Thalfang mit
Talling, Dhronecken, Berglicht und Deuselbach (Kreis
Bernkastel-Wittlich)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Elmar P.
Ittenbach, Thalfang)
In Thalfang bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/41. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts
zurück. Erstmals wird 1660 ein jüdischer Einwohner aus Thalfang
genannt, der in diesem Jahr im jüdischen Friedhof von
Neumagen-Dhron beigesetzt wurde (Zitat: "Ao [Anno] 1657 zu Pissport
ein Jud und zu Neumagen ein Judenmetgen gestorben, welche beide auf den
Judenkirchhoff begraben 2 Goltgulden. 1660 ein Jud von Thalfang allhie begraben
gibt 1 Goldgulden"). Der älteste erhaltene "Judenschutzbrief" aus dem Jahr 1732
nennt "Herrn Jud Abraham Levi" am Ort.
1760 gab es
eine jüdische Familie am Ort (Lazar Lazar mit Frau Rachel Rosendal und
der 1759 geborenen Tochter Knendel), 1779 drei jüdische Familien. 1788
werden als jüdische Einwohner bzw. Familien genannt: Schmuhl Meyer, Leib
Levi, David Abraham, Jüdgen Wittib und ihr Sohn, Schlaume Wittib,
Schamje, Joseph), d.h. insgesamt sieben Familien.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1808 77 jüdische Einwohner (darunter 13 erwachsene Männer), 1833 103
(22 % von insgesamt 375 Einwohnern), 1843 113
(21 % der Gesamteinwohnerschaft), 1895 85. Zur jüdischen Gemeinde
gehörten auch die in den umliegenden Orten Talling
(1843: 7, 1895: 15), Dhronecken (1843: 22), Berglicht
(1895: 13) und Deuselbach lebenden
jüdischen Personen. Unter den 1815 genannten Familien war in Thalfang die des
Viehhändlers Salomon Hirsch und Sara Gottlieb mit dem Sohn Samuel Hirsch, dem
späteren bedeutenden Rabbiner (siehe unten).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen
Einwohner durch Aus- und Abwanderung zurück. Etwa 20 jüdische Einwohner sind
damals direkt in die Vereinigten Staaten ausgewandert. 1901 wurden noch 80
jüdische Einwohner gezählt (14 % von insgesamt 552 Einwohnern). Die jüdischen
Familien lebten fast durchweg in armseligen Verhältnissen.
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Schule (bis 1912 Israelitische Elementarschule, vgl.
Ausschreibungen von 1873 und 1890, wonach ein Elementarlehrer gesucht wird), ein
rituelles Bad sowie einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet
tätig war.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Josef Bonem (geb.
29.3.1898 Thalfang, gef. 9.5.1918) und Hermann Simon (geb. 18.10.1882 in
Thalfang, gef. 20.11.1917). Ihre Namen sowie der des jüdischen Soldaten Jakob
Hirsch aus Talling (geb. 17.8.1886 in Talling, vor 1914 in Saarbrücken
wohnhaft, gef. 22.8.1914) stehen auf den Tafeln des Kriegerdenkmales, das 1932
in Thalfang errichtet wurde.
Um 1924, als noch 52 jüdische Personen in Thalfang lebten (7,7 % von
insgesamt etwa 650 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde M. Thal, M.
Hirsch (Talling) und S. Marx. Die Repräsentanz bildeten Simon Bonem, J. Bonem,
J. Lazarus, L. Hirsch, N. Hirsch, S. Simon, Felix Simon, J. Simon, M. Simon.
1924 zählten zur Gemeinde in Thalfang 12 Personen in Talling sowie 3 in
Deuselbach. 1932 waren die Gemeindevorsteher Lion Simon (1. Vors.),
Moritz Simon (2. Vors.) und Issy Simon (3. Vors.).
1933 lebten noch 37 jüdische Personen am Ort (5,6 % der
Gesamteinwohnerschaft). In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1938 wurden noch 22
jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
geschändet und demoliert (siehe unten). Die vier noch am Ort befindlichen
Geschäfte in jüdischem Besitz wurden heimgesucht, so das Schuhgeschäft von
Felix Simon, das Bekleidungshaus Thal. Am Tag des Novemberpogroms wurden noch 22
jüdische EInwohner in Thalfang, vier in Talling gezählt. Im Oktober 1941 wurden
neun jüdischen
Personen aus Thalfang und Talling deportiert (die Geschwister Marianne, Karoline
und Florentine Thal sowie das Ehepaar Markus und Hermine Simon geb. Klaus aus
Thalfang; mit ihnen Leo Hirsch und Emilie Hirsch geb. Kälbermann sowie die
Schwester Sofia Hirsch geb. Hirsch und Flora Hirsch aus Talling). Die letzte
jüdische Familie war die Familie Samuel, die am 4. Dezember 1941 nach Trier
gezogen ist.
