Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Treuchtlingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)          
    
In Treuchtlingen lebten Juden bereits im Mittelalter. Sie waren von der Verfolgung in der Pestzeit 1348/49 betroffen. Ob es zur Bildung einer Gemeinde gekommen ist, ist unbekannt.   
  
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht auf die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Erste Nachweise von jüdischen Niederlassungen stammen aus der Zeit Ende des 16. Jahrhunderts, als Treuchtlingen den Grafen von Pappenheim gehörte. Zunächst benutzten die jüdischen Einwohner Treuchtlingens die Synagoge und den Friedhof der Pappenheimer Juden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstand in der Stadt jedoch eine der wichtigsten jüdischen Gemeinden in Bayern. Zuzug erhielt die Gemeinde u.a. nach der Ausweisung der Juden im Herzogtum Pfalz-Neuburg 1741 (vgl. Monheim).  
  
Im 19. Jahrhundert erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner ihren Höhepunkt 1837 mit 282 Personen (17,7 % von insgesamt 1.590 Einwohnern). In den folgenden Jahrzehnten ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück (1890 158 Personen, d.h. 5,6 % von 2.811 Einwohnern, 1910 128 Personen, d.h. 3,3 % von 3.858 Einwohner).  
    
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Elementar-(Volks-) und Religionsschule, ein rituelles Bad sowie einen eigenen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Rabbiner angestellt (bis 1873), danach ein Elementarlehrer sowie ein Vorbeter (Kantor). Letzterer war auch als Schochet (Schächter) tätig. Zu einzelnen Personen siehe unten bei den Berichten.   
  
Treuchtlingen war bis 1873 Rabbinatssitz. Letzter Rabbiner war seit 1826 - damals als Nachfolger von Rabbi Jakob Meschulam Feist - Rabbiner Isaak Pinkas Skutsch (1800 - 1873 in Treuchtlingen). Danach gehörte die Gemeinde zum Distriktsrabbinat Schwabach. 1932 wurde das Schwabacher Rabbinat aufgelöst und für kurze Zeit ein selbständiges Rabbinat Treuchtlingen unter der Führung des Schwabacher Rabbiners Dr. Salomon Mannes errichtet. Seit 1935 wurde die Gemeinde durch Rabbiner Abraham (Adolf) Isaak Klein von der orthodoxen Gemeinde Nürnberg betreut. Über die Einrichtung des Rabbinates 1932 berichtet die Zeitschrift "Der Israelit":

Treuchtlingen Israelit 29091932.jpg (96270 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1932: "München, 25. September (1932). Ganz entgegen der Entwicklung in Bayern, die einer Zusammenlegung der Klein-Rabbinate zustrebt, errichtet die Gemeinde Treuchtlingen mit dem 1. Oktober ein selbständiges Rabbinat. Treuchtlingen war bis zum Jahre 1873 ein besonderes Rabbinat zuletzt unter Rabbiner Skutsch. In jenem Jahr schloss sich Treuchtlingen an die Person des Rabbiners Wissmann, des damaligen Rabbiners des Distriktsrabbinats Schwabach, an. Unter dessen Nachfolger Rabbiner Dr. Mannes blieb der Status quo, dass Treuchtlingen rechtlich nicht zum Distriktsrabbinat Schwabach als solchem gehörte. Als mit dem 1. Juli das Distriktsrabbinat Schwabach aufgelöst wurde, schlossen sich fast alle Gemeinden entweder an das Rabbinat Ansbach oder nach Nürnberg an. Treuchtlingen, das in gemeindepolitischer Hinsicht energisch seine kulturellen Interessen wahrt, beschloss nun in Anbetracht der – jedenfalls in Treuchtlingen – Tradition gewordenen Anhänglichkeit und Entgegenkommen zu ihrem Rabbiner von neuem ein selbständiges Rabbinat Treuchtlingen unter dem ihnen lieb gewordenen Rabbiner Dr. Mannes zu errichten.
So zeigt sich wieder einmal, dass eine Gemeinde, der Jüdischkeit nicht nur Deckmantel des Selbstvorteils ist, vieles auch gegen den Willen übergeordneter Organe durchsetzen kann."  

Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Jacob Bacharach (geb. 9.3.1895 in Treuchtlingen, gef. 6.8.1915), Albert Guldmann (geb. 10.11.1894 in Treuchtlingen, gef. 30.9.1915), Otto Guldmann (geb. 16.6.,1898 in Treuchtlingen, gef. 7.4.1918), San.Gefreiter Max Gutmann (geb. 1.10.1892 in Heidenheim, gef. 4.10.1917) und Hermann Oppenheimer (geb. 3.7.1893 in Treuchtlingen, gef. 21.3.1918).      
  
Um 1925
, als noch 115 Gemeindeglieder gezählt wurden, gehörten dem Synagogenvorstand an: Albert Neuburger, Siegfried Mayer, W. Bürger, H. Naumburg, L. Weinmann, A. Bacharach, H. Lang. Als Lehrer an der privaten Jüdischen Volksschule war Bernhard Fulder tätig (von 1911 bis zur Zurruhesetzung 1933), als Kantor und Schochet Moses Kurzweil. An jüdischen Vereinen bestanden die Chewra Kadischa (Wohltätigkeits- und Beerdigungsverein), der Israelitische Frauenverein, eine Ortsgruppe der Agudat Jisroel und ein Armenunterstützungsverein.  
  
1933 wurden noch 119 jüdische Einwohner gezählt (2,8 % von insgesamt 4.237 Personen). Durch die zunehmende Entrechtung und zahlreiche gewaltsame und entwürdigende Aktionen gegen die Juden der Stadt verzogen immer mehr in andere Städte oder wanderten aus Deutschland aus. Beim Novemberpogrom 1938 kam es in Treuchtlingen zu äußerst brutalen Szenen. SA-Männer, verstärkt durch zahlreiche Einwohner (auch Frauen und Schulkinder) drangen in die insgesamt 26 jüdischen Häuser ein. Der Hausrat wurde vernichtet, Wertsachen, Kleidung und Wäsche geraubt. Das Haus der Arztes Dr. Siegfried Meyerson wurde zerstört, seine große Bibliothek ins Rathaus verschleppt, worauf er Selbstmord beging. Ein anderer alter Mann, Adolf Salomon, wurde schwer verprügelt, weil er einen Revolver im Haus hatte. Die meisten jüdischen Einwohner flohen aus der Stadt. Fünf wurden festgenommen und wochenlang in Gefängnissen festgehalten. Bis Ende Dezember 1938 verließen mit zwei Ausnahmen alle jüdischen Einwohner die Stadt. Zehn konnten noch auswandern, 62 verzogen innerhalb von Deutschland. Ein Teil der Schicksale ist bis heute nicht aufgeklärt.   
     
Von den in Treuchtlingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Betty Adler geb. Stettauer (1865), David Bacharach (1898), Ilse Bacharach (geb. ?), Margot Bacharach (1931), Elisabeth Berger geb. Kallmann (1909), Benno Bieringer (1881), Irma Bieringer (1922), Johanna Bieringer geb. Bacharach (1896), Ida Braun geb. Oestreicher (1884), Sabine Dachauer geb. Oestreicher (1878), Thekla Engelmann geb. Naumburg (1896), Antonie Firnbacher geb. Lang (1870), Else Frank geb. Levi (1908), Pinchas Frank (1937), Ruth Rosa Frank (1934), Salomon Frank (1903), Benjamin (Benno) Freimann (1914), Adolf Fuldauer (1929), Jakob Fuldauer (1936), Julie Fuldauer geb. Bacharach (1907), Max Fuldauer (1932), Rudolf Fuldauer (1901), Ida Fulder geb. Naumburg (1901), Philippine Grünbaum geb. Stettauer (1857), Betty (Babette) Guldmann (1889), Leo Hänlein (1902), Max Hänlein (1864), Paula Hänlein geb. Lang (1904), Josef Herz (1926), Ludwig Herz (1872), Max Herz (1928), Selma Horwitz geb. Oestreicher (1883), Paula Hummel geb. Lang (1904), Amalie Jakobi geb. Bronner (1868), David Jochsberger (1885), Herbert Jochsberger (1921), Klara Jochsberger (1893), Martin Jochsberger (1926), Lea Kurzweil (1884), Moshe Kurzweil (1874), Alexander Lang (1861), Fanny Lang (1887), Hermann Lang (1873), Julius Lang (1876), Leopold Lang (1869), Lothar Lang (1934), Ludwig Lang (1888), Max Lang (1864), Frieda Lehmann geb. Lang (1867), Klothilde Lion geb. Lang (1910), Jeanette Marx geb. Oestreicher (1857), David Meier (1865), Siegfried Meyerson (1864), Resi (Rosi) Naumburg (1910), Ludwig Oestreicher (1886), Ullrich Oestreicher (1886), Bernhard Oppenheimer (1902), Max Reinemann (1883), Frieda Salomon (1897), Irma Salomon (1902), Paula Stahl geb. Oestreicher (1889), Ludwig Strauss (1905), Ludwig Strauß (1926), Ruth Strauß (1929), Regine Tunko geb. Bibinger (1897).  
     
     
     
Aus dem Leben der jüdischen Gemeinde      
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule  
Jüdische Familien in Treuchtlingen suchen 1854 einen qualifizierten Lehrer für ihre Kinder    

Treuchtlingen AZJ 13111854.jpg (72664 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. November 1854: "Mehrere Familienväter hiesigen Ortes wünschen für ihre Jugend einen israelitischen Lehrer, ledigen Standes, in provisorischer Eigenschaft aufzunehmen mit folgenden Ansprüchen: 
1) gehörigen allgemeinen Unterricht in den Elementen und höheren Gegenständen, insonders auch im Französischen; 
2) den Unterricht im Hebräischen, selbst in Mischna und Talmud; 
3) Musik möchte sehr empfehlungswert sein.
Über diese Kenntnisse muss derselbe mit genügenden Zeugnissen sich ausweisen. Bezüglich des Gehalts, Kost und Logis möge man sich in portofreien Briefen an den Unterzeichneten wenden. Otto Neustein in Treuchtlingen (Mittelfranken)."

    
Ausschreibungen der Stellen des Elementarlehrers (Volksschullehrers) sowie des Vorbeters und Schächters (Schochet) 1878 / 1879 / 1887 / 1890 / 1923  

Ausschreibungen der Elementarlehrerstelle zur Zeit des Gemeindevorstehers Samuel Hirschmann 1878/79:  
Treuchtlingen Israelit 05061878.jpg (26162 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1878: "Vakanz. Die hiesige israelitische Elementarlehrerstelle wird Anfangs Juni dieses Jahres erledigt und soll sofort besetzt werden. Reflektanten wollen sich gefälligst unter Vorlage ihrer Zeugnisse an den unterzeichneten Vorstand wenden. Treuchtlingen (Bayern), 14. Mai 1878. 
S. Hirschmann, Kultusvorstand". 
 
