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Feuchtwangen (Landkreis Ansbach)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
| Neuerscheinung im
Herbst 2011: |
Spuren jüdischen Lebens rund um den Hesselberg. Kleine Schriftenreihe Region Hesselberg Band
6.
Hrsg. von Gunther Reese, Unterschwaningen 2011. ISBN
978-3-9808482-2-0
Zur Spurensuche nach dem ehemaligen jüdischen Leben in der Region Hesselberg lädt der neue Band 6 der
'Kleinen Schriftenreihe Region Hesselberg' ein. In einer Gemeinschaftsarbeit von 14 Autoren aus der Region, die sich seit 4 Jahren zum
'Arbeitskreis Jüdisches Leben in der Region Hesselberg' zusammengefunden haben, informieren Ortsartikel über Bechhofen, Colmberg, Dennenlohe, Dinkelsbühl, Dürrwangen, Feuchtwangen, Hainsfarth, Heidenheim am Hahnenkamm, Jochsberg, Leutershausen, Mönchsroth, Muhr
am See (Ortsteil Altenmuhr), Oettingen, Schopfloch, Steinhart,
Wallerstein, Wassertrüdingen und Wittelshofen über die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinden. Am Ende der Beiträge finden sich Hinweise auf sichtbare Spuren in Form von Friedhöfen, Gebäuden und religiösen Gebrauchsgegenständen mit Adressangaben und Ansprechpartnern vor Ort. Ein einleitender Beitrag von Barbara Eberhardt bietet eine Einführung in die Grundlagen des jüdischen Glaubens. Eine Erklärung von Fachbegriffen, ein Literaturverzeichnis und Hinweise auf Museen in der Region runden den Band mit seinen zahlreichen Bildern ab. Das Buch ist zweisprachig erschienen, sodass damit auch das zunehmende Interesse an dem Thema aus dem englischsprachigen Bereich
abgedeckt werden kann, wie Gunther Reese als Herausgeber und Sprecher des Arbeitskreises betont. Der Band mit einem Umfang von 120 Seiten ist zum Preis von
12,80 €- im Buchhandel oder im Evangelisch-Lutherischen Pfarramt Mönchsroth, Limesstraße 4, 91614 Mönchsroth, Tel.: 09853/1688 erhältlich
E-Mail: pfarramt.moenchsroth[et]elkb.de. |
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Feuchtwangen bestand eine jüdische Gemeinde im
Mittelalter und in der Neuzeit bis 1938. Bereits in der zweiten Hälfte des 13.
Jahrhunderts lassen sich Juden in der Stadt nachweisen. Nach 1340 sind in der
Stadt Wolflin und Bamberg und Selmlin von Eggolsheim als Geldverleiher tätig.
Bei der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 wurden auch Juden aus
Feuchtwangen ermordet. In den folgenden Jahrhunderten gibt es zunächst nur
wenige Belege: 1447 wird ein Feuchtwanger Jude in Nördlingen beerdigt. 1555
mussten die Feuchtwanger Juden die Stadt verlassen beziehungsweise erhielten
keine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis. Einige von ihnen ließen sich in Fürth
(darunter vermutlich die Vorfahren des Schriftstellers Lion Feuchtwanger,
s.u. bei "Erinnerungsarbeit
vor Ort"),
Schwabach und Pappenheim
nieder. An die damalige jüdische Niederlassung in Feuchtwangen erinnert seit
1984 eine Hinweistafel in der ehemaligen "Judengasse", jetzt
"Herrenstraße" mit der Aufschrift: "In dieser Straße wohnten
bis 1555 die Vorfahren von Lion Feuchtwanger, geboren 7. Juli 1884, gestorben
21. Dezember 1958".
1599
wohnte noch oder wieder ein Jude in der Stadt.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts
entstand eine neue Gemeinde, die zeitweise einen eigenen Rabbiner hatte. 1656
drohte den Juden der Stadt Unheil wegen eines angeblich von Juden getöteten
Christenkindes. Die Denunzianten wurden jedoch der Unwahrheit überführt und
die Juden erhielten ein Unschuldszeugnis. 1714 werden 18 jüdische Familien in
der Stadt gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1808 waren es 24 Familien mit zusammen 113 Personen, 1809/10 122
jüdische Einwohner (6,0 % von insgesamt 2.041 Einwohnern), 1837 160 (6,3 % von
2.550), 1867 170 (7,2 % von 2.345), 1880 120 (4,4 % von 2.711), 1900 83 (3,5 %
von 2.711), 1910 71 (2,9 % von 2.486). Seit der
Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der Juden in der Stadt zurück (1910:
71, 1925: 46). Nach Auflösung der jüdischen Gemeinden in Leutershausen
und Colmberg (1931) gehörten die dort noch
lebenden jüdischen Einwohner der Gemeinde in Feuchtwangen an.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde ein Synagoge (s.u.) mit einem Schulraum
für den Religionsunterricht, ein Gemeindehaus und ein rituelles Bad. Die Toten
der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Schopfloch
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl.
