Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen"  
Zur Übersicht "Synagogen im Stadtkreis Frankfurt am Main"  
   

Höchst am Main (Stadt Frankfurt am Main)
Jüdische Geschichte / Synagoge  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Allgemeine Gemeindebeschreibungen 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Erinnerungsarbeit vor Ort - neuere Berichte   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur  

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Höchst am Main (von 1355 bis zur Eingemeindung nach Frankfurt 1928 selbständige Stadt) lebten wenige jüdische Personen bereits im späten Mittelalter (15./16. Jahrhundert nicht mehr als zwei jüdische Familien).   
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. 1635 wird eine jüdische Familie in Höchst genannt. 1648 werden als jüdische Hausbesitzer Joseph Jud und Moschin Jud genannt, als Grundbesitzer Simon Osterbach und Wolf Hochheimer. 1745 wurden 12 jüdische Einwohner gezählt; um 1800 waren sechs Familien mit insgesamt 21 Personen in der Stadt (von insgesamt über 800 Einwohnern). Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts lebten die jüdischen Familien vom Handel mit Geld und verschiedenen Waren, für die sie Handelserlaubnis hatten. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde auch der Handel mit Wein gestattet. 
    
Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner langsam, gegen Ende des Jahrhunderts stärker zu: 1816: 36, 1843 59 (von insgesamt 2.184 Einwohnern), 1890 99 (1,2 % von insgesamt 8.455 Einwohnern), 1895 128 (1,2 % von 10.781), 1899 160 (von 13.637), 1905 148 (0,9 % von 16.175), 1914 151 (0,9 % von 16.222). 

An Einrichtungen der Gemeinde bestanden neben der Synagoge (s.u.) eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden in Bad Soden beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Wiesbaden.  
  
An jüdischen Vereinen gab es den Israelitischen Frauenverein (gegründet 1861, Ziele: Krankenfürsorge, Erholungsfürsorge, kulturelle Aufgaben, Hospizdienste; 1911 bis 1926 unter Leitung von Recha Hirsch, danach Rosa Levi), die Israelitische Hilfskasse (gegründet 1924, Ziel: Unterstützung Hilfsbedürftiger), den Israelitischen Wohltätigkeitsverein (gegründet 1889, Ziele: Unterstützung erkrankter
Mitglieder, Wanderfürsorge), den jüdischen Jugendverein (gegründet nach dem Ersten Weltkrieg) und die Chewra Kadischa (Ziele: Wohltätigkeit, Bestattungswesen).    
     
Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl jüdischer Einwohner weiterhin leicht zu. Die Höchstzahl wurde 1932/33 mit 200 Personen erreicht.  
 
Um 1925
, als 184 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (0,6 % von 31.534 Einwohnern) waren die Vorsteher der Gemeinde Max Ettinghausen, Emil Baum, J. Würzburger, Carl Hirsch und G
ustav Gerson. Als Kantor und Religionslehrer war Kallmann Levi angestellt (bis 1936), als Synagogendiener L. Abermann. Den Religionsunterricht besuchten damals 12 jüdische Kinder (1932: 28 Kinder). Auch an den öffentlichen Schulen wurde jüdischer Religionsunterricht erteilt. Zur Gemeinde in Höchst gehörten die in Griesheim und Ried lebenden jüdischen Einwohnern (16 beziehungsweise 3 Personen). 1932 war 1. Vorsteher der Gemeinde Berthold Ettinghausen, Schatzmeister war Gustav Gerson.  
   
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: etwa 200 Personen, d.h. 0,6 % der Gesamtbevölkerung von etwa 33.000 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung, der Boykottmaßnahmen und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1936 stellt die jüdische Gemeinde mit Carl Hartogsohn nochmals einen jüdischen Kantor und Lehrer an (siehe Berichte unten). 1938 lebten noch etwa 70 jüdische Personen in Höchst. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.). Drei jüdische Geschäfte in der Königsteiner Straße und der Dalbergstraße wurden demoliert und geplündert. Die meisten jüdischen Männer wurden verhaftet, zunächst ins Polizeirevier (Bolongaropalast) gebracht, wenig später für mehrere Wochen in das KZ Buchenwald verschleppt. Diejenigen der Höchster Juden, die nicht mehr in ein sicheres Land auswandern konnten, wurden 1941/43 von Höchst oder einem anderen Ort aus deportiert und in einem der Vernichtungslager ermordet. 
  
In der Liste der in der NS-Zeit Umgekommenen werden genannt ("Juden in Höchst" 1990 s. Lit. S. 72-75): Jettchen Abermann geb. Kahn (1875), Rosa Adler geb. Blum (1867), Sally Adler (1902), Alma Adler geb. Baum (1903), Claire Adler (1931), Bruno Asch (1890) Grete Asch geb. Hauschner (geb. ?), Ruth Eva Asch (1928), Emil Baum (1871), Helene Baum geb. Levy (1881), Martha Baum geb. Schwarzschild (1881), Salomon Baum (1875), Ernst de Beer (1882), Meta Blumenthal geb. Zinsheimer (1896), Miriam Blumenthal (1923), Fritz Günther Blumenthal (1925), Bernhard Cohen (1889), Theresia Cohen geb. Hertz (1897), Helene Cohen (1921) Alice Cohen (1925), David Cohen (1894), Betti Cohen geb. Vorchheimer (1905), Fritz Cohen (1928), David Cohen (1931), Bertha Ettinghausen geb. Feitler (1861), Salomon Frank (1903), Else Frank geb. Levi (1908), Ruth Frank (1934), Paul Pinchas Frank (1937), Mosche Menachem Frank (1942), Julius Freudenthal (1900), Betti Freudenthal geb. Strauß (1901), Margot Freudenthal (1928), Gustav Gerson (1881), Bertha Gerson geb. Simon (1881), Nathan Grünspahn (1938), Esther Martha Grünspahn (1888), Leo Grünspahn (1928), Emanuel Hahn (1928), Rosa Hahn geb. Liebmann (1877), Meta Hahn (1902), Julie Hamlet (1874), Jenny Hammerschlag (1884), Franz Henle (1876), Therese Herger geb. Studinski (1890), Henriette Herger (1923), Hugo Hirsch (1874), Karl Hirsch (1868), Lucia Hirsch geb. Mayer (1892), Elias Kahn (1884), Hermann Kahn (1874), Jenny Kahn geb. Marx (1879), Karl Kahn (1878), Ludwig Kahn (1891), Nannette Kahn geb. Linz (1896), Selma Kasper geb. Strauss (1891), Hermann Kühn (1881), Klara Kühn geb. Katzenstein (1886), Emil Lehmann (1872), Kallmann Levi (1878), Rosa Levi geb. Friesem (1884), Lotti Levi (1906), Hugo Levi (1877), Amalie Levy geb. Adler (1880), Felix Lewin (1873), Sidonie Lewin geb. Königsberger (1876), David Mannheimer (1870), Meta Mannheimer geb. Dahlberg (1900), Hermine Mayer geb. Kauders (1864), Gertrud Mayer (1898), Julia Mayer geb. Spiegel (1867), Hermann Marx (1890), Franz Michalsohn (1880), Heinrich Michel (1871), Ludwig Nachmann (1886), Paula Ilse Nachmann geb. Strumpf (1886), Hertha Nachmann (1922), Isidor Neger (1910), Wolf Neumann (1887), Amalie Neumann geb. Fränkel (188), Herta Neumann (1920), Jettchen Neustädter geb. Stern (1858), Siegmund Neustädter (1895), Jenny Neustädter geb. Adler (1893), Ruth Neustädter (1923), Ilse Neustädter (1926), Albert Odenbach (1927), Georg Odenbach (1898), Mina Odenbach geb. Mester (1898), Benno Reches (1910), Josef Schain (1895), Julius Schwarzschild (1888), Rosa Schwarzschild geb. Michel (1897), Mathilde Strauß geb. Halberstadt (1871), Siegfried Strauß (1903), Irma Strauß geb. Isselbächer (19087), Erna Walega geb. Baum (1907), Moritz Weinreb (1887), Lina Weinreb geb. Levy (1891), Ruth Weinreb (1925), Irma Wolff geb. Hirsch (1902), Gerhard Julius Wolff (1930), Alfred Wormser (1876).          
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Allgemeine Gemeindebeschreibungen 

Allgemeine Gemeindebeschreibung (1906)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Dezember 1906: "Höchst am Main. Nach der letzten Volkszählung hat unsere Stadt rund 16.000 Einwohner, darunter 154 Juden. Die jüdische Gemeinde wurde vor etwa 100 Jahren durch einige Familien, die von Heddernheim hierher zogen, gegründet. Im Jahre 1816 baute sie aus den Steinen eines alten Festungsturmes, den ihr der damalige Herzog von Nassau schenkte, eine Synagoge. Mit der Einwohnerzahl der Stadt wuchs auch die Jüdische Gemeinde, die gegenwärtig aus 36 Familien besteht, und die alte Synagoge reichte nicht mehr aus. Im vergangenen Jahre wurde dieselbe durch einen Neubau ersetzt."    

