Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schmalkalden (Kreis Schmalkalden-Meiningen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht: 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Über Rabbiner Maharam Schiff in Schmalkalden (um 1635)  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge  
Fotos  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In Schmalkalden bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Im Zusammenhang mit den Verfolgungen 1298 und während der Pestzeit 1349 wurden auch hier Juden ermordet. So sind 1349 18 Juden wegen Brunnenvergiftung erschlagen und an der Stelle begraben worden, die als "Judentelle" in Erinnerung blieb (Gebiet zwischen den Straßen Eichelbach, Mühlengasse und dem ehemaligen Bahndamm). 1360 bis 1398 wird Salman von Schmalkalden (de Smalkaldin) in Erfurt genannt. Sein Vater Salib wird ebd. 1375 genannt, seine Söhne Granam 1403 und Jacob Nerzlib 1375 und 1379, seine Witwe Ester und seine Tochter Meriam von Smalkaldin 1403 und 1404. 
  
In Schmalkalden selbst lebten Juden wieder seit 1375. Auch 1415 (Jacoff der Jude, der sich taufen lassen wollte), 1440 (ein Jude namens Vinoß) und 1444 werden jüdische Einwohner genannt. 1435 kam es möglicherweise zu einer Verfolgung. 1494 wurde eine jüdische Familie durch die Gräfin von Henneberg ausgewiesen. 1499 erhielt der jüdische Arzt Adam vom hessischen Landgrafen Wilhelm II. von Hessen einen Schutzbrief. Adam behandelte den Landgrafen und "seine Diener". 
 
Eine Erinnerung an mittelalterliche Zeiten ist die "Judengasse", die auch über das Mittelalter hinaus bevorzugtes Wohngebiet der Schmalkalder Juden blieb (zwischen 1938 und 1991 hieß die Straße "Hoffnung").   
 
Im 16. Jahrhundert werden einzelne Juden bis 1570 genannt.   
   
1611 konnten mit Erlaubnis des Landgraf Moritz von Hessen vier jüdische Familien aus Hessen zuziehen, unter ihnen der wohlhabende Isaak Schmuel von Felsberg. Andere Zuzüge gab es aus Barchfeld, Fulda, Mühlhausen und Prag. In den Jahren um 1611 wurde der alte jüdische Friedhof angelegt (ältestes datierbares Grab von 1652). Um 1630 bemühten sich der Stadtrat und die Bürgerschaft ohne Erfolg, die jüdischen Einwohner zum christlichen Glauben zu bekehren. 1622 wurden acht jüdische Familien mit etwa 40 Personen genannt; 1639 lebten 21 jüdische Familien in der Stadt, 1653 brannten vier jüdische Häuser in der Pfaffengasse ab. 1666 wurden elf jüdische Familien mit zusammen 53 Personen gezählt. 1695 werden erstmals jüdische Händler aus Schmalkalden auf der Leipziger Messe genannt.  
  
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden noch bedeutende jüdische Gelehrte in der Stadt genannt: bis zu seinem Tod in den 1840er-Jahren wirkte in Schmalkalden der Talmudist Chaim Schweich; 40 Jahre lang war Lehrer in der Stadt Rabbi Meyer Eckmann.   
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1827 81 jüdische Einwohner (1,7 % von insgesamt 4.770), 1861 90 (1,7 % von 5.344), 1871 99 (1,7 % von 5.790), 1878 "nahezu 25 Haushaltungen" (Bericht von 1878 s.u.), 1885 111 (1,6 % von 6.729), 1895 115 (1,5 % von 7.888), 1905 120 (1,3 % von 9.529).  
  
An Einrichtungen hatte die Gemeinde ein Synagoge, eine jüdische Religionsschule (jüdisches Schulhaus in der Näherstiller Straße 3), ein rituelles Bad (im Untergeschoss des jüdischen Schulhauses, nach 1995 wiederentdeckt) sowie einen eigenen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. An Lehrern werden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts genannt: Salomon Aschenbrand (bis 1874), A. Simon (1893). Bei anstehenden Neubesetzungen wurde die Stelle immer wieder ausgeschrieben (siehe Ausschreibungstexte unten). Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Fulda. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Unteroffizier Louis Cohn (geb. 8.8.1890 in Schmalkalden, gef. 25.10.1917), Gefreiter Ludwig Cohn (geb. 24.11.1892 in Schmalkalden, gef. 18.8.1915), Eugen Eckmann (geb. 12.6.1875 in Schmalkalden, gef. 5.9.1918), Julius Müller (geb. 12.10.1887 in Wernshausen, gest. 6.10.1917 in Gefangenschaft) und Hugo Stiebel (geb. 5.1.1891 in Schmalkalden, gef. 2.7.1916).          
  
Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde noch 100 Personen gehörten (1 % von insgesamt etwa 10.000 Einwohnern) bildeten den Synagogenvorstand Meinhold Stiebel, H. Heilbrunn und Hugo Rosenthal. Die damals sieben schulpflichtigen Kinder der Gemeinde erhielten Religionsunterricht durch den Lehrer Moritz Levinstein aus Themar. 1932 war 1. Vorsitzender Emil Hahn, 2. Vorsitzender Julius Heilbronn. Im Bereich der Wohlfahrtspflege der Gemeinde war der 1926 gegründete "Wohltätigkeitsfonds der Synagogengemeinde" tätig. Ziel der Arbeit war die Unterstützung Hilfsbedürftiger.  
   
1933 lebten noch 80 jüdische Personen in Schmalkalden (0,7 % von 10.737). Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts ist ein großer Teil von ihnen ins Ausland emigriert oder in andere Städte in Deutschland verzogen. Im Adressbuch der Stadt 1936 werden noch 20 jüdische Familien genannt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde durch SS- und SA-Leute die Synagoge zerstört (s.u.) sowie gegen jüdische Geschäfte und Wohnungen vorgegangen. Unter anderem wurden im Kaufhaus des Emanuel Eckmann alle Schaufenster eingeschlagen. Die jüdischen Einwohner wurden zum Polizeiamt beziehungsweise ins Gefängnis der Stadt verbracht. Die Männer wurden schließlich in das KZ Buchenwald verschleppt, unter ihnen Nathan Schuster, der letzte Gemeindevorsteher. 1939 lebten noch 33 jüdische Personen in der Stadt. Die letzten in der Stadt lebenden Juden wurden 1942 bis 1944 in Vernichtungslager deportiert. 
    
