Marianne Bühler, ehemalige Leiterin des Emil-Frank-Instituts, erzählte von den Juden als Bürger, Religionsgemeinschaft und Fremde, Ausgegrenzte und Verfolgte. Eine Lesung von Josefine Wittenbecher führte vor Augen, wie nach dem Krieg das Thema Judenverfolgung im Ort verdrängt wurde. Dr. Yaghoub Khoschlessan sprach unterhaltsam und fachkundig über das Judentum. 
Höhepunkt war die Präsentation von Fragmenten der Thora, die in der Synagoge in Osann gelesen wurde. Was mit ihr passiert, wird erst nach der gesetzlichen Prüfung entschieden. Anschließend gab es die Möglichkeit für Fragen und Gespräche. "In unserem Haus, so hat man mir gesagt, hätte sich eine jüdische Gerichtsbarkeit befunden, und der Pfad, der zur Mosel führte, hieß Sittischpfädchen, also Sühnepfad", berichtete Heinz Traut. Marianne Hoffmann erinnerte sich, dass sie oft im Haus der jüdischen Familie Kahn gespielt hat. Matthias Junk erzählte, dass es auch Leute gab, die Kindern judenfeindliche Lieder beigebracht haben. Aber nicht alle wollten erzählen. Ein Besucher meinte "Ich weiß noch Dinge, die damals passiert sind und wer beteiligt war, aber ich sage nichts." Dennoch war die Stimmung versöhnlich. Nach dem offiziellen Teil saßen noch viele Teilnehmer zusammen. Traurige Geschichten und lange vergessene Begebenheiten kamen zum Vorschein."  
  
Fragmente der Osanner Thora
(Fotos erhalten von Armin Kohnz, 1. Vorsitzender 1000 Jahre Osann e.V.) 
Osann Tora 010.jpg (231112 Byte) Osann Tora 011.jpg (196187 Byte) Osann Tora 012.jpg (103382 Byte)
Hierzu: Expertise von Prof. Dr. Andreas Lehnardt (Universität Mainz) zur Osanner Thora (pdf-Datei).  
    
Mai 2009: Gedenktafel zum 70. Todestag von Hermann Bermann    
Foto von Erich Gerten: Mehr als nur ein Zeichen: Osann-Monzeler Einwohner legen auf dem Trierer Hauptfriedhof eine Gedenktafel am Grab des 1939 getöteten Juden Hermann Bermann nieder. 
Artikel von Erich Gerten im "Trierischen Volksfreund" vom 5. Mai 2009:  Schöne Geste
Es herrschte eine gelöste Atmosphäre trotz des schwierigen Themas. Osann-Monzeler Bürger legten am 70. Todestag von Hermann Bermann eine Gedenktafel an dessen Grab nieder. Der 1939 in Osann erschlagene Jude ist auf dem jüdischen Teil des Trierer Hauptfriedhofs beerdigt.

