Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

    
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen"  
zu den "Synagogen im Wetteraukreis"    
    

Gedern (Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer      
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Bericht über die Pogrome / Terroraktionen des Jahres 1933 in Gedern     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)           
    
In Gedern bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/39. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts gab es Juden in der Stadt. Eine Zusammenstellung von in Gedern verstorbenen Juden beginnt mit dem Jahr 1689. In den Akten des Stolbergschen Archiv auf Schloss Ortenberg finden sich erste Erwähnungen von Juden im 18. Jahrhundert.        
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1806 20 jüdische Familien, 1820 155 jüdische Einwohner, 1861 183 (9,1 % von insgesamt 1.961 Einwohnern), 1880 150 (8,2 % von 1.821), 1895 160 (9,5 % von 1.679), 1910 136 (7,5 % von 1.821). Die jüdischen Familien lebten in verhältnismäßig guten wirtschaftlichen Verhältnissen; sie waren als Kaufleute, Viehhändler, Metzger, Bäcker sowie als Handwerker tätig (Schlosser, Uhrmacher, Schuhmacher, Tapezierer; vgl. die Anzeigen unten). Mehrere eröffneten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts offene Läden und Handlungen in der Stadt.    
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad (beides im Synagogengebäude von 1866) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war. Um 1860 wird Lehrer Hecht genannt (im Bericht über eine Lehrerkonferenz in Gießen 1860), um 1880 Lehrer J. Nußbaum, um 1886 Lehrer Leser Cohn aus Inovrazlaw. Seit 1903 war Lehrer am Ort Adolf Bauer; er konnte 1928 sein 25-jähriges Ortsjubiläum feiern und blieb bis 1935 in Gedern. 1904 wurde die Gründung eines Schulverbandes mit Wenings und Oberseemen vorgeschlagen; 1929 fand der Religionsunterricht gemeinsam für die drei Orte statt. Die Gemeinde gehörte zum Orthodoxen Provinzialrabbinat in Gießen.
     
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Erich Aul (geb. 26.9.1891 in Gedern, gef. 3.8.1916), Isaak Lorsch (geb. 12.8.1892 in Gedern, gef. 27.7.1917), Julius Lorsch (geb. 2.6.1894 in Gedern, gef. 17.1.1918), Samuel Oppenheimer (geb. 12.6.1877 in Gedern, gef. 7.1.1918) und Rudolf Strauß (geb. 8.9.1897 in Gedern, gef. 9.8.1918).      
    
Um 1924, als zur Gemeinde 146 Personen gehörten (7,1 % von insgesamt 2.061 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Maier Vöhl, Leopold Vöhl und Max Rothenburger. Als Lehrer und Kantor war der bereits genannte Adolf Bauer tätig. Er erteilte damals 21 Kindern der Gemeinde den Religionsunterricht. Als Schochet war Wolf Oppenheimer tätig (bereits seit 1870, siehe Bericht unten). Innerhalb der jüdischen Gemeinde gab es mehrere Vereine: der Männerkrankenverein (1924/32 unter Leitung von Salomon Hirschmann; 1932 30 Mitglieder; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung kranker Mitglieder), den Frauenkrankenverein (gegründet 1876; 1932 unter Leitung von Klara Voehl mit 32 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung erkrankter Mitglieder) und die Armenkasse (1924 unter Leitung von Max Meier). 1932 waren die Gemeindevorsteher Leopold Voehl (1. Vors. und Schriftführer), Max Rosenberger (2. Vors.) und Samuel Simon (3. Vors.). Lehrer der Gemeinde war weiterhin Adolf Bauer. Im Schuljahr 1931/32 besuchten 23 Kinder den jüdischen Religionsunterricht.           
   
