Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Düdelsheim (Stadt Büdingen, Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Düdelsheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. bis 17. Jahrhunderts zurück. 1596 wird ein erster jüdischer Einwohner (vermutlich mit Familie) am Ort genannt. Er bat 1628 um Verlängerung des Schutzes. 
 
Im 18. Jahrhundert lebten durchschnittlich 12 jüdische Familien am Ort. Mitte des 18. Jahrhunderts hatten die Familien insgesamt etwa 40 Kinder. Die Familien lebten in sehr armseligen Verhältnissen, was dazu führte, dass damals keine weiteren Familien aufgenommen wurden.
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1828 95 jüdische Einwohner, 1861 136 (11,6 % von insgesamt 1.173 Einwohnern), 1880 96 (8,1 % von 1.188), 1895 88 (7,5 % von 1.173), 1905 88, 1910 81 (6,0 % von 1.347). 1905 war an die jüdische Gemeinde in Düdelsheim das benachbarte Rohrbach angeschlossen, wo damals noch 58 jüdische Personen lebten. Seit der Annahme fester Familiennamen begegnen ab 1820 Familien mit den Namen Wertheimer, Morgenstern, Marburg, Hess, Bornheimer, Stiefel, Frank, Katz, Brükker, Schwarzschild, Reinfeld. Die jüdischen Haushaltsvorstände verdienten den Lebensunterhalt als Kaufleute oder Viehhändler. Als größerer Betrieb gab es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert die Branntweinbrennerei Ehrmann.

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof (beziehungsweise zwei Friedhöfe unterschiedlichen Alters). Zu Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Um 1860 wird ein Lehrer Harris in Düdelsheim genannt (im Bericht über eine Lehrerkonferenz in Gießen 1860). Seit 1906 wurde gemeinschaftlich mit Rohrbach ein Schulverband gegründet, später gehörte auch Ortenberg diesem Verband an. 1912 waren 16 jüdische Schulkinder in Religion zu unterrichten. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere einen "Verein zur Ausübung zweckmäßiger Wohltätigkeiten" (1932 unter dem Vorsitz von Berthold Levi; Zweck und Arbeitsgebiet: Wohltätigkeit). Dieser Verein bestand bereits im 19. Jahrhundert: 1891 wurde in einer Zeitschrift "Der Israelit" (s.u.) berichtet, dass eine hohe Spende dieses Vereins an die jüdische Gemeinde in Düdelsheim gegeben wurde. - Die jüdische Gemeinde in Düdelsheim war dem liberalen Provinzialrabbinat in Gießen unterstellt. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: der Gefreite Meier Münz (geb. 28.1.1886 in Glauberg, gef. 4.3.1917), Moritz Seelig (geb. 4.6.1891 in Düdelsheim, gef. 3.12.1914), Max Stern (geb. 22.10.1883 in Düdelsheim, gef. 25.9.1915) sowie Isidor Grünebaum und Moritz Marburg. Die beiden letztgenannten sind vermutlich in Düdelsheim geboren, wohnten jedoch später an anderen Orten. Alle fünf Namen stehen auf dem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
  
Um 1924, als noch 74 jüdische Einwohner gezählt wurden (5,2 % von insgesamt 1.435), waren die Vorsteher der Gemeinde Meinhard Marburg, Berthold Levi und Julius Heß. Den Religionsunterricht der damals acht schulpflichtigen jüdischen Kinder erteilte Lehrer Samuel Heß (bereits seit mindestens 1910). Lehrer Heß unterrichtete auch die Kinder umliegender jüdischer Gemeinden, u.a. in Glauberg und Rohrbach1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Julius Heß I (1. Vorsteher), Berthold Levi (2. Vors.) und Adolf Stern (3. Vors.). Vorsitzender der Repräsentanz war gleichfalls Julius Heß I. Als Kantor und Lehrer war weiterhin Samuel Heß tätig. 
  
