Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Veitshöchheim (Kreis Würzburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
   
 
Bitte besuchen Sie auch die neue Website des Jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim
 
www.jkm.veitshoechheim.de  (seit März 2013)  
   

Aktuelles Forschungsprojekt:   Genisaprojekt Veitshöchheim  
Da eine Genisa als wertvolle Informationsquelle für jüdisches Leben unbedingt systematisch erschlossen werden muss, wurde 1998 das Genisaprojekt Veitshöchheim am Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim eingerichtet. Hier wurde 1986 einer der umfangreichsten Genisafunde geborgen. Ein repräsentativer Teil daraus ist die Grundlage für die Ausstellung im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim.
Der meist sehr schlechte Erhaltungszustand der unzähligen Fragmente war dafür verantwortlich, dass ein großer Teil des Materials oft kaum beachtet und nach der Bergung gleich wieder in Kartons verpackt abgestellt wurde.
In Veitshöchheim wird das komplette Material gesichtet, beschrieben, wenn möglich, näher bestimmt und nach einem einheitlichen Beschreibungsraster in einer Datenbank inventarisiert. Die Funde aus den Synagogen von Veitshöchheim (Lkr. Würzburg), Urspringen (Lkr. Main-Spessart), Goßmannsdorf (Lkr. Würzburg), Gaukönigshofen (Lkr. Würzburg), Altenschönbach (Lkr. Kitzingen), Wiesenbronn (Lkr. Kitzingen), Kleinsteinach (Lkr. Haßberge) und Memmelsdorf (Lkr. Haßberge) sind inzwischen erstmals komplett durchgesehen und in der Datenbank erfasst. Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter des Projekts daran, die Genisa von Reckendorf (Lkr. Bamberg), die im Jüdischen Museum Franken aufbewahrt wird, zu erfassen. Das Projekt wird geleitet von Dr. Martina Edelmann, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind Elisabeth Singer M.A. und Beate Weinhold. Die finanzielle Förderung erfolgt durch die Gemeinde Veitshöchheim, die Bezirke Unter- und Oberfranken und die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. 
Die Datenbank steht allen Interessierten offen. Solange noch keine online Version verfügbar ist, bitten wir alle Interessierten, sich per E-Mail an das Genisaprojekt (E-Mail) zu wenden.
Durch die Inventarisierungsarbeiten des Genisaprojekts lassen sich Aussagen über den Gesamtbestand einer Genisa und deren Inhalte gewinnen. Auf die bisherigen Ergebnisse weist die Ausstellung "Abgelegt" hin, die im Juni 2009 am Jüdischen Kulturmuseum in Veitshöchheim eröffnet wurde.

Genisaprojekt Veitshöchheim
c/o Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim

Erwin-Vornberger-Platz  D – 97209 Veitshöchheim
Telefon: 0931/9802754   Fax: 0931/9802876
   
Arbeiten zur Inventarisierung der 
Reckendorfer Genisa im Juli 2009 
im Kulturmuseum Veitshöchheim
Veitshoechheim Museum 145.jpg (74883 Byte) Veitshoechheim Museum 146.jpg (77234 Byte)   

     
     
Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter   
Einzelne Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Pläne / Rekonstruktionen 
Presseberichte    
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In  Veitshöchheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1674 drei jüdische Familien am Ort genannt. Vier Jahre später sind es fünf Familien, 1703 acht. Im Lauf des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Familien weiter zu und stieg zwischen 1719 von 14 auf 22 Haushaltungen. Die jüdischen Familien lebten bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ausschließlich vom Waren- und Viehhandel. Die jüdische Gemeinde gehörte zunächst zum Rabbinatsbezirk Höchberg, seit 1801 zum Rabbinatsbezirk Heidingsfeld. Nach dem Umzug des Rabbiners von Heidingsfeld nach Würzburg 1813 war Würzburg Rabbinatssitz.
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge mit Schule (ursprünglich ein klassisches Schulzimmer = Cheder) und rituellem Bad (s.u.). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf dem jüdischen Bezirksfriedhof in Laudenbach beigesetzt. Zur Besorgung der religiösen Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. Folgende Namen von Lehrern / Vorbetern sind bekannt: Salomon David Ansbacher (erstmals 1817 im Zusammenhang mit der Erstellung der Matrikelliste genannt, damals 44 Jahre alt, bis etwa 1829 tätig, gest. 18.9.1838), sein Sohn Max Ansbacher (1830 bis 1856; legte 1832 eine Prüfung für sein Lehramt ab, zog im Juli 1856 nach Mönchsroth), Josef Klein (ab 1856 bis zu seinem Tod 1905, kam aus Unterleinach, siehe Bericht unten), gefolgt von seinem Sohn Lazarus Klein, Hermann Rosenbaum (bis 1924), Simon Behrendt (1925 bis mindestens 1929) und als letzter Adolf Klein (Sohn von Lazarus Klein; 1938 mit Familie nach Palästina emigriert). 
 
Ihre Blütezeit erlebte die Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Zahl der jüdischen Personen am Ort entwickelte sich wie folgt: 1814 90 jüdische Einwohner (7,0 % von insgesamt 1.282), 1837 105 (7,8 % von 1.346), 1843 32 Familien mit insgesamt etwa 160 Personen (11 %), 1867 98 (6,5 % von 1.517), 1880 70 (4,5 % von 1.549), 1890 90 (5,8 % von 1.539), 1900 55 (3,4 % von 1.606), 1910 75 (3,7 % von 2.042). 
 
Bei der Erstellung der Matrikelliste im Juni 1817 wurden für Veitshöchheim die folgenden 17 beziehungsweise 18 Matrikelplätze für jüdische Familien am Ort festgeschrieben - zum Zeitpunkt der Erstellung für folgende Familienvorsteher: Witwe Hanna Stern (Witwe von Aron Abraham, Viehhandel), Hirsch Stern (Viehhandel), Witwe Berla Steinberger (Witwe von Schmuhl Eisig, Schacherhandel), Moses Friedmann (Schacherhandel), Simon Edenfeld (Weinhandel, war damals mit einem Vermögen von 18.000 Gulden der wohlhabendste jüdische Einwohner am Ort), Nathan Rosenfeld (Schacherhandel), Jaidel Kahn (Schacherhandel), Löb Thalheimer (Viehhandel), Sußmann Springer (Viehhandel), Ephraim Neumann (Schacherhandel), Witwe Gidel Kornfeld (Witwe von Jacob Löw, Schacherhandel), Salomon Rosenthal (Viehhandel), Samuel Friedmann (Schacherhandel), Hona Schloß (Warenhandel), Isak Schloß (Viehhandel), Schmus Straus (Viehhandel) Calmon Sichel (Viehhandel), als 18. Platz wurde im November 1817 Abraham Brückner (Warenhandel) in die Liste aufgenommen.  
   
Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich das Berufsspektrum geändert. Es gab am Ort auch jüdische Handwerksbetriebe (Kunstweberei, Schneiderei). Seit der Zeit um 1850 wanderten viele - vor allem der jüngeren Gemeindeglieder nach Amerika aus oder verzogen nach Würzburg und andere Städte (Kitzingen, Schweinfurt usw.). Die jüdischen Einwohner waren seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Leben des Ortes völlig integriert. Sie engagierten sich im allgemeinen Vereinsleben (Isaak Kahn war Mitbegründer des Verschönerungsvereins Veitshöchheim; Ernst Kahn und Adolf Klein waren Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr); mehrere wurden in die Gemeindeverwaltung gewählt: Isaak Kahn erhielt 1911 bei der Wahl zum Gemeindebevollmächtigten (Gemeinderat) die dritthöchste Stimmenzahl; sein Neffe Ernst Kahn war von 1919 bis 1924 Gemeinderatsmitglied. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der Gemeinde Siegmund Sichel (geb. 27.11.1890 in Veitshöchheim, vor 1914 in Würzburg wohnhaft, gef. 14.11.1914), Berthold Klein (geb. 8.8.1889 in Mainstockheim, gef. 25.5.1915) und Julius Kahn (geb. 12.12.1889 in Veitshöchheim, gef. 16.8.1915). Die Namen der Gefallenen finden sich auf dem allgemeinen Kriegerdenkmal im Inneren des Erwin-Vornberger-Platzes neben der Kirche sowie auf der - soweit dies möglich war - wieder hergestellten Gedenktafel in der Synagoge (s.u.). 
   
