Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bollendorf (VG Irrel, Kreis Bitburg-Prüm) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In dem an der Grenze zu Luxemburg liegenden Bollendorf bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Die Gemeinde ist erst am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Seit 1870 hatte im Bereich von Bollendorf die Steinindustrie einen großen Aufschwung erlebt. Dadurch wurde u.a. der Handel mit Zugtieren eine erträgliche Einnahmequelle. Die ersten Juden waren aus den Bereichen Trier und Aach nach Bollendorf gekommen.   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1843 sechs jüdische Einwohner, 1848 13 (von insgesamt 1.116 Einwohnern), 1895 66, 1910 110 (9 % der Gesamteinwohnerschaft; in 18 Familien, die 16 Häuser bewohnten). Die jüdischen Familien lebten vom Pferde- und Viehhandel sowie vom Handel mit Waren verschiedener Art (zwei handelten sogar mit christlichen Devotionalien).   

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein Friedhof. Zur Betreuung der Gemeinde kamen die Rabbiner aus Luxemburg oder Trier nach Bollendorf. Ehrenamtlicher Vorbeter der Gemeinde war längere Zeit Karl Levy.    
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Max Joseph (geb. 13.4.1877 in Aach, gef. 9.11.1915), Simon Joseph (geb. 22.7.1875 in Aach), Gefreiter Adolf Levy (geb. 15.5.1894 in Bollendorf, gef. 30.11.1917, Gedenkplatte siehe unten), Isidor Levy (geb. 30.4.1894 in Bollendorf, gef. 18.9.1916), Leopold Levy (geb. 28.8.1871 in Bollendorf, gef. 8.1.1916) und Siegfried Levy (geb. 22.10.1892 in Bollendorf, gef. 19.9.1915).  
 
Folgende Familien (mit Gewerbebetrieben) gab es am Ort: Familie Max Levy (Viehhandel, Neuerburgerstraße), Familie Max Mayer (Pferdehandel, Kirchstraße und Neuerburgerstraße), Familie Daniel Levy (Bäcker und Landwirt, Lindenstraße), Familie Moritz Levy-Scholem (Stoffe und Textilien, Burgstraße), Familie Eugen Josef (Viehhandel, Neuerburgerstraße), Familie Steinberger und Stern (Textilkaufhaus, Sauerstaden), Familie Joseph Levy (Gastwirtschaft "Zur Heimat", Lindenstraße), Familie Salomon Mayer (Pferdehandel, Kirchstraße), Familie Abraham Levy (Viehhandel, Sauerstaden), Max Levy und Tochter (Handel und Landwirtschaft, Sauerstaden), Familie Isaak Levy (Hausierer, Neuerburgerstraße), Familie Max Josef (Altwaren, Ferschweilerstraße), Familie Daniel Levy (Viehhandel, Neuerburgerstraße), Familie Siegfried Meyer-Levy (Handel, Bachstraße). Familie Isidor Levy (Vieh- und Landwirtschaft, Kirch- und Bachstraße), Familie Daniel Levi (Devotionalien, Lindenstraße), Familie Simon Schneider (Ferschweiler), Familie Leopold Levy, Karl und Leo (Viehhandel, Sauerstaden), Familie Levy-Scholem (Hausierer, Altschmiedestraße). 
  
1925 wurden noch 73 jüdische Einwohner gezählt, 1932 65 Personen. Damals waren die Gemeindevorsteher Albert Levy (1. Vors.) und Karl Lewy (Schriftführer und Schatzmeister). 

