Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Allgemeine Berichte zum jüdischen Leben in der Kurstadt zwischen 1860 und 1938 
Zur Geschichte der Kultusbeamten - aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben - zu einzelnen Personen der Gemeinde und Kurgästen (diese Seite)   
Zur Geschichte des Rabbinates / Bezirksrabbinates in Bad Kissingen  
Zur Geschichte jüdischer Einrichtungen in Bad Kissingen: Israelitische Kinderheilstätte und Israelitisches Kurhospiz  
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Bad Kissingen (Kreisstadt)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte Bad Kissingens 
Kultusbeamte - Gemeinde- und Vereinsleben - Berichte zu einzelnen Personen

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bad Kissingen wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt.  

  
Übersicht:

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und weiterer Kultusbeamten   
-  Ausschreibung der Vorsängerstelle (1867)  
-  Ausschreibung der Stelle des Schochet (1870) 
A
usschreibung der Religionslehrer- und Vorsängerstelle (1873)      
-  Anzeige von Lehrer Ehrenreich (1876)   
-  Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Vorsängers (1892)  
-  Dienstanweisung für einen israelitischen Lehrer im Bezirk unter Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1903) 
-  Lehrer Ludwig Steinberger verlässt die Gemeinde (1912) 
-  Ausschreibung der Stelle des Schochet, Hilfsvorbeters und Synagogendieners (1920)    
-  4. Mitgliederversammlung des Schochtimverbandes Bayern in Bad Kissingen (1929) 
-  Bericht des Kissinger Schochet Gustav Neustädter über die Arbeit des 1930 gegründeten "Reichsverbandes der Schochtim" (1931)  
-  Bezirkslehrerkonferenz in Bad Kissingen (1932)   
-  Lehrer Ludwig Steinberger verlässt Bad Kissingen (1937)   
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
-  Feier zum 100. Geburtstag des Wohltäters Sir Moses Montefiori in Bad Kissingen (1884)   
-  Der Regierungspräsident erhält zu seiner silbernen Hochzeit einen Pokal der Israelitischen Gemeinde (1894)  
-  Kritik an Plänen für das städtische Schlachthaus wegen der Beeinträchtigung jüdischer Einrichtungen (1896)  
-  50-jähriges Jubiläum der Israelitischen Wohltätigkeitsvereine (1910)  
-  Trauerfeier zum Tod von Reichspräsident von Hindenburg (1934)  
-  75. Jahrestag der Gründung des Wohltätigkeitsvereins (1935)  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde und zu einzelnen Kurgästen      
-  Moses Herzfeld führt das Hotel seiner Mutter fort (1900)  
Der Chief-Rabbi von London - Dr. Hermann Adler - ist in Bad Kissingen zur Kur und besucht von hier aus Bad Homburg (1901)   
Z
um Tod von Dina Ehrenreich (1901)     
H
inweis auf den Augenarzt Dr. Ludwik Zamenhof, Schöpfer des Esperanto (1911 zur Kur in Bad Kissingen)      
-  Stiftung einer aus Odessa stammenden jüdischen Frau und ihre Beisetzung im jüdischen Friedhof Bad Kissingen (1913)  
-  Eisernes Kreuz für den Stabs- und Regimentsarzt, Badearzt Dr. Wahle (1915)  
-  Zum Tod von Klara Seelig (1920)   
-  Todesanzeige für Isaac Seelig (1923)  
-  Im Haus Ehrenreich wird eine Sanatoriumsabteilung eröffnet (1927)    
-  Samuel Guggenheim aus Worms ist zum 50. Mal Kurgast in Bad Kissingen (1927)   
-  Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Koffy Silberschmidt (1928)  
Dr. J. Bamberger ist  25 Jahre als Arzt in Bad Kissingen tätig (1928)  
-  Todesanzeige für Henriette Rosenthal (1928)   
Gedächtnisfeier zum Todestag des Würzburger Rabbiners Seligmann Bär Bamberger (1928)  
Zum Tod von Rifka Jeidel (1929)   
25-jähriges Amtsjubiläum von Nathan Bretzfelder als Stadtrat (1931)   
Zum Tod des Großíndustriellen und Philanthrop - Kurgast in Bad Kissingen - Michael Nassatisin (1931)   
Der Philanthrop und Kunstsammler Dr. James Simon - Kurgast in Bad Kissingen - feiert seinen 80. Geburtstag (1931)  
Zum Tod des "Wilkomirer Raw" - Kurgast in Bad Kissingen (1935)   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
-  Anzeigen des Speisewirts David Hartmann (1845 / 1846 / 1847)  
-  Anzeigen der Restauration von G. Maier (1868 / 1872)   
Lob des Schochet J. Schatt aus Tauroggen, Kurgast in Bad Kissingen (1870)  
-  Anzeige des Israelitischen Hotels Schwed (1872 / 1874 / 1885) 
Stellungnahme des Israelitischen Hotels "Europäischer Hof" zu einer Anzeige von Rabbiner Bamberger (1884)  
Werbung für die jüdischen Restaurationen (1890)  
Anzeige des Hotels Herzfeld (1902)  
V
erlobungsanzeige von Rifka Ehrenreich und Emil Jeidel (1903)     
Anzeige der Bäckerei H. Baumblatt (1903)   
Anzeige von Frau Eisenburg (1905)  
Anzeigen des Hotels Ehrenreich (1904 / 1911) sowie Bericht über Veränderungen im Hotel (1906)   
Anzeige des Manufaktur- und Wäschegeschäftes Arthur Grünebaum (1929)    
Hochzeitsanzeige von Fritz Löwenthal und Flora Grünebaum sowie Norbert Grünebaum und Dina Jeidel (1931)   
Anzeige der Pension Tachauer (1937)   
Weitere Erinnerungen an jüdische Gewerbebetriebe (Sammlung Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)   
Bestellung des Kaufmann Hermann Holländer (1893)  
Bestellung des Bäckers Hermann Baumblatt (1897)  
Historische Ansichtskarte: Marktplatz Bad Kissingen mit dem Kurzwarengeschäft Wittekind (1902)  
Historische Ansichtskarte: Marktplatz Bad Kissingen mit dem Konfektionsgeschäft Solms Heymann (ca. 1925/30)  
Historische Ansichtskarte: Marktplatz Bad Kissingen mit dem Modehaus Kissinger (ca. 1925/30)  
Postkarte an Max Kissinger (1913) 
Postkarte an Ernst Kissinger (1915)                