1933 lebten noch 118 jüdische Personen in Gedern (5,5 % von insgesamt 2.136 Einwohnern). In den folgenden Jahren sind alle von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen (die meisten nach Frankfurt) beziehungsweise ausgewandert (jeweils mindestens vier Personen in die USA, zwei nach Italien, fünf nach Palästina (Israel, zwei nach Südafrika, zwei nach Frankreich, eine Person nach Holland). Bereits am Abend des 13. März 1933 kam es zu einem üblen Judenpogrom in der Stadt; eine zweite Terroraktion fand am Abend des 26. September 1933 statt (siehe Bericht unten). Anfang 1937 lebten noch acht jüdische Familien in Gedern, am 30. März waren es noch sechs Familien, die im April von Gedern nach Frankfurt verzogen sind. Bereits im April 1937 wurden nur noch wenige jüdische Einwohner am Ort gezählt. Samuel Simon und Leopold Voehl verhandelten in den folgenden Monaten noch mit der Stadt Gedern wegen dem Verkauf des Synagogengebäudes. Am 1. Juli 1937 verließ mit der Witwe Dora Voehl das letzte Mitglied der inzwischen aufgelösten jüdischen Gemeinde Gedern.     
            
Von den in Gedern geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Abraham Aul (1869), Adolf Bauer (1888), Frida Bauer geb. Levi (1890), Lore Blumenthal (1922), Rosa Blumenthal geb. Strauss (1890), Thekla Ebstein geb. Loeb (1870), Hermann Frank (1888), Martin Frank (1925), Sofie (Sofia) Frank (1926 oder 1927), Hilda Friedmann geb. Oppenheimer (1888), Malchen Grünebaum geb. Meier (1854), Irene Hammerschlag geb. Voehl (1903), Ernst Hermann (1937), Ilse Hirsch geb. Vöhl (1904), David Homburger (1882), Liebmann Kahn (1855), Leopold Levy (1886), Sophie Levi geb. Löb (1886), Isidor Löwenstein (1882), Jettchen Lorsch (1872), Jenny Mayer geb. Voehl (1889 oder 1890), Lina Meyer geb. Chambre (1899), Minna Rosenthal geb. Voehl (1884), Rosa Simon (1878), Pauline Stern geb. Oppenheimer (1882), Rosa Stern geb. Aul (1895), Selma Strauss geb. Levy (1884), Gertrud Ullmann geb. Löwenstein (1908), Selma Urspringer geb. Bonheim (1879), Dora Voehl geb. Neu (1880), Julius Voehl (1886), Karl Voehl (1908), Meta Voehl geb. Fuld (1884), Recha (Rachel) Voehl geb. Joseph (1889 oder 1890), Samuel Voehl (1879).   
   
Auf einer im August 2010 aufgestellten Gedenktafel vor der ehemaligen Synagoge stehen die Namen von 35 Familien aus Gedern, deren Angehörige in der NS-Zeit aus Gedern vertrieben und teilweise nach den Deportationen ermordet wurden.    
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters (Kantor) 1878 / 1886 / 1887 / 1893 / 1903  
Hinweis: die Ausschreibungen in Gedern erfolgten im betreffenden Zeitraum immer ohne die Stelle eines Schochet, da für diese Tätigkeit von 1870 bis nach 1924 von Wolf Oppenheimer am Ort war (siehe Bericht unten).  

Gedern Israelit 20021878.jpg (36502 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Februar 1878: "Anzeige. Die israelitische Gemeinde zu Gedern (Hessen) beabsichtigt per 1. März dieses Jahres einen Kantor und Religionslehrer zu engagieren. Gehalt Mark 800. Bewerber wollen sich alsbald unter Anfügen ihrer Zeugnisse melden. Reisespesen werden vergütet. 
Der Vorstand: S. Simon. Löb Löb. Löb Voehl."   
 
Gedern Israelit 06101886.jpg (59958 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Oktober 1886: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers und Kantors vakant.  
Gehalt Mark 800-900 ohne Nebeneinkünfte und freie Wohnung.  
Bewerber, welche eine gute Tenorstimme und etwas musikalische Kenntnisse besitzen, wollen sich unter Anfügen der Abschriften ihrer Zeugnisse alsbald melden.  
Reisekosten werden nur Demjenigen vergütet, welcher die Stelle erhält.  
Gedern (Oberhessen), 26. September 1886. Der Vorstand S. Simon."  
  
