Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Thalfang mit Talling, Dhronecken, Berglicht und Deuselbach (Kreis Bernkastel-Wittlich)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
(Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Elmar P. Ittenbach, Thalfang)  
 

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit am Ort - einzelne Berichte 
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Thalfang bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/41. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1660 ein jüdischer Einwohner aus Thalfang genannt, der in diesem Jahr im jüdischen Friedhof von Neumagen-Dhron beigesetzt wurde (Zitat: "Ao [Anno] 1657 zu Pissport ein Jud und zu Neumagen ein Judenmetgen gestorben, welche beide auf den Judenkirchhoff begraben 2 Goltgulden. 1660 ein Jud von Thalfang allhie begraben gibt 1 Goldgulden"). Der älteste erhaltene "Judenschutzbrief" aus dem Jahr 1732 nennt "Herrn Jud Abraham Levi" am Ort.  
  
1760
gab es eine jüdische Familie am Ort (Lazar Lazar mit Frau Rachel Rosendal und der 1759 geborenen Tochter Knendel), 1779 drei jüdische Familien. 1788 werden als jüdische Einwohner bzw. Familien genannt: Schmuhl Meyer, Leib Levi, David Abraham, Jüdgen Wittib und ihr Sohn, Schlaume Wittib, Schamje, Joseph), d.h. insgesamt sieben Familien.      
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 77 jüdische Einwohner (darunter 13 erwachsene Männer), 1833 103 (22 % von insgesamt 375 Einwohnern), 1843 113 (21 % der Gesamteinwohnerschaft), 1895 85. Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in den umliegenden Orten Talling (1843: 7, 1895: 15), Dhronecken (1843: 22), Berglicht (1895: 13) und Deuselbach lebenden jüdischen Personen. Unter den 1815 genannten Familien war in Thalfang die des Viehhändlers Salomon Hirsch und Sara Gottlieb mit dem Sohn Samuel Hirsch, dem späteren bedeutenden Rabbiner (siehe unten).
  
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwohner durch Aus- und Abwanderung zurück. Etwa 20 jüdische Einwohner sind damals direkt in die Vereinigten Staaten ausgewandert. 1901 wurden noch 80 jüdische Einwohner gezählt (14 % von insgesamt 552 Einwohnern). Die jüdischen Familien lebten fast durchweg in armseligen Verhältnissen.       
  
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Schule (bis 1912 Israelitische Elementarschule, vgl. Ausschreibungen von 1873 und 1890, wonach ein Elementarlehrer gesucht wird), ein rituelles Bad sowie einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Josef Bonem (geb. 29.3.1898 Thalfang, gef. 9.5.1918) und Hermann Simon (geb. 18.10.1882 in Thalfang, gef. 20.11.1917). Ihre Namen sowie der des jüdischen Soldaten Jakob Hirsch aus Talling (geb. 17.8.1886 in Talling, vor 1914 in Saarbrücken wohnhaft, gef. 22.8.1914) stehen auf den Tafeln des Kriegerdenkmales, das 1932 in Thalfang errichtet wurde.           
   
Um 1924, als noch 52 jüdische Personen in Thalfang lebten (7,7 % von insgesamt etwa 650 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde M. Thal, M. Hirsch (Talling) und S. Marx. Die Repräsentanz bildeten Simon Bonem, J. Bonem, J. Lazarus, L. Hirsch, N. Hirsch, S. Simon, Felix Simon, J. Simon, M. Simon. 1924 zählten zur Gemeinde in Thalfang 12 Personen in Talling sowie 3 in Deuselbach. 1932 waren die Gemeindevorsteher Lion Simon (1. Vors.), Moritz Simon (2. Vors.) und Issy Simon (3. Vors.).        
   
1933 lebten noch 37 jüdische Personen am Ort (5,6 % der Gesamteinwohnerschaft). In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1938 wurden noch 22 jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und demoliert (siehe unten). Die vier noch am Ort befindlichen Geschäfte in jüdischem Besitz wurden heimgesucht, so das Schuhgeschäft von Felix Simon, das Bekleidungshaus Thal. Am Tag des Novemberpogroms wurden noch 22 jüdische EInwohner in Thalfang, vier in Talling gezählt. Im Oktober 1941 wurden neun jüdischen Personen aus Thalfang und Talling deportiert (die Geschwister Marianne, Karoline und Florentine Thal sowie das Ehepaar Markus und Hermine Simon geb. Klaus aus Thalfang; mit ihnen Leo Hirsch und Emilie Hirsch geb. Kälbermann sowie die Schwester Sofia Hirsch geb. Hirsch und Flora Hirsch aus Talling). Die letzte jüdische Familie war die Familie Samuel, die am 4. Dezember 1941 nach Trier gezogen ist.   
  