Bereits Ende 1879 wurde die Stelle wieder ausgeschrieben, nachdem sie im Jahr zuvor nur provisorisch besetzt worden war. 
Treuchtlingen Israelit 24121879.jpg (43316 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Dezember 1879: "Die seit dem 1. Oktober 1878 provisorisch verweste Stelle eines Elementarlehrers ist bis längstens 1. Mai 1880 wieder definitiv zu besetzen. Diese Stelle bietet außer dem fassionsmäßigen Gehalt bedeutende Nebenverdienste. Ebenso ist eine sehr hübsche Lehrerwohnung mit Garten vorhanden. Bewerber um diese Stelle wollen baldigst ihre Zeugnisse bei dem unterzeichneten Kultusvorstand einsenden. Nähere Auskunft wird bereitwilligst erteilt. Treuchtlingen, im Dezember 1879. Sam. Hirschmann, Kultusvorstand."
   
Auf diese Ausschreibung hin wurde die Stelle definitiv mit Hauptlehrer Jakob Heß besetzt, der bis 1911 als Hauptlehrer an der jüdischen Volksschule in Treuchtlingen tätig sein sollte. 
Hinweis: Lehrer Jakob Heß wird bei der Beisetzung von Fanni Heß in Reichenberg 1882 als deren Neffe genannt.  
 
 
Zusätzlich zum Hauptlehrer hatte die jüdische Gemeinde in Treuchtlingen als weiteren Kultusbeamten einen Vorbeter/Kantor, der zugleich als Schächter (Schochet) tätig war. Zwei Ausschreibungen von 1887 und 1890 liegen vor. Die erste erschien nach dem Tod des langjährigen Vorbeters Abraham Naumburg (s.u.), der 27 Jahre lang als Vorbeter und Schochet in der Gemeinde tätig war. Auf die zweite Ausschreibung von 1890 hin bewarb sich erfolgreich Marx Oppenheimer, der von 1890 bis 1920 in der Gemeinde tätig sein sollte. 
 
Treuchtlingen Israelit 14031887.jpg (53228 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1887: "Vakante Kantor- & Schochet-Stelle. Durch das Ableben unseres bisherigen Kantors und Schochet ist dessen Stelle erledigt und soll baldigst wieder besetzt werden. Das Erträgnis dieser Stelle ist 1.400 Mark nebst freier Wohnung und guten Nebenverdiensten. Bewerber orthodoxer Richtung mit musikalischer Bildung wollen unter Angabe ihrer bisherigen Amtstätigkeit und ihrer Verhältnisse sich an den Unterzeichneten werden. Treuchtlingen (Bayern), 25. Februar 1887. Der Kultusvorstand: J. Bürger."
  
Treuchtlingen Israelit 21071890.jpg (63860 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juli 1890: "Die Vorbeter- und Schächterstelle zu Treuchtlingen (Bayern) ist erledigt und soll bis zum 15. Oktober dieses Jahres wieder besetzt werden. Die mit dieser Stelle verbundenen Gehaltsbezüge sind: 1) Bar aus der Gemeindekasse Mark 400. 2) Bar aus Stiftungen Mark 200. 3) Ertrag der Schechita Mark 530. 4) Ertrag der Mikwa Mark 100. 5) Ertrag des Friedhofes Mark 170.  Zusammen: Mark 1.400.
Außerdem noch gute Nebenverdienste und freie Wohnung. Reisevergütung erhält nur der Gewählte. Ausländer sind ausgeschlossen. Meldungen sind unter Beischluss von Zeugnissen oder beglaubigter Abschriften innerhalb 4 Wochen an die Kultusverwaltung zu richten. 
Treuchtlingen, 17. Juli 1890. Der Kultusvorstand: S. Hirschmann". 
Auf diese Ausschreibung hin bewarb sich Marx Oppenheimer (s.u.), der bis 1920 in der Gemeinde tätig sein sollte.
  
Treuchtlingen Israelit 29111923.jpg (29067 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1923: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle des Vorbeters und Schochets baldigst zu besetzen. Streng religiöse Bewerber wollen sich schriftlich melden. Israelitische Kultusgemeinde Treuchtlingen."   

     
Zum Tod von Abraham Naumburg, 27 Jahre lang Vorbeter und Schochet der Gemeinde, 45 Jahre lang Mohel (Beschneider) in der Umgebung (1886) 

Treuchtlingen Israelit 16121886.jpg (270797 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1886: "Treuchtlingen (Bayern).' Einen großen Schaden hat die Tochter meines Volks erlitten, einen sehr schmerzlichen Schlag'. Dieses Klagewort des Propheten Jeremias (nicht: Jesajas) 14,17 konnte die hiesige Gemeinde mit Recht ausrufen, als sie am Montag den 6. dieses Monats die schmerzliche Kunde vernahm: Herr Abraham Naumburg hat nach 12stündiger Krankheit unerwartet und plötzlich sein edles Erdenwallen vollendet. Schmerzergriffen und tieferschüttert mochte keiner an das Unerwartete glauben, da der Verblichene noch Abends zuvor dem Maariw-(Abend-)Gottesdienste munter angewohnt hatte. Von der hohen Achtung und der allseitigen Liebe, welche der edle Verblichene sich im Leben zu erwerben verstanden, gab das großartige Leichenbegängnis, dem sich nicht allein sämtliche hiesige Gemeindemitglieder, sondern auch fast alle diejenigen aus Ellingen, Berolzheim und Pappenheim, sowie die Geistlichkeit der beiden christlichen Konfessionen, die Lehrer, sonstige Beamten und der größte Teil der gesamten Einwohnerschaft dahier angeschlossen haben, rühmendes Zeugnis. Herr Lehrer Heß dahier, ein treuer Freund des Verstorbenen, schilderte in ergreifenden und zu Herzen sprechenden Worten das Leben und Wirken des Heimgegangene. Der Heimgegangene war dahier geboren, am 2. Dezember 1818 und verehelichte sich im Mai 1950 mit seiner ihm stets treu zur Seite stehenden, und um ihn tieftrauernden Gattin. Von seinen vier Söhnen leben drei in Amerika, während der jüngste derselben ihn in seinem Amte unterstützte. Als Kantor und Schochet fungierte er ca. 8 Jahre in Pappenheim und 27 Jahre in seiner Heimatgemeinde. Vor 1 1/2 Jahren überreichte ihm die Gemeinde in Anerkennung seines verdienstvollen Wirkens einen silbernen Pokal mit sinniger Widmungsinschrift zum 25-jährigen Jubiläum. Als gewandter Mohel (Beschneider) fungierte er 45 Jahre in hiesiger Gegend und hat er 354 in den Bund Abrahams eingeführt- Ein treuer, liebender Gatte, ein besorgter Vater, war er ein streng pflichttreuer Beamter, ein rechtschaffener Bürger der Gemeinde und des Staates. Der edlen Tonkunst eifriger Verehrer, huldigte er derselben nicht zu profanen Zwecken, sondern sie vor allem in den Dienst seines Gottes stellend, indem er hier einen Männer- und Knabenchor einführte und so ungemein zur Hebung der Andacht beim Gottesdienste beitrug. Gewissenhaft war er auch als Schochet (Schächter). Mit seinen übrigen guten Eigenschaften verband er die Liebe zum Frieden, den er nicht nur zwischen sich und der Gemeinde zu erhalten wusste, sondern auch Differenzen zwischen Einzelnen mit Nachdruck auszugleichen suchte. Fröhlich mit den Fröhlichen, trauerte er auch mit den Trauernden und wusste manch schönes Trosteswort zum Herzen zu sprechen. Selbst als die letzten Jahre ihm seinen Dienst durch ein eingetretenes Leiden beschwerlich machen, versah er denselben mit größter Pünktlichkeit und war er ganz mit seinem Berufe verwachsen. Die Seinigen, seine Freunde und seine Gemeinde, fühlen tief seinen Verlust und wird letzterer als Chasan (Vorbeter) nicht leicht zu ersetzen sein. Im Auftrage der Verwaltung legte der Redner in warmen, tiefempfundenen Worten den Dank und die Verehrung an der Bahre des edlen Verblichenen nieder.  Mit den Worten des Trostes an die trauernden Hinterbliebenen und an die Gemeinde schied der Redner als Freund vom Freunde und schloss mit einem innigen Gebet für das Seelenheil des nun in den Gefilden des Lichtes weilenden wahrhaft frommen und edlen Beamten und Menschen, dem wir alle ein treues Andenken bewahren werden, dauernder als Stein und Erz, weil es in den Herzen gegründet. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

  
Hinweis auf Kantor Eduard Goldberg (vermutlich von 1887 bis 1890 Kantor und Schächter in Treuchtlingen) 

Anmerkung: der Hinweis auf Eduard (Esril) Goldberg konnte auf Grund einer Mitteilung von Raimund Wolfert (Berlin) eingearbeitet werden. Kantor Goldberg (geb. 21. März 1852 in Przedbory nördlich von Warschau; gest. 1922 in Berlin, wo er bis kurz vor seinem Tod Oberkantor der Synagogengemeinde in Berlin-Lichtenberg war) war seit den 1880er-Jahren in mehreren Städten und Gemeinden des Deutschen Reiches als Kantor und Schächter tätig. Die erste Stelle war in Treuchtlingen. Seine Frau war Sara geb. Burstyn (geb. 7. April 1862 in Cherps). Das Ehepaar hatte sechs Kinder. Die Tochter Selma und der Sohn Wilhelm wurden 1887 und 1889 in Treuchtlingen geboren, die anderen Kinder kamen im Raum Posen zur Welt. Alle Mitglieder der engeren Familie überlebten den Holocaust, unter anderem in Norwegen. 
Der genannte, in Treuchtlingen geborene Sohn Wilhelm Goldberg (1889-1964) wird auch im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (Hrsg. von Josef Focht) als Sänger und Musikpädagoge genannt (kurzer Artikel).  
Hinweis: Raimund Wolfert (Berlin) erstellte zur Geschichte der Familie Goldberg die nachstehend genannte Publikation: Kontakt zum Autor über Raimund.Wolfert[at]t-online.de.       
 
Treuchtlingen Goldberg Lit 010.jpg (74000 Byte)Raimund Wolfert: Die Goldbergs. Zwischen Friedenstempel, Lunapark und Haus der Modeindustrie. Hentrich & Hentrich - Centrum Judaicum Berlin 2015 
(Jüdische Miniaturen Hrsg. von Hermann Simon Bd. 164). 

  
Neujahrsgrüße von Lehrer/Kantor Marx Oppenheimer (1898)
     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1898: "Allen Verwandten, Freunden und Bekannten wünschen wir 'Einschreibung und gute Besiegelung'. 
Kantor M. Oppenheimer und Frau, Treuchtlingen".    

