Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

 
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Unterfranken"
   

Zell am Main (Kreis Würzburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
  
Bitte besuchen Sie auch die Website www.zellerlaubhuette.de 
   

 Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Familie Rosenbaum 
Rabbiner L. Bergmann, Hauslehrer und Schwiegersohn von Mendel Rosenbaum, kommt nach zehnjährigem Jerusalemaufenthalt zu Besuch zurück (1845)  
R. Mendel setzt sich bei der Regierung für Spendensammlungen ein (1850)   
Über die Verdienste von Mendel Rosenbaum im Blick auf gesetzliche Erleichterungen für die Juden in Bayern (1854)    
Über die jüdische Gemeinde in Zell und die Familie Rosenbaum (1866)  
Zum Tod von Raw Mendel Rosenbaum (1868)   
Anzeige von J. Rosenbaum - Einladung zum Talmudlernen (1869) 
Anzeige von J. L. Rosenbaum (1872)    
Anzeige des Konfektionsgeschäftes Rosenbaum (1884)   
Zum Tod von Eliahu Raphael Rosenbaum (1886)      
Die Mehl- und Mazzenlieferung von Mosche Goldschmidt aus Zell übernimmt nun Lehrer Oppenheimer in Würzburg (1890)  
Zum Tod des Weinhändlers Mosche Goldschmidt - Schwiegersohn von Mendel Rosenbaum (1891)   
Zum Tod von Ruben Stern (geb. in Mansbach, gest. 1894 in Fulda, studierte in seiner Jugendzeit in Zell)   
Zum Tod von Jona Rosenbaum (1894)          
Zum Tod von Wolf Rosenbaum in Memmingen (1900)   
Zum Tod von Moses Rosenbaum, Sohn des Jona Rosenbaum (in Fürth 1903)  
Zum Tod von Karoline Rosenfelder geb. Rosenbaum, Schwiegermutter von Rabbiner Dr. Neuwirth in Bingen (1912)   
Lebenslauf von Hirsch Plaut (gest. 1913), in seiner Jugend Schüler an der Jeschiwa in Zell  
Zum Tod des mit Leah geb. Goldschmidt aus Zell verheirateten Abraham Grünbaum (geb. 1863 in Wiesenfeld, gest. 1921 in Jerusalem) 
Zum Tod von Dina Rosenbaum (1923)  
Zum 80. Geburtstag von Klara Wechsler geb. Rosenbaum (1924)           
Zum Tod von Sella Seewald geb. Rosenbaum in Babenhausen (1925)  
Zum Tod von Klara Wechsler geb. Rosenbaum in Würzburg (1928)  
Zum Tod von Raphael Rosenbaum (1937 in Frankfurt)             
Weitere Berichte 
Ein jüdischer Mann aus Berlin rettet einen Knaben vor dem Ertrinken (1895)    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 
Links und Literatur   

   
   
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde        
    
In Zell am Main bestand im 19. und bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts eine kleine jüdische Gemeinde. Auf Grund des Vorhandenseins eines ehemaligen jüdischen Friedhofes (aus dem 17./18. Jahrhundert ?) könnte auch bereits vor dem 19. Jahrhundert eine Gemeinde bestanden haben.
 
Zell Raw Mendel 01.jpg (47677 Byte)Im Mittelpunkt des jüdischen Lebens am Ort stand im 19. Jahrhundert die Familie Rosenbaum (das Nachfolgende nach R. Flade s. Lit. S. 95-95; von hier auch die Darstellung von Mendel Rosenbaum, links): 
Mendel Rosenbaum
ist 1782 in Theilheim geboren (gest. 1868) und ließ sich 1822 in einem Teil des aufgehobenen Nonnenklosters von Unterzell nieder, das daraufhin den Namen "Judenhof" erhielt. Hier betrieb er zunächst noch Handel, eröffnete aber dann mit einigen Arbeitern eine Nagelschmiede. Diese gab ihm finanzielle Unabhängigkeit und erlaubte ihm, sich wieder - wie schon in seiner Jugend - dem religiösen Studium zu widmen. Später gründete er mit seinen zwei erwachsenen Söhnen Jona Rosenbaum und Eliahu Raphael Rosenbaum eine eigene Jeschiwa (Talmudhochschule). Einer seiner ersten Schüler - Moses Weißkopf - wurde später Rabbiner in Paris. Enge Beziehungen bestanden zwischen den Rosenbaums und den Würzburger Rabbinern. Mendel Rosenbaum war mit Oberrabbiner Bing eng befreundet und brachte später den weltberühmten "Würzburger Raw" Seligmann Bär Bamberger nach Würzburg. Vater und die Söhne Rosenbaum genossen höchstes Ansehen in den orthodox-jüdischen Gemeinden Bayerns und weit darüber hinaus. Auf Grund ihres hohen Ansehens fand ihre Stimme auch in der bayrischen Regierung und dem damaligen König Gehör. 
  
An Einrichtungen gab es im Judenhof einen Betsaal (s.u.), die Jeschiwa der Rosenbaums und ein rituelles Bad im Keller des Hauses mit dem Betsaal. Diese Einrichtungen befanden sich, wie auch die Wohnungen der jüdischen Familie(n), im Bereich des "Judenhofes". Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden - vermutlich im 17./18. Jahrhundert - auf einem eigenen Friedhof beigesetzt, im 19. Jahrhundert im jüdischen Friedhof in Schwanfeld (siehe die Nachrufe bei den Brüdern Rosenbaum). 
  
Um 1908 wurde die Gemeinde aufgelöst, nachdem die jüdischen Einwohner von hier verzogen waren.  
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Familie Rosenbaum    
  

Rabbiner L. Bergmann, Hauslehrer und Schwiegersohn von Mendel Rosenbaum, kommt nach zehnjährigem Jerusalemaufenthalt zu Besuch zurück (1845)
   
Anmerkung: es handelt sich um Lazarus Wolf Bergmann (geb. 1799 in Heidenheim Mfr., gest. 1852 in Berlin): studierte Talmud/Tora in Gunzenhausen, Fürth und seit 1816 bei Rabbiner Abraham Bing in Würzburg; Mendel Rosenbaum holte ihn als Hauslehrer nach Zell, wo er im August 1823 dessen Tochter Ricke heiratete; seit 1825 führte er eine Nägelfabrik. Er plante die Niederlassung in Jerusalem und machte sich 1834 mit seiner Familie auf den Weg. Als Händler in Jerusalem übernahm er Kleidung und Lebensweise der orientalischen Juden und gründete mit Jehosef Schwarz und Moses Sachs ein Gelehrtenstift für Juden aus Deutschland und Holland. Mehrfach kam er zum Spendensammeln zurück nach Süddeutschland, zuletzt 1850. 1851 reiste er von Süddeutschland weiter nach Hamburg /Altona und schließlich nach Berlin, wo er verstarb.          

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 9. Dezember 1845: "Der Rabbiner K. Bergmann (von Zell bei Würzburg), der seit 10 Jahren in Jerusalem lebte, und kürzlich seine Verwandten in Bayern besuchte, ist jetzt auf der Rückreise nach dem heiligen Lande begriffen. Seine Schilderungen über dortige Zustände weichen wesentlich von denen ab, die wir in letzterer Zeit so häufig mit anhören mussten, gar mannigfache Ausschlüsse über Personen und Verhältnisse sind durch denselben gegeben, die vieles dazu beitragen werden, bestandene Störungen und Missverhältnisse auszugleichen und aufzuheben."      

       
R. Mendel setzt sich bei der Regierung für Spendensammlungen ein (1850)    
Anmerkung: in der liberal geprägten "Allgemeinen Zeitung des Judentums" wird mit einem ironischen Unterton über den Einsatz von R. Mendel geschrieben.  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Juli 1850: "Schließlich muss noch erwähnt werden, wie die königliche Staatsregierung unseren Angelegenheiten überall eine wohlwollende Rücksicht schenkt, wie die Gesetze gegen Juden mild gedeutet, wie namentlich die Ansässigmachung auf Nachmatrikel - freilich noch ein famoser Artikel - nirgends erschwert wird. Ob wir auch die neueste Entschließung, nach welcher mit Bezugnahme auf die Mission des gedachten Herrn Bergmann in allen Synagogen Sammelbüchsen für Jerusalem aufgestellt werden dürfen, zu deren Auswirkung sich wahrscheinlich der bekannte R. Mendel Zell im schwarzen Frack in München vielfach bewegt hat, diesen Ausfluss des Wohlwollens zuschreiben sollen, bleibe dahingestellt. Unser Geld herzugeben, gestattete uns jede Verwaltung noch großmütig."          

 
Über die Verdienste von Mendel Rosenbaum im Blick auf gesetzliche Erleichterungen für die Juden in Bayern (1854)        

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 22. September 1854: "Bayern. Dieser Tage haben wir von Neuem den Beweis erhalten, wie unsere hohe Landesregierung nicht nur unaufhörlich für unser Wohl bemüht ist, sondern wie vor Allem sie jene ehrenwerte, streng fromme Religionsweise zu schützen weiß, die in unserem Tagen so selten. Durch Allerhöchsten Orts sanktioniertes Ministerial-Schreiben sind nämlich sämtliche in neuester Zeit noch bestehenden, beschränkende Gesetze für den Handel der Israeliten hiesigen Landes aufgehoben worden. Es hatte sich aber in dieser Angelegenheit, wie für sämtliche der Israeliten, der durch seine strenge Frömmigkeit, sowie durch seinen biederen, rechtschaffenen Charakter allseitig gekannte und geschätzte Herr Mendel Rosenbaum aus Zell bei Würzburg vorzüglich bemüht. Seine Majestät hat darauf vor Veröffentlichung dieser Gesetze durch Königliches Ministerium der dortigen Regierung es aufgegeben, dem Herrn Rosenbaum die persönliche Mitteilung zu machen, wie seinen Bestrebungen willfahrt und unter Anerkennung seiner desfallsigen Bemühungen und Verdienste das Geeignete alsbald erfolgen werde. In dem bezüglichen Dekrete selbst heißt es darauf am Schlusse: 'Seine Majestät erwarten zutrauensvoll, dass diese Erleichterungen nirgends zu einem Vorwande von Leidenschaftlichkeit gegen das Interesse der Juden missbraucht werden würden.' In der Tat Kiddusch HaSchem im höchsten Maßstabe, dem wir allseitige Nachfolge bestens wünschen."     

 
   
Über die jüdische Gemeinde in Zell und die Familie Rosenbaum (1866)  

Zell am Main Israelit 30051866.jpg (71161 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1866: "Eine sehr seltene Erscheinung bietet nahe bei W. (Würzburg) der kleine Ort Zell, wo die beiden Gebrüder Rosenbaum und ihr Vater Raw Mendel – wer von den Jehudim in ganz Deutschland kennt sie nicht? – wie für so vieles Andere auch dafür Erstaunliches leisten. Es sind jetzt gewöhnlich drei bis vier Bachurim (junge Männer) dort, die bei jener Familie, die wenige ihres Gleichen hat, freie Wohnung und Kost haben, und teils bei unserem Lehrer, der Herr und Meister Jona Rosenbaum, teils bei seinem Bruder unserem Lehrer, der Herr und Meister Eliahu Raphael – sein Licht leuchte – lernen; beide Kaufleute, die aber ihre übrige Zeit der Tora und dem Gottesdienst weihen. Dieses edle Brüderpaar mit ihrem greisen Vater gehört auch zu den Privaten, an denen dem Gesamtjudentume sehr viel gelegen, und auf die es nach wie vor die größten Hoffnungen setzt."

 
Zum Tod von Raw Mendel Rosenbaum (1868)  