Von den in Schmalkalden geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Max Blüth (1882), Siegfried Blüth (1885), Paul Brandes (1886), Akwin Eckmann (1873), Emma (Erna) Eckmann geb. Sulzbacher (1878), Hugo Eckmann (1874), Julius Eckmann (1869), Therese Eckmann geb. Kaiser (1866), Paula Falk geb. Rosenthal (1895), Ella Flörsheim geb. Stiebel (1880), Helene Goldschmidt geb. Müller (1890), Irene Gumprich geb. Gunz (1872), Emil Hahn (), Ida Herrmann geb. Blüth (1862), Max Höxter (1876), Frieda Hofmann geb. Plaut (1885), Amalie Jacob geb. Meyberg (1873), Karl Jacob (1877), Moritz Jacob (1872), Rosa Jacob geb. Sacki (1882), Rudolf Jacob (1912), Else Levi geb. Müller (), Luise Löwenstein (1861), Ida Meier geb. Ganz (1877), Julius Meier (1902), Walter Meier (1911), Ferdinand Müller (), Hildegard Müller (1914), Ludwig Pappenheim (1887), Änne Prinz geb. Meier (1913), Hugo Rosenthal (1864), Rosa Rosenthal (1866), Sara Rosenthal geb. Eichenbaum (1867), Hedwig Schlesinger geb. Sulzbacher (1880), Hertha Schönfeld geb. Wolfermann (1892), Clara (Cläre) Stiebel geb. Döllefels (1893), Ferdinand Stiebel (1885), Gertrud(e) Stiebel (1892), Herbert Stiebel (1921), Meinhold Stiebel (1883), Paula Valk geb. Rosenthal (1895), Isaak Vogel (1874), Rosalie (Renate) Wahlhaus geb. Nussbaum (1900), Paula Weinberg geb. Plaut (1882), Berta Wolf geb. Jacob (1868), Clara Wolff geb. Cohn (1860).  
  
Am 9. November 2009 wurden vor dem Haus Altmarkt 4 die ersten drei "Steine des Gedenkens" für Mitglieder der Familien Valk und Rosenthal verlegt. Die Verlegung von fünf weiteren Steinen erfolgte am 9. November 2010 vor dem Haus Salzbrücke 10 (Wohnhaus von Ferdinand Müller und Familie) und Soldatensprung 1 (Hedwig Schlesinger). An die ermordeten jüdischen Einwohner aus der Auer Gasse wurde im November 2011 mit einer Gedenkveranstaltung und der Verlegung von Gedenksteinen erinnert.      
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Über Rabbiner Maharam Schiff in Schmalkalden (um 1635) (Meir ben Jacob ha-Kohen, 1605 Frankfurt - 1644 Prag, Rabbiner in Fulda von 1622-1641)    
Anmerkung: dieser Artikel ist in Gänze abgeschrieben auf einer Seite mit Texten zur jüdischen Geschichte in Fulda   

Fulda Der Orient 24121845.jpg (297308 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Orient" vom 24. Dezember 1845: "Biographie des Rabbi Mair Schiff (Maharam Schiff).  
R. Meir Schiff, ein Kohen, wurde im Jahre 1608 zu Frankfurt am Main geboren, woselbst sein Vater R. Jakob Schiff als Rosch Jeschiba (Vorsteher einer Talmudschule) talmudische Vorlesungen vor zahlreichen Zuhörern bis ins späteste Alter gehalten. Seine früheste Jugendzeit, die er wahrscheinlich in seiner Geburtsstadt Frankfurt verlebte, ist wie die der meisten Rabbiner des ganzen Altertums uns wenig bekannt. Denn ein Rabbiner war sonst zu bescheiden, um sein Dasein für so wichtig und bedeutungsvoll zu halten, dass er selber die Momente seines Lebens analysieren und der Nachwelt produzieren sollte, und ein Anderer etwa ein Nachkomme, Schüler oder Freund glaubte dem Verstorbenen durch Herausgabe von dessen Werken mehr als durch Biographien zu nützen, weil Tatsachen besser als Lobeserhebungen sprächen. Doch muss er über alle Talmudjünger seiner Vaterstadt hervorgeragt, die Bewunderung seiner Zeitgenossen erregt, und einen bedeutenden Ruf sich frühzeitig erworben haben, da er siebzehn Jahre als, um das Jahr 1625, zum Rabbiner in Fulda, einer damals sehr bedeutenden jüdischen Gemeinde, erwählt wurde... 
Ob er bis gegen sein Ende in Fulda geblieben, lässt sich nicht genau ermitteln, und nur von den Jahren 1628, 30, 31 nachweisen, doch das Jahr 1635 scheint er in Schmalkalden, das unfern Fulda liegt, verlebt zu haben, da er in der Mitte des Traktats Chulin den dritten Perek mit den Worten schließt '...mit Gottes Hilfe in Schmalkalden' und am Ende dieses Traktats derselben Stadt erwähnt. Man wolle aber aus diesen Stellen nicht entnehmen, dass er etwa in Schmalkalden Rabbiner geworden, da von dieser Veränderung weiter keine Spur zu finden. Hingegen wurde er im Jahre 1644 nach Prag berufen, starb jedoch bald darauf, wahrscheinlich in Prag, 36 Jahre alt. Er hinterließ einen berühmten Namen und einen weit verbreiteten Ruf, sodass David Gans von ihm behauptet: es habe sich dem R. Mair Schiff der Prophet Elias offenbart..."   

   
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stellen des Lehrers, Vorbeters und Schochet 1863 / 1874 / 1878 / 1882  / 1892 / 1903 / 1904 / 1920 / 1921  
sowie Anzeigen jüdischer Lehrer   

Schmalkalden AZJ 30061863.jpg (46266 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. Juni 1863: "Bei der israelitischen Gemeinde zu Schmalkalden in Kurhessen ist die Religionslehrer-, Vorsänger und Schächterstelle sofort zu besetzen. Der Jahresgehalt beträgt 200 Thaler, für Wohnung, Schullokal und Heizung werden 20 Thaler vergütet, die Kasualien betragen circa 30 Thaler. Auch kann durch Privatunterricht das Einkommen bedeutend erhöht werden. Geeignete Bewerber belieben ihre Meldungen nebst Zeugnissen franco zu richten an den Vorstand."
  
Schmalkalden AZJ 07071874.jpg (58344 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Juli 1874: "Baruch HaSchem ('Gott sei Dank'). Zur gefälligen Beachtung! Hiermit erlaube ich mir, allen meinen Freunden, Bekannten und Verwandten die Nachricht zu geben, dass ich durch Reskript Königlicher Regierung zu Kassel vom 1. Juli diesen Jahres an nach Niederaula (Kreis Hersfeld) versetzt bin. Alle Korrespondenzen bitte ich, mir von jenem Datum an noch dort zu adressieren. 
Schmalkalden
, am 9. Juni 1874. Aschenbrand, israelitischer Religions- und Elementarlehrer." 
  
Nach der Versetzung des Lehrers Aschenbrand wurde die Stelle noch im Sommer 1874 neu ausgeschrieben:
Schmalkalden AZJ 23061874.jpg (36814 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1874: "Die israelitische Gemeinde Schmalkalden, Regierungsbezirk Kassel, sucht sofort einen Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Fixer Gehalt 700 Mark. Nebeneinkünfte circa 200 Mark. Meldungen sind zu richten an den israelitischen Gemeinde-Vorstand E. Eckmann."
   