Von den in Thalfang geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Max Ackermann (1861),
Ludwig Baum (1865), Ida Frank geb. Simon (1896), Anna Fröhling geb. Simon
(1904), Flora Isaak geb. Simon (1898), Karoline Kahn geb. Baum (1864), Hedwig
Koschelnik geb. Kahn (1892), Isidor Lazarus (1863), Josef Lazarus (1865), Ludwig
Lazarus (1896), Paula Lazarus (1905), Günter Samuel (1933), Gustav Samuel
(1931), Karl Samuel (1892), Adolf Simon (1870), Eduard Simon (1873), Hermine
Simon geb. Klaus (1872), Isidor Simon (1865), Ludwig Simon (1869), Markus Max
Simon (1872), Moritz Simon (1877), Rosa Simon (1902), Dagobert Stillschweig
(1896), Florentine Vera Thal (1879), Karoline Vera Thal (1873), Marianne (Maria
Anna) Thal (1872), Karoline Wolf geb. Baum (1875, wurde von Köln nach Lódz
deportiert).
Im Oktober 2011 wurden für die folgenden Personen insgesamt 21 "Stolpersteine"
in Thalfang verlegt (siehe Pressebericht unten): Ehepaar Max Simon
(Friedhofstraße 10), Familie Lazarus (Hauptstraße 22), Familie Samuel
(Hauptstraße 33), Ehepaar Moritz Simon (Hauptstraße 27), Irma Bonem
(Hauptstraße 15), Rosa Simon (Im Eck), Geschwister Thal (Im Eck), Isidor Simon
(Lückenburger Straße 4), Ludwig und Emma Simon geb. Levy (Bahnhofstraße
23).
Aus Talling sind umgekommen: Bertha Herzog geb. Hirsch(1888), Emilie
Hirsch geb. Kälbermann (1877), Flora Vera Hirsch (1882), Hermann (Hirsch) Hirsch (1886),
Leo Hirsch (1879), Sofia Hirsch geb. Hirsch (1881),
Delfina Meyer geb. Hirsch (1884).
"Stolpersteine"
für vier in der NS-Zeit umgekommene Mitglieder der Familie Hirsch in
Talling (Foto von E. P. Ittenbach, Thalfang).
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1873: "Die
Gemeinde Thalfang bei Trier sucht baldigst einen Elementarlehrer, Kantor
und Schochet. Fixum 750 Mark, Nebenverdienst ca. 300 Mark bei freier
Wohnung und Heizung. Nur seminaristisch gebildete und stimmbegabte
Bewerber wollen sich wenden an den Vorstand."
Offenbar meldete sich in den folgenden
Wochen kein geeigneter Bewerber, da im Juli noch dieselbe Anzeige in der
Zeitschrift "Der Israelit" erschien:
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1873. Text wie
oben.
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1890:
"Die hiesige Elementar-, Religionslehrer-, Kantor- und
Schächterstelle ist per sofort zu besetzen.
Gehalt Mark 900 bei ca. Mark 300 Nebeneinkommen, außerdem freie Wohnung
und Heizung. Bewerber wollen sich unter Einsendung der Abschriften ihrer
Zeugnisse bei dem unterzeichneten Vorstand melden.
Der israelitische Vorstand zu Thalfang bei
Trier."
Rabbiner Dr. Samuel Hirsch berichtet - nach
der Darstellung von Heinz Monz s. Lit. - von einem im 19. Jahrhundert sehr
toleranten Verhältnis zwischen den Konfessionen: "Weder der
katholische noch der protestantische Bauer - mit beiden stehen meine
Eltern in vielseitigsten und freundschaftlichsten Beziehungen - finden es
anstößig, dass der Jude Jude und nicht Christ ist". Der Pfarrer
habe schon in der Synagoge und auf dem jüdischen Friedhof gepredigt, was
niemanden gestört habe. Wenn eine einigermaßen anregende Predigt
erwartet worden sei, seien alle Juden in die Kirche gegangen. Zu
Beerdigungen seien Angehörige aller Konfessionen
gegangen.
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. März 1887:
"Aus dem Hochwald vom 3. März (1887) schreibt man: In dem
Dörfchen Berglicht bei Thalfang sollte heute die goldene Hochzeit des
hochbetagten Ehepaars Thal unter Teilnahme des ganzen Dorfes gefeiert
werden. Die Vorbereitungen waren in umfassender Weise getroffen, ein Sohn
des Jubelpaares war sogar aus Amerika zu dem Ehrentage seiner Eltern
herbeigeeilt und der Geistliche, Rabbiner Dr. Blumenstein aus Luxemburg,
zur Einsegnung des Paares bereits anwesend, als die Feier durch ein
ungeahntes Ereignis plötzlich unmöglich gemacht wurde. Der Jubelgreis,
ein noch rüstiger 82er, war in der Nacht unerwartet
entschlafen."
Über Rabbiner Dr. Samuel Hirsch (geb. 1815 in
Thalfang, gest. 1889 in Chicago)
Rabbiner Dr. Samuel Hirsch ist am 8.
