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im Kreis Bernkastel-Wittlich"
Trarbach (Gemeinde
Traben-Trarbach, Kreis Bernkastel-Wittlich)
Jüdische Geschichte / Betstube
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen
Einwohner
In Trarbach gab es eine kleine jüdische Gemeinde vom
Anfang des 20. Jahrhunderts bis nach 1933.
Erstmals wird 1699 ein zugezogener jüdischer Einwohner am Ort genannt, der sich
damals taufen
ließ und eine Bürgerstochter heiratete.
Im 19./20. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1871 ein jüdischer Einwohner, zwischen 1905 und 1918 Zuzug von etwa
20 jüdischen Personen; 1925 28 jüdische Einwohner.
Unter den jüdischen Personen / Familien in Trarbach sind insbesondere
zu nennen:
Textilkaufmann Siegmund Schoemann aus Kröv, der im November 1905 in dem von ihm
erbauten Jugendstilhaus in der Gymnasialstraße 20 (später Brückenstraße) ein
Geschäft für Herren-, Damen- und Kinderbekleidung eröffnete. Wenig später
ließ sich sein Vetter Sally Schoemann als Wein- und Viehhändler in der Stadt
nieder (Grabenstraße 27 und Schottstraße 3). Im Sommer 1918 folgte Siegmunds
Bruder Adolf Schoemann, der das väterliche Viehgeschäft von Kröv nach Traben
(Rißbacherstraße 33) verlegte. Von 1925 bis 1933 betrieb Metzger Josef Schoemann aus
Lösnich einen Lebensmittelladen in der Moselstraße 8; er
war mit Marianna geb. Adler verheiratet. 1906/07 hatten die Brüder Michel und
Salomon Schoemann ein Ladengeschäft in der Moselstraße 19 gemietet, um Schuh-
und Lederwaren zu verkaufen. Aus Rachtig zog 1908 der Bürstenmacher Eduard Marx
zu (Grabenstraße 38, später Haushaltswarengeschäft Moselstraße 23). Aus
Binningen kamen die Gebrüder Schmitz, die ein Geschäft für Konfektion und
Manufakturwaren eröffneten (zunächst Moselstraße 25, 1925 am Markt
1).
An Einrichtungen hatten die jüdischen Familien eine Betstube
(s.u.). Als ehrenamtlicher Vorbeter war einige Jahre Bernhard Schmitz
tätig. Die Toten der jüdischen Familien wurden meist in den Herkunftsorten
beigesetzt, bis 1927 ein kleiner jüdischer Friedhof in Trarbach eröffnet
werden konnte. Allerdings erfolgte hier nur eine Beisetzung des sechsjährigen
Gerhard Schoemann (später exhumiert und in Trier beigesetzt).
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Michael Schoemann
(geb. 21.2.1879 in Lösnich, gef. 29.10.1917). Seine Name steht auf der 1931
enthüllten Ehrentafel für die Gefallenen in der Trarbacher evangelischen
Kirche.
Um 1924 war
Gemeindevorsteher Salomon Schoemann. Die jüdischen Kinder der Gemeinde
erhielten damals ihren Religionsunterricht durch Lehrer Hugo Friedmann aus Bernkastel.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: etwa 30 Personen in sieben bis acht Familien) auf Grund der
Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Über die einzelnen
Lebenswege und Schicksale siehe den online zugänglichen Beitrag
von Günter Böse.
Von den in Traben-Trarbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; Ergänzungen auf Grund der
Recherchen von Myriam Daru): Julius Haas (1897),
Sybilla Haas geb. Schoemann (1902), Friederike (Frieda) Schmitz (1890), Alma
Schoemann (1909), Emma Schoemann geb.
Brück (1875), Josef Schoemann (1870), Juliane Schoemann geb. Israel (1887), Marianne Schoemann geb. Adler (1870),
Milian Schoemann (1907), Sally Schiemann (1884), Siegmund Schoemann (1870), Walter Schoemann (1909), Betty Tobias
geb. Marx (1905), Eva Voss (1930), Martha Voss geb. Schoemann (1905).
Aus der Geschichte der jüdischen
Einwohner
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurden noch keine Bericht zur jüdischen Geschichte in
Trarbach gefunden. |
Zur Geschichte der Betstube
In den 1920er Jahren wurde im Hinterhaus des Anwesens von
Salomon Schömann in der Moselstraße 25 eine Betstube eingerichtet.
Spätestens seit 1935,
als der Minjan (nötige Zehnzahl jüdischer Männer zum Gottesdienst) nicht mehr
zustande gekommen ist, besuchten die noch in Trarbach lebenden jüdischen
Personen wechselweise die Synagogen in Rachtig und
Enkirch.
Adresse/Standort der Betstube: Moselstraße
25
Fotos
(Foto links: Otmar Frühauf, Breitenthal, Aufnahmedatum
16.5.2010; Foto rechts von Hilde Weirich [2007] aus dem Buch "Jüdische
Familien von der Mittelmosel" von Marie-Luise Conen und Hilde Weirich)
| Die
Moselstraße in Trarbach |
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Im Hintergebäude
des Hauses Moselstraße 25 (grünes Haus in der Mitte;
Hintergebäude auf Foto rechts)
wurde in den
1920er-Jahren eine Betstube eingerichtet. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Günter Böse: Die jüdische Gemeinde. In: Dietmar
Flach, Günther Böse: Traben-Trarbach. Geschichte einer Doppelstadt.
Traben-Trarbach 1984 S. 306-313. Die Angaben von Günter Böse sind
zusammengefasst in einer privaten Website mit einer Seite
über die religiösen Gemeinschaften in Traben-Trarbach. |
 | Im vorgenannten Beitrag wird auf eine Facharbeit in Geschichte
am Staatlichen Gymnasium Traben-Trarbach von 1983 hingewiesen: C. Weißkopf:
Geschichte und Schicksal der Kröver Juden. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 364 (mit weiteren Literaturangaben).
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