Bereits vier Jahre später war die Stelle 1878 neu zu besetzen. Damals war offenbar die Besetzung nicht einfach, da über mehrere Monate Anzeigen in der Zeitschrift "Der Israelit" erschienen: 
Schmalkalden Israelit 29051878.jpg (34159 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1878: "Die israelitische Gemeinde Schmalkalden in Thüringen sucht per 1. August diesen Jahres einen tüchtigen Religionslehrer, Vorbeter und Schochet. Fixer Gehalt Mark 900; Nebenverdienst Mark 200. Es ist zu weiteren Nebenverdiensten hinlänglich Gelegenheit geboten. Der Synagogenälteste: Jacob Blüth." 
   
Schmalkalden Israelit 07081878.jpg (40616 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1878: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schochet in der israelitischen Gemeinde zu Schmalkalden (in Thüringen); verbunden mit Mark 900 fixem Gehalt und Mark 200 an Emolumenten ist sofort zu besetzen. Bewerber haben ihre Gesuche nebst Zeugnissen an die unterzeichnete Stelle zu richten. Fulda, 29. Juli 1878. Vorsteheramt der Israeliten: Löser. vt. Tannenbaum."
  
Schmalkalden Israelit 23051882.jpg (37878 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1882: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schochet, verbunden mit Mark 900 fixem Gehalt und circa Mark 250 Emolumenten, in der israelitischen Gemeinde zu Schmalkalden (in Thüringen) ist sofort zu besetzen. Bewerber haben ihre Gesuche nebst Zeugnissen an die unterzeichnete Stelle zu richten. 
Fulda, 8. Mai (1882). Vorsteheramt der Israeliten. Dr. M. Cahn. vt. Tannenbaum."
   
Schmalkalden Israelit 17101892.jpg (32425 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1892: "Die vakante Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle in hiesiger Gemeinde, mit einem fixen Gehalt von Mark 1.000 und Mark 400 Nebeneinkommen ist alsbald zu besetzen. Bewerber wollen Zeugnisse an den unterzeichneten Gemeinde-Vorstand einsenden.  
Louis Plaut. Schmalkalden in Thüringen."  
Auf diese Ausschreibung hin bewarb sich erfolgreich Lehrer A. Simon. Dieser eröffnete alsbald ein Knaben-Pensionat für auswärtige Schüler, die das Gymnasium in Schmalkalden besuchen wollten: 
Schmalkalden Israelit 02031893.jpg (64207 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1893: "Knaben-Pensionat. Knaben, welche das hiesige allgemeine, als sehr gut anerkannte Gymnasium (Latein, Französisch, Griechisch oder Englisch) behufs Weiterstudium oder Erlangung des Einjährigen-Freiwilligen Zeugnisses besuchen wollen, werden zu jeder Zeit in meinem Pensionate gegen mäßigen Pensionspreis aufgenommen. Gute Beaufsichtigung, sowie Religionsunterricht und gründliche Nachhilfe in allen Gymnasialfächern gratis
A. Simon
, Lehrer, Schmalkalden (Thüringen) (Rabbinat Fulda). Referenzen u.a.: Herr Gymnasialdirektor Homburg hier."
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1903:  "Die Stelle eines 
Religionslehrers, 
Kantors und Schächters
 
in der Gemeinde Schmalkalden ist sofort zu besetzen. Das Einkommen besteht aus einem Jahresgehalt von 1.200 Mark und ungefähr 500 Mark aus dem Schächterdienst. Meldungen nebst beglaubigten Zeugnisabschriften sind sofort an die unterzeichnete Behörde zu richten. 
Fulda, 18. Mai (1903). 
Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Cahn.
"    
 
Ausschreibung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. Mai 1903: "Schmalkalden. Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Gehalt Mark 1.200 und ca. Mark 500 Schächtgebühren. Meldungen an Dr. Cahn, Fulda."  
 
Schmalkalden Israelit 14091903.jpg (56496 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1903: "Die Stelle eines 
Religionslehrers, 
Kantors und Schächters
 
in der Gemeinde Schmalkalden ist sofort zu besetzen. Das Einkommen besteht aus einem Jahresgehalt von 1.200 Mark und ungefähr 600 Mark Nebeneinnahmen. Meldungen bebst beglaubigten Zeugnisabschriften sind sofort an die unterzeichnete Behörde zu richten. 
Fulda, 8. September. 
Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Cahn.
"
     
Schmalkalden Israelit 22021904.jpg (47269 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1904: "Die Stelle eines 
Religionslehrers, Kantors und Schächters 
in der Gemeinde Schmalkalden ist zu besetzen. Das Einkommen besteht aus einem Jahresgehalt von 1.400 Mark und ungefähr 600 Mark Nebeneinnahmen. Meldungen nebst beglaubigten Zeugnisabschriften sind an die unterzeichnete Behörde zu richten. 
Fulda, den 15. Februar 1904. Vorsteheramt der Israeliten."   
    
Schmalkalden FrfIsrFambl 11031904.jpg (17159 Byte)Meldung über die Ausschreibung der Stelle im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. März 1904: "Schmalkalden. Religionslehrer, Kantor und Schächter. Einkommen ca. Mark 2.000. Meldungen an das Vorsteheramt der Israeliten in Fulda."
   
Schmalkalden Israelit 29011920.jpg (51363 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Januar 1920: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Religions-Lehrers, Vorbeters und Schochets alsbald zu besetzen. Das Gehalt beträgt Mark 3.600.- und Nebeneinkommen. Außerdem bezahlt die Gemeinde die Beiträge zur Ruhegehalts- und Witwenkasse. Bewerber, welche in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen, wollen ihre Meldung bis 15. Februar einreichen. Schmalkalden, 15. Januar 1920. Der Vorstand: Joseph Müller."   
  
Aus Anzeigen der jüdischen Gemeinde Barchfeld erfährt man 1921, dass der Lehrer in Barchfeld mögliche Nebeneinnahmen aus Diensten in Schmalkalden hatte:    
Barchfeld Israelit 10031921.jpg (50339 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1921: "Gesucht per sofort Schauchet, Hilfsvorbeter und Taukeah für Barchfeld a.d. Werra. Der betreffende Herr soll womöglich in der benachbarten Gemeinde Schmalkalden Religionsunterricht und Schechitoh übernehmen. Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnissen und Gehaltsansprüchen sind zu richten an den Vorstand der Israelitischen Gemeinde in Barchfeld an der Werra." 
     
Barchfeld Israelit 04081921.jpg (38034 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1921: "Für Barchfeld an der Werra tüchtiger, zuverlässiger Schochet gesucht. 7-8000 Mark Gehalt. Fester Nebenverdienst durch Schechita und Religionsunterricht in Schmalkalden, daher Inländer bevorzugt. Hierzu Befähigte wollen sich mit Zeugnisabschriften und Angabe von Referenzen alsbald melden bei Provinzial-Rabbiner Dr. Cahn, Fulda."  

     
Todesanzeige für die Frau von Lehrer Salomon Aschenbrand (1873)   

Schmalkalden AZJ 11111873.jpg (59313 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. November 1873: "Zu beachtende Todesanzeige. Am 1. dieses Monats, am Mittag des Jom Kippur verschied selig in Gott nach vierwöchigem Krankenlager am Nervenfieber, meine geliebte Frau, Fanny geb. Bergfeld, Mutter von 8 noch kleinen Kindern, von denen das älteste 12 1/2 Jahre, das jüngste 6 Monate alt ist. 
Teilnehmenden Freunden, Verwandten und Bekannten dies zur Nachricht, mit Bitte um stille Teilnahme an meinem unermesslichen Verluste, und in der sehr traurigen Lage, in welche ich leider Gottes gekommen. 
Gott der Allmächtige möge ganz Israel vor solchen Schickungen behüten. 
Schmalkalden (in Thüringen), im Oktober 1873. S. Aschenbrand, Lehrer."
Anmerkung: zur weiteren Geschichte der Lehrerfamilie Aschenbrand vgl. die Seite zu Niederaula.  

   
   
Einzelne Berichte aus dem Gemeindeleben     

Konfirmations- (Bar Mizwa-) Feier in der Synagoge (1845)  

Schmalkalden AZJ 06101845.jpg (49203 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Oktober 1845: "Aus Schmalkalden. Kann auch in einer kleinen Gemeinde, wie die unserige, nicht viel geleistet werden, so bleiben wir doch bei dem alten Einerlei nicht gern stehen, und wir freuen uns, wenn wir eine Gelegenheit zum Fortschritt ergreifen können. So sind auch von unserem Lehrer Herrn Eckmann am 13. September in hiesiger Synagoge zwei Knaben nach zeitgemäßer Richtung konfirmiert worden, welche bewiesen, dass seine Strebsamkeit zu religiösen Bildung und zum Fortschritt der Schuljugend nicht zu verkennen sei. Derselbe hielt hierbei einen dem Akt angemessenen Vortrag, der die Gemüter recht ansprach und bewegte, wofür demselben ein öffentliches Lob zollt. Der Vorstand."  

  
Ein liberal gesinnter Beschneider (Mohel) sorgt für Ärger (1876) 
Anmerkung: Toratreuen Juden ist es nicht erlaubt, am Schabbat zu verreisen resp. Eisenbahn oder andere Verkehrsmittel zu benutzen. 

Schmalkalden Israelit 26011876.jpg (57276 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1876: "Schmalkalden. Vor einigen Wochen fand dahier an einem Schabbat eine Beschneidung (Brit Mila) statt. Der Beschneider (Mohel), Herr Fleischermeister Walter aus Meiningen, (zugleich Besitzer einer koscheren (?) Restauration) war, weil er am Freitag vorher zum Reisen verhindert gewesen sein sollte, zu dieser feierlichen Handlung Sonnabend früh mit der Eisenbahn nach Schmalkalden gereist, verrichtete die Funktionen und reiste am Schabbat wieder ab. Es ist wohl in Deutschland noch nie vorgekommen, dass ein Mohel in solcher Weise den Sabbat entweiht und eine Gebot in dieser Weise übertreten hat. 
(Leider gehört ein solches gewissenloses Verfahren nicht zu den Seltenheiten. Red.)."

  
Bericht über die Gemeindeverhältnisse (1878)  

Schmalkalden Israelit 06111878.jpg (157369 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1878: "Aus dem Schweinfurter Gau. Wir finden in Nr. 43 des 'Israelit' unter 'Thüringen' nichts Näheres über die Stadt und die jüdischen Verhältnisse von Schmalkalden, und kann ich daher als echter Schmalkälder nicht umhin noch einige Details zur Ergänzung des schönen Elaborats nachträglich folgen zu lassen.
Die jüdische Gemeinde daselbst datiert schon von Alters her; durch die in den letzten Jahren herrschende Freizügigkeit hat die Gemeinde einen bedeutenden Zuwachs erhalten und dürften momentan nahezu 25 Haushaltungen daselbst sein, die sich noch zum größten Teil zum alten Judentum bekennen. Es befindet sich daselbst, - in der alten sogenannten 'Judengasse' gelegen - noch eine alte Synagoge, welche - dank den energischen Bemühungen des dortigen Kreis-Vorstehers, Herrn Emanuel Eckmann - im Jahre 1875 einer gänzlichen Reparatur unterzogen wurde. Die alten 'Ständer' wurden entfernt, an ihrer Stelle zieren jetzt neue Subsilien das schön hergerichtete Gotteshaus, ähnliche Veränderungen wurden auch mit den Kandelabern vorgenommen, und nun bietet das Innere einen angenehmen Prospekt. Hier war es auch, so der selige Rabbi Meyer Eckmann - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - vierzig Jahre lang mit unermüdlichem Eifer und Fleiße für die Jugend lebte und strebte, viele Schüler ausstellte, Gottesfurcht und Tora lehrte, das Amt eines Seelsorgers treu und gewissenhaft verwaltete und nach allen Richtungen tätig und rege war. 
Unter den vielen vorzüglichen Anstalten heben wir die dortige Realschule hervor, die von zahlreichen israelitischen Schülern besucht wird; dieselben sind sonnabends vom Schreiben und anderen Hantierungen aber dispensiert. 
Auch einen schönen Friedhof besitzt die Gemeinde; außerhalb der Stadt an einem ruhigen Plätzchen liegt er, vor dem sog. 'stillen Tor'. Hier auch ruht ein bedeutender Talmudist, der selige Rabbi Chaim Schweich - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - schon über dreißig Jahre in kühler Erde; vor drei Jahren folgte die Witwe desselben nach, die in der größten Armut starb. Die Kreisstadt Schmalkalden bildet eine Enklave, gehört, umgrenzt von herzoglich-sächsisch-meining'schen und königlich-preußisch-sächsischem Gebiet, bekanntlich dem streng orthodoxen Rabbinate Fulda an."  

      
Antisemitische Aktivitäten (1911)  

Schmalkalden FrfIsrFambl 15091911.jpg (24214 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. September 1911: "Schmalkalden. Das Reichspostamt hat dem hiesigen Oberpostassistenten Gärtner wegen der Verbreitung antisemitischer Flugblätter seine Missbilligung ausgesprochen."

    
    
Berichten zu einzelnen Personem aus der jüdischen Gemeinde     

Über den Wohltäter Abraham Mandel (1863)    

Schmalkalden Israelit 10061863.jpg (38260 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Juni 1863: "Schmalkalden. Abraham Mandel, ein Israelit von Schmalkalden gebürtig, der als ganz armer Jüngling seine Vaterstadt verließ und später an 30 Jahre als Kaufmann im Rothschild'schen Hause in Frankfurt, Neapel und London tätig war, hat sich in seiner Vaterstadt ein bleibendes Denkmal errichtet. Testamentarisch hat er der Stadt ein Kapital von circa 10.000 Gulden vermacht, dessen Zinsen zur Erziehung armer verwahrloster Kinder ohne Unterschied der Konfession verwendet werden sollen."    