Juni 1815 als Sohn des Viehhändlers Salomon Hirsch und der Sara geb.
Gottlieb in Thalfang geboren, wo er auch aufgewachsen ist (Schulbesuch ab
1823). Über seinen
weiteren Lebenslauf siehe nachfolgenden Artikel aus dem "Jüdischen
Lexikon". Er starb am 15. Mai 1889 in Chicago. Er gilt als
bedeutender jüdischer Religionsphilosoph und eine der führenden
Gestalten des amerikanischen Reformjudentums im 19. Jahrhundert.
Quelle für das Foto links: http://www.kenesethisrael.org/archive/Rabbis-Senior/RabbisSenior.htm
Artikel
zu Rabbiner Dr. Samuel Hirsch in: Jüdisches Lexikon. Ein
enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden.
Begründet von Georg Herlitz und Bruno Kirschner. Band II D-H 1927
(Reprint 1982) Spalte 1623: "Hirsch, Samuel, geb. 1815 in
Thalfang bei Trier, gest. 1889 in Chicago Ill., war von 1838-1841 Rabbiner
in Dessau, bis 1866 Großrabbiner in Luxemburg, dann Nachfolger David
Einhorns in Philadelphia. Hirsch war Präsident der amerikanischen
Rabbinerkonferenz von 1869 in Philadelphia, in der die Grundsätze des
Reformjudentums aufgestellt wurden. Er begründete die Orphans' Guardian
Society und den ersten amerikanischen Zweig der Alliance Israélite
Universell. Besonders bekannt wurde er durch seine 'Religionsphilosophie
des Judentums' (2 Bände, 1842), in der er, auf Hegel basierend, das
Judentum als die absolute Religion hinstellt. Andere Werke sind: 'Das
Judentum, der christliche Staat und die moderne Kritik', 1843; 'Die
Messiaslehre der Juden' (1843); 'Die Reform des Judentums und dessen Beruf
in der gegenwärtigen Zeit' (1844); 'Die Humanität als Religion' (1858).
Später erschien sein 'Katechismus der israelitischen Religion', worin er
die Zeremonien des Judentums als Symbole von Ideen hinstellte, die mit der
Zeit wechseln. Er war ein eifriger Verfechter des
Sonntagsgottesdienstes."
Aus dem Leben von
Rabbiner Dr. Samuel Hirsch:
Die feierliche Einführung von Rabbiner Dr. Hirsch als Oberrabbiner im
Großherzogtum Luxemburg in Anwesenheit von Oberrabbiner Kahn aus Trier am 23. Juni
1843
Artikel
in der Zeitschrift "Der Orient" vom 1. August 1843: "Luxemburg,
13. Juli (1843). Die hiesige israelitische Gemeinde ward am 23. Juni durch
ein für sie höchst wichtiges Ereignis erfreut. Schon seit langer Zeit
war nämlich das Bedürfnis eines Religionsvorstehers fühlbar, und es war
in dieser Absicht bei der hiesigen Regierung auf die Ernennung eines
Rabbiners angetragen worden. Dieser Schritt wurde mit Erfolg gekrönt,
indem Seine Majestät der König-Großherzog die Ernennung eines
Oberrabbiners für die hiesige Gemeinde und die im Großherzogtum überhaupt
wohnenden Israeliten genehmigten, und zugleich bestimmten, dass demselben
ein jährlicher Gehalt vom Staates gezahlt werden sollte. Seine Majestät
gaben uns dadurch einen neuen Beweis Ihrer
väterlichen
Fürsorge, welche sich über alle Untertanen ohne Unterschied des Glaubens
ausdehnt. Zu der betreffenden Stelle nun wurde von der hiesigen
israelitischen Gemeinde Dr. Samuel Hirsch, Rabbiner in Dessau, ein in
jeder Beziehung verdienstvoller Mann, einstimmig gewählt und daher
berufen. Den 23. sollte die feierliche Einführung stattfinden. Schon am
20. hatten sich die Vorsteher der Gemeinde nach Trier begeben. Der
Oberrabbiner von Trier, Herr Kahn, der uns so oft durch seine lehrreichen
Predigten erbaute und wohltuend auf die Gemeinde wirkte, hatte sich auch
herbegeben, um so viel als möglich durch seine Gegenwart zur
Feierlichkeit dieses Tages beizutragen. Unsere Synagoge war festlich
geschmückt worden. Gewinde von Blumen und Laubwerk zierten die Wände, an
denen man den Namenszug des Königs bemerkte, welchen Fahnen mit
niederländischen und luxemburgischen Farben umwehten. Zu der
Feierlichkeit waren das Regierungskollegium und sämtliche hohe Zivil- und
Militärpersonen eingeladen worden; auch hatten die damals hier
versammelten Stände eine Deputation hingeschickt. Um 5 Uhr erschienen die
beiden Herren Oberrabbiner in Begleitung des israelitischen Vorstandes.