Zell am Main Israelit 04111868.jpg (191623 Byte) Zell am Main Israelit 04111868a.jpg (256029 Byte) Zell am Main Israelit 04111868b.jpg (288726 Byte) Zell am Main Israelit 04111868c.jpg (138936 Byte)
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. November 1868: "Rabbi Mendel Rosenbaum. Zum ewigen Gedenken sei ein Gerechter!  
Mainz, den 27. Oktober (1868). Noch zittert die Feder in unserer Hand – so sehr hat uns die Trauerbotschaft von dem Hinscheiden des frommen, edlen, tatkräftigen Rabbi Mendel Rosenbaum – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – von Zell bei Würzburg ergriffen. Ach, wir können mit David ausrufen: ‚Wisst ihr denn nicht, dass ein Fürst, ein Großer, gefallen ist in Israel!’ Tausende unserer geehrten Leser haben den edlen Mann gekannt und wissen, was das Judentum und die Judenheit an ihm besessen; für diejenigen, die ihn nicht kannten, möge hier ein Brief eines der hochgestelltesten bayerischen Staatsmänner zur Charakteristik dienen; derselbe lautet:
‚Innigverehrter Herr Rosenbaum! Gestern (sc. den 1. Oktober 1868) habe ich dahier in * , wo ich mich seit mehreren Wochen in Urlaub befinde, Ihren Trauerbrief vom 28. d.M. erhalten, der mir die erschütternde und unerwartete Nachricht von dem Hinscheiden Ihres Herrn Vaters, meines besten und treuesten Freundes, brachte. Wie mich der Tod dieses Ehrenmannes, der mir in allen meinen Lebenstagen so treu, so aufrichtend zur Seite stand, erschüttert hat, das sagen keine Worte. – Es ist für uns Hinterbliebenen hart, sehr hart, nunmehr diesen Gerechten unserem Anblicke, unserem verzehrenden Danke und unserer innigen Liebe, unserem Wohl tun auf immer auf dieser Welt entrissen zu wissen. – Er gehörte zu den seltenen Männern, die nicht bloß das Herz auf dem rechten Flecke haben, sondern die auch da, wo das Leben sie hinstellt, auf dem rechten Flecke stehen, vermöge jener glücklichen Harmonie zwischen Wille und bewusster Kraft, die sich nicht bloß in ihrem leben und in ihren Handlungen, sondern auch in jeder ihrer Äußerungen ausprägt und dadurch ihrer ganzen Umgebung das Gefühl der Zuversicht und der Sicherheit mitteilt. Und nun ist diese unsere Stütze uns Allen für das ganze Leben entzogen! Es ist hart und schmerzlich, und ich habe keine Worte, dies klar zu sagen. O, wie hat es mich gerührt, dass der edle Mann noch in der letzten Stunde an mich dachte! – Aber erhebend war sein Sterben, dieser wahre Tod des Gerechten, der er starb. – Gott hat ihn gewiss gleich zu sich genommen und das ist unser einziger Trost, den wir haben, dass ihm dort im Vaterhause wohler ist, als bei uns, und dass wir dort beim Vater einen Fürbitter für uns haben, der uns die Kraft und Ausdauer erfleht, den Weg der Schmerzen ergeben zu wandeln, auf dem wir geleitet werden. – Möge der Himmel in diesem Sinne Ihre Familie segnen und die Kraft Ihnen geben, das Unabänderliche in Ergebung zu dulden. – Gottes reichster Segen sei mit Ihnen. – In der Liebe, in dem sehnsuchtsvollen Andenken an den teuren Verstorbenen wollen wir miteinander verbunden bleiben. Das hoffe ich von Ihnen, das gelobe ich auf dem frischen Grabe von mir. Mit treuer Liebe Ihr ergebener N.N.
Herrn E. R. Rosenbaum
Wohlgeboren   Würzburg.’
Der hochgestellte Staatsmann hat den edlen Dahingeschiedenen so treffend geschildert, dass es überflüssig erscheint, noch Etwas hinzuzufügen. Wir lassen daher nur noch einen kurzen Lebensabriss folgen, der uns von befreundeter Hand zugeht:
Rabbi Mendel Rosenbaum wurde zu Theilheim, einem Orte Unterfrankens in Bayern, geboren. Sein Vater war dort Schaz Maz (= geistliches Oberhaupt, Lehrer und Kantor) daselbst und ist heute noch eine dort anerkannte Autorität, da seine Anordnung, dass an Sabbat- und Feiertagen nicht getanzt werden solle, noch jetzt, da er schon seit 57 Jahren verstorben, in Theilheim respektiert wird. Bis zu seinem 18. Jahre beschäftigte sich der junge Mendel lediglich mit dem Studium des Talmuds und dessen Kommentaren.
Zu 20 Jahren heiratete R. Mendel und ernährte sich durch den damals fast ausschließlichen Erwerbszweig der Juden, den Hausierhandel. Wenn auch ermüdet nach Hause gekommen, lernte er doch immer seinen Schiur Gemara (Lehrgespräch zur Gemara). Diese Beschäftigung mit dem Hausierhandel sagte jedoch seinem Geiste nicht zu; er unternahm mehrere Spekulationen, bis er endlich den Hausierhandel aufgeben konnte. Mittlerweise hatte er mehrere Söhne, deren ältester 11-12 Jahre zählte. Die Gemeinde- Unterrichts-Anstalt konnte ihn, bei seinem Feuereifer für Religion, nicht befriedigen, weshalb er sich an den damaligen Oberrabbinen Bing zu Würzburg, mit dem er sehr befreundet war, wandte, und es durch seine Beharrlichkeit durchsetzte, dass er einen der ehemaligen ersten Schüler der Würzburger Jeschiba als Privatlehrer zu sich nach Theilheim requirierte. Wenn gleichwohl die desfallsigen Kosten in keinem Verhältnis zu seinem damaligen Vermögen standen, so achtete er gar nicht darauf, weil jedes Wort von unseren Weisen seligen Angedenkens ihm lebendig war, also auch…
Um den damals schon ausgezeichneten Mann Lazarus Bergmann als Lehrer für seine Kinder zu erhalten, deutete er ihm an, dass er dahin trachten werde, ihn später als Tochtermann ‚einzusetzen’.
Die politischen jüdischen Verhältnisse in Bayern nahmen eine nachteilige Wendung durch das Edikt von 1813, eingeführt 1819, welches sogar die Klausel hatte, die Juden zu vermindern und nicht zu vermehren. Schon damals entstand in Rosenbaum der unwiderstehliche Drang, zum Guten des Allgemeinheit etwas wirken zu können.
Da der Ort Theilheim aber fünf Stunden von Würzburg entfernt ist, so suchte er in der Nähe Würzburgs zu wohnen zu kommen, kaufte in Gemeinschaft mit einem gewissen Gebr. Rosenthal ein ehemaliges Kloster in Zell, eine Wunde von Würzburg und gründete dort eine jüdische Gemeinde, streng nach den Anordnungen seines Freundes, des Oberrabbiners Bing und seines Lehrers Lazarus Bergmann. 
Im Jahre 1823 versprach er seine Tochter gedachtem Lehrer, verschaffte sich dessen Bürger-Annahme in Rheinbayern, so noch französische Rechte Geltung hatten, Wenn er sich auch dadurch eine doppelte Haushaltung geschaffen hatte, und die Geschäfte in den 20er—Jahren sehr gering waren, so hatte sein unbedingtes Gottvertrauen keine Grenzen und sein Augenmerk war nur dahin gerichtet, seine Kinder zu Gottesfürchtigen und Lernenden zu erziehen. Welchen Grund gesagter Bergmann bei der Erziehung seiner Kinder legte, kann man wohl am Besten bemessen, wenn man bedenkt, dass derselbe mit Frau und fünf Kindern später einer der ersten war, der zu einer Zeit nach Jerusalem übersiedelte, wo es weder Eisenbahnen noch Dampfschiffe gab, und dort selbst als einer der größten Lomedim verehrt wurde. Es ist auch Mendel Rosenbaum gelungen, dass seine Söhne tüchtige Lomdim wurden, denn er ließ dieselben vor ihrem 18. bis 20. Jahr keinen andern Beruf wählen und gab es durchaus nicht zu, dass einer derselben … sein sollte, wenn sich hiezu auch manche Gelegenheit bot.
Die politische Schlechtigkeit und die damals auftauschende neologische Richtung beschäftigten unausgesetzt seinen Geist. Er suchte nun vor Allem mit ungeheurem Fleiße und seltener Ausdauer die Bekanntschaft hochgestellter Personen im Staate zu erlangen. Durch sein uneigennütziges, beständig auf das allgemeine Beste hinzielendes Streben, verbunden mit ungeheurer Willenskraft und unerschütterlichem Mute, gelang es ihm, nicht nur die Bekanntschaft des damaligen Regierungspräsidenten zu Würzburg, Grafen von Rechberg, sondern auch dessen Freundschaft in hohem Grabe zu erwerben und hierdurch gelang es ihm, dass er für viele gedrängte Glaubensbrüder helfend eingreifen konnte. Vielen verhaft er zu der damals so schwierigen Erlangung der Annahme als Bürger, viele rettete er von ungerecht verfügten Polizeistrafen, welche auf Handelsgegenstände sich erstreckten und so war er schon damals der Beschützer und Retter vieler Einzelner. Aber seine Wirksamkeit nahm bald einen höheren Aufschwung, denn sein Arbeiten, rein zur Ehre Gottes, verschaffte ihm bald Gelegenheit, für das allgemeine Beste der Judenheit eingreifen und wirken zu können.
Anfangs der 30er-Jahre verließ der jetzige Herr Rabbiner Bamberger zu Würzburg die Fürther Jeschiba, ließ von seiner Frau ein Krämerei-Geschäft besorgen und lernte mit mehreren Bachurim sehr fleißig, was Mendel Rosenbaum veranlasste, auch seinen Sohn Jonas bei demselben lernen zu lassen. Hierdurch lernte Mendel Rosenbaum gedachten Bamberger näher kennen und ihn als großen Gelehrten und Gottesfürchtigen achten. Im Jahre 1836 wurden von dem damaligen Minister Fürst Wallerstein Kreiskomitees berufen, und alle Rabbiner und hierzu erwählten Laien versammelt, die über jüdische Reformen beraten und beschließen sollten. Zu dieser Versammlung wurde auch Bamberger, in der Eigenschaft eines Laien gewählt. Es war das ein offener Kampf zwischen Neologie und Orthodoxie, und Herr Bamberger war einer der hervorragendsten Führer der orthodoxen Partei. Damals waren in Unterfranken nur zwei Rabbiner, der Oberrabbiner Bing seligen Angedenkens und der ehemalige Rabbiner Neuburger zu Aschaffenburg. Letzterer als Hauptvertreter der Neologie, mit einer außergewöhnlichen Keckheit und unterstützt von dem damaligen Regierungsdirektor Grafen von Giech, trieb die Sache mit List und Gewandtheit so weit, dass man das Schlimmste zu befürchten hatte. Allein das energische Eingreifen des Herrn Bamberger ermöglichte es dem Mendel Rosenbaum, einen Schlussbericht des Regierungspräsidenten von Rechberg zu erwirken, der alle neologischen Pläne zertrümmerte, das Gefährliche für die Religion dem Ministerium eindringlich vorstellte, sodass das ganze gefährliche Projekt zunichte gemacht und ad acta gelegt wurde.
Zwei kühne Vorsätze fasste damals Rabbi Mendel Rosenbaum. Erstens: den Rabbiner Neuburger zu stürzen und zweitens den damaligen Privatmann Bamberger als Rabbiner nach Würzburg zu bringen. Das erste Vorhaben gelang nach einiger Zeit, weil die Gemeinden mit dem Rabbiner Neuburger sehr unzufrieden waren. Er wurde abgesetzt, wurde Geschäftsmann und hatte nichts Eiligeres zu tun, als am Schabbat sein Geschäft offen zu halten. Letzteres Vorhaben hingegen wurde von allen seinen Freunden als tollkühnes Unternehmen bezeichnet, denn wie sollte es möglich sein, einen Mann als Rabbiner nach Würzburg zu bringen, der nicht studiert hatte, während etliche 30 studierte Rabbinats-Kandidaten vorhanden waren! Trotzdem ließ sich Mendel Rosenbaum von dieser Idee nicht abbringen und fing an, einstweilen um Dispensation von den Universitätsstudien für Herrn Bamberger nachzusuchen. Zur damaligen zeit war der Streut zwischen Unserem Lehrer, dem Herrn und Meister Wolf Hamburger und Dr. Loewi in Fürth in höchster Flamme, und schon hatte Loewi beinahe Alles besieht, da griff nun Mendel Rosenbaum als Bevollmächtigter der Orthodoxen in Fürth in diesen Streit ein, war sehr fort 6-8 Wochen lang in München und verschaffte sich solchen Eingang bei allen hohen und höchsten Beamten, dass die Chewra Kadischa (Heilige Bruderschaft) in Fürth, die durch Dr. Loewi und die Behörden aufgehoben war, wieder in ihre früheren Rechte eingesetzt und brachte es nach einer Arbeit vieler Jahre auch dahin, dass es der Gemeinde Fürth anheimgegeben wurde, ob sie Loewi auch noch ferner als Rabbinen behalten wolle. Es war dies zur damaligen Zeit eine Riesenarbeit, denn die ganze neologe Partei nahm sich des Loewi an, und die Sache gestaltete sich zum Prinzipienkampf. Mendel Rosenbaum kämpfte aber mit seinem ganzen Herzen, seiner Seele und seinem Verstand, selbst wenn seine Gesundheit in Frage stand. Er reiste einmal nach München bei 27 Grad Kälte, zu einer Zeit, da man noch 27 Stunden zur Reise brauchte. Die Abstimmung in Fürth fiel zwar zu Gunsten Loewi’s aus; allein er erhielt die strikte Weisung von allerhöchster Stelle, von dem bestehenden durchaus nichts abbringen zu dürfen. 
Bei diesem heißen Kampfe, der viele Jahre dauerte, und Mendel Rosenbaum eine große Bekanntschaft verschaffte, besorgte derselbe auch die Angelegenheit des Herrn Bamberger. Was als reine Unmöglichkeit erschienen, wurde unter himmlischem Beistand erhielt. Herr Bamberger erhielt die Dispensation und die Befähigung als Rabbinatskandidat. Als dies bekannt wurde, bemächtigte sich die Presse der Sache, und es erfolgte ein Wutausbruch gegen Mendel Rosenbaum und Bamberger, der fast keine Grenzen kannte. Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt, als Schmähungen losgelassen und den Landsleuten beizubringen gesucht, es stünde ihr ganzes politisches Heil in Frage. Aber all dieses schreckte Mendel Rosenbaum nicht ab; er hatte das große Werk begonnen und arbeitete es rastlos durch; er erzielte dann auch 1840 eine große Majorität bei der Wahl für Bamberger. Noch nach der Wahl protestierte die Neologie gegen die Bestätigung, aber auch diese Protestation wurde durch das Eingreifen des Mendel Rosenbaum verworfen und Herr Bamberger als Rabbiner bestätigt. Hierdurch wurde der Neologie überall, doch namentlich in Bayern, eine unheilbare Wunde geschlagen, denn dieser würdige Mann errichtete vor Allem wieder eine Jeschiwa in Würzburg, entfaltete eine Tätigkeit, welche die höchsten Erwartungen übertraf, verschaffte sich die vollste Anerkennung der Behörden, selbst der allerhöchsten Stelle und lieferte der Welt den Beweis, was ein einziger Mann im Stande sei zu leisten, wenn sein Wille rein zu Gottes Ehre ist.
Nun wendete Mendel Rosenbaum seine Tätigkeit auch der gedrückten politischen Lage der Juden Bayerns zu. Es war kaum ein Jahr, in welchem derselbe nicht 2-3-mal nach München reiste, und sich dort 5-7 Wochen aufhielt, um dort unentgeltlich zum Guten des Allgemeinheit zu arbeiten. Er hatte sich bei allen Ministern Zutritt verschafft, und bei seinem Erscheinen hieß es gewöhnlich: der Bischof der Juden von Zell ist hier. Es gelang ihm auch, unzählige harte Bestimmungen gegen Juden nach und nach außer Wirksamkeit zu setzen. In seinem 70. Lebensjahr hatte er noch eine halbstündige Audienz bei dem höchstseligen Könige Max, der ihm die bündigste und beste Zusicherung gab, und ihm vom Kabinette aus später direkt die Gewährung seiner Bitte zukommen ließ. So arbeitete er unermüdet fort, bis endlich alle Ausnahmegesetze gegen die Juden in Bayern nacheinander hinweggeräumt waren. Sein Wahlspruch war immer: ‚Wer für das allgemeine Beste arbeiten will, darf kein Geld, keine Ehre, selbst keine Gesundheit in Betracht ziehen.’
Er war oft mit den höchstgestellten Personen in solch freundschaftliches Verhältnis getreten, dass solche bestätig mit ihm in Korrespondenz standen, und doch ging er nie zu einem derselben, ohne vorher heißinnig zu Gott gebetet zu haben. Es würde zu weit führen, auf die unausgesetzte Tätigkeit dieses Mannes zum Guten der Allgemeinheit eingehen zu wollen, denn dies würde Folianten füllen, da er fast 30 Jahre zum Guten der Allgemeinheit unausgesetzt tätig war.
Er erzog seine fünf Söhne zu Schülern der Tora und verheiratete seine vier Töchter ebenfalls an solche. Als er wegen Altersschwäche nicht mehr reisen konnte, so war er ein Bewohner im Zelt der Tora und hatte sich täglich 8-10 Lernstunden eingerichtet, und dies betrieb er so bis zum 85. Lebensjahre und gab sanft seinen Geist auf, nachdem er unmittelbar vorher 40 Stunden, ohne Unterbrechung einer Minute, bis eine halbe Stunde vor seinem Tode in der Tora und im Gebet zugebracht hatte.
Fügen wir nur noch hinzu, dass der Dahingegangene nicht gestorben, und dass er in seinen würdigen, edlen Söhnen fortlebt, von denen namentlich Rabbi Jonah – sein Licht leuchte – und Rabbi Eliah Raphael – sein Licht leuchte – den unvergesslichen Vater in jeder Beziehung zu ersetzen bemüht sein werden.
Rabbi Mendel Rosenbaum – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – lebte wie ein Patriarch inmitten einer zahlreichen Nachkommenschaft; es leben bereits Ururenkel von ihm, das fünfte Geschlechte. Aber zahlreicher und bedeutender noch ist die unendliche Reihe seiner vielen edlen Taten: ‚das Wichtige unter den Nachkommen der Gerechten sind ihre guten Taten.’ So möge denn sein Andenken ein segensreiches sein – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen."   

  
Anzeige von J. Rosenbaum - Einladung zum Talmudlernen (1869) 

Zell am Main Israelit 24021869.jpg (37803 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1869: "In Zell bei Würzburg, wo schon viele junge Leute sich talmudische Kenntnisse erworben, können wieder einige Individuen Unterkommen finden. Auch ist eine freundliche Familien-Wohnung, geeignet zu einem gesunden Landaufenthalt, vorhanden. Über beides Näheres bei J. Rosenbaum daselbst."   

  
Anzeige von J.L. Rosenbaum (1872)    

Zell Israelit 14021872.jpg (41714 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Februar 1872: "Für kommendes Pessachfest empfehle meine selbst gefertigte feine Schokolade, Makronen und dergleichen und bringe gleichzeitig meine übrigen Konditoreiwaren für das ganze Jahr, hauptsächlich für Wiederverkäufer, in gefälligste Erinnerung. J.L. Rosenbaum aus Zell am Schmalzmarkt zu Würzburg."  

     
Anzeige des Konfektionsgeschäftes Rosenbaum (1884)
 

Zell am Main Israelit 30101884.jpg (23653 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1884: "Für mein Konfektions-Geschäft suche bei freier Station einen religiösen, sich auf Muster zu verkaufen verstehenden Commis und einen ordentlichen Lehrling. 
Rosenbaum, Zell bei Würzburg".