     
Emanuel Heinemann bitte um Spenden für seinen Sohn (1873)    

Schmalkalden AZJ 09121873.jpg (68877 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Dezember 1873: "An meine Glaubensgenossen! Edle wohltätige Männer in Israel! Ich richte eine herzliche Bitte an Euch, um eine kleine Beisteuer zur Anschaffung eines Bettes für meinen Sohn, der in Barchfeld bei dem Kaufmann L. H. Leopold die Kaufmannschaft erlernt; ich bin zu arm, solches aus eigenen Mitteln anschaffen zu können. Nur ein Beitrag von 10 Thalern wird beansprucht. Der Herr Kaufmann L. H. Leopold in Barchfeld wird diese milden Gaben entgegennehmen. 
Schmalkalden, am 16. November 1873. 
Emanuel Heinemann
, Schneidermeister. 
Bezugnehmend auf Obiges bestätige ich die Wahrheit dieser Angaben mit dem Hinzuführen, dass der Lehrling Sohn sehr armer Eltern ist, und dieser erwähnte Betrag zur Beschaffung eines Bettes dienen soll. Ich sehe den edlen Gaben entgegen, und sobald der Betrag erreicht ist, werde ich in diesem Blatte quittieren. 
Barchfeld, den 16. November 1873. 
Loeb H. Leopold, Kaufmann."  

  
Bitte um Unterstützung der Lehrer-Witwe Schweich (1875)   
Anmerkung: bei Frau Schweich handelt es sich um die Witwe des in den 1840er-Jahren gestorbenen Talmudisten Chaim Schweich.  

Schmalkalden Israelit 10021875.jpg (49357 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Februar 1875: "Bitte! Für die 84jährige alleinstehende, in den traurigsten Verhältnissen lebende stumpfsinnige Lehrers-Witwe Schweich in Schmalkalden werden edle Menschenfreunde um einen Almosen dringen ersucht; die hiesige Gemeinde ist zu mittellos, um alle Kosten für sie bestreiten zu können. 
Milde Gaben nimmt der Unterzeichnete und die Redaktion dieses Blattes gern entgegen, und wird auch darüber quittiert. 
Schmalkalden, 5. Februar 1875. E. Eckmann, Gemeinde-Vorsteher".  

  
Zum Tod von Reinchen Plaut (1892) 

Schmalkalden Israelit 31031892n.jpg (56906 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1892: "Schmalkalden. Einen schweren Verlust erlitt die hiesige Gemeinde. Frau Reinchen Plaut, die treue Glaubensheldin und edle Menschenfreundin, hauchte am Schabbat Paraschat Ki Tissa (= Schabbat mit der Toralesung Ki Tissa, d.i. 2. Mose 30,11-34,35, das war Schabbat 19. März 1892) ihre reine Seele aus.
Mit einem für eine Frau seltenen Wissen in unserer Literatur ausgerüstet, durchdringen von wahrhaft jüdischem Geiste, hielt sie strenge an unseren alten, geheiligten Satzungen fest und gab durch ihr frommes, bescheidenes Leben ihren Angehörigen sowohl als auch ihrem großen Freundes- und Bekanntenkreise ein glänzendes Beispiel.
Auf dem Friedhofe hielt Herr Rabbiner Dr. Cahn - sein Licht leuchte - aus Fulda eine tiefergreifende Trauerrede, in welcher er die Verdienste der Verblichenen hervorhob."  

  
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Lehrlingssuche des "Droguen-, Chemikalien- und Farbwarengeschäftes" bzw. der "Germania-Drogerie" Joseph Müller (1891 / 1902)      

Schmalkalden Israelit 12031891.jpg (25675 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. März 1891: "Für mein Droguen-, Chemikalien- und Farbwaren-Geschäft suche ich einen Lehrling mit guter Schulbildung unter günstigen Bedingungen. 
Joseph Müller,
Schmalkalden."   
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1902
"Suche per 1. Dezember einen kräftigen 
Gehilfen
mit Branchekenntnissen.
Joseph Müller
, Germania-Drogerie, Schmalkalden in Thüringen."     

     
Anzeige der Vieh-Großhandlung Eisemann & Eckmann (1900)    

Schmalkalden Israelit 11061900.jpg (49249 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1900: "Suche möglichst sofort einen gewissenhaften jungen Mann, welcher mit Einziehung der Gelder und Buchführung vertraut ist. Branchekenntnis nicht erforderlich. Offerten nebst Angabe der Gehaltsansprüchen bei freier Kost und Wohnung erbittet   
Eisemann & Eckmann, Vieh-Großhandlung. 
Schmalkalden in Thüringen."      

       
       
       
Zur Geschichte der Synagoge       
   
1622 erbaute der wohlhabende Samuel Schmuel, der 1611 zugezogen war, in einem Hof der "Judengasse" eine Synagoge, wobei es sich um einen kleinen niedrigen Bau handelte. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juni 1717 brannte das Gebäude ab und wurde im folgenden Jahr neu erbaut.

1875 wurde die Synagoge unter dem Vorsteher Emanuel Eckmann gründlich renoviert. Dabei wurden vor allem die bis dahin verwendeten "Ständer" (Stehpulte) im Betsaal durch Bankreihen ersetzt. Auch die Beleuchtung wurde erneuert. 

1897 bestanden Pläne zum Bau einer neuen Synagoge. Da damals jedoch keine ausreichen finanziellen Mittel vorhanden waren, wandte sich die Gemeinde mit einem Spendenaufruf an die jüdische Öffentlichkeit. Vermutlich kamen jedoch keine ausreichenden Spenden bei der Gemeinde ein, sodass aus den Neubauplänen in der Folgezeit nichts geworden ist.     

Schmalkalden Israelit 16091897.jpg (98562 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1897: "Edle Glaubensgenossen! Unsere kleine Gemeinde sieht sich gezwungen, eine neue Synagoge zu bauen. Mangel an Raum, sowie die Bauart der jetzigen seit mehreren Jahrhunderten bestehenden Synagoge machen eine Vergrößerung derselben unmöglich. Da unsere Mittel durch die Anlage eines neuen Friedhofs und Herrichtung eines rituellen Frauenbades fast erschöpft sind, so suchen wir im Vertrauen auf Gott und, die stets bewährte Wohltätigkeit unserer Glaubensgenossen auf diesem Wege unser Ziel zu erreichen. Wir bitten ganz ergebenst um Beiträge, über deren Empfang, wenn nicht extra verbeten, der unterzeichnete Vorstand öffentlich quittieren wird. Allen Gebern im Voraus herzlichen Dank. 
Schmalkalden, im März 1897: Der Vorstand: Josef Müller, Wilhelm Cohn. 
Gütige Beiträge bitten wir an den unterzeichneten Vorstand Josef Müller, Schmalkalden zu senden. 
Ich gestatte mir, meine Bitte mit der obigen zu vereinigen und auch meinerseits den Wunsch auszusprechen, dass die Spenden zur Errichtung des Gotteshauses recht zahlreich eingehen mögen. Fulda, im Adar II 5657. Der Provinzial-Rabbiner: Dr. M. Cahn." 

