Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Markt Giebelstadt (Kreis Würzburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Überblick:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Pläne / Fotos 
Aus der Geschichte der Familie Mannheimer 
Links / Literatur  

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
    
In Giebelstadt bestand eine jüdische Gemeinde bis 1941. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1757 stellte der Lehrer in Aub beziehungsweise in Fürth Arje ben Mosche Baiersdorf ein Memorbuch für Giebelstadt fertig. 
  
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden auf insgesamt 20 Matrikelstellen in Giebelstadt 20 Matrikeln die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit bereits neuem Familiennamen): Seligmann Mayer, Nathan Krämer, Löb Feiffer, Seligmann Kahn, Samuel Bloch, Wolf Kuhn, Moses Straus, Mayer Kuhn, Salomon Groß, Baruch Groß, Seligmann Mayer, Hirsch Mayer, Marx Groß, Seligmann Krämer, Menlein Pfeiffer, Raphael Schmitt, Löb Kuhn, Abraham Rosenbusch und Aron Sommer. Nicht in die Matrikel wurden aufgenommen Mendlein (Menke) Sommer (Viktors Witwe) und Löb Pfeifer. 
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl jüdischer Einwohner wie folgt: 1814 103 jüdische Einwohner (17,3 % von insgesamt 597), 1867 72 (10,2 % von 706), 1880 58 (7,5 % von 774), 1900 48 (6,3 % von 765), 1910 42 (5,1 % von 824).

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Allersheim beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter wirkte. An Namen sind bekannt: bis 1866 Lehrer Maier Mayer (siehe unten), ab 1867 Lehrer Asser Stein (siehe unten). 

Im Krieg 1870/71 starb aus der jüdischen Gemeinde Hirsch Neumann (siehe Bericht unten). Im Ersten Weltkrieg fiel Siegbert Heinemann (geb. 20.4.1895 in Höchberg, gef. 2.10.1917). Sein Name steht auf dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Weltkriege aus Giebelstadt im Friedhof des Ortes an der Flugplatzstraße. Außerdem ist gefallen: Unteroffizier Benjamin Schloß (geb. 28.9.1889 in Giebelstadt, vor 1914 in Mönchsroth wohnhaft, gef. 22.9.1914).   
       
Die jüdischen Einwohner waren bis 1933 in das Gemeindeleben völlig integriert. Sie waren Mitglieder in den örtlichen Vereinen und der Feuerwehr und wirkten auch bei den Florian-Geyer-Festspielen mit (Freilichtspiele in Giebelstadt seit 1925). Um 1930 war Samson Heinemann Gemeindeschreiber und -kassier. Jüdischen Einwohnern gehörten mehrere für das wirtschaftliche Leben des Dorfes wichtige Gewerbebetriebe: Eisenwarenhandel der Familie Solinger, Viehhandlunge3n Otto Mannheimer und Max Pfeuffer sowie Schnitt-, Kolonial- und Gemischtwarengeschäfte.   
   
Um 1924
, als zur jüdischen Gemeinde noch 48 Personen gehörten (in 10 Familien, 6,85 % von insgesamt ca. 700 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Max Pfeuffer und Rudolf Schmidt. Den Religionsunterricht der damals vier (1932: drei) schulpflichtigen jüdischen Kinder erteilte Lehrer Julius Bravmann aus Gaukönigshofen. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Kitzingen (ab 1937 Distriktsrabbiner Würzburg). 1932 waren die Vorsteher weiterhin Max Pfeuffer (1. Vors.) und Rudolf Schmidt (Schatzmeister). Damals gab es 44 jüdische Gemeindeglieder (von 810 Einwohnern).
    