Von den in Thalfang geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Max Ackermann (1861), Ludwig Baum (1865), Ida Frank geb. Simon (1896), Anna Fröhling geb. Simon (1904), Flora Isaak geb. Simon (1898), Karoline Kahn geb. Baum (1864), Hedwig Koschelnik geb. Kahn (1892), Isidor Lazarus (1863), Josef Lazarus (1865), Ludwig Lazarus (1896), Paula Lazarus (1905), Günter Samuel (1933), Gustav Samuel (1931), Karl Samuel (1892), Adolf Simon (1870), Eduard Simon (1873), Hermine Simon geb. Klaus (1872), Isidor Simon (1865), Ludwig Simon (1869), Markus Max Simon (1872), Moritz Simon (1877), Rosa Simon (1902), Dagobert Stillschweig (1896), Florentine Vera Thal (1879), Karoline Vera Thal (1873), Marianne (Maria Anna) Thal (1872), Karoline Wolf geb. Baum (1875, wurde von Köln nach Lódz deportiert). 
 
Im Oktober 2011 wurden für die folgenden Personen insgesamt 21 "Stolpersteine" in Thalfang verlegt (siehe Pressebericht unten): Ehepaar Max Simon (Friedhofstraße 10), Familie Lazarus (Hauptstraße 22), Familie Samuel (Hauptstraße 33), Ehepaar Moritz Simon (Hauptstraße 27), Irma Bonem (Hauptstraße 15), Rosa Simon (Im Eck), Geschwister Thal (Im Eck), Isidor Simon (Lückenburger Straße 4), Ludwig und Emma Simon geb. Levy (Bahnhofstraße 23).        
    
Aus Talling sind umgekommen: Bertha Herzog geb. Hirsch(1888), Emilie Hirsch geb. Kälbermann (1877), Flora Vera Hirsch (1882), Hermann (Hirsch) Hirsch (1886), Leo Hirsch (1879), Sofia Hirsch geb. Hirsch (1881), Delfina Meyer geb. Hirsch (1884).      

Thalfang Stol 190.jpg (170474 Byte)"Stolpersteine" für vier in der NS-Zeit umgekommene Mitglieder der Familie Hirsch in Talling 
(Foto von E. P. Ittenbach, Thalfang).    

 
 
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1873 / 1890     

Thalfang Israelit 04051893.jpg (38984 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1873: "Die Gemeinde Thalfang bei Trier sucht baldigst einen Elementarlehrer, Kantor und Schochet. Fixum 750 Mark, Nebenverdienst ca. 300 Mark bei freier Wohnung und Heizung. Nur seminaristisch gebildete und stimmbegabte Bewerber wollen sich wenden an den Vorstand."
Offenbar meldete sich in den folgenden Wochen kein geeigneter Bewerber, da im Juli noch dieselbe Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" erschien:   
Thalfang Israelit 10071893.jpg (41187 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1873. Text wie oben.
  
Thalfang Israelit 10111890.jpg (56733 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1890: "Die hiesige Elementar-, Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle ist per sofort zu besetzen.  
Gehalt Mark 900 bei ca. Mark 300 Nebeneinkommen, außerdem freie Wohnung und Heizung. Bewerber wollen sich unter Einsendung der Abschriften ihrer Zeugnisse bei dem unterzeichneten Vorstand melden. 
Der israelitische Vorstand zu Thalfang
bei Trier."    

    
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Tolerantes Verhältnis zwischen den Konfessionen im 19. Jahrhundert 

Rabbiner Dr. Samuel Hirsch berichtet - nach der Darstellung von Heinz Monz s. Lit. - von einem im 19. Jahrhundert sehr toleranten Verhältnis zwischen den Konfessionen: "Weder der katholische noch der protestantische Bauer - mit beiden stehen meine Eltern in vielseitigsten und freundschaftlichsten Beziehungen - finden es anstößig, dass der Jude Jude und nicht Christ ist". Der Pfarrer habe schon in der Synagoge und auf dem jüdischen Friedhof gepredigt, was niemanden gestört habe. Wenn eine einigermaßen anregende Predigt erwartet worden sei, seien alle Juden in die Kirche gegangen. Zu Beerdigungen seien Angehörige aller Konfessionen gegangen.    

    
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Herr Thal in Berglicht stirbt in der Nacht vor seiner Goldenen Hochzeit (1887)  

Thalfang AZJ 17031887.jpg (64377 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. März 1887: "Aus dem Hochwald vom 3. März (1887) schreibt man: In dem Dörfchen Berglicht bei Thalfang sollte heute die goldene Hochzeit des hochbetagten Ehepaars Thal unter Teilnahme des ganzen Dorfes gefeiert werden. Die Vorbereitungen waren in umfassender Weise getroffen, ein Sohn des Jubelpaares war sogar aus Amerika zu dem Ehrentage seiner Eltern herbeigeeilt und der Geistliche, Rabbiner Dr. Blumenstein aus Luxemburg, zur Einsegnung des Paares bereits anwesend, als die Feier durch ein ungeahntes Ereignis plötzlich unmöglich gemacht wurde. Der Jubelgreis, ein noch rüstiger 82er, war in der Nacht unerwartet entschlafen."   