Um 1924, als 52 Gemeindeglieder gezählt wurden (2,17 % von insgesamt etwa 2.400 Einwohnern), waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde Ernst Kahn und Isac Sichel. Als Lehrer und Kantor wirkte Hermann Rosenbaum (bis 1924). Er erteilte damals noch vier schulpflichtigen jüdischen Kindern den Religionsunterricht. An Vereinen bestanden insbesondere der Israelitische Frauenverein (1924/32 unter Leitung von Fanny Stern mit 15 Mitgliedern) und der Bestattungs- und Wohltätigkeitsverein Chewra Chemilos Chasodim (1895 gegründet; 1924/32 unter Leitung von Max Strauß mit 8 Mitgliedern). 1932 war Vorsteher der Gemeinde weiterhin Ernst Kahn (er blieb der letzte Vorsteher bis zur Deportation der letzten Gemeindeglieder 1942), als Schatzmeister ist Adolf Klein eingetragen.
   
1933 wurden noch 36 jüdische Gemeindeglieder gezählt (1,6 % von insgesamt 2.285 Einwohnern). Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen bis 1939 24 von ihnen den Ort. Einige der Verbliebenen verarmten sehr schnell: im Frühjahr 1937 waren sieben Gemeindeglieder unterstützungsbedürftig. Beim Novemberpogrom 1938 wurden bei jüdischen Häusern die Fenster eingeworden und ein jüdisches Geschäft verwüstet. Im Februar 1942 lebten noch sieben jüdische Personen in Veitshöchheim. Von ihnen wurden 4 im April nach Izbica bei Lublin (Polen) deportiert. Ein jüdischer Einwohner kam im September 1942 in das Ghetto Theresienstadt, ein weiterer am 17. November 1944. Eine in sogenannter "Mischehe" lebende Frau konnte am Ort bleiben. 
  
Von den in Veitshöchheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; ergänzt auf Grund der Recherchen des Jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim): Rosa Adler geb. Metzger (1874), Jenny Baumblatt geb. Straus (1897), Ludwig Brück (1894), Else Cahn (1890), Fanny Freudenberger geb. Jakob (1877), Ferdinand Freudenberger (1882), Julius Freudenberger (1880), Hedwig Heller geb. Sichel (1902), Marianne Hess (1870), Else (Elise) Kahn (1893), Erna Kahn (1900), Ernst Kahn (1882, letzter Gemeindevorsteher), Sally (Salomon) Kahn (1892), Bernhard Klein (1864), Heinrich Klein (1898), Emanuel Metzger (1869), Ignaz Metzger (1864), Jette Metzger geb. Neumann (1879), Julius Metzger (1879), Luise (Elise) Metzger (1880), Sigmund Metzger (1886), Dr. Max Pretzfelder (1866; Hofrat, war Leiter einer Privatklinik für Chirurgie in Würzburg, lebte zuletzt in V., war evangelisch getauft), Babette Sichel geb. Hecht (1876), Ella Sichel geb. Sichel (1876), Emma Sichel geb. Metzger (1887), Fanny Sichel geb. Mandelbaum (1879), Isak Sichel (1869), Jakob Sichel (1875), Karl Sichel (1876), Regina Sichel (1867), Hermann Stern (1862), Frieda Straus (1899), Josef Strauss (1862), Mina Straus (1901), Eva Thalheimer geb. Lehmann (1856), Rosa Trepp geb. Kahn (1884)
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Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter 
Ausschreibung der Stelle des Vorbeters 1924

Veitshoechheim Israelit 20111924.jpg (33661 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. November 1924: "Kultusgemeinde Veitshöchheim, Bahnstation, 1/4 Stunde von Würzburg entfernt, sucht für Samstag und Feiertage einen Vorbeter. Wohnung vorhanden. Gehalt nach Übereinkunft. Meldungen an Ernst Kahn, Veitshöchheim."


Zum Tod des Lehrers Josef Klein (1905)
    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Dezember 1905: "Veitshöchheim. Unsere Gemeinde wurde durch den Tod unseres unvergesslichen Lehrers Josef Klein in tiefe Trauer versetzt; wir können mit Recht sagen: 'Gefallen ist die Krone von unserem Haupte', denn Lehrer Klein war unsere Krone. Wie wir ihn verehrt und hochgeachtet bei seinem langjährigen Wirken, so sehr beweinen wir ihn jetzt, da er nicht mehr unter uns ist. Nicht weniger wie drei Generationen hat er in das Lernen unserer Tora (Limmud taurosenu) eingeweiht. Großvater, Sohn und Enkel fanden in ihm denselben Lehrer, der im Alter wie in der Jugend mit gleicher Begeisterung unterrichtete. Josef Klein besuchte von 1837-40 das Königliche Lehrerseminar in Würzburg, sodann die Rabbinerschule in Fürth und wirkte von 1850 ununterbrochen in unserer Gemeinde, zu unserem Segen und Gedeihen. Am Mauze Schabbos Tauldaus (Abend des Schabbat mit der Toralesung Toledot) entschlief er sanft im 86. Lebensjahre.  
Herr Distriktsrabbiner Bamberger, der zur Beerdigung herbeieilte, sprach herzliche Worte an der Bahre des Lehrers und verkündete mit Stolz, dass die israelitische Schule in Veitshöchheim eine Musterschule und die so treu geführte Gemeinde seine liebste Gemeinde gewesen sei, tief beklage er den Heimgang des Zaddik neemon.  
Herr Lehrer Goldstein, der Vorsitzende des bayerischen israelitischen Lehrervereins, ergriff sodann das Wort, betonte den Verlust, den die Lehrerschaft erleidet und erinnert, dass der Entschlafene Mitbegründer und Verwaltungsmitglied des Lehrervereins gewesen sei.  
Das 'Mes' (der Tote) wurde nach Laudenbach zur Kewuroth (Beisetzung) gebracht, von allen Gemeindemitgliedern begleitet. Am offenen Grabe sprach ein Sohn des Verewigten, Herr Lehrer Klein - Gießen, seinem geliebten Vater Worte des Abschieds. In tief zu Herzen gehenden Worten schilderte er den Vater, den Lehrer und Erzieher und gelobte namens aller seiner Geschwister in den Wegen des Vaters weiterzuwandeln und so wie der Heimgegangene die Tauroh (Tora) als Richtschnur des Lebens zu nehmen. Im Namen der einstigen Schüler sprach noch Herr Lehrer Freudenberger, Geroda, namens der Gemeinde Herr Leo Thalheimer - Würzburg und zum Schlusse Herr Lehrer Oppenheimer - Laudenbach."     

  
Zum Tod von Babette Klein, Witwe von Religionslehrer Klein (1925) 
 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1925: "Veitshöchheim bei Würzburg, 11. August (1925). Am Schabbat Nachamu (Schabbat nach dem 9. Av, also 1. August 1925) in der Frühe schied Frau Babette Klein aus dieser Welt. In Demut und Bescheidenheit, in der Furcht vor einer Sünde und der Gottesfurcht bei liebevollster Ausübung des alten Gemilus chesed (Wohltätigkeit) wirkte sie an der Seite ihres Mannes, der als Religionslehrer unserer Gemeinde unvergesslich bleibt. Ein herrliches Beispiel ihrer vier erwachsenen Kinder, die ganz in ihrem Sinne als gute Jehudim leben. Der älteste der Söhne ist Lehrer an der Talmud Thora in Hamburg. Ihren Kindern war sie eine wahre Krone. Bei ihren Verwandten und vielen Bekannten hat sie sich ein Andenken gesichert für immer. Herr Lehrer Behrendt hier würdigte ihre vielen Vorzüge und spendete den Hinterbliebenen rechten Trost. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

   
40-jähriges Ortsjubiläum des aus Veitshöchheim stammenden Lehrer Bernhard Klein in Gießen (1928)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1928: "Gießen, 5. März (1928). Am 10. März sind es 40 Jahre, dass Herr Bernhard Klein als Lehrer, Kantor und Schochet in unserer Gemeinde wirkt. Klein ist ein Lehrersohn auf Veitshöchheim, besuchte die Präpanderie in Höchberg und das Seminar in Würzburg. 1883 fand er seine erste Anstellung in Pflaumloch, Württemberg. 1888 kam er als Kultusbeamter an unsere Religionsgesellschaft, die 1923 die Rechte einer öffentlichen Körperschaft erhielt. In dieser langen Zeit bewährte sich der Jubilar als ein pflichttreuer Beamter, der die Jugend zu wahrer Treue (sc. zu ihrer Religion) begeisterte und durch sein klangvolles Organ den Gottesdienst verherrlichte. Möge ihm ein recht schöner Lebensabend beschieden sein."     

     
Lehrer Simon Berndt (zeitweise Lehrer in Veitshöchheim) wechselt in den Ruhestand (1934)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1934: "Bad Ems, 10. Dezember (1934). Herr Lehrer und Kantor Simon Berendt, früher in Sobernheim und Veitshöchheim, der jetzt seinen wohlverdienten Ruheabend im Lehrerheim zu Bad Ems genießt, begeht am 24. Dezember seinen 70. Geburtstag. Wir wünschen dem verdienten Beamten und Jugendbildner weitere Jahre ungetrübten Lebens. (Alles Gute) bis 120 Jahre."        

