Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Leutershausen (Kreis Ansbach)
Jüdische Geschichte / Synagoge  

   
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Allgemeine Berichte   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Leutershausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15.-17. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1440 Juden in der Stadt genannt. Namentlich berichten die Quellen 1487 von Jacob Jud und Lasserns Jud in Leutershausen. 
  
Aus dem 17. Jahrhundert erfährt man 1618/23 von den Juden David und Aaron, die mit ihren Familien bereits einige Zeit in Leutershausen leben konnten. Sie sollten dann nach Colmberg ziehen, was jedoch dort auf Widerstand stieß. 1631 werden Juden aus Leutershauen in Ansbach genannt, die dorthin vermutlich auf Grund der kriegerischen Zeiten geflohen waren. 1659 wurden fünf jüdische Familien in Leutershausen gezählt.  
  
1691 gab es 16 jüdische Familien am Ort (Bimmel, Abraham Neumark, Lämblein der Schwarze, Jödel, Lämblein der Rote, Moyses der Dicke, Jakob, Säckhelein, Chaimb, Abraham der Alte, Isaac, Samuel und Moyses; bis 1714 ging die Zahl auf 13 Familien zurück. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Familien zunächst wieder zu, um danach vorübergehend wieder zurückzugehen: 1759 23 Familien, 1791 16 Familien.  
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 29 jüdische Familien, 1809/10 68 jüdische Einwohner (5,6 % von 1.214), 1867 66 (4,7 % von 1.414), 1890 81 (5,2 % von 1.557), 1900 62 (4,3 % von 1.442), 1910 59 (4,2 % von 1408).  
  
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1815 werden in Leutershausen auf insgesamt 27 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Bernhard Abraham Hartmann (gest., Stelle wird 1816 durch Isaak Lichtenstadter übernommen, Schneidermeister), Sussmann Jacob Levi Rosenfeld (Viehhandel), Amson Hessel (Handel mit alten Kleider und altem Silber), Joseph Mathes Lichtenstatter (Schmuser), Joseph Meier Asser (Handel mit Spezereiwaren), Samuel Meier Asser (Handel mit Kleidern, Metall), Haenlein Loew Abraham Hartmann (Viehhandel), Ephraim Salomon Weil (Schnittwarenhandel), Hajum Marum Hutmann (Schmuser), Loew Lippmann Guthmann (Schnittwarenhandel), Oser Seckel Feldmann (Schmuser), Salomon Loew Samuel Weinhardt (Schmuser und Viehhandel), Löw Meier Stein (Schmuser), Hajum Seckel Herrmann (Schmuser), Simon Seckel Herzfeld (Schmuser, Bijouterie und Hopfenhandel), Alexander Seckel (Schmuser), Lämmlein Hajum Herrmann (Garküche), Köhla, Witwe von Joseph Sommer (wird von Sohn ernährt), Joseph Baer Harris (Schmuser), Fradel, Witwe des Samuel Lazarus Hirschberg (ohne Gewerbe), Samson Salomon Weil (Tuchhandel), Jacob Sussmann Levi Rosenfeld (Feldbau).  
  
1869 waren die jüdischen Familienvorstände: Moses Ansbacher, Samuel Hartmann, Jakob Rosenfeld, Lazarus Stern, Witwe Ellinger, Wolf Rosenfeld, Lazarus Rosenfeld, Nathan Ansbacher, Gerson Gutmann, Mayer Löwenstein, Salomon Model, Abraham Weil, Falk Weil, Seckel Wittelshöfer, Isack Weil, S. Weinhard, Witwe Wilhermsdörfer, Witwe Lichtenstadter. 
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Um 1815/20 wird als Vorsänger Löb Samuel Sutro genannt (aus Bruck bei Erlangen). Weitere Lehrer waren: ab 1828 bis 1872 Salomon Model (aus Fürth), 1887 bis 1896 Hirsch Oppenheimer, 1900 bis 1902 Lehrer Friedmann. Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Ansbach. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Leutnant Selmar Ansbacher (geb. 11.6.1889 in Leutershausen, gef. 8.9.1914) und Benno Friedmann (geb. 19.7.1895 in Schweinshaupten, gef. 9.11.1916). Ihre Namen stehen auf der Gedenkstätte für die Gefallenen beider Weltkriege vor der Hauptschule neben einer Brücke über die Bahnhofstraße. Der Name von Benno Friedmann steht auch auf einer 1921 errichteten Gedenkstätte des "Krieger- und Militärvereins Leutershausen Jugendwehr" für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges am Ortsende hinter dem Sportplatz, neben dem Tennisplatz rechts der Straße in Richtung Wiedersbach/Ansbach.         
   