       
Zum Tod von Eliahu Raphael Rosenbaum (1886) 
vgl. zum Nachfolgenden Bericht einen Artikel, den Eliahu Raphael Rosenbaum 1862 zum Thema "Stuttgart und Jerusalem" in der Zeitschrift "Der Israelit" verfasste (der Artikel findet sich auf der Seite zur Stuttgarter Synagoge.  

Zell am Main Israelit 02091886a.jpg (65565 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1886: "Würzburg, 26. August (1886). Es ist stets eine traurige, aber auch meistens eine schwere Aufgabe, durch Worte das entschwundene Leben von Männern, die weit über dem Niveau der Allgemeinheit standen, nochmals sich und der Mitwelt vergegenwärtigen zu wollen; und doch drängt uns die Liebe und Achtung für sie dazu; es ist ein Akt der Pietät, dass wir sie nicht wie Gewöhnliche dahin ziehen lassen in die Ewigkeit, dass wir sie vielmehr dem Gedächtnis zu erhalten und ihnen ein, wenn auch nur geistiges Denkmal zu setzen suchen; es ist der Tribut der Dankbarkeit, den wir ihnen hiermit für ihre Aufopferung, für ihre Wohltaten zu zollen bestrebt sind. An eine solche Aufgabe wage auch ich zu gehen, wenn ich eines Mannes gedenke, der in seinem Leben und Wirken durch seine Tatkraft und seinen Ernst unsere Bewunderung erregte, wenn ich ihm in demjenigen Organ ein Ehrendenkmal zu setzen versuche, das ihm so oft zur Wahrung jüdischer Interessen, zur Erstrebung von Verbesserungen auf jüdischem Gebiete und zur Erreichung von bedeutungsvollen Tatsachen diente.
Zell am Main Israelit 02091886a1.jpg (191563 Byte)Es ist Rabbi Eliah Raphael Rosenbaum in Zell am Main - seligen Angedenkens - der am Heiligen Schabbat Paraschat Pinchas (Schabbat mit der Toralesung Pinchas, d.i. 4. Mose 25,10-30,1 = Samstag, 17. Juli 1886) nach mehrjährigem, schwerem Leiden im Alter von 76 Jahren in das bessere Jenseits schied und dessen wir hier gedenken sollen. Rabbi Eliah Raphael Rosenbaum seligen Angedenkens – zeichnete sich eben so sehr als Lamdan (Gelehrter) und Zadik (Gerechter) wie als ein Mann von wissenschaftlicher Bildung, von seltener Geistesschärfe aus. Was ihm aber ein öffentliches Ansehen verlieh, das war die Tatkraft, womit er für seine Überzeugung eintrat, das war sein öffentliches Wirken für die Erhaltung unserer Religion, für die Wahrung jüdischer Interessen, für die Verbesserung unserer sozialen Stellung, für die Sicherung jüdischen Geistes und Lebens in der Unterstützung derjenigen Organe, deren Beruf es ist, diese zu pflegen und zu hegen. So sehen wir ihn durch Schrift und Wort die Interessen des orthodoxen Judentums vertreten, im eigenen wie im fremden Lande. Als von Ungarn aus der Aufruf zur Gründung des Schomrei-Hadat-Vereins (Verein "Wächter der Gesetzes") erfolgt, da erhob auch Rabbi E. R. Rosenbaumseligen Angedenkens – seine Stimme im 'Israelit' und forderte seine Gesinnungsgenossen in Deutschland auf, dem dortigen Beispiele zu folgen, und wenn sein Streben damals auch nicht den erwünschten Erfolg hatten, so mögen die gestreuten Samenkörnlein vielleicht doch nicht ganz verloren gegangen sein und die nunmehr erstandene freie Vereinigung darf vielleicht ebenfalls als Frucht seiner Bemühung betrachtet werden. Auch für die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums erhob er seine Stimme und gab die Wege an, wie solche zu ermöglichen. 
Möchte mit der Zeit auch diese Idee zur Verwirklichung gelangen! Mit der Schärfe seines Geistes beleuchtete er seinerzeit die religiösen Zustände Württembergs und er hatte vielleicht damit den Impuls gegeben für die im Dezember des Jahres 1869 stattgefundene Delegiertenversammlung zu Stuttgart, durch welche, wenn auch nicht gerade Abhilfe geschaffen, wenigstens diese Zustände durch geeignete Organe der königlichen Regierung zu Kenntnis gebracht wurden und das echte Judentum in beredten Worten (durch den Delegierten für Mergentheim, Ludwig Stern) seine Vertretung fand. Es hat sich seitdem auch in dem von dem ehemaligen Oberkirchenamt bezeichneten ‚modernen Jerusalem’ eine orthodoxe Gemeinde in Stuttgart gebildet. Bekannt ist und hervorgehoben zu werden verdient, welchen Anteil Rabbi E. R. Rosenbaum an der Besetzung der Rabbinatsstellen in Unterfranken  
Zell am Main Israelit 02091886b.jpg (190683 Byte)genommen; seinem energischen, klugen und sachverständigen Eingreifen war es hauptsächlich zu verdanken, dass die Rabbinate Kissingen und Würzburg (bei der jüngsten Rabbinerwahl war er Bevollmächtigter der Landgemeinden des Würzburger Rabbinats) in den besten Händen sind und der religiöse Geist dort wie hier von dieser Seite aus ernstlich angestrebt wird. Auch an der Gründung der Israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt, die sich zu einem wahrhaft wohltätigen, bedeutungsvollen und allgemeiner Anerkennung sich erfreuenden Institute emporgearbeitet, hatte der Selige großen Anteil. Sein Rat, der durch seine juridische Erfahrung und seinen mehrfachen Umgang mit den königlichen Beamten stets das Rechte traf, galt auch dem Gründer der Anstalt, dem großen Gelehrten Seligmann Bär Bamberger – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – als wertvoll, und konnte er in dieser Hinsicht als intellektueller Mitbegründer betrachtet werden. Bis zu seinem Tode war er Mitglied des Kuratoriums der Anstalt. Dem Beispiel seines frommen, für alles Jüdische begeisterten Vaters, des bekannten Rabbi Mendel (Zell) – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – folgend, nahm auch er sich der Besserstellung der Juden Bayerns warm an und suchte zu deren Wohle seinen Einfluss geltend zu machen. So begleitete er in den 40er-Jahren seinen Vater nach München, um an höchster Stelle eine Milderung der unter dem Ministerium Abel erlassenen strengen Gesetze gegen die Juden zu erwirken. Desgleichen unternahm Rabbi Mendel noch im hohen Alter auf dessen Veranlassung und in Begleitung seines Schwiegersohnes G. im Jahr 1861 eine zweite Reise dahin, um am Throne selbst wegen Aufhebung des Edikts von anno 13, das Matrikel-Gesetz der Juden betreffend, sowie die Ausnahmegesetze in Bezug auf den Handel, welche in den 50er-Jahren verschärft und namentlich in Unterfranken streng gehandhabt wurden, zu petitionieren. Die Audienz bei der höchstseligen König Max war von glänzendem Erfolge; die denkwürdigen Worte des gnädigen Königs lauteten: ‚Ich will nicht haben, dass in meinem Lande ein Untertan gedrückt werde!’ Im Januar 1862 wurden das Matrikelgesetz und auch jene belästigenden Einschränkungen im Handel außer Kraft gesetzt.
Zell am Main Israelit 02091886b1.jpg (100726 Byte)Im Jahre 1863 wurde dann vom königlichen Staatsministerium ein Gesetz über die Gleichstellung der Juden den Kammern vorgelegt und von diesen angenommen. Sicher hat auch hierfür Rosenbaum die möglichste Tätigkeit entfaltet. 
Und wie im öffentlichen, so zeigte sich Rosenbaum auch im Privat- und Familienleben als der echte, begeisterte Jehudi. Wenn auch Geschäftsmann, so war ihm doch das Lernen Haupt- und Lieblingsbeschäftigung; er benützte hierzu jede freie Zeit, selbst auf seinem täglichen Wege, den er bis nahe an sein ende zur Stadt machte, lernte er. Diesen Geist der Frömmigkeit und die Liebe zur Tora suchte er auch in seiner Familie zu erhalten und er hatte das Glück, Schwiegersöhne zu finden, die sich eben so sehr als Söhne der Tora wie als gottesfürchtige Männer auszeichnen. 
So konnte Rb. E. Rosenbaum mit Befriedigung auf sein Leben zurückschauen; er hat dasselbe dem Dienste Gottes und der Menschheit geweiht und sich bei der Mit- und Nachwelt ein gesegnetes Andenken gesichert. Sein Tod, wenn auch eine Erlösung von langwierigem Leiden, warf allgemein bedauert und fand bei seinem Leichenbegängnis vollen Ausdruck. Da der Sterbetag am Heiligen Schabbat und anderen Tags schon die Beerdigung zu Schwanfeld stattfand, so erfuhren nur Wenige von dem Trauerfall. Dennoch gaben ihm von hier aus zahlreiche Freunde und Verehrer das Geleite. Am Grab sprach Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger von hier, unter Anwendung der Talmudstelle ‚ein Licht Israels, die rechte Seite, ein starker Hammer’ die Eigenschaft des Verblichenen als eines Sohnes der Tora, als eines Jehudi und als geistiger Kämpfer schildernd. Auch Herr Dr. Tachauer widmete dem teuren Verwandten Worte des Schmerzes und der Anerkennung.
So möge er dort ruhen und genießen …, uns aber stets im dankbaren Gedächtnis bleiben. ‚Zum ewigen Gedenken sei der Gerechte!’"

  
Die Mehl- und Mazzenlieferung von Mosche Goldschmidt aus Zell übernimmt nun Lehrer Oppenheimer in Würzburg (1890)  

Zell am Main Israelit 17111890.jpg (57792 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1890: "Mehl und überwachte Mazze. Wie vielen unserer Gesinnungsgenossen bekannt sein dürfte, hat seit vielen Jahren Herr M. Goldschmidt von Zell Mehl und überwachte Mazze (sc. im Blick auf die gesamte koschere Herstellung von ihm überwacht) geliefert. Nachdem er nun diese Besorgung mir überlassen, habe ich in diesem Jahre den Weizen vorschriftsmäßig erworben und möchte die geehrte Abnehmer bitten, sich rechtzeitig an mich zu wenden, besonders werden Mehlbestellungen baldigst erbeten, damit ich den nötigen Bedarf vorsehen kann. Über meine religiöse Qualifikation wird Seine Ehrwürden, Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger hier, bereitwilligst jede gewünschte Auskunft erteilen. 
Lehrer Oppenheimer, Würzburg."   

    
Zum Tod des Weinhändlers Mosche Goldschmidt (1891) - Schwiegersohn von Mendel Rosenbaum
Anmerkung: Im Artikel werden die engen familiären Verbindungen zwischen den orthodox-jüdischen Familien der damaligen Zeit im unterfränkischen Bereich deutlich: Mosche Goldschmidt war verheiratet mit der Tochter von Mendel Rosenbaum von Zell und war später Schwiegervater von Disktriktsrabbiner M.L. Bamberger (Kissingen) und Seminarlehrer Tachauer (Würzburg).
Bei Reiner Strätz Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945 sind die Familien folgender Kinder von Mosche Goldschmidt aufgeführt: 
- Jettchen, geb. 25. Juli 1849 in Zell, seit 1873 in Würzburg verheiratet mit dem Lehrer Dr. Gustav Tachauer (bis 1905 Seminarlehrer in Würzburg).
- Rachel, geb. 22. März 1856 in Zell, seit 1883 in Zell verheiratet mit dem Fabrikanten Lippmann Wolff (Tinten- und Farbenfabrik in Zell, 1898 nach Würzburg verzogen; Kinder Josef geb. 27. Dezember 1887 in Zell, Willy geb. 12. März 1889 in Zell später Kunstmaler, Gymnasiallehrer, Max, geb. 4. Dezember 1890 in Zell, später Druckerbesitzer in Würzburg, Helene, geb. 30. Januar 1892 verh. in Regensburg).
- Benno, geb. 23. Juli 1857 in Zell, Weinhändler in Zürich, mit Bruder Benjamin Teilhaber der väterlichen Weinhandlung M.G. Zell, wohnte später in Würzburg, seit 1920 in Fürth (Tochter Sofie geb. 12. Februar 1888 in Zell, später Lehrerin in Kizingen, Tochter Olga geb. 22. Mai 1889).
- Benjamin, geb. 30. Mai 1863 in Zell, Weinhändler in Würzburg (Weinhandlung Mosche Goldschmidt, Lager und Kellerei in Zell), 1907 nach Halberstadt verzogen.

Zell Israelit 12011891.JPG (233430 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1891 (der Artikel wird leicht abgekürzt wiedergegeben): "Würzburg. Am 30. Dezember schied dahier ein Mann aus dem Leben, dessen hohe Tugenden und Eigenschaften ihn wohl seinen Verwandten und Bekannten unvergesslich machen, die aber auch verdienen, für fernere Kreise hervorgehoben zu werden. Herr Mosche Goldschmidt von Zell ist es, der nach einem tatenreichen Leben im Alter von 81 Jahren seine irdische Laufbahn beschloss und dem wir diese Gedächtnisworte weihen. Von früher Jugend an wurde er von seinen Eltern in Heßdorf der Tora zugeführt und er hatte noch den Gewinn, den Worten von zwei Großen des Geschlechtes, eines Raw Abraham Bing und eines Raw Seligmann Bär Bamberger - das Andenken an die Gerechten ist zum Segen - zu lauschen. Neben dem Lernen der Tora hatte er aber auch profanen Studien obgelegen und das Gymnasium dahier besucht; doch wollte er insofern nicht die Worte der Tora zum Erwerbszweig machen, sondern wählte den Geschäftsberuf... 
In diesem seinem Berufe wurde er bald durch seine eheliche Verbindung mit der Tochter des rühmlichst bekannten Herrn Mendel Rosenbaum von Zell - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - unterstützt, und so wurde er ein würdiges Glieder dieser durch ihre Begeisterung und ihre Tätigkeit für Juden und Judentum bekannten Familie. Von zahlreicher Kinderschar gesegnet, war ihm die Aufgabe als Familienvater nicht leicht geworden; aber sein seltenes Gottvertrauen, seine ungewöhnliche Gemütsruhe ließen Sorgen nicht erkennen. Diese seine Aufgabe sollte ihm bald noch um vieles erschwert werden. Sein biederes Weib wurde ihm in den besten Jahren durch den Tod entrissen, ihm die Erziehung von 13 Kindern allein überlassend. Und wie materiell so auch geistig war ihm diese Aufgabe herrlich gelungen; er hatte den Gewinn sie alle nicht nur gut versorgt, sondern auch in seinem Sinne und nach seinem Willen leben zu sehen, seine Töchter sogar an Söhne der Tora zu verheiraten... So hatte ihm der Allgütige seine unsägliche Sorgen und Mühen, aber auch sein Vertrauen und seiner Ergebenheit reichlich gelohnt. Am späten Lebensabend überfiel ihn eine schmerzvolle Krankheit, die einem Leben ein Ende machte, das von allen Seiten als fleckenlos, ja als musterhaft anerkannt wurde. Der Verblichene erfreute sich auch einer allgemeinen Beliebtheit und allseitiger Achtung, und mit Recht; denn sein bescheidenes Wesen, die Eigenschaft, auf niemand etwas Böses zu sagen, niemanden durch ein Wörtchen zu betrüben, musste ihm die allseitige Liebe gewinnen. Diese Anerkennung fand nun bei seinem Leichenbegängnis nochmals getreuen Ausdruck. Eine große Trauerversammlung hatte sich eingefunden, um dem beliebten Manne, diesem Frommen noch die letzte Ehre zu erweisen, und die Trauerreden von seinen beiden Schwiegersöhnen, Herrn Distrikts-Rabbiner M.L. Bamberger in Kissingen und Seminarlehrer Herrn Dr. Tachauer dahier, sowie von Herrn Distrikts-Rabbiner N. Bamberger dahier gaben in beredten Worten Zeugnis von der Bedeutung des Mannes und dem Verluste, den man in seinem Hintritte beklagte. Sie alle hoben seine Liebe zur Tora, seine Gottesfurcht und seine besonderen Eigenschaften als Mensch hervor. Das Andenken an den Gerechte ist zum Segen. Sein Andenken wird nicht verlöschen, es wird stets ein gesegnetes sein."   

