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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Markelsheim (Stadt Bad Mergentheim, Main-Tauber-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
(Abschnitt erstellt unter Mitarbeit von Hartwig Behr, Bad Mergentheim)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts dem Deutschen
Orden gehörenden Markelsheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre
Entstehung geht in das 16./17. Jahrhundert zurück. Erstmals werden 1590 Juden
am Ort genannt. 1626 wird ein Jud Mayer aus Markelsheim genannt. 1704 waren vier, 1755 drei jüdische Familien am Ort.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen
Einwohner wie folgt: 1812 18 jüdische Einwohner, 1824 26 (2,2 % von
insgesamt 1.178 Einwohnern), 1831 40, 1843 52, 1854 52, 1869 50, höchste Zahl um
1880 mit 70 jüdischen Einwohnern, 1900 53 (4,2 % von 1.259), 1910 39. Die jüdischen Familien lebten vor allem
vom Handel mit Vieh und Landesprodukten.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im
jüdischen Friedhof in Unterbalbach
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde war
dem Rabbinatsbezirk Mergentheim zugeteilt.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Nathan Strauß (geb.
12.2.1879 in Markelsheim, gef. 11.7.1916). Außerdem sind gefallen:
Ferdinand Adler (geb. 29.11.1887 in Markelsheim, vor 1914 in Stuttgart wohnhaft,
gef. 5.4.1917) und Heinrich Strauß (geb. 26.5.1878 in Markelsheim, vor 1914 in
Karlsruhe wohnhaft, gef. 21.6.1915).
Um 1924, als noch 44 jüdische Personen gezählt wurden (4 % von
insgesamt etwa 1.100 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Erwin Ottensoser,
Hermann Strauß und David Strauß. Als Lehrer und Vorbeter war der auch als
Gemeindevorsteher genannte Erwin Ottensoser tätig. Er unterrichtete an der
Religionsschule der Gemeinde acht Kinder. An jüdischen Vereinen gab es
einen Wohltätigkeitsverein Chewraus (Zweck und Arbeitsgebiet:
Wohltätigkeit und Bestattungswesen) sowie einen Israelitischen
Frauenverein (1924 unter Leitung von Malchen Adler). 1932 war
Gemeindevorsteher David Strauß. Als Lehrer für die damals noch zwei
schulpflichtigen jüdischen Kinder der Gemeinde kam Lehrer Jonas Adler aus Edelfingen
regelmäßig nach Markelsheim.
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz
jüdischer Familien / Personen sind bekannt. Metzgerei und Viehhandlung Aaron Adler
(Scheuerntorstraße 1), Metzgerei und Viehhandlung Josua, Ludwig und Nathan Adler (Schulberg 2), Viehhandlung Leopold Adler (Kitzlesweg 5), Mahnufakturwarengeschäft Erwin Ottensoßer (Kitzlesweg
1), Stoffe, Kolonialwaren, Getreidehandlung David Strauß
(Scheuerntorstraße 2, abgebrochen), Viehhandlung Julius Strauß (Kitzlesweg 3).
1933 lebten noch 20 jüdischen Personen in Markelsheim. Auf Grund der
zunehmenden Repressalien, der Entrechtung und der Folgen des wirtschaftlichen
Boykotts verließen mehrere von ihnen in den folgenden Jahren Markelsheim
beziehungsweise sind ins Ausland emigriert. Beim Novemberpogrom 1938
richteten Jugendliche Verwüstungen in der Wohnung von Rebekka Ottensoser (Kitzlesweg
1) an, warfen Kleider und Gebrauchsgegenstände in den Dorfbach. Mehrere
jüdische Männer wurden verhaftet und in das Konzentrationslager nach Dachau
verschleppt. 1939 wurden noch neun jüdische Einwohner am Ort gezählt.
Im August 1942 wurden die letzten fünf jüdischen Einwohner in das Ghetto
Theresienstadt deportiert.
Von den in Markelsheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sophie
Elkan geb. Hahn (1852), Martha Schlossberger geb. Strauß (1904), David Strauß
(1871), Jacob Strauß (1901), Julius Strauß (1873), Julius Strauß (1875), Lora
(Lienora) Strauß geb. Elkan (1879), Mathilde Strauß (1884), Ruth Strauß
(1909), Sigmund Strauß (1882).
Anmerkung: mehrere Namen aus den genannten Verzeichnissen sind nicht
aufgenommen. Es liegen möglicherweise Verwechslungen zwischen Markelsheim und
"Markenhof" u.a. vor.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1886 /
1890 / 1894 / 1900 / 1901 / 1902
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Mai 1886:
"Die hiesige Religionsschule, verbunden mit dem Vorsänger- und
Schächterdienst, soll bald möglichst durch einen seminaristisch
gebildeten ledigen Lehrer besetzt werden. Fester Gehalt 600 Mark.