1933 lebten noch etwa 60 jüdische Personen in Bollendorf.
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1938 ging die Zahl auf 40 jüdische Einwohner zurück. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die jüdischen Häuser und die Synagoge durch drei Rollkommandos von Westwallarbeitern systematisch überfallen. Die jüdischen Wohnungen und Häuser wurden völlig demoliert - wer sich zur Wehr setzte, wurde niedergeschlagen. Mehrere jüdische Einwohner wurden verletzt. Daniel Levy, ein geachteter Bäcker und Landwirt aus der Lindenstraße, wurde durch das Dorf getrieben und geschlagen. Der jüdische Friedhof wurde geschändet, alle Grabsteine umgeworfen. Die Namen der jüdischen Gefallenen auf dem Ehrenmal der Gemeinde wurden ausgekratzt. In den folgenden Monaten wurden die jüdischen Einwohner zur Zwangsarbeit im Ort und der Umgebung verpflichtet. Im April 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner deportiert. Dabei wurden sie zunächst zum Sammellager im beschlagnahmten Bischof-Korum-Haus nach Trier verbracht.       
   
Von den in Bollendorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sophie Czech geb. Levy (1885), Klara Ermann geb. Lorsch (1867), Elfriede Hein (1924), Paula Hein geb. Mayer (1892), Anna Joseph (1903), Moritz Joseph (1906), Albert Levy (1890), Alfred Levy (1897), Armand Levy (1925), Artur Levy (1896), Bertha Levy (1895), Daniel Abraham Levy (1886), Erna Levy geb. Kahn (1898), Ernestine Levy geb. Ermann (1898), Ester Levy geb. Baum (1859), Günther Levy (1928), Helene Levy (1888), Hermine (Helmine) Levy geb. Sender (1870), Ilse Levy (1925), Johannetta (Hannetta) Levy geb. Samuel (1857), Josef Levy (1923), Karl Levy (1898), Klara Levy geb. Levy (1890), Klara Levy geb. Wolf (1898), Leo Levy (1904), Leo (Leopold) Levy (1923), Mathilde Levy (1897), Moritz Levy (1896), Moritz Levy (1900), Paula Levy geb. Levy (1876), Sophie Levy (1883), Sylvain (Sylvanus) Lewy (1903), Delfine Mayer geb. Levy (1889), Moritz Mayer (1891), Siegfried Mayer (1890), Jettchen (Jena) Schloss geb. Levy (1896), Johannette Sender geb. Levy (1882), Johannetta Sommer geb. Levy (1878), Adolf Steinberger (1876), Marianne Steinberger geb. Levy (1874), Babetta (Babette) Steinweg geb. Levy (1891), Rosa Weiler geb. Levy (1903).    
   
Zur Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit wurden 2016 und 2017 in Bollendorf "Stolpersteine" verlegt (siehe Berichte unten).         
       
       
       
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Bollendorf gefunden.   

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge     
           
     
Zunächst dürfte eine Betstube in einem der jüdischen Häuser vorhanden gewesen sein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stellte ein Hausherr in der Kirchstraße seine Gartenparzelle zum Bau einer Synagoge zur Verfügung. Diese wurde aus Bollendorfer Sandstein erbaut. In der Synagoge gab es für 90 bis 100 Gottesdienstbesucher Plätze. Das Anwesen der Synagoge wurde eingefriedet mit einem Zaun aus Eisengitterstäben.  
     
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und völlig demoliert. Nachdem der erste Brandanschlag misslang, wurde sie schließlich mit Hilfe eines Fasses Benzin angezündet und ist völlig ausgebrannt.   
  
 An Stelle der Synagoge steht heute ein Wohnhaus. Überreste der Synagoge (Grundmauern) sind im Kellergeschoss vorhanden.  
     
     
Adresse/Standort der Synagoge    
    
    
Fotos
(Quelle: Landesamt s. Lit. S. 123) 

Blick auf Bollendorf um 1910 
mit der Synagoge (eingetragen) 
Bollendorf Synagoge 120.jpg (236445 Byte)  
  Die Synagoge ist am Rundfenster erkennbar    
     
Andernorts entdeckt 
(Foto erhalten von Hans Lesage, 
www.weltkriegsgraeber.be
Bollendorf Adolf Levy 010.jpg (351866 Byte)  
   Name des Gefallenen Adolf Levy auf einer 
Gedenkplatte im deutschen Soldatenfriedhof in Menen  
 
     
Tafeln zum Gedenken an die jüdische Gemeinde 
und die jüdischen Opfer der NS-Zeit
 
(Foto: Armin Kohnz, August 2016; 
eingestellt in höherer Auflösung)  
 Bollendorf Gedenktafel 010.jpg (1393732 Byte)  
  Die Tafel befindet sich im Bereich des 
Friedhofes/Kirche/Kriegerdenkmal 
 
     

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    

Juli 2015: Interesse an der jüdischen Geschichte vor Ort - ein Arbeitskreis jüdische Geschichte engagiert sich   
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom Juli 2015: "Ein Dorf sucht seine jüdische Geschichte
(Bollendorf)
Die Gemeinde Bollendorf feiert im kommenden Jahr ihr 1300-jähriges Bestehen. Die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten laufen. Dabei soll auch die jüdische Vergangenheit in den Blickpunkt gerückt werden.
Bollendorf. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es in Bollendorf eine große jüdische Gemeinde mit über 100 Mitbürgern in knapp 20 Familien. Das bedeutet: Etwa jeder zehnte Bollendorfer war Jude. Mehr als die Hälfte von ihnen hat den Holocaust nicht überlebt. Die stattliche Synagoge wurde in der Reichspogromnacht dem Erdboden gleichgemacht. Außer einer Gedenkplatte bei der Kirche und dem verwaisten jüdischen Friedhof außerhalb des Ortes erinnert heute nichts mehr an die jüdische Vergangenheit von Bollendorf. Das soll sich ändern. Auf Vorschlag des Arbeitskreises (AK) jüdische Geschichte hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, den Friedhof zu sanieren und den Künstler Gunter Demnig mit der Verlegung von Stolpersteinen vor den Häusern der einstigen jüdischen Mitbewohner zu beauftragen.
Zeichen von Selbstbewusstsein. 'Wir werden es nicht gegen den Willen der heutigen Hauseigentümer tun', verspricht Ortsbürgermeister Rolf Stump. Der Arbeitskreis werde das Gespräch mit ihnen suchen.
Frank Schmitt, ebenfalls Mitglied im AK, sieht die Stärke dieser Aktion vor allem darin, 'dass man zufällig auf die Vergangenheit hingewiesen wird, darüber stolpert'. Weidert ist überzeugt: 'Das Dorf kann nur gewinnen. Es geht nicht um eine Schuld-Kultur, 70 Jahre nach dem Krieg. Wenn wir hier hinkriegen, was es sonst nur in Städten gibt, zeugt das von Selbstbewusstsein.'
Parallel zum Projekt Stolpersteine will die Gemeinde auch den ehemaligen jüdischen Friedhof sanieren. Das von einer Mauer umsäumte, etwa 400 Quadratmeter große Gelände ist von Gras und Fichten bewachsen, in der Mitte steht das Überbleibsel einer Säule aus der früheren Synagoge. Wäre nicht eine Inschrift daran angebracht, so wäre es nicht als Ruhestätte zu erkennen. Kein Grabstein ist zu sehen. Zumindest nicht dort. Dafür muss man vor die Mauer treten. Irgendwann nach dem Krieg, der genaue Zeitpunkt ist auch dem Bürgermeister unbekannt, wurden die Grabsteine zweckentfremdet und in die Außenmauer eingearbeitet. Stump sagt: 'Wir werden die Mauer sanieren und die Grabsteine wieder auf den Friedhof stellen.' wiw "  
Link zum Artikel     
 