Ausschreibung 1915 unten). Die jüdische Gemeinde Feuchtwangen war 1841-1879 dem
Bezirksrabbinat in Schopfloch, danach dem
Rabbinatsbezirk Ansbach zugeteilt. Unter den Lehrern der Gemeinde im 19.
Jahrhundert sind u.a. bekannt: Salomon Reitlinger (bis 1849
in Feuchtwangen, später vor allem in Zweibrücken, Text),
Lehrer Lissauer (vor 1864).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Julius
Oppenheimer (geb. 10.2.1894 in Feuchtwangen, gef. 30.4.1915), Gefreiter Max
Oppenheimer (geb. 10.6.1895 in Feuchtwangen, gef. 20.1.1915) und Leutnant Dr.
Joseph Gutmann (geb. 15.1.1886 in Feuchtwangen, vor 1914 wohnhaft in Erlangen,
gef. 5.9.1914).
Bis zum Beginn der NS-Zeit spielten jüdische Gewerbetreibende für Handel und Gewerbe in der Stadt
auch weiterhin eine wichtige Rolle. Von den 20 jüdischen Haushaltsvorständen
Feuchtwangens waren 1926 zwölf im Handel tätig, zwei im Bankwesen, einer war
Lehrer, einer Schneider. Die Gemeinde gehörte weiterhin dem Rabbinatsbezirk Ansbach
an. Anfang der 1930er-Jahre war Gemeindevorsitzender David Gunzenhauser. Als
Lehrer war Leo Neumann tätig (auch noch 1937, siehe Bericht zur
Beisetzung von Adolf Eppstein; von München aus im März 1943 nach Auschwitz
deportiert und ermordet; zum Besuch seiner Tochter in Feuchtwangen im Juni
2010 siehe Bericht unten). Zwei jüdische Vereine waren aktiv: Der
Frauen-Verein unter Milli Gunzenhäuser und der Männer-Verein (Chewra
Kadischa) unter Abraham
Gutmann.
1933 lebten noch 39 jüdische Personen in Feuchtwangen (16 % von
2.370). Auf Grund der ständig zunehmenden Repressalien und der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts verließen bis 1938 alle jüdische Einwohner die
Stadt. Durch zahlreiche antijüdische Aktionen war jüdisches Leben in
Feuchtwangen alsbald nicht mehr möglich. Der Gemeindevorsteher Bankier David
Gunzenhauser war am 24. Oktober 1936 verhaftet (mit dem Vorwand eines
"Vergehens gegen das Kreditgesetz"), seine Frau in
"Schutzhaft" genommen worden. Zwar wurden sie nach einiger Zeit
entlassen, aber aus Feuchtwangen ausgewiesen. Am 20. Dezember 1937 hatten
die Nationalsozialisten eine Aktion organisiert, um Feuchtwangen
"judenrein" zu machen. Auf den Straßen hatten sich in den
Abendstunden etwa 400 Menschen, darunter zahlreiche Mitglieder der Hitlerjugend
versammelt und forderten lautstark die Vertreibung der Juden aus Feuchtwangen.
Die Polizei holte einzelne jüdische Personen aus ihren Häusern und brachte sie
in "Schutzhaft" ins Gefängnis. Auf dem Wege dahin wurden diese
jüdische Personen bespuckt, beschimpft und mit Steinen beworfen. Siegfried
Epstein wurde in seinem Haus verprügelt, seine Wohnung demoliert. Die
jüdischen Personen aus Feuchtwangen verzogen innerhalb von Deutschland (Frankfurt, München, Stuttgart, Nürnberg, Berlin, Erfurt), fünf konnten in
die USA emigrieren, einer nach Italien.
Von den in Feuchtwangen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945" und auf Grund weiterer
Recherchen von A. Brosig, Schopfloch): Julie Abraham geb.
Weihermann (1878), Fritz Bergmann (1888), Betty Bickhardt geb. Schwabacher
(1863), Siegfried Eppstein (1895), Eduard Gunzenhäuser (1910), Gabriel Gutmann
(1881), Justin Gutmann (1918), Selma Gutmann geb. Stern (1891), Alfred Heimann
(1925), Dan
Jacob Holzinger (1868), Ernestine Holzinger geb. Schuster (1867), Ottmar Holzinger (1873),
Selma Holzinger geb. Oppenheimer (1878), Hertha Lilie Kupfermann (1919),
Amalie Levi geb. Gunzenhäuser (1867), Berta Neumann geb. Leppek (1895), Jost
Joachim Neumann (1925), Leo Neumann (1895), Martha Rammler geb. Herrmann (1891),
Hanna (Hannchen) Reutlinger geb. Gutmann (1901), Fanny Rosenfeld geb. Westheimer (1883), Sofie (Senftele) Rosenthal geb.