Gedern Israelit 16061887.jpg (58572 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juni 1887: "In hiesiger Gemeinde wird die Stelle eines Kantors und Religionslehrers per 1. August dieses Jahres vakant. Gehalt Mark 850, freie Wohnung und Nebeneinkommen. Bewerber, welche im Besitze einer guten Tenorstimme und etwas musikalische Kenntnisse sind, wollen sich unter Hinzufügen der Abschriften ihrer Zeugnisse alsbald melden. 
Reisekosten werden nur Demjenigen vergütet, welcher die Stelle erhält.   
Gedern (Oberhessen), 5. Juni 1878. Der Vorstand S. Simon."  
  
Gedern Israelit 19101893.jpg (46865 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1893: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Vorbeters und Religionslehrers zu besetzen. Bewerber, welche über eine gute Baritons-Stimme verfügen, wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse bei dem unterzeichneten Vorstand melden.   Fixer Gehalt Mark 850.- und Nebeneinkünfte, sowie freie Wohnung.  Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Gedern. Loeb Voehl."   
 
Gedern FrfIsrFambl 28081903.jpg (26143 Byte)Ausschreibung der Stelle im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. August 1903: "Gedern (Oberhessen). Religionslehrer und Vorbeter per bald. Gehalt 1.100 Mark, sowie freie Wohnung und Nebenverdienste. 
Meldungen dem Vorsteher, Herrn Maier Voehl, einzureichen."     

        
Lehrer J. Nußbaum sammelt Spenden für Wolf Plaut aus Wehrda (1880)  

Gedern AZJ 22061880.jpg (76225 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Juni 1880: "Wolf Plaut aus Wehrda
Familienvater von sechs kleinen Kindern, ein sehr strebsamer und gutherziger Mann, ist leider in Folge seines guten Gemüts so in Rückstand gekommen, dass er kein Brot über Nacht hat und befürchten muss, dass sein Wohnhaus zum Verkauf kommt, wenn nicht Hilfe von mildtätigen Herzen herbeiströmt. Der Bruder des Genannten, welcher der eigentliche Geschäftsmann war, ist im vorigen Jahr meuchelmörderisch ums Leben gekommen. Mit seinen Außenständen hat er noch sein gutes Geld verloren und so hat das Schicksal ihn stets verfolgt.  
Es ergeht deshalb an alle Glaubensgenossen und Mitleidsvollen die ergebene Bitte, diesem Aufruf Gehör schenken zu wollen, da die Not in Wirklichkeit weit größer ist, als man sie schildern kann. Der Unterzeichnete ist gern bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.   
Gedern
(Oberhessen), im Juni 1880. J. Nußbaum, Lehrer."  

   
Berichte zu Lehrer Adolf Bauer (siehe auch bei Ober-Seemen
Anmerkung: Lehrer Adolf Bauer betreute auch die jüdische Gemeinde in Ober-Seemen. Dort wird er im Zusammenhang mit der Erteilung des Religionsunterrichtes und in Berichten zu Beisetzungen von Gemeindegliedern erwähnt.  
   
Lehrer Adolf Bauer erhält die Rechte eines Volksschullehrers (1915)  

Gedern Israelit 16091915.jpg (45927 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1915: "Aus Hessen. Die hessische Regierung hat in der jüngsten Zeit wieder zwei jüdischen Religionslehrern die Rechte eines Volksschullehrers verliehen, so Herrn Kollegen Halle in Erfelden (Starkenburg) und vor einigen Tagen Herrn Kollegen Bauer in Gedern (Oberhessen). Ist damit auch der großen Menge der Religionslehrer nicht geholfen, so hat immerhin die Regierung ihren guten Willen gezeigt."  