1933 lebten noch 72 jüdische Personen in Düdelsheim (4,7 % von 1.528). In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. In die USA konnten acht Personen emigrieren, nach Südafrika vier, nach Belgien eine Person. 
  
Schreckliche Szenen spielten sich beim Novemberpogrom 1938 ab, bei dem nicht nur die Synagoge verwüstet und die Inneneinrichtung verbrannt wurden. Auch die Wohnungen der noch am Ort lebenden jüdischen Familien wurden aufgebrochen, verwüstet und teilweise geplündert. Eine 55-jährige wurde von der Toilette gezerrt, mit Jauche bespritzt und gemeinsam mit ihrem 52-jährigen Bruder verprügelt und unter Fußtritten zum Rathaus getrieben. Dort wurden ihnen ein Sache über den Kopf gestülpt und sie mussten mit einem Besen in der Hand "tanzen". Ein 51 jähriger wurde von zwei Personen durch Düdelsheim geführt, während ihn ein Weiterer auf dem Genick sitzende "ritt". Die jüdischen Einwohner wurden dann im Rathaussaal zusammengetrieben, dort beschimpft und verhöhnt. Einigen wurden Stricke um den Hals gelegt und Mehlsäcke über den Kopf gestülpt, um sie dann am Fenster den Zuschauern "auszustellen".
    
1939 waren nur noch zwei jüdische Personen am Ort, die Ende Mai 1940 nach Frankfurt verzogen sind.   
          
Von den in Düdelsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Lina Bing geb. Stiefel (1892), Rosa (Rebekka) Goldschmidt geb. Grünebaum (1886), Erich Ernst Isaak Heß (1920), Frida Heß (1883), Julius Heß (1878), Julius Heß (1887), Sally Heß (1886), Salomon Heß (1872), Siegfried Heß (1907), Ilse May (1922), Rosel May (1926), Selma May geb. Heß (1886), Jenny Ortenberger geb. Frank (1877), Lina Siesel geb. Eulau (1868), Adolf Stern (1870), Louis Stern (1874), Dina Stiefel (1895), Sandel Strauss (1861), Hermann Wolf (1903
). 
    
    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1861 / 1893

Duedelsheim AZJ 18061861.jpg (65282 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Juni 1861: "Annonce
Ein Religionslehrer, der zugleich die Funktion als Vorbeter hat, auch Chor unterrichtet und Schächter ist, kann in der Religionsgemeinde Düdelsheim, Großherzogtum Hessen, Kreis Büdingen, gegen einen jährlichen fixierten Gehalt von 230 Gulden, freie Wohnung für Bewerber ledigen Standes und circa 70-80 Gulden Akzidenzien sogleich platziert werden, indem wir bis 1. August dieses Jahres eine Synagoge einweihen. Der Vorstand. J. Dilsheimer." 
 
Duedelsheim Israelit 14091893.jpg (56054 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1893: "Die israelitische Kultusgemeinde Düdelsheim sucht zum sofortigen Eintritt einen Religionslehrer mit seminaristischer Bildung. Fixer Gehalt Mark 600.-, Nebeneinkommen mindestens Mark 400.- 
Reflektanten haben gleichzeitig den Schächter- und Kantordienst zu übernehmen und wollen sich mit unterzeichnetem Vorstande ins Benehmen setzen. 
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Düdelsheim: Ferdinand Frank.
"

  
Hinweis auf Lehrer Samuel Heß in Düdelsheim (Bericht von 1910)   
Anmerkung: Lehrer Samuel Heß erteilte über 20 Jahre auch in Ortenberg den Religionsunterricht für die jüdischen Kinder in der dortigen Volksschule. Dazu hat er weitere Aufgaben in der Nachbargemeinde übernommen (Kasualien).  