1929/30 ließ die jüdische Gemeinde die Synagoge im Zuge der verkehrsmäßigen Erschließung der Judengasse gründlich umbauen. Die Idee zur Erneuerung der Synagoge hatte Emil Hahn, Vorsteher der Kreisgemeinden Barchfeld und Schmalkalden. Architekt des Umbaus war Walter Peter. Der Provinzialrabbiner von Fulda nahm 1930 die Wiedereinweihung vor. 
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört. Am 9. November 1938 marschierte gegen 23 Uhr die Schmalkaldener SS in der Judengasse vor der Synagoge auf. Die vorwiegend jungen SS-Leute begannen, die Synagoge zu zerstören, indem sie zunächst die gesamte Inneneinrichtung herausrissen und auf dem Altmarkt verbrannten. Danach wurde das Synagogengebäude in Brand gesteckt und brannte völlig aus. Noch am Vormittag des 10. November 1938 um ca. 10 Uhr wurden von SS-Leuten die verkohlten Mauern der Synagoge professionell gesprengt, ein Beweis dafür, dass die Zerstörung der Synagoge durch die rechtzeitige Beschaffung von Sprengstoff schon länger und präzise geplant und kein spontaner Akt einer "Volksempörung" gewesen ist.
    
Auf dem Synagogengrundstück wurde später ein Wohnhaus erstellt, in dessen Erdgeschoss eine Autowerkstatt eingerichtet wurde. 1988 wurde an diesem Gebäude eine Gedenktafel angebracht. Im Frühjahr 2010 wurde das Gebäude abgebrochen (vgl. Presseartikel vom April 2010 unten). Auf dem Synagogengrundstück und dem angrenzenden Grundstück wurde nach 2010 ein neues Bankgebäude erstellt (siehe Fotos unten). Die Gedenktafel von 1988 wurde wieder im Durchgang angebracht und durch eine weitere Informationstafel zur jüdischen Geschichte der Stadt ergänzt.  
 
 
Adresse/Standort der SynagogeJudengasse  
  
  
Fotos
(Farbfotos Hahn, Aufnahmedatum 14.8.2005) 

Die "Judengasse" Schmalkalden JuedG 101.jpg (46099 Byte) 
   In der Judengasse befand sich bis 1938 auch die Synagoge 
     
Die "Pfaffengasse" Schmalkalden JuedG 103.jpg (32869 Byte) Schmalkalden JuedG 104.jpg (57523 Byte)
      In der Pfaffengasse lebten im 16. Jahrhundert Juden: 1653 brannten hier 
vier jüdische Häuser ab.
     
Haus eines früheren jüdischen Besitzers 
mit Davidstern über dem Eingang
Schmalkalden JuedG 100.jpg (61761 Byte) Schmalkalden JuedG 102.jpg (44051 Byte)
  Das Gebäude steht in der Steingasse 7 
     
Das ehemalige jüdische Schulhaus 
beim alten jüdischen Friedhof 
(Fotos von Christiane Jordan  
vom Dezember 2010)
Schmalkalden Judenschule 030.jpg (120122 Byte)  Schmalkalden JuedSchulhaus 045.jpg (186417 Byte) 
    Das ehemalige jüdische Schulhaus, Gebäude Näherstiller Straße 3,
befindet sich 2010 in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Das rituelle Bad lag im
 Hochparterre, aus Perspektive des linken Fotos links neben der Eingangstür;
 das Klassenzimmer lag im Bereich rechts der Eingangstür hinter den Fenstern.
   
Aufgefunden 2015: die vermutlich
 mittelalterliche Mikwe  
(Foto von Christiane Jordan vom Oktober 2015)  
Schmalkalden Mikwe 150.jpg (168609 Byte)
   Vgl. Presseartikel in der Website des mdr.de: http://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/mikwe-schmalkalden100.html    
   Das rituelle Bad fand sich unter dem 'Fußboden eines Gewölbekellers, der zu einem Fachwerkbau unweit des Grundstückes der früheren Synagoge gehört. Die Mikwe wurde - nach den entdeckten Keramikfunden - spätestens im 18. Jahrhundert aufgegeben.   

      

Historische Aufnahmen der Synagoge
(Quelle: Gegen das Vergessen s.Lit. sowie 
Dokumentation H. Nothnagel / K. Pappenheim s.Lit.) 

 
Schmalkalden Synagoge 280.jpg (83198 Byte)  Schmalkalden Synagoge 02.jpg (102461 Byte) Schmalkalden Synagoge 04.jpg (81603 Byte)
Die alte Synagoge (Fotos vor 1929) Die Synagoge nach dem Umbau 1930
         
Jüdische Kunst 
(Quelle: Rudolf Halle: Jüdische Kunst 
aus Hessen und Nassau. Berlin 1933
S. 15 Nr. 48 und S. 4 Nr. 7)
Schmalkalden RHallo Tafel 14b Nr48.jpg (523915 Byte)
  
Schmalkalden RHallo Tafel 2a.jpg (483225 Byte)
Schmalkalden RHallo Tafel 15 Nr48.jpg (334776 Byte)
  Wimpelband  
(vgl. Wikipedia-Artikel Mappa) aus Schmalkalden
 (1758; 1933 im 
Hessischen Landesmuseum Kassel; bei 
der oberen Abbildung der oberste Streifen): 
reich ornamentiertes Band in blühenden
 Farben; der Name des Kindes, Menachem
 genannt Mendel gerahmt von einem
 springenden Hirsch und einem Löwen. 
Überhang von einem verschollenen Vorhang
 aus der Synagoge in Schmalkalden (um 1730), 
1933 im Hessischen Landesmuseum Kassel); 
weiße Seide, in Gold, Silber und Türkisblau 
bestickt; in der Mitte die Krone der Tora, von
 wachsamen Hähnen flankiert, links der Leuchter,
 rechts der Schaubrottisch, dazu die Worte Ezechiels
 'Der Tisch im Norden, der Leuchter im Süden';
 Chronogramm ergibt 1729.
     
Der Platz der Synagoge im Sommer 2005
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 14.8.2005)  
Schmalkalden Synagoge 100.jpg (35880 Byte) Schmalkalden Synagoge 101.jpg (53054 Byte)
     An Stelle des mittleren Gebäudes 
stand die Synagoge
Auf der Gedenktafel von 1988 ist links von der
 Menora der Grundriss der Synagoge zu sehen.
     