   
Kantor Marx Oppenheimer empfiehlt seine koscheren Gänse (1901)
       

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. November 1901: 
"Koscher - Fette junge Fressgänse - Koscher 
per Pfund 65 Pfg., fortwährend zu haben bei Kantor 
M. Oppenheimer, Treuchtlingen

Referenzen: Seiner Ehrwürden Herren Rabbiner Wißmann, Schwabach und Dr. P. Kohn, Ansbach."     

 
Anzeige von Lehrer Jakob Heß (1901)
   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1901: "Gegen hohen Lohn suche für zwei ältere Leute ein braves, solides Mädchen im Alter von 16-19 Jahren aus Süddeutschland, das auch in der Haushaltung Bescheid weiß. Gute Behandlung zugesichert. Bedeutende Geschenke!  
J. Heß,
Lehrer, Treuchtlingen. (Mittelfranken)."  

     
Zum Tod
von Marx Oppenheimer, 30 Jahre lang Vorb
eter und Schochet der Gemeinde sowie Mohel (Beschneider) in der Umgebung (1920)    

Treuchtlingen Israelit 06011921.jpg (146475 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Januar 1921: "Treuchtlingen, 28. Dezember (1920). Wir haben heute einen Mann zu Grabe getragen, der es verdient, dass man auch von dieser Stelle aus seiner ehrend gedenkt. Marx Oppenheimer aus Miltenberg, der 41 Jahre im Amt und hier allein 30 Jahre als Chasan uSchochet (Vorbeter und Schächter) segensreich wirkte, ist vorigen Sonntag nach mehrwöchiger, schwerer Erkrankung im Alter von 59 ¾ Jahren in ein besseres Leben abgerufen worden. Heute fand nun die Beisetzung statt, unter großer Teilnahme von Nah und Fern.
Im Auftrag der Kultusgemeinde und der Familie und im Namen des Rabbinats gab Herr Distriktsrabbiner Dr. Mannes, Schwabach, seiner Klage beredten Ausdruck über den Tod dieses Mannes und betonten den hohen Pflichteifer und die strenge Gewissenhaftigkeit des Entschlafenen. Herr Hauptlehrer Fulder bekundete seinen Schmerz über das Scheiden seines Freundes und Kollegen, dessen Heimgang nicht nur für Familie und Gemeinde, sondern auch für weite Kreise einen herben Verlust bedeute. Nahm doch der Verstorbene regen Anteil am jüdischen Leben und an gemeinnützigen Bestrebungen und fungierte jahrzehntelang als Mohel (Beschneider), dabei kein Opfer scheuend. Redner sprach noch im Namen des Israelitischen Lehrervereins innigen Dank für das rege Interesse des Haniftar (Verstorbenen) für die Bestrebungen des Vereins.
Herr Kultusvorstand Oestreicher nahm mit innigen Worten Abschied von dem treuen Freund, mit dem er stets in echter Harmonie gelebt und sprach namens der Kultusgemeinde herzlichen Dank für die treue Führung der Ämter als Schochet (Schächter) und Chasan (Vorbeter). Herr Neufeld, Nürnberg, Vorstand des Kantorenverbandes in Bayern, gedachte des verstorbenen Freundes in ehrenden Worten und dankte dem treuen Verwaltungsmitglied seines Vereins für all die großen Dienste, namentlich für die reichliche Unterstützung der Waisen und Witwen. Möge der trauernden Familie, die in den Kriegsjahren durch den Tod zweier hoffnungsvoller Söhne soviel Leid erfahren, Sechut HaNiftar (das Verdienst des Verstorbenen) beistehen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

  
Jakob Heß wird zum Hauptlehrer ernannt (1908)  

Kirchheimbolanden Israelit 09011908.jpg (25778 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Januar 1908: "Aus Bayern, 3. Januar (1903). Den Titel Hauptlehrer erhielten am 1. Januar die Herren Max Behr in Regensburg, Jakob Heß in Treuchtlingen, Simon Silbermann in Kirchheimbolanden und Michael Wolf in Winnweiler."


Zur Wahl von Hauptlehrer Bernhard Fulder aus Diespeck in der Nachfolge von Hauptlehrer Jakob Heß (1911)    
Anmerkung: Lehrer Bernhard Fulder ist 1866 in Thüngen geboren. Nach seinem Studium an der ILBA in Würzburg, war er insbesondere  von 1896 bis 1911 Lehrer in Diespeck, danach bis nach 1933 in Treuchtlingen. Er wohnte zuletzt im Altersheim in Gailingen, von wo aus er im Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich deportiert wurde. Hier ist er bereits im November 1940 umgekommen.       

Treuchtlingen FrfIsrFambl 26051911.jpg (16682 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom  26. Mai 1911: "Treuchtlingen. Als Nachfolger des nach 52jähriger Dienstzeit in Pension gehenden Hauptlehrers Heß wurde Hauptlehrer Fulder - Diespeck gewählt."  

       
Nachfolger im Amt des Vorbeters und Schochet: Max Oppenheimer (1921)  

Treuchtlingen Israelit 20011921.jpg (21127 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Januar 1921: Treuchtlingen, 10. Januar (1921). Die hiesige Kultusgemeinde hat zum Nachfolger des kürzlich verstorbenen Chassan uSchochet (Kantors und Schächters) Max Oppenheimer, einstimmig dessen Sohn, Zögling des Würzburger Seminars erwähnt."   

    
Zurruhesetzung von Lehrer Bernhard Fulder (1933)

Treuchtlingen BayrIsrGZ 15011933.jpg (21614 Byte)Artikel aus der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Januar 1933: "Kollege Fulder Treuchtlingen tritt Ende des Schuljahres in den Ruhestand. Wir wollen jetzt schon unsere Kollegen auf die Lehrerstelle an der privaten Volksschule Treuchtlingen hinweisen. Mit dem Lehramte soll auch das Kantorat und die Schechita verbunden werden."  

  
Die jüdische private Volksschule wird auch nach der Zurruhesetzung von Lehrer Fulder weitergeführt (1933) 

Treuchtlingen Israelit 19011933.jpg (59010 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1933: "Treuchtlingen, 8. Januar (1933). Den staatlichen Sparmaßnahmen ist schon vor mehreren Jahren die hiesige staatliche jüdische Volksschule zum Opfer gefallen. Der Leiter derselben, Herr Hauptlehrer Fulder, der auf Wartegeld gesetzt und später pensioniert worden war, hat aber den Unterricht an der von der Gemeinde als Privatschule weiter geführten Schule bisher erteilt. Da Herr Fulder aber demnächst in den endgültigen Ruhestand tritt, hat die Gemeinde beschlossen, trotz der großen Opfer, die ihr dabei auferlegt werden, die Schule auch fernerhin als private Volksschule weiter zu führen und wieder einen Volksschullehrer einzustellen." 

  
Ausschreibung der Lehrerstelle (1933) 

Treuchtlingen Israelit 26011933.jpg (39159 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1933: "Wir suchen zum 15. April 1933 für unsere private Volksschule einen jüngeren Lehrer, streng orthodox, der möglichst die Anstellungsprüfung abgelegt und entsprechende Praxis im Volksschulunterricht hat. Derselbe muss gleichzeitig den Dienst als Chasen (Vorbeter) und Schochet versehen. Besoldung nach der Besoldungsordnung des Verbandes der Bayerischen israelitischen Gemeinden. Bewerbungen erbeten an Israelitische Kultusgemeinde Treuchtlingen."   

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Patriotische Feier in der Gemeinde 1882 zum Geburtstag von König Ludwig II. (geb. 25. August 1845)   

Treuchtlingen Israelit 20091882.jpg (235528 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1882: "Treuchtlingen. Gestatten Sie mir, Ihnen und der verehrlichen Leserwelt des 'Israelit' von einer Feier zu berichten, deren erhebender Abschluss gewiss im Herzen aller Leser einen freudigen Widerhall finden wird. Von Seiten des Vorstandes der israelitischen Gemeinde dahier war beschlossen, das Geburts- und Namensfest Seiner Majestät, unseres allgeliebten Königs durch einen Festgottesdienst zu begehen. Am Vorabende des Festes versammelte sich die israelitische Casinogesellschaft in ihrem festlich dekorierten Lokale, woselbst der Vorstand der Gesellschaft, Herr B. Oestreicher, zur regen Teilnahme am kommenden Tage aufforderte. Es herrschte eine sehr gehobene Stimmung, man sang die Nationalhymne und brachte Seiner Majestät begeisterte 'Hoch.' Zum Feste selbst erschien die ganze israelitische Gemeinde und sonstige Festteilnehmer in festlichem Gewande in der völlig beleuchteten Synagoge. Herr Lehrer Heß hielt die Festrede. Mit begeisterten, von echter Vaterlandsliebe durchglühten Worten, entzündete er Aller Herzen. Der Redner gedachte in gewählten Ausdrücken der Verdienste des Hauses Wittelsbach um Bayerns Wohl; das Glück, dass dieses Herrscherhaus sieben Jahrhunderte Bayerns Volk und Land regiere, wolle durch edle Herrschertugenden verdient sein. Das hohe Verdienst unseres allgeliebten  Königs um Bayerns Glanz und das geeinigte Deutschland sei allgemein bekannt; wir Israeliten seien namentlich zu großem Dank verpflichtet für den Königlichen Schutz, den das mächtige Königswort uns gewähre, dass in Bayern gleiches Recht für alle Bürger bestehen müsse, so dass dadurch die den Juden feindliche Bewegung auf bayrischem Boden keine Wurzel fassen konnte. 
Nach beendetem Gottesdienste versammelte sich die Casinogesellschaft zu einem Festessen und nach Absingung der bayrischen Königshymne wurde vom Vorstande der Gesellschaft, Herrn Bernhard Oestreicher ein Toast auf Seine Majestät aufgebracht; hierauf wurde beschlossen an unsern vielgeliebten Herrscher folgendes Huldigungstelegramm abzusenden: 
'An Seine Majestät den König von Bayern!' Die heute aus Anlass Euer Königlicher Majestät Allerhöchstem Geburts- und Namensfeste festlich versammelte israelitische Casinogesellschaft Treuchtlingen sendet Eurer Königlichen Majestät tiefgefühlte Glückwünsche mit der Versicherung treuester Anhänglichkeit. Gott erhalte Euer Königliche Majestät zum Glücke Bayerns, zum Wohle Deutschlands. In tiefster Ehrfurcht untertänigste Vorstandschaft: gez. Bernhard Oestreicher. gez. Max Meyer.
Andern Tages, Sabbat Nachmittags sollte die hiesige israelitische Gemeinde und besonders die Casinogesellschaft hocherfreut werden, durch die gütigste Beantwortung ihres Huldigungstelegramms und Glückwunsches. Von Seiner Majestät, unserm allgeliebten Regenten traf folgendes Telegramm ein: Schloss Berg. Herrn Bernhard Oestreicher, Treuchtlingen. Seine Majestät der König sendet für die in so warmen Worten ausgesprochenen Glückwünsche Huldvollsten Dank. Im Allerhöchsten Auftrage gez. v. Ziegler.
Es lässt sich wohl denken, dass die huldvollen Worte, durch die wir uns so hoch geehrt fühlen, einen freudig erregten Dank im Herzen der ganzen israelitischen Gemeinde hervorriefen und wir nie aufhören werden, für das teure Leben unseres vielgeliebten Landesvaters zu beten. Gott erhalte und beschütze Bayerns erhabenen und hochherzigen Königlichen Herrscher immerdar."

      
Der Gesangverein in Treuchtlingen darf gemäß Urteil des Landgerichtes jüdische Personen nicht ausschließen (1847)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Orient" vom 5. Februar 1847: "...Auf dem Rechtsboden hingegen sehen wir dagegen unser gutes Recht immer festern Fuß fassen. Wo eine Rechtsfrage zu entscheiden, da wird bei unsern Gerichten, wenn nicht klare, geltend gemachte Gesetzesbestimmungen in Frage stehen, nicht nach Ansehen der Person, nicht nach der Konfession entschieden. Zeuge dessen mag aus der neuesten Zeit ein kleiner Vorfall in dem Markte Treuchtlingen sein. Dort hatte man mehrere israelitische Jünglinge von dem bestehenden Gesangverein ausgeschlossen. Auf erhobene Beschwerde wahrte das königliche Landgericht Heidenheim die Rechte der Ausgeschlossenen und verurteilte den Gesangverein zur Tragung sämtlicher nicht unbedeutender Kosten."      

 
Erweiterung der Gebietes der israelitischen Gemeinde (1930) 

Treuchtlingen BayrGZ 01081930.jpg (66484 Byte)Bekanntgabe des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bekanntmachung über die Erweiterung des Gebietes der Israelitischen Kultusgemeinde Treuchtlingen. Die Israelitische Kultusgemeinde Treuchtlingen hat beschlossen, ihr Gebiet auf dem Amtsgerichtsbezirk Pappenheim auszudehnen. Es ergeht hiermit die Aufforderung an alle Religionsgenossen, die in dem von der Ausdehnung betroffenen Gebiete wohnen oder unabhängig vom Wohnsitz steuerpflichtig sind, etwaige Einsprüche gegen die Gebietserweiterung bis spätestens 1. September 1930 bei dem Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Treuchtlingen schriftlich oder mündliche einzulegen. 
München, 23. Juli 1930. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dr. Neumeyer."

  
Vortrag von Distriktsrabbiner Simon Schwab aus Ichenhausen (1934)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1934: "Treuchtlingen (Bayern), 3. Februar (1934). Auf Einladung unseres Rabbiners Dr. Mannes, Schwabach, hielt Sonntag, den 21. Januar im Anschluss an den Abendgottesdienst Herr Rabbiner Schwab aus Ichenhausen in hiesiger Synagoge einen Vortrag über Israels Aufgabe. Redner verstand es, durch vorzügliche Ausführung die Anwesenden zu fesseln. Er führte uns zurück in die alte Zeit vor 150 Jahren, wo Thora und Mizwotat bei unseren Vätern die beste Pflege fanden, dann zur Emanzipation, in deren Gefolge die Assimilation so viel Unheil in Israels Mitte anrichtete. - Er forderte in beredter Sprache, an Hand treffender Bibel- und Talmudstellen zur Rückkehr auf, dass wir alle zu einer Aguda werden. Herr Rabbiner Dr. Mannes dankte dem Redner für die begeisternden Worte."        

   
Trauerfeier in der Synagoge für den verstorbenen Kissinger Rabbiner Seckel Bamberger (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1934: "Treuchtlingen, 14. November (1934). Am Sonntag, den 4. Kislew, hielt Herr Rabbiner Dr. Mannes, Schwabach, in der hiesigen Synagoge eine tief gefühlte Trauerrede für den verewigten Kissinger Raw Seckel Bamberger - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, unter Zugrundelegung der laufenden Haftorah. Er schilderte das Leben und Wirken des großen Gelehrten und auf eine Erklärung des Verewigten zu Baal Milchamah hinweisend, sagte er, Rabbi Seckel Bamberger war kein Kriegsmann, er liebte vielmehr den Frieden, aber nicht den Frieden um jeden Preis. Wenn er sah, dass das Recht unterdrückt wurde und die Tora in Gefahr kam, dann wusste er zu kämpfen und hier zeigte er sich als wahrer Kriegsmann. Wahrheits- und Friedensliebe waren ihm gleich wichtige Dinge, aus der richtigen Erkenntnis heraus, dass weder Wahrheit ohne Friede, noch Friede ohne Wahrheit existieren könne."     

   
Über die Arbeit der Ortsgruppe der Agudat Jisrael (1936)
   

Treuchtlingen Israelit 19031936.jpg (39567 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. März 1936: "Treuchtlingen, 16. März (1936). Ein Beispiel, wie auch an kleineren Orten mit geringer jüdischer Bevölkerung ein Agudaleben möglich ist, gibt die unter Leitung des sehr verdienten Hauptlehrers Fulder stehende Gruppe Treuchtlingen, die in regelmäßig wöchentlich mehrstündigen Schiurim zusammentrifft, in denen Dinim, Chumisch und T'nach sowie Mischna gelernt werden." 

   
Vortrag von Distriktsrabbiner Simon Schwab aus Ichenhausen (1936)
  

Treuchtlingen Israelit 18061936.jpg (48128 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1936:  "In Treuchtlingen sprach Herr Distriktsrabbiner Simon Schwab, Ichenhausen, über: 'Zwei Wege nach Palästina'. Der Referent wies in einer zu Herzen gehenden, eindrucksvollen Weise die gewaltige Kluft auf, die zwischen toratreuem und toralosem Aufbau von Erez Jisroel besteht. Die vollzählig erschienene Gemeinde Treuchtlingen sowie die zahlreichen aus der Umgegend herbeigeeilten Zuhörer folgten den Ausführungen mit stärkstem Interesse."   

      
Hochzeitsanzeige von Rabbiner Dr. Moses Kahn (Bad Mergentheim) und Lina geb. Oppenheimer aus Treuchtlingen (1937)   
Anmerkung: nach dem Tod seiner ersten Frau Klara Kahn geb. Marx am 26. Oktober 1934 heiratete der Bad Mergentheimer Rabbiner Dr. Moses Kahn in zweiter Ehe Lina geb. Oppenheimer, eine am 21. Dezember 1891 in Treuchtlingen geborene Tochter von Max Oppenheimer und Hina geb. Eldod.    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli 1937: 
"Freunden und Bekannten zeigen wir unsere am Mittwoch, 4. August (27. Av) in Stuttgart, Pension Agulnik, Eberhardstraße 69, stattfindende Trauung an. 
Rabbiner Dr. Kahn, Bad Mergentheim, Lina Kahn geb. Oppenheimer, Treuchtlingen."      

  
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Treuchtlingen war nicht nur Rabbinatssitz - aus der Gemeinde stammten auch Rabbiner: Rabbiner Weimann, geb. 1818 in Treuchtlingen

Treuchtlingen AZJ 12101886.jpg (54083 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Oktober 1886: "Man schreibt aus Stuttgart vom 27. September: Gestern Nacht verschied schnell an einem Schlaganfall der erst vor einigen Tagen hierher übergesiedelte pensionierte Rabbiner Weimann aus Buchau, von dessen Abschied in dieser Woche berichtet wurde. Rabbiner Weimann ist geboren zu Treuchtlingen 1818, er besuchte die dortige Volksschule, später das Gymnasium in Augsburg und 1839-43 die Universität zu München. Nachdem er als Hauslehrer in Büdingen und später in Fulda gewirkt hatte, ward er 1847-61 Rabbiner in Welbhausen (Bayern) und trat 1861 in den württembergischen Kirchendienst ein, war 1861-62 Rabbiner in Lehrensteinsfeld-Heilbronn und 1862-1886 in Buchau. Seit 3 Jahren war er kränklich und konnte seinem Amte nicht mehr vorstehen. Der Verstorbene war mit einem seltenen Rednertalent begabt."   

  
Zum Tod des 17jährigen Sohnes von A.H. Meyer (1885)  

Treuchtlingen Israelit 13081885.jpg (139243 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. August 1885: "Nekrolog. Mittwoch, den 5. d. M. (August 1885), am 24. Aw, wurde eine der angesehensten Familien unserer Gemeinde von einem schweren Verluste betroffen. Der 17 Jahre 4 Monate alte Sohn des Herrn A.H. Meyer wurde am genannten Tage nach kaum eintätiger Krankheit unerwartet seiner Familie entrissen. Um ihn weint der schmerzgebeugte Vater und seine tief trauernden Geschwister, um ihn trauert jeder, der ihn gekannt. Allgemeine Bestürzung bemächtigte sich eines Juden dahier sowohl, als nah und fern, zu dem die Trauerkunde drang. Und mit Recht ist die Teilnahme an dem herben Verluste der Seinen eine allgemeine. Er war nicht nur ein treuer, dankbarer Sohn seinem liebenden Vater, sondern auch ein treuer, liebender Bruder seinen Geschwistern. Höflich und zuvorkommend gegen Jedermann, gefällig gegen Alle, war er seiner heiligen Religion innig und wahr ergeben. Er versäumte keinen Gottesdienst, und andächtig stand er vor seinem Gotte. Ein dankbarer Schüler seinem Lehrer, war er ein Freund aller Menschen. Nur eine Stimme herrscht über seine Tugenden, wie sie selten ein Jüngling seines Alters in vollem Maße besessen. Darum wird sein Verlust von Allen gefühlt und sein frühes Scheiden schmerzlich empfunden. Möge der Allgütige in seiner Liebe den tiefgebeugten Hinterbliebenen den rechten Trost gewähren und Ruhe senden in ihre aufgeregten Gemüter. Wir aber wollen ihm ein treues Andenken bewahren. Möge die Erde ihm leicht sein, den Lohn seines edlen Lebens möge er droben finden in den lichten Höhen, aus der Hand seines himmlischen Vater, dem er so treu ergeben war alle Zeit seines kurzen Erdenwallens. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens.
Treuchtlingen, Erew Schabbat Kodesch Reeh (am Tag vor dem Schabbat mit der Toralesung Reeh) 5645 (7. August 1885).   H."