   
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Adolf Bauer (1928)    

Gedern Israelit 13091928.jpg (39334 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1928: "Gedern, 2. September (1928). Am 8. September dieses Jahres kann Herr Adolf Bauer auf eine 25-jährige Tätigkeit als Lehrer und Vorbeter in hiesiger Gemeinde zurückblicken. Ein aufrechter Jehudi und gewissenhafter Lehrer, erfreut sich der Jubilar sowohl innerhalb seiner Gemeinde als auch bei seinen andersgläubigen Mitbürgern größter Beliebtheit und Hochachtung."  
  
Gedern Israelit 25101928.jpg (54896 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1928: "Vor einigen Wochen konnte, wie bereits im Hauptblatte des 'Israelit' zu lesen war, Herr Lehrer Adolf Bauer in Gedern unter großer Anteilnahme sein 25-jähriges Dienst- und Ortsjubiläum begehen. Wir entbieten ihm die herzlichsten Glückwünsche des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer. Möge es dem tapferen Kollegen vergönnt sein, in unverminderter Schaffensfreude weiter zu arbeiten im Dienste seiner Gemeinde und zum Segen des Judentums".   
 
Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 21. September 1928: "Am 8. September dieses Jahrs beging das langjährige Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe Gedern, Herr Kantor Adolf Bauer, sein 25-jähriges Jubiläum als Religionslehrer und Vorbeter unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde. Wir gratulieren dem Jubilar und wünschen ihm weiteres segensreiches Wirken."     
 
Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 21. September 1928: "Gedern. (Jubiläum). Hier hat der Lehrer und Kantor der Gemeinde, Herr A. Bauer, unter lebhafter Anteilnahme der Mitglieder und andersgläubiger Ortsbewohner, deren Sympathien sich der Jubilar in hohem Maße erfreut, sein 25-jähriges Ortsjubiläum feiern können."     

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zur Goldenen Hochzeit des Ehepaares M. Kahn (1904)  

Gedern FrfIsrFambl 05081904.jpg (48421 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. August 1904: "Aus Oberhessen. Am 24. August dieses Jahres feiert das M. Kahn'sche Ehepaar in Gedern das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar befindet sich im 79., die Jubilarin, eine gebürtige Aul, im 76. Jahre. Beide sind trotz des hohen Alters noch recht rüstig. Vor mehreren Jahren bekleidete Herr Kahn noch das Amt eines 1. Vorstehers in genannter Gemeinde; er hat es verstanden, die Interessen der Gemeinde nach allen Richtungen hin zu fördern. Auch an der Erbauung der neuen Synagoge hat er mitgewirkt."  

 
70. Geburtstag des Schächters Wolf Oppenheimer (1920)  

Gedern Israelit 29071920.jpg (18322 Byte)Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli 1920: "Gedern, 21. Juli (1920). Herr Wolf Oppenheimer begeht am 20. dieses Monats seinen 70-jährigen Geburtstag und zugleich sein 50-jähriges Jubiläum als Schächter."  

 
Zum Tod der Frau des Gemeindevorstehers Leopold Vohl und seiner Mutter Betti Vöhl (1935)  

Gedern Israelit 31011935.jpg (104096 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1935: "Gedern, 27. Januar (1935). Sonntag, 25. November und Sonntag, den 9. Dezember waren für unsere Gemeinde Tage schwerer Trauer. Am 25. November trug man die Gattin unseres hochverehrten Vorstehers, Herr Leopold Vöhl, zu Grabe. Welch große Verehrung die Entschlafene bei allen Einwohnern des Ortes genoss, davon zeugte auch die große Anteilnahme der nichtjüdischen Bevölkerung. Das große Ansehen gründete sich auf ein jüdisches und eine jüdische, im Boden der Tora wurzelnde Gesinnung. Wo es galt, Not zu lindern, wo Krankheiten waren, fand man sie mit Rat und Tat. Herr Lehrer Bauer rühmte in seiner Traueransprache die großen Verdienste und vielen guten Eigenschaften der Heimgegangenen. - Am 9. Dezember, 14 Tage später, zog erneut Trauer in das Vöhl'sche Haus. Nach kurzem, schweren Krankenlager war Frau Betti Vöhl, die Mutter des Herrn Leopold Vöhl, im hohen Alter von 80 Jahren gestorben. Unter großer Beteiligung wurde sie zu Grabe getragen. Mit ihr ist eine gute, jüdische Frau dahingegangen. Ihr inniges Gottvertrauen hielt sie in allen Lagen des Lebens hoch. Am Grabe musste wegen Chanukka jede Klage unterbleiben. Nur in kurzen, liebevollen Worten nahm Herr Lehrer Bauer Abschied von der edlen Frau. Möge das Verdienst der Entschlafenen den Hinterbliebenen beistehen und ihnen zum Troste sein."   