  
Allgemeine Gemeindebeschreibung (1936!)  

Hoechst aM GblIsrGF Juni1936.jpg (132133 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt" Juni 1936: "Frankfurt a.M. - Höchst. Obwohl seit einigen Jahren ein Stadtteil Frankfurts, wahrt es ein Eigenleben. 'Höchst am Main' erhielt 12400 kurmainzisches Stadtrecht und blieb 400 Jahre ununterbrochen bei Mainz, kam 1803 zu Nassau, 1866 zu Preußen. Wohl erst wenig vor 1800 wohnen Juden zahlreicher in Höchst; bald schenkt ihnen der Kurfürst von Mainz einen Turm in der Stadtmauer. Dieser wird ihre erste Synagoge. Auf ihrem Platze, am 'Höchster Markt', entsteht 1905 die neue Synagoge, stattliches roter Bau mit 150 Plätzen. Gemeinsamer Friedhof mit den Gemeinden Soden, Hofheim, Hattersheim und Okriftel in der Gemarkung Soden, seit 1870. Alter Friedhof aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts bei Niederhofheim. Die Gemeinde Frankfurt-Höchst mit Frankfurt-Griesheim und Frankfurt-Nied gehört bemerkenswerterweise noch zum Rabbinatsbezirk Wiesbaden. (Wir befinden uns also in jüdischer Beziehung wirklich schon außerhalb Frankfurts!). Sie zählen um 1930 zusammen 200 Seelen; heute viel weniger. - Sehenswert auch die Justinuskirche, Basilikabau, entstanden zwischen 826 und 947, mit gotischem Chor: 1443; nicht weit davon der Bolongaroplast, 1772 bis 1775 erbauter Spätbarockbau mit großartigen Rokoko-Fresken in seinem Innern. - Unmittelbar nach dem Durchschreiten der Hauptstraße zwischen den Bürohäusern der I.G. Farben (der Besichtigung wert und zugänglich) wende man sich nach rechts (Norden), schneide nordwestlich wandernd, mit immer schöner werdender Aussicht auf den sich nordwärts türmenden Taunus, 2 Bahnlinien, die Straße Sindlingen-Unterliederbach und den Pfingstborn, lasse Zeilsheim im wesentlichen links liegen; man erreicht die Elisabethstraße und - südwestlich - links nach 1 1/2 Stunden (Hofheim im Taunus)." 

  
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
Ausschreibung der Stelle des Lehrers und Vorbeters (1868)    

Hoechst aM Israelit 08011868.jpg (36659 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1868: "Die Lehrer- und Vorbeterstelle bei hiesiger Kultusgemeinde mit Gulden 250 fixem Gehalt wird bis zum 1. April laufenden Jahres vakant. Hierauf Reflektierende wollen Ihre Anträge an den Unterzeichneten franco einsenden. 
Höchst am Main, 2. Januar 1868. Joseph Wolff, Vorsteher."   

  
Zum Tod von Lehrer Emanuel Wormser (1890)  

Hoechst aM Israelit 14071890.jpg (100862 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juli 1890: "Höchst am Main, 8. Juli (1890). Am verflossenen Schabbat wurde unsere Gemeinde während des Morgen-Gottesdienstes in große Aufregung versetzt. Unser langjähriger Vorbeter, Lehrer Emanuel Wormser, wurde während des Musaphgebetes von einem Schlaganfall betroffen, von welchem er sich nicht wieder erholte, sondern nach Mincha (Mittagsgebet) schon erlag. Wir verlieren in ihm eine Zierde unserer Gemeinde und Israel einen gesetzestreuen Glaubensgenossen. Die Ausübung von Wohltätigkeit und Erhaltung des Friedens war seine grüßte Freude. Stets suchte er in seinen Vorträgen zur Gottesfurcht anzueifern. Die Beteiligung bei seinem Leichenbegängnis zeugte von seiner Beliebtheit bei seinen Bekannten. 
Möge das Verdienst seiner guten Taten der trauernden Witwe und den hinterbliebenen Kindern beistehen."   
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Juli 1890:  
Ähnlicher Bericht wie im "Israelit" siehe oben.  
   

      
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Kallmann Levi (1929)            

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 5. April 1929: 
"Amtsjubiläum des Lehrers K. Levi, Höchst am Main. 
Nachdem Samstag, den 20. April, ein Festabend sämtlicher Vereine der Gemeinde zu einer glanzvollen und herzlichen Ehrung des verdienten Lehrers K. Levi geworden war, der nunmehr seit 25 Jahren geistiger Führer der Gemeinde in Freud und Leid ist, folgte Tags darauf, Sonntag, den 21. April, die offizielle Feier der Gemeinde Höchst. 
Um 10 Uhr vormittags hatte sich das würdige Gotteshaus der Gemeinde mit Andächtigen, Verehrern und Freunden des Jubilars bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Ettinghausen, dankte in herzlicher Ansprache dem Gefeierten für sein selbstloses, aufopferungsvolles, in jeder Hinsicht vorbildliches Wirken im Dienste der Gemeinde und rühmte insbesondere das erfolgreiche Eintreten des Jubilars für den Frieden und die Verständigung unter den Konfessionen. Sein persönliches Geschick, Gegensätze zu überbrücken, habe sich dort wie auch im innern Leben der Gemeinde vollauf bewährt. Mit dem Dank des Vorstandes verband der Redner die besten Wünsche für das fernere Wirken des verehrten Lehrers. Nun folgte die Festrede des Bezirksrabbiner Herrn Dr. P. Lazarus, Wiesbaden: Kämpfen und Bauen seien Grundlage und Inhalt für das Leben und die Arbeit des Jubilars gewesen. In den 11 Jahren gemeinsamen Wirkens habe Redner den Jubilar kennen und schätzen gelernt; er spricht ihm die Anerkennung der vorgesetzten Behörde und seinen persönlichen Dank aus, der im feierlichen Priestersegen ausklingt. Hierauf sprachen die Herren Oberkantor Nussbaum Wiesbaden für den Verein Israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau (der eine künstlerisch ausgestattete Adresse überreichen lässt), Lehrer Dr. Eschwege - Frankfurt namens der Vereinigung jüdischer Lehrer in Frankfurt, und ein Vertreter der christlichen Lehrerschaft von Höchst dem Gefeierten Dank, Anerkennung und gute Wünsche für die Zukunft aus. Nach dem Gemeindegesang 'En kelohenu' dankt Herr Levi tiefbewegt. Er gedenkt der heimgegangenen Vorstandsmitglieder und schließt mit Gelöbnis, auch fernerhin in demselben Geiste wie bisher der Gemeinde und dem Judentum zu dienen. Sologesänge der Wiesbadener Herren Capell und Nussbaum bereichern den Festakt in würdiger Weise. So ehrt eine Gemeinde, indem sie ihren Beamten ehrt, sich selbst.  
In der Wohnung des Jubilars fanden sich nach der offiziellen Feier zahlreiche Deputationen und Einzelbesucher ein, die den Gefeierten mit Glückwünschen und Geschenken förmlich überschütteten. Hunderte von Telegrammen und Glückwunschschreiben zeugten von der hohen Achtung und Liebe, deren sich Herr Levi in weitesten Kreisen auch außerhalb seiner Gemeinde und seines Wohnortes erfreuen darf. 
Möge es ihm noch viele Jahre vergönnt sein, in alter Kraft zu 'bauen und mitzukämpfen' im Dienste Gottes, seiner Gemeinde, des Judentums und der ganzen Menschheit. E.C."                 
 