Gunzenhäuser (1882), Anna Schwabacher geb. Holzinger (1872), Betty Steindecker
geb. Oppenheimer (1889), Abraham Stern (1852), Rahel Stern geb. Strauß
(1864), Julie Weihermann (1878), Louis Westheimer (1874), Moritz Westheimer (1890),
Josef Wormser (1893).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter
Ausschreibung der Stelle des
Vorsängers und Schächters (1850)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. September
1850: "Mit dem 1. Oktober dieses Jahres wird die Vorsänger- und
Schächterstelle bei der hiesigen israelitischen Gemeinde besetzt. Die
Bezüge berechnen sich jährlich auf einen Geldwert von 350 Gulden.
Befähigte Bewerber haben ihre mit Zeugnissen belegten Gesuche längstens
bis zum 20. September dieses Jahres bei der unterfertigten
Kultusverwaltung portofrei einzureichen. Diejenigen Bewerber, deren
Zeugnisse der Gemeinde zusagen, werden sodann persönlich vorgeladen, und
ihnen die näheren Bedingnisse bekannt gemacht.
Feuchtwangen in Mittelfranken (Königreich Bayern), den 11. August
1850.
Die israelitische Kultusverwaltung. Meier J. Holzinger,
Vorstand." |
Lob der Gemeinde Feuchtwangen für die Versorgung der
Hinterbliebenen des Lehrers Lissauer (1864)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Dezember 1864:
"In Bezug auf unsere Nachbargemeinde Feuchtwangen ist namentlich ihre
hochherzige Fürsorge um die Witwe und Familie des daselbst verstorbenen
Lehrers Lissauer rühmlichst hervorzuheben." |
Vorsängergehilfe zu den Hohen Feiertagen gesucht (1884)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1884: "Die
unterfertigte Kultusverwaltung sucht für die diesjährigen bevorstehenden
Feiertage, als Neujahr und Versöhnungsfest, einen Vorsängergehilfen zu
engagieren, und wollen sich Bewerber hierfür, welche guten Charakter
besitzen, an den Vorstand daselbst melden.
Feuchtwangen, im Juli 1884.
Simon Weihermann, Vorstand der
israelitischen Kultusverwaltung". |
Ausschreibung der Stelle des Schächters (1890)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1890: "Schächter-Gesuch.
Die israelitische Kultus-Gemeinde Feuchtwangen (Mittelfranken) sucht zum
sofortigen Antritt eine geeignete Persönlichkeit, die den
Schächterdienst zu versehen hat. Bewerber, die die Qualifikation als
Vorbeter und Religionslehrer besitzen, erhalten deshalb den Vorzug, weil
solche in absehbarer Zeit Aussicht haben, auch diese beiden Ämter zu
bekleiden.
Die mit Zeugnissen und Angaben über Familienverhältnisse belegten
Gesuche wolle man baldigst an den Unterfertigten richten.
Vorläufiges jährliches Gesamt-Einkommen 800 Mark.
Die israelitische Kultus-Verwaltung Simon Weihermann,
Vorstand." |
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers, Vorsängers und Schochet
(Kriegsjahr 1915)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1915: "In
der Kultusgemeinde Feuchtwangen ist die Stelle eines Religionslehrers,
welcher auch die Aufgaben eines Vorsängers und Schochets zur erfüllen
hat, nur aushilfsweise, solange der Krieg dauert, zu verwesen.
Bewerber, welche gewillt sind, einen eigenen Haushalt zu führen, wollen
ihre mit Zeugnissen belegte Bewerbungen nebst Gehaltsansprüchen alsbald
bei dem unterzeichneten Kultusvorstand einreichen.
Feuchtwangen, Februar 1915. Isidor Stern, Kultusvorstand." |
Einzelne Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben
Beitrag jüdischer Handelsleute zur Stabilisierung der Weizenpreise (1851)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" von 15. Dezember
1851: "Ein erfreuliches, seltenes Vorkommnis ist aus der jüdischen
Handelswelt zu berichten. Die Herren Gutmann aus Feuchtwangen haben durch
Befahren der Schrannen mit einer großen Quantität Weizen, den sie
freiwillig zu ermäßigtem Preise erließen, sowie durch billigen Verkauf
an Minderbemittelte in ihrer Umgebung, dem Wucher und der Verteuerung
gesteuert und dadurch ein wahres Kiddusch HaSChem (Heiligung der
Gottesnamens) veranlasst. Ehre diesen Männern." |
Über die Ereignisse am 20. Dezember 1937 - Beitrag von Dietrich Weiß
(Anmerkung: abgedruckt wurde in der "Fränkischen Landeszeitung" -
Ausgabe Feuchtwangen vom 20. Dezember 2007 eine teilweise gekürzte Fassung des
Beitrages von Dietrich Weiß. Ausgeschrieben ist unten - teils ergänzt durch
Anmerkungen in Klammern - der ungekürzte Beitrag von Dietrich Weiß)
"Feuchtwangen
(dw) – Vor genau 70 Jahren, einige Tage vor Weihnachten, kam es am 20. Dezember 1937 in Feuchtwangen zu schlimmen Übergriffen gegen die jüdischen Einwohner, an denen über ein Sechstel der Bevölkerung teilnahm. Dass es nicht zu Toten kam wie in Gunzenhausen, war vor allem den anwesenden Polizisten zu verdanken.