     
Über Rabbiner Dr. Samuel Hirsch (geb. 1815 in Thalfang, gest. 1889 in Chicago) 

Thalfang Hirsch 011.jpg (27374 Byte)Rabbiner Dr. Samuel Hirsch ist am 8. Juni 1815 als Sohn des Viehhändlers Salomon Hirsch und der Sara geb. Gottlieb in Thalfang geboren, wo er auch aufgewachsen ist (Schulbesuch ab 1823). Über seinen weiteren Lebenslauf siehe nachfolgenden Artikel aus dem "Jüdischen Lexikon". Er starb am 15. Mai 1889 in Chicago. Er gilt als bedeutender jüdischer Religionsphilosoph und eine der führenden Gestalten des amerikanischen Reformjudentums im 19. Jahrhundert.   
Quelle für das Foto links: http://www.kenesethisrael.org/archive/Rabbis-Senior/RabbisSenior.htm 
 
Thalfang Hirsch 010.jpg (85202 Byte)Artikel zu Rabbiner Dr. Samuel Hirsch in: Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Begründet von Georg Herlitz und Bruno Kirschner. Band II D-H 1927 (Reprint 1982) Spalte 1623:   "Hirsch, Samuel, geb. 1815 in Thalfang bei Trier, gest. 1889 in Chicago Ill., war von 1838-1841 Rabbiner in Dessau, bis 1866 Großrabbiner in Luxemburg, dann Nachfolger David Einhorns in Philadelphia. Hirsch war Präsident der amerikanischen Rabbinerkonferenz von 1869 in Philadelphia, in der die Grundsätze des Reformjudentums aufgestellt wurden. Er begründete die Orphans' Guardian Society und den ersten amerikanischen Zweig der Alliance Israélite Universell. Besonders bekannt wurde er durch seine 'Religionsphilosophie des Judentums' (2 Bände, 1842), in der er, auf Hegel basierend, das Judentum als die absolute Religion hinstellt. Andere Werke sind: 'Das Judentum, der christliche Staat und die moderne Kritik', 1843; 'Die Messiaslehre der Juden' (1843); 'Die Reform des Judentums und dessen Beruf in der gegenwärtigen Zeit' (1844); 'Die Humanität als Religion' (1858). Später erschien sein 'Katechismus der israelitischen Religion', worin er die Zeremonien des Judentums als Symbole von Ideen hinstellte, die mit der Zeit wechseln. Er war ein eifriger Verfechter des Sonntagsgottesdienstes."
    