    
    
Einzelne Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Einweihung des Kriegerdenkmals der bürgerlichen Gemeinde (1927)

Veitshoechheim BayrGZ 24081927.jpg (215999 Byte)Artikel in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 24. August 1927: "Veitshöchheim. Am Sonntag, 12. Juni, dem Tage der Kriegerdenkmalsweihe in Veitshöchheim, hielt die dortige israelitische Kultusgemeinde für ihre im Weltkriege gefallenen Angehörigen einen ergreifenden Festgottesdienst ab. Nach Beendigung desselben nahm die Gemeinde an der Feierlichkeit der Denkmalsenthüllung, zu der eine große Anzahl Vereine von nah und fern erschienen war, teil. Bei der Kranzniederlegung sprach Lehrer Berendt folgende tief empfundenen, sehr beifällig aufgenommenen Worte: 
'Wenn in dieser feierlichen Stunde die Israelitische Kultusgemeinde Veitshöchheim durch mich als ihren Vertreter an diesem soeben geweihten Denkmale einen Kranz niederlegen lässt, so tut sie dies, um einer nie erlöschenden Dankespflicht zu genügen, die für sie gegenüber den gefallenen Helden besteht und stets bestehen wird. Die Blumen sind vergänglich und mögen verwelken, eines aber ist unvergänglich und das ist das treue Gedenken an die, die ihr Leben für die Heimat gaben, treu dem Schwure, den sie geleistet hatten und eingedenk des altlateinischen Spruches: Dulce et decoum est pro partia mori (süß und ehrenvoll ist es, für's Vaterland zu sterben).
Und wenn ich an dieses treue Gedenken ein Gelöbnis knüpfen darf, so wäre es das, dass wir uns der großen Vorbilder würdig zeigen wollen. Wir wollen die auf uns ruhenden Lasten tragen in dem Gedanken, dass diejenigen, denen dieses Denkmal errichtet wurde, bereit gewesen sind, das teuerste, das sie besaßen, ihr Leben, auf dem Altare des Vaterlandes zu opfern. Eifern wir in diesem Opfermute den Toten nach, dann handeln wir zweifellos in ihrem Sinne.
Aber auch eine ernste Mahnung richtet diese Feier an uns: Wie die Dahingeschiedenen, ob reich oder arm, vornehm oder gering und ohne Unterschied des Bekenntnisses, gemeinsam gestritten und gelitten, gekämpft und geduldet haben, wie von ihnen viele beisammen in einem Grabe ruhen, gleichwie die Namen der sämtlichen gefallenen Ortsangehörigen Veitshöchheim ausnahmslos auf diesem Steine eingegraben stehen, so mögen alle Schichten der Bevölkerung geeint durch das Band der Eintracht und in friedlichem Zusammenleben zum Wohle des Vaterlandes wirken. Wir ehren die Gefallenen, wenn wir gleichsam als ein heiliges Vermächtnis es auf uns nehmen, einige zu sein und wenn wir den Worten unseres allverehrten Herrn Reichspräsidenten Geltung verschaffen: 'frei von Bruderhass und Parteizwist' zu arbeiten am Wiederaufbau des heiß geliebten Vaterlandes, das mit Gottes Hilfe bald wieder einer glücklicheren Zukunft entgegen gehen wird. 
In diesem Sinne lege ich den Kranz der israelitischen Kultusgemeinde nieder, dessen Schleife die Aufschrift trägt: den gefallenen Helden die stets dankbare Israelitische Kultusgemeinde Veitshöchheim.'"

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 

Simon Höchheimer (1744 in Veitshöchheim - 1828)  

Simon Höchheimer war ein vielseits gebildeter, weitgereister Arzt und Verfasser philosophisch-humanitärer, pädagogischer, biographischer, emanzipatorischer und medizinischer Schriften in hebräischer und deutscher Sprache, Er zählte zum Familien- und Schülerkreis des Philosophen Moses Mendelssohn, erhielt als erster Juden die medizinische Doktorwürde an der Universität Freiburg im Breisgau.    
    
Veitshoechheim Museum 141.jpg (63834 Byte)Zur Erinnerung an Simon Höchheimer besteht in Veitshöchheim die Simon-Höchheimer-Gesellschaft (Website mit weiteren Informationen zu Simon Höchheimer und den Aktivitäten der Simon-Höchheimer-Gesellschaft). Die 1995 gegründete Gesellschaft wurde mit der Zielsetzung gegründet, das Jüdische Kulturmuseum in Veitshöchheim durch Veranstaltungen wie Vorträge, Literaturlesungen, Kunstausstellungen, geführte Museumsbesuche und Exkursionen sowie Konzerte zu fördern. 

Seit Juli 2006 heißt die Stichstraße zwischen Thüngersheimer Straße zur Mühlgasse "Simon-Höchheimer-Straße". 
   
An dieser Stelle kann keine ausführliche Darstellung des Lebenswerkes von Simon Höchheimer gegeben werden. Wiedergegeben werden im Folgenden zwei Artikel aus der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" von 1880, die durch einen Feuilleton-Beitrag anlässlich des Fundes des "Stammbuches" von Höchheimer veranlasst wurden. Im ersten Artikel nahm Rabbiner Dr. Moritz Kayserling Stellung:   