    
Zum Tod von Ruben Stern (geb. in Mansbach, gest. 1894 in Fulda, studierte in seiner Jugendzeit in Zell)  
siehe Bericht auf einer Seite zu Fulda.       
    
Zum Tod von Jona Rosenbaum (1894)
     

Zell am Main Israelit 08111894a.jpg (169162 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1894: "Rabbi Jona Rosenbaum das Gedenken an der Gerechten ist zum Segen". 
In der Nacht des vergangenen Schabbat Chol Hamoed (20. Oktober 1894) hat der letzte der Heldensöhne des Rabbi Mendel Rosenbaum in Zell am Main, der berühmte Rabbi Jona Rosenbaum in Zell, seine reine Seele ausgehaucht. Der Tod raffte ihn plötzlich hinweg, er war einem Herzschlage erlegen und wurde an Hoschana Raba (21. Oktober 1894) in Schwanfeld bei Würzburg, auf dem Begräbnisplatze der Familie, zu Grabe getragen. Er entspross der bekannten Familie, die gleich der Makkabäerfamilie mit dem greisen Vater an der Spitze, in trüber Zeit, in welcher die Reformsucht die Wurzel des Judentums in Deutschland zu zernagen drohte, die Fahne des angestammten unverfälschten Glaubens hoch hielt und durch ihr energisches Eingreifen in die jüdischen Verhältnisse Bayerns, namentlich Unterfrankens die Wahrheit auf lange Zeit vor den gefährlichen und böswilligen Angriffen schützte. 
Eine große Anzahl Verwandte und Freunde in Würzburg, die von der Kunde des plötzlichen Hintritts dieses verschiedenen Gerechten niedergebeugt waren, eilten herbei, um ihrem hochverehrten väterlichen Freunde auf seinem letzten Gang nahe zu sein. Ein zwar nicht gefährliches, aber sehr beschwerliches Leiden, das ihn im verflossenen Jahre befallen, scheint ihn auf diese Katastrophe vorbereitet zu haben, denn sein hinterlassenes Testament ordnet mit der größten Genauigkeit die häuslichen Verhältnisse und gibt genaue Anweisungen über die Beerdigung des Toten. Hier bekundet sich sein im Leben besonders hervorgetretener Charakterzug, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit.
Zell am Main Israelit 08111894a1.jpg (183032 Byte)Wenn der Hintritt eines Großen in Israel stets Trauer in allen jüdischen Kreisen häuft, so ist der Verlust eines solchen großen Fürsten in Israel in unserer Zeit, in welcher die Reihen der Mächtigen in Tora und Gottesfurcht leider so sehr gelichtet sind, doppelt schwer. Der jüdische Volksmund in hiesiger Gegend bezeichnete die frommen gelehrten Männer, die mit Feuereifer für Tora und Gottesfurcht eintraten und um die Vertreter derselben, die alten Würzburger Rabbiner - das Gedenken an die Gerechten ist zum Segen - , sich scharten mit dem Namen ‚die alte Garde’, und mit Rabbi Jona – seligen Angedenkens – ist leider der letzte ‚alte Gardist’ von uns geschieden.
Eine kurze Lebensskizze dieses großen Mannes wird vielleicht dazu beitragen, die Schwere unseres Verlustes zu erfassen. Rabbi Jona lag seit seiner frühesten Jugend mit erstaunlichem Fleiße und Eifer dem Studium der Tora ob, das in den Kinderjahren sein Schwager, der große Raw, der Gerechte Elieser Bergmanndas Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – leitete. Nachdem derselbe, dem Zuge seines Herzens folgend, mit seiner Familie nach dem heiligen Lande auswanderte, schickte der Vater den geweckten Knaben nach Wiesenbronn, wo der nachmalige berühmte große Gelehrte, unser Herr und Meister Elieser Bär Bamberger – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen, damals noch Geschäftsmann eine Anzahl Knaben als Schüler annahm. Nach dessen Berufung auf den Würzburger Rabbinatsposten folgte er demselben dorthin und wurde einer der hervorragendsten Schüler der damals blühenden Würzburger Jeschiwa, wo er sich ausschließlich mit ‚Lernen’ beschäftigte, weil er , wie es von seinem Vater bestimmt war, dem Geschäft sich widmen und Tora lernen sollte. Nach erlangter Selbständigkeit im ‚Lernen’ suchte er bei dem gelehrten, als großer Meister der Responsen bekannten und anerkennten Schwabacher Raw HaGaon Abraham Wechsler – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – praktisch sich durchzubilden und ging dann von da aus, gleichsam um sein reiches Wissen zu ordnen und zu klären, nach Fürth, wo der berühmte Lehrer seines Lehrers HaGaon Mendel Kargadas Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – mehreren bevorzugten Schülern den reichen Born seines Wissens zuströmen ließ. Sein gleichgesinnter treuer Genosse auf allen diesen Jeschiwot war der ehemalige berühmte Oberrabbiner Stern – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – in Hamburg, der ihn auch nach Zell, in die Heimat begleitete, wo sie zusammen lernten und das berühmte Werk Gidolei Tahara  von ihrem letztgenannten Lehrer für den Druck bearbeiteten und mit gelehrten Bemerkungen versehen, herausgaben. Nach seiner Verheiratung mit seiner ihm vor einigen Jahren in den Tod vorangegangenen überaus frommen Gattin widmete er sich dem Geschäfte, und seine ehe war die denkbar glücklichste.
Zell am Main Israelit 08111894b.jpg (220019 Byte)Dem edlen Beispiele seines hochverehrten Lehrers folgend, strebte er nach dem zu lernen um zu lehren, und er war so glücklich, dieses sein Ideal verwirklicht zu sehen. Eine ziemlich große Anzahl junger Leute lag unter seiner Leitung in dem kleinen Dorfe Zell bei Würzburg dem eifrigen Studium des Talmud und der Responsen ob. Mühevolle körperliche Arbeiten und Geschäftssorgen aller Art hinderten ihn jedoch nicht, den regelmäßigen Schiur mit seinen Knaben zu lernen, und wie oft ließ er, schweißtriefend von einem Geschäftsgange heimkehrend, die jungen Leute nochmals holen, um das durch diesen Gang etwa Versäumte nachzuholen. Und mit welchem Fleiße und mit welcher Opferwilligkeit er das Selbststudium trieb, wusste nur seine nächste Umgebung. Das 'bestimmen die Nächte wie die Tage’ hat er buchstäblich erfüllt, in frühester Morgenstunde, etwa um 2 Uhr, konnte man ihn schon bei seiner Gemara am Tische sitzen sehen. Schreiber dieser Zeilen, der so glücklich war, einige Zeit in seiner Nähe sich aufzuhalten, benutzte die Gelegenheit Halachot mekiit bei ihm zu lernen, und da beide Teile am Tage anderweitig beschäftigt waren, wurde hierzu die Zeit von 3-6 Uhr Morgens bestimmt; und pünktlich zur festgesetzten Stunde weckte er den jungen Mann mit dem Bemerken: ‚Ja, mekoot kann man nur gründlich um diese Zeit lernen.’ So trieb er es bis zu seinem Lebensende und so stieg er von Stufe zu Stufe in seinem wissen, seine immense Gelehrsamkeit wurde von allen, die das Glück hatten mit ihm bekannte zu sein, bewundert, namentlich wurden seine Gründlichkeit und Selbständigkeit in Pasak halacha angestaunt, ebenso wie sein Eifer, auf seine Schüler wohltätig  einzuwirken, war auch seine Sorge um die geliebte Familie, namentlich die Erziehung seiner Kinder zu Tora und Gottesfurcht. Seine Söhne sollten gründliche Kenntnisse in unserer heiligen Tora sich aneignen und dann dem Geschäfte sich widmen, und seine Töchter sollten durch aufrichtige Frömmigkeit imstande sein, ein frommes jüdisches Haus, nach dem Muster des elterlichen zu gründen. Dieser sein Lieblingswunsch ging auch in Erfüllung. Seine Söhne leben im Geiste und Sinne ihres großen Vaters und seine Töchter sind an gediegene Söhne der Tora verheiratet, unter welchen … sein ältester Schwiegersohn, Herr Dr. D. Hoffmann – sein Licht leuchte – besonders hervorragt. Er übte auch mit derselben bewunderungswürdigen Gewissenhaftigkeit Gottesdienst und Wohltätigkeit, indem er jede religiöse Vorschrift mit der peinlichsten Genauigkeit beachtete und in dieser Weise auf seine Umgebung zu wirken suchte. Jedes Gespräch lebte er auf Tora und Gebote, um so Lust und Freude an denselben zu begründen.
So hatte er z.B. den Ehrgeiz, bis zu seinem Todestage die Weisungen zum Laubhüttenfest in vollstem Umgange zu erfüllen, er aß, schlief und lernte noch in den letzten Sukkot-Tagen in der Sukka (Laubhütte). Dabei war dieser seltene Mann höchst einfach und anspruchslos. Für andere zu jedem Opfer bereit, sich selbst jede Entbehrung auflegend, bescheiden in seinem Wesen, Ehre und Anerkennung stets aus dem Wege gehend, fern vom Getriebe der Welt, jeden unnötigen Lebensgenuss entschieden von sich weisend, abgeschlossen und verborgen im Schatten seines Wohnortes, dem Leben der nahe gelegenen Stadt entfremdet, lebte er zufrieden in seinem einfachen Hauswesen in Zell, seinen Sinn nur auf Tora und Gebote gerichtet, sodass die Prophetenworte buchstäblich auf ihn Anwendung finden: Und Jona ging aus der Stadt hinaus und wohnte zur Morgenseite der Stadt und baute sich eine Hütte und saß darunter im Schatten… (Jona 4,5).
Möge der allgütige Vater den Schmerz der Hinterbliebenen lindern, ihnen Trost spenden und diesen herben Verlust, den das ganze Judentum erlitten, bald ersetzen, indem ein solches erhabenes Muster von Frömmigkeit und Gelehrsamkeit nur zur Nachahmung anspornt."

       
Zum Tod von Wolf Rosenbaum in Memmingen (1900) 
In Memmingen ließen sich die Brüder Isaak und Wolf Rosenbaum, Söhne des Rabbi Mendel Rosenbaum nieder.

Memmingen Israelit 11061900.jpg (139278 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1900: "Memmingen, im Siwan (‚Die geliebten und die Lieblichen, in ihrem Leben und in ihrem Tode sind sie nicht getrennt.’) Unwillkürlich muss ich an die Klageworte Davids um den Tod Sauls und Jonathans denken, wenn ich Ihnen von dem Hinscheiden des Herrn Wolf Rosenbaum s.A. berichte, der am 26. vorigen Monats im 60. Lebensjahre, nach kaum zwei Jahren, seinem unvergesslichen Bruder Isaak in das bessere Jenseits gefolgt ist. Wer wie ich das Glück hatte, das Seelenleben dieses großen Mannes näher zu kennen, wird mit mir übereinstimmen, dass die Familie, unsere Gemeinde und das gesetzestreue Judentum durch seinen Tod einen schweren Verlust erlitten haben.
Ein würdiger Enkel des berühmten Rabbi Mendel Rosenbaum s.A. in Zell bei Würzburg, hat er stets mit strammer Hand die Fahne des orthodoxen Judentums hochgehalten, unentwegt und unter den größten Opfern alle Satzungen unserer heiligen Religion aufs Pünktlichste beobachtet und seine Kinder in streng-religiösem Sinne erzogen. Dabei war er nach allen Seiten und Richtungen überaus wohltätig, den Armen und Notleidenden ein Helfer und Jedem ein aufrichtiger Berater. Seine Gottesfur
cht und Ergebenheit in den Willen des Allmächtigen zeigte sich so recht deutlich auf seinem langen und schmerzlichen Krankenlager; trotz der schrecklichsten und andauernden Schmerzen kam niemals ein Wort der Klage über seinen Mund.
Es dar daher nicht verwundern, dass die Kunde vom Tode dieses in den weitesten Kreisen beliebten und hoch angesehenen Mannes allgemeine tiefe Trauer und Teilnahme hervorgerufen hat. Von Nah und Fern waren die zahlreichen Verwandten, Freunde und Bekannten herbeigeeilt, um dem Verewigten die letzte Ehre zu erweisen. Möge Gott den tief betrübten Angehörigen lindernden Trost gewähren, und möge der gute Name, den Herr Rosenbaum hinterlassen, den Kindern ein Sporn sein, im Sinne ihres Vaters weiter zu wirken und zu handeln. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

      
Zum Tod von Moses Rosenbaum, Sohn des Jona Rosenbaum (in Fürth 1903)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1903: "Fürth, 17. Februar. Anfang voriger Woche starb im Königswarter'schen Hospital zu Frankfurt am Main, nach mehrmonatlichem, schweren Leiden, im Alter von 38 Jahren, Herr Moses Rosenbaum. Er war ein Sohn des frommen und gelehrten R. Jaunoh (Jona) Rosenbaum seligen Andenkens aus Zell. Kein Wunder also, dass er zu den Stützen echter Frömmigkeit und wahrer Religiosität in unserer Stadt gehörte. Er war einer von jenen wackeren, gottesfürchtigen, wahrheitsliebenden Männern, welche dazu berufen sind, zu den Führern in Israel zu gehören. Und wenn es auch offiziell kein Amt und keine leitende Stellung bekleidete, so war er doch immer mit unter den Ersten am Platze, wenn es galt, den Armen zu helfen, oder für die Interessen der Gesamtheit einzutreten. Die allgemeine Beliebtheit, der sich der Verblichene erfreute, und die große Teilnahme, welche sein frühes Ende erwecket, bezeugten die zahlreiche Schar von Freunden, die ihm das letzte Geleit gaben. Der Schwager des Verschiedenen, Herr Direktor Dr. Hoffmann, war aus Berlin herbeigeeilt, um der Trauer der Familie Ausdruck zu verleihen. In ergreifenden Worten schilderte er die Persönlichkeit des Verschiedenen, der in seiner Frömmigkeit und Redlichkeit das Musterbild eines wahren Jehudi gewesen sei. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."     

   
Zum Tod von Karoline Rosenfelder geb. Rosenbaum, Schwiegermutter von Rabbiner Dr. Neuwirth in Bingen (1912)   
Anmerkung: Rabbiner Dr. Samuel Neuwirth in (1900 bis 1924 Rabbiner in Bingen) war verheiratet mit Babette (Berta) geb. Rosenfelder (geb. 1871 in Würzburg als Tochter von Karoline geb. Rosenbaum und dem Kaufmann Isaak Rosenfelder). Seine Schwiegermutter ist vermutlich schon 1901 nach Bingen gezogen. Sie ist 1840 in Zell am Main geboren und war nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes seit 1870 verheiratet mit dem Kaufmann Isaak Rosenfelder (geb. 1831 in Sommerhausen, gest. 1894 in Würzburg). Die mit Rabbiner Dr. Neuwirth verheiratete Tochter Babette wurde im August 1942 von Laupheim nach Theresienstadt deportiert und im September 1942 nach Maly Trostinec, wo sie ermordet wurde. vgl. Strätz Biographisches Handbuch Würzburger Juden Bd. II S. 474.        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. Oktober 1912: "Bingen. Frau Rosenfelder, Schwiegermutter unseres Rabbiners Dr. Neuwirth, ist verschieden. Sie war ein Esches Chajil (wackere Frau) im besten Sinne des Wortes, gewissenhaft fromm und mildtätig."       