Aus dem Leben von Rabbiner Dr. Samuel Hirsch:  
Die feierliche Einführung von Rabbiner Dr. Hirsch als Oberrabbiner im Großherzogtum Luxemburg in Anwesenheit von Oberrabbiner Kahn aus Trier am 23. Juni 1843  
Thalfang Orient 01081843.jpg (47446 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Orient" vom 1. August 1843: "Luxemburg, 13. Juli (1843). Die hiesige israelitische Gemeinde ward am 23. Juni durch ein für sie höchst wichtiges Ereignis erfreut. Schon seit langer Zeit war nämlich das Bedürfnis eines Religionsvorstehers fühlbar, und es war in dieser Absicht bei der hiesigen Regierung auf die Ernennung eines Rabbiners angetragen worden. Dieser Schritt wurde mit Erfolg gekrönt, indem Seine Majestät der König-Großherzog die Ernennung eines Oberrabbiners für die hiesige Gemeinde und die im Großherzogtum überhaupt wohnenden Israeliten genehmigten, und zugleich bestimmten, dass demselben ein jährlicher Gehalt vom Staates gezahlt werden sollte. Seine Majestät gaben uns dadurch einen neuen Beweis Ihrer
Thalfang Orient 01081843a.jpg (194740 Byte)väterlichen Fürsorge, welche sich über alle Untertanen ohne Unterschied des Glaubens ausdehnt. Zu der betreffenden Stelle nun wurde von der hiesigen israelitischen Gemeinde Dr. Samuel Hirsch, Rabbiner in Dessau, ein in jeder Beziehung verdienstvoller Mann, einstimmig gewählt und daher berufen. Den 23. sollte die feierliche Einführung stattfinden. Schon am 20. hatten sich die Vorsteher der Gemeinde nach Trier begeben. Der Oberrabbiner von Trier, Herr Kahn, der uns so oft durch seine lehrreichen Predigten erbaute und wohltuend auf die Gemeinde wirkte, hatte sich auch herbegeben, um so viel als möglich durch seine Gegenwart zur Feierlichkeit dieses Tages beizutragen. Unsere Synagoge war festlich geschmückt worden. Gewinde von Blumen und Laubwerk zierten die Wände, an denen man den Namenszug des Königs bemerkte, welchen Fahnen mit niederländischen und luxemburgischen Farben umwehten. Zu der Feierlichkeit waren das Regierungskollegium und sämtliche hohe Zivil- und Militärpersonen eingeladen worden; auch hatten die damals hier versammelten Stände eine Deputation hingeschickt. Um 5 Uhr erschienen die beiden Herren Oberrabbiner in Begleitung des israelitischen Vorstandes. Vor seinem Eintritt in die Synagoge wurde Dr. Hirsch auf eine angenehme Weise durch die Mädchen der israelitischen Schule überrascht, welche sämtlich weiß gekleidet und mit Blumenkränzen in der Hand, ihm entgegen traten und ihn in einer schönen, kindlichen Anrede begrüßten. Nachdem nun der Chor ein feierliches, religiöses Lied gesungen hatte, hielt der Oberrabbiner Herr Kahn eine kurze, aber dem Zweck der Sache ganz angemessene Rede, zu welcher er folgenden Text des Psalmisten wählte: 'Dieses ist der Tag, den der Ewige gemacht, lasst uns an demselben uns freuen und fröhlich sein'. In dieser Rede zeigte er uns die hohe Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Tages für uns, und wie glücklich wir uns schätzen können, einen so aufgeklärten und in jeder Beziehung achtungswürdigen Mann, der sich bereits in der gelehrten Welt einen Namen erworben hat, zum Vorsteher zu haben. Die gehaltvolle Rede des Herrn Kahn sprach allgemein an, und gab uns einen neuen Beweis, wie sehr ihm das Wohl dieser Gemeinde am Herzen liegt. - Nachdem er gesprochen, betrat unser Oberrabbiner die Kanzel, In seiner Predigt fand man Alles vereint, was den vortrefflichen Kanzelredner ausmacht. Die Gedanken, die sich darin in der schönsten logischen Ordnung aneinander knüpften, die Anordnung des Ganzen und der würdevolle Vortrat, worin man erkannte, wie er selbst von dem Gegenstande und von der Feierlichkeit des Moments tief gerührt war, und wie nicht bloß sein Mund, sondern wie sein Herz zu uns sprach; alles dieses erregte bei den Anwesenden die innigste Teilnahme, und gewann ihm sogleich alle Herzen. Er setzte die Verhältnisse und den ehemaligen und   
Thalfang Orient 01081843b.jpg (171740 Byte)jetzigen Zustande der Israeliten auseinander; er bedauerte sehr, dass in einigen Ländern den Israeliten leider noch keine Bürgerrecht erteilt sind, und fühlte sich glücklich, nun in einem Lande wirken zu können, wo eine weise und väterliche Regierung ihre wohltätige Hand über alle Untertanen ausbreitet, sie alle gleich beschützt, ihnen gleiche Rechte zugesteht, und weiter nichts wünscht, als dass Alle zu guten und nützlichen Menschen gebildet werden. Er lehrte uns, dass Israel zuerst Licht über die anderen Völker der Erde verbreitet habe, dass sie ihm ihre Gesetze und somit auch die Grundlage ihres Staatsgebäudes zu verdanken haben, dass wir auch fernerhin von den göttlichen Lehren beleuchtet werden, und darin den Urquell des wahren Glücks schöpfen sollen. Er legte uns auch die Pflichten ans Herze, die wir als Israeliten gegen den Staat, gegen uns selbst und gegen alle übrigen Menschen zu erfüllen haben; dass ein jeder Israelit sich selbst ein Priester sein und sich bestreben soll, seinem heiligen Berufe nachzukommen, und dass nur dann das Gute gedeihen könne, wenn wir Alle von der Erfüllung unserer Pflichten durchdrungen, mit vereinten Kräften zusammenwirken. Zum Schluss sprach der Redner ein Gebet, in welchem er Gott um die Erhaltung unseres vielgeliebten Königs und des ganzen Königshauses, sowie auch um seinen Segen nicht allein für die israelitische Gemeinde, sondern auch für alle Einwohner bat und zugleich wünschte, dass die gute Eintracht, welche stets unter denselben herrschte, auf immer ungestört bleibe. Es waren dies höchst rührende Worte, welche die guten, menschenfreundlichen Gesinnungen und die zeitgemäßen Ansichten unseres würdigen Vorstehers an den Tag legten. Auch waren alle Anwesenden in ihren Erwartungen im höchsten Grade befriedigt; niemand verließ die Synagoge ohne erbaut zu sein; ja mancher gelobte sogar, noch öfter einen Ort besuchen zu wollen, wo eine so herrliche Moral gelehrt, wo so geläuterte Grundsätze anerkannt werden. Wir aber können von nun an mit zufriedenem Blick der Zukunft entgegensehen, ja wir können stolz darauf sein, einen so aufgeklärten Mann als Vorsteher zu haben, dem wir die Reorganisation unseres Schulwesens, die Bildung unserer Jugend und die Aufrechthaltung unserer Religion nicht nach der äußeren toten Form, sondern nach ihrem wahren Geiste, ihrer lebendigen Gestalt werden zu verdanken haben, und wir glauben uns daher berechtigt, die heiligen Worte des königlichen Siegers zu wiederholen, und auszurufen: 'Fürwahr, das war ein schöner Tag, den der Ewige gemacht, wir dürfen uns freuen und fröhlich sein.'"   
  
Links: Wikipedia-Artikel zu Samuel Hirsch      Artikel im Bautz'schen Lexikon zu Samuel Hirsch (mit weiteren Literaturangaben)    
 
Hirsch Samuel Lit 015.jpg (72695 Byte)Hinweis: unter den bei "Google Books" zugänglichen Werken finden sich mehrere Publikationen von Rabbiner Samuel Hirsch, u.a. das 1842 erschienene Werk "Das System der religiösen Anschauung der Juden und sein Verhältnis zum Heidenthum, Christenthum und zur absoluten Philosophie. Für Theologen aller Konfessionen sowie für gebildete Nichttheologen dargestellt...". Leipzig 1842. Weitere Bücher: bei  http://books.google.de/books  in der Suchfunktion "Samuel Hirsch" eingeben; gegebenenfalls über "erweiterte Suche" nach bestimmten Werken oder Zeitraum recherchieren. 
 