Hoechst aM Israelit 18041929.jpg (16429 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1929: "Jubiläum in Höchst. Die Israelitische Kultusgemeinde feiert am Schabbat Hagadol das 25-jährige Ortsjubiläum ihres Lehrers Herr K. Levi."    
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 29. April 1929: "Fünfundzwanzigjähriges Ortsjubiläum. Schabbos haggodaul, den 20. April dieses Jahres, feiert Herr K. Levi sein 25-jähriges Jubiläum als Prediger, Lehrer und Kantor der Israelitischen Kultusgemeinde Höchst am Main. In den 25 Jahren seiner Wirksamkeit in Höchst am Main hat Herr Levi eine ganze Generation zum Dienst am Judentum und an der Menschheit erzogen. Ein besonderes Verdienst erwächst ihm aus der Gründung einer Kasse zur Hilfeleistung in Krankheits- und Todesfällen. In seiner Gemeinde verehrt ihn alt und Jung, und alle rüsten sich, den Ehrentag ihres Führers festlich zu begehen. Auch seine Kollegen werden des Mannes, der seit Jahren dem Vorstand des Vereins israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau angehört und eine Zierde seines Standes ist, voll herzlicher Freude gedenken. Nicht zuletzt beglückwünschen auch wir den trefflichen Mann und treuen Leser unseres Blattes von Herzen und wünschen ihm eine weitere lange Reihe von Jahren beglückender und erfolgreicher Arbeit."  

      
Carl Hartogsohn wurde zum Kantor und Lehrer gewählt (1936) 
(vgl. Anmerkung bei der nachfolgenden Anzeige)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juli 1936: "Aus der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main - Höchst. Die trotz der vor einer Reihe von Jahren bereits erfolgten Eingemeindung selbstständig gebliebene Jüdische Gemeinde Höchst am Main, die ihre Synagoge und ihre anderen Einrichtungen den Anforderungen des überlieferten Judentums gemäß aufrechterhält, hat, nach der Pensionierung ihres bisherigen verdienstvollen Beamten, Herrn Lehrer Levy, nunmehr Herrn Kantor und Lehrer Carl Hartogsohn, der seit fast drei Jahren in Groß-Gerau (Hessen) amtiert, zu ihrem Beamten gewählt. Herr Hartogsohn wird noch vor den Jomim Hanauroim (hohe Feiertage) sein neues Amt antreten".      

 
Verlobungs- und Hochzeitsanzeige von Hede Rüb und Carl Hartogsohn (1936)  
Anmerkung: Carl Hartogsohn aus Emden war der letzte jüdische Lehrer in Höchst am Main; er und seine Frau Hede geb. Rüb wurden nach der Deportation ermordet. Hede geb. Rueb war eine Tochter des jüdischen Gemeindevorstehers David Rueb in Guntersblum. David Rueb und Berta geb. Dornberger waren nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 zu ihrer Tochter nach Höchst geflohen; sie wurden nach der Deportation 1942 von Frankfurt gleichfalls ermordet. Vgl. Seite des Kulturvereins Guntersblum zu David Rueb.   

Guntersblum Israelit 19111936.jpg (30130 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1936: "Statt Karten - Gott sei gepriesen
Hede Rüb - Carl Hartogsohn Kantor und Lehrer - Verlobte   
Guntersblum (Rheinhessen) - Emden (Ostfriesland) / Frankfurt-Höchst.  
November 1936 - Kislew (5)697."
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1937: "Gott sei gepriesen.  
Kantor und Lehrer Carl Hartogsohn - Hede Hartogsohn - Rüb. Vermählte. 
Frankfurt a.M. - Höchst - Guntersblum (Rhein). Elul (5)697 / August 1937. 
Trauung und Empfang: Hotel Ulmann, Frankfurt am Main, Bethmannstraße 52. 29. August 1937, 14 Uhr. 1. Tag der Selichot".  
    
Guntersblum Carl Hartogsohn 1936.jpg (78990 Byte)Foto links: Lehrer Carl Hartogsohn unterrichtet in einem Privathaus in Guntersblum zwei jüdische Mädchen; Aufnahme vom 26. April 1936 in Guntersblum. Von links: Ann Hellmann, Carl Hartogsohn und Inge Seeman. 
Quelle: Archiv des United States Holocaust Memorial Museum.   

 
Lehrer Hartogsohn wirkt mit bei der Hundertjahrfeier der Synagoge in Emden (1936)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1936- "Emden, 14. September (1936). Bei der Hundertjahr-Feier der Synagoge in Emden war es allen Anwesenden eine besondere Freude, 'einem jungen Emder', Herrn Lehrer Hartogsohn aus Höchst am Main zu lauschen, der es ganz hervorragend verstand, gesangliche Darbietungen vorzutragen, und somit zur Verschönerung der Feier beitrug".    

  
  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben 
Generalversammlung des israelitischen Wohltätigkeitsvereins Chewra Kadischa (1901)  

Hoechst aM Israelit 25021901.jpg (213638 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Februar 1901: "Höchst am Main, 20. Februar (1901). Am Dienstag, 29. vorigen Monats, fand die Generalversammlung des israelitischen Wohltätigkeitsvereins Chewra Kadischa hierselbst statt. Der Vorsitzende, Herr Mühlenbesitzer Max Ettinghausen, eröffnete dieselbe mit Worten der Begrüßung und des Dankes an die zahlreich anwesenden Mitglieder, und erteilte zunächst dem Schriftführer, Herrn Lehrer Ledermann, das Wort zur Ablage des Jahresberichts, dem wir Folgendes entnehmen.    
Der Verein zählte heute 28 Mitglieder. Die bisherigen Einnahmen betrugen 608 Mark, die Ausgaben 460 Mark und hat der Verein ein Vermögen von über 2.800 Mark. Der Präsident nahm nach der Decharge-Erteilung das Wort und führte etwa Folgendes aus: So erfreulich die finanzielle Seite erscheine, so könne er doch ein Wort des Vorwurfes speziell an die Mitglieder nicht unterdrücken: dass nämlich die aktive Beteiligung an den Aufgaben des Vereins viel zu wenig angestrebt wird. Das Motiv zur Gründung war in der damals kleinen Gemeinde, eine Zentrale zu schaffen, die in Freude und Leid wahre Wohltätigkeit üben solle, auch sollten die Mitglieder besonders bei Trauerfällen und Jahrzeit auch am Werktage pünktlich zum Gottesdienste erscheinen. Ein großer Teil der Mitglieder kommt diesen Verpflichtungen leider nicht nach und daher sehe man im Werktaggottesdienst stets dieselben Gesichter, ja, in der letzten Zeit mussten zur nötigen Zahl (Zehner-Minjan) gerufen werden. Er ermahne ernst und eindringlich, doch mehr Zusammengehörigkeit und Anhänglichkeit dem Vereine und der Gemeinde zu widmen. 
Die Worte unseres rührigen Präsidenten machten einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden; - möge er auch Erfolg zu verzeichnen haben.
Die Kultusgemeinde unserer hiesigen Industriestadt besteht zur Zeit aus 52 steuerzahlenden Mitgliedern, die sich zum großen Teil aus Akademikern, Fabrikbesitzern und Kaufleuten zusammensetzen. Handwerker sind hier, außer einem Bäcker und vier Metzgern, die leider alle nicht den Schabbat einhalten. Trotzdem würde sicherlich ein religiöser Metzger gut existieren können, indem hier auch stets eine größere Anzahl Abonnenten vorhanden sind, die demselben gesichert wären. 
Unsere Gemeinde-Institutionen stehen unter orthodoxer Aufsicht. Auch existieren hier vorzügliche Mittelschule, an denen jüdischer Religions-Unterricht erteilt wird. M."   

   
Purim-Feier des Jüdischen Jugendvereines (1928)
      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 2. März 1928: "Höchst am Main. Der Jüdische Jugendverein veranstaltet am 10. März, abends 8.30 Uhr, eine Purimfeier im oberen Saale der 'Schönen Aussicht'. Einem ernsten Teil folgen lustige Darbietungen. Der Eintritt ist für Mitglieder aller Verbandsvereine frei bei Vorzeigen der Mitgliedskarte. Nichtmitglieder zahlen 1.80 Mark. Der Jüdische Jugendverein hofft mit seinen Mitgliedern und Gästen einen frohen Abend zu verleben, der sich bis gegen Morgen hinziehen soll."             

 
Gründungsversammlung eines jüdischen Landvereins (1928)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 2. März 1928: "Höchst am Main. Sonntag, 11. März (1928), nachmittags 3 Uhr, findet in Hofheim am Main eine Gründungsversammlung statt. Ein Landverein soll entstehen der die Interessen der jüdischen Frau im Sinne des jüdischen Frauenbundes wahren und dessen Ideale pflegen soll."        