Das Grundstück der ehemaligen Synagoge
 nach den Abbrucharbeiten 2010
(Fotos von Christiane Jordan
 vom November 2010)
 Schmalkalden Synagoge 290.jpg (133852 Byte)  Schmalkalden Synagoge 291.jpg (144600 Byte)
    
     
Nach 2010: Neubebauung des Grundstückes 
mit einem Bankgebäude 
(Fotos von Christiane Jordan vom April 2015) 
   
Schmalkalden P1050990.jpg (132808 Byte) Schmalkalden P1050992.jpg (75384 Byte) Schmalkalden P1050991.jpg (175628 Byte)
Die Synagoge stand an Stelle des braunen 
Gebäudeteiles (vgl. Foto von 2005 oben: das linke Gebäude
 ist weiter erhalten) 
Im Durchgang wurden Gedenktafeln angebracht. Neben der Gedenktafel von 1988 findet sich eine 
neue Tafel mit Informationen zur jüdischen Geschichte in Schmalkalden    
  
        

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte      

November 2007: Kurt Pappenheim erinnert an die Vertreibung der Schmalkalder Juden und spricht sich für die Verlegung von "Stolpersteinen" aus 
Artikel von Silke Wolf aus der Zeitschrift "Freies Wort" - Ressort Schmalkalden am 8.11.2007:   
"Pogromnacht -  Nazis marschieren und wir diskutieren. 
Kurt Pappenheim erinnert an die Vertreibung der Schmalkalder Juden / Für Stolpersteine auf dem Marktplatz

Schmalkalden - Kurt Pappenheim war elf Jahre alt, als in Schmalkalden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 die Geschäfte jüdischer Bürger zerstört und die Synagoge gesprengt wurden. Alle seine jüdischen Verwandten Verwandten verließen nach der Pogromnacht Deutschland. Die Familie Pappenheim blieb in Schmalkalden, obwohl Ludwig Pappenheim, Kurts Vater, der aus einem jüdischen Elternhaus in Eschwege stammte, bereits 1934 im Konzentrationslager Neusustrum/Papenburg ermordet worden war..."   Link zum Artikel     
  
September 2008: Stand der Diskussion um die Verlegung von "Stolpersteinen" in Schmalkalden 
Artikel von Margit Dressel in der Zeitschrift "Freies Wort" vom 6.9.2008:  
Kleine Mahnmale - STOLPERSTEINE als Fingerzeig. Bürgerschaftliches Engagement für Erinnerung an Naziopfer / Schmalkalden forscht weiter.  

Schmalkalden – Am 9. November 1938 brannte die Synagoge in der Judengasse. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden auf den Altmarkt getrieben und mussten zusehen, wie die Ausstattung des Gotteshauses von Nazianhängern zerschlagen wurde. Sie mussten die Scherben zusammenfegen und wurden danach in Konzentrationslager deportiert. An die Pogromnacht erinnert eine Tafel am einstigen Standort der Synagoge. Auf die Ereignisse wird außerdem auf einer Informationstafel am Rathaus hingewiesen. Nicht erst der bevorstehende 70. Jahrestag der Pogromnacht, sondern die Sanierung des Stadtbodens war Anlass für die Idee Kurt Pappenheims, den einstigen Mitbürgern sozusagen alltagstaugliche Denkmale zu setzen, die nicht nur an Jahrestagen wahrgenommen werden..."  Link zum Artikel      
 
November 2009: Die ersten "Steine des Gedenkens" (nicht die traditionellen "Stolpersteine"!)  werden in Schmalkalden verlegt   
Artikel in der Zeitschrift "Freies Wort" vom 5. November 2009: "Steine des Gedenkens - 'Damit sie nicht verlorengehen'
Schmalkalden will die Erinnerung an die ermordeten jüdischen Mitbürger bewahren. 
Schmalkalden -
Groß ist die jüdische Gemeinde in Schmalkalden nie gewesen, aber es hat sie gegeben. Es haben Frauen, Männer und Kinder jüdischen Glaubens in der Stadt gelebt, geliebt und gearbeitet. "Fast alle", sagt Peter Handy, "haben ein schreckliches Schicksal erlitten" - sie sind während der NS-Zeit verfolgt, gequält, deportiert, ermordet worden. Vergessen sollen sie nicht werden, erklärt der Vorsitzende des Vereins für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde. Am 9. November, am Jahrestag der Reichspogromnacht 1938, werden die ersten "Steine des Gedenkens" in der Stadt gesetzt.."     Link zum Artikel.     
  
April 2010: Nach dem Abbruch des "Lückenbaus" auf dem Synagogengrundstück - wie geschieht künftig die Erinnerung?      
Artikel in der Zeitung "Freies Wort" vom April 2010 (Artikel, lou): "Ehemalige Synagoge:  
Angemessener Rahmen im Plan - Lückenbau in der Judengasse ist abgerissen worden / Wie mit dem Andenken umgehen? 
Schmalkalden
- Einmal im Jahr warf ein Beamer das Bild der einstigen Synagoge auf die weiße Wand der ehemaligen Autowerkstatt in der Judengasse. Bei den jährlichen Gedenkfeiern für die Opfer der Pogromnacht erinnerte lediglich noch eine Tafel an die damaligen Geschehnisse. Denn die wenigsten Menschen, die heute in Schmalkalden leben, kennen das jüdische Gotteshaus aus eigenem Erleben. Jetzt ist der Lückenbau abgerissen worden und es stellt sich die Frage, wie mit dem Andenken an die jüdischen Mitbürger umgegangen werden soll..."  
Link zum Artikel
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November 2010: Gedenkfeier zur Pogromnacht 1938    
Artikel von Sigrid Nordmeyer in der "Südthüringer Zeitung" vom November 2010 (Artikel): "In ewiger Traurigkeit. 
Die Gedenkfeier zur Pogromnacht vor 72 Jahren ließ keinen der anwesenden Schmalkalder unberührt.
Schmalkalden -
An die 100 Bürgerinnen und Bürger hatten sich in einem Halbkreis um die neuen Stolpersteine auf der Salzbrücke zu einem bewegenden Moment des mahnenden Rückblicks versammelt.
Viele Engagierte wirkten mit an der vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) organisierten Veranstaltung. Nicht zuletzt zeigten die Sponsoren der vier neuen "Stolpersteine" vor dem Haus auf der Salzbrücke 8 und dem einen vor dem Soldatensprung 1 ihre persönliche Anteilnahme für die schrecklichen Qualen der fünf jüdischen Mitbürger aus Schmalkalden..."   
Link zum Artikel
    
    
November 2011: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen"  
Artikel in der "Südthüringer Zeitung" vom 11. November 2011: "Mahnende Schicksale. Am 9. November wurden sieben weitere Stolpersteine in Erinnerung jüdischer Bewohner Schmalkaldens verlegt. Schüler des Gymnasiums lasen aus deren Biografien..."  Link zum Artikel.    
 