Um 1924, als zur Gemeinde noch 54 Personen gehörten (4,0 % von insgesamt 1.357 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Karl Jochsberger und Julius Enslein-Eschwege. Als Lehrer und Kantor wird ein Herr Ansbach genannt. Er erteilte damals sechs Kindern der Gemeinde den Religionsunterricht. Zur Gemeinde gehörten auch die letzten beiden in Jochsberg lebenden jüdischen Personen. 1932 waren die Gemeindevorsteher Julius Enslein (1. Vors., bis etwa 1935) und Nathan Jochsberger (2. Vors. und Schatzmeister). Im Schuljahr 1931/32 erhielten noch fünf Kinder Religionsunterricht. Letzter jüdischer Lehrer und Schächter ein ein Herr Deutsch.  
  
Anfang der 1930er-Jahre lebten die folgenden jüdischen Familien in der Stadt: Alexander Ansbacher (Vater des im Ersten Weltkrieg gefallenen Selmar Ansbacher), Fritz Ansbacher mit Frau Selma und vier Kindern (Anfang der 1930er-Jahre nach Landshut verzogen), Gustav Ansbacher mit Frau Babette geb. Eckmann und zwei Söhnen, Heinrich Ansbacher mit Frau Rosa und vier Söhnen (Inhaber eines Textilien- und Wollgeschäftes), Julius Enslein mit Frau Meta geb. Einstein und drei Söhnen), ? Gerson mit Frau (Wollhändler), Benno Gutmann mit Frau Hedwig geb. Ellinger und drei Kindern Nathan, Otto und Karola, Moses Jochsberger, Witwe Hannchen Jochsberger mit den Kindern Fanni, Berla und Hugo, Ignaz Jochsberger, Nathan Jochsberger mit Frau Sophie geb. Enslein und Tochter Hilde (Tzipora), Falk Stern mit Frau Fanny geb. Behr und Tochter Paula (verheiratet mit Louis Kissinger in Fürth; Sohn Henry Alfred Kissinger ist 1922 geboren, späterer Außenminister der USA).          
  
Im Juli 1932 wurde die Gemeinde Leutershausen verwaltungsmäßig der Gemeinde in Feuchtwangen angeschlossen, doch wurde am Ort das eigene Gemeindeleben der Tradition entsprechend fortgesetzt. 
  
Anfang der 1930er-Jahren waren Ausschreitungen von Nationalsozialisten bereits an der Tagesordnung in Leutershausen. Es kam häufig zu gewaltsamen Angriffen gegen jüdische Einwohner. Da die Einwohnerschaft überwiegend nationalsozialistisch eingestellt war, erhielten die jüdischen Einwohner kaum noch Hilfeleistungen gegen diese nationalsozialistischen Angriffe (siehe unten Bericht von 1931).            
  
1933 lebten noch 32 jüdische Personen in Leutershausen (2,3 % von insgesamt 1.400 Einwohnern). In den folgenden Jahren sind alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Am 1. Januar 1938 wurden noch 21 jüdische Einwohner gezählt, nach einem Pogrom am 16. Oktober 1938, bei dem die jüdischen Wohnungen und die Synagoge überfallen und das Inventar zerstört wurde, verließen die meisten jüdischen Einwohner in Panik die Stadt (mehrere wurden auf Veranlassung des Geschäftsführers der jüdischen Gemeinde nach Nürnberg gebracht). Am 12. Februar 1939 übersiedelte der letzte jüdische Einwohner nach München.   
  