   
25-jähriges Amtsjubiläum von Magistratsrat Simon Mayer als 2. Kultusvorstand und Kassier (1915)  

Treuchtlingen Israelit 16091915.jpg (104303 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1915: "Treuchtlingen, 12. September (1915). Magistratsrat Simon Mayer konnte an diesem Tage auf eine 25-jährige Tätigkeit als 2. Kultusvorstand und Kassier zurückblicken. Aus diesem Anlass hat unser Rabbiner, Herr Dr. Mannes aus Schwabach, der - wie gewöhnlich am Schabbat vor den Selichot-Tagen - in unserer Gemeinde weilte, in der Morgenpredigt auf diese Feier Bezug genommen und den Jubilar als Vorbild eines echten Jehudi und gewissenhaften Vorstands hingestellt. Nach dem Gottesdienst erschien die Gemeindeverwaltung mit dem Rabbiner und den Gemeindebeamten in der Wohnung des Jubilars. Zuerst sprach der 1. Vorsteher Herr Oestreicher dem Jubilar herzliche Worte des Dankes für die der Gemeinde geleisteten treuen Dienste und überreichte ihm in deren Namen und aus Anerkennung seiner gesegneten Wirksamkeit einen prachtvollen silbernen Pokal. Alsdann feierte Herr Hauptlehrer Fulder Herrn Mayer als den Mann, dem die Gemeinde, nicht zuletzt in religiöser Hinsicht gar viele zu verdanken habe. Äußerst gerührt, sprach darauf Herr Mayer in einigen Worten seinen Dank aus für die erwiesene Aufmerksamkeit und erklärte sich bereit, auch weiter seine Kräfte in den Dienst der Gemeinde stellen zu wollen. Zuletzt sprach noch der Herr Rabbiner herzliche Worte."   

         
Zum Tod des zweiten Kultusvorstandes und Kassiers der Gemeinde Simon Mayer im Dezember 1915  

Treuchtlingen Israelit 16121915.jpg (76304 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1915: "Treuchtlingen, 13. Dezember (1915). In der Freitagnacht wurde unser 2. Kultusvorstand, Herr Simon Mayer, infolge eines Schlaganfalls seiner irdischen Laufbahn entrissen. Familie und Gemeinde haben durch den Heimgang dieses Zadik wejaschar (Gerechten und Aufrechten) einen schweren, ja unersetzlichen Verlust erlitten. Gehörte doch der Entschlafene zu den Menschen der Tat, zu den Männern, die treu zur alten Fahne halten und vor keinem Opfer zurückschrecken. In diesem Sinne erzog er im Verein mit seiner edlen Gattin seine Kinder und machte sein Haus zu einem …  So waltete er nach den Prinzipien …  seines Amtes als 2. Vorstand und Kassier der Kultusgemeinde und war stets ein Förderer aller Bestrebungen des orthodoxen Judentums.
Die Beerdigung fand unter sehr großer Beteiligung von nah und Fern am Montag, 29. dieses Monats statt. Am Grabe hielten Herr Distriktsrabbiner Dr. Kohn, Ansbach und Herr Hauptlehrer Fulder ergreifende Trauerreden. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens".

     
Zum Tod von Regine Mayer (1932)  

Treuchtlingen Israelit 04051932.jpg (75535 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1932: "Treuchtlingen, 1. Mai (1932). Am Tage vor Erev Pessach wurde hier Frau Regine Mayer im Alter von 71 Jahren zu Grabe getragen. Mit ihr ist der Stolz dieser alten Kehilloh (Gemeinde) von uns gegangen, eine seltene Frau, deren Leben vorbildlich war auf allen Gebieten jüdischen Wirkens. Sie hatte es verstanden, ihre Güte und Klugheit auszuwerten als fürsorgliche Mutter ihres großen Familienkreises, als würdige Gattin ihres ob seiner Frömmigkeit und Rechtlichkeit in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen gleich angesehenen Mannes, aber auch als Helferin und Beraterin der Armen. Es passte ganz zu ihrer Bescheidenheit, dass an ihrem Grabe von Lobesbezeugungen abgesehen werden musste, trotzdem würdigte Herr Rabbiner Dr. Mannes aus Schwabach, sowie Herr Hauptlehrer Fulder in wenigen, aber herzlichen Worten ihre edle Persönlichkeit vor einem ganz ungewöhnlich großen Kreis, der aus nah und fern trotz der Pessach-Nähe sich zusammengefunden hatte, um der Heimgegangenen den letzten Zoll liebevoller Verehrung zu beweisen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

     
Goldene Hochzeit von Max Lang und Nanny geb. Bretzfelder (1933)

Treuchtlingen Israelit 18051933.jpg (19254 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1933: "Treuchtlingen, 10. Mai (1933). Am Sonntag, Lag ba'omer feiern Herr Max Lang und seine Ehefrau Nanny geb. Bretzfelder das Fest der diamantenen Hochzeit. Die Eheleute erfreuen sich noch guter Rüstigkeit und ist Herr Lang noch ein eifriger Besucher der Synagoge."
 
      
Zum Tod von Siegfried Meyer- 22 Jahre zweiter Vorsteher der Gemeinde (1937)     
  
Treuchtlingen BayrIsrGZ 15121937.jpg (52236 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Dezember 1937: "Aus der Gemeinde Treuchtlingen. Unsere Gemeinde hat am 2. November dieses Jahres einen schweren Verlust erlitten. Herr Siegfried Meyer, der seit dem Tode seines Vaters im Jahr 1915 das Amt des zweiten Vorstandes mit seltener Gewissenhaftigkeit und Treue verwaltete, ist leider nicht mehr. Sein Herz gehörte neben seiner Familie seiner Gemeinde. Was er an Armen und Bedrückten, an Kranken und an seiner Gemeinde getan, möge ihm der Allgütige in reichstem Maße lohnen! Die Lücke, die sein Hinscheiden in unsere Reihen gerissen, wird sich wohl nimmer schließen, sein Andenken aber wird in unserer Gemeinde nie verlöschen."
   
Treuchtlingen Israelit 04111937.jpg (30035 Byte)Todesanzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. November 1937:
"Mein Mann, unser Bruder und Schwager, Herr 
Siegfried Mayer

ist heute plötzlich im Alter von 54 Jahren sanft verschieden. 
Im Namen der Hinterbliebenen Mina Mayer geborene Altmann. 
Treuchtlingen
, den 2. November 1937."
   
Treuchtlingen Israelit 25111937a.jpg (106549 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1937: "Treuchtlingen, 15. November 1937. Durch den plötzlichen Heimgang von Siegfried Mayer, des zweiten Vorsitzenden der Kultusgemeinde Treuchtlingen, ist ihr eine unersetzliche Lücke entstanden. In jungen Vater hatte der Verblichene dieses Amt von seinem Vater, Simon Mayer - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen - übernommen und sich 22 Jahre lang mit seiner ganzen Kraft für das Wohl der Gemeinde eingesetzt. Erfüllt von einem unerschütterlichen Vertrauen, war Siegfried Mayer in jeder Form der vorbildliche Leiter der Gemeinde. Der pünktliche Besuch der noch täglich zweimal stattfindenden Gottesdienste war ihm Selbstverständlichkeit. Mit dem 'Fürther-Minhag'-Buch beschäftigte sich Siegfried Mayer gerne, um in allen Belangen der Gemeinde dem Din und der altüberlieferten Tradition zu entsprechen.
Was der allzu früh Heimgegangene seiner Familie und den Vielen war, die Rat und Hilfe bei ihm fanden, lässt sich in Worten nicht sagen. Seine überragende Kenntnis der Verhältnisse in mittleren und kleinen Gemeinden wusste auch der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden zu schätzen, dem er jahrelang als beratendes Mitglied angehörte.
Die Beisetzung unter voller Beteiligung der Gemeinde, der Nachbargemeinden und sehr vieler Angehöriger und Freunde gestaltete sich zu einem würdigen Abschied für den Verblichenen. Nach dem letzten Willen des Heimgegangenen mussten Klagereden am Grabe unterbleiben. Nach der Beisetzung richtete Herr Rabbiner Dr. Klein im Trauerhause einige innige Trostesworte an die Hinterbliebenen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    

Koscheres Zahnpulver aus Treuchtlingen (1893)  

Treuchtlingen Israelit 04091893a.jpg (43483 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. September 1893: "Die verschiedenen Sorten Zahnpulver, die man gewöhnlich im Handel zu kaufen bekommt, enthalten oft Seifenbestandteile und Glyzerin sowie sonstige zum Genusse verbotene Ingredienzien, wodurch man bei Benutzung dieses Reinigungsmittels innerhalb der Mundhöhle sehr leicht in den verbotenen Bereich gelangen kann. Herr Rudolf Bronner in Treuchtlingen fertig nun ein Zahnpulver an, dessen Herstellung von Herrn Rabbiner Wißmann in Schwabach beaufsichtig wird und daher allen Anforderungen in Bezug auf rituelle Reinheit entspricht. Es wäre zu wünschen, wenn Herr Bronner auf der Etikette den Vermerk Koscher anbringen ließe." 
  
Treuchtlingen Israelit 14091893.jpg (51598 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1893: "Koscher auch zu Pessach. Großer Verdienst, 50 % Rabatt für Grossisten, Wiederverkäufer und Hausierer durch das neuerfundene Arnica Zahnpulver zur Pflege von Mund und Zähnen, wundervolles Aroma, verleibt den Zähnen blendende Weiße, beseitigt den üblen Geruch aus dem Munde, erfrischt den Atem, wird in 2 Größen als 5 und 6 in geschmackvollen Schachteln à 40 und 60 Pfennig verabreicht. Probesendungen von 1-3 Dutzend mit 25 % Rabatt, Bei Abnahme von 6 Dutzend mit 33 1/3 % Rabatt, bei Abnahme von 12 Dutzend und mehr 50 % Rabatt. Franco Zusendung bei Einsendung des Betrage. Direkt zu beziehen von dem Erfinder Rudolf Bronner, Treuchtlingen."
 
Treuchtlingen Israelit 07091893.jpg (37998 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. September 1893: "Erklärung
Schwabach, 5. September (1893). In Nr. 71 vom 4. September des 'Israelit' wird berichtet, dass das von Herrn Rudolf Bronner in Treuchtlingen erfundene Zahnpulver unter meiner Aufsicht bereitet werde. Ich erkläre hiermit, dass ich von der Existenz des Pulvers erst durch die Annonce des 'Israelit' Kenntnis erhielt und daher von einer Beaufsichtigung meinerseits bei der Herstellung genannten Pulvers nicht die Rede sein kann. 
Löb Wißmann, Distriktsrabbiner." 

 
Lehrlingssuche der Eisen- und Kolonialwaren-Großhandlung Meyer (1911)  

Treuchtlingen Israelit 04051911.jpg (28652 Byte)Lehrling gesucht: In den jüdischen Handlungen wurde der Schabbat gewöhnlich streng eingehalten. Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1911: "Suche einen Lehrling mit guter Schulbildung. Schabbat und Versöhnungstag streng geschlossen. Freie Kost. 
A.H. Meyer sen. Treuchtlingen. Eisen- und Kolonialwaren-Großhandlung". 