 

   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und weiterer Kultusbeamten   
Ausschreibung der Vorsängerstelle (1867)  

Bad Kissingen Israelit 06111867.jpg (85873 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1867: "Vakanz
Die hiesige Vorsängerstelle soll demnächst neu besetzt werden, und dem Anzustellenden auch die Erteilung des Religions-Unterrichts an der hiesigen Schuljugend übertragen werden. Die Anstellung ist vorerst provisorisch mit einem Gehalte von 400 Gulden jährlich, und betragen die teils fixierten Nebenbezüge mindestens ebensoviel. Hierauf Reflektierende wollen ihre Anmeldungen nebst Zeugnissen über religiösen Lebenswandel und Befähigung in beiden Fächern bis zum 1. Dezember dieses Jahres an Herrn Distrikts-Rabbiner M.L. Bamberger dahier franko einsenden. 
Kissingen, den 24. Oktober 1867. Die israelitische Kultusverwaltung."
   

   
Ausschreibung der Stelle des Schochet (1870)  

Bad Kissingen Israelit 19011870.jpg (36863 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1870: "Bekanntmachung
In Kissingen die die Stelle eines Schächters baldigst zu besetzen. Dieselbe bietet ein Einkommen von ca. 500 – 600 Gulden und wollen tüchtig qualifizierte Persönlichkeiten ihre Zeugnisse franko spätestens Ende Januar an die unterzeichnete Verwaltung einsenden. 
Die israelitische Kultus-Verwaltung. Kissingen."   
      

   
Ausschreibung der Religionslehrer- und Vorsängerstelle (1873)         

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Februar 1873: "Vakanz. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Kissingen ist die Religionslehrer- und Vorsängerstelle, womit auch die Gemeindeschreiberei verbunden, vakant und soll dieselbe alsbald mit einem tüchtig qualifizierten Manne besetzt werden. Gehalt: Fünfhundert Gulden, außerdem freie Wohnung, sowie Schul- und Besoldungsholz und die üblichen Emolumente aus dem Vorsängerdienste. Bewerber belieben ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen bis spätestens zum 1. März dieses Jahres einzusenden an 
die israelitische Kultusverwaltung dahier. Kissingen, den 5. Februar 1873."           

 
Anzeige von Lehrer Ehrenreich (1876)  

Bad Kissingen Israelit 14061876.jpg (39434 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1876: "Bad Kissingen. Kurgemäßen und streng religiösen Privatkosttisch verabreicht während der Saison Ehrenreich, Lehrer und Kantor."    
Anmerkung: Mit diesem "Privatkosttisch" des Lehrers Eliezer Lazarus Ehrenreich, der als Lehrer und Vorbeter von Augenhausen nach Bad Kissingen gekommen war, begann die Geschichte des späteren, streng koscher geführten Hotels Ehrenreich. Ehrenreich führte das Hotel gemeinsam mit seiner Frau Dina geb. Lonnerstädter (zu ihrem Tod siehe Bericht unten von 1901).   

   
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Vorsänger (1892)  

Bad Kissingen Israelit 28041892.jpg (50882 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1892: "In der israelitischen Kultusgemeinde Bad Kissingen ist die Stelle eines Religionslehrers und Vorsängers neu zu besetzen. Das Gehalt beträgt – abgesehen von nicht unerheblichen Nebeneinkommen – Mark 1.200 nebst freier Wohnung und Beheizung. 
Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Befähigungszeugnis und Nachweis über bisherige Tätigkeit bis längstens 30. Mai an die unterfertigte Kultusverwaltung einsenden.  
Bad Kissingen, im April 1892. 
Israelitische Kultusverwaltung: (gez.) Hermann Löwenthal, Vorstand." 
      

   
Dienstanweisung für einen israelitischen Lehrer im Bezirk unter Rabbiner Dr. S. Bamberger (1903)  