Vor seinem Eintritt in die Synagoge wurde Dr. Hirsch auf eine angenehme
Weise durch die Mädchen der israelitischen Schule überrascht, welche
sämtlich weiß gekleidet und mit Blumenkränzen in der Hand, ihm entgegen
traten und ihn in einer schönen, kindlichen Anrede begrüßten. Nachdem
nun der Chor ein feierliches, religiöses Lied gesungen hatte, hielt der
Oberrabbiner Herr Kahn eine kurze, aber dem Zweck der Sache ganz
angemessene Rede, zu welcher er folgenden Text des Psalmisten wählte:
'Dieses ist der Tag, den der Ewige gemacht, lasst uns an demselben uns
freuen und fröhlich sein'. In dieser Rede zeigte er uns die hohe
Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Tages für uns, und wie glücklich
wir uns schätzen können, einen so aufgeklärten und in jeder Beziehung
achtungswürdigen Mann, der sich bereits in der gelehrten Welt einen Namen
erworben hat, zum Vorsteher zu haben. Die gehaltvolle Rede des Herrn Kahn
sprach allgemein an, und gab uns einen neuen Beweis, wie sehr ihm das Wohl
dieser Gemeinde am Herzen liegt. - Nachdem er gesprochen, betrat unser
Oberrabbiner die Kanzel, In seiner Predigt fand man Alles vereint, was den
vortrefflichen Kanzelredner ausmacht. Die Gedanken, die sich darin in der
schönsten logischen Ordnung aneinander knüpften, die Anordnung des
Ganzen und der würdevolle Vortrat, worin man erkannte, wie er selbst von
dem Gegenstande und von der Feierlichkeit des Moments tief gerührt war,
und wie nicht bloß sein Mund, sondern wie sein Herz zu uns sprach; alles
dieses erregte bei den Anwesenden die innigste Teilnahme, und gewann ihm
sogleich alle Herzen. Er setzte die Verhältnisse und den ehemaligen
und
jetzigen
Zustande der Israeliten auseinander; er bedauerte sehr, dass in einigen
Ländern den Israeliten leider noch keine Bürgerrecht erteilt sind, und
fühlte sich glücklich, nun in einem Lande wirken zu können, wo eine
weise und väterliche Regierung ihre wohltätige Hand über alle
Untertanen ausbreitet, sie alle gleich beschützt, ihnen gleiche Rechte
zugesteht, und weiter nichts wünscht, als dass Alle zu guten und
nützlichen Menschen gebildet werden. Er lehrte uns, dass Israel zuerst
Licht über die anderen Völker der Erde verbreitet habe, dass sie ihm
ihre Gesetze und somit auch die Grundlage ihres Staatsgebäudes zu
verdanken haben, dass wir auch fernerhin von den göttlichen Lehren
beleuchtet werden, und darin den Urquell des wahren Glücks schöpfen
sollen. Er legte uns auch die Pflichten ans Herze, die wir als Israeliten
gegen den Staat, gegen uns selbst und gegen alle übrigen Menschen zu
erfüllen haben; dass ein jeder Israelit sich selbst ein Priester sein und
sich bestreben soll, seinem heiligen Berufe nachzukommen, und dass nur
dann das Gute gedeihen könne, wenn wir Alle von der Erfüllung unserer
Pflichten durchdrungen, mit vereinten Kräften zusammenwirken. Zum Schluss
sprach der Redner ein Gebet, in welchem er Gott um die Erhaltung unseres
vielgeliebten Königs und des ganzen Königshauses, sowie auch um seinen
Segen nicht allein für die israelitische Gemeinde, sondern auch für alle
Einwohner bat und zugleich wünschte, dass die gute Eintracht, welche
stets unter denselben herrschte, auf immer ungestört bleibe. Es waren
dies höchst rührende Worte, welche die guten, menschenfreundlichen
Gesinnungen und die zeitgemäßen Ansichten unseres würdigen Vorstehers
an den Tag legten. Auch waren alle Anwesenden in ihren Erwartungen im
höchsten Grade befriedigt; niemand verließ die Synagoge ohne erbaut zu
sein; ja mancher gelobte sogar, noch öfter einen Ort besuchen zu wollen,
wo eine so herrliche Moral gelehrt, wo so geläuterte Grundsätze
anerkannt werden. Wir aber können von nun an mit zufriedenem Blick der
Zukunft entgegensehen, ja wir können stolz darauf sein, einen so
aufgeklärten Mann als Vorsteher zu haben, dem wir die Reorganisation
unseres Schulwesens, die Bildung unserer Jugend und die Aufrechthaltung
unserer Religion nicht nach der äußeren toten Form, sondern nach ihrem
wahren Geiste, ihrer lebendigen Gestalt werden zu verdanken haben, und wir
glauben uns daher berechtigt, die heiligen Worte des königlichen Siegers
zu wiederholen, und auszurufen: 'Fürwahr, das war ein schöner Tag, den
der Ewige gemacht, wir dürfen uns freuen und fröhlich
sein.'"