Von den in Leutershausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Else Sofie Ansbacher (1914), Max Ansbacher (1921), Nathan Fritz Ansbacher (1889), Selma Ansbacher (1889), Wilhelm Selmar Ansbacher (1913), Karoline Eckmann geb. Wittelshöfer (1862), Gerta Einstein geb. Enslein (1890), Sofie Gerson geb. Strassberger (1867), David Jochsberger (1886), Heinrich Jochsberger (1909), Ignaz Jochsberger (1887), Nathan Jochsberger (1889), Otto Jochsberger (1926), Sigmund Jochsberger (1885), Sofie Jochsberger geb. Enslein (1894), Betty Kaufmann geb. Jochsberger (1889), Jeanette Löwenbaum geb. Weil (1866), Fanny Meyer geb. Morgenthau (1870), Josef Rosenfeld (1878), Mathilde Schloß (1888), Klara Sollender geb. Jochsberger (1894), Rosele (Rosalie) Sondhelm geb. Rosenfeld (1868), Jette Ida Uhlfelder geb. Gutmann (1877), Fanny Weil (1872), Simon Weil (1874), Rudolf Wittelshöfer (1872).        
      
Hinweis: auch in Leutershausen (Gemeinde Hirschberg, Rhein-Neckar-Kreis) gab es eine jüdische Gemeinde.  
       
       
       
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
   
Allgemeine Berichte 
Über die Geschichte der Juden in Leutershausen (Artikel von 1842)    

Leutershausen Mfr AZJ 01101842.jpg (185950 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Oktober 1842: "Leutershausen. In Leutershausen sind nach der Beschreibung der Stadt und des Amtes Leutershausen, welche der ehemalige Amtsvogt Wolf Tobias Weiß am 8. November 1757 amtlich gefertigt hat, die Juden erst seit Anfang des 17. Jahrhunderts ansässig gewesen. Dem widerspricht jedoch das Stadtbuch, nach welchem schon 1440 Juden mit vollem Bürgerrechte in Leutershausen vorkommen. Im ersten Jahresbericht des hiesigen Vereins ist angeführt: im Jahr 1487 waren die Zinsen von den Leutershauser Juden schon auf zwei, auch drei Pfennige vom Gulden, auf einen Heller vom Pfund gesteigert, doch blieb es da noch, wo es nach Stadtrecht gehen sollte, bei drei Hellern. Die Übereinstimmung dieser verschiedenen Angaben läge vielleicht in der Vertreibung der Juden aus hiesiger Gegend im 13. Jahrhundert und die neue Ansiedlung derselben zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Daher wird die Aufnahme des ersten fremden Juden in Leutershausen, 1612 als etwas Bemerkenswertes aufgeführt; daher gab es noch 1693 Konspirationen gegen die Juden. 
In alten Akten findet sich aufgezeichnet: Ein Jud von Grünstadt in der Grafschaft Leiningen hat seine Pflicht zum Bürgerrecht geleistet Donnerstag, den 26. August 1612. Ist der erste fremde Jud hier in Leutershausen gewesen. Die Bürger in Leutershausen haben sich in eine höchst sträfliche Verbindung gegen die Juden dergestalt eingelassen, dass nicht allein ein höchst vermessentlicher Aufstand, sondern für die Juden und ihren Leib Gefahr zu besorgen war. Markgraf Georg Friedrich erteilte ihnen gegen solche Angriffe einen Schutzbrief 1682. Jetzt (sc. 1842) sind 19 Judenfamilien in Leutershausen, welche eine im Jahr 1755 neu erbaute Synagoge besitzen; die Begräbnisstätten sind zu Bechhofen."        
  
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. September 1842: "Von einer frühzeitig erfolgten Niederlassung der Juden zu Leutershausen spricht das dortige Stadtbuch, in welchem schon um das Jahr 1440 Juden mit Bürgerrecht aufgeführt sind."   

  
   

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1872 / 1885 / 1900 / 1901/02 (nur Vertretung) / 1907 / 1911 / 1919   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. April 1872: "Bis 1. Juli wird die Stelle eines Lehrers, verbunden mit der Funktion eines Schächters und Vorbeters, in hiesiger Gemeinde erledigt. Der Ertrag besteht in einem Gehalt von 250 Gulden, der Ertrag der Schechitah mit ca. 150 Gulden, sowie freie Wohnung und Heizung. 
Bewerber haben sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse an den unterfertigten Kultusvorstand zu wenden. 
Leutershausen bei Ansbach, Bayern. S. Wittelshöfer."      
 
Leutershausen Israelit 28081872.jpg (48002 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1872: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters zu besetzen. Fixer Gehalt 250 Gulden, Ertrag der Schechitah und Nebeneinkünfte circa 200 Gulden sowie freie Wohnung und Heizung. Bewerber haben scih unter Einsendung ihrer Zeugnisse an unterzeichneten Vorstand zu wenden.  
Leutershausen, 22. August 1872. Der israelitische Kultus-Vorstand: S. Wittelshöfer."     
   
