Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Aach (VG Trier-Land, Kreis Trier-Saarburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur    

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Aach lebten Juden bereits im 15. Jahrhundert. 1418 ließen sich einige der damals aus dem Kurfürstentum Trier ausgewiesenen Juden am Ort nieder. Auch im 16. Jahrhundert dürften Juden am Ort gelebt haben (1589).  
 
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 18. Jahrhundert zurück. 1808 wurden 57 jüdische Einwohner gezählt, 1828 68, 1830 80, 1843 77 (bei insgesamt 310 Einwohnern), um 1850 die Höchstzahl von 86. Bis 1846 gehörten auch die in Butzweiler lebenden jüdischen Personen zur Gemeinde in Aach. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück. 1900 gab es noch 14 jüdische Familien in Aach.  
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule (1877 10, 1878 12 Kinder), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter, teilweise auch als Schochet (Schächter) fungierte. Bei anstehenden Neubesetzungen war die Stelle immer wieder neu zu besetzen (siehe Anzeigen unten).
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Mirtil Joseph (geb. 21.10.1894 in Aach, gef. 16.3.1917), Adolf Levy (geb. 7.1.1898 in Aach, gef. 3.10.1918) und Alfred Levy (geb. 20.4.1897 in Aach, gef. 30.11.1917). Außerdem sind gefallen: Max Joseph (geb. 13.4.1877 in Aach, vor 1914 in Bollendorf wohnhaft, gef. 9.11.1915) und Simon Joseph (geb. 22.6.1874 in Aach, vor 1914 in Bollendorf wohnhaft, gef. 16.11.1918).     
  
Die Haupterwerbszweige der Aacher Juden waren der Viehhandel sowie der Handel mit Pelzen, Fellen und Bienenwaben. Auch gab es jüdische Handwerker (einen Schneider), eine Gastwirtschaft und ein Kolonialwarengeschäft im Besitz jüdischer Familien. Das Handelsgebiet der jüdischen Händler aus Aach erstreckte sich bis weit in die Bitburger Gegend. Fast alle jüdischen Familien hatten auch kleinen Landbesitz. Um 1925, als noch 64 jüdische Einwohner gezählt wurden, war Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Moses Joseph. 
  
1933 lebten noch 38 jüdische Personen am Ort (in acht Familien, 7,8 % der Gesamteinwohnerschaft von ca. 650 Personen), 1937 noch 15 Personen (3,2 % der Gesamteinwohnerschaft). Einige Familien konnten in der NS-Zeit noch auswandern, fünf davon in die USA. Mit den Deportationen im April 1942, Juli 1942 und März 1943 wurden die letzten in Aach noch lebenden jüdischen Personen in die Vernichtungslager deportiert.    
       
Von den in Aach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Lina Geismar geb. Joseph (1889), Amalie Herz (1862), Elise Joseph geb. Wolf (1863), Emma Joseph geb. Levy (1890), Isaak Joseph (1863), Salomon Joseph (1888), Julie Kahn geb. Levy (1868), Rosa Kahn geb. Simon (1866), Daniel Levy (1904), Frieda Levy (1893), Heimann Levy (1876), Josef Levy (1892), Lazarus Levy (1873), Lena Levy (1867), Margot Levy (1908), Nathan Levy (1870), Nathan Levy (1888), Ruben Levy (1853), Selma Levy (1890), Selma Levy geb. Hirsch (1911), Sigmund Levy (1879), Therese Levy (1894), Berta Lieser geb. Levy (1881), Delfine Mayer geb. Levy (1889), Rosa Mayer geb. Levy (1868), Mathilde Meyer geb. Arnesberg (1869), Moses Meyer (1862), Adele Müller geb. Fröhlich (1873), Leopold Müller (1877), Joseph Salomon (1888), Regina Salomon geb. Levy (1886), Margot Schloss geb. Levy (1908), Fanny Schmitz geb. Simon (1873), Israel Simon (1881), Moses Simon (1880), Regina Simon (1882), Gertrud Wolf geb. Levy (1903).  
 
     
     
          
          
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
    

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Lehrer- und Vorbeterstelle 1877 / 1878 / 1884 / 1900 / 1901 / 1902   

Aach Israelit 10011877.jpg (33489 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1877: "Die Lehrerstelle zu Aach bei Trier wird am 7. Februar nächstkommend erledigt. Es wird zu deren Besetzung ein Religionslehrer und Vorbeter gesucht. Kann auch als Schächter fungieren. Kinder 10, als Gehalt wird ausgesetzt sechshundert Mark ohne Nebenverdienst. Bewerber können sich sofort schriftlich an den Vorstand wenden. Der Vorsteher: Simon Levy-Gottlieb."
 