Bad Kissingen Israelit 21091903a.jpg (293535 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1903: "Kissingen, im September (1903). (Subordination des Chordirigenten und Religionslehrers unter den Distrikts-Rabbiner.) Im Jahrbuch des. D.J.G.B. (Deutschen Jüdischen Gemeindebundes) mitgeteilt durch Herrn Distriktsrabbiner Dr. Bamberger in Kissingen. 
Bad Kissingen, den 28. Februar 1903. Königliches Bezirksamt Kissingen. Nr. 1157. 
An die israelitische Kultusverwaltung N.N.   
Auf erhobene Beschwerdevorstellung des Distriktsrabbiners Dr. S. Bamberger dahier vom 21. vorigen Monats ist dem israelitischen Lehrer und Vorbeter N.N. in N.N. gegen vorzulegenden Nachweis zu eröffnen, dass er  
a) den Chorgesang in der Synagoge nach den Weisungen des Distriktsrabbiners einzurichten, daher auch die Mitglieder des Chors von den Anordnungen des Distriktsrabbiner in Kenntnis zu setzen hat,  
b) dem Distriktsrabbiner Lehr- und Stundenplan der Religionsschule einzureichen hat,   
c) bei jeder Verhinderung bezüglich des Schul- und Synagogendienstes vorher die Genehmigung des Distriktsrabbiners einzuholen hat, in besonders dringlichen Fällen wenigstens sofortige Anzeige von der Verhinderung an den Distriktsrabbiner zu erstatten hat, in jedem Falle aber die Person seines Stellvertreters zu benennen hat. 
Maßgebend für vorstehende Anordnung waren diese Erwägungen: N.N. ist Lehrer an der israelitischen Religionsschule und Vorbeter in der Synagoge in N.N.  
In ersterer Eigenschaft ist maßgebend für sein Verhältnis zu dem Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger das Ausschreiben der königlichen Regierung zu Unterfranken und Aschaffenburg vom 4. Dezember 1860, betreffend das israelitische Religionsschulwesen (Königliches Amtsblatt S. 1425ff), welches in § 19 besagt, dass die israelitischen Religionsschulen gleichmäßig unter der Aufsicht der königlichen Distriktsschulinspektoren und der Distriktsrabbiner stehen. Aus den Ausführungen des N.N. geht hervor, dass er sich des Unterordnungsverhältnisses gegenüber der staatlichen Schulbehörde bewusst ist. Aus dem oben angeführten Satze erhellt, dass das gleich Unterordnungsverhältnis für ihn gegenüber dem Distriktsrabbiner besteht.  
Gemäß Absatz 5 der Ministerialentschließung vom 29. Juni 1863, die Verhältnisse der israelitischen Kultusgemeinden betreffend, stehen der Religionsunterricht, die sämtlichen Kultusanstalten und Kultusdiener unter Aufsicht des Bezirksrabbiners. 
Bezüglich des Religionsunterrichts wird also hiermit das in der obenan zitierten Regierungs-Entschließung Festgestellte bestätigt.   
Um die Religionsschule beaufsichtigen zu können, muss der Distriktsrabbiner wissen, wann der Unterricht stattfindet und was der Lehrer die Kinder lehren will, es müssen ihm also auch die hierzu nötigen Behelfe – also auch Lehr- und Stundenplan – durch den Lehrer, und zwar nicht nur in einer unter gebildeten Leuten üblichen Form, sondern in der, in welcher ein Untergebener seinem Vorgesetzten zu begegnen pflegt, geliefert werden. Dem Unterordnungsverhältnis entspricht es auch, dass der Lehrer in Fällen der Verhinderung den Rabbiner um die Genehmigung zur zeitweisen Einstellung seiner Lehrtätigkeit bäte; um nicht ein Missverständnis auf irgendeiner Seite aufkommen zu lassen, schien es nötig, aufzustellen, dass allerdings Fälle denkbar sind, z.B. plötzlicher Tod eines auswärts wohnenden nahen Verwalten bei gleichzeitiger amtlicher Abwesenheit des Rabbiners etc., in denen das Abwarten der Genehmigung des Distriktrabbiners nur unter Verletzung anderer Pflichten, z.B. derjenigen der Pietät möglich wäre; für solche besonders dringliche Fälle und nach Lage der Sache äußerst seltene Fälle, erschien eine Anzeige behufs nachträglicher Genehmigung genügend.   
Da dem Distriktsrabbiner die Aufsicht über alle Kultusdiener und die Approbation und Autorisation derselben zusteht, also auch nur stellvertretungsweise Funktionierenden, so ist ihm jedes Mal die Person des Stellvertreters zu benennen, um die Genehmigung zu Vornahmen von Kultushandlungen erteilen oder verweigern zu können.   
Als Vorbeter ist N.N. Kultusdiener der Gemeinde N.N. und steht als solcher unter Aufsicht des Distriktsrabbiners und hat in kirchlicher Beziehung dessen Anordnungen zu befolgen (auch Regierungsentschließung vom 1. Oktober 1894 Nr. 19045 in Betreff der Verhältnisse der israelitischen Kultusgemeinde in A. hier der Vorbeterdienste). N.N. hatte daher auch die Anordnungen des Distriktsrabbiners bezüglich des Chorgesanges als eines Teiles des Gottesdienstes zu befolgen und als Dirigent des Chors die Mitglieder desselben von den Anordnungen des Distriktsrabbiners in Kenntnis zu setzen.  
Über die Frage, bei welchen Stellen Chorgesang nötig ist oder nicht, ist als eine Frage über die Form des Gottesdienstes gemäß § 38 der zweiten Verfassungsbeilage hier nicht zu entscheiden. Es mag hier nur noch bemerkt werden, dass diese Frage jedenfalls auch nicht auf Grund des § 11 der Synagogenordnung 
     
Bad Kissingen Israelit 21091903b.jpg (35227 Byte)entschieden werden können, da dieser nur besagt, dass bei den zu rezitierenden Gebeten entsprechende Ordnung obwalten muss, was jedoch beim Singen wie Sprechen gleichmäßig der Fall sein kann.   
Dem Vorbeter N.N. wird nahe gelegt, jeglicher Renitenz gegen den Distriktsrabbiner in Zukunft sich zu enthalten, da dies unliebsame Folgen für ihn haben könnte.   
Nachweis über die Eröffnung wird binnen sechs Tagen gewärtigt. I.V. (gez.) Freiherr von Eyb."    

   
Lehrer Ludwig Steinberger verlässt die Gemeinde (1912)  
Anmerkung: Lehrer Steinberger hat seine Pläne, Bad Kissingen zu verlassen, dann jedoch entweder gar nicht umgesetzt oder er ist wenig später wieder zurückgekehrt, da er auch in der Folgezeit Lehrer in Bad Kissingen war.

Bad Kissingen FrfIsrFambl 06091912.jpg (18295 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September 1912: "Kissingen. Unter Lehrer und Kantor Ludwig Steinberger gibt seine Stelle auf, um in das Geschäft seiner Brüder in Buenos Aires einzutreten."        

   
Ausschreibung der Stelle des Schochet, Hilfsvorbeters und Synagogendieners (1920)  

Bad Kissingen Israelit 18111920.jpg (52091 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. November 1920: "Für Anfang 1921 wird in hiesiger Gemeinde ein zuverlässiger Schochet, Hilfsvorbeter und Synagogendiener, welcher von orthodoxem Rabbiner autorisiert ist, gesucht. Herren, welche längere Praxis als Schochet hinter sich haben und gut porschen können, wollen baldigst Bewerbung mit Zeugnisabschriften belegt unter Angabe ihrer Ansprüche bei freier Dienstwohnung einreichen. Stelle ist pensionsberechtigt. 
Die israelitische Kultusverwaltung Bad Kissingen. I.A. Samuel Hofmann."  
:     

   
4. Mitgliederversammlung des Schochtimverbandes Bayern in Bad Kissingen (1929)  

Bad Kissingen Israelit 24121929.jpg (25455 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Dezember 1929: "Bad Kissingen, 22. Dezember (1929). Der Schochtimverband Bayerns hält am 5. Januar – so Gott will -  seine 4. Mitgliederversammlung im Gemeindelokal in Kissingen ab, zu der auswärtige Kollegen herzlichst eingeladen sind. Beginn 11 Uhr vormittags."      