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen       
Anzeigen des Manufakturwaren-Geschäftes Jos. Vöhl's Nachfolger (Firma S. Rothenberger; 1890 / 1900 / 1901) 

Gedern Israelit 23101890.jpg (43965 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Oktober 1890: "Für mein Manufakturwaren-Geschäft suche zum baldmöglichsten Eintritt noch 2 tüchtige Detailreisende, sowie 1 Lehrling
Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. 
S. Rothenberger, Firma: Jos. Vöhls Nachfolger, Gedern (Oberhessen)." 
   
Gedern Israelit 19111900.jpg (43099 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1900: "Für mein Manufaktur-Warengeschäft suche zum baldigen Eintritt eventuell per 1. Januar 
zwei tüchtige Verkäufer 
für eingeführte Detail-Reisetouren. Stellung dauernd und angenehm. Samstags und israelitische Feiertage geschlossen.
Jos. Vöhl's Nachfolger, Gedern in Oberhessen."    
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1901: "Für mein Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäft suche zum baldigen Eintritt einen tüchtigen Verkäufer als 
Detail-Reisenden 
für gute, eingeführte Touren. Samstags und israelitische Feiertage geschlossen.  
Jos. Vöhls's Nachfolger, Inhaber: S. Rothenberger, 
Gedern in Oberhessen."

         
Lehrlingsgesuch des Uhrmachers M. Homburger (1891)  

Gedern Israelit 07051891.jpg (48640 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1891: "Lehrlings-Gesuch! 
Ein Sohn achtbarer Eltern, mit guter Schulbildung, welcher Lust hat, die Uhrmacherkunst zu erlernen, kann in die Lehre treten. Demselben ist Gelegenheit geboten, auch das Gold-, Silber- und optische Fach zu erlernen. 
M. Homburger, Gedern (Oberhessen). 
!Samstags und Feiertage geschlossen!"    

    
Werbeanzeige der Bau- und Kunstschlosserei J. Löwenstein (1908)

Gedern Israelit 12031908.jpg (68178 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. März 1908: 
"Schabbos-Lampen 
wie nebenstehendes Muster, genau nach altem Stil aus Messing, stets vorrätig empfiehlt 
J. Löwenstein
, Bau und Kunstschlosserei  
Gedern (Hessen)  
Reparaturwerkstätte für sämtliche Schlosserarbeit. 
Übernahme von Kunst- und Bauschlosserarbeiten."     

    
Schuhmacher Leopold Levi sucht einen Gesellen (1918)

Gedern FrfIsrFambl 06121918.jpg (33042 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. Dezember 1918: "Ein tüchtiger Schuhmachergeselle (Israelit) gesucht. Samstag geschlossen. Kost und Logis im Hause. 
Leopold Levi in Gedern, Oberhessen."      

      
S. Mayer sucht eine Stelle für seine Tochter (1936)   

Gedern FrfIsrFambl 17111905.jpg (43284 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. November 1936: "Suche für meine Tochter, 17 Jahre alt, Stellung als Stütze , wo sie sich auch im Geschäft nützlich machen kann, bei familiärer Behandlung. Dieselbe war schon 2 Jahre in Besserte Haushalt tätig war. Ausführliche Offerten erbitte an S. Mayer, Gedern."       