Hinweis:
unter den bei "Google Books" zugänglichen Werken finden sich
mehrere Publikationen von Rabbiner Samuel Hirsch, u.a. das 1842
erschienene Werk "Das System der religiösen Anschauung der Juden und
sein Verhältnis zum Heidenthum, Christenthum und zur absoluten
Philosophie. Für Theologen aller Konfessionen sowie für gebildete
Nichttheologen dargestellt...". Leipzig 1842. Weitere Bücher:
bei http://books.google.de/books
in der Suchfunktion "Samuel Hirsch" eingeben; gegebenenfalls
über "erweiterte Suche" nach bestimmten Werken oder Zeitraum
recherchieren.
Nachruf auf
Rabbiner Samuel Hirsch (1889)
Artikel in "The American Israelite" - Editor Isaac M. Wise.
Cincinnati - vom 23. Mai 1889: "Closed His Days in Peace...". Zum Lesen des englischen Artikels bitte Textabbildungen
anklicken.
Zum Lesen einer deutschen Übersetzung des Artikels (von Elmar P.
Ittenbach) ist eine
pdf-Datei eingestellt "Er beschloss seine Tage in Frieden."
Zunächst war ein Betraum vorhanden. 1822 konnte die
Gemeinde in der Nähe der evangelischen Kirche eine Synagoge mit Schulsaal und
der Lehrerwohnung erstellen. Der Schulsaal und die Wohnung befanden sich seit
1823 im Erdgeschoss
des Gebäudes (rechts des Eingangs der Schulraum, links die Wohnung), der
äußerlich an seinen Rundbogenfenstern und einem Rundfenster (über dem
Eingang) erkennbare Betsaal lag im Obergeschoss.
1857 wurde das Gebäude gründlich renoviert, da es sich in baufälligem
Zustand befand. Ein Antrag um kostenlose Lieferung von Bauholz wurde von der
Zivilgemeinde abgelehnt.
Um 1926 wurde der Synagogenraum farbenprächtig durch den Trierer Maler
Max Lazarus (1896 Trier - 1961 Denver, Co./USA) ausgemalt. Das Hamburger
Israelitische Familienblatt berichtete am 12. Juni 1930: "Thalfang.
(...) hat noch 12 jüdische Familien, aber nur noch 2 schulpflichtige Kinder;
schöne Synagoge, vom Maler Max Lazarus, Trier, geschmackvoll ausgemalt...".
Die Beziehung von Maler Lazarus nach Thalfang kam vermutlich durch seinen Bruder
zustande: Dr. Josef Lazarus praktizierte einige Zeit am
Ort.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge unter der Leitung des
örtlichen SA-Standartenführers mit SA-Leuten, aber auch weiteren
Parteigenossen, geschändet, die
Inneneinrichtung völlig zerstört. Bänke und das Inventar wurde auf die Straße
oder auf den Misthaufen des Nachbarhauses geworfen, Tücher und Leuchter auf einen benachbarten Misthaufen. Jüdische
Gemeindeglieder wurden gezwungen, Bücher auf Schubkarren zur Verbrennung auf den Marktplatz zu
bringen.
Nach der Demolierung verfiel das Gebäude. In den 1950er-Jahren verkaufte die
Kultusgemeinde Trier das ehemalige Gotteshaus an einen Nachbarn, der es 1956
abreißen ließ. Seit Juni 2010 ist eine Gedenktafel am
Synagogenstandort angebracht (siehe Presseartikel unten).
Adresse/Standort der Synagoge:
Friedhofstraße 9 (ehemalige Straße "Im Judenecken")
Fotos
(Quelle: sw-Fotos: Dokumentation des Landesamtes s. Lit. S.
362-363; neuere Fotos und Plan der jüdischen Häuser in Thalfang von E. P.
Ittenbach, Thalfang)
Die Synagoge in Thalfang
Darstellung der Synagoge in
Thalfang
auf dem Gedenkstein (siehe unten)
Nach der Schändung
im November 1938
Das völlig demolierte
Synagogengebäude
Aufräumarbeiten vor dem
Synagogengebäude: Bänke und
Inventar liegen auf der Straße
Vor dem Abbruch des
Gebäudes
Anfang der 1950er-Jahre
Das ehemalige
Synagogengebäude
in der Friedhofstraße
Der im Juni 2010
eingeweihte
Gedenkstein für die Synagoge (vgl. Presseartikel unten)
Inschrift:
"Hier stand die Synagoge der Thalfanger jüdischen Gemeinde.
Erbaut 1922 - Geschändet 1938 - Abgebrochen 1956"
Jüdische Wohnhäuser
in Thalfang - 1868
Die jüdischen Wohnhäuser in
Thalfang
1868 sind rot markiert; eingetragen ist
auch der Standort der Synagoge
November 2009:
Ein Gruppe von Thalfanger Bürgerinnen und
Bürgern setzt sich für "Stolpersteine" und eine Gedenktafel
für die Synagoge ein
Artikel von Ursula Schmieder / Ilse Rosenschild im "Trierischen
Volksfreund" vom 10. November 2009 (Artikel):
"Ja zu Stolpersteinen. In Thalfang sollen Stolpersteine verlegt werden. Wenn es nach den Vorstellungen von rund 30 Bürgern geht, erinnern in Kürze Schilder an die große jüdische Gemeinde im Ort. Auch der Ortsgemeinderat Thalfang befasst sich in der nächsten Sitzung mit dem Thema.