    
Anzeige der Eisen- und Eisenwarenhandlung A. Neuburger (1915)  

Treuchtlingen Israelit 06051915.jpg (23429 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Mai 1915: "Lehrling mit guter Schulbildung gesucht. 
A. Neuburger. Eisen- und Eisenwaren. Treuchtlingen."
   
Das Geschäftshaus von A. Neuburger
 auf einer historischen Karte zu
 Treuchtlingen -  "Blick auf die
 Kirchen"
(Quelle: Sammlung 
Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries) 
vgl. weitere Karten unten 
Treuchtlingen JG 150.jpg (85195 Byte) Treuchtlingen JG 152.jpg (100972 Byte) Treuchtlingen JG 151.jpg (88284 Byte)

       
Anzeige des Vorstandes der israelitischen Gemeinde (1922)  

Treuchtlingen Israelit 09021922.jpg (42596 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1922: "In Treuchtlingen (40 jüdische Familien) fänden jüdische Handwerker mit schulpflichtigen Kindern (Schuster, Schneider, Buchbinder etc.) gutes Auskommen. Eventuell könnte die Synagogendienerstelle mit ca. 2.000 Mark Erträgnis übertragen werden. Anfragen an den 
Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde."       

 
Anzeige des Pferdehändlers Hermann Lang (1922) 

Treuchtlingen Israelit 11051922.jpg (28552 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1922: 
"Für meinen kinderlosen Haushalt suche tüchtige, ordentliche Person gesetzten Alters. 
Hermann Lang
, Pferdehandlung, Treuchtlingen (Bayern)".

    
Verlobungsanzeige für Emilie Mayer und Alfred Naumburg (1922)  

Treuchtlingen Israelit 31081922.jpg (25568 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1922: 
"Statt Karten! 
Emilie Mayer - Alfred Naumburg. Verlobte. 
Treuchtlingen, 3. Elul 5682 / 27. August 1922."

    
Stellenausschreibungen der Kolonialwaren- / Lebensmittelgroßhandlung A. H. Meyer sen. (1923) 

Treuchtlingen Israelit 27041922.jpg (27428 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. April 1922: "Einige tüchtige junge Leute für meine Schabbos geschlossene Kolonialwarengroßhandlung zu baldigem Eintritt gesucht. 
A.H. Meyer senior, Treuchtlingen."
  
Treuchtlingen Israelit 23081923.jpg (18933 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1923: 
"Für sofort oder später suche ich 
1 Lageristen, 1 Kontoristin
und 1 Reisenden
A. H. Meyer sen., Lebensmittelgroßhandlung, 
Treuchtlingen." 

  
Hochzeitsanzeige von Sigmund Würzburger und Mira geb. Mayer (1928) 

Treuchtlingen Israelit 11101928.jpg (46218 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1928: "Gott sei gepriesen
Statt Karten: Herr und Frau Josef Würzburger, Mannheim   Frau Regine Mayer, Treuchtlingen 
beehren sich, die Vermählung ihrer Kinder 
Sigmund und Mira anzuzeigen.   
Trauung: Monat, 15. Oktober 1928 - 2. Marcheschwan 5689, 13.30 Uhr. Nürnberg, Künstlerhaus."    

  
Verlobungs- und Trauungsanzeige von Albert Mayer und Jenny geb. Fulder (1930)    

Treuchtlingen CV-Ztg 17101930.jpg (23802 Byte)Anzeige in der CV-(Centralvereins-)Zeitung vom 17. Oktober 1930: 
"Albert Mayer und Jenny Mayer geb. Fulder. Vermählte
Treuchtlingen. Trauung: Nürnberg, Künstlerhaus. 
21. Oktober 1930 / 29. Tischri 5691."    

    
Verlobungsanzeige von Käthe Bürger und Robert Müller (1934)
   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1934: 
"Statt besonderer Anzeige 
Käthe Bürger  -  Robert Müller. Verlobte. 
Treuchtlingen/Bayern  Strassburg/Elsass  
rue de rosheim 12."   

    
Anzeige von Philipp Freimann (1934)
     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1934: 
"Vertreter(innen) 
werden gegen gute Provision sofort gesucht
Philipp Freimann

Treuchtlingen / Bayern".    
       
Historische Ansichtskarten vom Marktplatz und Umgebung 
(alle aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)   
Obere Bildzeile: die Ansichtskarte aus der Zeit um 1900 vom Marktplatz in Treuchtlingen zeigt drei Anwesen/Gewerbebetriebe in damals jüdischem Besitz: rechts im Vordergrund das Haus Freimann. 1929 und bis 1938 befanden sich darin die Wohnungen und die Öle-Fette-Handlung der Familien Philipp und Louis Freimann. Dahinter an der Ecke auf der darüber liegenden Straßenseite das repräsentative Haus von Adolf Neuburger mit der Eisenwarengroßhandlung. Dem Eingang des Hauses Freimann gegenüber liegend vor dem Rathaus das Textilgeschäft Oestreicher. 
Zum Anwesen Neuburger: aus dem bereits 1574 genannten Anwesen - ab 1744 eine Wirtschaft (später Zum Ochsen) - wurde 1858 das repräsentative Haus der Familie Neuburger mit der Eisenwaren-Großhandlung von Albert Isidor Neuburger.
Weitere Informationen siehe bei Walter E. Keller (s. Lit.) S. 46.62-63.67.68. 
Treuchtlingen Dok 13001.jpg (239255 Byte) Treuchtlingen Dok 13001c.jpg (216994 Byte) Treuchtlingen Dok 13001b.jpg (188917 Byte) Treuchtlingen Dok 13001a.jpg (148656 Byte)
Blick über den Marktplatz 
mit dem Rathaus 
Ausschnitt links: das Haus 
der Familie Oestreicher   
Das Haus der Familie 
Adolf Neuburger (vgl. Karte oben) 
Das Haus der 
Familie Freimann
       
Treuchtlingen PK 0008.jpg (174196 Byte) Treuchtlingen PK 0005.jpg (154907 Byte)
Weitere Ansichtskarte von Treuchtlingen: "Partie mit dem Rathaus". Die Karte wurde versandt am 
21. Dezember 1924 nach Raitenberg; am rechten Kartenrand ist das Haus der Familie Neuburger 
mit der Eisenwaren-Großhandlung Albert Neuburger zu sehen (mit einem Schaufenster, 
 über dem zu lesen ist: "Öfen & Herde, Haushaltungsartikel". Links direkt neben dem Rathaus 
ist das Anwesen und Textilgeschäft Oestreicher mit dem Schriftzug "Ulrich Oestreicher" zu erkennen. 
 Weitere Ansichtskarte von Treuchtlingen: "Markt mit Blick in die Kirchenstraße ". 
Dise Karte wurde versandt nach Regensburg am 21. Juni 1931. 
Auch auf dieser Karte ist die Eisenwaren-Großhandlung von Albert Isidor Neuburger zu sehen;
 rechts das Anwesen Brandt, das früher zeitweise in jüdischem Besitz war.  
    

   
   
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: 
Grabstein in New York für 
Theresa Obermeier geb. Hertzfelder aus Sulzbach (gest. 1879) und Isaac Obermeier aus Treuchtlingen (1811-1875)       
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn.    .      

Sulzbach New York Salem 1834.jpg (74401 Byte)  Sulzbach New York Salem 1834a.jpg (142362 Byte)  Grabstein für 
"Theresa Obermeier nee Hertzfelder
Born Sulzbach Bavaria, 
Died New York April 26, 1879" und für 
"Isaac Obermeier  
Born October 1811 in Treuchtlingen, Germany, 
Died at New York, November 27th 1875".    

  
Postkarte an Max Hänlein (1883-1888)  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)   

Postkarte an Max Hänlein, Pferdewärter 
in Pappenheim, später Treuchtlingen
 (Karte von 1883-1888)
  
Pappenheim Dok 14018.jpg (171300 Byte) Pappenheim Dok 14018a.jpg (132225 Byte)

Es handelt sich um eine Antwortkarte, die zusammen mit einer normalen Postkarte verschickt wurde, um dem Empfänger die Portokosten der Antwort zu ersparen. Leider ist die Rückseite nicht beschrieben. Es befindet sich dort nur ein nicht lesbarer Poststempel. Anhand des auf der Karte abgebildeten Wappens lässt sich die Verwendungszeit der Karte in etwa auf die Jahre 1883 bis 1888 bestimmen. 
Die Antwortkarte ist adressiert an Max Hänlein, Pferdewärter in Pappenheim. Max Hänlein ist 1864 in Pappenheim geboren, war von Beruf Kaufmann und Reisender. Später wohnte er in Treuchtlingen. Ermordet am 26. September 1942 in Treblinka.
Quelle: http://www.treuchtlingen.de/fileadmin/media/Juden_in_Treuchtlingen/Haenlein.pdf 
vgl. das Buch von Walter E. Keller_ Jüdisches Leben in Treuchtlingen, Walter E. Keller, 2010. S. 127.   

    
    
   
Zur Geschichte der Synagoge                  
   
Ende des 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts besuchten die in Treuchtlingen zugezogenen jüdischen Familien die Synagoge in Pappenheim. Vermutlich dürfte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Treuchtlingen selbst ein Betsaal eingerichtet worden sein. Eine erste Synagoge wurde 1730 erstellt. Durch die starke Zunahme der jüdischen Bevölkerung am Ort plante man um 1815 den Bau einer neuen Synagoge. Sie wurde 1818/19 unter Verwendung von Teilen der alten Synagoge an ihrer Stelle erbaut. Die feierliche Einweihung der neuen Synagoge war am 10. September 1819, worüber in einem Artikel der Zeitschrift "Sulamith" (Jg. 6 Bd. 1 1819-21) berichtet wird:  

Treuchtlingen Sulamith 1820 67.jpg (213456 Byte)Königreich Bayern. Markt Treuchtlingen, Landgerichts Heidenheim, von 10ten September 1819. (Verspätet). Ein von allem Menschen- und Glaubenshass reiner Sinn und Geist sprach sich am 10ten dieses Monats bei der Einweihung der fast ganz neu erbauten Synagoge der Israelitischen Gemeinde zu Markt Treuchtlingen aus, wobei sich besonders der Herr Landrichter Schneider, und der Herr Rentbeamte Mozart, als hell- und edeldenkende Männer bewiesen haben. Denn unter Paradierung und Bedeckung eine Abteilung der dortigen Königlichen Landwehr-Kompanie und Begleitung ihrer vorzüglichen Musik begann der wohlgeordnete Zug der ganzen Israelitengemeinde daselbst, von der Wohnung des Vorstehers Josef Haimann aus. Voraus gingen die jüdische Schuljugend, die Mädchen in weißer Kleidung mit Bändern der Bayrischen Nationalfarbe geziert, geführt von ihren Lehrern. Darauf folgte die Musik mit zwei jüdischen Sängern, die auf dem Marktplatze und kurz vor der Synagoge einen deutschen und hebräischen Gesang zum Lobe des Allerhöchsten anstimmten. Nach diesen kamen der erste Assessor und Herr Aktuar Weiß vom Königlichen Landgericht Heidenheim, viele katholische und evangelische Beamten und andere Honoratioren. Nach diesem wurden die Gesetzrollen von den angesehensten Israeliten des Ortes getragen, denen eine Abteilung der Königlichen Landwehr zur Seite ging, ihnen folgten die Männer und Jünglinge der Treuchtlinger und anderer benachbarten Israelitengemeinden, und den Schluss machten die Frauen und Mädchen. Als der ganze Zug in den schöngeschmückten jüdischen Tempel eingetreten war, erfolgte unter Gebeten und Gesängen die Einweihung und nachdem ein jüdischer Jugendlehrer eine passende Rede gesprochen hatte, entfernten sich die Christen, begleitet von den Dankgefühlen der Israeliten. Möge sich eine solche friedliche einträchtige Gesinnung der Christen gegen die Israeliten allenthalben aussprechen!    
 