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
Zum Tod des 2. Gemeindevorstehers B. S. Ettinghausen (1882)  

Hoechst aM Israelit 01021882.jpg (81034 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1882: "Nekrolog
Unsere Gemeinde wurde leider mit einem schweren Verluste heimgesucht. Das teure Gemeindemitglied, unser 2. Vorsteher, Herr B. S. Ettinghausen, seligen Andenkens, ist nicht mehr, denn der liebe Gott - Gebieter über Leben und Tod - hat ihn zu sich in ein besseres Jenseits gerufen. Er war ein treuer Gatte, ein braver Familienvater. Gott segnete seiner Hände Arbeit und er spendete von diesem Segen jedem Hilfsbedürftigen ohne Unterschied. Sein Haus war den Armen offen und er stand jedem mit Rat und Tat bei. Alles, was er tat, geschah zur Ehre Gottes. Er war ein Wohltäter. Als 2. Vorsteher erfüllte er gewissenhaft seine Pflicht und liebte sehr, die Synagoge stets verschönert und in Ordnung zu sehen, wozu er es nie an reichlichen Spenden fehlen ließ. Er hinterlässt überall und bei jedem, der ihn gekannt, einen guten Namen. Seine Kinder erzog er alle in Religion und hielt sie zu allem Guten an. Auch betete er häufig ind er Synagoge vor, indem er mit einer schönen Stimme begabt war. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. 
Höchst am Main, 22. Januar 1882. E.W."      


Siegmund Ettinghausen wird zum Stadtverordneten gewählt (1892)  

Hoechst aM Israelit 20061892.jpg (73879 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1892: "Höchst am Main, im Juni (1892). Bei den jüngsten Stadtratswahlen wurde Herr Siegmund Ettinghausen in die Stadtverordnetenversammlung berufen. Die Gunst der Behörden wendet sich auch den hier bestehenden jüdischen Institutionen zu; so wird unsere Religionsschule nicht allein durch die unentgeltliche Überlassung eines Lokals und die nötige Beheizung derselben bedacht, sondern sogar noch materiell unterstützt. Es ist wohl am Platze dese so überaus schönen Züge der hiesigen städtischen Verwaltung öffentlich bekannt zu geben und damit den Wunsch zu verbinden, dass dieses friedliche Verhältnis der Konfessionen zueinander in ungetrübter Weise fortbestehen möge. S."      

  
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Salmon Strauss (1898)     

Hoechst aM Israelit 17021898.jpg (102316 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Februar 1898: "Höchst am Main, 13. Februar (1898). Am vorigen Mittwoch verstarb hier plötzlich der langjährige Vorsteher der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Salomon Strauß, im Alter von 72 Jahren. Der Dahingeschiedene war wirklich in seiner Art ein seltener Mann, der sich durch seine hervorragende Frömmigkeit, gepaart mit strengem Rechtlichkeitssinn und äußerster geschäftlicher Pünktlichkeit einen guten Namen machte und sich dadurch ein bleibendes Andenken bei der Mit- und Nachwelt sicherte. Schon in früher Jugend pflegte der Verblichene sich durch die stets penible Ausübung aller religiösen Obliegenheiten hervorzutun, seine Eltern über das gewöhnliche Maß hinaus zu ehren, und sein Gebet mit großer Andacht zu verrichten. Selbst in den Jahren, wo er als Soldat dem Vaterland diente, unterließ er es nie des Morgens stets in Tallis und Tefillin zu beten, eine Handlung, die ihm sogar die Anerkennung seines Hauptmannes verschaffte. Der Heimgegangene versah seit Jahren hier an den hohen Festtagen die Stelle als Baal-Tefilloh und Baal Tokea, rein nur aus Liebe und Frömmigkeit, mit aller Hingebung in großer Andacht. In unserer Gemeinde wusste er durch seine Friedensliebe die verschiedenen religiösen Anschauungen im Sinne des reinen und unverfälschten Judentums unter eine Fahne zu bringen. Salomon Strauß war aber auch ein großer Wohltäter, ein Förderer von Wohltätigkeit und zwar in der ganzen Größe dieser Tugenden. Er gab stets mit vollen Händen und dies in der Stille (er gab im Verborgenen), so wie es die Frommen und Edlen zu tun pflegen. Der Verewigte war noch einer von jenen, wie sie die gute alte Zeit in größerer Anzahl besessen, und die leider in der Gegenwart immer seltener werden. Sein Leichenbegängnis gestaltete sich auch zu einem sehr imposanten, dem viele Freunde aus Nah und Fern beiwohnten, unter andern Herr Rabbiner Dr. Kahn aus Wiesbaden, sowie noch viele angesehene Männer aus Frankfurt am Main. Sch."    

     
Siegmund Ettinghausen legt sein Amt als Kultusvorsteher nieder - Max Ettinghausen folgt nach (1903)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1902: "Höchst am Main, im Oktober (1902). Im vorigen Monat legte unser bisheriger, allverehrter Kultusvorsteher, Herr Siegmund Ettinghausen, sein Amt als solcher nieder, da ihm wegen anderer Ehrenämter als Mitglied des Stadtrats, des hiesigen Vorschussvereins, wie vieler städtischer Kommissionen, eine allzu große Arbeitslast erwuchs. 
Unsere Gemeinde hat diesem treuen Mann, der sich für die Öffentlichkeit einsetzt, mach' Gutes zu danken. Der orthodoxen Richtung angehörend, war er stets darauf bedacht, unsere religiösen Institutionen nach Können zu erhalten und zu fördern. So ist es seinem Bemühen zuzuschreiben, dass die Schechitah unter streng-religiöse Aufsicht gestellt, dem Gemeindebeamten übertragen und im städtischen Schlachthofe durch Ortsstatut geregelt wurde. Die Stellung des Lehrers und Kantors suchte er dadurch zu sichern, dass er ihn in eine Pensionskasse einkaufen ließ.   
Auf Vorschlag des Königlichen Landrats wurde an seine Stelle Herr Max Ettinghausen mit überwiegender Stimmenmehrheit gewählt und hätte die Sorge für das Gemeindewohl in keine besseren Hände übergehen können; da auch er allen das Judentum berührenden Fragen reges Interesse und ein warmes Herz entgegenbringt. Besonders freudig wird die Wahl von den religiösen Mitgliedern unserer Gemeinde, die leider sehr in der Minderheit sind, begrüßt.  
Möge es ihm beschieden sein, dass er recht lange zum Wohle der Gemeinde und zur Ehre des Judentums wirke."          

    
Zum Tod des Stadtverordneten Siegmund Ettinghausen (1907)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. März 1907: "Höchst am Main. Im Alter von 61 Jahren verschied der Stadtverordnete Siegmund Ettinghausen, ein sehr angesehener Mann. "         


Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Abraham Moses (1908)  

Hoechst aM Israelit 04061908.jpg (86260 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1908: "Höchst am Main, 31. Mai (1908). In diesen Omertagen hat unsere kleine Gemeinde einen schweren Verlust erlitten durch das Ableben unseres langjährigen Vorstehers Herrn Abraham Moses. Legte schon die starke Beteiligung an dem Trauerzuge Zeugnis ab von der Beliebtheit des Verstorbenen, so trat das in erhöhtem Maße zu Tag bei der Trauerfeier auf dem Friedhof selbst. Herr Kantor Levy zeichnete in warm empfundenen, schlichten Worten den Lebensgang des Mannes, der seine höchste Befriedigung in der Erfüllung seiner religiösen und sozialen Pflichten fand. Herr Ettinghausen sprach im Namen der Gemeinde und des Vorstandes in bewegten und herzlichen Worten den Dank aus für die aufopfernde Tätigkeit, die der Verstorbene in den mehr als 20 Jahren seiner Zugehörigkeit zum Vorstand bewiesen habe. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."      

  
Max Ettinghausen wird zum Stadtverordneten gewählt (1909)  

Hoechst aM FrfIsrFambl 26111909.jpg (15141 Byte)Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. November 1909: "Höchst am Main. Mühlenbesitzer Max Ettinghausen wurde zum Stadtverordneten gewählt."   