Nach der Aussage von Marie Wirsching, der Witwe eines der Polizisten, bei der Gerichtsverhandlung 1948, sagte ihr Mann beim Nachhausekommen am selben Abend:
'Es war ein Saustall heute, wenn wir nicht da gewesen wären, hätten sie die Juden
erschlagen.' Diese Ausschreitungen überzeugten die letzten Feuchtwanger Juden davon, dass in Feuchtwangen, das im März 1933 zu 77 % die Nationalsozialisten gewählt hatte, kein Platz mehr für sie war.
NS-Gauleiter Julius Streicher in Nürnberg war einer der schlimmsten Judenhasser. Er gab die Wochenzeitung
'Der Stürmer' heraus, die übelste Hetzschrift gegen die Juden.
Das Blatt war Privateigentum Streichers und erzielte hohe Gewinne, so dass er es zum Millionär brachte, was der Bevölkerung und auch seinen Anhängern nicht bekannt war. Er hatte im Dezember 1937 wieder einmal einen Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte erlassen.
Ein nationalsozialistisch gefärbtes Druckwerk [sc. die 'Feuchtwanger
Zeitung', Lokalausgabe der nationalsozialistischen 'Fränkischen
Tageszeitung', die den 'Bayerischen Grenzboten' abgelöst hatte] enthielt am 17. Dezember 1937 eine Boykottanzeige des den Aufruf weitergebenden, in Bechhofen residierenden NS-Kreisleiters Trommsdorff ab.
Es kam zu einer Aktion, die das Ziel hatte, die letzten Juden aus Feuchtwangen zu vertreiben. Was geschah, stellte die Staatsanwaltschaft Ansbach im Jahr 1948 fest:
'In den Abendstunden des 20. Dezember 1937 - etwa gegen 20 Uhr – rottete sich auf den Straßen Feuchtwangens vor den Judenhäusern eine Menschenmenge zusammen und forderte unter Johlen und Drohrufen die Vertreibung der Juden, sodass schließlich die Polizei die Juden zum Schutze ihrer eigenen Person in Schutzhaft nehmen musste. War ein Jude von der Polizei in Schutzhaft abgeführt, so wälzte sich die Menge zum nächsten Judenhaus und tobte auch dort so lange, bis auch diese Juden in Schutzhaft genommen werden mussten. Die Menge bestand zunächst im wesentlichen aus Angehörigen der H.J. (Hitler-Jugend); später
schlossen sich ihr auch Personen an, die nicht der H.J. angehörten, auch Erwachsene, sodass sie schließlich auf etwa 400 Menschen angeschwollen
war".
Die Menge sei dann zu dem Haus eines Juden auf dem Marktplatz [sc. des
Herrn Eppstein, heute Marktplatz 10] gekommen und habe auch dort unter Toben und Schreien die Austreibung der Juden forderte. Schließlich
sie die Polizei gekommen, um auch diesen [sc. Eppstein] zum Schutze seiner Person in Haft zu nehmen. Bei seiner Verhaftung
seien von der Menschenmenge mit vereinten Kräften Gewalttätigkeiten gegen ihn und sein Eigentum
begangen worden. "Während sich die Polizeibeamten noch in seinem Hause befanden, drängte die Menge gegen das Haus und drückte eine Türfüllung ein. Als er von den Polizeibeamten abgeführt wurde, wurde er von der Menge sehr bedrängt; er wurde mit Schnee beworfen und auch geschlagen, ohne dass die Polizeibeamten es verhindern konnten; denn sie konnten sich gegen die Übermacht der Menge nicht durchsetzen, sie kamen vielmehr selbst in Bedrängnis',
so die Staatsanwaltschaft Ansbach 1948 weiter.