   
Bericht des Kissinger Schochet Gustav Neustädter über die Arbeit des 1930 gegründeten "Reichsverbandes der Schochtim" (1931)  

Bad Kissingen Israelit 10091931.jpg (195055 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1931. "Zur Jahreswende. Rückblick und Ausschau. 
Von Gustav Neustädter in Bad Kissingen.   
Das erste Verbandsjahr des Reichsverbandes von Schochtim in Deutschland ist abgelaufen und es gebührt sich wohl, ein Wort über seine Tätigkeit, die sich, wie es bei so jungen Organisationen nicht anders zu erwarten war, im Stillen vollzogen hat, zu reden, wenn auch nicht alle Hoffnungen, die bei der in Mainz stattgefundenen Gründungsfeier gehegt wurden, in Erfüllung gingen.   
Vier Landesverbände mit mehr als 100 aktiven Mitgliedern sind dem Reichsverband angeschlossen und haben trotz mancher Schwierigkeiten, besonders finanzieller Art, viel Ersprießliches geleistet. Insbesondere sei hier der Einführung von Lern- und Fortbildungskonferenzen gedacht, die sicherlich dazu beitragen werden, Schochtim heranzubilden, die unseren Mindestforderungen, der Schochet müsse ein Jodea Sefer (Torakundiger) sein, entsprechen; eine Forderung, die bis heute bei der Erteilung der Kaboloh sehr oft vermisst wird.   
Der wirtschaftliche Kampf vieler Schochtim und die nur sehr spärlich zur Verfügung gestellten Mittel anderer Organisationen gestatten es leider nicht, dass diese Lernkonferenzen in regelmäßigen Zeitabschnitten stattfinden können. Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn diverse Verbände, wie Agudas Jisroel, Freie Vereinigung, Verband gesetzestreuer Gemeinden in Halberstadt, Bayerischer Landesverband, gemeinsam diese gewiss gute Sache fordern würden.   Die Verbandstätigkeit selbst bestand zunächst darin, möglichst viele Landesverbände zu gründen und möglichst alle Berufskollegen auf diese Weise für einen Zusammenschluss zu gewinnen. Aus Gleichgültigkeit stehen bis heute noch sehr viele Schochtim unserem Verbande fern, Egoismus hält noch sehr viele davon zurück, das kleine Opfer eines minimalen Jahresbeitrages zu bringen, von deren Eingang das Erscheinen der Verbandszeitung bedingt ist. Ist es an und für sich sehr bedauerlich, dass es heute noch Beamte gibt, die sich nicht dazu aufringen können, ein kleines Opfer zu leisten, das der gewöhnlichste Fabrikarbeiter zu bringen bereit ist, so begrüßen wir es umso mehr, dass unsere Mitglieder bereitwilligst das von ihnen geforderte Opfer gebracht und uns in der Arbeit unterstützt haben.   
In den einzelnen Landesverbänden fanden wiederholt Mitgliederversammlungen statt, über deren harmonischen Verlauf regelmäßig an der Reichsverband berichtet wurde; in jüngster Zeit durch den Verband Westfalen-Reinland am 16. August und Verband Ostfriesland am 23. August (ausführlicher Bericht darüber folgt).   
Zusammenfassend darf wohl gesagt werden, das erste Verbandsjahr des Reichsverbandes von Schochtim in Deutschland kann als ein erfolgreiches bezeichnet werden. Möge das die noch außenstehenden Kollegen aufrütteln – mah loch Nirdom! Unseren Mitgliedern aber wünschen wir ein Schnas brochoh!  
Ich bitte alle Kollegen, mir über Jubiläen unserer Mitglieder nicht immer erst nachträglich zu berichten!"
      

   
Bezirkslehrerkonferenz in Bad Kissingen (1932)  

Bad Kissingen Israelit 14071932.jpg (173159 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juli 1932. "Unsleben, 6. Juli (1932). In der am 3. Juli dieses Jahres zu Bad Kissingen tagenden Bezirkslehrerkonferenz benützten die anwesenden Lehrer und Kultusbeamten die Gelegenheit, dem ab 1. Juli in den Ruhestand getretenen ehrwürdigen Bezirksrabbiner Herrn Dr. Bamberger, durch ihren Obmann, Herrn Oberlehrer Israel Wahler, Neustadt (Saale), einige Worte des Dankes und der Ehrung zu widmen. Herr Oberlehrer Wahler verlieh den Gefühlen der Versammelten in herzlichen und treffenden Worten beredten Ausdruck. Zunächst sprach er im Sinne der Lehrer und Kultusbeamten sein tiefstes Bedauern aus, dass der hochgeschätzte Toragelehrte auf Grund seiner erreichten Dienstaltersgrenze in den Ruhestand treten musste. Er pries in erster Linie in unserem ehrwürdigen Herrn Rabbiner den hochverehrten Raw als Godel bejiosroel (bedeutenden Menschen im Judentum) im vollsten Sinne des Wortes und betonte hierbei, dass die in seinem gastlichen Hause veranstalteten Lernkonferenzen stets zu den schönsten Erinnerungen unseres Berufserlebens zählten. Hier wurde nicht nur Mischnah und Talmud gelernt, sondern auch die einschlägigen Tagesfragen aus dem Kultus- und Schulleben wurden zur Erörterung gestellt und einheitlich geregelt. Ganz besonders betonte Kollege Wahler das stets erfreuliche und harmonische Verhältnis innerer Verbundenheit zwischen Rabbiner und Lehrer und würdigte speziell noch dessen große Bescheidenheit im dienstlichen und privaten Verkehr mit den Lehrern, wo er in dem Lehrer den Chower (Ehrenrabbiner) erblickte und in seiner ihm gewohnten Liebenswürdigkeit und Herzensgüte jeden Schein des Vorgesetzten vermied. Und dieses kollegiale Verhältnis verschaffte ihm unsere Liebe und Anhänglichkeit und Wertschätzung im höchsten Maße, sodass uns sein Ausscheiden aus dem Amte als Bezirksrabbiner ganz besonders tief bewegt. Wir bleiben Herrn Rabbiner Dr. Bamberger zu höchstem Danke verpflichtet. Mit dem Wunsche an den Herrn Rabbiner, auch fernerhin für den Klal Jisroel zum Segen des gesamten Judentums und zur Verbreitung der Tora ad meo schonoh (bis 100 Jahre) in steter Gesundheit und Geistesfrische tätig sein zu können, schloss der Redner seine Worte der Verehrung.    
Von den Ausführungen des Redners sichtbar gerührt, dankte Herr Rabbiner Dr. Bamberger für die Ehrung und Danksagung mit dem versprechen, auch fernerhin seine ganze Kraft für die Verbreitung der Tora zur Verfügung stellen zu wollen und die bisherigen Lernschiurim in seinem Hause weiter forterhalten zu wollen."   
        