Nebenverdienst ungefähr 3-400 Mark und freie Wohnung. Reflektanten wollen
sich an den unterzeichneten Vorstand wenden.
Markelsheim bei Mergentheim. Vorsteheramt: Strauß. Adler." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juni 1890:
"Wir suchen bis zum 1. August einen seminaristisch gebildeten
Religionslehrer, der zugleich Vorsänger und Schochet sein muss. Der
Gehalt beträgt fix 600 Mark nebst ca. 3-400 Mark Nebeneinkommen und freie
Wohnung. Nur deutsche Bewerber wollen sich wenden an die Vorsteher
Strauß. Emanuel Is. Adler. Markelsheim bei Mergentheim
(Württemberg)." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1894:
"Die hiesige israelitische Religionslehrer-Stelle, verbunden mit
Vorbeter und Schochet, soll bis 1. September neu besetzt werden. Fester
Gehalt 600 Mark nebst freier Wohnung.
Nebenverdienst 3-600 Mark, ledige seminaristisch gebildete Bewerber werden
bevorzugt. Bewerben wollen sich an unterzeichnete Stelle wenden.
Markelsheim bei Mergentheim.
M. Strauß, Vorsteher." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1900:
"Die Gemeinde Markelsheim sucht möglichst sofort einen
Vorbeter, Lehrer und Schochet. Der Gehalt beträgt Mark 800 und ca. Mark
300 Nebenverdienst nebst freier Wohnung. Der Lehrer muss ein Deutscher
sein und werden seminaristisch Gebildete (ledige) bevorzugt. Offerten mit
Zeugnissen sind an den unterzeichneten Vorstand zu sehen. Israelitischer
Kirchenvorstand Markelsheim. M. Strauß." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juli 1901:
"Die Gemeinde Markelsheim sucht bis 1. August einen Vorbeter,
Lehrer und Schochet. Der Gehalt beträgt 800 Mark, ca. 300 Mark
Nebenverdienst nebst freier Wohnung. Ledige, seminaristische Gebildete
werden bevorzugt. Offerten mit Zeugnissen sind an unterzeichneten
Vorsteher zu richten.
Markelsheim bei Mergentheim, Württemberg.
Israelitisches Kirchenvorsteheramt:
M. Strauß." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1902:
"In unserer Gemeinde ist die Stelle als Kantor, Schächter und
Religionslehrer bis 1. September zu besetzen. Gehalt 875 Mark fixum
und ca. 3-400 Mark Nebeneinkommen nebst freier Wohnung und Heizung.
Seminaristisch gebildete Lehrer erhalten den Vorzug. Offerten mit
Zeugnissen sind zu richten an
Israelitisches Kirchenvorsteher-Amt: Strauß, Markelsheim. Bezirk
Mergentheim, Württemberg." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 8. Dezember 1902:
"Die Gemeinde Markelsheim sucht womöglichst sofort
einen
Lehrer,
Kantor und Schochet. Gehalt Mark 870 Fixum und 3-400
Nebeneinkommen, nebst Wohnung, Heizung und lichtfrei. Bewerber wollen ihre
Zeugnisse an das Vorsteheramt einsenden.
Markelsheim, Württemberg 7. Dezember 1902.
Israelitisches Kirchenvorsteher-Amt: M. Strauß." |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Jakob Adler (1891)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Oktober 1891: "Markelsheim
in Württemberg. Am 3. August dieses Jahres vollendete Herr Jakob Adler,
Kaufmann hier, sein irdisches Dasein im Alter von 73 Jahren. Mit ihm
schied von uns das einflussreichste Mitglied unserer Gemeinde, ein Jehudi
in des Wortes bester Bedeutung. Er hielt fest an den Satzungen der Väter
und zeichnete sich aus durch Frömmigkeit, Friedliebe und
Gastfreundschaft. Ein langwieriges, schweres Gichtleiden ertrug er mit
Geduld und Ergebenheit in den Willen Gottes.
Einen großen Teil seiner hinterlassenen, irdischen Güter verwendete er
zu wohltätigen Zwecken, und bedachte dabei seine Heimatgemeinde in der
freigiebigsten Weise. Außer dreitausend Mark, - welche seinem Seelenheil
gewidmet sind für Abhalten von 30 Schiurim, das Brennen von Jahrzeitkerzen
an seinem, und seiner vor einigen Jahren verstorbenen Gattin, Todestage,
sowie eines ewigen Lichtes in hiesiger Synagoge, - bestimmte er
zehntausend Mark teils zur Unterhaltung eines Religionslehrers in unserer
kleinen Gemeinde, teils auch zur Heranbildung von armen Jünglingen und
zur Ausstattung wohlgesitteter Jungfrauen, welche das 22. Lebensjahr
zurückgelegt haben. Weitere Stiftungen erhielten: vierhundert Mark, das
neu errichtete jüdische Spital in Würzburg, fünfhundert Mark die Lehrerpräparandenanstalt
in Höchberg zu Stipendien für dürftige Zöglinge, zweihundert Mark
das israelitische Waisenhaus in Fürth
und hundertundfünzig Mark die israelitische
Wilhelmspflege in Esslingen.