    
    
Bericht über die Pogrome/Terroraktionen des Jahres 1933 in Gedern 

Zitat aus dem "Heimatgeschichtlichen Wegweiser" s. Lit.  S. 321-322: "Am Abend des 13. März 1933 hatte sich die SA Gederns, begleitet von einer ständig wachsenden Menschenmenge, am üblichen Antreteplatz auf dem Schlossberg versammelt. Man wollte die neue Macht "den Juden" zeigen. Erstes Ziel war Berthold Simon, Inhaber eines Lederwarengeschäftes, Hauptstraße 61. Er wurde auf offener Straße mit Fäusten und einer Motorradkette geprügelt, bis er blutüberströmt zusammenbrach. Daraufhin verschaffte die Menge sich Zutritt in das Haus von Julius Blumenthal, Hauptstraße 88, und schlug auf die dort Anwesenden, darunter den fast 80-jährigen Gabriel Blumenthal, ein. Danach ging es zum Eisenwarenhändler Max Meier, Hauptstraße 67 und zur Familie Vöhl, Hauptstraße 52. Unter den anfeiernden Rufen der schaulustigen und selbst aktiven Menge und dem Befehl des örtlichen SA-Führers 'Nicht schlapp machen!' überfiel die Schlägerbande die Familien Max und Julius Rothenberger, Hauptstraße 80, die Familie des Möbelhändlers Max Oppenheimer, Hauptstraße 7, und des Uhrmachers Michael Homburger, Hauptstraße 9. Schließlich zog man zur Mühlstraße 14, wo der Viehhändler Hermann Frank wohnte, und zur Schulstraße 10, der Viehhandlung von Hermann Rosenthal. Die drei letzten Opfer waren Ludwig und Julius Samuel, Untergasse 5, und Sally Löb, Mühlstraße 15. In den Gerichtsakten eines Nachkriegsprozesses vor dem LG Gießen im April 1949 ist ausdrücklich festgehalten, dass die Schreie der Misshandelten weithin zu hören waren. Nur von einer jüdischen Familie ist bekannt, dass sie bei christlichen Nachbarn Schutz fand. Gustav Blumenthal, seine Frau Emma und die Kinder Werner und Trude verbrachten diese Pogromnacht in einem Dickwurzkeller.  
Die zweite Terroraktion fand am Abend des 26. September 1933 statt. In jenen Tagen befanden sich an den Bäumen der Straße nach Hartmannshain noch Wahlparolen der Eisernen Front aus dem letzten Wahlkampf. Die SA plante nun eine Säuberungsaktion, die von jüdischen Männern durchgeführt werden musste. Sie befahl Gustav Blumenthal, Julius Rothenberger, Julius Samuel und Siegfried Stein, sich mit Eimer und Schrubber am Ortsbrunnen einzufinden, wo schon eine große Menge Zuschauer .- etwa 100-200 Ortsansässige - wartete. Bereits auf dem Weg zum Schottener Kreuz wurden die vier Männer mehrfach geschlagen. Am Ort angekommen, teilte die SA jedes der Opfer einer Gruppe von 'Bewachern' zu, die zum Teil mit geschwärzten Gesichtern, während des Abwaschens der Wahlparolen auf die vier Juden einschlugen. Anschließend ließ man sie 'strafexerzieren'."

    
    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge  
      
Zunächst war ein Betraum oder eine erste Synagoge vorhanden. 
  
1866 wurde eine neue Synagoge erbaut. Erstellt wurde ein zweigeschossiger Massivbau. Der Schaugiebel zur Hauptstraße war von zwei Lisenen, die vom Sockel aufsteigend im Giebeldreieck mündeten, und von den dazwischen liegenden Fenstern mit Rundbögen gegliedert. Der Straßengiebel war unverputzt und trug auf der Spitze die Gebotstafeln. Das Synagogengebäude umfasste auch einen Schulraum, die Lehrerwohnung und im Gewölbekeller das rituelle Tauchbad (Mikwe).    