  
Lehrer Ludwig Steinberger verlässt Bad Kissingen (1937)  

Bad Kissingen BayrGZ 15051937.jpg (25951 Byte)Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Mai 1937: "In den ersten Tagen des Mai wandert Kollege Ludwig Steinberger – Bad Kissingen nach USA aus. Wir wünschen dem scheidenden Kollegen alles Gute. Die Stelle Bad Kissingen soll, wie wir hören, nicht mehr besetzt werden."     

     
   
   
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
  
Feier zum 100. Geburtstag des Wohltäters Sir Moses Montefiori in Bad Kissingen (1884)     

Bad Kissingen Israelit 03111884.jpg (68536 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" 3. November 1884: "Im Bade Kissingen hielt Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger eine weihevolle Festrede (sc. aus Anlass des 100. Geburtstages von Sir Moses Montefiore); die Gemeinde sandte ein Beglück-Wünschungstelegramm an den Jubilar. - Sämtliche Rabbiner Unterfrankens, sowie Vorstand und Kuratoren der Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg richteten eine Adresse an den allverehrten Sir Moses. – Ähnliches wird uns aus Bergen bei Langen (Großherzogtum Hessen) berichtet, wo Herr Lehrer Strauß alle Herzen durch seinen Vortrag erfreute und erbaute."         

  
Der Regierungspräsident erhält zu seiner silbernen Hochzeit einen Pokal der Israelitischen Gemeinde (1894)   
Anmerkung: es ging um die Silberne Hochzeit von Friedrich Graf von Luxburg (1829-1905)und seiner Frau Luise Prinzessin von Schoenaich-Carolath-Beuthen (vgl. Wikipedia-Artikel zu Friedrich Graf von Luxburg) der seit 1874 im Schloss Aschach bei Bad Bocklet residierte.   

Bad Kissingen Israelit 05111894.jpg (95395 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. November 1894: "Kissingen, im Oktober (1894). Aus Anlass der silbernen Hochzeit des Regierungspräsidenten von Unterfranken und Aschaffenburg, Graf von Luxburg und seiner Gemahlin, geb. Prinzessin von Schönaich-Carolath (nicht: Charolath), begab sich der Distriktsrabbiner Bamberger mit dem Vorstand der israelitischen Kultusverwaltung nach Schloss Aschach, dem Sommeraufenthalt des Grafen, um im Namen der israelitischen Gemeinde Kissingen einen silbernen Pokal zu überreichen. Dieser, ein Prunkstück im Renaissancestil gehalten, zeigt das Gräflich Luxburgsche und das Fürstlich Schönaich-Carolatsche (nicht: Carlothsche) Wappen mit den Jahreszahlen 1869-1894 und trägt die Inschrift: ‚Zur freundlichen Erinnerung von der dankbaren israelitischen Kultusgemeinde Bad Kissingen’. Der Regierungspräsident war sehr erfreut über die Gabe und sprach den beiden Herren seinen lebhaften Dank aus. Er versicherte die israelitische Gemeinde seines lebhaftesten Interesses und erkundigte sich besonders über den Stand der Synagogen-Angelegenheit."      

   
Kritik an Plänen für das städtische Schlachthaus wegen der Beeinträchtigung jüdischer Einrichtungen (1896) 

Bad Kissingen Israelit 01101896.jpg (140024 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1896: "Kissingen, im September (1896). Während man in allen namhaften Städten und insbesondere in den Badeorten mit Recht bestrebt ist, etwas noch bestehende Missstände in Bezug auf Salubrität und sanitäre Verhältnisse zu beseitigen, trägt man sich hier, in dem bekanntesten und besuchtesten Bade Bayerns, mit der Idee, das alte Schlachthaus, das allen hygienischen Anforderungen zum Trotz im Innern der Stadt in einem Gewinkel von Gässchen liegt, auch noch zu erweitern. Statt es aus diesem ältesten und in sanitärer Hinsicht jedenfalls am übelsten bestellten Bezirke zu entfernen und außerhalb der Stadt zu verlegen, sollen die seither schon oft beklagten Missstände noch vermehrt werden, trotz der wiederholten Abweisung durch das königliche Bezirksamt, trotz des vernichtenden Urteils des königlichen Bezirksarztes, trotz der dringlichsten Einsprache der israelitischen Kultusgemeinde und sämtliche Adjacenten. Kaum glaublich, aber  war! Die Stadt, die bei einer Musterkanalisation keine Opfer scheute, soll nun gegen den Willen aller vernünftig Denkenden vor angeblich zu hohen Kosten bewahrt werden, während der Umbau und die Vergrößerung, die sich ja doch schon in absehbarer Zeit ungenügend erweisen werden, kaum wesentliche Ersparnisse gegenüber einer vollständigen Verlegung ergeben. Es würden dadurch nicht nur die kleineren Nachbarhäuser, die seither schon durch diese unsaubere Nachbarschaft beim vermieten Schaden erlitten, in ihrem Erwerbe auf das Schwerste geschädigt, sondern es wäre auch eine krasse Rücksichtslosigkeit gegen die israelitische Gemeinde, da das anstoßende Haus die Synagoge ist und neben dem Eingang zum Bethause in Zukunft der Eintrieb der zu schlachtenden Rinder und Schweine sein würde. Nach eingezogener Information ist aber eine Verlegung der Synagoge auf mehr als zehn Jahre hinaus nicht zu erwarten. Auch eine unserer besuchtesten Heilanstalten würde durch die unheimliche Nachbarschaft auf das schwerste betroffen werden.       
   
Bad Kissingen Israelit 08101896.jpg (122897 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Oktober 1896: "Bad Kissingen. Schon seit einer Reihe von Jahren bestehen in hiesiger Stadt bezüglich des städtischen Schlachthauses, welches zu klein und derzeitigen Anforderungen nicht mehr entsprechend ist, zwei Parteien: Während die eine à tout prix das bisherige Schlachthaus vergrößert haben will, besteht die andere auf Neubau eines Schlachthauses außerhalb der Stadt. Wie dies nun gewöhnlich bei solchen lokalen Angelegenheiten zu gehen pflegt, muss da auch die Presse, die so genannten öffentliche Meinung, herhalten. So wurde auch von den Anhängern eines Neubaus jüngst ein Artikel durch verschiedene Zeitungen gejagt, welcher die Schrecknisse des gegenwärtigen Schlachthauses in den grellsten Farben ausmalte. – Nun hätte diese rein interne Angelegenheit für die Leser des ‚Israelit’ kein besonderes Interesse, wenn nicht dieser famose Artikel, welcher seinen Weg auch in dieses Blatt gefunden – den Passus enthielt: ‚Nach eingezogener Information ist aber eine Verlegung der Synagoge (welche sich nächst dem Schlachthause befindet) auf mehr als 10 Jahre hinaus nicht zu erwarten’. – Viele Leser des ‚Israelit’, welche zu unseren Badegästen gehören und die Unzulänglichkeit unserer Synagoge kennen, dürften dies auffallend finden und daher gerne die Versicherung entgegennehmen, dass eine solche Information unmöglich bei zuständiger Stelle eingeholt sein kann. Die berufenen Organe der hiesigen israelitischen Gemeinde sind vielmehr mit Erfolg bemüht, die Hindernisse, welche sich bisher dem Synagogenbau entgegenstellten, zu beseitigen, um so bald als möglich dem längst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen."       