1933 lebten noch 38 jüdische Personen am Ort. Infolge des einsetzenden wirtschaftlichen Boykotts verarmten die jüdischen Familien, sodass im April 1937 ein Drittel der Gemeindemitglieder unterstützungsbedürftig war. Beim Novemberpogrom 1938 wurden Wohnungen der jüdischen Familien von SS- und SA-Männern aus dem benachbarten Goßmannsdorf am Main überfallen. Der Hausrat einer der Wohnungen wurde zerstört. In einem Lebensmittelgeschäft wurden die Waren vernichtet. Ein jüdischer Einwohner wurde schwer verprügelt, ein anderer festgenommen, ein dritter auf einem Lastauto zur Schau durch die Nachbarorte gefahren. Bis 1941 konnten 16 der jüdischen Einwohner emigrieren (sechs nach Palästina, auch der Gemeindevorsteher Max Pfeiffer war vom örtlichen NS-Funktionär. einem ehemaligen Schulkameraden zur Auswanderung gedrängt worden; fünf nach Argentinien, vier in die USA, einer in die Schweiz), neun sind nach Würzburg verzogen, zwei in andere deutsche Städte. Am 21. März 1942 wurden die letzten fünf jüdischen Einwohner über Kitzingen und Würzburg nach Izbica bei Lublin deportiert. 
  
Von den in Giebelstadt geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", ergänzt durch Angaben bei Reiner Strätz: Biographisches Handbuch Würzburger Juden [zu Fam. Pollack S. 442-443]): Berthold Baumann (1934), Hedwig Baumann geb. Heinemann (1901), Leo Baumann (1906), Meta Erlanger geb. Gross (1860), Henriette Krämer (1864), Ida (Jette) Mannheimer geb. Neumann (1878), Sally (Sali) Mannheimer (1926), Erna Mayer geb. Schmidt (1893), Karl Günther Pollak (1926), Klara Pollak geb. Günther (1889), Manfred Pollak (1928), Margot Pollak (1929), Selma Pollak (1887), Betty Schmidt geb. Weinmann (1897), Rudolf Schmidt (1892), Rosa Schwarzenberger geb. Schmidt (1889), Adolf Stern (1880), Sofie Wannbacher geb. Schmidt (1888), Flora Wilmersdörfer geb. Schmidt (1885).      
  
Von den früheren jüdischen Einwohnern kamen nach 1945 Leopold Pollak und Otto Mannheimer wieder zurück. Pollak verließ Giebelstadt alsbald wieder, Otto Mannheimer blieb bis zu seinem Tod 1967 am Ort. Er wurde in Allersheim beigesetzt (siehe Geschichte zur Familie Mannheimer unten).  
  
Nach 1945 lebten vorübergehend nochmals zahlreiche jüdische Personen am Ort. Als das noch mit 1.700 jüdischen Displaced Persons (darunter 600 Kinder) belegte DP-Camp im oberpfälzischen Vilseck im Frühjahr 1948 geschlossen werden sollte, wurden sie ab April 1948 in ein in Giebelstadt aufgebautes DP-Camp übergesiedelt. Das 'Jüdische Komitee Giebelstadt" unterhielt u.a. eine Synagoge, einen Kindergarten, einen Theatersaal, eine Berufsschule sowie eine Bibliothek. Vom Frühjahr 1948 bis Sommer 1949 lebten in Giebelstadt knapp 1.700 jüdische Männer, Frauen und Kinder und warteten auf die Übersiedlung nach Israel, Kanada, Australien oder in die USA.  Im Juli 1949 konnte das Lager Giebelstadt wieder aufgelöst werden. 
  
Zwischen 1948 und 1951 gab es in Würzburg Prozesse gegen 21 der an den Ausschreitungen beim Novemberpogrom Beteiligten. 13 wurden zu Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu einem Jahr und acht Monaten verurteilt.  
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde                  
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
Zum Tod von Lehrer Maier Mayer (1927 - um 1860 einige Jahre Lehrer in Giebelstadt, seit 1866 in Schnaittach)  