  
Lebenslauf von Hirsch Plaut (gest. 1913), in seiner Jugend Schüler an der Jeschiwa in Zell 

Zell FrfIsrFambl 10101913.jpg (206749 Byte)Hirsch Plaut ist 1913 in Frankfurt gestorben. Er war 35 Jahre lang Kantor der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt, Kantor unter dem für die jüdische Orthodoxie hoch bedeutenden Samson Raphael Hirsch (gest. 1888). 
Sein Lebenslauf wird hier nicht ausgeschrieben (bei Interesse anklicken!), nur über die Zeit seiner Studien sei zitiert:
 
 "Hirsch Plaut entstammte einem überaus frommen Familienkreis. Zell, Würzburg, Altona waren die Stätten, wo er lernte, und bereits in jungen Jahren erhielt er die Chowerwürde durch Oberrabbiner J. Ettlinger s.A."

     
Zum Tod des mit Leah geb. Goldschmidt aus Zell verheirateten Abraham Grünbaum (geb. 1863 in Wiesenfeld, gest. 1921 in Jerusalem)
  
Zitat aus dem nachfolgenden Artikel: "
Schon wie und woher er sich die Gattin holte! Zell bei Würzburg, - das entsprach seinem Programm und Lebensstil."   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. März 1921: "A. Grünbaum seligen Andenkens, Nürnberg
Die bayrische Judenheit, insbesondere die Orthodoxie, hat einen ihrer bedeutendsten Männer verloren. Man ist fast versucht zu sagen, dass sie verwaist und führerlos dasteht durch den Tod des Herrn Abraham Grünbaum, Nürnberg. Tragik und wunderbarer Abschluss seines reichen Lebens bildet sein Tod in Jerusalem, wo er mit seiner Gattin auf einer Studienreise durch Erez Israel weilte. 
Gerade seine Liebe und Arbeit für Erez Israel bildet die Quintessenz seines großen Schaffens und Wirkens, sie war der Zentralpunkt seines großen Schaffens und Wirkens, sie war der Zentralpunkt seines jüdischen Denkens und Empfindens, mit Erez Israel war er zeitlebens innerlich verbunden durch seelische Bande und in einer Hingebung von ganz ungewöhnlicher Kraft und Tiefe. Außerordentlich und ungewöhnlich war überhaupt die ganze Persönlichkeit, vielseitig, originell, schöpferisch, wie es nur wenigen Menschen beschieden ist. Sein ganzer Werdegang führte ihn zu jener tiefen Jüdischkeit, die wir zeitlebens an ihm bewundern konnten.
In Wiesenfeld in Unterfranken vor 68 Jahren (am 27. Sch'wat) geboren, genoss er schon in frühester  
Wiesenfeld FrfIsrFambl 25031921a.jpg (278056 Byte)Jugend durch seinen unvergesslichen Lehrer Rosenbaum seligen Andenkens, dem er ein treues Andenken bewahrte, eine ausgezeichnete jüdische Erziehung und Einführung in Tanach und Talmud. Und wenn der Würzburger Raw, R. Seligmann Bär Bamberger seligen Andenkens zur Schulprüfung nach Wiesenfeld kam, so nahm er sich den jungen Abraham Grünbaum besonders vor mit einem Blatt Gemoro, und wie glücklich und begeistert erzählt uns Abraham Grünbaum davon, wie ihn der Raw in seiner berühmten liebenswürdigen und herzlichen Art ermunterte und aneiferte, wie tief er auf ihn gewirkt und ihn zeitlebens in seinem ganzen jüdischen Denken und Handeln beeinflusst hat. Und das wurde noch verstärkt, als Abraham Grünbaum die Realschule in Würzburg besuchte und im Hause von R. Jizchok Schlenker seligen Andenkens erzogen wurde. 
Seine kaufmännische Lebensbahn führte ihn dann nach Schwabach, wo er trotz seiner beruflichen Pflichten noch ein fleißiger Schüler von R. Löb Wißmann seligen Andenkens und vor allem von R. Hile Wechsler seligen Andenkens war. In diesen Jünglings- und Mannesjahren hat er sich, dank seiner ganz ausgezeichneten Geistesgaben, jene tiefgründige talmudische Bildung verschafft, die ihm Leitstern seines Lebens war.
Hier hat er im Alter von 21 Jahren im Verein mit seiner ebenbürtigen Gattin, Frau Leah geb. Goldschmidt aus Zell bei Würzburg ein jüdisches Haus gegründet, das in seiner Innigkeit und Hilfsbereitschaft, seinem lebensfrohen und gesunden Optimismus, seiner grenzenlosen Hingebung für alles Jüdische und Menschliche nicht leicht zu überbieten sein dürfte. Und bald war Grünbaum in Schwabach der Mittelpunkt des jüdischen und allgemeinen politischen Lebens. Er war ebenso berufen, Kultusvorstand zu sein, wie es kein politisches und kommunales Amt gab, das man ihm nicht anvertrauen konnte. Überall war er Meister und souveräner Herr der Situation, schlagfertig und weitblickend wie ein Weltmann. Und der ist er auch bald geworden. Rasch wuchs er hinaus über Schwabachs Grenzen in allen Dingen, jüdischen wie allgemein menschlichen.  
Schon mit 26 Jahren unternahm er für die Amsterdamer Palästinaverwaltung (im Verein mit dem seligen R. Benjamin Roos, später in Werneck in Unterfranken) eine Studienreise nach Erez Israel, und eine seiner mächtigsten Wirkungen dort galt der Ereneuerung des Schaare Zedek-Spitals, und eine wunderbare Fügung des Himmels hat ihm die Gnade gewährt, hier in diesem Hause einzugehen auf heiliger Erde zur ewigen Ruhe, die er sich bin an sein Ende nicht gegönnt hat.  
Als er vor etwa 30 Jahren nach Nürnberg übersiedelte, fand er hier einen Wirkungskreis für seinen Schaffensdrang und seine unerschütterliche, ewig jugendliche Arbeitskraft vor, den er bearbeitete und ausdehnte, wie es nur solch außerordentlichen Menschen möglich ist. Ganz von selbst fiel ihm die Führung der Adas Israel zu, die damals noch ganz in ihren Anfängen steckte. Was Grünbaum da leistete, das allein könnte ein Menschenleben ausfüllen. Nacheinander schuf er im Verein mit treu ergebenen Weggenossen eine Religionsschule, eine Synagoge mit allen mustergültigen Einrichtungen und das Rabbinat! Was das für die bayerischen Verhältnisse überhaupt und insbesondere in Nürnberg bedeutet, kann nicht überschätzt werden. Seinem unerschöpflichen und sicheren Optimismus, gegründet auf seltene Erfassung der Lebensverhältnisse und der Beherrschung der Menschen, ist es gelungen, die Adas Israel zu einer kraftvollen Gemeinde zu gestalten. 
Grünbaum wuchs ebenso selbstverständlich in alle Aufgaben der Gesamtgemeinde hinein; es gibt keine Institution, in der er nicht schaffend und führend mitwirkte.        
So war er seinerzeit ein Gründungsmitglied er Maimonides-Loge, und er hat von Anfang an deren Unterstützungstätigkeit geleitet. Ferner gehörte er sämtlichen gemeindlichen Wohltätigkeitsvereinen an, in denen er gleichfalls führend und schaffend tätig war. Dabei hatte der ungemein vielseitige Mann noch Zeit, als Vorsitzender des Ku-    
Wiesenfeld FrfIsrFambl 31031921a.jpg (350009 Byte)ratoriums der Talmud-Thora in Schwabach, als Mitglied der Kuratoriums der israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg mit aller Energie und Kraft tätig zu sein. Der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, der Agudas Jsrael, dem Kurhospiz in Bad Kissingen, der neuen Jeschibah in Nürnberg ebenso warm zu dienen. 
Und damit erschöpfte sich seine Lebensarbeit immer noch nicht. Was Grünbaum an persönlicher Liebestätigkeit, Gemilus Chased, Zedokoh (Wohltätigkeit) getan hat, ist gar nicht zu schildern. Er hat aus eigener Kraft eine Darlehenskasse für die Ostjuden geschaffen und diesen zu jeder Stunde in Rat und Tat, als wäre es seine persönliche Angelegenheit, zur Seite gestanden. Dabei war Grünbaum ein vielbegehrter Mohel (Beschneider), die beschwerlichsten Reisen bei Sturm und Wetter spielten in seinen Jahren keine Rolle, alles, alles hat er unternommen und spielend bewältigt. Schwierigkeiten hat er nicht gescheit, kein Opfer für Tora und Aboda (Gottesdienst) war ihm zu schwer. Wie hat er Talmide Chachamim (Toragelehrte) behandelt und gewürdigt, wie hat er seinen Lehrern und ihren Hinterbliebenen die Treue gehalten!  
Dieser logisch scharfe Mann, so streng und energisch in der Verfolgung seiner Ziele, konnte weich und zart sein mit Armen und Gedrückten, mit Sorgen Beladenen und Bekümmerten. Sein Haus stand ihnen allen offen, buchstäblich Tag und Nacht. 
Uns eine Zartsinnigkeit in seiner Familie! Schon wie und woher er sich die Gattin holte! Zell bei Würzburg, - das entsprach seinem Programm und Lebensstil. Diese Ehe und dieses Familienleben! Sie sind wirklich einzigartig und übten auf jeden Beschauer einen tiefen Eindruck aus. Seine Gastfreundschaft sucht ihresgleichen und die Art, wie man die Mizwath hachnosoth Orchim (Gastfreundschaft) übte, erst recht. Das war lebendiges Judentum wie Grünbaums ganzes Leben ein jüdisches Tatenleben aus einem Guss darstellte. 
Was die Persönlichkeit des Heimgegangenen bedeutete, kam in der letzten Ehrung zum Ausdruck. Nach dem Hesped (Trauerrede) des Rabbiners Dr. Klein in der Synagoge fand eine Trauerfeier im großen Saale des Kulturvereins statt. 1.600 Menschen hatten sich eingefunden, und jeder einzelne Redner rühmte, dass gerade seiner Organisation Grünbaums Kraft geweiht war. Da wurde man sich so recht der ungeheuren Arbeitskraft, Vielseitigkeit und geistigen Energie bewusst, die diesem einzigen Manne innewohnte. Er trug eine Last, die über Menschenkraft weit hinausragte. In diesen Gedanken mündeten alle Kundgebungen ein. 
Don Sichel, 1. Vorstand des Vereins Ada Israel, würdigte Grünbaum als Vorstandsmitglied. Rabbiner Horovicz - Jerusalem sprach für die deutsch-holländische Palästinaverwaltung, Jacob Rosenheim - Frankfurt für die Agudas Jsrael, Rabbiner Dr. Stein - Schweinfurt für das Kurhospiz Kissingen und in besonders inniger herzlicher Art für die israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg, Kommerzienrat Metzger für die Kultusverwaltung Nürnberg, Rechtsanwalt Dr. Max Feuchtwanger für die Ohel Jakob-Gemeinde München, Justizrat Dr. Erlanger für die Maimonides-Loge, Hugo Bärmann für die gemeindlichen Vereine, H. Weißmann für zwei Chewraus, Alfred Klugmann zeichnete Grünbaum als Lehrer der Chebrath Bachurim und zum Schlusse würdigte Rabbiner Dr. Klein Grünbaums Verdienste um die jüngste Gründung der Adas, die Jeschibah und teilte mit, dass Freunde Grünbaums in seinem Geiste der Tat eine Abraham Grünbaum-Stiftung begründeten.  
Wie diese Kundgebung sich tief in die Herzen aller senkte, so wird das Lebensbild Grünbaums im Gedächtnis der ganzen Gemeinde fortleben und fortwirken, so wie er im Leben auf alle wirkte und ihn so all seine großen Erfolge auf diesem Wege erreichen ließ für alles Jüdische und alle jüdisch erziehlich beeinflusste und das auch weiterhin zu ermöglichen suchte in seiner letzten Programmrede, die er kürzlich anlässlich einer Mitgliederversammlung der Adas Jsrael entwickelte. Die große Gesamtgemeinde war sein Resonanzboden und sollte er auch fernerhin bleiben, getragen von seiner heiligen Lebensaufgabe, m'sakka horabbim zu sein."   

 
Zum Tod von Dina Rosenbaum (1923)  

Zell Israelit 29111923.jpg (105312 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1923: "Dina Rosenbaum - sie ruhe in Frieden -. Nach langem Leiden hauchte Frau Dina Rosenbaum ihre reine Seele aus. Frau Dina Rosenbaum entstammte einer berühmten Familie in Zell in Bayern. Nach dem Tode ihres Gatten Mayer Rosenbaum - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - widmete sie sich der Erziehung ihrer Kinder und dankte Gott, wie sie so oft betonte, keinen Sohn zu haben, weil sie wohl die Kraft habe, Töchter jüdisch zu erziehen, einen Sohn aber nicht so zur Thora erziehen könnte, wie es im Sinne ihrer Ahnen wäre. Die Töchter erzog sie zu echten Jüdinnen und hatte die Freude, sie an der Seite wahrhaft jüdischer Männer ganz in ihrem Geiste wirken zu sehen. Sie übte sehr viel Gutes und streute Wohltaten im Stillen aus. Von äußerst peinlicher Pflichttreue, war sie auch treue Anhängerin der Kehilloh (Gemeinde). Ihr Stolz war, dass früher Gelehrte an ihrem Tische regelmäßig speisten. Sie trug ihr langes, schwere Leiden mit der Geduld einer jüdischen Heldin und einem Gottvertrauen ohnegleichen bis zuletzt, da nun mit 67 Jahren ihrem Leben ein Ziel und ihrem Leiden ein Ende gesetzt wurde. Auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft (sc. in Frankfurt), wo am Montag die Verstorbene unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet wurde, sprach im Namen der Familie der Schwiegersohn, Herr Zahnarzt Dr. S. Ehrmann, ergreifende Worte des Dankes und Gedenkens. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."    
  
Zell Israelit 29111923a.jpg (44103 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1923: 
"Heute entschlief unsere unvergessliche, liebe Mutter, 
Frau Dina Rosenbaum Witwe geb. Rosenbaum 
im Alter von 67 Jahren. 
Frankfurt am Main / Breslau, 24. November 1923. 
Die trauernden Hinterbliebenen."  

       
Zum 80. Geburtstag von Klara Wechsler geb. Rosenbaum (1924)  

Zell aM Israelit 31011924.jpg (45445 Byte)Aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1924: "Eine Achtzigerin: "Würzburg, 27. Januar (1924). Am Sabbat Paraschat Mischpatim (Schabbat mit der Toralesung Mischpatim, d.i. 2. Mose 21,1 - 24,18, das war Samstag, 2. Februar 1924) feiert Frau Klara Wechsler geb. Rosenbaum, ihren 80. Geburtstag. Sie entstammt der in weiten jüdischen Kreisen bekannten Familie Rosenbaum in Zell am Main und war dem früh heimgegangenen bekannten Rabbiner H. Wechsler - das Andenken an den Gerechten in zum Segen - in Schwabach und Höchberg treue und würdige Gattin. Möge der allbeliebten Matrone noch ein langer, ungetrübter Lebensabend beschieden sein. (Alles Gute) bis 120 Jahre."
Hierzu nach Angaben von Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden Bd. II S. 651: Klara Wechsler geb. Rosenbaum (geb. 1844 in Zell am Main als Tochter von Raphael Rosenbaum und seiner Frau Jette, gest. 13. Februar 1928 in Würzburg, beigesetzt neben ihrem Mann im Friedhof Höchberg), war verheiratet mit Heinrich (Hyle, Elchanan) Wechsler, Rabbiner in Schwabach, seit 1886 in Höchberg. Das Ehepaar hatte acht Kinder, von denen sieben in Schwabach, Rebekka in Höchberg geboren sind: Esther (geb. 1867, verh. mit dem Lehrer Julius Freudenberger). Salomon (geb. 1868, wurde Lehrer in Jerusalem), Benzion (geb. 1874, später Lehrer in Alzenau), Lea (geb. 1877, verh. Pollak), Sara (geb. 1878), Jakob (geb. 1882, Kantor in Mitterteich, Oberpfalz), Mirjam (geb. 1886), Rebekka (geb. 1888 in Höchberg).     