In Schutzhaft genommen worden waren weitere sechs Personen [sc. Ernst Holzinger, Gabriel Gutmann, Abraham Gutmann, Manfred Gutmann, Leo Neumann, Siegfried
Eppstein]. Vom schrecklichen, durch die Verbrechen der Nationalsozialisten bestimmten Schicksal dieser Männer und ihrer Familien ist bekannt: Ernst Holzinger starb vier Monate, nachdem er noch im Dezember 1937 Feuchtwangen verlassen hatte, in Frankfurt am Main, seine Frau Selma kam im Konzentrationslager (KZ) Theresienstadt in Böhmen ums Leben. Gabriel Gutmann, der für Deutschland als Soldat im 1. Weltkrieg gekämpft und Feuchtwangen im März 1938 verlassen hatte, verübte in Frankfurt vor dem Abtransport ins KZ Selbstmord. Seine Frau Selma kam in einem KZ ums Leben. Abraham Gutmann, seine Frau Amalie und ihr Sohn Manfred zogen noch im Dezember 1937 nach Erfurt um und sind danach verschollen. Leo Neumann, der israelitische Religionslehrer und seine Frau Berta hatten Feuchtwangen auch noch im Dezember 1937 verlassen, sie starben im KZ Auschwitz. Beider Sohn Jost Joachim kam im KZ Majdanek (Polen) ums Leben. Siegfried Eppstein, der das in Feuchtwangen führende Textilgeschäft
'Hirsch Holzinger' (heute Marktplatz 10) betrieben hatte, verzog im März 1938 nach München. Er starb ebenfalls im KZ Majdanek, seine Frau Henriette im Ghetto Piaski (Polen).
Bei den nach dem Krieg eingeleiteten Ermittlungen konnten bezeichnenderweise weder Verantwortliche noch Beteiligte festgestellt werden. In der Gerichtsverhandlung des Jahres 1948 wurde ein Verfahren gegen nur drei Beschuldigte geführt. Da es sich dabei jedoch nur um Randfiguren handelte, konnten die Haupträdelsführer nicht festgestellt werden. |
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod des Kunstmalers Karl Altmann (geb. 1802 in Feuchtwangen, gest. 1861
in München)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Januar 1861:
"Nekrolog. Am 11. Januar dieses Jahres starb in München ein dem
Judentume angehöriger Mann, der sowohl als Künstler wie als Mensch in
allgemeiner Achtung stand.
Karl Altmann, bedeutend als Kunstmaler und Zeichner, war geboren 1802 zu
Feuchtwangen in Mittelfranken, von wo er mit seiner Familie nach Ansbach
übersiedelte. Da er schon in seiner Kindheit Vorliebe und Talent für die
Kunst zeigte, so schickte ihn sein Vater Joseph Altmann, der ihn Anfangs
für einen wissenschaftlichen Beruf bestimmt hatte, auf die Malerschule in
München, von wo er nach Dresden ging und sich auf der dortigen Akademie
zum Malerberufe weiter ausbildete. Nach dreijährigem akademischen Kursus
daselbst besucht er Italien, das Vaterland der Kunst und ging dann nach
München zurück, das fortan sein Wohnsitz blieb. Das frische, freie,
fröhliche Leben der Bewohner des bayerischen Hochlandes übte einen
solchen Zauber auf seinen Pinsel, dass er vorzugsweise Szenen des
alpinischen Gebirgslebens zu mäßig großen Bildern in Öl wählte und
dieselben häufig mit vielen Figuren oder Gruppen staffierte. Nach dem
Urteile von Sachkundigen verstand sich Altmann auf das Stilleben und das
Lyrische der Natur nicht minder als auf ihren epischen Humor und ihre
drastischen Momente. Dabei war sein Kolorit angenehm, seine Komposition
wohlgedacht, seine Ausführung fleißig. Die häufigsten Vorkommnisse
seines für die Tinten der Geburtsluft so empfänglichen Pinsels waren
Szenen mit Räubern, Wildschützen und Schmugglern, Volksfeste und
Wirtshausszenen und besonders auch Jagdpartien. Viele seiner
künstlerischen Schöpfungen finden sich in deutschen und fremden
Kunsthallen als nicht geringe Zierde derselben.
Auch als Israelit war Altmann ein Mann von Ehre und Charakter. Glänzende
Anerbietungen von hoher Hand, die ihm unter der Bedingung des
Religionswechsels gemacht wurden, wies er zu wiederholten Malen mit
Entrüstung zurück; er verzichtete gern auf jede Auszeichnung oder
Anstellung, von der er sich hätte sagen müssen, dass er dieselbe nicht
einzig und allein seinen künstlerischen Leistungen, sondern teilweise
auch dem Übertritt zu einer andern als der väterlichen Religion zu
verdanken habe. Der Ehrenmann ruhe in Frieden!" |
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| Karl Altmann: Oberbayerisches
Wirtshaus (1827) Quelle; Kunstauktion
artnet |
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Zum 70. Geburtstag des Gemeindevorstehers Joel J.
Weihermann (1887)
Artikel
in der Zeitschrift "Jeschurun" (Alte Folge) vom Oktober 1883 S.
708: "Feuchtwangen, 19. September (1883). Am 11. September feierte
der Vorstand der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde Herr Joel H.