Schnaittach BayrGZ 07011927.jpg (129582 Byte)Artikel in der "Bayrischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. Januar 1927: "Personalien. In Themar, wo ihm kindliche Dankbarkeit und Liebe ein freundliches Heim geschaffen und einen sorgenfreien, heiteren Lebensabend bereitet hatten, verstarb am 24. November (18. Koslew) der Nestor und Mitbegründer unseres Vereins, Maier Mayer, im Alter von 86 Jahren und 7 Monaten. Er wurde am 22. April 1839 in Aschbach geboren, erhielt seine Ausbildung in Höchberg und Würzburg und wurde nach mehrjähriger Tätigkeit als Religionslehrer in Oberthulba und Giebelstadt in die damals noch blühende Gemeinde Schnaittach berufen, wo er nahezu ein halbes Jahrhundert in Schule und Gemeinde wirkte, bis er im Jahre 1914 in den wohlverdienten Ruhestand trat und nach Themar übersiedelte. Auch in dieser Gemeinde machte er sich besonders verdient, indem er in gottbegnadeter, körperlicher und geistiger Rüstigkeit in den Jahren 1916-1918, als sein Schwiegersohn, Lehrer Levinstein, zum Kriegsdienste eingerufen wurde, dessen anstrengenden Dienst versah. Noch als 86jähriges fungierte er am Rochhaschanah (Neujahr) und Jomkippur als Scheliach Zibbur (Vorbeter). Die hohe Verehrung und Liebe, die ihm aus allen Kreisen entgegengebracht wurde, fand noch besonderen Ausdruck, als er im Vorjahre mit seiner Gattin unter Teilnahme der ganzen Gemeinde, ohne Unterschied des Glaubens, der Vertreter aus seinem vieljährigen Wirkungsorte und der Behörden - der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden sei hierbei eigens genannt - das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern konnte. Bezirksrabbiner Dr. Weinberg in Neumarkt verlieh im anlässlich dieser Feier den Chower-Titel. Um den Heimgegangenen trauern mit der Gattin 10 Kinder, 7 Söhne und 3 Töchter. An seiner Bahre hielt der Schwiegersohn die Trauerrede, der älteste Sohn, Lehrer Moses Mayer, widmete dem Vater tief ergreifende Worte des Abschieds. Möge das Andenken des Zaddik zum Segen sein! Blumenthal, Neustadt a.d.A."  

      
Asser Stein wird Religionslehrer und Vorsänger in Giebelstadt (1867)
  
Anmerkung: Asser Stein wurde vermutlich direkter Nachfolger von Lehrer Maier Mayer (siehe oben)   

Anzeige im "Königlich Bayerischen Kreis-Amtsblatt von Unterfranken und Aschaffenburg" vom 23. November 1867: "Durch Regierungs-Entschließung vom 14. November 1867 ad Nr. 42344 ist die von der israelitischen Kultusgemeinde Giebelstadt, königliches Bezirksamt Ochsenfurt, beschlossene Übertragung ihrer Religionslehrer- und Vorsänger-Stelle an den israelitischen Religionslehrer Asser Stein in Oettershausen, königliches Bezirksamt Volkach, genehmigt worden".            

    
Schulamtsbewerber Justin Heinemann wechselt nach Scheinfeld (1936)    

Giebelstadt BayrIsrGZ 15091936.jpg (9251 Byte)Mitteilung in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. September 1936: "Schulamtsbewerber Justin Heinemann in Giebelstadt wurde nach Scheinfeld berufen."   

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
      
Rückblick: Esrogim-Mangel (1810)  
Anm.: bei einem Esrog (beziehungsweise Etrog) handelt es sich um eine Zitrusfrucht, die beim Sukkotfest (Laubhüttenfest) Verwendung findet; 
siehe Wikipedia-Artikel "Etrog"       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit": Esrogim-Mangel in alter Zeit. 
In dem mir vorliegenden Memorbuch der Gemeinde Giebelstadt in Unterfranken (hier aus dem Hebräischen übersetzt) berichtet ein Chronist: 'Zur Erinnerung! Im Jahre 571 der kleinen Zeitrechnung (d.i. 1810) hat die hiesige Gemeinde ihr Esrog, das einzige am Ort, für 20 Gulden rheinisch kaufen müssen. Die beiden Gemeinden Geroldshausen und Kirchheim kauften eines gemeinsam für zwei Karlin, ebenso Allersheim und Bütthard. Solche Esrogim wurden in wohlfeilen Zeiten leicht für 24 Kreuzer (= 72 Reichspfennig) gekauft. Vorbeter Lämmle b. Mhhr* Benjamin'. 
Was der Grund der Teuerung gewesen, wird nicht angegeben. Möglich, dass politische Hinderungsgründe in der damaligen Napoleonischen Zeit die Einfuhr erschwerten."
*Mhhr Abkürzung für: "unser Lehrer, der Chawer, Herr...", Bezeichnung für einen Gelehrten.     