    
Zum Tod von Sella Seewald geb. Rosenbaum in Babenhausen (1925)

Babenhausen Israelit 19021925.jpg (182332 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1925: "Babenhausen, 3. Februar (1925). Nach langem, schweren Leiden hauchte am 23. Tewet (= 19. Januar 1925) mit dem scheidenden Sabbat Frau Sella Seewald ihre reine Seele aus. Der bekannten Familie Rosenbaum aus Zell in Bayern entstammend, war sie in den besten jüdischen Traditionen erzogen und fand in Meyer Seewald - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - den gleichgesinnten Lebensgefährten, dem sie als zweite Frau in treuer Liebe und mütterlicher Fürsorge für die verwaisten Kinder zur Seite stand. Nicht lange währte das selten harmonische Zusammensein mit ihrem Gatten, der ihr durch einen frühzeitigen Tod entrissen wurde. Trotzdem auf ihren Schulter die Mühen und Sorgen des Geschäftes lasteten, erzog sie ihre Kinder in geradezu vorbildlicher Weise zu echten treuen Jehudim, die sich sämtlich als solche im Leben betätigen. Sella Seewald hat gezeigt, wie mitten in einer kleinen jüdischen Landgemeinde, jüdische Energie und jüdisches Pflichtbewusstsein sich durchzusetzen vermag, und so wird ihr Leben weit über die Bedeutung des Einzelfalles hinaus gerade heute bei dem drohenden Verfall der jüdischen Landegemeinde richtunggebend und wegweisend dafür sein können, was das bewusst jüdische Wollen einer einzelnen Frau vermag. Unsere ganze Gemeinde verdankt ein gut Teil ihres noch altjüdischen Gepräges dem Hause Seewald. Ergreifend bekundete sich die allgemeine Teilnahme bei der am 25. Tewet (= 21. Januar 1925) stattfindenden Beerdigung, an welcher von Nah und Fern zahlreiche Freunde und Verwandte des Hauses zusammen mit fast sämtlichen Mitgliedern der jüdischen Ortsgemeinde und vielen Andersgläubigen der hoch betagten Greisin das letzte Geleite gaben. Worte des warmen Gedenkens und Dankes fanden namens der Familie die Herren Dr. Ehrmann aus Frankfurt a.M. und Herr A. Fröhlich aus Gelsenkirchen. Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Beisetzung im Familienbegräbnis in Schwabach statt. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."
Anmerkung: In Schwabach erfolgte sicher nicht die Beisetzung - der jüdische Friedhof der Schwabacher Gemeinde war in Georgensgmünd

   
Zum Tod von Klara Wechsler geb. Rosenbaum in Würzburg (1928)

Zell Israelit 08031928.jpg (281300 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1928: "Frau Rabbiner Clara Wechsler - sie ruhe in Frieden. Würzburg, 2. März (1928). Der 24. Schewat wurde zu einem großen Trauertag der Gemeinde Würzburg, denn es galt Abschied zu nehmen von einer Frau, die durch die Art ihrer Persönlichkeit an die große jüdische Vergangenheit erinnerte und durch Abstammung und Lebensschicksal mit den hervorragendsten Vertretern dieser vergangenen Epoche verbunden war. Frau Rabbiner Clara Wechsler hatte am Montag, 13. Februar die Augen geschlossen, und mit ihr war die letzte Tochter des bekannten Elijah Rafael Rosenbaum - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - aus Zell bei Würzburg und Enkelin des berühmten Rabbi Mendel Zell - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - (Rosenbaumn) von hinnen gegangen. 
An die Namen dieser Männer knüpft sich für den Kenner der Geschichte des bayerischen Judentums die Erinnerung an die großen Kämpfe der traditionstreuen Orthodoxie mit der damals einsetzenden radikalen Reformbewegung, und im Mittelpunkt dieser Kämpfe stand der Streit um das Würzburger Rabbinat. Es ist geschichtlich, dass R. Mendel Zell, durch den Einfluss seiner Persönlichkeit und die Tatkraft seiner heiligen Überzeugung die Berufung des Würzburger Raws, Rabbi S. B. Bamberger erreicht und damit im nördlichen Bayern auf Jahrzehnte hinaus das traditionelle Judentum gesichert hat. Es ist natürlich, dass eine Frau, die im Hause und in der Atmosphäre solch prominenter Vertreter der Gesetzestreue aufwuchs, schon in früher Jugend die unverlierbare Form und Prägung ihres jüdischen Wesens erfahren, der sie bis zum Ende ihrer Tage treu geblieben ist. Kein Wunder, dass sie einen Mann wie den unvergesslichen Rabbi Hyle - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - zu Schwabach und später Höchberg als Gatten erwählte und in ihm beglückt den Erben der gleichen Tradition wiederfand, die sie im Elternhause erlebt hatte. Von der Größe dieses Mannes, der literarisch zu Ehren der Tora wiederholt die Feder führte und sein ganzes Leben der Erziehung der jüdischen Jugend geweiht hatte, gibt uns folgende Tatsache Zeugnis, die vollkommen sein Wesen charakterisiert: 
...  (Abschnitt hier nicht wiedergegeben - bei Interesse links anklicken)
Bei dem Hinscheiden dieser wahrhaft jüdischen Frau zeigte sich in rührender Weise die Verehrung und Liebe, die sie in ihrem leben genossen hatte. Es war wohl die größte Teilnahme an der Beerdigung einer Frau, deren man sich seit Jahren in Würzburg erinnern konnte. Im Trauerhause nahm ihr Sohn, Oberlehrer Wechsler aus Alzenau in tief ergreifenden Worten Abschied von seiner geliebten Mutter. Er beschrieb ihren Werdegang, wie sie, gleich den Frauen unserer großen Talmudgelehrten einem geschäftlichen Beruf nachgegangen sei, damit ihr Mann sich ungestört dem Torastudium widmen könne und sie sie nach dem Tode des Vaters die 6 unversorgten Kinder allein erzogen und keinen Augenblick das Gottvertrauen verloren habe. Vom Trauerhause aus setzte sich dann der Trauerzug nach Höchberg in Bewegung. Am Grabe sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Hanover, der in bewegten Worten ein Lebensbild der Verblichenen entwarf. Nach dem Minjan im Sterbehause hielt der Schwiegersohn, Herr Nathan Pollack aus Berlin, einen tief ergreifenden Hesped (Trauerrede). 
Ein Stück Alt-Zell ist mit ihr unwiederbringlich verloren. Möge die jüngere Generation sich des jüdischen Geistes und der zielbewussten Tatkraft ihrer großen Ahnen stets bewusst sein. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."
     
Zell BayrGZ 15031928.jpg (79157 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. März 1928: "Würzburg. In hohem Alter verstarb hier Frau Klara Wechsler, Witwe des ehemaligen, unvergesslichen Lehrers der Präparandenschule Höchberg, Reb Hyle Wechsler. Frau Wechsler war eine Tochter des berühmten 'Reb Mendel' (Rosenbaum) in Zell bei Würzburg, eines ebenso frommen wie gelehrten Mannes, der durch seine Persönlichkeit wie durch seine Beziehungen zu den höchsten Stellen in der Zeit der Emanzipationskämpfe wiederholt bestimmend auf das Geschick der bayerischen Judenheit einzuwirken vermochte. Nach dem frühen Tode ihres Mannes verblieb der Heimgegangenen die Sorge um die zahlreiche Familie. Ihr felsenfestes Gottvertrauen und ein bis ins hohe Alter ihr treu gebliebener unverwüstlicher Humor halfen ihr über die Nöte des Lebens hinweg. Von der allgemeinen Hochachtung, die sie genoss, legt die starke Beteiligung bei ihrer Beerdigung, die auf dem Friedhofe in Höchberg stattfand, beredtes Zeugnis ab. Mit den Angehörigen und Bekannten werden auch die früheren 'Höchberger' (zu denen auch der Schriftleiter zählte) der so wackeren und lebenstüchtigen Frau ein dankbares Andenken bewahren."
  
Das Grab von Klara Wechsler im Friedhof Höchberg ist erhalten (Reihe 6 links) Nr. 4 nach der Dokumentation von  Naftali Bar-Giora Bamberger: Der jüdische Friedhof in Höchberg. Memorbuch. Schriften des Stadtarchivs Würzburg Heft 8 S. 158-159.

    
Zum Tod von Raphael Rosenbaum (1937 in Frankfurt)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. März 1937: "Raphael Rosenbaum - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -. Ein Mann von starken menschlichen und jüdischen Qualitäten, ein Freund der Tora und der Menschen, war Raphael Rosenbaum, der nach kurzer Krankheit dieser Tage von uns gegangen ist. Ein würdiger Enkel von Rabbi Mendel Rosenbaum - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - in Zell, führte er in Frankfurt mit Hilfe der gleichgearteten Gattin ein Haus, das eine Heimstätte für Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit war. Als sich der Siebziger in den letzten Jahren von seiner geschäftlichen Tätigkeit zurückzog, widmete er sich mit ganzer Kraft und mit der ganzen Glut seiner Seele dem Torastudium. So oft man zu ihm kam, fand man ihn bei dem offenen Folianten. Kein Gemoroschiur (sc. Talmud-Lernstunde), kein Lernvortrag, an dem Raphael Rosenbaum nicht teilnahm. Wo jüdische Menschen zur Pflege jüdischen Geistes und jüdischer Geselligkeit beisammen waren, sah man Raphael Rosenbaum in vorderster Reihe. Noch vor kurzem sahen wir Raphael Rosenbaum, strahlenden Antlitzes wie immer, beim großen Sijum des Schaß-(sc. Talmud)-Vereins, beim Morgenlernen des Mekor Chajim, bei den Sabbatvorträgen des Liwjath Chen, in der Schaß-Kippe und überall, wo sich ihm Gelegenheit zum Toraaustausch darbot. Ein kleiner Unfall riss ihn, wie wir glaubten, für einige Zeit aus unserer Mitte. Wir warteten auf sein Wiederkommen und begleiteten ihn am Taanit Esther auf dem Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft (sc. in Frankfurt) zur letzten Ruhe. Unsere Gemeinderabbiner schilderte an der Bahre die guten Eigenschaften und Tugenden des Heimgegangenen, besonders seine glühende Liebe zur Tora in beredten Worten. Sein Andenken wird bei uns fortleben. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Leben."    

        
        
Weitere Berichte 
Ein jüdischer Mann aus Berlin rettet einen Knaben vor dem Ertrinken (1895) 
  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Juli 1895: "Über die wackere Tat eines jungen Berliners wird berichtet: Der Sohn des Sanitätsrats Dr. Schwerin, des Vorsitzenden vom Berliner Handwerkerverein, hat am 12. Mai dieses Jahres bei Zell am Main einen Knaben vom Tode des Ertrinkens gerettet. Er dient in Würzburg als Einjährig-Freiwilliger und ihm ist jetzt für die 'mutvoll vollbrachte Rettung' die Rettungsmedaille am Band verliehen worden."    

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge          
    
Bei der Synagoge im "Judenhof" in Zell handelte es sich um einen Betsaal in einem erhaltenen Gebäude im Bereich des Judenhofes.        
   
   
Adresse/Standort der SynagogeJudenhof, Haus Nr. 189        
   
   
Fotos  

Historische Karte von Zell am Main
(Sammlung Hahn)
Zell aM Judenhof 180.jpg (113150 Byte) Zell aM Judenhof 181.jpg (96157 Byte)
    Die Karte wurde am 16. August 1898
 geschrieben und nach München verschickt
Der "Judenhof"
    

Historische Aufnahmen 
(Quelle: Bildband Markt Zell am Main s. Lit.; 
für den freundlichen Hinweis auf diese Quelle dankt AJ Joachim Braun, Würzburg)

 
Zell aM Rosenbaum 010.jpg (91528 Byte) Zell aM Rosenbaum 011.jpg (86150 Byte) Zell aM Rosenbaum 012.jpg (77703 Byte)
Kolonialwarenhandlung von Karl Stecher 
vor der Aufstockung des Gebäudes 1961.
 Das Geschäft wurde gegründet von 
Jonas Rosenbaum, einem Sohn von 
Rabbi Mendel Rosenbaum.
Der Judenhofbrunnen um 1935. 
Später trockengelegt und 
durch einen Grenzzaun geteilt.   
Der Mittelteil des Propsteigebäudes 
im Judenhof um 1955. Der reiche
 Akanthus-Schmuck um die
 "Muttergottesnische" blätterte durch 
die Brandeinwirkung 1945 ab und 
musste entfernt werden.
 
 
        
Neuere Fotos 
der Klosteranlage
Zell aM Kloster 101.jpg (34840 Byte) Zell aM Kloster 100.jpg (125053 Byte)
  Blick auf die Klosteranlage Blick auf das Propsteigebäude 
     
Im "Judenhof" im Sommer 2009 
(Fotos: Hahn; 
Aufnahmedatum 30.7.2009)
Zell am Main Judenhof 193.jpg (75460 Byte) Zell am Main Judenhof 196.jpg (78333 Byte)
  Hinweistafel  Eingang mit dem Gebäude Judenhof 1
     
    Zell am Main Judenhof 194.jpg (83741 Byte) Zell am Main Judenhof 195.jpg (109261 Byte)
  Blick über den "Judenhof" auf die
 ehemaligen Klostergebäude
Der "Judenhofbrunnen"
   

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    

2007/2008: Eine Restaurierung und neue Nutzung des Judenhofes in Zell ist geplant
Zell PA 2008008.jpg (193064 Byte) Zell PA 2008009.jpg (113767 Byte) Zell PA 2008007.jpg (220964 Byte)
Artikel "Deutschlandweit einzigartig - Jüdische Laubhütte im 
Zeller Judenhof soll Dokumentationszentrum werden" in: 
Main-Post Nr. 101 (2007)vom 3.5.2007  
Artikel: "Der Judenhof im Mittelpunkt. Restaurator 
wird geschichtsträchtiges Haus und seine Geschichte
 untersuchen". In: Main-Post Nr. 142 (2008) vom 20.6.2008  
   
Ergänzende Mitteilung der Main-Post zum Artikel vom 20.6.2008: Die restauratorische Untersuchung am Judenhof 1 in Zell ist bereits abgeschlossen. Laut Aussage des Landesamtes für Denkmalpflege stehe einer Nutzung als Kinderkrippe nichts im Wege, so Zells Bürgermeisterin Anita Feuerbach. Der Judenhof 1 wurde von der Gemeinde noch unter Bürgermeister Franz Nagelstutz gekauft, das Anwesen Hauptstraße 124 unter ihrer Amtszeit.  
  