Aach Israelit 06031878.jpg (29829 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1878: "Am 8. April dieses Jahres wird die Lehrerstelle zu Aach bei Trier vakant. Zu deren Besetzung wird gesucht ein Religionslehrer und Chasan (Vorbeter); derselbe kann auch als Schächter fungieren. Kinder: zwölf. Gehalt 600 Mark und Nebeneinkünfte. Bewerber wollen sich schriftlich an den Vorstand wenden. Simon Levy Gottlieb."
 
Aach Israelit 17031884.jpg (51819 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1884: "Vakanz. Wir suchen einen alleinstehenden, jungen Mann, der die Religionslehrer- und Vorbeterstelle, sowie die Stelle eines Schochet übernehmen könnte. Fixer Gehalt 600 Mark und Nebenverdienste. Bewerber wollen sich bei mir schriftlich melden. 
Salomon Levy-Alex
, Vorsteher, in Aach, Regierungsbezirk Trier."
   
Aach Israelit 27091900.jpg (30030 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. September 1900: "Die israelitische Religionslehrerstelle von Aach (bei Trier) ist vakant. Seminaristisch gebildete Lehrer, welche auch zugleich Vorbeter sein müssen, wollen sich baldigst bei dem Unterzeichneten melde. Gehalt 800 bis 900 Mark. Für die israelitische Gemeinde Aach: Moses Joseph".
   
Aach Israelit 28021901.jpg (39389 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1901: "Die israelitische Religionslehrer- und Vorbeterstelle zu Aach bei Trier in vakant. Bewerber, welche auch Vorbeter sein müssen, wollen sich baldigst an den unterzeichneten melden. Gehalt Mark 900 und verschiedene Nebenverdienste. 
Für die Synagogen-Gemeinde Aach: Moses Joseph"
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Oktober 1902: "Die israelitische Kultusgemeinde in Aach bei Trier sucht für sofort einen unverheirateten seminaristisch gebildeten 
Religionslehrer

welcher auch Vorbeter sein muss. Gehalt Mark 900-1000 bei freier Wohnung. Bewerber wollen sich gefälligst neben Abschrift ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten melden. 
Moses Joseph.
"   

      
      
      
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge         
   
Zunächst war ein Betsaal beziehungsweise eine erste Synagoge vorhanden. 1808 wird berichtet, dass die Aacher Synagoge auch von den Juden aus Butzweiler und Welschbillig besucht wurde. 
    
In den 1850er-Jahren bemühte sch die jüdische Gemeinde in Aach auf Grund der gestiegenen Zahl der Gemeindeglieder um einen Synagogenneubau. Da dieser die finanziellen Möglichkeiten der relativ kleinen Gemeinde überstieg, wurde 1859 eine Kollekte für den Neubau der Synagoge in umliegenden Gemeinden veranstaltet. Ein geeignetes Grundstück war zwar bald gefunden, doch bereitete die exakte traditionelle Ostung des Gebäudes auf diesem Grundstück Schwierigkeiten. Der Trierer Architekt Christian Wilhelm Schmidt, der zwei Jahre zuvor die Trierer Synagoge erbaut hatte, wurde mit der Planung beauftragt. Er entwarf zwei alternative Pläne für die Lage der Synagoge, wobei sich die bessere Ausnutzung des Grundstückes bei einer Ausrichtung der Synagoge nach Nordosten ergab. Dadurch konnte der Eingang von der Straßenseite her geplant werden. Im anderen Fall hätte der Eingang von der hinteren Seite angelegt werden müssen. Der zuständige Trierer Rabbiner Dr. Josef Kahn entschied, dass die Aacher Synagoge auch in nordöstlicher Richtung gebaut werden könne und begründete seine Ansicht in einem Beitrag, der am 10. Juni 1860 in der Zeitschrift "Der israelitische Volkslehrer" veröffentlicht wurde:  