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde           
Zum Soldatentod von Hirsch Neumann (1871)  

Nekrolog in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1871: "Giebelstadt, 14. Mai (1871). Auch hier hat der Krieg ein Opfer gefordert, indem der israelitische Soldat im 9. bayerischen Infanterie-Regiment, 4. Comp., Hirsch Neumann, der an der Ruhr erkrankt nach Hause kam, seinen Strapazen bei Wörth, bei den Gefechten vor Toul und als Vorposten vor Paris am 2. Mai erlegen. Seiner persönlichen Beliebtheit im Ort und bei seinen Waffengefährten gab sein Leichenbegängnis den entsprechenden Ausdruck; denn nicht nur eine unabsehbare Menschenmenge erwies ihm die letzte Ehre, sondern auch acht hiesige Soldaten im Waffenschmucke unter dem Kommando eines Offiziers gaben ihm eine Ehrensalve. Die Leichenrede hielt Herr Lehrer Stein in sehr erhebender und geistreicher Weise über Psalm 102 Vers 24.  Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  
Zum Tod von Seligmann Neumann (1911)   

Giebelstadt Israelit 24051911s.jpg (57200 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1911: "Giebelstadt, 1. Mai (1911). Am 23. April verschied in unserer Gemeinde Herr Seligmann Neumann, der es verdient, auch in diesen Blättern genannt zu werden. Er war mit all seinen anderen menschlichen Eigenschaften auch ein treuer Anhänger der Tora und der Wahrheit. Ihm ist es auch mit zu verdanken, dass in hiesiger Gemeinde wieder ein neues Beit HaKnesset (Synagoge) ersteht. Mit welcher Freude sah er die Verwirklichung dieses seines Lieblingswunsches entgegen! Leider sollte er die Bauvollendung dieses Gotteshauses nicht mehr erleben. 
Der Verblichene hatte sich infolge seines rechtlichen Handelns und seines bescheidenen Benehmens große Beliebtheit erworben. Das zeigte sich am besten bei seiner Beerdigung. Von nah und fern kamen Verwandte, Bekannte und Freunde herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erzeigen.   
Nicht nur seine Angehörigen, sondern auch die Gemeinde Giebelstadt wird ihn schmerzlich vermissen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens".    

  
Zum Tod von Clara Pfeuffer (1930)  

Giebelstadt Israelit 20031930.jpg (120602 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. März 1930: "Giebelstadt bei Würzburg, 16. März (1930). Am Heiligen Schabbat Mischpatim, Freitag, den 21. Februar (Datierung unklar, denn Schabbat Mischpatim war erst am 1. März 1930, Toralesung Mischpatim ist 2. Mose 21,1 - 24,18), ging Frau Clara Pfeuffer ein zur Ruhe des ewigen Lebens. Im 83. Lebensjahr, die älteste unserer Gemeinde, die zweitälteste Einwohnerin des Ortes, schied sie von uns. Ein Wahrzeichen aus der in jüdischer Beziehung wohl wirklich besseren, alten Zeit, ein Beispiel lebender Tradition ist mir ihr dahin gegangen. In ihrer Jugend war sie sieben Jahre im Hause des Großen in Israel, des alten Würzburger Raw, Rabbi Seligmann Bär Bamberger - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Das im Talmud oft gespendete Lob der ... traf vollkommen auf die Verblichene - sie ruhe in Frieden- zu - und der heilige Geist, der von diesem Geisteshelden ausstrahlte, beschattete das ganze Leben dieser edlen Frau. Selbstlos und bescheiden, von tiefer Gottesfurcht getragen, kannte sie als höchste Aufgabe nur Wohltätigkeit in des Wortes weitester Bedeutung und wenn sie den Gewinn hatte, alle ihre Kinder zu selten braven frommen Juden heranwachsen zu sehen, so führte sie selbst dieses immer wieder vor allem auf das Verdienst des alten Würzburger Raw - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - zurück, dessen Lebensmaximen sie stets zu verwirklichen sich bemühte. - Wohl die gesamte Einwohnerschaft Giebelstadts, eine große Zahl auswärtiger Freunde und Verehrer folgten der Bahre dieser wackeren Frau - sie ruhe in Frieden - und in beredten Worten nahmen Herr Rabbiner Dr. Wohlgemuth, Kitzingen und Herr Lehrer Bravmann, Gaukönigshofen, Abschied von dieser edlen Matrone. 
Den Kindern, Enkeln und Urenkeln möge ihr Verdienst beistehen, in ihrem Sinne weiter zu leben und weiter zu wirken. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