Nachruf auf Rabbiner Samuel Hirsch (1889)   
Thalfang American Israelite 23051889.jpg (270585 Byte) Artikel in "The American Israelite" - Editor Isaac M. Wise. Cincinnati - vom 23. Mai 1889: "Closed His Days in Peace...". 
Zum Lesen des englischen Artikels bitte Textabbildungen anklicken. 
Zum Lesen einer deutschen Übersetzung des Artikels (von Elmar P. Ittenbach) ist eine pdf-Datei eingestellt "Er beschloss seine Tage in Frieden." 
     
Thalfang American Israelite 23051889a.jpg (436158 Byte)     


   
  
Zur Geschichte der Synagoge

Zunächst war ein Betraum vorhanden. 1822 konnte die Gemeinde in der Nähe der evangelischen Kirche eine Synagoge mit Schulsaal und der Lehrerwohnung erstellen. Der Schulsaal und die Wohnung befanden sich seit 1823 im Erdgeschoss des Gebäudes (rechts des Eingangs der Schulraum, links die Wohnung), der äußerlich an seinen Rundbogenfenstern und einem Rundfenster (über dem Eingang) erkennbare Betsaal lag im Obergeschoss. 
 
1857 wurde das Gebäude gründlich renoviert, da es sich in baufälligem Zustand befand. Ein Antrag um kostenlose Lieferung von Bauholz wurde von der Zivilgemeinde abgelehnt. 
  
Um 1926 wurde der Synagogenraum farbenprächtig durch den Trierer Maler Max Lazarus (1896 Trier - 1961 Denver, Co./USA) ausgemalt. Das Hamburger Israelitische Familienblatt berichtete am 12. Juni 1930: "Thalfang. (...) hat noch 12 jüdische Familien, aber nur noch 2 schulpflichtige Kinder; schöne Synagoge, vom Maler Max Lazarus, Trier, geschmackvoll ausgemalt...". Die Beziehung von Maler Lazarus nach Thalfang kam vermutlich durch seinen Bruder zustande: Dr. Josef Lazarus praktizierte einige Zeit am Ort.        
 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge unter der Leitung des örtlichen SA-Standartenführers mit SA-Leuten, aber auch weiteren Parteigenossen, geschändet, die Inneneinrichtung völlig zerstört. Bänke und das Inventar wurde auf die Straße oder auf den Misthaufen des Nachbarhauses geworfen, Tücher und Leuchter auf einen benachbarten Misthaufen. Jüdische Gemeindeglieder wurden gezwungen, Bücher auf Schubkarren zur Verbrennung auf den Marktplatz zu bringen.   
 
Nach der Demolierung verfiel das Gebäude. In den 1950er-Jahren verkaufte die Kultusgemeinde Trier das ehemalige Gotteshaus an einen Nachbarn, der es 1956 abreißen ließ. Seit Juni 2010 ist eine Gedenktafel am Synagogenstandort angebracht (siehe Presseartikel unten).       
   

Adresse/Standort der Synagoge:     Friedhofstraße 9 (ehemalige Straße "Im Judenecken") 


Fotos   
(Quelle: sw-Fotos: Dokumentation des Landesamtes s. Lit. S. 362-363; neuere Fotos und Plan der jüdischen Häuser in Thalfang von E. P. Ittenbach, Thalfang)  

Die Synagoge in Thalfang  Thalfang Synagoge 192.jpg (78917 Byte)   
  Darstellung der Synagoge in Thalfang 
auf dem Gedenkstein (siehe unten)
  
       
       
Nach der Schändung 
im November 1938
Thalfang Synagoge 131.jpg (65782 Byte) Thalfang Synagoge 132.jpg (83166 Byte)
  Das völlig demolierte 
Synagogengebäude
Aufräumarbeiten vor dem
Synagogengebäude: Bänke und 
Inventar liegen auf der Straße
    
     
Vor dem Abbruch des Gebäudes 
Anfang der 1950er-Jahre
Thalfang Synagoge 130.jpg (76409 Byte)   
     Das ehemalige Synagogengebäude 
in der Friedhofstraße
  
        
Der im Juni 2010 eingeweihte
 Gedenkstein für die Synagoge
(vgl. Presseartikel unten)
Thalfang Synagoge 190.jpg (117571 Byte) Thalfang Synagoge 191.jpg (80114 Byte)
  Inschrift: "Hier stand die Synagoge der Thalfanger jüdischen Gemeinde. 
Erbaut 1922 - Geschändet 1938 - Abgebrochen 1956"
     
       
Jüdische Wohnhäuser 
in Thalfang - 1868

 
Thalfang Plan 015.jpg (178337 Byte)  
  Die jüdischen Wohnhäuser in Thalfang 
1868 sind rot markiert; eingetragen ist
 auch der Standort der Synagoge
 

   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

November 2009: Ein Gruppe von Thalfanger Bürgerinnen und Bürgern setzt sich für "Stolpersteine" und eine Gedenktafel für die Synagoge ein 
Artikel von Ursula Schmieder / Ilse Rosenschild im "Trierischen Volksfreund" vom 10. November 2009 (Artikel): 
"Ja zu Stolpersteinen. In Thalfang sollen Stolpersteine verlegt werden. Wenn es nach den Vorstellungen von rund 30 Bürgern geht, erinnern in Kürze Schilder an die große jüdische Gemeinde im Ort. Auch der Ortsgemeinderat Thalfang befasst sich in der nächsten Sitzung mit dem Thema. 
Thalfang.
Der erste Schritt zum Verlegen von Stolpersteinen in Thalfang ist getan..."   
     