   
50-jähriges Jubiläum der Israelitischen Wohltätigkeitsvereine (1910)  

Bad Kissingen FrfIsrFambl 08041910.jpg (161696 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. April 1910: "Kissingen. Am 27. März (1910) feierten die beiden Israelitischen Wohltätigkeitsvereine der Frauen und Männer (Chewros gemilas chassodim) ihre 50-jährigen Jubiläen. In der Synagoge fand im Anschluss an das Morgengebet ein Festgottesdienst statt, bei welchem Rabbiner Dr. Bamberger die Festrede hielt. 
Der Festakt begann um 10 Uhr in dem dekorierten Saale des Hotels Ehrenreich. Der 1. Vorstand N. Bretzfelder hielt die Begrüßungsansprache und gab den Festbericht. Die eigentliche Festrede hielt Lehrer L. Steinberger. Alsdann wurden den noch lebenden Gründern und ersten Mitgliedern der beiden Vereine Diplome überreicht, in welchen die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt werden; es sind das: Sabine Holländer, Jette Mainzer, Hannchen Goldstein, Fanny Hofmann, Klara Wittekind, Josef Gutmann und Mayer Kissinger. Frau Jeanette Kissinger wurde in Anbetracht ihrer 25-jährigen Tätigkeit als Vorstandsdame ebenfalls zum Ehrenmitgliede ernannt. Der Festakt war durch Harmoniumspiel und Chorgesang unter Leitung Rechtsanwalts Dr. Silberschmidt verschönt worden.   
Mit einem Festmahle im Hotel Ehrenreich fanden des Abends die Feierlichkeiten ihren harmonischen Abschluss. Hier sprachen Felix Ehrlich, A. Löwenthal jun. Und toasteten M. Herzfeld, Albert Kissinger, Mayer Löwenthal, Julius Hofmann, Rabbiner Dr. Bamberger, N. Bretzfelder. Von den bei der Tafel verlesenen Glückwunschdepeschen und – schreiben, sei das Schreiben des Bürgermeisters Hofrat von Fuchs erwähnt, das sehr warm gehalten war."     
 

   
Trauerfeier zum Tod von Reichspräsident von Hindenburg (1934)  

Bad Kissingen BayrGZ 01091934.jpg (76749 Byte)Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. September 1934: "Bad Kissingen. Am Dienstagabend, den 7. August 1934, fand unter überaus großer Beteiligung der Gemeindemitglieder sowie der anwesenden jüdischen Kurgäste in der hiesigen Synagoge eine würdige Trauerfeier für den dahingeschiedenen Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Ephraim, der den Verblichenen als einen wahrhaft Großen feierte, der nicht nur das Schwer zu führen verstand, sondern vor allem dem Wiederaufbau Deutschlands seine ganze Kraft widmete. Seine Persönlichkeit war gestaltet durch tiefe Religiosität, durch wahrhafte Gottverbundenheit, die sich oft im Gebet bewährte und die ihn bis in die letzten Stunden zu unseren heiligen Psalmen und Propheten hinzog. Er war ein Held der Sittlichkeit, Gerechtigkeit und Ritterlichkeit, auch uns Juden gegenüber, und so hielt er seinen jüdischen Frontkämpfern stets Treue gegen Treue. Die Feier war umrahmt von feierlichen Psalmvorträgen durch Herrn Lehrer Steinberger und von weihevollen Gesängen des Synagogenchors unter Leitung des Herrn Heymann."    

   
75. Jahrestag der Gründung des Wohltätigkeitsvereins (1935)   

Bad Kissingen Israelit 23051935.jpg (177192 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1935: "Bad Kissingen, 10. Mai (1935). Der Wohltätigkeitsverein (Chewrah) Bad Kissingen konnte in diesem Jahre die 75. Wiederkehr seiner 1860 erfolgten Gründung begehen. Wenn auch die Gegenwart für laute Feste nicht geeignet erscheint, so wurde das für die hiesige Gemeinde denkwürdige Ereignis doch in der einfachen, aber durch Grün und Blumen stimmungsvoll geschmückten Synagoge durch einen ‚Festgottesdienst’ würdig gefeiert. Nach einem Ma tauwu des Synagogenchores begrüßte der Vorstand der Gemeinde, Herr Nathan Bretzfelder, die erschienenen Gemeindemitglieder und auswärtigen Gäste. Er gab einen kurzen Rückblick über die Geschichte und das Wirken des für die Gemeinde und die jüdischen Kurgäste Bad Kissingens segensreichen Vereins. Ohne die Verdienste der Einzelnen besonders hervorzuheben, betonte der Redner mehr die persönliche, nicht an die Öffentlichkeit tretende Tätigkeit der Mitglieder im Dienste der Nächstenliebe. Er benutzte die Gelegenheit, wirkungsvoll auf die zeitnahen Aufgaben des Vereins hinzuweisen und schloss mit dem Wunsche, dass die Feier des 100. Geburtstages in glücklicheren Zeiten erfolgen möge. Die Rezitation des 113. Psalms durch Herrn Kantor und Lehrer Steinberger und den Synagogenchor leitete über zur Festpredigt der Herr Bezirksrabbiner Dr. Ephraim. Unter Zugrundlegung der Psalmstelle Kap. 89 Vers 3: ‚Aulom chesed jibone’, ‚die Welt besteht durch die Liebe’ würdigte er in ausführlichen und nachdrücklichen Darlegungen die hohen Pflichten einer Chewroh gegen Arme, Kranke und Verstorbene. Der Prediger richtete die Aufforderung an die Gemeinde, allseitig wie einstens in der Gründungszeit des Vereins auch heute wieder die Verpflichtungen ganz in altjüdischem Sinne auf sich zu nehmen und zu tragen. Worte, die zur rechten Stunde gesprochen, ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Es erfolgte sodann eine Gedenkfeier für die verstorbenen Vorstandsmitglieder. Mit dem gemeinsamen Gesang des Jigdal schloss der feierliche Gottesdienst."       
  