Link zur Festschrift zur Einweihung der Synagoge:  "Die Israelitische Tempelhalle oder die neue Synagoge im Mt. Treuchtlingen, ihre Entstehung, Einrichtung und Einweihung nebst der dabei gehaltenen Rede von N. B. Horwitz, Israelitischem Privatlehrer daselbst". 1820. 
Eingestellt als pdf-Datei.     

Fast 120 Jahren lang war die Synagoge in Treuchtlingen Mittelpunkt des religiösen Lebens der jüdischen Gemeinde der Stadt. 
      
In der NS-Zeit kam es schon vor 1938 zu Aktionen gegen die Synagoge. So wurden im September 1936 deren Fenster eingeschlagen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge mit allem Inventar, den Torarollen und den Ritualien niedergebrannt. Die städtische Feierwehr war anwesend und schützte die Nachbarhäuser. Auch die beiden Wohnhäuser und das rituelle Bad der Gemeinde wurden in Brand gesetzt. Das Synagogengrundstück wurde von der Stadt gegen Verrechnung der Abbruchkosten übernommen.  
    
Eine Gedenk- und Informationstafel wurde vor einigen Jahren am Synagogengrundstück aufgestellt.   
    

Adresse/Standort der Synagoge
Uhlengasse 5 und 7 
    

    
Fotos der Synagoge und einige ihrer wertvollen Ritualien, die allesamt beim Novemberpogrom 1938 vernichtet wurden:
(Fotos der Ritualien von Theodor Harburger Juni 1927 und August 1928, veröffentlicht in: Th. Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, Hg. von den Central Archives Jerusalem und dem Jüdischen Museum Franken in 3 Bänden 1998)

Treuchtlingen Synagoge 001.jpg (55548 Byte) Treuchtlingen Synagoge 101.jpg (77504 Byte) Treuchtlingen Synagoge 102.jpg (80802 Byte)
Die Synagoge in Treuchtlingen 
(vor 1938) 
Tora-Vorhang (Parochet) 
aus dem Jahr 1722 
Weiße Leinendecke mit Filetmotiven 
aus dem Jahr 1624 
     
Treuchtlingen Synagoge 100.jpg (58219 Byte) Treuchtlingen Synagoge 107.jpg (76618 Byte) Treuchtlingen Synagoge 106.jpg (67765 Byte)
Tora-Aufsatz (Rimmon) aus dem Jahr 1808  Silberkorb aus dem Jahr 1818  Seder-Teller zum Passafest 
     
Treuchtlingen Synagoge 105.jpg (70308 Byte) Treuchtlingen Synagoge 103.jpg (72696 Byte) Treuchtlingen Synagoge 104.jpg (88784 Byte)
Etrog-Behälter aus dem Jahr 1776/80  Besamim-Büchse  Etrog-Behälter aus dem Jahr 1776/80 
        
Das Synagogengrundstück 2006
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 30.7.2006)
 
Treuchtlingen Synagoge 200.jpg (69601 Byte) Treuchtlingen Synagoge 201.jpg (87721 Byte) Treuchtlingen Synagoge 202.jpg (72146 Byte)
Blick über das Grundstück 
der ehemaligen Synagoge 
Gedenktafel mit Hinweisen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Treuchtlingen 
  
           
Modell der 
Treuchtlinger Synagoge
Treuchtlingen Synagoge 149.jpg (16280 Byte)  
Ein Modell der Treuchtlinger Synagoge im Maßstab 1 : 25 ist im Volkskundemuseum in Treuchtlingen  
(Heinrich-Aurnhammer-Str. 12, Tel. 09142-3840, Info) zu sehen.  
     
Erinnerung im Jüdischen Museum 
in Fürth 
Fuerth Museum 132.jpg (45925 Byte)  
   Toraaufsatz, der möglicherweise aus der
 Synagoge von Treuchtlingen stammt
 (Jüdisches Museum in Fürth; Foto: Hahn,
 Aufnahmedatum 21.10.2007)   
  
     
Die Gedenkstätte am 'Judenstadel' 
seit November 2009
(siehe Bericht unten; Quelle: 
Walter E. Keller, Treuchtlingen)
Treuchtlingen Stele 010.jpg (99436 Byte)  
     

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    

Oktober 2009: Besuch aus Jerusalem: Die Enkelin von Albert Mayer und Bernhard Fulder besuchte ihre Geburtsstadt Treuchtlingen 
(Artikel im "Treuchtlinger Kurier" vom 26.10.2009, eingestellt als pdf-Datei)   
  
November 2009: Die neue Gedenkstätte wird eingeweiht    
Treuchtlingen PA Gedenkstaette 003.jpg (581386 Byte)Artikel im "Treuchtlinger Kurier" (sta) vom 10. November 2009: 
"Gedenkstätte am 'Judenstadel': Das Erinnern wächst. Die ersten jüdischen Namen erhielten am Sonntag ihre Paten.  
Treuchtlingen (sta) - Das Gedenken an die Reichspogromnacht im Jahr 1938 hat seit Jahren einen festen Platz im kulturellen Leben Treuchtlingens. In diesem Jahr wurde der Gedenktag in besonderer Weise begangen: Die Gedenkstätte neben dem ehemaligen 'Judenstadel', der heutigen Stadtbibliothek, erhielt ihre ersten vier Namenssterne. Eigens zu dieser Feierstunde war der Urenkel des Treuchtlinger Ehrenbürgers Elkan Naumburg, Dr. Christopher London, in die Altmühlstadt gekommen..." 
Zum weiteren Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken; der Artikel ist auch eingestellt als pdf-Datei.  
Dazu auch der Text: "Die ersten 'Sterne der Erinnerung' - Wachsendes Gedenken an jüdische Bürger in Treuchtlingen".  
   