Ortenberg FrfIsrFambl 27051910.jpg (41071 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. Mai 1910: "Ortenberg (Hessen), 24. Mai (1910). Unter großer Beteiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung fand heute die Beerdigung der nach langem Leiden im 75. Lebensjahre verstorbenen Frau Fanny Heß Witwe statt. 
Lehrer Heß – Düdelsheim schilderte in seinem Nachrufe die Dahingeschiedene als eine echte 'Esches chajil' (wackere Frau), fromm, fleißig und gottvertrauend. Früh verwitwet, hat sie mutig den Lebenskampf aufgenommen."  

     
     
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
  
Schenkung des israelitischen "Vereines zur Ausübung zweckmäßiger Wohltätigkeit" an die israelitische Religionsgemeinde in in Düdelsheim  (1891)
Aus welchen Gründen die Schenkung in Düdelsheim erfolgte, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Duedelsheim Israelit 24081891.jpg (39843 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. August 1891: "Darmstadt, 8. August (1891). Die Schenkung des israelitischen 'Vereins einer Privatgesellschaft zur Ausübung zweckmäßiger Wohltätigkeit' zu Düdelsheim an die israelitische Religionsgemeinde daselbst, im Betrag von 2.057 Mark 14 Pfennig; ferner die Schenkung des Gemeinderats der Stadt Bensheim an die israelitische Religionsgemeinde daselbst, im Betrage von 1.000 Mark haben laut Großherzoglichem Regierungsblatt Nr. 22 Genehmigung erhalten."   

   
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige von Julius Heß I (1928)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1928: "Für meine 3 und 8-jährigen Kinder suche eine energische Kindergärtnerin in einfachen rituellen Haushalt. Eintritt Mitte September. Offerten erbittet 
Julius Heß I. Düdelsheim in Oberhessen."    

     

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte des in Düdelsheim 
geborenen Ferdinand Frank 
 Duedelsheim KK MZ Frank Ferdinand.jpg (109400 Byte)   
   Kennkarte (ausgestellt in Erbach 1939) für Ferdinand Frank (geb. 24. Februar 1870 in Düdelsheim),
 zuletzt wohnhaft in Mainz, wo er am 18. Februar 1941 gestorben ist.  
 

    
   
  
 
Zur Geschichte der Synagoge   
          
    
Seite dem 18. Jahrhundert (genannt 1722) war ein Betsaal in einem jüdischen Privathaus vorhanden. Bei einer amtlichen Hauszählung von 1803 wurde festgestellt, dass der jüdischen Gemeinde zwei Häuser gehörten, wovon eines die Synagoge war. Mitte des 19. Jahrhunderts stellte sich die Notwendigkeit zu einem Neubau, da der bisherige Betsaal zu kein und nicht mehr zu reparieren war. 
  
1860/61 konnte eine neue Synagoge durch den Baumeister Melior aus Düdelsheim gebaut werden. Beim Bau halfen die christlichen Einwohner und auch der Pfarrer tatkräftig mit (siehe Bericht unten). Die feierliche Einweihung der Synagoge war vom 16. bis 18. August 1861 durch Provinzialrabbiner Dr. Levi aus Gießen (siehe Bericht unten). Die Synagoge in Düdelsheim galt schon zu ihrer Einweihung als "Prachtgebäude des Ortes". Für die Männer gab es 58, für die Frauen auf der Empore 30 Plätze

   
Beim Bau der Synagoge helfen die christlichen Ortsbewohner und der Pfarrer tatkräftig mit (1860)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. März 1860:  "In Düdelsheim, hiesigen Kreises (3/4 Stunden von Lindheim entfernt, wo Oeser residierte und so vieles Judenfeindliche unter dem Namen 'O, Glaubrecht' fabrizierte), bauen die Israeliten eine neue Synagoge. Als Recompense dafür, dass die Israeliten daselbst bei der dort jüngst vorgenommenen Kirchenreparatur mit Hand anlegten, durch Verrichtung von allerlei Handarbeiten, fahren die dortigen christlichen Bewohner sämtliche, zum Synagogenbau nötigen Baumaterialien unentgeltlich herbei. Das Charakteristische hierbei ist, dass der dortige Pfarrer, Herr Münch, sich hieran nicht nur selbst beteiligt, sondern alle Fuhren, welche ein oder der andere christliche Bürger zu tun unterlässt, auch mit übernommen hat. Solche Handlungen beweisen, dass nur vernünftige Geistliche ein Glück in der Gemeinde und im Staate sind, so wie dass Mucker (= Heuchler) und Jesuiten zum Umsturz der Weltordnung und der Staaten führen."           