September 2008: Bericht von den Führungen am "Tag des Denkmals" 2008 (14. September 2008 - Bericht übersandt von Joachim Braun, Würzburg)
Zell PA 15092008.jpg (187746 Byte)Bericht von Jochen Feldle in der "Main-Post" vom 15. September 2008: "Historische Graffitis in jüdischer Schule. Führungen am Denkmaltag: Jagdhaus in Waldbrunn, Judenhof in Zell, Winzerhof in Thüngersheim. 
Region Würzburg.
Um eindrucksvolle Denkmäler und ehrwürdige Bauten zu sehen, muss man keine weite Reise auf sich nehmen, im Landkreis liegen sie direkt vor der Haustüre. Am Tag des offenen Denkmals wurden zahlreiche Führungen angeboten und manch Denkmal, das für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich ist, öffnete seine Tore. (nach Bericht aus Waldbrunn:) Im einige Kilometer entfernten Zell am Main startet Restaurateur Edgar Hartmann zur gleichen Zeit seine erste Führung durch den leerstehenden 'Judenhof'. Im Frühjahr 2009 hatte er von der Gemeinde Zell den Auftrag erhalten, das Gebäude zu untersuchen. An mehreren Stelle hatte er mühevoll Schicht für Schicht von den Wänden abgetragen und erstaunliche Funde zu Tage gebracht. Viele Laiengemälde zieren die Wände des Gebäudes. 'Auf manchen sind sogar Jahreszahlen vermerkt, ein wahrer Glücksfall', freut sich Hartmann über die 'historischen Graffitis'. So konnte er das Baujahr exakt auf 1607 datieren. Zwischen dem frühen 17. und Anfang des 19. Jahrhunderts war in dem Anwesen der Propsteihof und die Wirtschaftsräume des Unterzeller Frauenstiftes der Prämonstratenser untergebracht. Außerdem lebte der bekannte jüdische Händler und Gelehrte Mendel Rosenbaum ab 1822 in dem Haus und betrieb mit zwei seiner Söhne eine Talmud-Tora-Schule. Bis etwa 1908 wurde das Haus von jüdischen Familien bewohnt. Seit dieser Zeit ist der ehemalige Propsteihof als 'Judenhof' bekannt." 
 
September 2009: Eine Kinderkrippe im "Judenhof" ist bei den Anwohnern nicht erwünscht   
Zell Judenhof 140909.jpg (229369 Byte)Artikel in der "Mainpost" vom 14. September 2009:  "ZELL. Anwohner empört: "Wir werden nicht ernst genommen"
Nachbarn und Hauseigentümer in unmittelbarer Nähe des Anwesens Judenhof 1 fordern gehört zu werden. 

"Die Nachbarschaft fühlt sich wie Luft behandelt, als ob sie gar nicht existent wäre." Diesen Vorwurf haben Nachbarn und Hauseigentümer in unmittelbarer Nähe des Anwesens Judenhof 1 gegen die Verwaltung der Marktgemeinde Zell erhoben. Sie haben deshalb eigenen Angaben zufolge formell einen Antrag auf eine dringliche Anhörung gestellt, um ihre Bedenken bei der nächsten Gemeinderatssitzung (am Dienstag) äußern zu können. Nach einem Beschluss des Gemeinderats soll das Hauptgebäude in eine Kinderkrippe umgestaltet werden. Die Anwohner sind verärgert darüber, dass ihre vorher vorgebrachten Bedenken nicht durch geeignete Maßnahmen bei der Baugestaltung berücksichtigt worden seien, sagen Benedikt Neumann und Wolfgang Lingenfelder. Außerdem sei ihr Informationsbegehren lange ignoriert worden. In einer Presseerklärung werfen Neumann und Lingenfelder der Verwaltung fehlenden politischen Willen vor. Und dieser Eindruck hat sich offenbar im Gespräch mit Bürgermeisterin Anita Feuerbach im Juli verstärkt. Da hätten die Nachbarn die zu erwartende Einschränkung der Wohnqualität betroffener Anwohner angesprochen, so Neumann.
Standort "äußerst bedenklich". Dabei sei auch der Standort für die Kinderkrippe als "äußerst bedenklich" eingestuft worden. Die vorgesehene Spielwiese mit dem "Charme eines Hinterhofs" werde an mehreren Seiten unmittelbar von Mauern der Nachbargrundstücke begrenzt. Dadurch seien Probleme programmiert. Hinzu komme, dass die "Klientel" einer Kinderkrippe nicht im engen Altortbereich wohne.
Im Bezug auf die zu erwartende Lärmbelastung soll die Bürgermeisterin gesagt haben: Man könnte auch eine Schreinerei im Hauptgebäude unterbringen. Abgesehen davon, dass der Vergleich hinke, "zeigt dieses Beispiel, dass sie unser Anliegen nicht ernst nimmt", bemängelt Neumann. Im Zuge der Umgestaltung soll der Notausgang zur Hauptstraße hin angebracht werden. Dadurch würden Parkplätze wegfallen, befürchten die Anwohner. "Es ist nicht nur ein Parkplatz, wie Frau Feuerbach es uns verkaufen wollte, sondern es sind gleich drei", meint Neumann. Auch das Gefahrenpotenzial dieser unübersichtlichen Einmündung dürfe nicht unterschätzt werden. Im Judenhof fehle eine praktikable Wendefläche. Im Umfeld des geplanten Standorts sei das Bringen und Holen der Kinder also "sehr unpraktisch". Im Haus Judenhof 1 soll Platz für zwei Kleinkindergruppen mit je zwölf Kindern geschaffen werden. Aufgrund baulicher Gegebenheiten werden die Gruppen auf zwei Stockwerke verteilt. Mehr Platz für eine eventuelle, künftige Erweiterung ist augenscheinlich nicht mehr vorhanden. Im Hinblick auf das Gesamtkonzept fragen sich die Anwohner, ob der Zeller Gemeinderat Steuergelder und dringend erhoffte Chancen verschenkt. Gewiss benötigten Kinder und Eltern dringend Betreuungsangebote in Zell. Es stelle sich allerdings die Frage, ob die Mehrheit des Zeller Gemeinderates die bestmögliche Betreuung von Kleinkindern oder eher die kommerzielle Nutzung eines, so von ihm empfundenen und bewerteten, Fehlkaufs im Fokus habe.
Neubau statt Umbau. Von den Entscheidungsträgern fordern sie daher Umsicht. Diese sei nun geboten und nicht die vehemente und parteitaktische Profilierung, die im bisherigen Diskussionsverlauf zu beobachten gewesen sei. "Die gute Wahl eines Standorts für wichtige und dringende Betreuungsangebote in der Gemeinde könnte sonst auf lange Zeit verspielt werden – zu einem hohen kulturellen und wirtschaftlichen Preis." Wenn schon nach heutigen Planungen und Schätzungen über 600 000 Euro für den Umbau ausgegeben werden sollen, müsse die Frage gestellt werden, ob eine solche Summe nicht zweckmäßiger in einen kindergerechteren, zukunftsorientierten Neubau investiert werden sollte. Diese erheblichen finanziellen Mittel für einen Umbau könnten sich leicht als Fehlinvestition erweisen, heißt es in der Erklärung weiter. Dem Antrag der Anwohner auf eine dringliche Anhörung wurde laut Neumann mit dem Hinweis nicht entsprochen, dass er zu spät gestellt worden sei. "Sachlich kann das nicht stimmen, da wir ja erst im Juli die aktuellen Bauanträge sehen konnten."  
   
Zell Judenhof 150909.jpg (71597 Byte)Weiterer Artikel in der "Mainpost" vom 15. September 2009: "'Die Krippe bietet viele Vorteile'. 
Bürgermeisterin zur Planung im Judenhof.
   Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.    
 
Januar 2010: Für die Einrichtung einer "Informationsstätte zur Geschichte und Kultur der Juden in Zell" werden Zuschussanträge gestellt 
Zell Main PA 2010003.jpg (125931 Byte)Artikel in der "Mainpost" vom 2. Februar 2010: "Zuschüsse für die Zeller Laubhütte. Schätzungen übersteigen das Budget der Gemeinde...Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken 
 
Mai 2010: Kostenvoranschläge für die Einrichtung eines Museums im "Judenhof" sollen eingeholt werden
Zell am Main PA 201005a.jpg (531490 Byte)Artikel in der "Main-Post" vom 9. Mai 2010 (Artikel): "ZELL - Museum im Judenhof in Zell?
Gemeinderat tut sich schwer mit der künftigen Nutzung des Anwesen und der Laubhütte. 

An Ideen hat es nicht gemangelt. Eine Kinderkrippe wollte die Gemeinde zuletzt in dem Hauptgebäude unterbringen, doch das Vorhaben wurde wegen hoher Umbaukosten im vergangenen Oktober gekippt. Seitdem ist es still geworden um das Anwesen Judenhof 1. Doch nun soll etwas geschehen: Als erstes sollen Kostenvoranschläge eingeholt werden.
Die Diskussion über die künftige Nutzung des Anwesens hat der Freundeskreis der Zeller Laubhütte ins Rollen gebracht. Dieser hat Vorschläge gemacht, die die Zeller Mitte als Grundlage für ihren Antrag in den Gemeinderat einbrachte. Während sich die Gemeinderäte der SPD und der Zeller Mitte für die Idee begeisterten, reagierten ihre Kollegen in der CSU-Fraktion mit Bürgermeisterin Anita Feuerbach zurückhaltend.
Der Freundeskreis um die Vorsitzende Annette Taigel hat angeregt, im Erdgeschoss des Hauptgebäudes ein Museum beziehungsweise eine Dokumentationsstätte Laubhütte einzurichten. Der Freundeskreis ist davon überzeugt, die Gemeinde könne dadurch Geld einsparen, da die geplanten Anbauten an die Laubhütte (Räume für Toiletten, eine Garderobe und einen Aufenthaltsraum) entfallen würden. Für den Besucher der Laubhütte bliebe somit der Einblick in die weitgehend originale gewachsene Baustruktur erhalten.
Im Obergeschoss schlägt der Freundeskreis eine multifunktionale Nutzung vor, die mit geringerem Aufwand verwirklicht werden könnte. Die im Antrag enthaltenen Vorschläge könnten nur mit großem finanziellen Aufwand für die Gemeinde realisiert werden, gab Elisabeth Reinhart von der CSU/Freie Zeller Bürger zu bedenken. Ihre Fraktion tue sich deshalb schwer, dem Antrag zuzustimmen.
Reinhart erinnerte daran, dass der Gemeinderat die geplante Unterbringung der Kinderkrippe wegen hoher Kosten gekippt habe – und dies, obwohl Mieteinnahmen und Zuschüsse möglich gewesen wären. Außerdem stünden in Zell genügend Räume zur Verfügung, die Vereine nutzen könnten. Sie verwies dabei auf das Bürgerhaus 'Zur Rose'.
Auch Reinharts Fraktionskollegen Thorsten Borbe und Thomas Porzner argumentierten ähnlich. Ihrer Meinung nach würde das Verhältnis von Kosten und Nutzen den Aufwand nicht rechtfertigen. Im Raum stand auch die Frage, ob Zell sich mit einem solchen Vorhaben nicht übernähme. Man solle alles auf kleiner Flamme kochen und nicht so viel Geld für die zu erwartenden wenigen Besucher ausgeben, meinte Porzner.
Roland Breunig von der Zeller Mitte/Freie Wähler entgegnete, wenn man über Kultur so denke, dann brauche man die Diskussion nicht fortzusetzen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten auf einem bescheidenen Niveau kostengünstig realisiert werden, betonte Breunig, der von Beruf Architekt ist.
Rudolf Schmitt von der SPD-Wählergemeinschaft warnte davor, das Anwesen vergammeln zu lassen. Er wies darauf hin, dass das Haus seinerzeit nicht gekauft wurde, um darin eine Kinderkrippe einzurichten, sondern weil es ein 'wertvolles Kulturgut' sei.
Drastisch formulierte er: 'Wir sollen den Antrag ernst nehmen. Denn wenn wir nichts machen, geht das Haus vor die Hunde.' Überhaupt wäre das Gebäude ein besser geeigneter Ort für Ausstellungen als das Bürgerhaus. Gegen die Auffassung, die Gemeinde würde das Gebäude verkommen lassen, verwahrte sich Bürgermeisterin Feuerbach.
Nach eineinhalb Stunden wurde die Beratung vertagt. Zunächst soll ein Konzept mit Kostenvoranschlägen eingeholt werden." 
   
November 2010: Aktuelles zur Restaurierung der Laubhütte    
Aus einer E-Mail von Annette Taigel vom 12. November 2010: "Am vergangenen Mittwoch war ich in der Rosenbaumschen Laubhütte, weil dort die Bauuntersuchung einen Schritt vorangekommen ist: Der beauftragte Bauforscher Dr. Wiesner und der Restaurator Edgar Hartmann haben über zwanzig Einzelteile der Dachkonstruktion der Zeller Sukka unter dem Dach der Sukka geborgen und versucht, diese zusammen zu setzen (siehe Fotos unten). Die teilweise morschen Balken waren recht sorgfältig auf dem dichten Laub des Lattenrostes abgelegt worden. Herr Hartmann fand auch Weidenringe, mit denen vermutlich die Feststräuße zusammengebunden waren. 
Wir spekulieren jetzt natürlich um so mehr darüber, wer denn eigentlich dafür gesorgt hat, dass die Zeller Laubhütte die lange Zeit von über 100 Jahren überdauert hat: War es die Familie Wolff, die als letzte jüdische Familie in dem Anwesen Judenhof 1 gewohnt hat? War es der erste nichtjüdische Besitzer, dessen Namen wir immer noch nicht kennen? Hatte dieser vielleicht gute Kontakte zu den Wolffs oder Goldschmidts, so dass er die Erinnerung an die Rosenbaumsche Laubhütte bewahren wollte? War es Respekt? Oder einfach Bequemlichkeit?
Einerlei, es wäre schön, wenn die Rosenbaumsche Laubhütte rekonstruiert und öffentlich zugänglich gemacht werden könnte"    
Zell Laubhuette 112010a.jpg (80222 Byte) Zell Laubhuette 112010b.jpg (77981 Byte) Zell Laubhuette 112010c.jpg (89282 Byte) Zell Laubhuette 112010d.jpg (81780 Byte) Zell Laubhuette 112010e.jpg (60918 Byte)

Oben: Bemühungen um die Restaurierung der Zeller Laubhütte (Fotos von Annette Taigel)   