Thalfang. Der erste Schritt zum Verlegen von Stolpersteinen in Thalfang ist getan..."
Dezember 2009:
Auch in Thalfang sollen nach dem Beschluss des
Ortsgemeinderates "Stolpersteine" gelegt werden
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 20. Dezember 2009 (Artikel):
"Ortsgemeinderat Thalfang billigt Stolpersteine. Eine Initiative will mit "Stolpersteinen" und einer Gedenktafel an die Deportation und Ermordung von 18 Thalfanger Juden durch die Nazis erinnern. Eine Gedenktafel und ein Buch gibt es bereits. Im Ortsgemeinderat gab es eine Gegenstimme.
Thalfang. (doth) In Talling erinnern bereits so genannte "Stolpersteine" an ermordete Juden. Die kleinen Kunstwerke von Günter Demnig aus Köln sollen nach dem Willen einer Initiative, die vom evangelischen Pfarrer Winfrid Krause begleitet wird, auch in Thalfang an das grausame Schicksal von 18 Juden erinnern..."
Januar 2010:
Fortschritte zur Realisierung von
"Stolpersteinen" und Gedenktafel
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen Volksfreund" vom
26. Januar 2010 (Artikel): "Thalfanger suchen Paten für Stolpersteine.
Einverständnisse einholen, rechtliche Fragen klären und Erfahrungen aus anderen Orten nutzen - das sind die nächsten Aufgaben der Gruppe Thalfanger Bürger, die mit "Stolpersteinen" an das Schicksal jüdischer Mitbürger erinnern will.
Thalfang. Die Arbeit von rund 20 Mitgliedern einer Initiative, die künftig mit "Stolpersteinen" an 18 während des Regimes der Nationalsozialisten ermordete Juden erinnern will, ist schwieriger als ursprünglich gedacht..."
März 2010:"Annäherung an jüdische Historie"
durch die Arbeit der Initiativgruppe am Ort
Artikel links im "Trierischen Volksfreund" vom 14.3.2010 (Artikel):
"Annäherung an jüdische Historie. Die Geschichte des jüdischen Lebens in Thalfang und dessen brutales Ende durch den Naziterror werden weiter durch eine Initiativgruppe aufgearbeitet, die sich wieder am Montag, 15. März, um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus trifft.
Thalfang. (doth) Sogenannte "Stolpersteine" sollen an jüdische Mitbürger erinnern, die von den Nazischergen verschleppt und später im KZ umgebracht wurden. An der Stelle, wo einst in der Friedhofstraße die Synagoge stand, ist eine Gedenktafel geplant. Der evangelische Pfarrer Winfrid Krause und Beigeordneter Burkhard Graul wollen dem Gremium eine Zeichnung der Synagoge, die in den 60er Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, zur Diskussion stellen. Architekt Horst Fetzer hat die Fassade des Gotteshauses neu entworfen..."
März 2010:
Drei "Stolpersteine" sollen zunächst
verlegt werden - eine neue Gedenktafel wird erstellt
Artikel von Ilse Rosenschild im "Trierischen
Volksfreund" vom 17. März 2010 (Artikel):
"Auftakt mit drei Stolpersteinen.
Die Initiative, die sich um die Gedenkarbeit rund um das Schicksal der Juden in Thalfang bemüht, hat sich einen Namen gegeben: "Juden in Thalfang". Mit drei sogenannten Stolpersteinen wird begonnen.
Thalfang. (doth) Mit einer richtigen Tagesordnung trat Pfarrer Winfrid Krause diesmal vor die Versammlung der Thalfanger, die das Gedenken an das jüdische Leben in ihrer Heimatgemeinde mit einer Gedenktafel und sogenannten Stolpersteinen nachhaltig gestalten wollen.
Die Tafel mit Bild und Inschrift, die in der Friedhofstraße an den Standort der ehemaligen Synagoge erinnern wird, wurde intensiv diskutiert. 58 auf 38 Zentimeter groß soll sie werden und aus Bronze sein. Martin Koch, vor dessen Haus sie aufgestellt wird, rechnet mit Kosten von bis zu 2500 Euro: "Wir werden aber noch weitere Angebote
einholen..."
April 2010:
Weitere Forschungen zur jüdischen Geschichte
Artikel von "urs" im "Trierischen
Volksfreund" vom 16. April 2010 (Artikel):
"'Gott der Gerechte, was haben wir verbrochen?'
Das Bild vom Leben der Juden in Thalfang bekommt immer schärfere Konturen. Heimatforscher Elmar Ittenbach hält Kontakt zur Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem. Am 20. April trifft sich der Arbeitskreis "Juden in Thalfang" erneut im Evangelischen Gemeindehaus.