Einweihung der Synagoge durch durch Provinzialrabbiner Dr. Levi aus Gießen (1861)  

Duedelsheim AZJ 14011862.jpg (58262 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Januar 1862: "Büdingen, Großherzogtum Hessen, im Dezember. Im Laufe des Herbstes fanden in zwei israelitischen Gemeinden des hiesigen Kreises Einweihungen zweier neu erbauter Synagoge statt. Die Eine am 16. August zu Düdelsheim, die andere zu Bindsachsen, am Gedenktag der Leipziger Völkerschlacht, 18. Oktober. Beide Weiheakte vollzog der Großherzliche Provinzial-Rabbiner Herr Dr. Levi zu Gießen unter glänzendem Beifall aller Anwesenden ohne Konfessionsunterschied."  
 
Duedelsheim Israelit 28081861.jpg (84952 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1861: "Büdingen, 20. August. In der israelitischen Religionsgemeinde zu Düdelsheim, hiesigen Kreises, waren die Tage vom 16. bis 18. dieses Monats Tage der Freude, aus Veranlassung einer Synagogenweihe. Erwähnenswerte Momente hierbei sind: Die Beteiligung der Behörden, der benachbarten evangelischen Geistlichkeit und des Ortsvorstandes selbst. Der Tempel ist ein Prachtgebäude des Ortes, entworfen und ausgeführt von Baumeister Melior hier. Dieser Tempel ist auch ein echter Tempel der Humanität und Toleranz, indem die christlichen Bewohner Düdelsheims sämtliche Baumaterialien unentgeltlich herbeifuhren, wodurch der israelitischen Gemeinde mehr als 2.000 Gulden geschenkt wurden."  

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute aus Büdingen zusammen mit Gefolgsleuten aus Düdelsheim geschändet und ausgeraubt. Das Mobiliar wurde zertrümmert, auf Karren zur Marktwiese transportiert und unter Beifall einer großen Menschenmenge verbrannt. Eine Torarolle befand sich nach 1945 im Archiv der Ortsgemeinde (nach Angaben von Ulrich Brunke, Düdelsheim bei www.synagogen.info zu Düdelsheim befindet sich heute im Archiv Düdelsheim nur eine Kopie der Torarolle, das Original sei "in einem Museum im Odenwald").

Das Synagogengebäude überstand den Krieg, wurde aber nach 1950 abgebrochen. Auf dem Synagogengrundstück wurde ein Garten angelegt sowie ein neues Wohnhaus erbaut.  

1989 wurde am Platz der Synagoge eine Gedenktafel angebracht. Die Inschrift lautet: "Ehemalige Synagoge der Jüdischen Gemeinde Düdelsheim. Erbaut 1861 und während der nationalsozialistischen Diktatur am 9. November 1938 zerstört. Zur Erinnerung und zum Gedenken an unsere verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger".
    
    
Adresse/Standort der SynagogeHauptstraße 21     
    
    
Fotos
(Quelle: Altaras s. Lit. 1994 S. 148 - Foto: Helmut Böckel sen., Düdelsheim)  

Historische Aufnahme der 
Synagoge in Düdelsheim
Duedelsheim Synagoge 010.jpg (92646 Byte)
Das Foto entstand nach dem Novemberpogrom 1938 - alle Fenster sind eingeschlagen

   
   
 Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Juni 2011: Die Verlegung von "Stolpersteinen" in Düdelsheim ist für Ende Oktober 2011 geplant    
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 15. Juni 2011 (Artikel): "Aktion 'Stolpersteine' wird fortgesetzt
BÜDINGEN. Ende Oktober werden in Düdelsheim und Eckartshausen Gedenktafeln eingelassen. 