Osann-Monzel/Trier. Das Geschehen am Sonntagabend auf dem Trierer Hauptfriedhof ist Geschichtsaufarbeitung pur mit nachhaltiger Wirkung. Es ist zudem Aufarbeitung im positiven Sinne mit einer Geste, die den ohnehin vorhandenen Symbolcharakter nochmals überragt. Denn die Geste kam erkennbar von Herzen und steht weit über "pflichtgemäßem" Handeln. Das Frühlingswetter passte zudem atmosphärisch. 
Von Herzen waren sie anwesend, die etwa ein Dutzend Osanner Einwohner, junge wie ältere. Mit dabei waren profunde Kenner jüdischer Geschichte. Armin Kohnz, Vorsitzender des Vereins 1000 Jahre Osann, legte zusammen mit Marianne Bühler, Mitautorin des Beitrages zur jüdischen Geschichte in der Osanner Ortschronik, eine Gedenktafel an das Grab des 81-jährigen jüdischen Leder- und Schuhhändlers: "Im Gedenken an Hermann Bermann lege ich diese kleine Tafel aus Schiefer aus den Osanner Weinbergen hier nieder". 
Bermann war am 3. Mai 1939 getötet worden (siehe Hintergrund). Kohnz und die mitgereisten Osanner lebten zudem jüdisches Brauchtum, denn sie legten kleine Steine, die von der Stelle seines Todes stammten, auf Bermanns Grab. Damit haben die Osanner erneut die Aufarbeitung ihrer jüdischen Geschichte mit Elan und Überzeugung weiter verfolgt und im Bezug auf die schweren Jahre der Nazizeit wiederum Zeichen gesetzt. Der Blick richtet sich aber auch auf die weitaus längere Zeit von 1548 bis vor 1933, als ein durchweg harmonisches Zusammenleben zwischen Juden und Christen das Dorf Osann prägte. 
Hintergrund Juden in Osann: Fast 400 Jahre, von 1548 bis in die 1930er Jahre, gehörten Juden zum Osanner Alltagsleben und waren fest in das dörfliche Geschehen integriert. Mit Ausnahme der Nazizeit ab 1933. Es kam, wie in vielen anderen Orten auch, zu schlimmen Übergriffen. Der jüdische Leder- und Schuhhändler Hermann Bermann war nach dem Pogrom vom 9. November 1938 nach Trier verzogen, Im Mai 1939 kam er nochmals nach Osann, um Mieten von seinem Haus einzuziehen und einen Acker zu verkaufen. Nachdem einige Bürger davon erfahren hatten, versuchten sie, ihn aus dem Ort zu vertreiben. Andere wiederum wollten ihm helfen, aber es gelang nicht. Bermann wurde verfolgt und an der Straße zwischen Osann und Platten brutal zusammengeschlagen, so dass er dort verstarb.             
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August 2009: Besuch von Reuven Arbel und Guy Dar-Ermann in Osann    
Foto von Erich Gerten: Bewegt und beeindruckt im Gespräch bei der Thora im Osanner Pfarrheim: Reuven Arbel aus Israel (rechts) und sein Enkel Guy Dar (links). TV-Foto: Erich Gerten
Artikel von Erich Gerten im "Trierischen Volksfreund" vom 25. August 2009: "Bewegt und beeindruckt.  
Die 1000-Jahr-Feier von Osann im Sommer 2008 ist bis nach Israel bekannt geworden. Reuven Arbel-Ermann aus Nahariya, einer Stadt am Mittelmeer, ist mit seinem Enkelsohn Guy Dar-Ermann in Osann-Monzel bei der Suche nach seinen Vorfahren fündig geworden. 
Osann-Monzel.
Auf dem jüdischen Friedhof von Osann geht Reuven Arbel von Grabstein zu Grabstein, reinigt mit etwas Wasser die hebräischen Inschriften, damit diese besser lesbar werden. Nach einer guten halben Stunde strahlt der 73-Jährige. "Hier liegt mein Ur-Ur-Opa begraben, Salomon Ermann aus Osann, gestorben 1877." Auf jüdischen Friedhöfen werden keine Grabstätten entfernt. Der Ruheplatz seines Urgroßvaters hat selbst die schweren Jahre der Nazizeit überstanden. Erfreut erhebt sich Reuven Arbel, der als Martin Ermann 1936 in Frankfurt/Main geboren wurde: "Mein Opa Ludwig Ermann verzog von Osann nach Frankfurt. In Frankfurt wurde mein Vater Hans Ermann 1906 geboren. Er musste 1937 nach Israel emigrieren. Meine Mutter und ich folgten ihm im März 1938."  
Reuven Arbel siedelte sich in Nahariya an, einer damals deutschsprachigen Siedlung, heute eine 55 000 Einwohner zählende Stadt am Mittelmeer nahe der libanesischen Grenze, in der durch den Zuzug vieler Juden aus aller Welt mittlerweile vorwiegend hebräisch gesprochen wird. "Warum ich nach Osann komme? Ich habe herausgefunden, dass mein Opa in Osann geboren wurde, aber keiner meiner Freunde in Deutschland wusste, wo Osann liegt. Dann habe ich im Internet recherchiert und bin auf die Ortschronik gestoßen, erstellt zur 1000-Jahr-Feier 2008." In der Chronik las er vieles über die jüdische Geschichte und die Osanner Familien Ermann. "Da habe ich mir vorgenommen, ich muss Osann sehen." Vergangene Woche war der Tag gekommen. Der lebensfrohe Mann aus Israel und sein 21-jähriger Enkel Guy Dar strahlen Optimismus aus und freuen sich, den Geburtsort ihrer Vorfahren gefunden zu haben. In Begleitung von Freunden aus Heidelberg wurden sie in Osann von Kennern der Osanner jüdischen Geschichte empfangen. 
Der Rundgang durch den Ort ihrer Vorfahren, zur ehemaligen Synagoge und zum jüdischen Friedhof entwickelte sich zum Finden der eigenen Wurzeln. Bei einer Gesprächsrunde im katholischen Pfarrheim zeigten die Osanner dem sichtlich bewegten Reuven Arbel die Reste der Thora-Rolle aus der ehemaligen Synagoge. Es war spürbar: Gäste und Gastgeber waren hocherfreut beim gegenseitigen Kennen- und Verstehenlernen. Geschichte und Gegenwart gaben sich im Gespräch bei der Thora die Hand. Das Treffen in Osann-Monzel stand von Anfang an unter einem positiven Stern und war so ganz nebenbei Völkerverständigung im besten Sinne. Das bestätigten die Worte des 21-jährigen Guy Dar-Ermann: "I love Germany, it is a nice country - Ich liebe Deutschland, es ist ein schönes Land."       
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Weitere Fotos vom Besuch von Reuven Arbel und seinem Enkel Guy Dar im Sommer 2009
(erhalten von Armin Kohnz)
Osann 2009015.jpg (73574 Byte) Osann 2009016.jpg (82484 Byte) Osann Dok 020.jpg (141381 Byte)
Besichtigung der Osanner Tora
 im katholischen Pfarrheim
(vgl. Bericht oben)
"Delegation" aus Osann, die 
Reuven Arbel bei seinem 
Besuch empfangen hat
Auszug aus einem Soldbuch (?) von Ludwig Ermann (geb. 1876), einem Vorfahr von Reuven Arbel in Osann
  