Leutershausen Mfr Israelit 18051885.jpg (62136 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1885: "Vakante Lehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle. 
Am 1. August dieses Jahres erledigt sich in hiesiger Kultusgemeinde die Lehrer-, Vorsänger- und schächterstelle mit einem fixen Gehalte von Mark 500, Nebenverdienste mit circa 500.- sowie freie Wohnung und Beheizung. Ledige Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten melden.  Leutershausen in Mittelfranken, 11. Mai. 
Falk Weil,
Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde."     
   
Zwischen 1887 (Examen an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg) und Ende 1896 (Anstellung als Seminarhilfslehrer, Präzeptor) an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt war als Lehrer in Leutershausen tätig: Hirsch Oppenheimer. Näheres zu ihm bei Laudenbach; ein Artikel aus dieser Zeit siehe unten. 
    
Leutershausen Israelit 26041900.jpg (73014 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. April 1900: Die israelitische Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle in Leutershausen, mit Filiale Jochsberg, erledigt sich bis zum 15. Juli dieses Jahrs. Das Einkommen beziffert sich auf 1.200 Mark nebst freier Wohnung und Heizung. Ferner ist noch Gelegenheit gegeben, in einer Nachbargemeinde den Religionsunterricht zu erteilen gegen eine Vergütung von 150 Mark. Ledige Bewerber wollen ihre Gesuche spätestens 15. Mai an den unterfertigten Kultusvorstand richten.   
Leutershausen (Mittelfranken), 23. April (1900). 
Max Enslein
, Kultusvorstand."      
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Dezember 1901
"Gesucht wird für die Monate April, Mai, Juni ein reichsangehöriger Lehrer zur Vertretung im Religionslehrer-, Schochet- und Vorsängerdienst bei einem Honorar von 350-400 Mark. Nur religiöse Bewerber belieben ihre Gesuche baldigst einzureichen an 
B. Friedmann,
Leutershausen, Mittelfranken."       
    
Leutershausen Israelit 02011902.jpg (44109 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1902: "Zur Vertretung im Lehrer-, Schochet- und Vorbeterdienst für die Monate April, Mai und Juni 1902 wird ein junger Lehrer bei einem Honorar von 400 Mark gesucht. Religiöse Bewerber belieben sich zu wenden an 
Lehrer Friedmann,
Leutershausen, Mittelfranken."      
  
Leutershausen Israelit 30091902.jpg (71852 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. September 1902: "Die erledigte Religionslehrer-, Schochet- und Vorbeterstelle Leutershausen - Jochsberg ist bis spätestens 1. Januar 1903 mit einem ledigen, seminaristisch gebildeten Herrn zu besetzen. Der Gehalt beläuft sich auf 14-1500 Mark. Auch ist Gelegenheit geboten, eine Filiale mit zu übernehmen. Gesuche mit Zeugnisabschriften sind zu richten an  
Max Enslein, Kultusvorstand, 
Leutershausen, Mittelfranken."    
   
Leutershausen Israelit 18071907.jpg (53593 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1907
"Wir suchen für unsere Gemeinde mit Filiale Jochsberg per 15. September dieses Jahres einen 
Vorbeter, Schächter und Religionslehrer. 
Gehalt inklusive Nebeneinkommen ca. 14-1500 Mark.
Leutershausen (Bayern). 
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde
."      
  
Leutershausen Israelit 13071911.jpg (48553 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1911: "Lehrer-Gesuch. 
Die Kultusgemeinde Leutershausen (Mittelfranken) hat die Stelle eines 
Religionslehrers, Vorbeters und Schochet 
sofort zu vergeben. Gehalt Mark 1.300 und ca. Mark 200 Nebenverdienste, freie Wohnung und Heizung. 
Reflektanten belieben ihre Gesuche nebst Zeugnisse an den Vorstand Herrn Max Enslein einzusenden."       
 