   
80. Geburtstag von Babette Neumann (1931)  

Giebelstadt BayrGZ 01091931.jpg (12841 Byte)Meldung in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. September 1931: "Israelitische Kultusgemeinde Giebelstadt. Die Witwe Babette Neumann von hier kann am 12. September dieses Jahres ihren 80. Geburtstag feiern."   

      
Zum 80. Geburtstag des langjährigen Kultusvorstandes der Gemeinde Hirsch Schmidt (1933)    

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. März 1933: "80. Geburtstag. Herr Hirsch Schmidt in Giebelstadt bei Würzburg, früher langjähriger Kultusvorstand der Gemeinde Giebelstadt, und dessen Zwillingsschwester Frau Karoline Grünebaum in Kleinwallstadt bei Aschaffenburg konnten am Samstag, den 11. Februar 1933, gemeinsam in voller Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag feiern."

  
Zum Tod des Sohnes des Kultusvorstandes Max Pfeuffer (1935)

Giebelstadt Israelit 21031935.jpg (56290 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1935: "Giebelstadt, 10. März (1935). Von einem schweren Schicksalsschlag wurde die Familie unseres Kultusvorstandes, Max Pfeuffer, heimgesucht. Innerhalb weniger Tage wurde deren jüngster hoffnungsvoller Sohn hingerafft. Die allgemeine Teilnahme wendet sich der beliebten Familie zu und aus Nah und Fern gaben Freunde und Bekannte dem Kinde das letzte Geleite. Am Grabe fand Herr Lehrer Kahn, Gaukönigshofen Worte des Trostes, indem er schilderte, wie dieses Kind bereits weit über sein Alter hinaus die ernste Lebensauffassung eines guten Jehudi zu erkennen gab. Möge der Heilige - gepriesen sei er den Eltern und Geschwistern seinen Trost senden. S.H."

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen             
Max Heinemann sucht eine Lehrstelle für seinen Sohn (1908)      

Giebelstadt Israelit 16011908.jpg (31792 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1908: 
"Suche für meinen Sohn pr. Mitte Mai dieses Jahres eine 
Lehrstelle
in einem feinen 
Schneidergeschäfte
, welches Samstag und Feiertage geschlossen ist. 
Max Heinemann
Giebelstadt (Bayern)."  

     
Verlobungsanzeige von Pauline Pfeuffer und Moritz Katz (Giebelstadt / Gersfeld) (1911)  

Giebelstadt Israelit 05101911.jpg (18228 Byte)Die Anzeige erschien in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1911
Pauline Pfeuffer - Moritz Katzmann. Verlobte  
Giebelstadt, Bayern.   Gersfeld, Rhön".     

   
Verlobungsanzeige von Ella Krämer und Heinrich Heinemann (1923)    

Giebelstadt Israelit 06121923.jpg (48801 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Dezember 1923: "Frau Lina Krämer, Giebelstadt bei Würzburg  und Herr und Frau Lehrer Heinemann in Berlin beehren sich, die Verlobung ihrer Kinder Ella und Heinrich anzuzeigen.    
Ella Krämer - Heinrich Heinemann
-  Verlobte  - Giebelstadt bei Würzburg, Berlin Schöneberg, Eberstr. 13.  Chanuka 5684." 

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge             
    
Zunächst war ein Betsaal vorhanden. 1799 wurde eine erste Synagoge erstellt. Über einhundert Jahre diente sie als religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde in Giebelstadt. Anfang des 20. Jahrhunderts war sie in sehr schlechtem baulichem Zustand und musste 1908 wegen Baufälligkeit geschlossen werden. 