(red). Am 26. Oktober werden in der Großgemeinde Büdingen erneut 'Stolpersteine' gegen das Vergessen der NS-Opfer verlegt. Der Künstler Gunter Demnig aus Köln erinnert damit an diese Menschen, indem er vor deren letzten selbst gewählten Wohnorten Gedenktafeln aus Messing in den Straßenbereich oder in den Bürgersteig einlässt..."   
 
Oktober 2011: Über die Verlegung von "Stolpersteinen" in Eckartshausen und Düdelsheim   
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 27. Oktober 2011: "Die Steine halten die Erinnerung lebendig. 
Düdelsheim.
Nach drei Aktionen in Kernstadt werden erstmals 'Stolpersteine' in den Stadtteilen Düdelsheim und Eckartshausen verlegt..." 
Link zum Artikel.     
 

  
April 2014: Interview mit Larry Greenbaum (Lothar Grünebaum) 
Anmerkung: Larry Greenbaum ist als Lothar Grünebaum 1924 in Düdelsheim geboren. Er emigrierte nach der Pogromnacht 1938 mit seinen Eltern in die USA. Als junger Soldat wurde er 1945 in Düdelsheim stationiert und war damals auch wieder in seinem ehemaligen Elternhaus, in dem nun die Amerikaner ihren Sitz hatten.    
Link zu Youtube:  https://www.youtube.com/watch?v=-kge5C1TXME  
Information zum Interview (Quelle): 'Larry Greenbaum: Back to Duedelsheim – Conquering the Fatherland:  Larry Greenbaum was one of only four Jews from Duedelsheim, Hesse-Darmstadt, to flee Nazi Germany after Kristallnacht. Seven years later, he returned to his hometown, this time as a member of the invading Allies. At this presentation, Greenbaum recalls what it meant to grow up Jewish in Nazi Germany, his experience as a refugee in the United States, and his memorable return to his old house. He will be interviewed by Anne-Clara Schenderlein, a doctoral candidate in modern German history, with an emphasis on Jewish emigration.'  
   
   
   

   
Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Büdingen  
Website der Gemeinde Düdelsheim 
Zur Seite über die jüdischen Friedhöfe in Düdelsheim (interner Link)    
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Düdelsheim   

Quellen

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Düdelsheim 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Düdelsheim sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,117  Verzeichnis der jüdischen Familien von Düdelsheim mit Angabe von Geburts-, Trau- und Sterbedaten  1741 - 1833   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v131257      

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 144-145.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 184.
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 148.
In der 1992 erschienenen Chronik Düdelsheim, 792-1992 erschienen die Beiträge: Klaus Peter Decker: Aus der Frühzeit der jüdischen Gemeinde - bis an die Schwelle des 19. Jahrhunderts"; Rainer Hess: Die jüdischen Mitbürger und die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung 1933-1945.
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 314-315.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 166-167.
Susanne Gerschlauer: Synagogen. In: Kirchen und Synagogen in den Dörfern der Wetterau. Reihe Wetterauer Geschichtsblätter. Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Band 53. Im Auftrag des Friedberger Geschichtsvereins hrsg. von Michael Keller. Friedberg 2004 S. 289-326.
dies.: Katalog der Synagogen. In: ebd. S. 555-580.

    
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Duedelsheim  Hesse. Established before 1722, the community numbered 136 (11,6 % of the total) in 1861 and originally included Jews from neighboring Rohrbach, Glauberg and Stockheim. They mostly dealt in livestock. Numbering 72 in 1933, the community was dissolved in 1934, when Jews began emigrationg to the United States and South Africa. On Kristallnacht (9-10 November 1938),the synagogue and Jewish homes were vandalized, and the remaining Jews then left.  
     
      

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 07. Mai 2016