Dezember 2009: Auch in Thalfang sollen nach dem Beschluss des Ortsgemeinderates  "Stolpersteine" gelegt werden   
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 20. Dezember 2009 (Artikel): "Ortsgemeinderat Thalfang billigt Stolpersteine. 
Eine Initiative will mit "Stolpersteinen" und einer Gedenktafel an die Deportation und Ermordung von 18 Thalfanger Juden durch die Nazis erinnern. Eine Gedenktafel und ein Buch gibt es bereits. Im Ortsgemeinderat gab es eine Gegenstimme. 
Thalfang. (doth) In Talling erinnern bereits so genannte "Stolpersteine" an ermordete Juden. Die kleinen Kunstwerke von Günter Demnig aus Köln sollen nach dem Willen einer Initiative, die vom evangelischen Pfarrer Winfrid Krause begleitet wird, auch in Thalfang an das grausame Schicksal von 18 Juden erinnern..."   
  
Januar 2010: Fortschritte zur Realisierung von "Stolpersteinen" und Gedenktafel   
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen Volksfreund" vom 26. Januar 2010 (Artikel): "Thalfanger suchen Paten für Stolpersteine. 
Einverständnisse einholen, rechtliche Fragen klären und Erfahrungen aus anderen Orten nutzen - das sind die nächsten Aufgaben der Gruppe Thalfanger Bürger, die mit "Stolpersteinen" an das Schicksal jüdischer Mitbürger erinnern will. 
Thalfang.
Die Arbeit von rund 20 Mitgliedern einer Initiative, die künftig mit "Stolpersteinen" an 18 während des Regimes der Nationalsozialisten ermordete Juden erinnern will, ist schwieriger als ursprünglich gedacht..."  
   
März 2010: "Annäherung an jüdische Historie" durch die Arbeit der Initiativgruppe am Ort     
Artikel links im "Trierischen Volksfreund" vom 14.3.2010 (Artikel): "Annäherung an jüdische Historie.  
Die Geschichte des jüdischen Lebens in Thalfang und dessen brutales Ende durch den Naziterror werden weiter durch eine Initiativgruppe aufgearbeitet, die sich wieder am Montag, 15. März, um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus trifft. 
Thalfang
. (doth) Sogenannte "Stolpersteine" sollen an jüdische Mitbürger erinnern, die von den Nazischergen verschleppt und später im KZ umgebracht wurden. An der Stelle, wo einst in der Friedhofstraße die Synagoge stand, ist eine Gedenktafel geplant. Der evangelische Pfarrer Winfrid Krause und Beigeordneter Burkhard Graul wollen dem Gremium eine Zeichnung der Synagoge, die in den 60er Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, zur Diskussion stellen. Architekt Horst Fetzer hat die Fassade des Gotteshauses neu entworfen..."   
   
März 2010: Drei "Stolpersteine" sollen zunächst verlegt werden - eine neue Gedenktafel wird erstellt   
Artikel von Ilse Rosenschild im "Trierischen Volksfreund" vom 17. März 2010 (Artikel): "Auftakt mit drei Stolpersteinen. 
Die Initiative, die sich um die Gedenkarbeit rund um das Schicksal der Juden in Thalfang bemüht, hat sich einen Namen gegeben: "Juden in Thalfang". Mit drei sogenannten Stolpersteinen wird begonnen. 
Thalfang.
(doth) Mit einer richtigen Tagesordnung trat Pfarrer Winfrid Krause diesmal vor die Versammlung der Thalfanger, die das Gedenken an das jüdische Leben in ihrer Heimatgemeinde mit einer Gedenktafel und sogenannten Stolpersteinen nachhaltig gestalten wollen. Die Tafel mit Bild und Inschrift, die in der Friedhofstraße an den Standort der ehemaligen Synagoge erinnern wird, wurde intensiv diskutiert. 58 auf 38 Zentimeter groß soll sie werden und aus Bronze sein. Martin Koch, vor dessen Haus sie aufgestellt wird, rechnet mit Kosten von bis zu 2500 Euro: "Wir werden aber noch weitere Angebote einholen..." 
   