             
Mai 2011: Entscheidung des Zeller Gemeinderates und Stellungnahme des Freundeskreises der Zeller Laubhütte
Artikel von Gideon Zoryiku in der "Main-Post" vom 26. Mai 2011 (Artikel): "ZELL. Lösung für den Judenhof in Sicht 
Wohngebäude soll aus Ensemble herausgetrennt und einzeln verkauft werden Für die Nutzung des Hauptgebäudes des Anwesens Judenhof 1 scheint sich offenbar eine Lösung abzuzeichnen. Nach einem Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat sollen die dazu gehörende Laubhütte und die Garage aus dem Grundstück herausgetrennt und das Wohnhaus verkauft werden. Einen Kaufinteressenten gebe es bereits, teilte Bürgermeisterin Anita Feuerbach mit. Allerdings sind nicht alle in dem Gremium von der Idee begeistert.
Über kein Wohnhaus in Zell wurde in den letzten Jahren so kontrovers und heftig diskutiert wie über das Anwesen Judenhof 1. Zuhauf waren Ideen und Vorschläge zur Nutzung des denkmalgeschützten Hauses, das einst der bekannten jüdischen Familie Mendel Rosenbaum gehört hatte, in den Gemeinderat eingebracht, beschlossen und immer wieder verworfen worden.
Zuletzt wollte die Gemeinde in dem Hauptgebäude eine Kinderkrippe unterbringen, doch auch dieses Vorhaben scheiterte an hohen Umbaukosten. Auch die Anregung des Freundeskreises Laubhütte, ein Museum beziehungsweise eine Dokumentationsstätte Laubhütte im Erdgeschoss unterzubringen und das Obergeschoss multifunktional zu nutzen, wurde wegen fehlenden Konzepts und fehlender Kostenvoranschläge nicht weiter verfolgt.
Kleine Lösung. Umso überraschender war für manch einen der Vorschlag der Verwaltung, die Laubhütte und die Garage aus dem gesamten Grundstück herauszutrennen und das Hauptgebäude zu verkaufen. Bürgermeisterin Feuerbach berief sich dabei auf Experten, die das Anwesen untersucht hatten und auf einen Abschlussbericht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Demnach sei eine 'kleine Lösung' vorstellbar. Damit ist gemeint, die Laubhütte wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen und zu erhalten. Zugleich teilte Feuerbach mit, dass ein konkreter Kaufantrag für das Haus vorliege. Ein Teil des Verkaufserlöses könnte dann für die Einrichtung der geplanten Informationsstätte Laubhütte mit eigenem Eingang verwendet werden.
Noch kein Konzept. Die Vorgehensweise stößt nicht überall auf Verständnis. 'Ich halte es für falsch, das Wohnhaus oder Teile des Anwesens zu verkaufen, solange noch kein endgültiges Konzept für die Laubhütte steht', kritisierte Birgit Kunz (Zeller Mitte). Denn man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, welche Flächen man vom Grundstück tatsächlich benötige oder wie hoch der Kostenunterschied zwischen der sogenannten 'kleinen' (nur Laubhütte mit Neubau Eingangspavillon) und der 'großen' Lösung sein werde. Ihrer Meinung nach hätte die 'große' Lösung unter Einbeziehung des Wohnhauses einen Sinn gehabt. 'Ein mit überschaubarem Aufwand denkmalgerecht saniertes 'Mendel Rosenbaum Haus' hätte zusammen mit dem Bauvorhaben Hospiz der Petronella-Bausenwein-Stiftung eine Initialzündung für den Bereich des ehemaligen Klosters Unterzell sein können', so Kunz weiter.
Ihr Fraktionskollege Richard Wagner erinnerte daran, dass in dem erwähnten Abschlussbericht die Rede von der 'einmaligen Bedeutung der Laubhütte in ganz Deutschland' gewesen sei und dass ein für 'beide Gebäude (Judenhof 1 und Laubhütte) verträgliches Nutzungskonzept' gefunden werden müsse. Insofern mache es überhaupt 'keinen vernünftigen Sinn', das Gebäude oder Grundstücksteile jetzt zu verkaufen, wenn noch gar kein Nutzungskonzept vorliege.
Für die Fraktionen der CSU/Freie Zeller Bürger und der SPD-Wählergemeinschaft ist die Sache ganz klar. Man könne sich vorstellen, das Wohnhaus von der Laubhütte zu trennen, sagte Ralf Geisler (CSU). Seine Kollegin Elisabeth Reinhart ergänzte, für sie seien das Hauptgebäude und die Laubhütte zwei verschiedene Sachen.
Rudolf Schmitt (SPD) plädierte dafür, die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Denn man werde nie erleben, dass Kaufinteressenten Schlange für das Gebäude stünden. Je länger das Haus leer stehe, desto mehr Kosten verursache es. Gegen die Stimmen der Fraktion der Zeller Mitte wurde beschlossen, das Wohngebäude zu verkaufen."
   
Text der Presseerklärung des "Freundeskreises Zeller Laubhütte" vom 30. Mai 2011: "Stellungnahme
Der 'Freundeskreis der Zeller Laubhütte' bedauert die Entscheidung des Zeller Gemeinderates, das Wohnhaus mit dem gewölbten Keller und dem dazugehörigen Garten aus dem alten gewachsenen Ensemble Judenhof 1 herauszutrennen und zum Verkauf anzubieten. 
Zwar wissen wir es zu schätzen, dass der Gemeinderat nun endlich beschlossen hat, die Laubhütte der kleinen jüdischen Gemeinde um den legendären Reb Mendel Rosenbaum (1783-1868) zu erhalten und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Doch es würde dem großen Platz an dieser Ecke gut zu Gesicht stehen, wenn die Marktgemeinde weiterhin nach einer sinnvollen öffentlichen Nutzung und ansprechenden Gestaltung des übrigens insgesamt eher kleinen Ensembles Judenhof 1 suchen würde, anstatt das Anwesen weiterhin zu zerstückeln und zu privatisieren. Der 'Freundeskreis' hat hier konkrete Vorschläge gemacht.
Mit dem Erhalt dieses Ensembles Judenhof 1 (Wohnhaus, Keller, Garten, Laubhütte) könnte die Gemeinde Zell a. Main ein weiteres bauhistorisches Juwel im Zeller Altort retten. Sie würde damit in ihrem Bemühen einen Schreit weiter kommen, Zell a. Main nicht nur zu einer kostengünstigen Wohngemeinde für Pendler zu machen, sondern eine attraktive Infrastruktur aufzubauen, die geschichtsträchtige Gebäude, zum Verweilen einladende Plätze und kleine Spezial- Museen ebenso beinhaltet wie Kanalisation, Straßenbeläge, erschlossene Bauplätze und Einkaufsmöglichkeiten. 
Für den 'Freundeskreis der Zeller Laubhütte': Annette Taigel." 
 
Juni 2011: Erklärung der Bürgermeisterin und des Stellvertreters gegen erhobene Vorwürfe   
Artikel von Gideon Zoryiku in der "Main-Post" vom 14. Juni 2011 (Artikel): "ZELL. Empörung in der Zeller Chefetage 
Streit um das Anwesen Judenhof 1: Bürgermeisterin Feuerbach und Stellvertreter Antretter weisen Vorwürfe zurück 

Bürgermeisterin Anita Feuerbach und ihre Stellvertreter sind über die massiven Vorwürfe in dem Artikel 'Verkauf im Judenhof ein fatales Signal' empört. Bei einem Gespräch im Zeller Rathaus keilten sie zurück. Falsche Anschuldigungen ließen die Gemeinde in ein schlechtes Licht geraten. Ihren Kritikern werfen sie eine 'sentimentale und geschönte Vorstellung' von diesem Anwesen vor.
In dem Anwesen Judenhof 1 lebte einst die jüdische Familie von Mendel Rosenbaum. Wie es in einer Stellungnahme der Gemeinde heißt, wurde das Gebäude 220 Jahre profan-christlich, 80 Jahre profan-jüdisch und auf 100 Jahre bürgerlich genutzt. Es sei eines von rund 70 Privathäusern in Zell, die auf der Denkmalschutzliste stehen.
Vor wenigen Wochen hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, die zum Anwesen gehörende Laubhütte und die Garage aus dem Grundstück herauszutrennen und das Wohnhaus zu verkaufen. Die Laubhütte will die Gemeinde wegen derer Geschichtsträchtigkeit zu einer Informationsstätte ausbauen. Dieses profan-jüdische Denkmal sei – im Gegensatz zum Hauptgebäude – wegen seines 'überregionalen Alleinstellungsmerkmals von großer kulturhistorischer Bedeutung', so Bürgermeisterin Anita Feuerbach und ihr Stellvertreter Lenz Antretter.
Für den Bürger Norbert Herrmann und den 'Freundeskreis der Zeller Laubhütte' um Annette Taigel ist das zu wenig. Sie haben deshalb in dem genannten Artikel der Bürgermeisterin und der Mehrheit des Gemeinderates 'Kulturlosigkeit und mangelndes Geschichtsbewusstsein' vorgeworfen.
'Wir sind über diese massiven Vorwürfe entrüstet', sagte Feuerbach. Für den zweiten Bürgermeister Lenz Antretter ist das 'eine Beleidigung des Gemeinderats'. Die Argumente 'dieser Minderheit' entbehrten jeglicher Grundlage. Man habe verantwortungsbewusst gehandelt. 'Deshalb trifft uns dieser Vorwurf', so Antretter.
Das Haus sei vermutlich das am besten untersuchte Gebäude in Zell. Für restauratorische, statische und archäologische Befunduntersuchungen habe die Gemeinde bisher rund 17 000 Euro ausgegeben, heißt es in einer Stellungnahme weiter. Das gesamte Anwesen (Haupthaus und Nebengebäude) sei 2007 von der Gemeinde gekauft worden, weil die Experten der ersten Stunde bedeutende Judaika – zum Beispiel eine Mikwe – dort vermutet hätten.
Bei den Untersuchungen seien nicht einmal unbedeutende Dinge gefunden worden, auch keine Mikwe. 'Das heißt, es gibt nichts Besonderes anzuschauen und nichts auszustellen.' Diese Einschätzung durch den Gemeinderat stütze sich auf Gutachten überörtlicher Experten wie das Landesamt für Denkmalpflege, die Landesstelle für nicht-staatliche, auch jüdische Museen sowie Restauratoren und Bauforscher. Sie alle hätten der Gemeinde von einer musealen oder ähnlichen Nutzung abgeraten.
Unter diesen Umständen habe es die überwältigende Mehrheit des Gemeinderats für unverantwortlich gehalten, das Haus weiterhin für viel Geld zu unterhalten oder gar für noch mehr Geld zu renovieren. Gegen diese Entscheidung votierte die Fraktion der Zeller Mitte.
Bürgermeisterin Feuerbach und ihr Stellvertreter Antretter widersprechen der Auffassung, dass das Wohnhaus von großer historischer Bedeutung sei. 'Eine sentimentale, geschönte Vorstellung von dem Haus Judenhof 1 hilft uns nicht weiter.' Wer von der Vergangenheit ein falsches Bild habe, dem dürfe man die Zukunft nicht anvertrauen.
Auch die Gemeinderäte der Zeller Mitte bekamen ihr Fett weg. Sie hätten häufig unrealistische Wünsche und Forderungen, die ein verantwortungsbewusstes Gremium nicht erfüllen könne, meint Antretter."  
  
Juni 2011: Erklärung des "Freundeskreises" zur Entscheidung des Zeller Gemeinderates   
"Der 'Freundeskreis der Zeller Laubhütte' bedauert die Entscheidung des Zeller Gemeinderates, das Wohnhaus mit dem gewölbten Keller und dem dazugehörigen hübschen Garten aus dem alten gewachsenen Ensemble Judenhof 1 herauszutrennen und zum Verkauf anzubieten. 
Zwar wissen wir es zu schätzen, dass der Gemeinderat nun endlich beschlossen hat, die Laubhütte der kleinen jüdischen Gemeinde um den legendären Reb Mendel Rosenbaum (1783-1868) zu erhalten und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Doch es würde dem großen Platz an dieser Ecke gut zu Gesicht stehen, wenn die Marktgemeinde weiterhin nach einer sinnvollen öffentlichen Nutzung und ansprechenden Gestaltung des übrigens insgesamt eher kleinen Ensembles Judenhof 1 suchen würde, anstatt das Anwesen weiterhin zu zerstückeln und zu privatisieren. Der 'Freundeskreis' hat hier konkrete Vorschläge gemacht.
Mit dem Erhalt dieses Ensembles Judenhof 1 (Wohnhaus, Keller, Garten, Laubhütte) könnte die Gemeinde Zell a. Main ein weiteres bauhistorisches Juwel im Zeller Altort retten. Sie würde damit in ihrem Bemühen einen Schreit weiter kommen, Zell a. Main nicht nur zu einer kostengünstigen Wohngemeinde für Pendler zu machen, sondern eine attraktive Infrastruktur aufzubauen, die geschichtsträchtige Gebäude, zum Verweilen einladende Plätze und kleine Spezial- Museen ebenso beinhaltet wie Kanalisation, Straßenbeläge, erschlossene Bauplätze und Einkaufsmöglichkeiten.
30. Juni 2011. Für den 'Freundeskreis der Zeller Laubhütte': Annette Taigel." 
 

   

Stand Juli 2011:   Die Rosenbaum'sche Laubhütte bleibt in Gemeindehand und wird als eine Art begehbares Exponat mit Erklärungen versehen und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jedoch ist das ehemalige Wohnhaus Judenhof 1, d.h. das ehemalige Wohnhaus des Mendel Rosenbaum mit seinen historischen Spuren zur Unterzeller Klostergeschichte und zur Geschichte des Reb Mendel Zell ist zu verkaufen. Besonders wünschenswert ist nach Angaben des "Freundeskreises der Zeller Laubhütte", wenn das Ensemble Wohnhaus, Garten, Keller, Laubhütte als Ganzes und damit der alte Zugang zu der Laubhütte erhalten werden könnte. Auch ein Käufer, der das ehemalige Wohnhaus des Mendel Rosenbaum mit seinen historischen Spuren zur Unterzeller Klostergeschichte als halböffentlichen Raum (z.B. als Galerie, Künstleratelier, Praxis, Büroräume) nutzt, ist sehr willkommen. 
Bitte wenden Sie sich bei Interesse an diesem Objekt an die Marktgemeinde (Tel. 0931/4687811 - Vorzimmer Bürgermeisterin Feuerbach)   
    
Hinweis auf die Arbeit des "Freundeskreises der Zeller Laubhütte". 

Dieser Freundeskreis hat sich als loser Zusammenschluss von Interessierten im Anschluss an einen öffentlichen Vortrag von Annette Taigel M.A. im November 2008 über "Mendel Rosenbaum (1782-1868) und der 'Judenhof' in Zell a. Main" gebildet. Dem Freundeskreis gehören derzeit 15 Personen an, vor allem aus Zell, aber auch aus Israel, den USA und aus Niederbayern.    
Ziel des Vereins ist, das seitens der Gemeinde Zell a. Main geplante Vorhaben, in dem historisch wertvollen Anwesen Judenhof 1 eine Kinderkrippe sowie in der dort erhaltenen Laubhütte eine Art Dokumentationsstätte unterzubringen, informell zu begleiten. Der Freundeskreis bemüht sich dabei um Informationen zum Verlauf des Projektes aus erster Hand und versucht gleichzeitig, eigene Ideen im Blick auf die Umsetzung des Projekt zu äußern. Der Freundeskreis setzt sich dafür ein, dass die "Dokumentationsstätte Laubhütte" nicht nicht nur die Laubhütte zum Thema hat, sondern auch die wirtschaftlichen, sozialen und nicht zuletzt religiösen und politischen Bemühungen des Mendel Rosenbaum und seiner Familie in Zell, die über Zell und Unterfranken hinaus exemplarisch Einsichten in die Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts freigeben. 
Der Freundeskreis steht jedem Interessierten offen. Interessenten könnten sich mit Annette Taigel M.A. in Verbindung setzen (E-Mail).  

     

Links und Literatur   

Links:  

Website der Gemeinde Zell am Main, hier auch ein Heft zur Vorstellung des Ortes mit Hinweisen auf den "Judenhof und Familie Rosenbaum (pdf-Datei)  
Website http://zellerlaubhuette.de/wordpress/  
Lazarus Henoch  = Henry L. Eisen, geb. 1840, heiratete am 16. Juni 1875 Rechal Rosenbaum aus Zell bei Würzburg. Das Ehepaar wandert nach Milwaukee WI aus und dort werden die drei Kinder geboren: weitere Informationen auf einer Seite der Stephani-Volksschule Gunzenhausen  
Exemplarische Wirkungsgeschichte des Reb Mendel Rosenbaum siehe im Bericht zu Reb Mosche Sonn in Schweinshaupten (interner Link) 
Genealogie mit Nachkommen des  Rosenbaum, Isak Loeb (geb. 1842 in Zell am Main, gest. 1898 in Memmingen)   Link  
Emil Weigand: Markt Zell am Main - Bilderchronik. Hg. von der Gemeinde Zell am Main 1991.  
Zur Geschichte des Oberzeller Klosters und der Versöhnungskirche in Zell am Main (Seite der dortigen evangelischen Kirchengemeinde)   

Literatur:  

Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 139.  Informationen online  
Roland Flade:  Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Würzburg 1987. 
Berthold Strauss: The Rosenbaums of Zell. London 1962.  
Hans-Christof Haas: Eine Laubhütte im Wirtschaftshof des Klosters Unterzell. Die Sukka der Gelehrtenfamilie Rosenbaum in Zell am Main. In: Denkmalpflege Information. Hrsg.: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. Ausgabe Nr. 149 Juli 2011 S. 23-25. Online zugänglich (pdf-Datei).    

   

                    
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge 
(in Unterfranken)

          

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 21. Februar 2015