  
Juni 2010: Treffen von Bürgermeister Werner Baum und weiteren Personen mit Personen in Israel, die in Treuchtlingen ihre Wurzeln haben 
Artikel im "Treuchtlinger Kurier" vom 14. Juni 2010 (Artikel; pdf-Datei): "'Botschafter' Treuchtlingens zu Besuch in Jerusalem: 
'Wir sind gute Freunde geworden' - Zusammentreffen mit Angehörigen der Familien Bürger, Mayer, Naumburg, Fulder und Kurzweil 
TREUCHTLINGEN –
Zu einem offiziellen Besuch reisten Bürgermeister Werner Baum, Stadtrat Stefan Fischer und Verleger Walter Keller für fünf Tage nach Israel. Die Begegnung in Jerusalem mit vielen Menschen, die ihre Wurzeln in Treuchtlingen haben, war für sie ein eindrückliches Erlebnis. Die Offenheit der Begegnung und zugleich die Verbundenheit mit Treuchtlingen, die sie von ehemaligen Treuchtlinger Juden, ihren Angehörigen und Nachkommen erfahren haben, werden sie nicht vergessen, ebenso wenig die Besuche der heiligen Stätten in Jerusalem, Bethlehem, Nazareth und am See Genezareth.
Vor 30 Jahren besuchten Amram Kurzweil und seine Frau Sigrid als erste Gäste nach der schrecklichen Zeit Treuchtlingen. Amram, der in Deutschland Adolf hieß, war der Sohn des letzten jüdischen Kantors in Treuchtlingen, Moses Kurzweil. Das Ehepaar war offiziell von der Stadt eingeladen worden. Auch sein Bruder Isi Kurzweil kam 1984 mit seiner Frau nach Treuchtlingen. Beide hatte zuvor Walter Keller in Israel bei einer Journalistenreise getroffen. In einem Schreiben an den damaligen Bürgermeister Hans Döbler wünschte sich Kurzweil, dass diese 'alt-neuen' Beziehungen aufrechterhalten werden.
Ein Zufall war damals im Spiel, als bei einem Geschäftskontakt die gebürtigen Treuchtlinger Fritz Dollhopf und Amram Kurzweil aufeinandertrafen und dies gegenseitige Besuche auslöste. Auch eine Reisegruppe der ev. Kirchengemeinde unter Leitung von Pfarrer Reinhard Schmitz besuchte 1984 Israel und traf mit den Kurzweil-Brüdern zusammen.
Dann gab es 25 Jahre lang keine offiziellen Beziehungen mehr zu den ehemaligen Treuchtlingern. Es war wieder einem Zufall zu verdanken, dass es jetzt erneut intensive Kontakte zwischen Treuchtlingen und den einstigen jüdischen Bürgern und deren Nachfahren gibt. Yehezkel Naumburg besuchte 2008 mit seiner Familie Treuchtlingen. Auf der Straße fragte er die Frau eines Treuchtlinger Arztes nach dem Haus seiner Vorfahren. Die konnte ihm zwar nicht weiterhelfen, aber ließ sich seine Visitenkarte geben. Bei einer Israel-Reise mit der kath. Pfarrgemeinde im gleichen Jahr nahm sie in Jerusalem telefonisch Kontakt mit ihm auf. Ein Treffen scheiterte am engen Zeitplan der Treuchtlinger Reisegruppe. Wieder zu Hause, sandte sie ihm jedoch das soeben erschienene Buch 'Jüdisches Leben in Treuchtlingen', herausgegeben von Walter Keller.
Dieses Buch machte die Runde unter den ehemaligen Treuchtlingern in Jerusalem und ihren Nachkommen. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch per Telefon und E-Mail mit den Jerusalemern. Zeitgleich wuchs in Treuchtlingen das Denkmal für die ehemaligen jüdischen Mitbürger. Im Sommer letzten Jahres wurde die vom Lions Club Altmühltal gesponserte Grundstele übergeben, im November kamen dann die ersten Sterne der Erinnerung aus Spenden von Bürgern, Firmen und Institutionen hinzu.
Aus diesem Anlass besuchte Mirjam Riegler, geb. Mayer, die in Treuchtlingen ihre ersten Lebensjahre verbracht hatte, nach über 70 Jahren Treuchtlingen. Sie wurde von ihrem Mann Dr. Michael Riegler begleitet.
Der vielfach ausgesprochenen Einladung nach Jerusalem folgten jetzt Bürgermeister Baum, Stadtrat Fischer, der sich im Arbeitskreis '9. November' für das Denkmal engagiert hatte, und der Herausgeber des Buches über die jüdische Gemeinde, Walter Keller, der die Reise auch arrangiert hatte. Als Botschafter der Stadt Treuchtlingen reisten sie in offizieller Mission, wenn auch auf eigene Kosten.
Zu der Begegnung in einem Cafe in der neuen Jerusalemer Prachtmeile Mamilla Street waren 23 ehemalige Treuchtlinger bzw. ihre Kinder, Enkel und sonstigen Anverwandten aus den Familien Mayer, Fulder, Naumburg und Bürger gekommen. Sigrid Kurzweil, die Witwe von Amram Kurzweil, war eigens mit dem Taxi aus Nethanja an der Küste nach Jerusalem angereist.
Abraham Mayer, 1927 in Treuchtlingen als Alfred Hugo geboren, hielt die offizielle Begrüßungsansprache. Der 83-Jährige, der 1938 nach der Reichspogromnacht mit seiner Familie geflohen war, kann sich noch gut an die bösen Zeiten erinnern. Wörtlich sagte er: 'Man kann sich nicht vorstellen, wie schlimm der Antisemitismus in Treuchtlingen war. Es gab nur wenige, die menschlich waren.' So schickte ein ehemaliger Angestellter seines Großvaters der nach Berlin geflohenen Familie Lebensmittelpakete. Er durfte es aber nicht wagen, die Sendungen in Treuchtlingen aufzugeben, sondern musste dies von einem Nachbarort aus tun.
In seiner Antwort zeigte sich Bürgermeister Baum sehr berührt von dieser Begegnung. Ihm liege es am Herzen, die Beziehungen zu den ehemaligen Treuchtlingern und ihren Angehörigen wieder aufzunehmen. Wichtig sei es ihm auch, dass mit dem wachsenden Denkmal an die ehemaligen Treuchtlinger erinnert wird, 'die Jahrhunderte unter uns gelebt und viel zum Wachsen von Treuchtlingen beigetragen haben'. Er lud alle Treuchtlinger in Jerusalem offiziell zu einem Besuch ein. Bei den Gesprächen wurde deutlich, dass viele von ihnen immer wieder einmal in der Stadt waren, den Friedhof besucht hatten, aber keinen Ansprechpartner kannten oder fanden. Das ist jetzt anders geworden. Beim Austausch von Gastgeschenken brachte es Dr. Michael Riegler auf den Punkt: 'Wir sind schon gute Freunde geworden.' Diese Äußerung kam unerwartet – angesichts der Last der Geschichte. Deutlich wurde dies den Reisenden insbesondere bei einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. In deren Archiv zeigte ihnen Dr. Jacob Borut nicht nur das Gästebuch von Auschwitz-Kommandant Rudolf Höss, sondern auch die Original-Aufzeichnungen von Moritz Mayer über die ihm in Treuchtlingen und im KZ Dachau widerfahrenen Gräuel. Das erschütternde Dokument ist übrigens im Wortlaut in dem Buch 'Jüdisches Leben in Treuchtlingen' abgedruckt. Herausgeber Keller übergab sein Werk offiziell an die Bibliothek von Yad Vashem.
Moritz Mayer gehörte zu der weitverzweigten Unternehmerfamilie, die in der Hauptstraße ein Bankhaus und ein Großhandelsgeschäft unterhielt. Die heutige Stadtbücherei, neben der das Denkmal steht, war ihr Lager. Moritz ist der Vater von Abraham Mayer, der die Gäste sehr warmherzig begrüßte, obwohl er als Junge Demütigungen in Treuchtlingen erfahren musste.
Die mitgebrachten Fotos vom wachsenden Treuchtlinger Denkmal und von der neuen jüdischen Abteilung im Volkskundemuseum fanden große Aufmerksamkeit in Jerusalem. Aber auch dort wird an Treuchtlingen erinnert. Im Tal der Gemeinden in Yad Vashem finden sich in einem Steinlabyrinth die Namen von über 5000 jüdischen Gemeinden, die während des Holocausts vernichtet wurden. Hier ist der Schriftzug 'Treuchtlingen' in deutscher und hebräischer Sprache in Stein gemeißelt. pm."   
 
Fotos der Israelreise (erhalten von Walter E. Keller, Treuchtlingen)    
Treuchtlingen Gruppenbild 010.jpg (63073 Byte) Treuchtlingen Buchuebergabe 010.jpg (55201 Byte) Treuchtlingen Yad VaShem 010.jpg (47186 Byte)
Gruppenbild bei der Israel-Reise mit den
 Angehörigen/Nachkommen früherer 
Treuchtlinger jüdischen Familien
Autor Walter E. Keller überreicht ein 
Exemplar seiner Buches an Dr. Jacob Borut 
(siehe Artikel oben) 
Im "Tal der untergegangenen jüdischen
 Gemeinden" in Yad Vashem in Jerusalem; 
links Bürgermeister Werner Baum
    
   
November 2011: Weitere drei Namenssterne werden zum Gedenktag an den Novemberpogrom 1938 auf dem "Bürgerdenkmal" ergänzt   
Treuchtlingen Ged 112011a.jpg (178294 Byte)Foto links: Bürgermeister Werner Baum am "Bürgerdenkmal" während seiner Ansprache am 9. November 2011 
2008 als "wachsendes Denkmal" initiiert und 2009 begonnen, wurden die "Sterne der Erinnerung" für die jüdischen Bürger Treuchtlingens bereits 2011 fertiggestellt. Die auf einer zentralen Betonstele aufsitzenden Davidsterne in Edelrost-Metall tragen jeweils drei Familiennamen. Es ist kein Denkmal nur für Opfer der Schoah; die insgesamt dreißig Namen stehen für alle jüdischen Familien, die in Treuchtlingen wohnten – die von Rabbinen, Kantoren und Kleinhändlern ebenso wie die von Lehrern, wohlhabenden Kaufleuten oder eines Arztes, die einst Kultur, Wirtschaft und Gemeinwesen Treuchtlingens bereichert haben. Einige starben im Ersten Weltkrieg, andere waren in den Magistrats- bzw. Stadtrat gewählt. Einige wanderten – auch schon im 19. Jahrhundert – vor allem nach Amerika aus, manche schafften in den 1920ern und 1930ern den Sprung nach Palästina. Alle noch hier Lebenden verließen Treuchtlingen nach dem 10. November 1938, für viele der erste Schritt hin zur Deportation in Konzentrationslager. 
Jeder Name wurde von Bürgern, Institutionen, Vereinigungen, Schulen, den Stadtratsfraktionen nebst Bürgermeistern und Ortssprechern, Firmen und einer Stiftung gesponsert, die Stadt Treuchtlingen hat sich um das Grundstück, das Umfeld und die Arbeiten am Denkmal gekümmert. Es hat seinen Platz neben der jetzigen Stadtbücherei im so genannten "Judenstadel", der Lagerscheune der Großhändler-Familie Mayer nahe des Rathausplatzes – inmitten der Stadt, wo sich früher auch die Häuser der jüdischen Einwohner befanden. cm
Foto und Text erhalten von Christel Keller, Treuchtlingen für den Arbeitskreis 9. November).  
  

   
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Treuchtlingen  
Seite zum jüdischen Friedhof Treuchtlingen (interner Link)  
Informationen zur Familie Naumburg in Treuchtlingen (interner Link, pdf-Datei), dazu Artikel in der Jewish Encyclopedia zu Kantor Louis Naumburg (1813 Treuchtlingen - 1902 New York)  
Netzwerk um das jüdische Treuchtlingen auf der Website des wek-Verlages von Walter E. Keller (Treuchtlingen - (Berlin)  
Informationen zu der aus Kriegshaber stammenden Familie Skutsch (darin der Treuchtlinger Rabbiner Isaak Pinkas Skutsch, gest. 1873) (zusammengestellt von Rolf Hofmann, Stuttgart):    Family sheet Skutsch Family of Kriegshaber (pdf-Datei)  
Bericht von Clara Mayer aus Treuchtlingen, geschrieben am 12. November 1939 im Internierungslager in Rotterdam über die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 in Treuchtlingen. In: MB Yakinton 2010 (eingereicht von Lior Kanner) (Link zur Website; eingestellt auch als pdf-Datei)              

Literatur:  

Germania Judaica Bd. II,2 S. 825.  
"Die Israelitische Tempelhalle oder die neue Synagoge im Mt. Treuchtlingen, ihre Entstehung, Einrichtung und Einweihung nebst der dabei gehaltenen Rede von N. B. Horwitz, Israelitischem Privatlehrer daselbst". 1820. Eingestellt als pdf-Datei.  
Siegfried Haenle: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstenthum Ansbach. Ansbach 1867. S. 122.139.
Baruch Z. Ophir / Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. S. 232-234.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 184-185. 
Treuchtlingen Lit 015.jpg (134047 Byte)Walter E. Keller (Hrsg.): Jüdisches Leben in Treuchtlingen von Walter E. Keller (Herausgeber) - Geschichte und Geschichten. 
Geschichtliche Tatsachen und Geschichten über einzelne Personen erzählen in diesem Buch vom einst blühenden jüdischen Leben in Treuchtlingen, von hier gebürtigen Juden, die es zu Ruhm und Ansehen in der Welt gebracht haben, und den Schicksalen anderer, deren Lebensläufe sich spannender lesen als ein Abenteuerroman. Und berichtet wird von Menschen und Umständen, die dazu beitrugen, dass jüdisches Leben in Treuchtlingen und anderswo aus ideologischem Fanatismus ausgelöscht wurde. Jüdische Geschichte und Verfolgung am Beispiel einer fränkischen Kleinstadt, in der es einst eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Bayern gab.
Format 14,8 × 20,0 cm - 182 Seiten - ISBN: 978-3-934145-62-7 Paperback    € 14,80 
(Infos zur Bestellung auf der Verlagsseite
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Treuchtlingen S. 652-662.  

       
         


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Treuchtlingen (among Jews, also Troilingen) Middle Franconia. Germany. Jews were among the victims of the Black Death persecutions of 1348-49. In the 17th and 18th centuries, they lived under letters of protection and constituted one of the important communities in Bavaria. New synagogues were built in 1730 and 1819. A Jewish school was open from 1877 to the Nazi period. In 1837 the Jewish population was 282 (total 1,590), declining to 168 in 1867 and 119 in 1933 (total 4,237). In 1936, Jews were attacked on trains and Jewish children were expelled from the local school. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned to the ground. By the end of the year, all but two of the Jews had left the town, most to other German cities.  
  
      

                   
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Stand: 14. April 2015