April 2010: Weitere Forschungen zur jüdischen Geschichte   
Artikel von "urs" im "Trierischen Volksfreund" vom 16. April 2010 (Artikel): 
"'Gott der Gerechte, was haben wir verbrochen?'  
Das Bild vom Leben der Juden in Thalfang bekommt immer schärfere Konturen.
Heimatforscher Elmar Ittenbach hält Kontakt zur Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem. Am 20. April trifft sich der Arbeitskreis "Juden in Thalfang" erneut im Evangelischen Gemeindehaus. 
Thalfang.
(doth) Den 10. November 1938, den Tag, als die sogenannte Reichskristallnacht Thalfang erreichte, vergisst Wilma Schmidt zeitlebens nicht. Das damals zwölfjährige Mädchen wurde Zeugin der Zerstörungswut an jüdischem Eigentum und Erniedrigung der jüdischen Bürger von Thalfang. "Unser Lehrer Heinrich Klein sagte damals vor der Klasse, dass die Reichskristallnacht angefangen habe und noch Informationen darüber im Radio kommen", erinnert sich die heute 84-Jährige..."   
 
Film von volksfreundtv zur jüdischen Geschichte in Thalfang bei YouTube (März 2009)     
  
   
  
Juni 2010: Die Gedenktafel für die ehemalige Synagoge ist angebracht    
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 30. Juni 2010 (Artikel): 
"Neue Gedenktafel erinnert an jüdisches Leben in Thalfang

Thalfang. (doth) Auf dem Grundstück in der Friedhofstraße 9, wo die Synagoge stand, erinnert jetzt eine Bronzetafel an dieses Zentrum jüdischen Lebens in Thalfang. "Erbaut 1822, geschändet 1938, abgebrochen 1956" lautet die Inschrift.
Rund 40 Thalfanger waren als Gäste bei der Enthüllungszeremonie dabei..."   
   
Juli 2010: Weitere Planungen zur Verlegung der "Stolpersteine"   
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen Volksfreund" vom 20. Juli 2010 (Artikel): "Stolpersteine sollen an ermordete Juden erinnern
Thalfang
. (doth) Nachdem der Arbeitskreis "Juden in Thalfang" eine Gedenktafel an der Stelle der ehemaligen Synagoge enthüllt hat, will er als nächstes sogenannte "Stolpersteine" an den Adressen in den Bürgersteigen einlassen, wo verschleppte und ermordete Thalfanger Juden lebten..." 
   
November 2010: Thalfanger erforschen die Geschichte von Opfern der NS-Zeit   
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen Volksfreund" vom 9. November 2010 (Artikel): 
"Thalfanger erforschen Geschichte von Opfern des Nationalsozialismus.  
Waldemar Finster ist ein Zeitzeuge eines der dunkelsten Tage auch der regionalen Geschichte: Am 10. November 1938, einen Tag nach der Reichspogromnacht, wurden Juden in Thalfang gezwungen, ihre religiösen Schriften öffentlich auf dem Marktplatz zu verbrennen. Zusammen mit dem Arbeitskreis Juden in Thalfang arbeitet er die Geschichte auf..." 
   
Februar 2011: Die Verlegung von "Stolpersteinen" erfolgt im Oktober 2011   
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen Volksfreund" vom 9. Februar 2011 (Artikel): "Kölner Künstler verlegt Stolpersteine in Thalfang.  
Vor eineinhalb Jahren wurde erstmals öffentlich diskutiert, ob auch in Thalfang nach dem Vorbild des kleinen Nachbarortes Talling sogenannte Stolpersteine verlegt werden sollen. Noch in diesem Jahr wird der Vorschlag des evangelischen Pfarrers Winfrid Krause Realität. 
Thalfang.
Im Juni vergangenen Jahres wurde in der Thalfanger Friedhofstraße, in der einst die jüdische Synagoge stand, eine Gedenktafel aufgestellt. Noch in diesem Jahr setzt der Arbeitskreis "Juden in Thalfang" ein weiteres Projekt um. Am 16. Oktober lässt er in Thalfanger Bürgersteigen 21 sogenannte Stolpersteine anbringen..."  
   
Mai 2011: Zur Verlegung der "Stolpersteine" im Oktober 2011  
Artikel von "doth" im "Trierischen Volksfreund" vom 19. Mai 2011 (Artikel): "21 Stolpersteine erinnern an Naziopfer
Die Verlegung von 21 "Stolpersteinen", die in Thalfang an neun Stellen im Pflaster an die Verschleppung und Ermordung von Juden durch die Nazis erinnern sollen, ist vom 16. auf den 21. Oktober verschoben worden. Der Arbeitskreis Juden in Thalfang plant eine Feier mit Blumen und Gebeten..."  
   
Oktober 2011: Am 21. Oktober 2011 werden 21 "Stolpersteine" in Thalfang verlegt.  
Artikel von David Zapp im "Trierischen Volksfreund" vom 17. Oktober 2011: "Opfern ein Gesicht geben. Am 21. Oktober lässt der Arbeitskreis Jüdisches Leben in Thalfang im Ort 21 Stolpersteine verlegen, die an die Deportation und Ermordung von jüdischen Bürgern aus Thalfang erinnern. Zusätzlich dokumentieren eine Ausstellung im Haus der Begegnung sowie ein Buch von Elmar Ittenbach die Geschichte der Thalfanger Juden. 
Link zum Artikel       
 
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 23. Oktober 2011: "Neun kleine Orte des Gedenkens. Zwei Jahre lang hat der Arbeitskreis Jüdisches Leben in Thalfang für die Verlegung von sogenannten Stolpersteinen geworben. 21 Namen von Opfern des Naziterrors sind jetzt unauslöschlich im Pflaster zu lesen. Realschüler erarbeiteten dazu eine Ausstellung. Elmar Ittenbach veröffentlicht ein Buch zum Thema..." 
Link zum Artikel .    
   