1911
ließ die Gemeinde durch die Gebrüder Johann und Roman Scheckenbach aus Giebelstadt, die als Baumeister gemeinsam ein Zimmereigeschäft führten, die Pläne für eine neue Synagoge zeichnen. Noch in diesem Jahr wurde das Gebäude erbaut. Im Nachruf auf Seligmann Neumann, der am 23. April 1911 verstarb (siehe oben), wird davon berichtet, dass die neue Synagoge derzeit "ersteht", aber der Verstorbene die Bauvollendung nicht mehr erleben konnte. Vorsteher der jüdischen Gemeinde war zur Zeit des Synagogenbaus Hirsch Schmidt.  

Die Einweihung der Synagoge war am 31. August 1911 durch Distriktsrabbiner Bamberger aus Würzburg, der gerade Vakaturvertretung des nicht besetzten Distriktsrabbinates Kitzingen hatte. Über die Feier liegen folgende Berichte vor: 

Giebelstadt Israelit 21091911.jpg (119305 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1911: "Giebelstadt (Unterfranken), 10. September. Vor einigen Tagen wurde in unserer kleinen Gemeinde ein seltenes Fest gefeiert. Ungefähr 3 Jahre sind es her, dass unsere Synagoge wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Mit vieler Mühe und großen Opfern ist es uns gelungen, eine entsprechende neue Synagoge zu bauen, welche am 31. August in würdiger Weise eingeweiht wurde. Die politische Gemeinde nahm regen Anteil daran, indem die Einwohner ihre Häuser beflaggte und sich sowohl beim Zuge als auch in der Synagoge mit ihren jüdischen Mitbürgern vereinigten. Vor dem Tore der Synagoge trug die Tochter des Vorstandes, Frl. Schmidt, einen Prolog vor und überreichte den Synagogenschlüssel dem Bürgermeister; derselbe hielt eine Ansprache, in der er den Opfersinn der Gemeinde lobte und übergab den Synagogenschlüssel Herrn Distrikts-Rabbiner Bamberger aus Würzburg, Verweser des Rabbinats Kitzingen. Nach den üblichen Umzügen der Torarollen und nachdem Herr Vorstand Schmidt die Anwesenden begrüßt hatte, hielt Herr Rabbiner Bamberger die Einweihungsrede, die zu Herzen aller Anwesenden ging. Vom Gotteshause aus bewegte sich die ganze Festversammlung unter Musikbegleitung in ein Gasthaus zur geselligen Unterhaltung. Alle Anwesende, worunter viele Fremde aus nah und fern sich befanden, waren sehr befriedigt von der außerordentlich gelungenen Feier." 
  
Giebelstadt Israelit 15091911.jpg (154884 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. September 1911: "Giebelstadt (Unterfranken). Vor einigen Tagen wurde in unserer kleinen Gemeinde die neue Synagoge eingeweiht. Die politische Gemeinde nahm regen Anteil an diesem Feste, indem die Einwohner ihre Häuser beflaggten und sich sowohl beim Zuge als auch in der Synagoge mit ihren israelitischen Mitbürgern vereinigten. Der Festzug bewegte sich vom Hause des Kultusvorstandes, H. Schmidt, mit Vorantritt der Musik zur Synagoge. Dort angelangt, trug die Tochter des Vorstandes ein Gedicht vor und überreichte den Synagogenschlüssel dem Bürgermeister, der nach einer Ansprache den Schlüssel dem Distriktsrabbiner Bamberger - Würzburg, Verweser des Rabbinats Kitzingen, übergab. Dieser erwiderte dem Herrn Bürgermeister in entsprechender Rede und überreichte den Schlüssel dem Vorstande. Nach dem Einzuge wurde Ma-Towu gesungen und die Umzüge mit den Tora-Rollen vorgenommen. Nachdem Vorstand Schmidt die Anwesenden in längerer Ansprache begrüßt hatte, bestieg Rabbiner Bamberger die Kanzel und hielt die Einweihungsrede, die sich darüber verbreitete, welche Namen unsere Stammväter den geheiligten Städten beilegten, nämlich Berg, Feld und Haus, als Symbol für die Synagoge. Sie sei stets ein Berg zur Erhebung zur Gottesfurcht und Gotteserkenntnis, ein Feld zur Aussaat von Liebe zu Gott und dem Nebenmenschen und ein Haus, in dem man sich jederzeit heimisch und glücklich fühlen solle. Die Rede schloss mit dem Königsgebet und einem Segen für die Gemeinde und die Behörden. Nach Absingung eines Psalms (150.) war die Feier beendigt. Von da aus bewegte sich die ganze Festversammlung unter Musikbegleitung in ein Gasthause zur geselligen Unterhaltung. Alle Anwesenden, darunter viele Fremde, waren sehr befriedigt von der außerordentlich gelungenen Feier."