Thalfang. (doth) Den 10. November 1938, den Tag, als die sogenannte Reichskristallnacht Thalfang erreichte, vergisst Wilma Schmidt zeitlebens nicht. Das damals zwölfjährige Mädchen wurde Zeugin der Zerstörungswut an jüdischem Eigentum und Erniedrigung der jüdischen Bürger von Thalfang. "Unser Lehrer Heinrich Klein sagte damals vor der Klasse, dass die Reichskristallnacht angefangen habe und noch Informationen darüber im Radio kommen", erinnert sich die heute 84-Jährige..."
Film von volksfreundtv zur jüdischen
Geschichte in Thalfang bei YouTube (März 2009)
Juni 2010:
Die Gedenktafel für die ehemalige Synagoge ist
angebracht
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 30. Juni 2010 (Artikel):
"Neue Gedenktafel erinnert an jüdisches Leben in Thalfang Thalfang. (doth) Auf dem Grundstück in der Friedhofstraße 9, wo die Synagoge stand, erinnert jetzt eine Bronzetafel an dieses Zentrum jüdischen Lebens in Thalfang. "Erbaut 1822, geschändet 1938, abgebrochen 1956" lautet die Inschrift.
Rund 40 Thalfanger waren als Gäste bei der Enthüllungszeremonie dabei..."
Juli 2010:
Weitere Planungen zur Verlegung der
"Stolpersteine"
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen
Volksfreund" vom 20. Juli 2010 (Artikel): "Stolpersteine sollen an ermordete Juden erinnern
Thalfang. (doth) Nachdem der Arbeitskreis "Juden in Thalfang" eine Gedenktafel an der Stelle der ehemaligen Synagoge enthüllt hat, will er als nächstes sogenannte "Stolpersteine" an den Adressen in den Bürgersteigen einlassen, wo verschleppte und ermordete Thalfanger Juden lebten..."
November 2010:
Thalfanger erforschen die
Geschichte von Opfern der NS-Zeit
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen Volksfreund" vom
9. November 2010 (Artikel):
"Thalfanger erforschen Geschichte von Opfern des Nationalsozialismus.
Waldemar Finster ist ein Zeitzeuge eines der dunkelsten Tage auch der regionalen Geschichte: Am 10. November 1938, einen Tag nach der Reichspogromnacht, wurden Juden in Thalfang gezwungen, ihre religiösen Schriften öffentlich auf dem Marktplatz zu verbrennen. Zusammen mit dem Arbeitskreis Juden in Thalfang arbeitet er die Geschichte auf..."
Februar 2011:
Die Verlegung von "Stolpersteinen"
erfolgt im Oktober 2011
Artikel von Herbert Thormeyer im "Trierischen
Volksfreund" vom 9. Februar 2011 (Artikel):
"Kölner Künstler verlegt Stolpersteine in Thalfang. Vor eineinhalb Jahren wurde erstmals öffentlich diskutiert, ob auch in Thalfang nach dem Vorbild des kleinen Nachbarortes Talling sogenannte Stolpersteine verlegt werden sollen. Noch in diesem Jahr wird der Vorschlag des evangelischen Pfarrers Winfrid Krause Realität.
Thalfang. Im Juni vergangenen Jahres wurde in der Thalfanger Friedhofstraße, in der einst die jüdische Synagoge stand, eine Gedenktafel aufgestellt. Noch in diesem Jahr setzt der Arbeitskreis "Juden in Thalfang" ein weiteres Projekt um. Am 16. Oktober lässt er in Thalfanger Bürgersteigen 21 sogenannte Stolpersteine anbringen..."
Mai 2011:
Zur Verlegung der "Stolpersteine" im
Oktober 2011
Artikel von "doth" im "Trierischen
Volksfreund" vom 19. Mai 2011 (Artikel):
"21 Stolpersteine erinnern an Naziopfer
Die Verlegung von 21 "Stolpersteinen", die in Thalfang an neun Stellen im Pflaster an die Verschleppung und Ermordung von Juden durch die Nazis erinnern sollen, ist vom 16. auf den 21. Oktober verschoben worden. Der Arbeitskreis Juden in Thalfang plant eine Feier mit Blumen und Gebeten..."
Oktober 2011:
Am 21. Oktober 2011 werden 21
"Stolpersteine" in Thalfang verlegt.
Artikel von David Zapp im "Trierischen
Volksfreund" vom 17. Oktober 2011: "Opfern ein Gesicht geben.