Möge der Verblichene die Früchte seiner edlen Gaben im Jenseits
genießen! Wir werden ihm ein gesegnetes Andenken bewahren!" |
Über den Seesoldaten Bernhard Strauß aus Markelsheim (1904)
Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Februar 1904:
"Von Markelsheim hat sich ein jüdischer Seesoldat des II.
Seebataillons in Wilhelmshaven, Bernhard Strauß, freiwillig der
militärischen Expedition gegen die Hereros
angeschlossen." |
Zum Tod von Hermann Strauß (1925)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1925: "Markelsheim
bei Mergentheim, 20. Mai (1925). In tiefe Trauer wurde unsere kleine
Gemeinde versetzt durch den Heimgang ihres allseits beliebten und
angesehenen Gemeindemitgliedes Hermann Strauß, welcher nach nur
zweitätigem Krankenlager einem tückischen Leiden erlag. Im ganzen Orte
herrschte Trauer und Bestürzung, denn der erst 467-jährige Mann erfreute
sch infolge seiner frommen Denkungsart, seiner Humanität, und besonders
ob seiner peinlichsten Gewissenhaftigkeit und Reellität allgemeiner
Hochachtung und Wertschätzung. Vor dem Trauerhause schilderte Herr Lehrer
Ottensoser in ergreifenden Worten den schweren Verlust, welchen sowohl die
Familie als auch die ganze Gemeinde durch den Tod dieses Ehrenmannes
erlitten hat, und richtige herzliche Worte des Trostes an die schwer
geprüfte, betagte Mutter, und an die tief trauernden Geschwister, deren
Leben nach dem Worte des Psalmisten 'Siehe, wie schön und wie lieblich
ist es, wenn Brüder zusammenwohnen (Psalm 133,1) sich in harmonischer
Weise vollzog. Möge Gott den Hinterbliebenen baldigen Trost
senden." |
80. Geburtstag von Sofie Strauß (1925)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1925:
"Markelsheim (Württemberg), 26. Juli (1925). Frau Sofie Strauß von
hier, die Witwe des langjährigen Kirchenvorstehers Moses Strauß - er
ruhe in Frieden - begeht am Sonntag, den 2. August, in völliger
geistiger und körperlicher Frische ihren achtzigsten Geburtstag. Wir
wünschen der Jubilarin ein gesegnetes, frohes Greisenalte. (Alles
Gute) bis 100 Jahre." |
Zum Tod von Laura Wolfsheimer geb. Friedam (1925)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1925: "Markelsheim
30. August (1925). Allgemeine tiefe Trauer löste im hiesigen Städtchen
und weit darüber hinaus die schmerzliche Nachricht aus, dass Frau Laura
Wolfsheimer geb. Friedsam nach nur 6-jähriger glücklicher Ehe einer
schweren Erkrankung erlegen ist. Wer, wie Schreiber dieses, das Glück
gehabt hatte, die seltene Herzensgüte und die anmutigen
Charaktereigenschaften dieser Frau kennen zu lernen, wird den tiefen
Schmerz ermessen können, der sich der hiesigen Gemeinde ermächtigt hat.
Mildtätigkeit war ihr Pflicht und Lebensbedürfnis; kein Wunder, wenn ihr
gastliches Haus der Zielpunkt für so manches beklommene Herz war; fand es
doch bei ihr stets eine offene Hand und ein freundliches Wort. Demgemäss
sie sich auch einer wirklich großen Beliebtheit und Hochachtung bei
jedermann (erfreute), von welcher das überaus zahlreiche Trauergeleite
ein glänzendes Zeugnis abgelegt hat. In schmerzbewegten Worten schilderte
Herr Lehrer Ottensoser am Trauerhause, wie durch den plötzlichen Tod der
treuen Verblichenen ein inniges Familienleben jäh zerstört wurde, sprach
dem tief gebeugten Gatten sowie den trauernden Geschwistern wirklichen
Trost zu. Möge es ihnen allen ein Trost sein, dass ihr Andenken weiter
lebt in den Herzen vieler. Ihre Seele sei eingebunden in den Mund des
Lebens." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Verlobungsanzeige von Sara Kahn und Ludwig Adler (1936)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. September
1936:
"Gott sei gepriesen.
Sara Kahn - Ludwig Adler. Verlobte.