  
Max Ettinghausen ist 25 Jahre Gemeindevorsteher (1927/28)    

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 21. November 1927: Höchst am Main. Der Sabbat Lechlecho war für die Israelitische Kultusgemeinde Höchst am Main ein stimmungsfroher und würdiger Festtag. Der 1. Vorsitzende der Kultusgemeinde, Herr Max Ettinghausen, beging an diesem tage die Feier seine 25.-jährigen Jubiläums als Vorstand der Kultusgemeinde. Zur ihrer Freude sah die Gemeinde an diesem Sabbat ihren Bezirksrabbiner, Dr. Paul Lazarus, Wiesbaden, bei sich. Am Freitagabend veranstaltete der Jüdische Jugendverein eine Freitagabend-Feier, an der ca. 60 Personen - jung und alt - teilnahmen. Bei festlich gedeckten Tischen und strahlenden Sabbatlichtern herrschte eine wahre Freitagabendstimmung, der neben anderen vor allem Rabbiner Dr. Lazarus in warmen Worten Ausdruck verlieh. - Am Sabbat Morgen wurde in den üblichen Morgengottesdienst die offizielle Festfeier eingefügt. Rabbiner Dr. Lazarus verstand es, in packenden Worten seine Zuhörer zu fesseln und in ihnen ein starkes Bekenntnis zum Judentum mit seinen ideellen und religiösen Werten zu zu wecken. Er gedachte in würdigen Worten der großen Verdienste des Jubilars. Ihm schloss sich als zweiter Redner Herr Lehrer Levi, Höchst am Main an, der unter Anführung und Auslegung einiger Sidrahstellen noch mit einzelnen Momenten die abgelaufene Amtszeit des Herrn Ettinghausen zeichnete. Die dichtbesetzte Synagoge war würdig geschmückt - die Kinder des Jubilars hatten der Gemeinde ein herrliches Porauches gestiftet. - Am Abend begannt das Fest, zu dem der Vorstand der Kultusgemeinde geladen hatte, mit einem akademischen Teil, in dem namens der Behörde der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, die Vorsitzenden der Männer-Chewrah und des Israelitischen Frauenvereins, der Israelitischen Hilfskasse, des Jüdischen Jugendvereins, der Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und die Vertreter der übrigen Kreisgemeinden in warmen Worten die Verdienste ihres Gemeindevorsitzenden würdigten. - Gerührt und bewegt dankte Herr Ettinghausen in schlichten und herzlichen Worten für all das, was die Gemeinde an diesem seinem Ehrentage ihm an Verehrung und Liebe entgegengebracht hat. - Ein gelungenes geselliges Programm, mit Freude von Mitgliedern des Jüdischen Jugendvereins ausgeführt, verbunden mit frohem Tanz, vereinte die  festliche Versammlung, die nahezu 200 Personen zählte, bis in die frühen Morgenstunden. Ein Gemeindefest, wie es nicht schöner gedacht werden kann, erfüllt von wahrer jüdischer Gemeinschaft.  Dr. S."         
 
Hoechst aM GblIsrFf Jan1928 147.jpg (17514 Byte)Artikel im Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt vom Januar 1928 S. 147: "Höchst. Kürzlich feierte Herr Max Ettinghausen das Jubiläum seiner 25-jährigen Tätigkeit als erster Vorsteher der israelitischen Gemeinde Höchst." 

         
Zum Tod der Frau von David Mannheimer (1929)  

Hoechst aM Israelit 01081929.jpg (110188 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. August 1929: "Höchst am Main, 29. Juli (1929). Am Mittwoch, 16. Tammus (= 24. Juli 1929) wurde Frau David Mannheimer (eines Bruders des Herrn Hauptlehrers Mannheimer in Dettelbach) den Ihrigen durch einen sanften Tod nach langem, schwerem, aber gottergeben ertragenen Leiden genommen. Die Heimgegangene war, wie Herr Lehrer Kallmann Levi am Grab in warmen Worten ausführte, eine wahrhafte wackere Frau, ihr ganzes Leben war Gottesdienst. Als Älteste von 5 Kindern von Jugend auf verwaist, war sie ihren Geschwistern immer die treu sorgende, mütterliche Freundin, ihrem Manne die beste Gattin, den Kindern die liebevollste Mutter. Ihren baldigen Tod ahnend, doch nicht darüber klagend, benutzte sie die letzte Kraft ihres Lebens, noch einmal die Enkelkinder aufzusuchen und ihnen in ihre Kinderaugen zu sehen, was ihre größte Freude der letzten Jahre war. Wie hat sie ihr Haus in bestem jüdischen Geist verwaltet, wie hat sie jeden Schabbat und jeden Feiertag in ihrem Hause zu gestalten verstanden! Als Erste betrat sie mit ihrem Gatten, so lange sie nur gehen konnte, die Synagoge und als Letzte ging sie nach Hause. Ihr Verdienst möge ihrer Familie und Gemeinde beistehen."  

   
Zum Tod von Max Ettinghausen (1933)  

Hoechst aM Israelit 04051933.jpg (188220 Byte)Artikel in Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1933: "Max Ettinghausen - er ruhe in Frieden. Am vergangenen Sabbat, den 22. April, schied in Höchst der weit über den Kreis unserer Gemeinde hinaus bekannte und allverehrte Max Ettinghausen, kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres von uns. Der Verstorbene, als Senior unserer Gemeinde in Höchst geboren, entstammte einer angesehenen und dem Judentum durch Tradition treu verbundenen Familie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts (1807) aus Heddernheim nach Höchst eingewandert war. Der Heimgegangene, der lebendigste Beziehungen zu allen nichtjüdischen Kreisen von Höchst unterhielt, der 10 Jahre lang (1908 bis 1918) Stadtverordneter hierselbst war, hat für unsere Kultusgemeinde und deren Institutionen sich so viele unschätzbare Verdienste erworben, dass solche einzeln zu benennen unmöglich ist. Von 1902-1930 leitete er als Kultusvorsteher unsere Gemeinschaft. 1905 erstand, vor allem dank seiner Tatkraft, der Neubau unseres schönen Gotteshauses. Er verstand es, immer wieder den Zusammenhalt unter den Gemeindemitgliedern zu fördern und jeden einzelnen seines Kreises für die Interessen der Gemeinschaft anzuregen. An sich selbst stellte er die größten Anforderungen und erübrigte neben seinem Beruf und der Tätigkeit in der Öffentlichkeit unendlich viel Zeit für die Gemeindearbeit. 
Die am vergangenen Dienstag auf unserem Friedhof in Bad Soden erfolgte Beerdigung des Verblichenen zeugte von der unbegrenzten Verehrung seiner Gemeinde sowohl als auch seiner zahlreichen Freunde in und außer Höchst. Herr Bezirksrabbiner Dr. Lazarus zeichnete in anschaulicher und treffender Weise den Verstorbenen als echten Sohn seiner nassauischen Heimat, als bewussten und aufrechten Juden, als verantwortungstreuen Führer seiner Gemeinde und zuletzt als ideales Oberhaupt seiner engeren und weiteren Familie. Herr Lehrer Levi betrauerte in warmen Worten den selbstlosen väterlichen Freund und Vorsteher. Namens des Vorstandes der Gemeinde sprach Herr Dr. Spier, der mit dem Dank an den teuren Toten die Verpflichtung für die lebende Generation verband, an der starken Persönlichkeit des Heimgegangenen in solch ernster Zeit sich zu ermannen. Namens des Israelitischen Männervereins sprach dessen Vorsitzender, Herr Hugo Hirsch, herzliche Worte des Gedenkens. Endlich gedachte der Präsident der Frankfurt-Loge, Herr J.B. Levy, des verblichenen Bruders und Freundes. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  
   
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 5. Mai 1933: 
Ähnlicher Text wie oben.  

        
        
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeigen der Dampfmühle Kriftel Ettinghausen (1899 / 1908) 

Hoechst aM Israelit 02111899.jpg (49151 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1899: "Mazzenmehl
Meinen werten Kunden und sonstigen Mazzen-Bäckereien zur Anzeige, dass ich Anfangs Januar mit dem Fabrizieren des Mazzenmehles beginne und bitte, mir die Aufträge rechtzeitig zugehen zu lassen. 
B.S. Ettinghausen, Dampfmühle Kriftel in Höchst am Main."     
 
Hoechst aM Israelit 10121900.jpg (35191 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Dezember 1900: "Mazzenmehl!  
Da ich Ende Dezember mit der Fabrikation von Mazzenmehl beginne, bitte meine Kunden um baldige Erteilung ihrer Aufträge. 
Dampfwalzmühle Kriftel, B.S. Ettinghausen
, Höchst am Main."      
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1901: "Mazzenmehl! 
Da ich Ende Dezember mit der Fabrikation von Mazzenmehl beginne, bitte meine Kunden um baldige Erteilung ihrer Aufträge. 
Dampfwalzmühle Kriftel, B. S. Ettinghausen, Höchst am Main."          
 
Hoechst aM Israelit 07121903.jpg (66618 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Dezember 1903: "Mazzenmehl 
aus feinstem ausländischen und Nassauer Rotweizen hergestellt, empfiehlt vom 15. Dezember an lieferbar  
B.S. Ettinghausen, 
Dampfmühle, Höchst am Main
."      
  