Mai 2012: Nachkommen der Schmalkaldener jüdischen Familie Schuster besuchen die Stadt   
Artikel in der "Südthüringer Zeitung" (Regionalteil Schmalkalden) vom 9. Mai 2012: "Mehr als ein Besuch in der Heimat. Zum dritten Mal besuchte Alon Schuster aus Israel die Fachwerkstadt. Sein Großvater Nathan Schuster war Vorsteher der Synagoge gewesen, bis diese 1938 während der Reichspogromnacht zerstört worden war..." 
Link zum Artikel    
Anmerkung: Alon Schusters Vater Joachim Schuster war in Schmalkalden geboren worden. Noch während seiner Kindheitsjahre verließen die Eltern mit ihm und seinem Bruder Rolf das Land. Nach dem Novemberpogrom 1938 war Joachims Vater Nathan SChuster ins KZ Buchenwald gebracht und als Vorsteher der ehemaligen Synagoge gezwungen worden, die jüdischen Grundstücke und das eigene Wohnhaus am Altmarkt abzutreten. Die Schusters fanden in Argentinien, später in Israel eine neue Heimat.   
 
März 2013: Neue Impulse zur Sanierung und angemessenen Nutzung der früheren jüdischen Schule   
Artikel von Susann Schönewald in der "Südthüringer Zeitung" vom 21. März 2013: "Judenschule soll unter den Rettungsschirm...
Link zum Artikel    
Artikel von Susanne Schönewald in der "Südthüringer Zeitung" (Regionalteil Schmalkalden) vom 28. März 2013: "Eine Idee nährt Hoffnung. Die ehemalige Judenschule als ein Ort der Erinnerung und Begegnung: Eine Idee, der sowohl Bürgermeister Thomas Kaminsky als auch Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde, sehr zugeneigt sind..." 
Artikel ist online nicht zugänglich           
 
November 2013: Erinnerungen / Zeitzeugenberichte zum Novemberpogrom 1938   
Artikel in der "Südthüringer Zeitung" (Regionalteil Schmalkalden) vom 9. November 2013: "'Die schrecklichsten 24 Stunden meines Lebens'. Das Stadt- und Kreisarchiv Schmalkalden stellte der Heimatzeitung anlässlich des 75. Jahrestages der Pogromnacht Zeitzeugenberichte und Fotos vom 9./10. November 1938 in Schmalkalden zur Verfügung..." 
Artikel ist online nicht zugänglich        
Artikel von Silke Wolf in der "Südthüringer Zeitung" Regionalteil Schmalkalden) vom 9. November 2013: "Die meisten haben weggeschaut. Etwa 70 Menschen gedachten am Freitagabend der Pogromnacht. Vorgestellt wurde zugleich die Tafel 'Geschichte der jüdischen Gemeinde Schmalkalden', die am Ort der ehemaligen Synagoge ihren Platz finden wird..." 
Link zum Artikel    
 
Januar 2014: Gedenken an Ludwig Pappenheim    
Artikel in der "Südthüringer Zeitung" vom 6. Januar 2014: "Gedenken an einen sozialen Demokraten. Gleich an drei Orten gedachten am Sonnabend Sozialdemokraten und Linke-Mitglieder des vor 80 Jahren von den Nationalsozialisten ermordeten Ludwig Pappenheim..." 
Link zum Artikel     

  
  
   

Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Schmalkalden  
Informationen zu den jüdischen Friedhöfen in Schmalkalden (interner Link)   

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 747; III,2 S. 1326-1327.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 594-595.
Jüdische Landesgemeinde Thüringens (Hg.): Die Novemberpogrome. Gegen das Vergessen. Eisenach - Gotha - Schmalkalden. Spuren jüdischen Lebens. 1988.
Hans Nothnagel (Hg.): Juden in Südthüringen - geschützt und gejagt. Bd. 4: Kurt Pappenheim: Die jüdische Gemeinde Schmalkalden und ihr Ende im Holocaust. Suhl 1999.
Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Berlin 1992. S. 284-285. 
Peter Handy, Hannelore Froh und Petra Kolbe: Schmalkalder Straßennamen. In: Nova Historia Schmalcaldica Bd. 2. Schmalkalden 2005.
Das Leben der Juden in Schmalkalden von 1933 bis zur Pogromnacht 1938. In: Schmalkalder Lokalgeschichte 1924-1978. Schülerprojekt. Hrsg. von Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde 2001. S. 41-82.   
Karine Moeglin: Die jüdische Gemeinde Schmalkalden - vom Schweigen zum Gedenken - die Nazivergangenheit und die DDR. Teilprojekt zur Geschichte der jüdischen Gemeinde von Schmalkalden. Paris / Schmalkalden / Jerusalem 2001. 70 S.  
dies.: Presence et absence juive Schmalkalden 1812-2000. Dissertation Paris 2003. 450 S.   Mit Projektbeschreibung: Chronik einer ausgelöschten jüdischen Gemeinde. Schmalkalden 1995. 
Ute Simon: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Schmalkalden. In: Meininger Heimatklänge. Beilage zur Lokalausgabe der Meininger Mediengesellschaft. Nr. 9 vom 11. November 2013. Eingestellt als pdf-Datei.   

Eschwege Lit 0141.jpg (32886 Byte)York-Egbert König / Dietfrid Krause-Vilmar / Ute Simon: Ludwig Pappenheim. Redakteur - Sozialdemokrat - Menschenfreund. Reihe Jüdische Miniaturen Bd. 140. Verlag Hentrich & Hentrich 2014. 98 Seite, Broschur, 25 Abbildungen. ISBN: 978-3-942271-94-3. € 9.90. 
Informationen in der Website des Verlages  
Ludwig Pappenheim (1887–1934) gehörte aufgrund seiner familiären Herkunft und seiner politischen Tätigkeit zu den Ersten, die bereits kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im März 1933 verhaftet und wenig später ermordet wurden.
Die Autoren zeichnen den Lebensweg dieses aufrechten Demokraten nach, der schon früh zur SPD gestoßen war. Seine aktive politische Laufbahn beginnt in der Stadtverordnetenversammlung seiner hessischen Heimatstadt Eschwege. Allerdings entscheidet er sich schon bald für das damals ebenfalls noch hessische Schmalkalden am südlichen Rand des Thüringer Waldes, wo er neben seinem kommunal- und sozialpolitischen Engagement noch die Leitung einer Tageszeitung übernimmt

       
        


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Schmalkalden  Hesse-Nassau. Accused of poisoning wells, 18 Jews were murdered in Schmalkalden during the Black Death persecutions of 1348-49. The later community, dating from 1622, numbered 120 (1 % of the total) in 1905. By Kristallnacht (9-10 November 1938), when the synagogue was destroyed, half of the remaining 80 Jews had left. The last survivors were deported. 80 Jews had left. The last survivors were deported to the east in 1942-44. 
   
     

                   
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Stand: 01. November 2015