Veitshoechheim AZJ 03081880.jpg (145313 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. August 1880: "Simon Höchheimer. Die meisten jüdischen Schriftsteller, welche unmittelbar nach Moses Mendelssohn, gegen Ende des vorigen und zu Anfang dieses Jahrhunderts auftraten, sind, einige der Measfim (sc. Gruppe jüdischer Schriftsteller, die damals die Zeitschrift Mameassef herausgaben), die Philosophen Maimon, Ben David, Herz und den Doktor Bloch etwa ausgenommen, mehr oder weniger der Vergessenheit anheim gefallen. 
Mit seinen Zeitgenossen gleiches Schicksal teilt auch der in der Überschrift genannte Simon Höchheimer. Sein 'Stammbuch', das ein Feuilletonist des P.Bl. jüngst aufgefunden, hat die Erinnerung an ihn wieder aufgefrischt. So unbekannt wie der Feuilletonist meint, ist Höchheimer freilich nicht. Hätte er statt 'nach Quellen zu forschen', nach Fürst's Bibliotheca judaica gegriffen, so hätte er sich leicht überzeugen können, dass Höchheimer doch etwas mehr als ein 'gebildeter Jude', dass er ein fruchtbarer Schriftsteller war: seine erste Schrift 'Über Moses Mendelsohn's Tod' erschien im Jahre 1786, und seine 'Unterweisung, wie man die Jugend unterrichten, Erwachsene belehrten, Menschen glücklich machen kann' wurde 1822 in Fürth gedruckt. Noch vier andere Schriften philosophischen, medizinischen und polemischen Inhalts werden von ihm angeführt. Höchheimer, der nicht Österreich, sondern Bayern seine Heimat genannt und auch in seiner Stadt Bayerns sein Leben beschlossen hat, hielt sich, wie wir aus dem Stammbuch erfahren, in Berlin, Wien, Frankfurt am Main und in anderen Städten Deutschlands längere oder kürzere Zeit auf.  
In Berlin treffen wir ihn schon im Jahre 1781, vorausgesetzt, dass der Feuilletonist richtig gelesen hat. 'am 11. August genannten Jahres schrieb ihm ein Ober-Konsistorialrat namens Dr. Anton Friedrich Büschirz (oder Bischitz, die Unterschrift lässt eben an Deutlichkeit zu wünschen übrig)' Worte der Erinnerung in sein Stammbuch. Dieser Ober-Konsistorialrat heißt nicht Büschirz und nicht Buschitz, sondern Büsching und ist nicht nur allein als freisinniger vorurteilsloser Theologe, sondern auch als Begründer der neuen Geographie hinlänglich bekannt. Büsching, der auch eine '*Geschichte des jüdischen Volkes' geschrieben, war bei Moses Mendelssohn, Marcus Herz u.a. Hausfreund und verkehrte viel mit den gebildeten Juden und Jüdinnen Berlins. 
Veitshoechheim AZJ 03081880a.jpg (217744 Byte)Da die Stammblätter, welche Höchheimer in Berlin gesammelt, sämtlich vom August 1782 datiert sind, so glauben wir, dass der Feuilletonist, wie die Überschrift Büsching's, so auch das Datum seiner Stammblattes nicht richtig gelesen und dass Büsching nicht 1781 sondern 1785 die Worte der Erinnerung in Höchheimer's Stammbuch verzeichnet hat. 
Wie lange sich der junge Höchheimer in Berlin aufhielt, erfahren wir aus dem Stammbuche nicht; ob er sich im August 1785 zur Abreise rüstete - genug, in diesem Monate sammelte er, wie bereits erwähnt, von seinen Berliner Freunden die Gedenkblätter. Den Anfang machte er bei Moses Mendelssohn und zwar Rosch Chodesch Elul des Jahres 5545 nach Erschaffung der Welt, d.i. Sonntag, den 7. August 1785, nicht 1784, wie der Feuilletonist meint. Mendelssohn schrieb ihm das Bibelwort ein (aus Sacharja 8,19). "Wahrheit und Frieden liebet. Ich habe geschrieben zu Ehre des Besitzes dieses Buches - Mosche Sohn des Herrn Menachem seligen Andenkens - Rosch Chodesch Elul 5544'  (Anmerkung: das hebräische ist wohl verschrieben für 5545, siehe den Kontext mit den anderen Daten).
Tags darauf, den 8. August, begab sich Höchheimer zu Marcus Herz, der ihm zur Erinnerung die talmudische Sentenz gab: 'Suchst du die Ehre, so fliehet sie dich; fliehe sie, so sucht sie dich.' 
Auch die christlichen Gelehrten, welche er, vielleicht im Hause Mendelssohn, kennen gelernt, suchte er auch; so sprach er am 11. August bei Büsching, am 13. bei dem Oberkonsistorialrat Spalding, am 14. bei dem Dichter Ramler vor; von Allen erhielt er Stammbuchblätter. Am 15. August widmete ihm Joseph Veit, Moses Mendelssohn's Schwiegersohn, mit dem er inniger befreundet war, folgende Zeilen: 'Vergiss die Stadt, die Du verlässt, und Deine freunde nicht, denke demnach auch an Deinen Freund Joseph Veit.' 
Auch Dorothea, Veits Frau, aus deren Schriftzügen der Feuilletonist sonderbarer Weise Berenica liest, und die liebenswürdige Henriette Herz, unterließen es nicht, dem jungen Manne Zeichen der Wertschätzung zu geben. Henriette Herz schrieb: 'Unsern wahren Wert, den nur der Weise schätzt, macht unser Herz, nicht unser Stand.' Von den Berliner Gelehrten verewigten sich ferner in Höchheimers Stammbuch Dr. Marcus Bloch, David Friedländer, Joh. J. Engel, Ernst Ferdinand Klein und Friedrich Gedicke, die Freunde Mendelssohn's, u.a.m.
Wie sich aus dem Stammbuche ferner ergibt, hielt sich Höchheimer im April 1786 in München, im Februar 1787 in Frankfurt am Main auf; sowohl hier als in Freiburg im Breisgau, wohin er sich 1791 begeben, verkehrte er meistens mit christlichen Gelehrten. Im Juni 1793 verweilte er in Wien; in der Kaiserstadt wird 'die reiche Zahl der Gedenkblätter' beschlossen und zwar durch Benedict Arnstein, der dort nicht, wie der Feuilletonist meint, als Bankier, sondern als Lustspieldichter lebte und der, bezeichnend für den Inhaber der Stammblätter, schrieb: 'Ich schätze den Mann, der nicht nur der Hand, sondern auch der Seele den Puls greifen kann'.
Ob Simon Höchheimer ein Verwandter jenes Elias Höchheimer war, der 1791 in Amsterdam eine heute äußerst selten arithmetische Schrift zum Druck befördert hat, oder ob er zu der Familie des ebenfalls aus Bayern stammenden wackern Rabbiners H. Höchheimer in Baltimore gehört? Vielleicht sieht sich Jemand veranlasst, Näheres über ihn, sein Leben und seine Schriften mitzuteilen. Budapest, 12. Juli 1880. Dr. Kayserling." 
  
Im zweiten Artikel konnte Rabbiner Dr. Kayserling schon Reaktionen auf seinen Beitrag wiedergegeben. In diesem Artikel ist ihm offenbar nicht bewusst, dass sich das Höchheimer im Familiennamen von Simon Höchheimer auf Veitshöchheim und nicht auf Höchheim bezieht.   
Hoechheim AZJ 12101880.jpg (208017 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Oktober 1880: "Die Familie Höchheimer. 
Simon Höchheimer, dessen Andenken wir in Nr. 31 dieser Blätter wieder auffrischten, wurde, wie wir nachträglich hinzufügen, in Höchheim, einem Orte im bayerischen Franken, in dem sich noch gegenwärtig eine kleine jüdische Gemeinde befindet, gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts geboren; der Sitte jener Zeit gemäß nannte er sich Höchheimer nach seinem Geburtsorte. Er war, wie Hänle (Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstentum Ansbach, S. 172) sagt, ein sehr gelehrter Mann, der aber ein abenteuerliches Leben führte und viele Reisen machte. Wegen seiner Gelehrsamkeit widerfuhr ihm die Auszeichnung, dass man ihm das Privileg der Leibzollfreiheit gewährte. Er lebte als Spitals- und Armenarzt in Fürth, wo noch im Jahre 1821 eine Jugendschrift in hebräischer Sprache 'Tora und Bibel für Jugendliche' von ihm erschien, und wo er auch sein Leben beschloss.
In Bezug auf den erwähnten Artikel erhalte ich von Herrn Rabbiner H. Hochheimer in Baltimore ein Schreiben, das einiger interessante Daten über Glieder der Familie Höchheimer oder Hochheimer, wie sie sich später nannten, und die literarischen Leistungen derselben enthält und die wir ergänzend hier mitteilen..." 
Das weitere wird nicht zitiert, bei Interesse anklicken.

      
Rabbiner Salomon Ansbacher (1843 in Veitshöchheim - 1911 in Nürnberg)  