Hoechst aM Israelit 01021904.jpg (48398 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1904: "Zum Besuch der Bäcker-Kundschaft in Süddeutschland suche ich per 1. April einen tüchtigen branchekundigen 
Reisenden

Samstags und Feiertage geschlossen. Offerten mit Beifügung der Photographie sind erbeten. 
B.S. Ettinghausen, Höchst am Main."      
  
Hoechst aM Israelit 25061908.jpg (56951 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit vom 25. Juni 1908: "Lehrling
Israelit, aus achtbarer Familie, mit guter Schulbildung, für Comptoir und Lager in einer Gemeindemühle per sofort oder 1. August
gesucht
Samstags und Feiertags geschlossen. Selbstgeschriebene Offerten mit kurzer Lebensbeschreibung erbittet 
B.S. Ettinghausen, Dampfmühle Kriftel, Höchst am Main."     

 
Lehrlingssuche des Herren- und Damenkonfektionsgeschäftes S. Saalfeld (1900)  

Hoechst aM Israelit 05071900.jpg (44954 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1900: "Für mein Manufaktur-, Mode-, Herren- und Damenkonfektionsgeschäft suche per sofort einen Lehrling
Kost und Logis im Hause. 
S. Saalfeld, Höchst am Main, Königsteinerstraße 18."        

      
Anzeige des Mode-Spezialhauses Gustav Carsch & Co. (1906)      

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Mai 1906: 
"Knaben-Anzüge usw.  
in größter Auswahl empfehlen 
Gustav Carsch & Co. 
Spezialhaus für Herren- und Knaben-Kleidung 
fertig und nach Mass. 
(Frankfurt) Liebfrauenstr. 8/10 und Neue Kräme 27. 
In Höchst am Main: Königsteinerstraße 5."       

   
Hochzeitsanzeige von Max Safern und Sophie geb. Neger (1925)  

Hoechst aM Israelit 12111925.jpg (22166 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. November 1925: 
"Max Safern - Sophie Safern geb. Neger. Vermählte. 
Karlsruhe in Baden - Höchst am Main."      

  
   
  
   

Zur Geschichte der Synagoge
         
   
Eine erste Synagoge beziehungsweise ein Betsaal wird 1778 genannt. Dieser befand sich in einem kleinen Haus (Anbau zu einem 1525 erbauten Fachwerkhaus) innerhalb der älteren, im 16. Jahrhundert aufgegebenen Stadtmauer von 1355. Wie lange der Betsaal in diesem im Brandschadensplan 1778 genannten "Judenhaus" bereits genutzt wurde, ist nicht bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts war dieses Haus für die Zwecke der jüdischen Gemeinde "gar eng und klein", zumal auch die Juden aus Griesheim, Schwanheim, Liederbach, Münster und Niederhofheim zum Gottesdienst nach Höchst kamen. Nach der Einrichtung der zweiten Synagoge 1806 wurde das Haus des ersten Betsaales an Privatleute verkauft, ist jedoch bis heute erhalten (Albanusstraße 2) und wird im Erdgeschoss als Gaststätte genutzt.
        
1806 konnte ein Betsaal (zweite Synagoge) in einem umgebauten alten Turm (Hinter- oder Badstubenturm) in der nördlichen Stadtmauer (Bachgasse) eingeweiht werden. Diesen Turm hatte die nassauische Regierung der jüdischen Gemeinde gegen Bezahlung eines jährlichen Grundzinses von 4 Gulden zur Verfügung gestellt. Zum Umbau war er im Blick auf den neuen Zweck auf die Höhe der Stadtmauer abgetragen worden. Die zweite Synagoge lag damit in der Nähe des 1798 eingerichteten rituellen Bades (Mikwe), das an der Stelle gebaut wurde, an der bei der nördlichen Stadtmauer ein Teil des Liederbaches in die Stadt floss.   
           
In der zweiten Synagoge wurden nur zehn Jahre die Gottesdienste der Gemeinde gefeiert, dann genehmigte die Regierung den Abriss des Turmes und den Neubau einer Synagoge aus den Bruchsteinen des Turmes an derselben Stelle (dritte Synagoge). Diese dritte Synagoge wurde am 23. August 1816 eingeweiht. Nachdem seit 1890 sich die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder stark vergrößerte, war um 1900 eine Erweiterung oder ein Neubau der Synagoge dringlich. Der Neubau wurde im Oktober 1904 von der Gemeindevertretung beschlossen:  
        
Eine neue Synagoge soll gebaut werden (1904)  

Hoechst aM FrfIsrFambl 04111904.jpg (22875 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. November 1904: "Höchst am Main, den 28. Oktober. Die hiesige jüdische Gemeinde hat in einer gestern abgehaltenen Versammlung beschlossen, eine neue Synagoge auf der Stelle der alten zu erbauten."   
   
Hoechst aM Israelit 10111904.jpg (29418 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1904: "Höchst. Die hiesige israelitische Gemeinde hat in einer dieser Tage abgehaltenen Versammlung beschlossen, an Stelle der alten eine neue, den heutigen Verhältnissen entsprechende Synagoge zu erbauen."  

Der Neubau sollte an Stelle der bisherigen Synagoge entstehen. Der Gemeindevorsitzende stellte bei der Stadt am 31. Januar 1905 den Bauantrag. Er ging alsbald ein, sodass am 16. Mai 1905 die Grundsteinlegung stattfinden konnte. Die Gottesdienst wurden während der Bauzeit im katholischen Vereinshaus abgehalten.    
  
   
Grundsteinlegung der neuen Synagoge (1905)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Mai 1905: "In Höchst fand am 16. dieses Monats die feierliche Grundsteinlegung der neuen Synagoge unter großer Beteiligung statt. Der Architekt Münchhausen aus Köln, der Erbauer vieler Synagogen, ist mit der Aufgabe betraut worden."          

 
Die jüdische Gemeinde kann im katholischen Vereinshaus Gottesdienste abhalten (1905)  

Hoechst aM AZJ 27101905s.jpg (25523 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Oktober 1905: "In Höchst wurde, da die Synagoge sich im Umbau befindet, der israelitischen Gemeinde des Saal des katholischen Vereinshauses zur Verfügung gestellt und auch von ihr benutzt."    

Nach den Plänen des Architekten, Regierungsbaumeister S. Münchhausen aus Köln wurde die neue Synagoge in romanischem Stil auf einem 300 qm großen Grundstück erbaut (vierte Synagoge). Sie konnte am 14. Dezember 1905 durch Rabbiner Dr. Horovitz aus Frankfurt feierlich eingeweiht werden. Über die Feierlichkeiten liegen drei Presseberichte vor: 
 
Die Einweihung der neuen Synagoge (1905)  

Hoechst aM AZJ 22121905s.jpg (20205 Byte)Allgemeine Zeitung des Judentums vom 22. Dezember 1905.  In Höchst am Main wurde am 14. dieses Monats in der feierlichsten Weise die neue Synagoge eingeweiht. Dieselbe ist im romanischen Stil nach den Plänen des Baumeisters Münchhausen aus Köln erbaut. 
   
Hoechst aM AZJ 29121905s.jpg (82640 Byte)Allgemeine Zeitung des Judentums vom 29. Dezember 1905. Höchst am Main, 18. Dezember (1905). Am 14. dieses Monats fand in einem feierlichen Gottesdienste in Anwesenheit von Vertretern der königlichen und städtischen Behörden die Einweihung der hiesigen neuen Synagoge statt. Das nach den Plänen des Baumeisters S. Münchhausen in Köln im romanischen Stile erbaute Gotteshaus war mit Blumen reich geschmückt und bis auf den letzten Platz mit zahlreich erschienenen Gästen gefüllt. Die Bewohner der umliegenden Straßen hatten ihre Häuser reich beflaggt. Abends fand ein Festbankett statt. Die Teilnehmer gehörten allen Konfessionen an, und gestaltete sich die Feier zu einem recht erhebenden Fest. Herr Bürgermeister Palleske ergriff das Wort, wies in seiner Rede hin auf das in Höchst bestehende gute Einvernehmen aller Konfessionen und brachte der Kultusgemeinde als Festgabe das Versprechen der gesamten Bürgerschaft, treu zu ihr zu stehen in der Betätigung wahrer Nächsten und Menschenliebe. Der Verlauf der ganzen Feier war ein derartiger, dass alle Teilnehmer und vor allem die ganze jüdische Gemeinde mit hoher Befriedigung auf den Tag ihrer Synagogeneinweihung zurückblicken dürfen.
  
Hoechst aM FrankfIsrFbl 22121905.jpg (90653 Byte)Frankfurter Israelitisches Familienblatt vom 22. Dezember 1905. Höchst am Main. Am vergangenen Donnerstag wurde die feierliche Einweihung der neu erbauten Synagoge vollzogen. Um 4 Uhr fanden sich die Gemeindemitglieder vor dem Hause des Vorstehers Ettinghausen ein, um die Torarollen bei ihrer Überführung nach der Synagoge ehrfurchtsvoll zu begleiten. Beim Eintritt in die heiligen Räume begrüßte der Chor des Kantor Neumann - Frankfurt, eines Schülers der Opernsängerin Bentfeld, den Zug. Es erfolgte sodann der Umzug der Torarollen und ihre Einstellung in die heilige Lade unter Gesang der hierbei üblichen Psalmen. Die Festpredigt hielt Rabbiner Dr. Horovitz- - Frankfurt. Nach ihr wurde die ewige Lampe angezündet, und mit dem Abendgottesdienst, mit Kantor Ogutsch - Frankfurt als Vorbeter, fand die religiöse Feier ihr Ende. Unter den Festgästen bemerkten wir den Landrat von Achenbach, Bürgermeister Paleske, Direktor Dr. Adler - Frankfurt, Rechtsanwalt Dr. Blau, Präsident der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt, u.a.; die Höchste Geistlichkeit, die selbstverständlich auch eingeladen war, war nicht vertreten. - Des Abends fand ein Bankett statt.
(Hinweis: bei P. Arnsberg s. Lit. S. 557 wird auszugsweise ein Bericht aus dem "Kreisblatt für den Kreis Höchst" vom 15. Dezember 1905 zitiert). 

Architekt Münchhausen erstellte einen schiefergedeckten Backsteinbau. Die Fenster- und Türumrahmungen, Giebelabdeckung und u.a.m. waren aus Sandstein. Die Fassade mit den zwei Ecktürmchen zeigte auf den Höchster Marktplatz. Im rückwärtigen Teil befanden sich die Mikwe und ein Raum für den Vorbeter. In der Synagoge hatte es 84 Sitzplätze für Männer und 54 für die Frauen auf der Empore. 
 
Nur
etwas mehr als drei Jahrzehnte blieb die Synagoge Mittelpunkt des Gemeindelebens der jüdischen Gemeinde in Höchst. Übergriffe gegen die Synagoge gab es bereits 1933, als innerhalb kurzer Zeit zweimal die Fenster der Synagoge eingeworfen wurden.  
        
Beim Novemberpogrom 1938 drangen am Morgen des 10. November SA-Leute aus Höchst in die Synagoge ein, zerschlugen die Inneneinrichtung und legten Feuer. Ein jüdischer Mann, der versuchte, Ritualien aus der Synagoge zu retten, wurde bespuckt und mit Steinen beworfen. Mittags wurde eine nochmalige Brandstiftung durch Höchster Einwohner vorgenommen, wodurch die Synagoge völlig ausbrannte. Die Feuerwehr verhinderte das Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Häuser. Bald nach der Zerstörung der Synagoge meldete die Stadt ihr Interesse am Erwerb des Grundstückes an. Es kam im März 1939 zu einem "Kaufvertrag" mit der Israelitischen Kultusgemeinde, nach dem diese die Abbruchkosten der Synagoge zu übernehmen hatte und der Erlös aus dem Verkauf des Grundstückes auf ein Sperrkonto der Devisenstelle zu überweisen war. Daraufhin wurde das Grundstück mit einem Bauzaun umgeben, die Synagoge wenig später abgebrochen. 1942 verkaufte die Stadt das Grundstück an das Deutsche Reich, das einen Luftschutzbunker erbauen ließ, der heute noch steht. An ihm wurde am 24. Juni 1966 bzw. nach einer Veränderung der Inschrift 1976 eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Synagoge angebracht. Die von Ernst Slutzky gestaltete Kupfertafel trägt die Inschrift: "An dieser Stelle stand die 1905 von der Höchster Jüdischen Gemeinde errichtete Synagoge. Sie wurde am 9. November 1938 zerstört. Mit Hilfe der Stadt Frankfurt am Main wurde zum Gedenken in der Gemeinde Neve-Efraim-Monosson/Israel eine neue Synagoge erbaut" (der ursprüngliche Text von 1966 lautete: "Hier stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Höchst, 1938 durch die Nationalsozialisten zerstört, wiedererrichtet mit Hilfe der Stadt Frankfurt a.M. in Neve Efraim (Israel))". Hintergrund des Hinweises auf die Synagoge in Neve Efraim ist eine Spende von 20.000.- DM, die die Stadt Frankfurt nach Neve Efraim überwies. Mit dem Betrag konnte ein Teil der Baukosten der dortigen Synagoge finanziert werden.   
     
Vor dem Luftschutzbunker stand von April 1982 bis 2010 eine Nachbildung (Abguss) der ursprünglich aus dem Jahr 1928 stammenden Antikriegs-Plastik "Der Krieg" des Höchster Künstlers Richard Biringer. Das Original wurde in der NS-Zeit entfernt und eingeschmolzen.
2008 wurde der Platz vor dem ehemaligen Synagogengrundstück Platz in "Ettinghausenplatz" umbenannt. Im November 2010 wurden zwei "Medienviewer" ("Fernrohre in die Vergangenheit") aufgestellt, mit denen Fotos der virtuellen Rekonstruktion der Synagoge angeschaut werden können. Für das Jahr 2012 ist eine weitere Umgestaltung des Ettinghausenplatzes geplant.    
  
  
Adresse/Standort der Synagoge:   Marktplatz (= Höchster Markt; Ettinghausenplatz)  
  
  
Fotos
(Quelle: Institut für Stadtgeschichte, Höchst; Stadtarchiv Höchst; Foto in der zweiten Fotozeile von oben rechts: erhalten von Gerhard Reininger, Frankfurt)  

Pläne   Hoechst aM Synagoge 010.jpg (89693 Byte)   Hoechst aM Synagoge 011.jpg (55023 Byte)
    Plan von 1905 der Ecke
 Bachgasse/Schleifmühlenweg 
zum Synagogenbauprojekt
  Seitenansicht aus den Plänen
  zum Bau der Synagoge 
1905
     
Fotos:
Die Synagoge vor 1938  
 Hoechst aM Synagoge 113.jpg (98507 Byte) Hoechst aM Synagoge 185.jpg (100723 Byte)    
  Die Synagoge 
am Marktplatz
 Aus einem Familienalbum (Foto von 1937/38): 
die Synagoge rechts im Hintergrund
       
Die zerstörte Synagoge Hoechst aM Synagoge 012.jpg (112636 Byte) Hoechst Synagoge 130.jpg (38526 Byte)
  Die ausgebrannte Synagoge in Höchst - Foto nach dem 10. November
     
   
Die 1976 angebrachte 
Gedenktafel 
Hoechst aM Synagoge G010.jpg (136342 Byte) 
   Gedenktafel am Synagogenstandort mit der Inschrift: "An dieser Stelle stand die 1905 von der Höchster jüdischen Gemeinde erreichte Synagoge. Sie wurde am 9. November 1938 zerstört. Mit Hilfe der Stadt Frankfurt am Main wurde zum Gedenken in der Gemeinde Neve-Efraim-Monosson Israel eine neue Synagoge erbaut". 
Anmerkung: die Synagoge wurde am 10. November 1938 zerstört; das gespendete Geld für die Synagoge in Israel reichte nur für das Fundament dieser Synagoge!  
     
Virtuelle Rekonstruktion der
Synagoge in Höchst 
(© Marc Grellert, www.synagogen.info
vgl. Artikel unten aus hr-online.de 
vom 14.11.2010) 
Hoechst Synagoge 112010as.jpg (53644 Byte) Hoechst Synagoge 112010bs.jpg (41363 Byte)
   Außenansicht der Synagoge Blick von der Frauenempore
       
  Hoechst Synagoge 112010cs.jpg (41990 Byte) Hoechst Synagoge 112010ds.jpg (35717 Byte)
    Im Betraum der Männer mit Blick zum Toraschrein
   

     
     

Erinnerungsarbeit vor Ort - neue Bericht
Pläne für die Zukunft des Synagogenplatzes (September 2008)    

September 2008: Pläne für die Zukunft des Synagogenplatzes    
Bericht von Karin Schäufler in der "Frankfurter Rundschau" vom 27.9.2008 (www.fr-online.de)   
Höchst.  Ettinghausen, ein geschätzter Mitbürger 
Ein Bunker mit Gedenktafel, eine Bronzeplastik und vier Bänke unter Platanen: So zeigt sich das kleine Areal am Höchster Markt zwischen Justinuskirchstraße, Schleifergasse und Kronengasse. Auf den ersten Blick wirkt alles recht beschaulich und übersichtlich - und irgendwie auch ziemlich düster. Ob's nur an der herbstlichen Witterung liegt? Oder gibt es hier Düsteres zu wittern? Möglicherweise auch ein Licht im Dunkel auf den zweiten Blick? Die Wahrnehmung des Platzes ändert sich, wenn man erfährt, wie sehr dessen Gestaltung Waltraud Beck, Mitbegründerin der seit 20 Jahren bestehenden Initiative "Juden in Höchst", beschäftigt..."   
  