Aach IsrVLehrer 1061860.jpg (118978 Byte)"Über die Richtung der heiligen Lade in unseren Synagogen". Die in ganz Israel allgemein übliche Sitte in den Synagogen, die heilige Lade nach Osten (LeZad Misrach = nach der Ostseite) zu richten, verursacht beim Neubau von Synagogen öfters große Schwierigkeiten in Beziehung auf Erwerbung eines geeigneten Bauplatzes, Ausführung des Planes und Anbringen des Einganges in die Synagoge. Dieser kann deshalb häufig nicht an der Seite, die zur offenen Straße liegt, sondern muss entweder an der entgegengesetzten, nach hinten, oder südlich und nördlich angebracht werden, wodurch sowohl das äußere Ansehen der Synagoge entstellt, als auch die Symmetrie gestört wird. Ein in meiner Praxis im vorigen Sommer mir vorgekommener Fall überzeugte mich, dass dieser Übelstand hier und da noch häufig dadurch vermehrt wird, dass beim Bauen von neuen Synagogen man ohne Weiteres die Richtung der alten zum Maßstab nimmt, was aber durchaus nicht immer so maßgebend ist, dass eine Abweichung von derselben nicht gestattet werden könne, weil die östliche Richtung selten präzis, ja in vielen Synagogen sehr ungenau und unbestimmt ist.
Dieses bewährte sich in der mir zur Entscheidung vorgelegten Frage: ob beim Bauen der neuen Synagoge in der Gemeinde Aach, von der Richtung der alten abgewichen werden dürfe? auf das Eklatanteste. - Nach Aufnahme der Himmelsrichtung vermittelst eines Kompasses durch den Architekten, - es ist dieses der Ihnen als Anfertiger des Planes unserer hiesigen Synagoge persönlich bekannte Herr Architekt Schmidt, welcher mich hierauf aufmerksam machte und sich mit wahrem Eifer und heiligem Interesse auch dieser Sache annahm, - der den Plan und eine Zeichnung der betreffenden Himmelsgegenden angefertigt hatte, ergab sich ein für die Sache günstiges Resultat. - 
Aach IsrVLehrer 1071860.jpg (180360 Byte)Nach der bestimmten Erklärung des Architekten nämlich, wovon auch ich mich überzeugt hatte, könnte, wenn die Synagoge in nordöstlicher Richtung erbaut würde, der Plan vollkommen ausgeführt werden, der Eingang von der Straße aus sein, die Synagoge von allen Seiten das Sonnenlicht erhalten und würde alsdann als Musterbau für andere kleinere Synagogen dienen können; hingegen nach der Richtung der alten Synagoge würde der Plan nicht ausgeführt werden können und die Synagoge einen hässlichen Eingang von der hintern Seite und nur wenig Sonnenlicht haben. Auch behauptete er, dass bei mehreren alten Synagogen, wie bei denen in Trier und Worms, er wahrgenommen habe, dass in diesen die heilige Lade noch mehr nordöstlich liegt, als seine Zeichnung angibt.
Ich trug daher keine Bedenken zu erlauben, die neue Synagoge nach nordöstlicher Richtung zu erbauen. Denn unser Gebrauch, uns beim  Gebete gegen Osten zu wenden, und somit auch diese Richtung der heiligen Lade, gründet sich auf die Beraitha im Talmut Berachot 30a, in welcher es heißt: "Die außerhalb Palästina (BeChuz LaAaräz = außerhalb des Landes) Wohnenden sollen sich gegen Palästina beim Gebete wenden, somit die in Westen nach Osten." Dieses ist auf uns anwendbar, da wir westlich von Palästina liegen. Siehe Rosch, Tur und Rema (Schulchan Aruch Chaim Kap. 94,2). Nur soll die Richtung der heiligen Lade nicht ganz nach Osten sein, wegen der Sektierer nach der Ansicht das Rab Scheschet (siehe Talmud Baba-Batra Fl. 25 a und den Rema an der angeführten Stelle). Dieses befolgte man denn auch allgemein und allenthalten. Und wenn auch, nach der Ansicht des Lebusch (siehe die Zeichnung im Magen Abraham an der angeführten Stelle) die Richtung der heiligen Lade vorzüglich eine südöstliche sein soll, weil wir 1( nach Nordwesten von Palästina liegen und somit uns ganz direkt nach Palästina wenden würden (siehe Beer Hagole zur Stelle) und 2) hierdurch der Ansicht des Rabbi Josua ben Leby (Baba Batra an dieser Stelle) entsprechen (siehe Hagahot Ascher zu Stelle) - so ward doch hierauf häufig keine Rücksicht genommen, sondern hauptsächlich nur beachtet, dass die Richtung nach Osten sei, wenn sich solche auch nach Norden neigt, wie solches viele alte Synagogen beweisen, wie die Hauptkasuisten nur schlechtweg sich äußern: "Wir, die wir nach Westen liegen, wenn wir uns beim Gebete nach Osten wenden, so richten wir uns gegen Jerusalem" (siehe Rosch und Tur zur Stelle). Dazu kommt noch, dass viele Amoraim (an der angeführten Stelle Baba Bathra) der Meinung sind, wir können uns nach allen Richtung hin beim Gebete wenden, weil die Gottheit überall ist; eine sogar Westen, ein anderer Norden und wieder ein anderer Süden vorzieht. 
Aach IsrVLehrer 1081860.jpg (114129 Byte)Der ausgezeichnete Talmudgelehrte ,Herr Moses Leby in Merzig - in diesen Blättern schon rühmlichst erwähnt - dem ich diese meine Ansicht mitteilte und ihn um die seinige bat, stimmte mir ganz zu. Er verwies noch auf die Rechtsgutachten des Jad Elia und Baal As, die auch behaupten, dass es Synagogen gäbe, in welchen die heilige Lade nicht südöstlich, nach der Zeichnung des Lebusch, gerichtet sind. Er ist auch der Ansicht, dass nach den Poskim, es nur darauf ankommt, dass die heilige Lade sich nach Osten richte und zwar etwas seitwärts, aber nicht zu weit ab von Osten, so dass Jeder beim Aus- und Eingehen sich leicht überzeugt, dass sie nach Osten hin gerichtet ist. Alsdann darf sie auch nordöstlich sein. Nur darf man es nicht zu sehr erleichtern, um die Richtung ganz zu ändern, wodurch die Halacha und die Verordnung der Alten eingerissen und umgestoßen würden. 
Die neue Synagoge zu Aach wird nun, auf diese Entscheidung hin, in nordöstlicher Richtung gebaut und wird sie in der Tat ein Musterbau für kleine Gemeinden werden. Es möchten nun Gemeinden und Rabbiner bei Neubauten hierauf Rücksicht nehmen. 
Trier, im Februar 1860    J. Kahn
*Es ist dieses auch in der alten Synagoge zu Frankfurt am Main der Fall gewesen, deren Richtung bei unserem Neubau beibehalten wurde.

Die Synagoge wird noch im Laufe des Jahres 1860 erbaut worden sein. Die Ähnlichkeit des Gebäudes mit der vom selben Architekten erbauten Synagoge in Trier ist auffallend. Den Bau prägen neuromanische Elemente, von denen teilweise bis heute Lisenen, Rundbogenfenster und Rundbogenfriese erhalten sind.   
         
Beim Novemberpogrom 1938 richteten zwei "Sturmkolonnen" von Nationalsozialisten aus Trier schwere Verwüstungen in Aach an. Die jüdischen Häuser wurden demoliert, die Synagoge schwer geschändet. Dabei wurde die Inneineinrichtung völlig zerstört, großenteils auf die Straße vor die Synagoge geworfen und vernichtet. Eine Brandstiftung wurde versucht, wegen der Gefahr eines Großbrandes wurde das Feuer jedoch wieder gelöscht. 1942 verkaufte die Reichsvereinigung der Juden in Deutschen unter Zwang das Gebäude an die Gemeinde Aach. Während der Kriegszeit wurde das Synagogengebäude als Pferdespital der Wehrmacht, später als Gefangenenlager zweckentfremdet.  
  
1950
wurde das Synagogengebäude bei Feuerwehrübungen beschädigt. Noch im selben Jahr kam das Gebäude zunächst in den Besitz der Erbengemeinschaft der jüdischen Gemeinde Aach mit Sitz in London. Von dieser wurde es 1954 an Privatleute in Aach verkauft, die das Gebäude 1956 unterkellerten und zu einem Wohnhaus mit zwei Wohnungen umbauten. Eine Restaurierung des seit 1995 denkmalgeschützten Gebäudes erfolgte zuletzt 1996 unter Einbeziehung öffentlicher Zuschüsse. 1998 wurde eine Gedenktafel am Gebäude angebracht.
    