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Mai 1935: 
Derselbe Bericht wie in der Zeitschrift "Der Israelit".  

      

  
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde und zu einzelnen Kurgästen  
Moses Herzfeld führt das Hotel seiner Mutter fort (1900)  

Bad Kissingen Israelit 17091900.jpg (26738 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1900: "Bad Kissingen, 13. September (1900). Wie wir von hier erfahren, hat Herr Moses Herzfeld, Sohn der Witwe Herzfeld aus Darmstadt, deren Hotel in Bad Kissingen übernommen. Derselbe führt es in streng ritueller Weise fort und ist das Hotel nun das ganze Jahr geöffnet."         

  
Der Chief-Rabbi von London - Dr. Hermann Adler - ist in Bad Kissingen zur Kur und besucht von hier aus Bad Homburg (1901) 
 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1901: "Homburg v.d.H., 27. August (1901). Der Chief-Rabbi von London, Herr Dr. Hermann Adler, der in Kissingen zur Kur weilte, ist hierher geeilt, um seine Schwester, Frau Kommerzienrat Israel, die hier erkrankte, zu besuchen. Als er morgens am Brunnen erschien, bemerkte ihn der König von England, ging auf ihn zu und begrüßte ihn auf das Herzlichste. Dr. Adler erbat sich eine Audienz und verweilte darauf am Nachmittage längere Zeit bei dem Könige in dessen Hotel"     

  
Zum Tod von Dina Ehrenreich geb. Lonnerstädter (1901)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Dezember 1901: "Bad Kissingen. Am Rosch Chodesch Kislew (= 12. November 1901) hat die in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Frau Dina Ehrenreich ihre letzte Ruhe gefunden. Sie war die Gattin des leider vor zehn Jahren so früh verstorbenen jüdischen Gemeindelehrers, des Herrn E. Ehrenreich. Sie hat es aufs Beste verstanden, ein echt jüdisches  Haus zu führen, nachdem sie im elterlichen Hause als Tochter des ausgezeichneten Lehrers und Rabbiners Mordechai Lonnerstädter - Gott vermehre seine Tage und Jahre - in Veitshöchheim bei Würzburg, ein so herrliches Beispiel vor sich gesehen hatte, und mit reichem jüdischen Wissen in die Ehe getreten war. Viel, viel musste die Dahingeschiedene in ihrem Leben ertragen. Sie musste in den besten Jahren den teuren Gatten verlieren, mit dem sie in harmonischer Ehe so viel Gutes in ihrer Gemeinde gewirkt hatte. Zwei Söhne sind der Verewigten gestorben. All das vermochte sie nicht niederzudrücken und gab ihrer Gottesfurcht nur neue Nahrung. Mit doppelter Energie und Gewissenhaftigkeit war sie nun allein darauf bedacht, ihre Kindern in Tora und Gottesfurcht zu erziehen. Ihr Restaurant, das sie seinerzeit gemeinsam mit ihrem Gatten auf Veranlassung von Frau Dr. J. Hildesheimer begründet, hat sie aus kleinen Anfängen zu einem mustergültigen Hotel emporgehoben. Es ist überflüssig, ein Wort über dessen Bedeutung anzufügen, nachdem es in der jüdischen Welt einen so ausgezeichneten Ruf genießt. In diesem Berufe hat Frau Ehrenreich ihren Wohltätigkeitssinn reichlich betätigt an Armen jeder Konfession, ohne dass die Öffentlichkeit, bis nach ihrem Tode, viel davon erfahren hätte. Für die Gesamtheit wirkte sie ebenso energisch, trotz ihrer vielen, häuslichen Pflichten, als Mitglied des 'Jüdischen Frauenvereins'. 
Von der tiefen Trauer um ihren Heimgang gab die große Teilnahme an ihrer Bestattung beredten Ausdruck. Mit Rücksicht auf den Rosch Chodesch (Monatsbeginn) mussten die Herren Dr. Tachauer - Würzburg und Distrikts-Rabbiner Dr. Stein Schweinfurt, am Grabe selbst von einem würdigenden Nachrufe absehen. Herr Dr. Stein hat dann während der Trauerwoche im Trauerhause in innigen Worten ein Lebensbild der Verstorbenen gezeichnet und der großen Trauer um sie Ausdruck verliehen.  Möge der Allgütige der alten Mutter, den Geschwistern und den Kindern der frommen Verstorbenen Trost verleihen und ihnen die Kraft geben, den schweren Verlust zu ertragen, und möge ihr Andenken den Kindern, die ganz in ihrem Sinne fortleben und wirken, zum Segen gereichen."       
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1901: "Anlässlich des leider so früh erfolgten Heimgangs unserer geliebten Mutter sind uns so zahlreiche Beweise aufrichtiger Teilnahme geworden, dass es uns unmöglich ist, jedem Einzelnen, wie wir es wohl möchten, zu danken. Deshalb bitten wir an dieser Stelle unseren innigen Dank entgegen zu nehmen. 
Bad Kissingen, 21. November 1901. Geschwister Ehrenreich".      
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1901: "Bad Kissingen. Hôtel Ehrenreich. 
Durch verschiedene Anfragen sehen wir uns veranlasst, unsere werten Gäste und Bekannten ergebenst mitzuteilen, dass wir das von unseren Eltern - seligen Andenkens - dahier betriebene Restaurant in derselben, streng religiösen Weise weiterführen werden. Wir danken für das unseren seligen Eltern entgegengebrachte Vertrauen und bitten, dasselbe auch auf uns übertragen zu wollen. Hochachtend! Geschwister Ehrenreich".     