Veitshoechheim Israelit 19101911.jpg (216533 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1911: "Rabbi Salomon Ansbacher - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - Nürnberg, 16. Oktober. 
Am Vorabend des Jom Kippur, während die Gemeinde Adaß Jisroel zu Nürnberg in heißem Gebete im Gotteshause stand, jede Lippe in aufrichtigem Flehen für die Genesung des erkrankten geliebten und kindlich verehrten Meisters sich regte, hob sich seine heiliglautere Seele vom irdischen Hienieden zu himmlischen Sphären. In die weihevoll gehobene Stimmung des heiligen Tages fiel die betrübende Kunde wie der Reif auf ein Blütenbeet und nur der Gedanke, dass des Heimgegangenen Sehnsucht, an diesem Tage dem höchsten Rufe folgen zu dürfen, Erfüllung gefunden, konnte die Wegmut lindern. Es würde dem schlichten, allem Lobe abholden Sinne des so schmerzlich Betrauerten - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, der sich sein Leben lang mit dem Titel eines Rabbinatskandidaten genügen ließ, obwohl seine umfassende Gelehrsamkeit auf talmudischem und profanem Gebiete ihresgleichen in unserer Generation suchen konnte, schlecht entsprechen, wollte man seinen Tugenden das Lob öffentlich zollen, das ihrem Träger gebührte. Nur in kurzen Umrissen sei darum sein Lebensbild gezeichnet, seinen Freunden und Mitkämpfern zur Genugtuung, den Jüngeren zu Aneiferung, seiner Familie zu treuem Gedenken. 
In Veitshöchheim bei Würzburg im Jahre 1843 geboren, lag seine Jugenderziehung in den Händen seines als Zadik verehrten Vaters- das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Schon in früher Jugend besuchte der die Jeschiwot (Talmudhochschulen) der Großen seiner Heimat R.S.B. Bamberger - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, Würzburg und R. Jona Rosenbaum (Zell) - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Sein eiserner Fleiß und die ihm bis an sein Lebensende zur Zierde gereichende, niemals zu erschütternde Beharrlichkeit in der Erfüllung aller Gebote und auch der minutiösesten Gebräuche ließ ihn schon damals unter seinen Genossen hervorragen. Ihre Krönung erfuhr seine Ausbildung jedoch auf der Eisenstädter Jeschiwa von R. Esriel Hildesheimer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Hier fand er einen Lehrer und Freund, der ihm als Vorbild und Leitstern durch sein ferneres Leben voranleuchtete, und als er als 20jähriger Jüngling Eisenstadt verließ, um seinen Unterhalt durch eigene Kraft als Hauslehrer zu erwerben, besaß er außer einem alle talmudischen Disziplinen beherrschenden Wissen eine sein ganzes Wesen erfüllende Freudigkeit für den erhabenen Lehrberuf eines Torameister, dass alle Kreise, in die er eintrat, sich ihm willig öffneten. Hier rühmte man an ihm besondern seinen schlagfertigen, treffsicheren Witz, der in späteren Jahren im ganzen Bayernland sprichwörtlich werden sollte. 
In München zog es den bildungsdurstigen Jüngling zur Universität, wo ihn besonders das Studium der Altertumswissenschaften fesselte. Die Einsicht jedoch, dass ihm bei diesem Wissenszweig eine sichere Zukunft nicht winken könne, veranlasste ihn, sich als Religionslehrer und Chasan (Vorbeter) zu betätigen. An mehreren Plätzen Bayerns und Württembergs wirkte er, gründete in Leutershausen ein eigenes Haus an der Seite seiner ihn überlebenden Gattin, um dann im Jahre 1874 nach Nürnberg, das seine eigentliche Heimat und Wirkungsstätte geworden ist, überzusiedeln. Die Jüdische Gemeinde in Nürnberg, die erst seit kurzer Zeit wieder bestand, war damals schon zu den Mode gewordenen Reformen übergegangen und nur wenige jüdische Familien hielten treu zum Angestammten. Rabbi Salomon Ansbacher - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - erkannte, dass die aufblühende Handelsstadt ein Zentrum für die bayerische Judenheit zu werden versprach, er verließ eine gesicherte Stellung, um unser den kärglichsten Lebensbedingungen die Begründung der Adaß Jisroel anzubahnen. Über 30 Jahre hat er auf diesem Posten ausgeharrt: einem knorrigen Eichbaum gleich, der nach des Psalmisten Bild seine Saugwurzeln an den Wassern der Tora netzt, stand er seiner Gemeinde voran, ein fester Stamm, den der Zeiten Stürme, wie scharf sie ihn und das kleine Häuflein seiner Mitstreiter auch umbrausten, niemals auch 
Veitshoechheim Israelit 19101911a.jpg (162629 Byte)nur beugen konnten. Sein Gebetvortrag hielt seine Gemeinde ich echter Tefila (Gebet) vereint, sein lehrendes Wort wusste bis tief ins verstockteste Herz zu dringen, aber vor allem das Abbild seiner gefestigten Charakters, sein in alter selbstverständlicher jüdischer Gottestreue geführtes Haus schufen Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit neuen Boden und Auferstehung an einem Platze, an dem echtjüdisches Leben zu ersterben schien. Da gab's keine Sorge des Einzelnen, kein ernstes Begegnis der Vereinigung, für die sein treusorgender Sinn nicht den aus Tora-Erkenntnis sich bietenden Ausweg gefunden hätte. Er hatte die Befriedigung, den Kreis des Adaß Jisroel sich weiten, hatte das Glück, seine Kinder in seinem Geiste heranwachsen zu sehen, und je mehr er dem Tage sich näherte, der ihm als Lebensgrenze gesetzt sein sollte, desto mehr wuchs in ihm das Gefühl der Gottesnähe, die er in jedem Zeitteilchen, das er durchleben durfte, sichtbarlich sich gegenwärtig hielt; wie im Gotteshause an seinem 30 Jahre mit heiligsten Stimmungen betretenen Betpulte es ihm entgegenleuchtete, so zog ihm die Allgegenwart Gottes stets auch im Leben voran, erleuchtete seinen Geist und leitete ihn zu allen Werken der Pflichterfüllung!
* * *
Die Beisetzung fand in Georgensgmünd am 4. Oktober statt. Trotzdem die Kunde vom Ableben des allverehrten - er ruhe in Frieden - nur zu dem nächsten Kreis seiner Familie und Freunde gedrungen war, war die Beteiligung eine außerordentlich starke. Schüler hatten dem Lehrer in nächtlicher Fahrt das Ehrengeleite gegeben. An der Bahre schilderte der Amtsnachfolger des Verewigten - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen, Herr Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg namens der Gemeinde die Charaktergröße und bescheidene Selbstlosigkeit des Rabbi - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen, die noch übertroffen wurde durch sein mustergültiges Pflichtbewusstsein. Eine Trauerrede in der Gemeindesynagoge soll demnächst gehalten werden. Rabbiner Dr. Ansbacher aus Heilbronn, als Sohn, beklagte den Heimgang des edlen Vaters, der in seiner Bescheidenheit seine Torakenntnisse niemals veröffentlicht, seine Werke stets strengstens geheim gehalten habe. Die hinterlassenen Aufzeichnungen legte er auf der Bahre nieder, damit sie den Sarg zum Grab geleiteten. Rabbiner Dr. Kohn aus Ansbach rief aus: 'Wisset, wir begraben hier nicht eine einzelne Person, wir tagen ein ganzes Geschlecht mit diesem Großen zu Grabe, ein Geschlechter echter Frommer, wie sie unsere Zeit in unserem Land nicht mehr kennt!' Rabbiner Mannes erinnerte an die unerschrockene Art, mit der Rabbi Salomon Ansbacher - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - zu allen Zeiten gegen Neuerungen und Abänderungen gekämpft und nur den Maßstab der Tora für alle Verhältnisse als Wahrheit anerkannt habe. Nach den ehrenden Reden bettete man die sterblichen Reste des Zadik - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -  an die Seite seines Jugendfreundes und Studiengenossen R. Löb Wißmann - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -. Eine nicht mehr brauchbare Torarolle wurde ihm ins Grab mitgegeben. Seine Seele sei eingebunden im Bund des Lebens."    

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Verlobungsanzeige von Irma Stern und Louis Sitzmann (1922)           

Veitshoechheim Israelit 05101922.jpg (33107 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1922: "Irma Stern - Louis Sitzmann. Verlobte. Veitshöchheim bei Würzburg - Fulda / Riedenberg bei Brückenau. Oktober 1922 / Sukos (sc. Laubhüttenfest) 5683". 

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge            
    
Die heute noch bestehende Synagoge wurde um 1727/30 erbaut. Schmul Moses, der damals vermutlich wohlhabendste Jude am Ort, ließ das Gebäude auf einem Grundstück des Klosters Oberzell errichten. Das Synagogengebäude war von vornherein als jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge, Schulräumen, Lehrerwohnung und dem rituellen Bad konzipiert. In der Mitte des Betsaales wurde ein achteckiger barocker Almemor aus Stein eingebaut. Dieser wurde - wie auch der Toraschrein - vermutlich von Bauleuten der Würzburger Residenz hergestellt. Insgesamt passte sich das Synagogengebäude der regionalen und lokalen Bauweise an. Bis 1746 war das ganze Gebäude im Privatbesitz von Schmul Moses; dann schenkte er den Betsaal der jüdischen Gemeinde. Mit der Schenkung war auch der Übergang aller Abgaben für das Haus verbunden, die hauptsächlich an das Kloster Oberzell zu zahlen waren. 1826 kaufte die jüdische Gemeinde auch die Vorsängerwohnung und das Ritualbad von den Erben des Schmul.   
  
Mehrfach fanden Renovierungen und Umbauten statt. So wurde die Mikwe 1826 auf Grund neuerer staatlich-gesetzlicher Bestimmungen umgebaut.   
 
Ein größerer Umbau der Synagoge fand gegen Ende des 19. Jahrhunderts statt. Damals wurden die einzelnen Betpulte des Betsaales durch nach vorne gerichtete Bankreihen ersetzt. Decken und Wände erhielten Jugendstilornamente. Bis dahin war die Decke traditionell mit goldenen Sternen auf blauem Grund ausgemalt. 
 
An wertvollen Ritualien/Gegenständen waren bis ins 20. Jahrhundert u.a. ein Toravorhang (Parochet) von 1728, ein Totengedenkbuch (Memorbuch) von 1741 und ein Gemeindeprotokollbuch von 1856 vorhanden.  

Im Oktober 1920 wurde in Anwesenheit des Distriktrabbiners Dr. Sigmund Hanover aus Würzburg eine Gefallenengedenktafel in der Synagoge angebracht. Darüber berichtete die Zeitschrift "Der Israelit":

Veitshoechheim Israelit 11111920.jpg (93743 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. November 1920: "Veitshöchheim. 20. Oktober (1920). Eine schlichte, aber sehr erhebende Feier fand kürzlich in der hiesigen Synagoge statt, woselbst eine künstlerisch ausgeführte Gedenktafel mit den Namen der 16 Kriegsteilnehmer, von welchen drei auf dem Felde der Ehre gefallen sind, feierlich enthüllt wurde. Hierzu hatten sich in dem von der staatlichen Lehranstalt unter der verständnisvollen Anleitung des Gartenbaulehrers Sturm mit grünem Pflanzwerk stimmungsvoll ausgeschmückten Gotteshause neben den Vertretern der geistlichen und weltlichen Behörden des Ortes, sowie der verschiedenen Vereine auch viele ehemalige Söhne der hiesigen Kultusgemeinde, sowie Vertreter des Bundes jüdischer Frontsoldaten eingefunden. Nach einem einleitenden Chorgesang nahm der Distriktsrabbiner von Würzburg, Dr. Hannover, das Wort, um in zündender, meisterhaft aufgebauter Rede die Gedenktafel der Gemeinde zu übergeben. Ein gut gelungener Schülergesang und ein wirkungsvoll zu Gehör gebrachter Männerchor unseres hiesigen Synagogenchores beschlossen die eindrucksvoll verlaufene Feier." 