    
Adresse/Standort der SynagogeNeweler Straße 2         
    
    
Fotos / Darstellungen

Ältere Fotos Aach Synagoge 013.jpg (60498 Byte) Aach Synagoge 014.jpg (18394 Byte)
  Historische Aufnahme der 
Synagoge (Quelle: Landesamt
 s.Lit. S. 67)
Die ehemalige Synagoge vor der
 Restaurierung 1996 (Quelle:
  Kulturdatenbank Region Trier)
     
Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 19.4.2006)
Aach Synagoge 100.jpg (54132 Byte) Aach Synagoge 101.jpg (52299 Byte)
      
     
Aach Synagoge 102.jpg (69999 Byte) Aach Synagoge 103.jpg (55514 Byte) Aach Synagoge 104.jpg (41906 Byte)
Die 1998 angebrachte Gedenktafel Die südwestlich (links) beziehungsweise nordöstlich (rechts) orientierten Giebelseiten.

     
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Januar 2015: Aacher Bürger begeben sich auf Spurensuche  
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 20. Januar 2015: "Aacher begeben sich auf historische Spurensuche
(Aach) 1943 wurden die letzten jüdischen Mitbürger aus Aach deportiert. Nur noch ein Friedhof und die zu einem Wohnhaus umgebaute ehemalige Synagoge erinnern daran, dass in der Gemeinde Christen und Juden über Jahrhunderte hinweg zusammengelebt haben.
Nun haben sich rund ein Dutzend Interessierte zusammengefunden, die sich auf historische Spurensuche in ihrem Heimatort begeben wollen. Matthias Schmitz, Pastoralreferent im Dekanat Schweich-Welschbillig, ist zufrieden mit der Resonanz auf die Einladung zum ersten Treffen des Arbeitskreises. 'Das war mehr, als ich erwartet habe', sagt er. Das Dekanat hatte sich am Forschungsprojekt über das Leben in Aach beteiligt. Bei der Auswertung der Fragebögen und der Interviews mit Aachern war die jüdische Geschichte des Orts immer wieder als Thema genannt worden. Eine Gruppe Interessierter hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Zeitzeugen-Interviews auszuwerten. Eine weitere möchte Zeugnisse und Spuren der jüdischen Geschichte sammeln und sichern. Zudem soll in Archiven geforscht werden, was aus den Menschen wurde, die aus ihrer Heimat flüchten mussten oder die deportiert worden sind.
Bei der nun beginnenden Suche werden die Aacher auch von den Soziologieprofessoren Alois Hahn und Waldemar Vogelgesang unterstützt.
Ende Februar soll es nach Auskunft von Matthias Schmitz ein nächstes Treffen geben. Was später einmal mit den Ergebnissen der Arbeit der Spurensucher wird, steht bisher noch nicht fest. Einen Antrag auf Verlegung von sogenannten Stolpersteinen hatte der Gemeinderat Aach zurückgestellt. Die Stolpersteine werden versehen mit den Lebensdaten der aufgrund der Herrschaft der Nationalsozialisten ums Leben gekommenen Menschen vor deren letzter bekannter Wohnung verlegt. har." 
Link zum Artikel       

      
        

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Aach (mit Hinweisen zur jüdischen Geschichte auf Seite: "Gemeinde im Überblick")   
Abschnitt aus der Gemeindechronik der Lehrers Franz Scholl zur Geschichte der Juden in Aach 
Informationsseiten zur jüdischen Geschichte in Aach (Kulturdatenbank Region Trier): Seite 1, Seite 2   
Informationen zum Streit um die Formulierung der Gedenktafel der Synagoge: hier anklicken  
Aach Friedhof 103.jpg (117097 Byte)Informationen zum jüdischen Friedhof in Aach (interner Link)

Literatur:  

Robert Reichard / Thomas Heidenblut: Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg. Trier 2000.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 67-68 (mit weiteren Literaturangaben).  
Willi Körtels: Die jüdische Schule in der Region Trier. Hrsg. Förderverein Synagoge Könen e.V. 2011. Online zugänglich (pdf-Datei).     

  
 


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.        

Aach Rhineland. Jews arrived in 1589, reaching a peak population of 77 (total 310) in 1843, which steadily declined due to emigration to 38 in 1933. A synagogue was consecrated in 1859. Most Jews were farily prosperous cattle traders. Their businesses were destroyed in the Nazi era. By 1938, five of the village's eight Jewish families had emigrated to the United States. The synagogue was wrecked on Kristallnacht (9-10 November 1938) along with Jewish homes. The last Jews were deported in 1942-43; at least ten perished in the camps.  
    
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 21. Januar 2015