Um die Zeit der Synagogeneinweihung wurde auch ein Synagogen-Männerchor gegründet. 1903 war ein Umbau beziehungsweise eine Reparatur des Gebäudes notwendig. 
       
Fürstlicher Besuch in der Synagoge (1908)

Gedern FrfIsrFambl 07081908.jpg (60831 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 7. August 1908: "Gedern (Oberhessen). Vergangenen Samstag hatte unsere Synagoge fürstlichen Besuch. 
Die hier zurzeit weilende fürstliche Familie Stolberg-Wernigerode wohnte nämlich dem Morgengottesdienste von Anfang bis Ende bei. Mit lebhaftem Interesse folgten die Herrschaften den gesanglichen Vorträgen der üblichen Gebete, sowie den Gesängen des hier schon fast 50 Jahre bestehenden Männerchores. Beim Verlassen des Gotteshauses sprachen sie wiederholt ihre hohe Befriedigung über die empfundenen Eindrücke aus."   

1926 konnte in Anwesenheit des Provinzialrabbiners Dr. Hirschfeld (Gießen) das 60-jährige Bestehen der Synagoge gefeiert werden, worüber ein Bericht vorliegt:    
  
Feier zum 60-jährigen Bestehen der Synagoge (1926)

Gedern Israelit 11111926.jpg (84774 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. November 1926: "Gedern, 1. November (1926). Am Schabbat Lech Lecha (d.i. der Schabbat mit der Toralesung Lech Lecha = 1. Mose 12,1 - 17,27; das war am 16. Oktober 1926) feierte die hiesige Synagogengemeinde den Tag der 60-jährigen Wiederkehr der Einweihung ihres Gotteshauses. In der festlich geschmückten Synagoge sprach Freitag Abend Herr Lehrer Bauer zu seiner Gemeinde, während am Schabbat-Morgen Herr Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen, in sehr zu Herzen gehender Predigt auf die Bedeutung des Tages hinwies und auf die wechselseitigen Beziehungen von Synagoge und Haus aufmerksam machte. Die Feier wurde von mehreren Gesangsvorträgen des Synagogen-Männerchors umrahmt. Letzterer wurde bei Einweihung der Synagoge gegründet und wirkt seit dieser Zeit ununterbrochen."   

Nur noch etwa 10 weitere Jahre war die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Gedern. 1937 wurde das Gebäude an die Stadt verkauft und entging daher einer Zerstörung beim Novemberpogrom 1938. 
  
Nach 1945 wurde das Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut. Im Erdgeschoss wurde ein Café eingerichtet.    
        
        
Adresse/Standort der Synagoge           Lauterbacher Straße (frühere Hauptstraße)  78        
     
     
Fotos
(Quelle: Altaras s. Lit. 1988 S. 186) 

Historische Ansicht der Hauptstraße 
(jetzt Lauterbacher Straße) 
mit der Synagoge
Gedern Synagoge 110.jpg (33220 Byte)    
   Erkennbar ist die noch 
unverputzte Giebelseite
   
          
Das Synagogengebäude 
nach 1945 (Foto von 1984)
Gedern Synagoge 120.jpg (85914 Byte)   
    Das bis zur Unkenntlichkeit zu einem
 Wohnhaus und Café umgebaute 
ehemalige Synagogengebäude 
   
        
  Aktuelle Fotos werden noch ergänzt  

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Mai 2010: Eine Gedenktafel wird im August an der Synagoge enthüllt      
Artikel im "Kreis-Anzeiger" vom 29. Mai 2010 (Artikel): "Gedenktafel wird am 8. August enthüllt.
GEDERN. Stadtverordnetenversammlung hebt Sperrvermerk auf

(wk). Am 8. August werden die Kirchengemeinden und die Stadt Gedern eine Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge in der Lauterbacher Straße enthüllen. Dazu werden auch jüdische Zeitzeugen erwartet, die davon berichten werden, wie sie unter den Nazis gelitten haben und mit ihren Familien in Konzentrationslager verschleppt wurden. 
30 jüdische Familien mit 131 Angehörigen seien in Gedern während des Dritten Reichs Opfer der Gräueltaten gewesen, berichtete Stefan Betz während der Debatte darüber, wo die Gedenktafel angebracht werden solle..."    
    
