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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts
unterschiedlichen Herrschaften, teilweise dem Deutschen Orden gehörenden
Neunkirchen bestand eine jüdische Gemeinde bis zu ihrer Auflösung im September
1878. Ihre Entstehung geht in das 16./17. Jahrhundert zurück. Erstmals werden
1523 Juden am Ort genannt. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1626/27)
werden sechs jüdische Familien genannt, darunter diejenige eines jüdischen
Arztes. Gegen Kriegsende ging die Zahl der Juden zurück. Zwischen 1648 und 1668
werden nur noch zwei jüdische Familien erwähnt. Im 18. Jahrhundert nahm die
Zahl der jüdischen Einwohner wieder zu. 1729 waren sieben jüdische Familien in
Neunkirchen. Die höchste Zahl wurde um 1832 mit 63 Personen erreicht. Die jüdischen
Familien lebten vom Handel mit Vieh und Waren aller Art. 1879 verließen die
letzten Juden das Dorf. Im 17./18.
Jahrhundert wohnten die jüdischen Familien vor allem im Gebiet des heutigen Häldenweges,
im Volksmund "Judenberg" genannt. Durch die Ansiedlung war eine Umgehung
der alten württembergischen Geleitstraße (heute Althäuser Weg) möglich.
Trotzdem gab es jüdische Häuser auch außerhalb dieses Gebietes, zum Beispiel
das Anwesen Stuppacher Straße 2 (sogenannter "Judenhof"), das 1710 bis
1823 im Besitz einer Familie Hirsch war. Eine erste Synagoge befand sich im Vorderen Gäßlein,
Haus Nr. 2, hinter dem ehemaligen Gasthaus zu Krone. Aus unbekannten Gründen
ist sie gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges (um 1648) abgegangen. Bis dahin
hatten auch die Mergentheimer Juden die Gottesdienste in Neunkirchen besucht.
1676 ist letztmals von dieser ersten Synagoge als dem "öd liegenden
Judenschulhaus" die Rede. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war für die
nur noch wenigen jüdischen Familien am Ort vermutlich kein Betsaal vorhanden; möglicherweise
besuchten sie die Synagoge in Mergentheim.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dürfte wieder ein Betsaal
eingerichtet worden sein. Eine neue Synagoge wurde 1776 im
"Judenberg" auf dem heutigen Grundstück Häldenweg Nr. 9 unmittelbar
hinter der der jüdischen Schule (s.u.) erbaut. Nach vorliegenden Beschreibungen
war der Baustil der Synagoge an dem protestantisch-ansbachischen, hugenottischen
Kirchenbau orientiert. Der 58 qm große quadratische Gottesdienstraum war von
einem flachen Muldengewölbe überspannt. Bis 1971 waren davon noch Bretter
erhalten, deren Enden bogenförmig zugeschnitten und einst in die Stirnseiten
des gewölbten Raumes eingebaut waren. Aus der mit Muschelkalksteinen 80 cm
stark aufgeführten Ostmauer und ihren weißgekalkten Verputzresten auf der
Innenwand, aus der Anordnung der drei segmentbogigen, 2 m hohen und 1,2 m
breiten Fenstern mit ihren Sandsteingewänden, von denen eines ganz nahe am
Eingang lag, und aus dem Einbau der im Gemäuer zwischen den beiden andern
Fenstern ausgesparten Nische von 2,5 m Höhe und 0,90 m Breite für den
Toraschrein konnte der Besucher noch 1971 ohne Mühe die innere Gestaltung der
Synagoge nachvollziehen. Nachdem 1832 die Neunkirchener Gemeinde mit der Mergentheimer vereinigt wurde, beschlossen die Gemeindeglieder beider Gemeinden, die Mergentheimer Synagoge baulich wesentlich zu erweitern und zu verschönern. Die Finanzierung war eine gemeinsame Angelegenheit der Mergentheimer und Neunkirchener Juden. Eine aus Anlass des Umbaus veranstaltete Steuereinschätzung ergab, dass von den Mergentheimer Juden der Betrag von 75.800 Gulden und von den Neunkirchener Juden 80.000 Gulden in Ansatz gebracht werden konnte. Damals waren die Neunkirchener Juden noch vermögender als diejenigen in Mergentheim. Am Schabbat Waera, 4. Januar 1840 (28. Tevet 5600) konnte die Synagoge in Mergentheim feierlich eingeweiht werden. In Neunkirchen haben seitdem vermutlich keine regelmäßigen Gottesdienste mehr stattgefunden. Der letzte Gottesdienst wurde in der Synagoge Neunkirchen im Januar 1879 gefeiert. 21 Juden Neunkirchens – die Hälfte von ihnen wohnte damals bereits in anderen Orten - hatten sich zu einem Abschiedsgottesdienst versammelt. Am 27. Januar 1879 wurde das Gebäude an einen Kleinbauern verkauft und danach als Scheune mit Stall verwendet. Der Toraschrein und der Almemor wurde von den wegziehenden Familien mitgenommen. 1971 musste die ehemalige Synagoge dem Neubau eines Hauses weichen und wurde abgebrochen.
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