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch Angehörige der NSDAP und der SA demoliert und geschändet. Die Ritualien wurden vernichtet. Das Gebäude blieb jedoch erhalten, wurde jedoch im Sommer 1939 abgebrochen, nachdem es vorher mit dem dazugehörigen Grundstück vom Vorgänger des jetzigen Besitzers gekauft worden ist. An Stelle der Synagoge, von der nichts mehr erhalten ist, wurde ein Wohnhaus erbaut. Eine Gedenktafel im Treppenhaus des Rathauses erinnert an die jüdische Gemeinde und die Synagoge mit dem (nicht ganz korrekten) Text: "Im Gemeindebereich bestand bis 1941 eine jüdische Gemeinde. Die 1799 erbaute Synagoge wurde 1938 geschändet und 1944 abgebrochen. Der Markt GIEBELSTADT gedenkt seiner ehemaligen jüdischen Kultusgemeinde.   

Die 1948/49 kurzzeitig wieder entstandene Jüdische Kultusgemeinde (DP-Camp) richtete eine Synagoge in einem früher von der Mennonitengemeinde genützten Bethaus ein. Nach Wegzug der DPs aus Giebelstadt kam dieses Gebäude in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde und wurde später zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut.    
   
   
 
Adresse/Standort der SynagogeSynagoge bis 1938: Mergentheimer Straße 20;  Synagoge 1945-1948: Mergentheimer Straße 31. 
   
   
Pläne / Fotos
(Quelle für die Pläne: Storck-Pfitzer s.Lit. S. 62).

Die von den Gebrüdern Johann und Roman Scheckenbach gezeichneten Baupläne von 1911   
Giebelstadt Synagoge 020.jpg (119570 Byte) Giebelstadt Synagoge 021.jpg (101369 Byte) Giebelstadt Synagoge 022.jpg (97226 Byte)
Ansicht von der Straße Schnitt durch das Gebäude Östliche Giebelansicht
     
Giebelstadt Synagoge 023.jpg (94782 Byte) Giebelstadt Synagoge 024.jpg (90581 Byte) Giebelstadt Synagoge 025.jpg (107909 Byte)
Grundriss des Erdgeschosses Grundriss von der Empore Situationsplan
     
Giebelstadt Synagoge 092.jpg (61531 Byte) Giebelstadt Synagoge 090.jpg (58569 Byte)
Der Plan der Gebrüder Scheckenbach ist im Original koloriert (Quelle: www.synagogen.info Nach den Plänen gezeichnete Darstellung der
 ehemaligen Synagoge mit dem
 Lehrerhaus/Schule
 

   
   
Aus der Geschichte der Familie Mannheimer
(vgl. Reiner Strätz: Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945 1. Teil 1989 S. 371 und 2. Teil S. 421)
 
Grabsteine im jüdischen Friedhof in Allersheim erinnern an die Geschichte der Familie  
(Fotos: Detlef Ernst Rosenow, Karlsruhe)

Giebelstadt All01.jpg (105127 Byte) Giebelstadt All02.jpg (114732 Byte)
Grabstein für David Mannheimer (Vater von 
Otto Mannheimer) geb. 27. Januar 1872 in
 Bütthardt, gest. 29. Juli 1933 in Giebelstadt
Grabstein für Otto Mannheimer, geb. 1. September 1899 in Giebelstadt, gest. 21. November 1967
 mit Gedenkinschrift für Sohn Sally Mannheimer, geb. 21. Mai 1926 in Giebelstadt, 
gest. 31. März 1945 bei der Bombardierung von Würzburg-Unterdürrbach

  

Otto Mannheimer (Grabstein rechts) ist am 1. September 1899 in Giebelstadt geboren. Seine Eltern waren der Viehhändler David Mannheimer, Viehhändler in Giebelstadt (geboren 1872 in Bütthardt, Grabstein links) und Ida (Jette) geb. Neumann (geboren 1878 in Giebelstadt). Otto Mannheimer besuchte 1911 bis 1914 die Oberrealschule in Würzburg; 1918 war er Kriegsteilnehmer an der Westfront. Später arbeitete er als Viehhändler in Giebelstadt. Otto Mannheimer war seit 1924 verheiratet mit der aus einer katholischen Familie stammenden Regina (Dina) geb. Zorn (geb. 16. September 1900 in Rothenburg ob der Tauber). Regina trat bei der Heirat zur jüdischen Religion über und führte einen streng rituellen Haushalt. Das Ehepaar hatte vier Kinder: Siegfried (geb. 1923),  Ruth (geb. 1924), Sally (1926) und Ludwig (1928).
Seine Viehhandlung musste Otto Mannheimer 1937 aufgeben. Er zog nach Würzburg und fand noch Arbeit als Pferdeknecht in der Fa. S. Kleemann & Söhne. Die Familie wohnte seit Januar 1938 in Würzburg, Domerschulstraße 25. Der Sohn Siegfried emigrierte mit der Jugend-Alija im August 1938 nach Palästina (nannte sich seitdem S. Oded), die Tochter Ruth konnte im Juni 1939 nach Schweden auswandern. Otto Mannheimer selbst emigrierte, nachdem er nach dem Novemberpogrom 1938 zwei Monate im KZ Buchenwald festgehalten worden war, im August 1939 nach Brüssel. Zurück blieben in Würzburg seine Mutter Ida geb. Neumann, die Frau Ruth und die beiden Söhne Sally und Ludwig. Die vier bemühten sich vergeblich um eine Ausreise nach Belgien. Sally Mannheimer hatte ab 1941 Zwangsarbeit in Würzburg zu leisten, eine Ausreise nach Schweden wurde ihm und seinem Bruder Ludwig im März 1942 trotz Genehmigung der Gesandtschaft verweigert. Die Mutter von Otto Mannheimer - Ida (Jette) geb. Neumann - wurde am 23. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt und von hier im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Sally Mannheimer kam Ende März 1945 bei der Bombardierung von Würzburg-Unterdürrbach ums Leben. Ludwig  Mannheimer hat überlebt und konnte nach Schweden auswandern. 
Nach 1945 lebte das Ehepaar Otto und Regina Mannheimer wieder in Giebelstadt. Otto Mannheimer starb am 21. November 1967 in Würzburg und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Allersheim beigesetzt; Regina Mannheimer starb am 16. September 1977 in Würzburg.

   
    

Links und Literatur

Links:

Website der Marktgemeinde Giebelstadt  
Name des jüdischen Gefallenen mit Abbildung des Kriegesdenkmals: Haus der Bayerischen Geschichte (siehe unter Ortsregister - Giebelstadt)
Seite des Landkreises Würzburg zur jüdischen Geschichte / Synagoge in Giebelstadt  

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 302-303.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 74.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 439-441.
Jutta Sporck-Pfitzer: Die ehemaligen jüdischen Gemeinden im Landkreis Würzburg. Hg. vom Landkreis Würzburg. Würzburg 1988 S. 61-63.
Giebelstadt Buch 01.jpg (15451 Byte)Jim G. Tobias: "Zu Pessach nach Unterfranken". Das jüdische DP-Camp Giebelstadt 1948-49. Reihe: Hefte zur Regionalgeschichte Heft 3. Antogo-Verlag 2005. Informationen zum Buch.

Dirk Rosenstock (Bearbeiter): Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg. Band 13. Würzburg 2008. S. 224-225.  

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Giebelstadt  Lower Franconia. A community is known from the mid-18th century and a synagogue was consecrated in 1799. The Jewish population reached 103 in 1814 (total 597) and declined steadily thereafter to 38 in 1933. Twenty-four Jews left in 1933-38, 16 of them emigrating from Germany. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and Jewish homes were wrecked by the SA and SS. The last five Jews were deported to Izbica in the Lublin district (Poland) via Wuerzburg on 25 April 1942.     
         
           

                   
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Stand: 10. Mai 2014