Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Öttershausen bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1880.
Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: Zahlen liegen noch nicht vor; um 1817/20 dürften es nicht mehr
als 15-20 Personen gewesen sein.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Öttershausen auf
insgesamt fünf Matrikelstellen die folgenden jüdischen
Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Samuel
Mayer (Vieh-, Weinhandel und dergleichen), Loeser Benedict Guttmann (Waren- und
Viehhandel), Benedict Hirsch (Viehhandel), Raphael Benedict Frank (Viehhandel),
Isaac Mayer Böhr (Pferdehandel).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge
(s.u.), eine Religionsschule mit Lehrerwohnung, möglicherweise ein rituelles
Bad.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Einrichtungen
befanden sich außerhalb des Gutshofes im Bereich einer rein jüdischen
Siedlung, bestehend aus mehreren Häusern. Vorn an der Straße sieht man - nach
Angaben bei Schwierz s.Lit. - "die (inzwischen vermutlich mehrfach
umgebaute) Lehrerwohnung".
Um 1880 löste sich die Gemeinde auf.
Von den in Öttershausen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde