Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Treuchtlingen (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde         
    
Siehe Seite zur Synagoge in Treuchtlingen (interner Link) 
      
      
Zur Geschichte des Friedhofes       
   
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Pappenheim oder Bechhofen beigesetzt. Ein eigener jüdischer Friedhof in Treuchtlingen wurde 1773 angelegt. Damals konnte die jüdische Gemeinde des Ortes mit Unterstützung der Gemeinden Markt Berolzheim und Dittenheim ein Grundstück zur Anlage eines Friedhofes erwerben. Die Inschrift an dem 1779 fertig gestellten Taharahaus beinhaltet die Jahreszahl der Gründung des Friedhofes. Der Friedhof wurde 1857 und 1929 erweitert. Vom Eingang aus gesehen liegen vorne links einige Kindergräber und die von vorne nach hinten immer älteren Grabsteine. In der NS-Zeit beziehungsweise im Zweiten Weltkrieg wurde der Friedhof durch Schändungen und Bombentreffer verwüstet. Nach 1945 wurde er wieder instandgesetzt. 1990 ist ein Mahnmal zur Erinnerung an die Treuchtlinger Opfer der NS-Zeit errichtet worden.
    
Text auf Tafel am Friedhof: "Das Mahnmal im jüdischen Friedhof. Hier im Judenfriedhof in der Uhlbergstraße steht seit dem 9. November 1990 ein Mahnmal zur Erinnerung an das den ehemaligen jüdischen Bürgern von Treuchtlingen angetane Unrecht. Das nach einem Entwurf des einheimischen Künstlers Franz Peter Burger aus Treuchtlinger Marmor gehauene Denkmal hat die frei gestaltete Form der Menora, ein wichtiges Symbol der Judentums. Der Künstler hat versucht, den siebenarmigen Leuchter der jüdischen Liturgie mit dem Lebensbaum in Verbindung zu bringen. Die eine Seite zeigt die ursprüngliche Funktion der Menora in Form des Kandelabers, die andere Seite symbolisiert mit Hilfe der Blätter die Hoffnung des Lebensbaums, der auch in der jüdischen Tradition eine große Rolle spielt. Beide Teile werden getrennt und verbunden durch eine kleine Flamme. Sie deutet auf das unermessliche Leid, das jüdischen Mitbürgern angetan wurde. Zugleich versinnbildlicht die Flamme Heilung, Läuterung und neues Leben und soll damit einen Hinweis geben auf ein friedvolles und gedeihliches Miteinander der Menschen. Das Licht der Menora soll helfen, einen gerechten Weg zu finden, der die Würde, das Recht und die Freiheit eines jeden Menschen, gleichgültig welcher Religion und Abstammung, unantastbar lässt."
 
Ende Juli 2012 wurde der Friedhof durch zwei Jugendliche geschändet; die beiden Täter wurden gefasst (siehe Presseartikel unten).   
  
  
Lage des Friedhofes        
   
Der Friedhof liegt heute mitten in einem Wohngebiet an der Uhlbergstraße.

Lage des jüdischen Friedhofes Treuchtlingen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken 
und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, jüd.". 

  
Link zu den Google-Maps
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)    
             

Größere Kartenansicht          
   
    

Fotos / Darstellungen
(Historische Darstellung aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. 1989 S. 234; Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 30.7.2006)  

Historische Darstellung Treuchtlingen Friedhof 210.jpg (94802 Byte)
  Ansicht von Treuchtlingen mit dem jüdischen Friedhof (links). Die Lithographie von 
Heinrich Pöller entstand um 1870 (Original im Heimatmuseum Treuchtlingen): der im Westen
 von Treuchtlingen gelegene Friedhof ist bereits ummauert, auch das Taharahaus ist zu
 erkennen. Während der Friedhof ursprünglich weit außerhalb der Stadt, nähern sich ein
 Neubaugebiet aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits dem Friedhof. 
             