März 2016: Im Sommer sollen "Stolpersteine" in Bollendorf verlegt werden 
Anmerkung: am 24. Juni 2016 wurden 24 Stolpersteine verlegt    
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 4. März 2016: "Die Geschichte hinter dem Namen. Bollendorfer Arbeitskreis beschäftigt sich mit jüdischer Geschichte - Stolpersteine sollen im Sommer verlegt werden
Bollendorf
. In größeren Städten sind Stolpersteine häufig zu finden. Auf dem Land hingegen seltener. Eine Arbeitsgruppe aus Bollendorf aber hat sich daran gemacht, die Geschichte der einst 100 Mitglieder großen jüdischen Gemeinde zu erforschen. Im Sommer soll der Initiator der Stolpersteine selbst, Gunter Demnig, die ersten Steine in dem Ort verlegen.
Wer mit den Mitgliedern des Arbeitskreises Jüdische Geschichte durch Bollendorf spaziert, erhält schnell einen ganz anderen Blick auf die Häuser am Straßenrand. 'Hier hat die jüdische Familie Steinberger gewohnt', sagt Karl-Wilhelm Gellisen und zeigt auf das Haus an der Ecke Sauerstaden/Lindenstraße. Folgt man dem pensionierten Lehrer und seinen Mitstreitern die Lindenstraße hoch, zeigen sie noch einige Häuser, in denen vor dem Krieg jüdische Familien wohnten.
Wenige haben Bedenken. Seit rund zwei Jahren beschäftigen sich fünf Bollendorfer mit dem Schicksal der Juden, die im Zweiten Weltkrieg enteignet, verschleppt und/oder getötet wurden. Die Namen sind zumeist bekannt. Andere Forscher (insbesondere Stefan Roos) haben vorgearbeitet. 'Aber wir wollen die Schicksale mit Geschichte füllen', erklärt Frank Schmitt, Architekt aus Bollendorf. Dabei unterstützen ihn und Gellisen Barbara Kemmer (Kunsthistorikerin), Michael Weidert (Lehrer) und Nicole Fricke-Koch (Sozialpädagogin). Ihr Ziel: Für jedes Opfer des Nationalsozialismus soll ein Stolperstein verlegt werden. Des Weiteren soll in Buch- oder Broschürenform die Geschichte hinter den Namen und Daten erzählt werden. In ihrer Freizeit wälzen sie daher Archivbestände (online und beim Landeshauptarchiv in Koblenz), sprechen mit Hausbesitzern und Zeitzeugen - und machen dabei durchaus erstaunliche Funde. Wie die 16 Briefe, die 2007 dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC gestiftet wurden und in denen die jüdische Familie Maier zwischen 1937 und 1942 mit Verwandten in Amerika korrespondierte und in denen sie die Situation in Deutschland beschrieb.
Einen weiterer Glückstreffer gibt es bei der Shoah Foundation: Betty Goldmann, geborene Levy. Die 1920 in Bollendorf geboren Frau konnte Deutschland 1937 oder 38 mit einem Kindertransport in Richtung London verlassen. Regisseur Steven Spielberg hatte sie als Holocaust-Überlebende zur Vorbereitung auf seinen Film "Schindlers Liste" interviewt. 2008 starb sie. Mit Spannung erwarten die Hobby-Historiker die Ankunft des Bandes.
Für ihr Vorhaben, Stolpersteine für die Opfer zu verlegen, hätten sie viel positive Resonanz bekommen. Nur vereinzelt habe es Bedenken gegeben, wenn Leute befürchteten, etwa infolge der Enteignungen als unrechtmäßige Hauseigentümer angesehen zu werden.
Damit die Steine verlegt werden können, ist die Gruppe auf Spenden angewiesen. Spender können einzelne Stolpersteine komplett (120 Euro) oder teilweise (beliebiger Betrag) finanzieren.
Spendenkonto: IBAN: DE93 586 500 30 0004 0000 55, BIC: MALADE51BIT, Institut: Kreissparkasse Bitburg-Prüm, Kontoinhaber: Verbandsgemeindekasse Südeifel, Verwendungszweck 'Stolpersteine Bollendorf' oder 'Stolpersteinrecherche Bollendorf'."  
Link zum Artikel     
 