Leutershausen Israelit 09011919.jpg (45647 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Januar 1919: "Die israelitische Kultusgemeinde Leutershausen (Mittelfranken) mit Filiale Colmberg, sucht zum sofortigen Eintritt einen 
Religionslehrer, Vorbeter und Schächter
Festes Gehalt Mark 2.000.- Garantiertes Nebeneinkommen Mark 500. Wohnung, Beheizung, elektrisches Licht frei. Für volle Kost ist pro Monat Mark 60 zu zahlen. Nur ledige, seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Beifügung von Zeugnissen melden. 
Falk Stern, Vorstand."       

      
Artikel des jüdischen Lehrers Hirsch Oppenheimer (1891)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. März 1891: "Die Stellung der israelitischen Schulen und ihrer Lehrer in Bayern. Von Hirsch Oppenheimer.  
Leutershausen
, im Februar 1891. Der israelitische Volksschullehrer, der 'Elementarlehrer', genießt in Bayern dem israelitischen Religionslehrer gegenüber mancherlei Vorteile, die der Natur der Sache nach dem Letzteren ebenso gut zu Gute kommen sollten, wie dem ersteren..."     
Artikel wird nicht abgeschrieben, da es keine direkten Bezüge zur jüdischen Geschichte in Leutershausen gibt.  

     
     
Aus dem jüdischen Gemeindeleben      
Nationalsozialistische Gewalttat gegen einen jüdischen Viehhändler aus Leutershausen und weitere Vorkommnisse (1931)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 18. Dezember 1931: "Notschrei eines Kleinstadtjuden. Ein jüdischer Bürger aus Leutershausen schreibt an den Centralverein: 'Am Sonntag wurde in Leutershausen ein 22-jähriger jüdischer Viehhändler dort von dem nationalsozialistischen SA-Mann Kernstock aus Wiedersbach bei Leutershausen ohne jeden Grund mit einer Stahlrute mit vielen Schlägen über Kopf und Gesicht geschlagen, vollkommen blutüberströmt suchte er, weil er ganz unbewaffnet war, sich durch Flucht zu retten. Er wurde aber von dem Nazi-Rowdy wieder eingeholt und nochmals mit der Stahlrute misshandelt und konnte sich mit Mühe und Not in das Haus eines anderen jüdischen Bürgers retten und so vielleicht der Gefahr entgegen, ganz erschlagen zu werden. Dies ist aber nicht der einzige Fall, dass in Leutershausen die Juden sich Tätlichkeiten gefallen lassen müssen. Einen 13-jährigen Realschüler haben vor etwa drei Wochen etwa zehn Nazis überfallen und schwer misshandelt. Da aber keine weiteren Zeugen in der Nähe waren, konnte Anzeige nicht erstattet werden. Auch ich wurde im Juli dieses Jahres, nachts, als ich dort allein auf der Straße ging, ohne jeden Grund von zwei Nazis überfallen und mit Faustschlägen und Fußtritten misshandelt. Wegen dieser Sache schwebt zur Zeit ein Verfahren, da ich die Sache angezeigt habe und auch Zeugen benennen konnte. Diverse Vorstellungen beim zuständigen Stadtmagistrat wegen der andauernden Belästigungen der jüdischen Bürger waren ohne Erfolg; da der allergrößte Teil des ganzen Ortes (mindestens 80 Prozent) selbst lauter Nazis sind, können und wollen sie nichts dagegen unternehmen. Selbst alte jüdische Frauen von mehr als 70 Jahren erden auf der Straße angepöbelt, und zwar von 15-20-jährigen Lausejungen. Ja, man schämt sich nicht, vor ihnen auf der Straße auszuspucken. Die kleinen Volksschuljungen, die bei der Hitler-Jugend sind, halten abends nach 9 Uhr noch Nachtübungen ab."           

 
Kurz vor Beginn der NS-Zeit: der "Stürmer" hat es auf die Leutershausener Juden abgesehen (1931)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Februar 1931: "Nürnberg. Der in Nürnberg erscheinende 'Stürmer' sah es besonders auf die Juden im fränkischen Städtchen Leutershausen ab. Die gegen sie losgelassenen schweren Beschimpfungen und Verleumdungen wurden in Massenauflagen in der Gegend verbreitet und in jedes Haus bis zum letzten Dorfe getragen, sodass sich die Juden der Ortschaft kaum noch hinaustrauten. Die Juden erhoben Anklage, und der Redakteur Holz wurde vom Amtsgericht zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Auf seine Berufung wurde vom Landgericht die Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe von 600 Mark umgewandelt. Die 'Wahrheitsbeweise des 'Stürmers' werden in der Begründung als gescheitert bezeichnet, trotzdem wurden ihm unerklärlicherweise mildernde Umstände zugesprochen."    