Seit 1926 wurden die Räume der bisherigen Lehrerwohnung an eine nichtjüdische Familie als Wohnung vermietet. Auch die Mikwe wurde seit diesem Jahr nicht mehr benutzt.
 
Die Synagoge selbst blieb jedoch bis Anfang 1938 Zentrum der jüdischen Gemeinde. Schließlich wurde sie noch vor dem November dieses Jahres von den nur noch 12 Gemeindegliedern für 200 Reichsmark an die politische Gemeinde verkauft. Beim Preis handelte es sich um einen Abbruchwert des Gebäudes. Zwar entging die Synagoge durch den Verkauf einer Zerstörung, doch wurde die Inneneinrichtung beim Umbau der Synagoge in ein Feuerwehrhaus 1940 zerstört. Der Eingangsvorbau und die Frauenempore wurden entfernt, Lesekanzel und Toraschrank zerschlagen und dazu verwendet, den tiefer liegenden Boden des Synagogenraumes zu erhöhen. Sowohl der Innenraum wie auch der Nebenraum mit der Mikwe wurde zubetoniert. Bis 1964 blieb die ehemalige Synagoge Feuerwehrhaus. Danach wurde sie als Kfz-Abstellhalle und Lagerraum für den gemeindlichen Bauhof verwendet. In der ehemaligen Lehrerwohnung und den Schulräumen war zeitweise eine Wohnung eingerichtet (bereits seit 1926 wohnte eine nichtjüdische Familie in der Wohnung). 

Veitshoechheim PA 199401.jpg (128416 Byte)Anfang der 1980er-Jahre begannen Überlegungen zu einer würdigeren Nutzung der ehemaligen Synagoge. Zunächst plante man eine Umgestaltung in ein kommunales Galerie- und Ausstellungsgebäude. Eine Gedenktafel sollte an die frühere Nutzung erinnern. Das bereits mit den Behörden abgestimmte Konzept wurde jedoch nach dem Ausgrabungsbefund des Jahres 1986 neu durchdacht. Es fanden sich bei den Grabungen die Überreste der ehemaligen Innenausstattung, das Fundament des Toraschreines und das Fundament der Almemor sowie umfangreiche Fragmente dieser aus Stein erstellten Einrichtungsgegenstände wie auch weitere Teile der Inneneinrichtung (Handwaschbecken aus rotem Sandstein, Lichtergesims, Eisenbeschläge eines hölzernen "Opferstockes". Wenig später fand sich im Dachboden eine umfangreiche Genisa, ein Aufbewahrungsort für unbrauchbar gewordene religiöse Bücher (u.a. Gebetbücher), Schriften, Textilien (u.a. Torawimpel) und andere Kult- und Alltagsgegenstände. Die Texte und Gegenstände stammen vorwiegend aus der Zeit des 17.-19. Jahrhunderts. Auf Grund der zahlreichen Funde wurde beschlossen, die Synagoge möglichst originalgetreue wiederherzustellen, die Nebenräume zu einem Museum zu nutzen. 1994 konnte das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim eingeweiht werden.  

  
Links: Die Restaurierung der ehemaligen Synagoge Veitshöchheim fand auch überregional großes Interesse. Links ein Artikel vom 21. März 1994 in der "Südwestpresse" Ulm.   

 

 

    
    
Adresse/Standort der Synagoge: Mühlgasse 6
   
Kontaktadresse Museum: Jüdisches Kulturmuseum und Synagoge Veitshöchheim. Thüngersheimer Strasse 17 D-97209 Veitshöchheim  
beziehungsweise über Kulturamt der Gemeinde Veitshöchheim  D-97209 Veitshöchheim   E-Mail  
 
Kontaktadresse Simon-Höchheimer-Gesellschaft: c/o Radegundis Villiner-Schmeller  Sendelbachstr. 57  D-97209 Veitshöchheim  E-Mail
   

   
Fotos / Pläne / Rekonstruktionen  

Historische Aufnahmen der Synagoge und ihrer Ritualien
(Aufnahmen von 1927/30 durch Theodor Harburger, veröffentlicht u.a. in ders.: Die Inventarisation jüd. Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern Hg. von den Central Archives Jerusalem und dem Jüdischen Museum Franken - Fürth und Schnaittach Bd. 3 S. 742-751).
Veitshoechheim Synagoge 249.jpg (77803 Byte) Veitshoechheim Synagoge 248.jpg (66328 Byte) Veitshoechheim Synagoge 247.jpg (71116 Byte)
In der Synagoge: der Almemor zum Verlesen der Torarolle Blick zum Toraschrein (Aron HaKodesch) 
mit Gebotstafeln
   
      
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Das Ewige Licht (Ner tamid) Hängeleuchter aus Messing vor dem
 Toraschrein. Im Hintergrund eine Uhr.
  
Fuß der rechten Säulen des Toraschreines
 (vgl. Ansicht oben) mit Tier- und
 Pflanzenornamentik
   
     
Veitshoechheim Synagoge 244.jpg (95959 Byte) Veitshoechheim Synagoge 241.jpg (74418 Byte) Veitshoechheim Synagoge 240.jpg (87998 Byte)
Toravorhang, gestiftet vermutlich zur
 Einweihung der Synagoge 5488 = 1728.
  
Erstes und zweites Titelblatt des Memorbuches der Gemeinde, gestiftet durch 
den "Parnas uManhig HaMedina Würzburg" (Gemeinde- und Landesvorsteher 
des Bezirks Würzburg) Juda Löb ben Nathan 5502 = 1741/42).  
    
Veitshoechheim Synagoge 242.jpg (107922 Byte) Rechts und unten: Pläne, erstellt zum Umbau der Synagoge in den 1980er-Jahren
(Quelle der nachfolgenden Pläne, 
Skizzen und Fotos: Beitrag von 
L. Wamser s. Lit.)
Veitshoechheim Synagoge 235.jpg (59062 Byte)
Chanukka-Leuchter 
aus Messing  
Plan des Judenhofes zwischen dem
 "Straus'schen Haus" (Nr. 2) und 
der Synagoge (Nr. 3) 
  
     
Veitshoechheim Synagoge 229.jpg (74575 Byte) Veitshoechheim Synagoge 231.jpg (38300 Byte) Veitshoechheim Synagoge 232.jpg (40533 Byte)
Grundriss der Synagoge, Rekonstruktion
 des Bauzustandes um 1920 
Ansicht der Synagoge von Westen -
 Rekonstruktion 
Ansicht der Synagoge von Süden -
 Rekonstruktion 
     
Veitshoechheim Synagoge 230.jpg (70456 Byte) Veitshoechheim Synagoge 222.jpg (54421 Byte) Veitshoechheim Synagoge 224.jpg (48335 Byte)
Schnittrekonstruktion der Mikwe 
(rituelles Bad) 
Rekonstruktionszeichnung des 3,15 m
 hohen Almemor: Ansicht von Osten 
Rekonstruktionszeichnung des 4,50 m 
hohen Toraschreines 
     
Veitshoechheim Synagoge 233.jpg (78103 Byte) Veitshoechheim Synagoge 234.jpg (75300 Byte) Veitshoechheim Synagoge 228.jpg (71185 Byte)
Das Synagogengebäude zu Beginn der Restaurierungsarbeiten 1986   1986 im früheren Betsaal: auf dem 
Boden ausgebreitet: die Fragmente 
der einstigen Innenausstattung.
   
   
Veitshoechheim Synagoge 225.jpg (74958 Byte) Veitshoechheim Synagoge 227.jpg (73960 Byte) Veitshoechheim Synagoge 226.jpg (81912 Byte)
Das unter dem Betonboden gefundene
 Fundament des Toraschreines; darüber
 der Tordurchbruch von 1940 
Deutlich erkennbar: der 1940 
eingezogene Betonboden, darunter 
die Fundamente des Almemor 
Fundamente des Almemor mit 
Fragmenten (u.a. Säulen) 
des Toraschreines 
     
Die Gefallenengedenktafel Veitshoechheim Synagoge 220.jpg (86850 Byte) Veitshoechheim Synagoge 221.jpg (105757 Byte)
  Die Reste der 1920 feierlich eingeweihten Gefallenengedenktafel (siehe Bericht oben) fanden sich in etwa 200 Bruchstücken im aufgefüllten Fußboden der ehemaligen Synagoge und konnten wieder zusammengefügt werden.
   