Mai 2017: Zweite Verlegung von "Stolpersteinen"  
Anmerkung: am 10. Mai wurden weitere 18 Stolpersteine verlegt, dazu eine Gedenktafel am früheren Haus des Bäckers Daniel Levy in der Lindenstraße 10. 
Artikel in "Trierischen Volksfreund" vom März 2017: "Neue Stolpersteine für 18 Nazi-Opfer in Bollendorf..." 
Link zum Artikel   
Artikel im "Wochenspiegel" vom 7. April 2017:  "Bollendorfer gedenken Verfolgten
Bollendorf. Sie lebten in Bollendorf und wurden ermordet. Ein Arbeitskreis zeichnet die Schicksale von unter den Nationalsozialisten verfolgten Mitbürgern nach. Am 10. Mai werden Stolpersteine verlegt, die an sie erinnern...
Die meisten der Bollendorfer Juden wurden deportiert und ermordet. Nur wenige haben den Holocaust überlebt. Zu ihnen gehört die Familie des Bäckers Daniel Levy. Eine Gedenktafel an dem Haus in der Lindenstraße 10, in dem der Bäcker mit seiner Frau und zwei Töchtern bis zur Flucht nach der Pogromnacht am 9. November 1938 lebte, soll künftig an sie erinnern.
Mit der Gedenktafel werden am 10. Mai 18 Stolpersteine verlegt, die an die von den Nationalsozialisten Verfolgten erinnern. Geboren wurde die Idee zur 1300-Jahrfeier des Dorfes im vergangenen Jahr. Damals wurden die ersten 18 Gedenksteine vor den Häusern der Verfolgten in den Boden eingelassen..." 
Link zum Artikel  
 
Mai 2017: Eigentümer lehnen Verlegung von Stolpersteinen ab - eine Ersatzlösung wurde gefunden 
Anmerkung: Die Eigentümer des Hauses in der Bachstraße 4 lehnen die Verlegung von Stolpersteinen vor ihrem Haus ab, mit denen an Karl, Adele, Siegfried und Delphine Mayer erinnert werden soll; alle vier sind 1942 in Theresienstadt bzw. Lodz umgekommen bzw. wurden ermordet. Auf Grund der Zustimmung eines Nachbarn gegenüber von Bachstraße 4 können die Stolpersteine vor seinem Haus eingelassen werden.    
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 6. Mai 2017: "Bollendorf steht Mittwoch im Zeichen des Gedenkens..."   
Link zum Artikel   

    

          
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Bollendorf 
Website der Verbandsgemeinde Irrel   
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Bollendorf (interner Link)   
Seite zur Synagoge Bollendorf bei der Kulturdatenbank der Region Trier   
Seite bei "Denktag 2006.de" zur jüdischen Geschichte in Bollendorf  
Siehe auch die Seiten zu Bollendorf über http://kehilalinks.jewishgen.org/bollendorf/index.html  (erstellt von Suzanne Mayer Tarica)      

Literatur:  

Paul Colljung: Die Juden in Bollendorf. 90 Jahre Zusammenleben - Dokumentation von der Emanzipation bis zum Exodus der jüdischen Mitbürger. In: Beiträge zur jüdischen Geschichte in Rheinland-Pfalz (Vorgänger von SACHOR). 1992 Heft Nr. 1 S. 29-33. 
Online zugänglich
(pdf-Datei).   
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 123 (mit weiteren Literaturangaben).

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bollendorf  Rhineland. Jews first settled in the mid-19th century and reached a peak population of 110 (9 % of the total) in 1914. Most were merchants, some trading in cattle and horses; some acted as moneylenders. Jews were active in public and social life but there were also occasional violent outbursts of antisemitism. Most were Orthodox in religious outlook. In 1932, 65 Jews remained. On Kristallnacht (9-10 November 1938), their homes and stores were wrecked and the synagogue was burned. At least 20 Jews emigrated in the Nazi period. Those remaining were mobilized for forced labor. The last 11 were deported to camps in the east in April 1942. At least 23 Jews perished in the Holocaust.  
    
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 07. Mai 2017