   
Oktober 2010: Ein Gedenkstein für die Osanner Juden wird eingeweiht  
Osann Gedenkstein 012.jpg (83170 Byte)Foto links von Erich Gerten: Andreas Filz hat den Gedenkstein für die Osanner Juden erstellen lassen.     
Artikel von Erich Gerten im "Trierischen Volksfreunde" vom 26. Oktober 2010 (Artikel): 
"Ein Gedenkstein erinnert an die Osanner Juden.
Andreas Filz aus Osann-Monzel hat einen Gedenkstein für die vertriebenen, deportierten und ermordeten Juden aus Osann anfertigen und aufstellen lassen. Filz hält bis heute Kontakt zu einer Familie, die in der Nazizeit in die USA ausgewandert ist.

Über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Osann ist bereits viel geschrieben worden. Wenig bekannt ist, dass einige Juden auch nach dem Zweiten Weltkrieg den Kontakt nach Osann aufrechterhalten haben. Der 1959 geborene Andreas Filz berichtet: "Mein 1907 geborener Vater Nikolaus Filz war vor dem Zweiten Weltkrieg ein Nachbar der jüdischen Familie Kahn in der Trierer Straße."
Siegfried Kahn arbeitete als Textilverkäufer bei Ermann-Bach in Wittlich. Aber dann kam die unheilvolle Nazizeit. Siegfried und seine Schwester Herta konnten fliehen und fanden nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA ein neues Zuhause. In Los Angeles eröffnete er einen florierenden Textilhandel. 
Auf dem Stein stehen keine Namen. Mehrmals jährlich kamen Briefe aus Amerika nach Osann zur Familie Filz und einmal jährlich ein Geschenkpaket. "Das war jedes Mal wie Weihnachten", erzählt Andreas Filz. "In den Paketen war vieles drin, was wir in Deutschland damals nicht kannten vom Kugelschreiber bis zum Modeschmuck."
Anfang der 70er Jahre kamen Siegfried Kahn und sein Sohn Bob nach Osann. "Seither haben wir uns immer wieder gegenseitig besucht", erzählt Andreas Filz. Den Kahns ging es wirtschaftlich gut. Anderen jüdischen Bewohnern Osanns war es wesentlich schlechter ergangen. 
So wurden Siegfrieds Eltern und die jüngere Schwester Hella ermordet. Dies und der enge Kontakt mit der Familie Kahn haben Andreas Filz dazu veranlasst, einen Gedenkstein für die Osanner Juden zu gestalten. 
"In Osann haben viele Juden gewohnt, aber außer dem jüdischen Friedhof erinnert nichts an diese Familien. Mit Stolpersteinen konnte ich mich nicht anfreunden, weil viele Menschen dagegen sind."
Daher hat Filz einen Gedenkstein aus Basaltlava mit sich nach oben verjüngendem ovalen Grundriss und einer Einkerbung erstellen lassen. Diese außergewöhnliche Form des Mahnmals soll an das gemeinsame Zusammenleben von Juden und Christen erinnern, und der Einschnitt an das jähe Entzweien durch die Nazis. Es werden keine Namen eingraviert, sondern der Schriftzug: "Zur Erinnerung an die vertriebenen, deportierten und ermordeten Juden aus Osann."
Uhrzeit für die Einweihung steht noch nicht fest. Filz hat den Stein in Absprache mit der Gemeinde Osann-Monzel gegenüber der Schule auf einem gemeindeeigenen Grundstück aufstellen lassen. Siegfried Kahn ist in den 1980ern gestorben, aber sein Sohn Bob wird am Sonntagmorgen, 31. Oktober, anlässlich einer Europareise nach Osann kommen und zusammen mit Andreas Filz den Stein "einweihen". Eine Uhrzeit wurde nicht festgelegt, weil Bob Kahn von Frankfurt auf der Durchreise nach Brüssel ist.
EXTRA So wird im Kreis an Juden gedacht Im Kreis Bernkastel-Wittlich wird unterschiedlich an die einstigen jüdischen Mitbürger erinnert. In Wittlich informiert eine Ausstellung in der restaurierten Synagoge über das jüdische Leben in der Kreisstadt. Veranstaltungen organisieren der Arbeitskreis "Jüdische Gemeinde Wittlich" und das Emil-Frank-Institut. Auch ein jüdischer Friedhof existiert dort. Über die in den Boden eingelassenen Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig mit Namen, Geburts- und Todestag ehemaliger Bürger wurde in der Kreisstadt bislang nur diskutiert. Solche Steine finden sich in Bernkastel-Kues und in Talling, geplant sind sie für Brauneberg, Mülheim und Veldenz. Die Stadt Traben-Trarbach hat nach Diskussionen über den genauen Standort eine Gedenktafel am Mittelmoselmuseum aufgehängt. (mai)."   Artikel als pdf-Datei.   
  
Osann Gedenkstein 014.jpg (54911 Byte)Foto links von Erich Gerten: Bob Kahn (Dritter von links) und Frau Penny (Zweite von links) kamen aus den USA zur Einweihung des Gedenksteins für die Osanner Juden. Gestiftet wurde der Stein von Andreas Filz (Vierter von links). Mit dabei auch der Bildhauer Sebastian Langner (rechts) und Yaghoub Khoschlessan vom Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage.     
Artikel von Erich Gerten im "Trierischen Volksfreund" vom 2. November 2010 (Artikel): 
"Gedenkstein soll zum Nachdenken anregen
Der von Andreas Filz zum Andenken an die deportierten und ermordeten Osanner Juden gestiftete Gedenkstein wurde im Beisein eines Nachfahren der Osanner Juden eingeweiht.
Osann-Monzel.
Ein Zeichen der Versöhnung? Während am Sonntagvormittag Nebel die Sicht behinderte, und es gelegentlich regnete, hellte sich der Himmel nach der "Einweihung" des Gedenksteines für die Osanner Juden auf. Es entwickelte sich zu einem sonnigen und warmen Tag, je länger die Familien Filz und Kahn zusammensaßen. 
Bob Kahn, geboren 1942 in den USA, und seine Frau Penny waren anlässlich einer Europareise nach Osann gekommen, um den von Andreas Filz aus Osann gestifteten Gedenkstein einzuweihen. Bobs Vater Siegfried Kahn und dessen Schwester Herta konnten 1938 und 1939 aus Osann nach den USA fliehen und sich erfolgreich eine neue Existenz aufbauen. Siegfried Kahn, gestorben 1977, habe nicht gern über das Geschehen in der Nazizeit gesprochen, erzählt sein Sohn Bob.
Auch deswegen, weil er sich Gedanken darüber machte, dass bei der Flucht nicht alle Familienmitglieder mitgekommen waren und ein Teil von den Nazis umgebracht wurde. Nur ein einziges Mal war Siegfried Kahn nach Deutschland zu Besuch gekommen. Nach Osann allerdings hat er, und nach seinem Tod 1977 sein Sohn Bob, die Kontakte aufrechterhalten. Bob meint heute: "Ich habe keine Probleme, Deutschland ist in Ordnung." Aber zugleich betont er: "Wir benötigen eine dauerhafte Erinnerung, damit zukünftig so was nicht mehr passiert". 
Daher freut es ihn, dass Andreas Filz einen Gedenkstein zum Andenken an die deportierten und ermordeten Osanner Juden anfertigen ließ (der TV berichtete). Filz betonte bei der Einweihung: "Nach 65 Jahren ist es Zeit, auch in Osann einen Gedenkstein zu errichten. Ich hoffe, dass er zum Nachdenken anregt". 
Bürger meinen spontan: "Er ist schön". Yaghoub Khoschlessan aus Bernkastel-Kues, Vorsitzender des Bündnisses für Menschlichkeit und Zivilcourage, sprach ein jüdisches Totengebet auf Hebräisch. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinden, mit denen er in den letzten Tagen gesprochen habe, seien begeistert, dass auf Initiative einer Privatperson ein Mahnmal erstellt wurde. 
Bob und Penny Kahn dankten der Familie Filz für die langjährige Freundschaft: "Mit dem Mahnmal haben wir was Gutes, was wir teilen können. Diese jüngste Erinnerung an Deutschland ist eine gute Erinnerung." 
Osann-Monzels Ortsbürgermeister Matthias Stoffel betonte im Gespräch mit dem TV ebenfalls die Bedeutung: "Es ist richtig, die Erinnerung wachzuhalten." Das Mahnmal an der Durchgangsstraße in Osann gegenüber der Grundschule wurde vom Wittlicher Bildhauer Sebastian Langner nach den Vorstellungen von Andreas Filz gearbeitet. Spontan meinten Osann-Monzeler Bürger, die sich den Gedenkstein anschauten: "Er ist schön"." 
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November 2010: Der Verein "1000 Jahre Osann" besucht die Synagoge in Wittlich   
Osann Wittlich 2010b.jpg (132997 Byte)Foto links: Der Verein "1000 Jahre Osann" besuchte aus Anlass der Veranstaltungen "100 Jahre Synagoge Wittlich" die dortige Synagoge (Foto von Andreas Filz). 
Bericht von Armin Kohnz: "Besuch der Sonderausstellung '100 Jahre Synagoge Wittlich' 
Annähernd 35 Osanner und Monzeler fanden sich am vergangenen Sonntag in Wittlich zum Besuch der Sonderausstellung '100 Jahre Synagoge Wittlich' ein. René Richtscheid, Geschäftsführer des Emil-Frank-Institutes begann seine Führung am ehemaligen Thoraschrein vor der Synagoge. Dieser dient heute als Gedenkstätte. Er erläuterte den Baustil der Synagoge, die am 25.11.1910 eingeweiht worden war. In der Synagoge ging er auf die einzelnen Stationen der Sonderausstellung weiter ein und es entwickelte sich ein reger Austausch von Fragen und Antworten. Auch die in der Sonderausstellung integrierte Thora von Osann wurde natürlich näher erläutert. Kopien der Expertise zur Osanner Thora von Prof. Dr. Lehnardt von der Uni Mainz trugen zum weiteren Verständnis bei. In den anschließenden Gesprächen wurde nochmals der Wunsch geäußert, sich weiterhin mit diesem Teil der Geschichte von Osann zu beschäftigen."     
    