Nach der Restaurierung 
der ehemaligen Synagoge
(Fotos: links oben Gemeinde Veitshöchheim; 
die übrigen drei Fotos von Albrecht Winkler, 
aus: www.synagogen.info
Veitshoechheim Synagoge 250.jpg (52731 Byte) Veitshoechheim Synagoge 253.jpg (45007 Byte)
   Blick auf den Almemor (Bima, Vorlesepult); oben im Hintergrund die Frauenempore
    
     Veitshoechheim Synagoge 252.jpg (44164 Byte) Veitshoechheim Synagoge 251.jpg (35989 Byte)
     Blick von der Frauenempore 
auf den Toraschrein
Der Toraschrein 
(Aron Hakodesch)
        
Fotos von einem Besuch in der ehemaligen Synagoge und im Museum Ende Juli 2009
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 30.7.2009)
Veitshoechheim Synagoge 140.jpg (72884 Byte) Veitshoechheim Synagoge 141.jpg (66529 Byte) Veitshoechheim Synagoge 142.jpg (75843 Byte)
Blick auf das Gebäude der ehemaligen Synagoge von Osten, rechts der Eingang zur
 Mikwe, darüber Fenster der Lehrerwohnung und der Schule
Blick auf die ehemalige Synagoge von
 Nordwesten; an der Westseite die Eingänge
     
Veitshoechheim Synagoge 144.jpg (85658 Byte) Veitshoechheim Synagoge 169.jpg (60198 Byte) Veitshoechheim Synagoge 156.jpg (54908 Byte)
Hinweistafel an der Außenwand 
zur Simon-Höchheimer-Straße
Eingang in den Betsaal - 
von innen gesehen
Mesusa am Eingang 
in den Betsaal
       
Veitshoechheim Synagoge 158.jpg (76308 Byte) Veitshoechheim Synagoge 157.jpg (70152 Byte) Veitshoechheim Synagoge 160.jpg (103428 Byte)
Bankreihen entlang der Nordseite 
des Betsaales
Blick auf den Almemor 
vom Eingangsbereich
Bankreihen entlang der Südseite 
des Betsaales
         
Veitshoechheim Synagoge 159.jpg (61515 Byte) Veitshoechheim Synagoge 164.jpg (77196 Byte) Veitshoechheim Synagoge 162.jpg (60121 Byte)
Charakteristische 
Sabbatlampe
Blick zum Almemor mit dem Vorlesepult, 
im Hintergrund die
Blick auf den Toraschrein mit 
Parochet (Toraschreinvorhang)
         
Veitshoechheim Synagoge 166.jpg (72614 Byte) Veitshoechheim Synagoge 161.jpg (65936 Byte) Veitshoechheim Synagoge 163.jpg (83794 Byte)
Blick zu den Fenstern der 
Südseite des Betsaales
Links das Ewige Licht (Ner Tamid) 
vor dem Toraschrein
Die wieder zusammengesetzte
 Gefallenengedenktafel von 1920
        
Veitshoechheim Synagoge 167.jpg (53037 Byte) Veitshoechheim Synagoge 168.jpg (54140 Byte) Veitshoechheim Synagoge 165.jpg (51898 Byte)
Blick vom Almemor über das Vorlesepult zum Toraschrein Uhr
        
 Frauenempore, Schule und Lehrerwohnung         
Veitshoechheim Synagoge 143.jpg (72778 Byte)  Veitshoechheim Synagoge 155.jpg (87191 Byte)  Veitshoechheim Synagoge 154.jpg (53826 Byte)
Eingang zur ehemaligen Lehrerwohnung und
 Schule sowie für die Frauen zur Empore
Mesusaritze 
am Eingang
Aufgang zur Frauenempore, links 
Zugang zur Lehrerwohnung und Schule
     
Veitshoechheim Synagoge 145.jpg (64885 Byte) Veitshoechheim Museum 143.jpg (61553 Byte) Veitshoechheim Museum 144.jpg (85624 Byte)
Auf der Frauenempore - Blick zum 
Aufgang, rechts die Vergitterung
Blick vom Aufgang kommend 
über die Frauenempore
Vergitterung zwischen Frauenempore und
 dem Betsaal der Männer; sie konnte auf
 Grund der historischen Fotos von 1926
 nachgebildet werden.
     
     
Veitshoechheim Synagoge 147.jpg (56042 Byte) Veitshoechheim Synagoge 146.jpg (77388 Byte) Veitshoechheim Synagoge 148.jpg (51366 Byte)
Charakteristische Schablonenmalerei an 
der Decke im Bereich der Frauenempore
Glasfenster nach Westen auf Höhe 
der Frauenempore
Raum der Wohnung 
des Lehrers
     
      
Veitshoechheim Synagoge 149.jpg (61281 Byte) Veitshoechheim Synagoge 150.jpg (62918 Byte) Veitshoechheim Synagoge 152.jpg (52257 Byte)
Schulraum (Cheder): die jüdischen Kinder der Gemeinde erhielten bis etwa 1814 
den gesamten Elementarunterricht in diesem Schulzimmer, das zur Wohnung des 
Lehrers gehörte; nach 1814 wurde hier noch der Religionsunterricht erteilt 
(zeitweise über 20 Kinder).
Raum der Wohnung des Vorsängers
 
  
        
Veitshoechheim Synagoge 153.jpg (51122 Byte) Veitshoechheim Synagoge 151.jpg (56241 Byte) 
Dokumente und Fotos zur Geschichte 
der Synagoge in den Räumen 
der Vorsängerwohnung
Rauminstallation in der ehemaligen Vorsängerwohnung von Jürgen Hochmuth: 
Blicke aus keinem Auge, Worte aus keinem Mund - ein Denkraum 
33 Hausobjekte. 9 Wandbilder, 1 Objekt Glühlampe, Blei Messingdraht. 
Entstehungsjahr 1999.
     
Das rituelle Bad      
Veitshoechheim Synagoge 170.jpg (61019 Byte) Veitshoechheim Synagoge 171.jpg (64861 Byte) Veitshoechheim Synagoge 172.jpg (69759 Byte)
Eingang zum rituellen Bad im 
Untergeschoss des Synagogengebäudes
Das Tauchbecken, in dem sich bis zur Gegenwart Wasser sammelt
  
     
Museumsgebäude      
Veitshoechheim Museum 140.jpg (81520 Byte) Veitshoechheim Museum 142.jpg (87345 Byte)   
Der Eingang zum Museum ist von der Thüngersheimer Straße aus   
        
Veitshoechheim Museum 147.jpg (34317 Byte) Veitshoechheim Museum 148.jpg (51929 Byte) Veitshoechheim Museum 149.jpg (54618 Byte)
In einem Nachbargebäude (ehemaliges
 jüdisches Wohnhaus) zur Synagoge 
sind u.a. die Funde auf der
 Veitshöchheimer Genisa ausgestellt
Die in der Ausstellung angesprochenen Themen sind im 1. Stock die 
Grundlagen der jüdischen Religion, jiddische Literatur und Geschichte 
der Juden in Veitshöchheim
      
Veitshoechheim Museum 150.jpg (58953 Byte) Veitshoechheim Museum 151.jpg (56818 Byte) Veitshoechheim Museum 152.jpg (56571 Byte)
Vitrine mit verschiedenen 
Gebetbüchern, darunter verschiedenen
 rituellen Gegenständen
Links oben Gebetsschal (Tallit katan) 
sowie verschiedene Bücher zu 
Gottesdienst und Gebet
Verschiedene Funde aus 
der Veitshöchheimer Genisa 
(religiöse Bücher u.a.m.)
     
Veitshoechheim Museum 153.jpg (70552 Byte) Veitshoechheim Museum 154.jpg (88611 Byte) Veitshoechheim Museum 155.jpg (68482 Byte)
Funde aus der Genisa, u.a. zwei 
Mapot (vgl. unten)
Gebet beim Auflegen der Tora auf das 
Pult der Lesekanzel in der Synagoge - 
auf Pergament geschrieben
Torarolle   
     
        
Veitshoechheim Museum 156.jpg (71064 Byte) Veitshoechheim Museum 157.jpg (72768 Byte)   
Torawimpel (Mapa) - bemalte 
Stoffwindel von der Beschneidung - 
wurde um die Torarolle gebunden
Sehenswert ist besonders die 
Laubhütte mit einem Wandfresko 
im Dachgeschoss
  

   
   
