Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Markt Uehlfeld (Kreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim) 
Jüdischer Friedhof 
    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                   
    
Siehe Seite zur Synagoge in Markt Uehlfeld (interner Link)    
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes                
    
Die Toten der jüdischen Gemeinde Uehlfeld wurden zunächst in Zeckern beigesetzt. 1732 konnte ein eigener Friedhof in Uehlfeld angelegt werden. Ein Grundstück am "Zeckenberg" (beziehungsweise am "Hamberg") wurde der jüdischen Gemeinde zum Kauf angeboten. Mit Erlaubnis von Markgraf Georg Friedrich Karl konnte die jüdische Gemeinde hier einen Friedhof anlegen. Die erste Beisetzung war am 9. November 1732. Der Friedhof wurde nach einiger Zeit mit einer massiven Steinmauer umgeben. Vom Eingang aus befinden sich auf der linken Seite die alten, teilweise bereits versunkenen Grabsteine; auf der rechten Seite die neueren Stein. Es sind etwa 275 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst 46,01 ar. In der NS-Zeit wurde der Friedhof im August 1935 erstmals geschändet, später wurde auch das kleine Taharahaus zerstört. Die letzte Beisetzung fand 1938 statt (Lehrer Hermann Köstrich; er erhielt keinen Grabstein mehr).     
    
    
Lage des Friedhofes                   
    
Der Friedhof liegt etwa einen Kilometer nordwestlich des Ortes an einem Hügel unmittelbar links der Straße nach Burghaslach (bzw. nach Hermersdorf).      
    
    
    
Fotos 
(Foto Jürgen Hanke, Kronach)     

 Uehlfeld Friedhof 015.jpg (60509 Byte)

Weitere Fotos werden bei Gelegenheit erstellt; 
über Zusendungen freut sich der 
Webmaster von www.alemannia-judaica.de   

 
 Blick auf den Eingang zum Friedhof      
     
     

      
      
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte     

2017: Von Gisela Blume erscheint eine Publikation mit einer Dokumentation des jüdischen Friedhofes   
Artikel von Evi Seeger in infranken.de vom 2017: "Buch - Uehlfelds jüdische Geschichte.   
Gisela Blume ist den Spuren gefolgt, die jüdische Mitbürger im Ort hinterlassen haben. Im Herbst soll die Dokumentation erscheinen

"Vielleicht wird es ja ein Leader-Projekt", hofft Bürgermeister Werner Stöcker. Aber selbst "wenn es die Gemeinde ein paar Euro kostet", soll das Buch über die jüdische Vergangenheit von Uehlfeld aufgelegt werden. Denn bis jetzt ist dieses Kapitel der Geschichte des Marktes kaum erforscht. In der Sitzung des Marktgemeinderats stellte die Autorin Gisela Blume vor, was sie über Uehlfelds jüdische Bürger gesammelt und niedergeschrieben hat. Zum Thema sei sie durch Johann Fleischmann, den 2013 verstorbenen Heimatforscher aus Mühlhausen gekommen, sagte Blume. 
"Uehlfeld - Jüdisches Leben und Häuserchronik" ist die Dokumentation betitelt, die im Herbst erscheinen soll. Zunächst blickt die Autorin zurück auf nahezu 350 Jahre des Zusammenlebens von Juden und Christen im Ort. Zeitweise hätten mehr als fünfzig Prozent Einwohner jüdischen Glaubens in Uehlfeld gelebt. Neben einer Synagoge habe es auch zwei jüdische Schulen gegeben. Wichtige Regeln und Riten des jüdischen Lebens wie die Synagogenordnung, Beschneidung, Ehevertrag erläutert die Verfasserin. Die jüdischen Bürger seien integriert gewesen. "Sie kämpften im Ersten Weltkrieg für ihr Vaterland, waren an der Gründung der Feuerwehr beteiligt und einige waren bereits im Jahr 1810 im Gemeinderat tätig."
Viele Seiten der reich bebilderten Chronik widmet die Autorin der Geschichte des jüdischen Friedhofs, in dem rund 700 Verstorbene beerdigt sind. Bevor es diesen Friedhof gab, hätten die Juden aus Uehlfeld ihre Toten in Zeckern bestatten müssen. Dies bedeutete eine Wegstrecke von etwa drei Stunden. "Es war wichtig, den Friedhof jetzt zu dokumentieren, bevor durch die Witterung noch mehr zerstört wird", betonte die Autorin. Die Grabsteine hat Blume - wo es nötig war - gereinigt, fotografiert und die hebräischen Inschriften übersetzt. 
Kindbetterinnen oder auf unnatürliche Weise Verstorbene habe man entlang der Südmauer beerdigt. Als erstes sei im November 1732 ein Kind beerdigt worden. Dem letzten, dem 1938 verstorbenen Lehrer Hermann Köstrich sei kein Grabstein gesetzt worden, weil es seit 1938 in Uehlfeld keine Juden mehr gab. 
Als wichtigen Teil der Ortsgeschichte hat Blume eine Chronik der Häuser in Alt-Uehlfeld erstellt. Um 1828 hätten 54 der damals 113 Wohnhäuser, also knapp die Hälfte jüdischen Bürgern gehört. Mit den Häuserchroniken wird auch viel aus dem Leben der einstigen Besitzer, ihrer Berufe, der Nachkommen und anderes mehr bekannt." 
Link zum Artikel      
 