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zum Tod von Lina Weil geb. Schön (aus Forth, gest. in Leutershausen 1877)  

Forth Israelit 09011878.jpg (53762 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Januar 1878: "Nachruf! Am 19. Tewet (= 25. Dezember 1877) starb dahier im Alter von 33 Jahren die Frau Lina Weil geb. Schön aus Forth. Welchen herben Verlust erlitt leider ihre Familie dadurch, welches schmerzliche Bedauern rief dieses sowohl bei ihrer Familie, als auch bei jedem Andern ohne Unterschied der Konfession hervor? Denn nicht nur das Glück ihrer Familie lag ihr am Herzen, sondern auch das Wohl eines jeden erfreute sie. Sie führte nicht nur ein echt jüdisch-häusliches Leben, sondern sie gab auch den Armen, sie speiste die Hungrigen. Der Allgütige möge ihr dafür seinen wohltuenden Frieden verleihen, er gebe ihr die selige Ruhe, welche sie wohl verdient hat.  
Leutershausen
, im Schwat 5638". (Januar 1878)   

  
Hinweis auf Tzipora (Hilde) Jochsberger (geb. 1920 in Leutershausen) 

Tzipora Jochsberger 010.jpg (15704 Byte)Die anerkannte Spezialistin für jüdische Musik (Erzieherin, Komponistin) Dr. Tzipora H. Jochsberger ist 1920 als Hilde Jochsberger in Leutershausen geboren. Ihre Eltern Nathan Jochsberger und Sophie geb. Enslein wurden nach der Deportation in der NS-Zeit ermordet. Dr. Jochsberger war von 1952 bis 1986 Founding Director des Kaufman Center [früher: Hebrew Arts School] in New York. 1986 schuf sie in Israel "The Israel Music Heritage Project" und erstellte unter anderem zehn Videos "A people and its Music" über die Musik der verschiedenen jüdisch-ethnischen Gruppen in Israel (dazu mehr im Beitrag von Sara Hershenson s.u.). 
Foto links: privat. 
- Einen Beitrag zu ihrem 90. Geburtstag in Jerusalem im Dezember 2010 verfasste Alexander von Papp: online eingestellt (pdf-Datei). 
- Von Alexander von Papp erschienen auch ein Beitrag in der "Jüdischen Allgemeinen" vom 3. Februar 2011: "Für Laien und Kinder. Musiktherapeutin Tzipora Jochsberger ist 90" (Link zum Artikel) sowie ein Artikel in der "Main-Post" vom 30. Dezember 2010: "Zum 90. Geburtstag von Tzipora Jochsberger: Würzburg bleibt ihr unvergessen" (Artikel als Bilddatei eingestellt).  
- Alexander von Papp: Die fränkische Heimat bleibt ihr unvergessen - die israelische Musikpädagogin Tzipra (Hilde) Jochsberger. Erschienen in: Frankenland I (Hrsg. vom "Frankenbund" www.frankenbund.de) März 2013 S. 57-64. 
online eingestellt (pdf-Datei)      
- Weiterer Beitrag von Sara Hershenson: Musicologist gives rich legacy to Israel. Beitrag in jweekly.com vom 12. Januar 2001.    
Weiterer Hinweis auf den Beitrag: Carol K. Ingall: Hava N'halela - Tzipora Jochsberger and Her Vision for the Hebrew Arts School. In: The Women who reconstructed American Jewish Education, 1910-1965, ed. by Carol K. Ingall. Brandeis University Press, Waltham/MA. 2010. S. 188-203. 

  
Hinweis auf die aus Leutershausen stammende Mutter des ehemaligen US-Außenministers Henry Kissinger: Paula Kissinger geb. Stern (1901-1998)  

Rechts: Artikel über einen Besuch von 
Henry Kissinger in Leutershausen
 
im "Mitteilungsblatt der Stadt Leutershausen/Mittelfr." vom 21. Mai 2010 
(erhalten von Alexander von Papp) 
Zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken   
Leutershausen MB 21052010.jpg (168422 Byte) Leutershausen MB 21052010a.jpg (103794 Byte)
     

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen       
Nach der Emigration: Hochzeitsanzeige für Nathan Gutmann und Inge geb. Gunther (1944)          

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 10. März 1944: 
"Nathan Gutmann   -  Inge Gutmann née Gunther. Married  
March 4, 1944.  
(formerly Leutershausen, Nürnberg)  (formerly Hoffenheim b. Heidelberg). 
35 Hillside Avenue, New York City."        