Presseberichte  

November 2010: Vortrag von Dr. Martina Edelmann über das Genisaprojekt     
Artikel in der "Main-Post" vom 16. November 2010 (Artikel): 
"Zeugnisse deutsch-jüdischer Geschichte - Dr. Martina Edelmann zur Arbeit und den Ergebnissen des 1998 gegründeten Genisa-Projektes in Veitshöchheim 
Nach einem Gebetsgottesdienst in der Veitshöchheimer Synagoge mit Rabbiner Jakov Ebert lauschten die 60 Besucher im Sitzungssaal des Rathauses gebannt dem lebendigen und klar gegliederten Vortrag der örtlichen Kulturreferentin Dr. Martina Edelmann zur Arbeit und zu den Ergebnissen des 1998 gegründeten und seit dem von ihr begleiteten Genisaprojektes.
Mit eindrucksvollen Bildern veranschaulichte Edelmann die Ablagen in Dachböden und deren Bergung und was man dort so fand wie Teile von Thora-Rollen, erbauliche Literatur, Gebetbücher, Wimpel, Teffilin und Gebetskapseln oder wie in Veitshöchheim ein Schofar-Horn, das am jüdischen Neujahrsfest geblasen wurde.
1986 hatte man die 150 Objekte umfassende Genisa in der 1730 errichteten Veitshöchheimer Synagoge entdeckt. Neben den ausgestellten Schriften lagert im Archivraum des Seminargebäudes in 42 Schubladen, 35 Kisten und 22 kleineren Schachteln das restliche beachtliche Genisa-Material ein. Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen hielt es damals für dringend erforderlich, dass diese Materialien und später auch die aus weiteren fränkischen Synagogen als kulturelle Zeugnisse deutsch-jüdischer Geschichte nicht nur verwahrt, sondern nach und nach erforscht und das Wissen darüber verbreitet wird. Der Fund von Veitshöchheim bedeutete nach Edelmanns Worten einen entscheidenden Schritt, dass die Geschichtsforschung sich nun doch genauer mit den Inhalten einer solchen Ablage beschäftigte.
So wurde in Veitshöchheim 1998 das Genisaprojekt gegründet, das bis heute von der Gemeinde Veitshöchheim, den Bezirken Unterfranken und Oberfranken sowie von der Landesstelle gefördert wird. Die bei der Gemeinde bereits angestellte Volkskundlerin Edelmann übernahm mit einem wöchentlichen Arbeitsaufwand von zehn Stunden die Projektkoordination und -organisation. Die Bearbeitung der Funde wurde durch Werkverträge vergeben. Bisher waren neun wissenschaftliche Mitarbeiter tätig. Zusätzlich absolvierten Studenten vom Lehrstuhl für Volkskunde der Universität Würzburg ein Praktikum.
Ende 2000 war laut Edelmann die komplette Genisa von Veitshöchheim gesichtet. Etwa 2000 Datenbankeinträge über Drucke und Textilien wurden angelegt. Insgesamt umfasse das Projekt bis etwa ins Jahr 1900 genutzte Veitshöchheimer Genisa rund 4000 bestimmbare Fragmente. Die ältesten Stücke datieren noch in das späte 16. Jahrhundert.
Die Besonderheiten der Veitshöchheimer Genisa seien ein hoher Anteil an jiddischer Literatur mit bemerkenswerten Titeln, etwa 250 handschriftliche Zeugnisse wie Rechnungen, Quittungen, Schreibübungen, Briefe, Warenlisten sowie ein breites Spektrum von hebräischer Gebetsliteratur, mit zahlreichen Einblattdrucken, Reste von etwa 60 Torawimpeln und weiteren Textilien.
Um nur ein Beispiel zu nennen, schreibt der Leiter des noch heute in Jerusalem existierenden und zu den wichtigen medizinischen Zentren in Israel gehörendes Hospitals Bikur Cholim anno 1889 auf eine Spendenquittung über fünf Mark an den Veitshöchheimer Lehrer Klein: 'Möge Gott Ihre Wohltat tausendfach belohnen.'
Was heißt Genisa? Das Wort 'Genisa' ist ein Ort, an dem Schriften oder Gegenstände abgelegt werden, die nach jüdischer Religionsvorschrift aus religiösen oder liturgischen Gründen nicht absichtlich vernichtet werden durften, so etwa Gebetbücher oder in hebräischen Buchstaben verfasste profane Texte. In Süddeutschland sei es üblich gewesen, diese Genisoth auf den Dachböden der Synagogen anzulegen.
Eine repräsentative Auswahl von 150 Objekten aus der in Veitshöchheim entdeckten Genisa wird heute in dem eigens dafür eingerichteten Museum neben der Synagoge ausgestellt. Das 1994 eröffnete Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim ist laut Edelmann das einzige in Deutschland, das ausschließlich Genisafunde zeigt. In den vergangenen Jahren kamen überall immer mehr solcher Schriften zum Vorschein. Insgesamt sind für Franken etwa 40 Fundorte bekannt und es kommen immer neue dazu."   
'Möge Gott Ihre Wohltat tausendfach belohnen.' 1889: Spendenquittung über 5 Mark an den Veitshöchheimer Lehrer Klein  
  
Juli 2011: Bericht über die Arbeit der Genisa-Forscher in Veitshöchheim
Beitrag in "Deutschlandradio Kultur" von Thomas Senne am 22. Juli 2011 (Link zum Beitrag bei "Deutschlandradio", Zum Hören als MP3-Datei): "Dachböden als Schatzkammern. Jüdisches Kultusmuseum Veitshöchheim zeigt 'Genisa-Funde'". Eingestellt als pdf-Datei.       
 

   
     

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Veitshöchheim 
Website des Jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim    
Haus der Bayerischen Geschichte: Gefallenengedenktafeln aus Veitshöchheim 
Website der Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim  
Wikipedia-Artikel zum Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim   
Seite in der Website von Hans-Dieter Arntz:  "Jüdisches Kulturzentrum und Synagoge Veitshöchheim: Ein Vorbild für die Rekonstruktion von 'Landsynagogen' und jüdischer Kultur". 

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 421-423.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 122-123.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 533-534.
Ludwig Wamser: Die Synagoge in Veitshöchheim - ein Denkmal jüdischen Lebens in einer Randgemeinde Würzburgs. sowie
Hermann Süß: Zur literaturgeschichtlichen Bedeutung der Veitshöchheimer Genisa. Beide Beiträge in: Zeugnisse jüdischer Geschichte in Unterfranken. Schriften des Stadtarchivs Würzburg Heft 2. Hg. von Ulrich Wagner. Würzburg 1987. S. 59-77 bzw. S. 78-83.
Veitshoechheim Buch 05.jpg (24727 Byte)Martina Edelmann: Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim. Schauplätze. Spuren. Exponate. Reihe: Orte jüdischer Kultur. Haigerloch 1999. 
Martina Edelmann: Veitshöchheim -Jüdisches Kulturmuseum. Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland. Band 13. 1997.
Karen Heußner: Jüdischer Kulturmuseum und Synagoge Veitshöchheim. In: Schönere Heimat. Erbe und Gegenwart 79 1990. S. 246ff.
Ludwig Wamser: Die Synagoge in Veitshöchheim. In: Denkmäler jüdischer Kultur in Bayern. Arbeitsheft 43. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege 1994. S. 59ff.
Otto Lohr: Jüdisches Kulturmuseum und Synagoge Veitshöchheim. Museum heute Jg. 8 1997. S. 3ff.
Leben und Wirken des Simon Höchheimer. Mit Beiträgen zu Simon Höchheimer von Almud Timinger, Gerhard Renda und Gunnar Och. Hg. von der Simon-Höchheimer-Gesellschaft als Festschrift zu deren zehnjährigem Bestehen. Veitshöchheim 2005. 
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Würzburg 2008. S. 273-274.  
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Veitshöchheim S. 142-148.  
Wuerzburg Lit 1308.jpg (133209 Byte)Spuren jüdischer Geschichte in Stadt und Landkreis Würzburg - Ein Wegweiser für junge Leute. Hrsg. vom Landkreis Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Partnerlandkreis Matah Yehuda (Israel) und dem Kooperationsprojekt Landjudentum in Unterfranken. Würzburg 2013. Online zugänglich: Download der pdf-Datei.  
Kontakt und Information: Landkreis Würzburg - Kommunale Jugendarbeit  Klaus Rostek  Zeppelinstr. 15  97074 Würzburg  Tel. 0931 8003-376   E-Mail: k.rostek[et]Ira-wue.bayern.de 
Genisa-Blaetter Heft 1 2013.jpg (93268 Byte)Genisa-Blätter. Hrsg. von Rebekka Denz und Gabi Rudolf in Kooperation mit dem Genisaprojekt Veitshöchheim. Heft 1 2013. Darin Beiträge von Monika Müller, Gabi Rudolf, Oliver Sowa und Rebekka Denz: Quellen 2-4 aus der Genisa Altenkunstadt S. 21-51.     
Auch online zugänglich (interner Link) bzw. über www.v-j-s.org (über "Aktuelles")     

    
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Veitshoechhheim (in Jewish sources, Hechi) Lower Franconia. Jews numbered 105 in 1837 (total 1.346) and 36 in 1933, with a synagogue dating from 1730. In 1935-40, 31 left, 18 of them emigrating from Germany; the rest were deported to Izbica in the Lublin district (Poland) and to the Theresienstadt ghetto in 1942. 
       
         

                   
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Stand: 09. Dezember 2013