Das Buch von Gisela Naomi Blume erschien Anfang Dezember 2017 als Publikation der Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. Weitere Informationen siehe unten.    

     
      

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Uehlfeld    
Zur Seite über die Synagoge in Markt Uehlfeld (interner Link) 
Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Friedhof_(Uehlfeld)     

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988. S.185.   
Michael Trüger: Die jüdische Friedhof in Uehlfeld. In: Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 11. Jahrgang Nr. 73 vom Juni 1997 S. 18.      
Uehlfeld Lit 2017.jpg (40432 Byte)Gisela Naomi Blume: Uehlfeld - Jüdisches Leben und Häuserchronik. Hrsg. von der Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. 2017 (Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, 25). 844 S., über 650 farbige Abb. 75 historische Pläne, einliegende Karte. ISBN 978-3-929865-70-7.   Buchhandelspreis 39,00 €. 
.Unter den vielen fränkischen Orten mit ehemals jüdischen Einwohnern ist die Marktgemeinde Uehlfeld im Aischgrund besonders bemerkenswert: hier lebten zeitweise mehr Juden als Christen. Der Kulturgeschichte dieses Orts und dem Zusammenleben der verschiedengläubigen Nachbarn widmet sich die umfangreiche und großzügig bebilderte Publikation.
Im ersten Teil des Buches werden die Situation der Juden mit Synagoge, Friedhof, eigener Volks- und Religionsschule und ihre Lebensverhältnisse beleuchtet. Die Koexistenz von Juden und Christen hat sich in nahezu 350 Jahren bis zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde 1938 bewährt.
Näher eingegangen wird dann auf die Geschichte des 1732 gegründeten Friedhofs und die jüdischen Riten bei Sterben und Begräbnis. Breiten Raum nimmt insbesondere die Dokumentation des Friedhofs ein, dessen 400 noch erhaltene Grabsteine nicht nur beschrieben und transkribiert, sondern auch mit Fotografien aus den Jahren 2014 bis 2016 wiedergegeben werden. Den biographischen Daten und Lebensläufen der 700 hier Bestatteten gilt dabei besonderes Augenmerk. Sie werden in 70 Stammtafeln überdies in einen genealogischen Zusammenhang gebracht, der weit in die Region hinausreicht und im 20. Jahrhundert oft auch Amerika mit einbezieht. Ein großformatiger, separat beiliegender Vermessungsplan hilft, die einzelnen Grabsteine im weitläufigen Friedhofsareal zu lokalisieren.
Der zweite Teil des Buches enthält unter dem Titel Die Häuser in Alt-Uehlfeld eine eingehende Chronik von 120 Gebäuden im alten Ortskern. Nachgegangen wird der oft komplizierten Besitzgeschichte, die oft mit bau- und rechtsgeschichtlichen Angaben ergänzt werden kann. Dokumentiert sind die Gebäude durch aktuelle sowie einige historische Fotografien und viele Pläne aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es zeigt sich, dass in Uehlfeld ein funktionierendes nachbarschaftliches Miteinander bestand. Christen verkauften Häuser an Juden und umgekehrt, zuweilen besaßen Juden und Christen sogar gemeinsam ein Haus. Bei alldem gab es nicht mehr als die üblichen Nachbarschaftskonflikte.
Der Anhang bietet umfangreiche Personen-, Orts- und Sach-Indices, die ein schnelles Auffinden des Gesuchten ermöglichen
.   (Text aus der Website der Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. 2017)           

     
      

                   
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Stand: 25. Januar 2018