    
     

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Osann-Monzel  
Website der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land  
Seite zur Synagoge Osann bei Kulturdatenbank Region Trier  
Seite zum jüdischen Friedhof Osann bei Kulturdatenbank Region Trier  

Literatur:  

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hrsg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 307-308 (mit weiteren Literaturangaben).
1000 Jahre Osann - Geschichte eines Weindorfes im Moselland. Herausgegeben von Fritz Kirch, Armin Kohnz und Erich Gerten. 2008. 422 S. 29,90 €.
Die im Text oben angegebene "Chronik der Knabenschule von Osann" (geführt hauptsächlich von Lehrer Matthias Meuren von 1882 bis 1942) wurde 2008 von Fritz Kirch, Osann/Trier transkribiert. 
Eine Datei mit verschiedenen Angaben zur Geschichte der jüdischen Einwohner wurde von Armin Kohnz zur Verfügung gestellt. 
Rechnungsbuch der Gemeinde Osann 1714-1821. Transkription von Fritz Kirch. Trier / Osann 2009.   

Quellenmaterial:

Ortsfamilienbuch "Die jüdischen Einwohner von Osann-Monzel, Kesten und Maring". Erstellt von Peter Melcher, Köln-Ehrenfeld 2005 
(pdf-Datei, interner Link; vermittelt und weiter überarbeitet von Armin Kohnz, Osann; Stand: 10.7.2011).
Standesamt Osann: Eheschließungen von Juden in den Jahren 1831 - 1899 (chronologisch). Daten erhalten von Karl-Josef Tonner, Bekond - www.kjtonner.de. eingestellt am 29. Juni 2010 (pdf-Datei, interner Link; vermittelt von Armin Kohnz, Osann; die Datei ist auf Anfrage auch als Excel-Datei erhältlich, E-Mail von Armin Kohnz). 

       
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Osann Rhineland. The Jewish population was 77 in 1833 (13 % of the total) and 106 in 1843. There was a synagogue in use at this time. In 1899, a new one was consecrated. In 1933, 17 Jews remained. In 1935, Jews owned only a grocery and butcher shop. The town had 24 Jews in 1936; three emigrated over the next two years. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and the homes of the four remaining families were destroyed. Between December 1938 and April 1939, six more Jews emigrated and six left for Trier. In May 1939 none were left.        
        

    

                   
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Stand: 12. Januar 2012