Weihermann seinen 70. Geburtstag. Anlässlich dieser Feier wurde ihm von
der Gemeinde ein prachtvoller Pokal überreicht. Herr Weihermann verdient
aber auch dieses Zeichen der Anerkennung seitens der Gemeinde im vollsten
Maße, indem er jederzeit die Interessen unserer Gemeinde energisch
vertrat und die Verwaltung derselben mit Umsicht und Geschick leitete.
Möge es uns vergönnt sein, unseren Herrn Vorstand noch recht lange in
ungebrochener Kraft an der Spitze der Gemeinde zu sehen." |
Zum Tod von Adolf Eppstein (1937)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. März 1937:
"Mönchsroth, 15. März (1937). Auf unserem altehrwürdigen
Bezirksfriedhof (sc. gemeint: Friedhof
in Schopfloch) haben wir kürzlich Adolf Eppstein aus Feuchtwangen
im Alter von 77 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Er stammte aus einer
Familie, wo nicht nur Tora und Gebote gewissenhaft geübt werden, sondern
in der sich die Glieder heute noch mit "´'Himmelarbeit'
beschäftigen. Sein Vater übte in Mönchsroth
den verantwortungsvollen Beruf eines Sofer (Toraschreibers) aus, wie es
sein Bruder heute noch tut. In gleicher Weise betätigte sich der
Dahingeschiedene im Zusammenwirken mit seiner gleichgesinnten Gattin, die
ihm vor einigen Jahren im Tod vorausging, zum Segen. - Am Grabe schilderte
Herr Lehrer Neumann aus Feuchtwangen die vorbildliche Lebensführung des Verblichenen.
Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen
Ein Schächter sucht eine neue Stelle (1875)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1875:
"Stelle-Gesuch.
Unterzeichneter, gelernter Schächter, welcher von
der israelitischen Gemeinde Feuchtwangen, respektive von Herrn Rabbiner
Dr. Grünbaum in Ansbach als religiös und vollkommen befähigt empfohlen
werden kann, sucht eine Stelle als Schächter in einer israelitischen
Gemeinde.
Gefällige Offerten erbittet unter Adresse: Marcus Wachsmann,
Feuchtwangen, Bayern, Mittelfranken." |
Anzeige des Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäftes
N. Holzinger Nachf. (1901)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Dezember
1901:
"Lehrmädchen
für mein Manufakturwaren- und Konfektions-Geschäft gesucht. Samstags und
Feiertage geschlossen.
N. Holzinger Nachf.,
Feuchtwangen (Bayern)." |
Lehrlingssuche des Manufaktur- und Bankgeschäftes Hirsch Holzinger
(1903)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1903:
"Für mein Manufaktur- und Bankgeschäft wird ein
Lehrling,
aus achtbarer Familie, mit guten Schulkenntnissen, per sofort gesucht.
Kost und Logis im Hause. Samstags und Feiertage geschlossen.
Hirsch Holzinger, Feuchtwangen in Bayern." |
Verlobungsanzeige von Laura Bauer und Herbert Holzinger
(1930)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Januar 1930: "Gott
sei gepriesen.
Laura Bauer - Herbert Holzinger. Verlobte.
Arnstein/Ufr. - Nürnberg /
Feuchtwangen." |
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge
Bereits im 17./18. Jahrhundert war ein Betsaal oder eine
Synagoge vorhanden. 1832/33 wurde eine neue Synagoge erbaut. Der
örtliche Maurermeister sah zunächst eine Bau mit einer schmucklosen Fassade
vor. Auf Grund von Veränderungsvorschlägen durch den königlichen
Baukunstausschuss wurden Fenster und Portal mit schwach ausgeprägten
Hufeisenbögen versehen ("maurischer Stil"). Das Gebäude erhielt ein
für ein repräsentatives Synagogengebäude dieser Zeit charakteristisches Walmdach. Auffallend ist die
zweisprachige Inschrift über dem Synagogeneingang (hebräisch und deutsch Psalm
118,20: "Dies ist das Tor zum Herrn, Gerechte gehen durch es hinein").
Die Synagoge, in der sich auch ein Schulraum für den Religionsunterricht der
Kinder befand, wurde bis nach 1933 benutzt. Durch den Wegzug der
Gemeindeglieder wurde sie spätestens Anfang 1938 geschlossen; im Juni dieses
Jahres wurden die Kultgegenstände dem
Gemeindelehrer von Marktbreit - Simon
Brückheimer - übergeben.
In der Pogromnacht im November 1938
wurde die Synagoge niedergebrannt, obwohl sie bereits zum Verkauf anstand. Die
Ruine wurde einige Wochen später gesprengt. 1939 erwarb der örtliche Verein
für Volkskunst und Volkskunde als Eigentümer des benachbarten Museums das
Grundstück und erbaute auf ihm in den 1960er-Jahren einen Anbau an das
Heimatmuseum. Eine Gedenktafel wurde 1984 angebracht (Standort: Museumstraße
19; frühere Adresse der Synagoge Museumstraße 67 1/2).