August 2010: Berichte zu Enthüllung der Gedenktafel    
Artikel im "Kreis-Anzeiger" vom 6. August 2010 (Artikel): "Gedenktafel wird am Sonntag in Gedern enthüllt.
GEDERN. Bereits am Vorabend Vortrag im evangelischen Gemeindehaus. 

(jub). Als die Witwe Dora Vöhl am 1. Juli 1937 Gedern verlassen hatte, galt die Stadt als 'judenfrei', wie es in der Sprache des Nationalsozialismus hieß. Eine wenige Jahre zuvor noch blühende jüdische Gemeinde, die fünftgrößte in der Wetterau, war unwiederbringlich erloschen. Nun, 73 Jahre später, wird mit dem Aufstellen einer Gedenktafel vor der ehemaligen Synagoge in der Lauterbacher Straße endlich eine schmerzhafte Lücke im kollektiven Erinnern geschlossen...". 
   
Artikel im "Kreis-Anzeiger" vom 10. August 2010 (Artikel): "'Gedenktafel gibt stummes Zeugnis von ihrer Existenz'
GEDERN
(jub). 'Die von den Nationalsozialisten ermordeten und vertriebenen Juden haben niemanden, der sich an sie erinnert. Damit wenigstens ihre Namen nicht vergessen werden, geben Gedenktafeln ein stummes Zeugnis von ihrer Existenz', sagte Manfred de Vries, stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, als am Sonntagnachmittag vor der ehemaligen Synagoge in der Lauterbacher Straße unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Gedenktafel mit 35 Familiennamen enthüllt wurde. Spät, sehr spät - 73 Jahre, nachdem die jüdische Gemeinde ausgelöscht worden war - erinnert die Stadt Gedern nun endlich an jene 131 Frauen, Männer und Kinder jüdischen Glaubens, die zwischen 1933 und 1937 Gedern verlassen mussten. Viele von ihnen gingen in den sicheren Tod...."   
   

   

        
Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Gedern  
Website der Stadt Gedern zum 1225-jährigen Jubiläum 2006  
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Gedern   

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Gedern 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Gedern sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,350  Auszug aus dem Sterberegister der Juden von Geldern  1689 - 1875; enthält auch Ranstadt; darin auch: Verzeichnis der jüdischen Schutzgeldzahler in Gedern 1806 - 1809  
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1462957    

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 237-239.    
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. S. 186 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 150.    
dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007 S. 382-383. 
Thomas W. Lummitsch: Jüdisches Leben in Gedern. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Gedern. 231 S. 1991.   
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 321-322. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 118-120.  
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Gedern   
Wertheimer Mathilde Lit 005.jpg (59674 Byte) Mathilda Wertheim Stein: The Way it Was: The Jewish World of Rural Hesse. 427 pages. FrederickMax Publications 2000. ISBN 978 0 967 3282 01. 
Weitere Informationen: siehe eingestellte pdf-Datei mit Bestellmöglichkeit über www.israeled.org bzw. http://www.amazon.com/The-way-was-Jewish-world/dp/0967328209   
In diesem Buch wird u.a. über die Terroraktionen/Pogrome 1933 in Gedern berichtet (Kap. 12). 

   
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Gedern Hesse.  Established before 1700, the community numbered 183 (9 % of the total) in 1861. The Jews primarily earning their living as livestock dealers, were religiously Liberal but affiliated with the Orthodox rabbinate of Giessen. From 13 March 1933, the Nazi boycott and vicious assaults drove Jews to leave the town. As a result of severe persecution, none remained by April 1937; 15 emigrated and 105 moved to other parts of Germany.   
   
     

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

                  

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 04. März 2017