Bad Mergentheim / Baisingen
- Markelsheim bei Bad Mergentheim". |
Zur Geschichte des Betsaals /
der Synagoge
Ein Betsaal war in einem
der jüdischen Häuser bereits 1654 vorhanden. Im März dieses Jahres
wurden vermutlich in diesem Haus die Fenster eingeworfen. Die Mergentheimer
Deutschordensregierung veranlasste eine Untersuchung des Falles. Möglicherweise
handelte es sich bei dem Gebäude um das Haus des Manasse und seines Sohnes
Moyses. Diese hatten (nacheinander) im Auftrag der Deutschordensregierung die
hohe Stellung eines Obervorgängers (Obervorstehers) der Ordensschutzjuden an
der Tauber und am Neckar inne.
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurden auf Grund der zu
geringen Zahl jüdischer Einwohner längere Zeit keine Gottesdienst mehr in
Markelsheim gefeiert. Man besuchte die Gottesdienste in Igersheim.
Ende März 1756 beklagte sich jedoch der Markelsheimer Pfarrer Johann Adam Anton
Schreiber beim Amtmann von Neuhaus, dass der "Jud Kusel von Markelsheim [...] in
seinem Boden eine neue Synagog" aufgerichtet habe. Die Markelsheimer Juden
planten, hierin gemeinsam mit den Juden aus Elpersheim und anderen Orten die
Gottesdienste beim bevorstehenden Passahfest zu feiern. Die Regierung untersagte
die Gottesdienste, obgleich die Judenschaft darauf hinweisen konnte, dass ihr in
früheren Schutzbriefen eine "Judenschul" in Markelsheim gestattet war.
Nachdem die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunahm, entschloss sich die Gemeinde 1825,
eine Synagoge zu bauen. Im Oktober dieses Jahres wurde ein Haus gekauft, um
dieses zu einer Synagoge in Verbindung mit einem rituellen Bad umzubauen. Das
Oberamt erteilte 1827 die Baugenehmigung; im folgenden Jahr konnten die
Bauarbeiten abgeschlossen werden. Die Baukosten betrugen 3.600 Gulden, von denen
1832 noch 1.400 nicht bezahlt waren. Der Betsaal der Männer hatte eine Länge
von 10,88 m, eine Breite von 7,73 m und eine Höhe von 5,15 m. Es waren Plätze
für 68 Männer vorhanden. Eine Galerie für die Frauen war auf halber Höhe an
drei Seiten eingebaut. Sie hatte 37 abgeteilte Frauenstände, doch konnten
insgesamt etwa 50 Frauen Platz finden.
Nachdem 1832 die Juden von Markelsheim und Igersheim
zu einer Gemeinde vereint wurden, begann ein längerer Streit um die Frage nach
dem Hauptort. Auf Grund der vorhandenen Synagogen sprach zunächst alles für
die Markelsheimer Synagoge. Jedoch setzte sich im 19. Jahrhundert insgesamt
Igersheim durch. 1843 wurde in der Synagoge wieder einmal die Scheiben
eingeworfen. Ob der Fall näher untersucht wurde, ist nicht bekannt. 1870
bildeten die jüdischen Einwohner von Markelsheim und Igersheim eine gemeinsame
Gemeinde, die bis in die 1930er-Jahre Bestand hatte. Seit 1900 kamen die
Igersheimer Juden nach Markelsheim in die Synagoge.
1938 blieb das Gebäude unversehrt und wurde 1954
zu einem Wohnhaus umgebaut (Standort: Kirchgängle 7). Im Kellerboden des Hauses
wurde beim Umbau eine Bodenplatte mit Stern aus dem ehemaligen Betsaal
eingesetzt.
Fotos
Historisches Foto
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932. S.
98):

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| Die Synagoge in Markelsheim |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1983/87:
(Fotos: Hahn) |
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Das ehemalige Synagogengebäude
dient als Wohnhaus |
Blick auf das Gebäude
von der Straßenseite |
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Stern im Keller der ehemaligen
Synagoge, ursprünglich im
Betsaal |
Eine der letzten Erinnerungen an die jüdische Geschichte
war eine alte Palästina-Schulkarte |
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neuere Fotos werden noch ergänzt |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S.
124-125. |
 | Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern -
Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from
their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem
1986. S. 109-110. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Markelsheim Wuerttemberg. In the 17th
century maintained a small community, which was attached to neighboring Igersheim
in 1832 and never grew to much more than 50. Twenty Jews remained in 1933 (total
1,199). On Kristallnacht (9-10 November 1938), a Jewish apartment was
destroyed and Jews were taken to the Dachau concentration camp for a few weeks.
Most emigrated by 1941; five were deported to the Theresienstadt ghetto in
August 1942 along with three from Igersheim.

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