Dezember 2011: Vorstellung des Buches von Elmar P. Ittenbach: "Jüdisches Leben in Thalfang"      
Bericht mit Fotos in der Website des Emil-Frank-Institutes: Link zur Seite mit dem Bericht     
 
Januar 2012: Erinnerungen an die jüdische Geschichte 
Artikel von Ursula Schmieder im "Trierischen Volksfreund" vom 5. Januar 2012: "Brote, Rabbiner und Kinderstreiche. 
Die Zeit des Nationalsozialismus ist lange her - doch nach wie vor gibt es Zeitzeugen, die sich daran erinnern, wie es damals den jüdischen Mitbewohnern in Thalfang erging. Zwei Männer, heute 80 und 88 Jahre alt, die damals dort lebten, erzählen..." 
Link zum Artikel      
 

  
  

Links und Literatur  

Links: 

Website der Gemeinde Thalfang  
Site bei www.luftkurort-thalfang.de zur Synagoge Thalfang   
Seite der "Kulturdatenbank Trier" zur Synagoge in Thalfang  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Thalfang (interner Link)   

Literatur:  

Winfried Krause / Helga Weirich: Beiträge zur Geschichte der Juden in Thalfang. 1995. 
Heinz Monz: Seiner Zeit voraus: Rabbiner Samuel Hirsch aus Thalfang. In: Sachor. 4. Jahrgang Ausgabe 3/1994. 
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 69-72 (mit weiteren Literaturangaben). 
Vortrag (unveröffentlicht) von Elmar P. Ittenbach: Jüdisches Leben in Thalfang. Geschichte und Schicksal der jüdischen Gemeinde. Vortrag am 21. September 2010. 
Aus diesem Vortrag von Elmar P. Ittenbach der Abschnitt: Schicksalwege der Thalfanger Juden. Eingestellt als pdf-Datei.   
Elmar P. Ittenbach: Jüdisches Leben in Thalfang. Erinnerung an ein 250-jähriges Miteinander und sein gewaltsames Ende. In: Kreisjahrbuch 2011 Bernkastel-Wittlich. S. 262-274.  
ders.: Schicksalswege Thalfanger Juden. In: ebd. S. 275-279. 
ders.: "Gott, der Gerachte, wat hammer verbroch?" Das Schicksal der jüdischen Gemeinde Thalfang. In: Der Schellemann. Zeitschrift des Kulturgeschichtlichen Vereins Hochwald e.V. 23 (2010). S. 35-50. 
Thalfang Lit 025.jpg (114925 Byte)ders.: Jüdisches Leben in Thalfang. Geschichte und Schicksale. Band 14 der Schriften des Emil-Frank-Instititus. 220 S. Broschur mit 32-seitigem Farbbogen. Paulinus-Verlag Trier 2011. ISBN 978-3-7902-1900-5. Preis 15,00 €.  
Zu diesem Buch: Aus Anlass der Verlegung von 21 'Stolpersteinen' im Jahre 2011 entstand eine völlig neu recherchierte, ausführliche Dokumentation des individuellen Schicksals der Thalfanger Juden sowie weiterer 50 jüdischer Opfer, die mit Thalfang und dem Nachbarort Talling in Verbindung stehen. Voraus geht eine umfassende historische Darstellung der ehemals bedeutenden jüdischen Gemeinde, wobei die lokale Geschichte bewusst in den breiteren Horizont der jeweiligen Epoche gestellt wird. Ferner referiert der Verfasser die Gedenkarbeit in Talling und Thalfang, insbesondere seit der Gründung des 'Arbeitskreises Jüdisches Leben in Thalfang' im Jahre 2009. Ereignisse und Personen, die Thalfang ein gewisses 'Alleinstellungsmerkmal' geben, finden in einem dritten Teil ihre Würdigung. Dabei wird auf den 1815 geborenen Dr. Samuel Hirsch, den bedeutenden Religionsphilosophen und Reformrabbiner, besonders eingegangen. Leben und Werk dieser faszinierenden Gestalt der jüdischen Moderne werden in einer auch für Laien verständlichen Form dargestellt. Zahlreiche bisher unveröffentlichte Abbildungen, Quellentexte und Tabellen machen das Buch auch für einen breiten Leserkreis außerhalb der Region attraktiv.   
    

   

      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.  

Thalfang  Rhineland. Three to eight Jewish families were living in Thalfang in the late 18th century. The number of Jews grew to 77 in 1808 and a peak of 113 (a fifth of the total) in 1843. It then dropped to 85 in 1895 and 40-45 in 1932-33. Twelve Jews emigrated in the Nazi period and 19 moved to other places in Germany. The last nine were deported to the Lodz Ghetto in October 1942. Twenty-two perished in the Holocaust. The synagogue erected in 1833 was seriously damaged on Kristallnacht (9-10 November 1938), and torn down in 1956. The 18th century cemetery was also desecrated in the rioting.    
              

   

                   
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Stand: 06. Januar 2012