   
   
Weitere Dokumente 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; Erläuterungen gleichfalls von P.K. Müller)  

Briefumschlag von Heinrich Ansbacher,
 Inh. Gustav Ansbacher aus Leutershausen
 (1921)   
Leutershausen Dok 140701.jpg (329919 Byte)   
Der Brief von Heinrich Ansbacher, Inh. Gustav Ansbacher, wurde nach Regensburg am 3. Mai 1921 versandt. Heinrich Ansbacher hatte in Leutershausen ein Textilwarengeschäft, das von seinem Sohn Gustav Ansbacher weitergeführt wurde, nachdem Heinrich Ansbacher in den Ruhestand ging. Im Herbst 1932 entschloss sich Gustav Ansbacher mit seiner Familie (Frau: Babette geb. Eckmann von Jochsberg; zwei Söhne: Martin und Selmar) zum Umzug von Leutershausen nach Landshut (Grund: Anpöbelungen und spürbarer Antisemitismus). 1934 zogen die Söhne nach Berlin, die Eltern blieben in Landshut, bis sie einige Jahre später nach Schottland emigrieren konnten. Gustav Ansbachers Frau starb im Oktober 1948, er selbst 1955. Sohn Martin Anson (früher Ansbacher; geb. 1903 in Leutershausen, gest. 2003 in Glasgow); Sohn Selmar blieb unverheiratet und starb in den USA.
Im Amtsblatt Mittelfranken 1900, Seite 189 wird genannt: Ansbacher Heinrich, Kaufmann in Leutershausen. 
Quellen: http://www.gatheringthevoices.com/index.php/testimonies/view/14/8#latest   Weitere Quelle zur Ahnenforschung Leutershausen  

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge       
    
Zunächst war ein Betraum vorhanden. 1719 war er in einem jüdischen Wohnhaus eingerichtet. In diesem Jahr kaufte die Judenschaft das Gebäude. Allerdings war das Gebäude damals bereits in schlechtem Zustand. Der jüdischen Gemeinde wurde die Auflage gemacht, möglichst bald eine neue Synagoge zu erbauen. Durch Reparaturen des bisherigen Gebäudes konnte der Neubau einige Zeit hinausgeschoben werden. 
 
Zum Bau einer Synagoge südlich der markgräflichen Zehntscheune erhielt die jüdische Gemeinde am 4. Januar 1751 die herrschaftliche Erlaubnis. 1755 konnte sie eingeweiht werden. 
 
Nach 1840 erfolgte eine umfangreiche Außen- und Innen-Reparatur des Gebäudes. Für die Reparaturkosten wurden insgesamt 753 Gulden veranschlagt, die von den Gemeindegliedern nicht aufgebracht werden konnten. Vom König wurde im Dezember 1841 die Durchführung einer Kollekte bei allen jüdischen Gemeinden im Königreich Bayern genehmigt. Die im Laufe des Jahres 1842 durchgeführte Kollekte erbrachte 347 Gulden. Der restliche Betrag war von den jüdischen Familien zu erbringen beziehungsweise durch einen Kredit aufzunehmen.      
   
180 Jahre lang war das Gebäude Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in der Stadt.     
    
Im Oktober 1935 wurden aus der Synagoge einige Gegenstände geraubt. Während der Jüdischen Feiertage Ende September/Anfang Oktober 1938 versuchte die Stadtverwaltung, die noch am Ort lebenden jüdischen Personen zu zwingen, die Synagoge für wenige Mark zu verkaufen, ihre Häuser aufzugeben und den Ort zu verlassen. Am 14. Oktober wurden die Fenster eines jüdischen Wohnhauses und die der Synagoge eingeschlagen. In der Nacht vom 16. Oktober 1938 wiederholten sich die Ausschreitungen unter Beteiligung zahlreicher Einwohner. Die jüdischen Häuser wurden überfallen, der Hausrat zerschlagen und die Bewohner misshandelt. Etwa 40 bis 50 Personen brachen in die Synagoge ein und zerstörten das gesamte Inventar einschließlich der Ritualien. 
 