Mai 2010: Zum Stand der Pläne für die Neugestaltung des Synagogenplatzes   
Artikel (öp) in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 4. Mai 2010 (Artikel): "Synagoge soll wieder sichtbar werden. 
Höchst.
Auch wenn die Initiative zum Gedenken an den Novemberpogrom 1938 noch etwas Geduld aufbringen muss – bevor der Ettinghausenplatz neu gestaltet wird, ist Waltraud Beck mit dem Ergebnis des jüngsten Treffens mit Vertretern der beteiligten Ämter zufrieden..." 
  
Oktober 2010: Zeitzeugengespräche auf dem Weg zur virtuellen Rekonstruktion der Höchster Synagoge     
Artikel von Boris Schöppner in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 16. Oktober 2010 (Artikel): 
"Erinnerung an die Synagoge. 
Höchst.
Auf die moderne Technik kann sich Marc Grellert bei der virtuellen Rekonstruktion der ehemaligen Höchster Synagoge nicht alleine verlassen. Der Architekt hatte seinen Computer zwar mit den Daten gefüttert, die sich aus den erhaltenen Grundrissen und Schnitten sowie alten Schwarzweißfotos ergaben, doch für den letzten Schliff des virtuellen Modells fehlten noch einige Angaben. Als 'Detektiv- und Puzzlearbeit' beschreibt der Architekt, der in Darmstadt arbeitet und in Frankfurt wohnt, die Recherchetätigkeit. 
Wie war die Decke der Synagoge gestaltet? Wie sah der Fußboden aus? Welche Farbe hatten die Wände? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen führte Marc Grellert bis in die USA..."     
   
Oktober 2010: Verlegung von "Stolpersteinen" in Höchst   
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 23. Oktober 2010 (Artikel): "Stolpersteine werden verlegt
Frankfurt
. Der Künstler Gunter Demnig verlegt wieder 'Stolpersteine', diesmal in Höchst. Damit erinnert er an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus umkamen..."        
   
Dazu Bericht von Elisabeth Hofmann-Mathes in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 3. November 2010: "Stolpersteine und Denkanstöße". 
- Link zum Artikel.     
    
November 2010: Die ehemalige Synagoge wird durch ein Fernrohr sichtbar   
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 5. November 2010 (Artikel): "Fernrohr in die Vergangenheit macht Synagoge sichtbar
Höchst.
Das Fernrohr in die Vergangenheit, das einen Eindruck davon vermittelt, wie einst die Höchster Synagoge aussah, wird am Mittwoch, 10. November, um 13.30 Uhr am Ettinghausen-Platz eingeweiht. Dabei sein werden Kulturdezernent Felix Semmelroth und der Architekt Marc Grellert, der das jüdische Gotteshaus virtuell rekonstruiert hat (das Kreisblatt berichtete)..."  
 
November 2010: Über die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge   
Artikel aus hr-online.de vom 14. November 2010 (Artikel, dazu die oben eingestellten Abbildungen von Marc Grellert): 
"Faszinierende Technik. Blick in die Vergangenheit
Virtuelle Außenansicht der 1938 zerstörten Synagoge in Frankfurt Höchst. Wer glaubt, auf diesem Bild eine echte, wahrhaftig greifbare Synagoge zu sehen, der irrt. Tatsächlich handelt es sich um die virtuelle Wiederauferstehung der Höchster Synagoge. "Fernrohre in die Vergangenheit" ermöglichen einzigartige Blicke..."   
   
Artikel in der "Frankfurter Rundschau" vom 10. November 2010 "Virtuelle Synagoge".      
   
Weiterer Artikel aus frankfurt-live.com vom 12. November 2010 (Artikel): "Erinnerung an die ehemalige Synagoge in Höchst. Einweihung der Installation 'Fernrohre in die Vergangenheit"  
  
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 18. November 2010 (Artikel): "Klarer Blick auf Synagoge
Höchst.
Wer sehen will, wie die 1938 von den Nazis zerstörte Synagoge ausgesehen hat, kann am ehemaligen Standort wieder einen plastischen Eindruck davon bekommen. Die 'Fernrohre in die Vergangenheit' wurden repariert. 
Wie berichtet hatten nur wenige Tage nach der feierlichen Enthüllung Unbekannte die Okulare beschädigt. Der Staatsschutz hat die Ermittlung übernommen..."    
  
Juli 2014: In Höchst, Sindlingen und Griesheim werden weitere "Stolpersteine" verlegt  
Artikel im "Höchster Kreisblatt" vom 3. Juli 2014: "Stolpersteine mahnen an die Opfer der Nazi-Zeit. 
In den kommenden Tagen werden in Höchst, Sindlingen und Griesheim wieder Stolpersteine für Menschen verlegt, die unter den Nazis verfolgt wurden und ums Leben kamen.
Frankfurter Westen. Die AG Geschichte und Erinnerung, eine Arbeitsgemeinschaft verschiedener Gruppen wie dem Bund für Volksbildung, dem Bildungsschuppen, dem Filmforum Höchst sowie Vertretern von Kirchengemeinden und Parteien aus dem Frankfurter Westen, recherchiert regelmäßig die Schicksale von Nazi-Opfern aus dem Frankfurter Westen, um zur Mahnung sogenannte Stolpersteine in den Bürgersteigen vor den früheren Wohnhäusern dieser Menschen zu verlegen. Die Idee geht auf den Künstler Günter Demnig zurück, der es als gesamteuropäisches Kunstprojekt sieht und an die Verfolgung von Juden, politisch Andersdenkenden, Zigeunern, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasie-Opfer erinnern will..." 
Link zum Artikel      
Siehe Übersicht über die in Höchst bisher verlegten "Stolpersteine" siehe Gesamtliste - geordnet nach Stadtteilen in www.stolpersteine-frankfurt.de   
  

    
     

Links und Literatur

Links:  

Private Website zu Höchst am Main 
www.stolpersteine-frankfurt.de    
Seite zur Gedenktafel für die Synagoge in Höchst   
Seite zur Geschichte der Synagoge in Höchst von www.ffmhist.de: hier anklicken  
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen 
mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Höchst  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Höchst am Main 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Höchst am Main sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,459  Geburts- und Trauregister von Höchst: Auszug aus den herzoglich-nassauischen Geburtsregistern 1819 - 1874 und Auszug aus den herzoglich-nassauischen Trauregistern  1843 - 1870    
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v131325      

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution. Band 2. Struktur und Aktivitäten der Frankfurter Juden. Darmstadt 1983. Zu Höchst: S. 547-562. 
Rudolf Schäfer: Die Juden in Höchst am Main. Frankfurt a.M. Höchst 1982 (Höchster Geschichtshefte 36-37). 
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 196-197. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 108-120.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 
Hoechst Lit 104.jpg (109433 Byte)Waltraud Beck, Josef Fenzl und Helga Krohn: Die vergessenen Nachbarn. Juden in Frankfurter Vororten. Juden in Höchst, Hrsg. vom Jüdischen Museum, Frankfurt 1990.   

    
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hoechst am Main  Hesse-Nassau. Although Jews lived there from 1635, no synagogue was opened until 1806. The community's growth reflected the town's own development after a large chemical factory (the predecessor of I.G. Farben) was built in 1863. Wealthy merchants and professionals, the Jews dedicated a large Romanesque synagogue in 1905 and numbered 184 (under 1 % of the total) in 1925. Bruno Asch, who served as burgomaster (1923-25), may have been the only Jew to attain that office during the Weimar Republic. When Hoechst became part of Frankfurt (1928),, the community retained its independence. Nazis burned the synagogue on Kristallnacht (9-10 November 1938), and the few remaining Jewish stores were looted. Most Jews of Hoechst did not leave Germany and perished in the Holocaust.  
      
        

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

      

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 11. Mai 2016