Am 21. Oktober lässt der Arbeitskreis Jüdisches Leben in Thalfang im Ort
21 Stolpersteine verlegen, die an die Deportation und Ermordung von
jüdischen Bürgern aus Thalfang erinnern. Zusätzlich dokumentieren eine
Ausstellung im Haus der Begegnung sowie ein Buch von Elmar Ittenbach die
Geschichte der Thalfanger Juden. Link
zum Artikel
Artikel im "Trierischen
Volksfreund" vom 23. Oktober 2011: "Neun kleine Orte des
Gedenkens. Zwei Jahre lang hat der Arbeitskreis Jüdisches Leben in
Thalfang für die Verlegung von sogenannten Stolpersteinen geworben. 21
Namen von Opfern des Naziterrors sind jetzt unauslöschlich im Pflaster zu
lesen. Realschüler erarbeiteten dazu eine Ausstellung. Elmar Ittenbach
veröffentlicht ein Buch zum Thema..." Link
zum Artikel .
Dezember 2011:
Vorstellung des Buches von Elmar P. Ittenbach:
"Jüdisches Leben in Thalfang"
Januar 2012:Erinnerungen an die jüdische Geschichte
Artikel von Ursula Schmieder im "Trierischen
Volksfreund" vom 5. Januar 2012: "Brote, Rabbiner und
Kinderstreiche.
Die Zeit des Nationalsozialismus ist lange her - doch nach wie vor gibt es
Zeitzeugen, die sich daran erinnern, wie es damals den jüdischen
Mitbewohnern in Thalfang erging. Zwei Männer, heute 80 und 88 Jahre alt,
die damals dort lebten, erzählen..." Link
zum Artikel
Winfried Krause / Helga Weirich: Beiträge
zur Geschichte der Juden in Thalfang. 1995.
Heinz Monz: Seiner Zeit voraus: Rabbiner
Samuel Hirsch aus Thalfang. In: Sachor. 4. Jahrgang Ausgabe 3/1994.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 69-72 (mit weiteren Literaturangaben).
Vortrag (unveröffentlicht) von Elmar P. Ittenbach:
Jüdisches Leben in Thalfang. Geschichte und Schicksal der jüdischen
Gemeinde. Vortrag am 21. September 2010.
Aus diesem Vortrag von Elmar P. Ittenbach der Abschnitt: Schicksalwege
der Thalfanger Juden. Eingestellt
als pdf-Datei.
Elmar P. Ittenbach: Jüdisches Leben in Thalfang.
Erinnerung an ein 250-jähriges Miteinander und sein gewaltsames Ende. In:
Kreisjahrbuch 2011 Bernkastel-Wittlich. S. 262-274.
ders.: Schicksalswege Thalfanger Juden. In: ebd. S.
275-279.
ders.: "Gott, der Gerachte, wat hammer verbroch?"
Das Schicksal der jüdischen Gemeinde Thalfang. In: Der Schellemann.
Zeitschrift des Kulturgeschichtlichen Vereins Hochwald e.V. 23 (2010). S.
35-50.
ders.:
Jüdisches Leben in Thalfang. Geschichte und Schicksale. Band 14 der
Schriften des Emil-Frank-Instititus.
220 S. Broschur mit 32-seitigem Farbbogen. Paulinus-Verlag
Trier 2011. ISBN 978-3-7902-1900-5. Preis 15,00 €. Zu diesem Buch: Aus Anlass der Verlegung von 21 'Stolpersteinen' im Jahre 2011 entstand eine völlig neu recherchierte, ausführliche Dokumentation des individuellen Schicksals der Thalfanger Juden sowie weiterer 50 jüdischer Opfer, die mit Thalfang und dem Nachbarort Talling in Verbindung stehen. Voraus geht eine umfassende historische Darstellung der ehemals bedeutenden jüdischen Gemeinde, wobei die lokale Geschichte bewusst in den breiteren Horizont der jeweiligen Epoche gestellt wird. Ferner referiert der Verfasser die Gedenkarbeit in Talling und Thalfang, insbesondere seit der Gründung des
'Arbeitskreises Jüdisches Leben in Thalfang' im Jahre 2009. Ereignisse und Personen, die Thalfang ein gewisses
'Alleinstellungsmerkmal' geben, finden in einem dritten Teil ihre Würdigung. Dabei wird auf den 1815 geborenen Dr. Samuel Hirsch, den bedeutenden Religionsphilosophen und Reformrabbiner, besonders eingegangen. Leben und Werk dieser faszinierenden Gestalt der jüdischen Moderne werden in einer auch für Laien verständlichen Form dargestellt. Zahlreiche bisher unveröffentlichte Abbildungen, Quellentexte und Tabellen machen das Buch auch für einen breiten Leserkreis außerhalb der Region attraktiv.
Thalfang Rhineland. Three to
eight Jewish families were living in Thalfang in the late 18th century. The
number of Jews grew to 77 in 1808 and a peak of 113 (a fifth of the total) in
1843. It then dropped to 85 in 1895 and 40-45 in 1932-33. Twelve Jews emigrated
in the Nazi period and 19 moved to other places in Germany. The last nine were
deported to the Lodz Ghetto in October 1942. Twenty-two perished in the
Holocaust. The synagogue erected in 1833 was seriously damaged on Kristallnacht
(9-10 November 1938), and torn down in 1956. The 18th century cemetery was also
desecrated in the rioting.
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