Historische Karten 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
Treuchtlingen Friedhof 255.jpg (85192 Byte) Treuchtlingen Friedhof 256.jpg (79014 Byte)
  Historische Karte von Treuchtlingen (1916 verschickt) mit Ansicht des Friedhofes
 (Ausschnittsvergrößerung rechts)
    Treuchtlingen Friedhof 211.jpg (93350 Byte)  Treuchtlingen Friedhof 212.jpg (73205 Byte)
  Historische Karte von Treuchtlingen (1950er-Jahre?) mit Ansicht des Friedhofes
 (Ausschnittsvergrößerung rechts)
     
     
     
 Fotos des jüdischen Friedhofes 2006   
Treuchtlingen Friedhof 203.jpg (130655 Byte) Treuchtlingen Friedhof 201.jpg (125197 Byte) Treuchtlingen Friedhof 200.jpg (73421 Byte)
Eingangstor  Blick vom Eingang zu dem 1990 
aufgestellten Mahnmal
Tafel mit Erläuterungen zur Geschichte der
 jüdischen Gemeinde und zum Denkmal
  
     
Treuchtlingen Friedhof 202.jpg (89265 Byte) Treuchtlingen Friedhof 204.jpg (118608 Byte) Treuchtlingen Friedhof 205.jpg (96976 Byte)
Rechts des Eingangs. Die letzte
 Erweiterungsfläche von 1929, die 
weitgehend unbelegt geblieben ist.
Blick auf die Seite 
links des Eingangstores
Teilansicht der 
belegten Fläche 
      
     
Treuchtlingen Friedhof 208.jpg (108924 Byte) Treuchtlingen Friedhof 207.jpg (87484 Byte) Treuchtlingen Friedhof 206.jpg (93464 Byte)
    Grab für Isac Oberndorfer
 aus Ellingen
Blick auf den Friedhof 
von der Uhlbergstraße
         
     
Neue Hinweistafel 
zum jüdischen Friedhof 
(Foto erhalten von Walter E. Keller)
Treuchtlingen Friedhof Tafel 010.jpg (135227 Byte)  
     
     

   
Neuere Presseartikel 

Juli 2012: Friedhofschändung  - die Täter werden gefasst   
Artikel in nordbayern.de vom 7. August 2012: "Jüdischer Friedhof in Treuchtlingen geschändet
Zwei Jugendliche sollen sechs Grabsteine umgeworfen haben. 

Treuchtlingen - Nach einer Friedhofsschändung in Treuchtlingen hat die Kripo Ansbach zwei Tatverdächtige ermittelt: Zwei junge Männer sollen am 28. Juli sechs Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof von Treuchtlingen umgeworfen haben. Ein Grabstein wurde dabei zerstört. 
Wie die Polizei mitteilte, hatten zunächst Unbekannte die Grabsteine bereits Ende Juli umgestoßen. Ein Grabmal war dabei zu Bruch gegangen. Bemerkt wurden die Schäden allerdings erst rund eine Woche später am Nachmittag des 5. August. Die Kriminalpolizeiinspektion Ansbach hatte daraufhin umfangreiche Untersuchungen aufgenommen - und konnte nach einer engen Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Treuchtlingen am Dienstag zwei Verdächtige präsentieren. Es handelt sich dabei um zwei 15 und 16 Jahre alte Teenager aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. 
Einer der beiden Verdächtigen hat die Tat bereits gestanden. Offensichtlich waren beiden bei der Tatausführung angetrunken. Für die Polizei liegen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, dass die Tat politisch motiviert gewesen sein könnte. Gegen die beiden Jugendlichen wird nun wegen Störung der Totenruhe, Gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ermittelt. Der Gesamtsachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf knapp 2000 Euro." 
Link zum Artikel     
 
 

      

   

  

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Treuchtlingen 

Zur Seite über die Synagoge in Treuchtlingen (interner Link)  

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 184-185.
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Treuchtlingen. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 10. Jahrgang Nr. 65 vom März 1995 S. 18-19.
  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. August 2012