Fotos
Historische Fotos:
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Die Synagoge von Feuchtwangen
um 1936.
Die Aufnahme entstand für einen Artikel in der
NS-Hetzschrift
"Der Stürmer".
Foto: Stadtarchiv Nürnberg E 9/33 St.A. 73/I |
Der Schulraum in der Synagoge
von Feuchtwangen.
Unter den Lehrmitteln fällt die Landkarte
von Erez
Jisrael auf.
Foto: Stadtarchiv Nürnberg E 9 NW 33 Nr. 63 |
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Toraschrein (Aron-ha-Kodesch,
links) und Almemor der
Synagoge Feuchtwangen, Aufnahmedatum 7.5.1929 |
Tora-Schild aus Feuchtwangen
(jetzt im Jewish Museum New
York, als Leihgabe der Congregation Beth Hillel, N.Y.C.) |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 16.11.2003)
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Gebäude des Fränkischen
Museums
in Feuchtwangen |
Dieser Teil des Museums ist
ein Anbau
an Stelle der ehemaligen Synagoge.
Die Perspektive ist dieselbe
wie auf
dem historischen Foto oben |
Die Gedenktafel für die
ehemalige Synagoge,
angebracht 1984
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
(Artikel erhalten von Angelika Brosig,
Schopfloch)
| Februar 2009:
Lesung zur Erinnerung an Lion Feuchtwangers
Vorfahren in Feuchtwangen |
Artikel
in der "Fränkischen
Landeszeitung" vom 18. Dezember 2008: "Todestag des
Schriftstellers jährt sich kommenden Sonntag zum 50. Mal. Lion
Feuchtwanger hätte die Stadt der Vorfahren gern einmal besucht. Helga
Deininger ist der Witwe 1969 in dem Ort begegnet - Lesung mit Wolf
Rüdiger Eckhardt.
Feuchtwangen (oh). - Den Namen des Heimatortes seiner Vorfahren trägt der
Name des Autors noch immer in alle Erdteile. Am kommenden Sonntag, 21.
Dezember, jährt sich der Todestag des Schriftstellers Lion Feuchtwanger
zum 50. Mal. Wie der Interimssprecher der Feuchtwanger Arbeitsgemeinschaft
für Heimatgeschichte im Verein für Volkskunst und Volkskunde,
Gerd-Volker Malessa, erinnert, stammte ein Vorfahr des jüdischen
Literatur wohl aus der Stadt.
'1555 verließen die Feuchtwanger Juden den Ort', sagt Malessa. Ob ein
Pogrom der Grund dafür gewesen sei, wisse man nicht. Es könne zum
Beispiel auch sein, dass die Aufenthaltsbewilligungen nicht verlängert
worden seien. Jedenfalls gingen die Feuchtwanger Juden in verschiedene
andere Orte, etwa nach Schwabach, Pappenheim und Fürth, wie
Interimssprecher Malessa erzählt.
Von drei Brüdern, die nach Fürth gewollt hätten, seien zwei gestorben,
und zwar wohl gewaltsam. Einer sei angekommen 'und von ihm stammen
wahrscheinlich die Feuchtwangers ab'. Den Nachnamen hätten diese aber
lange nicht getragen. Alls ein Nachname für die jüdische Bevölkerung
jedoch um 1800 Pflicht geworden sei, habe sich die Familie darauf besonnen,
von wo der Vorfahr gekommen sei, und sich 'Feuchtwanger' genannt. 'Die
Linie Lion Feuchtwangers lässt sich auch bis etwa 1800 zurückverfolgen.'
Sein Vater, der Fabrikant Sigmund Feuchtwanger, sei noch in Fürth
geboren, Lion Feuchtwanger 1884 in München. Der Autor selbst habe
erklärt, dass er sich auf den Mann berufe, der einst von Feuchtwangen
weggegangen sei. Eiche Gedenktafel in der Feuchtwanger Herrenstraße, der
früheren Judengasse, ruft Passanten seit vielen Jahren ins Gedächtnis,
dass die Vorfahren bis zum Jahr 1555 hier lebten... (Zum Lesen
des Zwischenabschnittes bitte Textabbildung anklicken)
Ein verwandtschaftliches Verhältnis besteht nach den Worten des früheren
EBW-Vorsitzenden übrigens auch zwischen Lion Feuchtwanger und dem
renommierten Klavierpädagogen Professor Peter Feuchtwanger, der in der
Kreuzgangstadt in jedem Jahr seine Meisterkurse veranstaltet. Lion
Feuchtwangers Vater und der Großvater von Professor Dr. Moshe
Feuchtwanger, ein Jerusalemer Kinderchirurg, seien Brüder gewesen. Peter
Feuchtwanger wiederum sei Moshe Feuchtwangers Vetter. Am Dienstag, 3.