Das beschädigte Synagogengebäude blieb erhalten und wurde nach 1945 zu einem Wohnhaus umgebaut, das bis heute erhalten ist.   
   
   
 
Adresse/Standort der Synagoge  Untere Marktgasse 6   (1932: Marktgasse 36)      
   
   
Fotos  
(Quelle: historische Innenaufnahme von Theodor Harburger, veröffentlicht in Pinkas Hakehillot s.u. S. 313 und in ders.: Die Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Bd. 2 1998 S. 379. die Pläne und das sw-Foto der Synagoge aus Stimpfig s. Lit. S. 40.41.95) 

Die Synagoge in Leutershausen   Leutershausen Synagoge 191.jpg (209230 Byte)  
     Historischer Stadtplan mit Eintragung
 des Synagogenstandortes  
 
       
   Leutershausen Synagoge 110.jpg (71532 Byte) Leutershausen Synagoge 190.jpg (79935 Byte)
   Historische Innenaufnahme
von 1928: Blick zum Toraschrein
Die ehemalige Synagoge als Wohnhaus
(Aufnahme von 1990)
     
Wohnungen der jüdischen Familien in
 Leutershausen 1920er-/1930er-Jahre
Leutershausen Stadt 115.jpg (182842 Byte)   
       

    
      

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Leutershausen    

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 195-196.   
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 166;  1992² S. 175
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 313-314.   
Karl Ernst Stimpfig: Die Juden in Leutershausen, Jochsberg, Colmberg und Wiedersbach. Eine historische Dokumentation. 1999. Private Taschenbuchausgabe 2005.  
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Leutershausen S. 404-415.  

   

Reese Lit 020.jpg (145046 Byte) S. Kleine Schriftenreihe Region Hesselberg Band 6. 
Hrsg. von Gunther Reese, Unterschwaningen 2011. ISBN 978-3-9808482-2-0  
Zur Spurensuche nach dem ehemaligen jüdischen Leben in der Region Hesselberg lädt der neue Band 6 der 'Kleinen Schriftenreihe Region Hesselberg' ein. In einer Gemeinschaftsarbeit von 14 Autoren aus der Region, die sich seit 4 Jahren zum 'Arbeitskreis Jüdisches Leben in der Region Hesselberg' zusammengefunden haben, informieren Ortsartikel über Bechhofen, Colmberg, Dennenlohe, Dinkelsbühl, Dürrwangen, Feuchtwangen, Hainsfarth, Heidenheim am Hahnenkamm, Jochsberg, Leutershausen, Mönchsroth, Muhr am See (Ortsteil Altenmuhr), Oettingen, Schopfloch, Steinhart, Wallerstein, Wassertrüdingen und Wittelshofen über die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinden. Am Ende der Beiträge finden sich Hinweise auf sichtbare Spuren in Form von Friedhöfen, Gebäuden und religiösen Gebrauchsgegenständen mit Adressangaben und Ansprechpartnern vor Ort. Ein einleitender Beitrag von Barbara Eberhardt bietet eine Einführung in die Grundlagen des jüdischen Glaubens. Eine Erklärung von Fachbegriffen, ein Literaturverzeichnis und Hinweise auf Museen in der Region runden den Band mit seinen zahlreichen Bildern ab. Das Buch ist zweisprachig erschienen, sodass damit auch das zunehmende Interesse an dem Thema aus dem englischsprachigen Bereich abgedeckt werden kann, wie Gunther Reese als Herausgeber und Sprecher des Arbeitskreises betont. Der Band mit einem Umfang von 120 Seiten ist zum Preis von 12,80 €- im Buchhandel oder im Evangelisch-Lutherischen Pfarramt Mönchsroth, Limesstraße 4, 91614 Mönchsroth, Tel.: 09853/1688 erhältlich E-Mail: pfarramt.moenchsroth[et]elkb.de.    

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Leutershausen  Middle Franconia. Jews were present with full civil rights in the mid-15th century. They lived there again in 1520-40 and from 1612. In 1890 they numbered 81 and in 1933, 32 (total 1.400), mostly engaged in the cattle trade. In October 1938, the synagogue was twice vandalized and Jewish homes were wrecked. By February 1939 all the Jews had left the town.   
       
        

                   
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Stand: 05. Juni 2017