Februar, findet in der Feuchtwanger Stadtbücherei eine Veranstaltung zum
Gedenken an Lion Feuchtwanger statt. Diese initiierte die Arbeitsgemeinschaft
für Heimatgeschichte. Wie Malessa mitteilt, lesen der ehemalige
Feuchtwanger Bürgermeister Wolf Rüdiger Eckhardt, die Leiterin der
Bücherei, Kati Volz und er selbst aus dessen Werken. Malessa trägt auch
biographische Angaben vor." |
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Artikel
in der "Fränkischen Landeszeitung -
Februar 2009: "Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte und
Stadtbücherei erinnerten an Leben und Werk des Schriftstellers.
Feuchtwanger-Gedenken in der Stadt der Ahnen. Wolf Rüdiger Eckhardt las
aus Roman 'Goya' - Helga Deiniger: 'Familie Feuchtwanger wäre an einem
Treffen interessiert'.
Feuchtwangen. Die Stadt, die ihm den Namen gegeben hat, hat er niemals
sehen können. Aber weil der Todestag Lion Feuchtwangers 50 Jahre
zurückliegt, erinnerten die Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte im
Verein für Volkskunst und Volkskunde Feuchtwangen sowie die Stadt an den
Schriftsteller. Kati Voltz, Wolf Rüdiger Eckhardt und Gerd-Volker Malessa
stellten bei einer Lesung in der Stadt seiner Vorfahren Leben und Werk in
den Mittelpunkt..."
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken |
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| November 2009:
Gedenken zum 71. Jahrestag des Novemberpogrom
1938 |
Artikel
in der "Fränkischen Landeszeitung"
vom 10. November 2009: "Menschen erinnerten an ein dunkler Kapitel
der Geschichte. Feuchtwangen (oh) - An ein besonders dunkles Kapitel in
der deutschen Geschichte haben Menschen in Feuchtwangen am Abend des
gestrigen 9. Novembers in der Museumstrasse erinnert: an die so genannte
Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938..."
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken. |
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| Juni 2010:
Besuch von Lotte Lapion - Tochter des Lehrers Leo
Neumann - in Feuchtwangen |
Artikel
in der "Fränkischen Landeszeitung" vom 8. Juni 2010: "Lotte
Lapion zu Besuch in Feuchtwangen. Geburtstagsreise in die Vergangenheit.
90-jährige zeigte ihren Kindern Stadt ihrer Jugend.
Feuchtwangen (bi). - Was schenkt man der Mutter zum 90. Geburtstag?
Diese Frage stellten sich vor einigen Monaten die Kinder von Lotte Lapion.
Die Wahl fiel auf eine Reise, die allerdings nicht zu einem typischen
Urlaubsziel führte, sondern in die Vergangenheit der Familie und deshalb
gestern auch nach Feuchtwangen. Hier hatte Lotte Lapion den größten Teil
ihrer Kindheit und Jugend verbracht. Ihr Vater Leo Neumann war in
Feuchtwangen Lehrer gewesen, konnte diesen Beruf aber nur bis Ende 1937
ausüben, als die Nationalsozialisten auch die letzten noch dort
verbliebenen Juden vertrieben. Die Eltern Lotte Lapions wurden 1943 in
Auschwitz ermordet. Ihr jüngerer Bruder starb im Konzentrationslager
Majdanek. Sie selber hatte überlebt, weil es ihr gelungen war, 1939 auf
Umwegen nach England zu kommen. Gestern kehrte sie mit ihren beiden
Töchtern und zwei Söhnen für ein paar Stunden an den Ort ihrer Kindheit
zurück..."
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken. |
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| August
2011: Erneuter Besuch von Lotte Lapion
aus Israel in Feuchtwangen |
Artikel in der "Fränkischen Landeszeitung" vom 1. September
2011: "Besuch aus Israel"
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken. |
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| November 2011:
Gedenken zum 73. Jahrestag des Novemberpogroms
1938 |
Artikel in der "Fränkischen Landeszeitung" vom 11. November
2011: "Mahnende Erinnerung an dunkle Zeit"
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung
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Links und Literatur
Links:
Literatur:

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Feuchtwangen
(in Jewish sources, Vahtvank) Middle Franconia. Jews were present in the second
half of the 13th century. The community was destroyed in the Black Death
persecutions of 1348-49 and reestablished soon after. In the early 17th century,
Feuchtwangen was the temporary seat of the chief rabbinate of the Ansbach
principality and the home of one of its most prosperous Jewish communities. A
new synagogue was erected in 1833 and the Jewish population rose to 170 in 1867
(total 2,345). Thereafter it declined steadily to 39 in 1933. By May 1938 all
had left the town, most to other German cities. On Kristallnacht (9-10
November 1938), the synagogue was burned to the ground.

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