  
Hinweis auf den Augenarzt Dr. Ludwik Zamenhof, Schöpfer des Esperanto (1911 zur Kur in Bad Kissingen)  
(Hinweis von Roland Schnell, Zamenhofs Blog

Ludoviko kaj Klara Zamenhof en  Bad KissingenDer Augenarzt Dr. Ludwik Leizer Zamenhof (1859-1917) war im Juli 1911 erstmals zur Kur in Bad Kissingen. Damals war er im Gästehaus Franconia untergebracht. Er war der Schöpfer des Esperanto: 1887 hatte er in Warschau eine Broschüre mit den Grundlagen dieser Kunstsprache vorgestellt. An ihn erinnert seit 1991 in Bad Kissingen der "Esperanto-Platz" beim ehemaligen Gästehaus Franconia an der Ecke Schonbornstraße/südliche Bismarckstraße.  
vgl.Artikel vom 18. Juli 2011 in der "Main-Post": "Der Esperanto-Erfinder war Kurgast in Bad Kissingen". Link zum Artikel.  
Link zu dem oben eingestellten Foto von Dr. Ludwig und Klara Zamenhof in Bad Kissingen (Esperanto-Muzeo).  
vgl. auch Wikipedia-Artikel zu Dr. Zamenhof.          

      
Stiftung einer aus Odessa stammenden jüdischen Frau und ihre Beisetzung im jüdischen Friedhof Bad Kissingen (1913) 

Bad Kissingen AZJ 05091913.jpg (63960 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. September 1913: "Bad Kissingen, 29. August (1913). Eine aus Odessa stammende jüdische Frau testiert die Zinsen ihres 1.600.000 Frank betragenden Vermögens für Kurzwecke mit der Bestimmung, das 3/4 des Ertrages jüdischen, 1/4 christlichen Kurbedürftigen zukommen sollte. Vor dreißig Jahren hatte die Frau in Kissingen die einzige Tochter verloren. Auf einer Erholungsreise war die Frau im Winter zu Genf plötzlich verstorben und auf dem kommunalen Friedhofe beigesetzt worden. In dem Testamente hatte die Verstorbene den Wunsch ausgedrückt, an der Seite ihres Kindes begraben zu werden. Die Leiche wurde daher ausgegraben und vor einigen Tagen unter großer Beteiligung auf dem israelitischen Friedhofe zu Kissingen beigesetzt. Herr Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger widmete der großen Wohltäterin einen warm empfundenen Nachruf. Auch der Vertreter der Stadtgemeinde brachte den Dank für die hochherzige Stiftung und den bekundeten Edelsinn zum Ausdruck."      

   
Eisernes Kreuz für den Stabs- und Regimentsarzt, Badearzt Dr. Wahle (1915)  

Bad Kissingen Israelit 11031915.jpg (22192 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1915: "Seligenstadt, 3. März (1915). Dem Stabs- und Regimentsarzt im 8. Bayerischen Infanterie-Regiment, 2. Armeekorps Herrn Dr. med. Wahle, Badearzt in Bad Kissingen, wurde das Eiserne Kreuz verliehen."       

   
Zum Tod von Klara Seelig (1920)  

Bad Kissingen Israelit 22041920.jpg (86234 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. April 1920: "Bad Kissingen, 8. April (1920). Im hohen Alter von fast 75 Jahren starb nach schwerem Leiden Frau Klara Seelig, die Gattin des langjährigen hiesigen Schochet Isaak Seelig. Eine würdige, bescheidene Frau, die durch ihr feines Wesen, gepaart mit echtjüdischer Frömmigkeit, allseits bekannt und hochgeschätzt war. Ihrem Manne stand sie als wahre wackere Frau, ihren Kindern, die sie in ihrem Sinne zu echten Jehudim erzog, als treusorgende Mutter zur Seite. Bei der Beerdigung, die ein getreues Bild gab von der großen Beliebtheit der Verstorbenen, schilderte Herr Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger an der Hand kerniger Toraworte das vorbildliche Wesen dieser edlen Frau unter Berücksichtigung der Zeit, die eine eigentliche Trauerrede untersagte. Alsdann nahm in ergreifenden Worten der Sohn der Verblichenen, Lehrer Seelig aus Bad Orb, Abschied von der geliebten Mutter. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."      

   
Todesanzeige für Isaac Seelig (1923)  

Bad Kissingen Israelit 23081923.jpg (55985 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1923: 
"Unser geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder 
Herr Isaac Seelig - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen
wurde uns nach dreitägiger Krankheit durch den Tod entrissen.
Bad Kissingen, Friedberg i.H., 3. Elul 5683 / 15. August 1923. 
In tiefem Schmerze: Familien Seelig und Tachauer."     

   
Im Haus Ehrenreich wird eine Sanatoriumsabteilung eröffnet (1927)   

Bad Kissingen Israelit 05051927.jpg (83660 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Mai 1927: "Bad Kissingen, 26. April (1927). Einem oft geäußerten Wunsche Rechnung tragend, wird Anfang Mai in Bad Kissingen im Hause Ehrenreich (dem früheren Dr. von Sohlern'schen Sanatorium) eine Sanatoriumsabteilung eröffnet werden. Die Küchenführung untersteht der Familie Jeidel (welche ihr bekanntes Hotel-Restaurant Ehrenreich unverändert weiterführt); die ärztliche Leitung übernimmt der bekannte Badearzt und Facharzt für innere Medizin Dr. M. Ehrenreich. Die Behandlung durch andere Kissinger Ärzte ist aber auch gestattet. Unsere Glaubensgenossen werden gerne vernehmen, dass ihnen hierdurch Gelegenheit geboten ist, die berühmten Kissinger Kurmittel in einem Sanatorium genießen zu können, in welchem auch den strengsten religiösen Ansprüchen Genüge geleistet wird."        

   
Samuel Guggenheim aus Worms ist zum 50. Mal Kurgast in Bad Kissingen (1927)  

Bad Kissingen Israelit 02061927.jpg (51730 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juni 1927: "Bad Kissingen, 19. Mai (1927). Unser Bad kann von dem seltenen Ereignis berichten, dass ein Gast zum fünfzigsten Male zum Kurgebrauch Einkehr hält. Es ist dies unser Glaubensgenosse Herr Samuel Guggenheim aus Worms. Die Räume des Hotel Ehrenreich, in welchem der Jubilar seit Jahren wohnt, hatten sich aus diesem Anlass in einen Blumengarten verwandelt. Möge es dem rüstigen Herrn noch oft vergönnt sein, die heilkräftigen Quellen unserer schönen Saalestadt aufsuchen zu können."         

   
Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Koffy Silberschmidt (1928)   

Bad Kissingen BayrGZ 15041928.jpg (74718 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. April 1928: 
"Am 30. März verstarb in Frankfurt am Main nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden 
Herr Rechtsanwalt Dr. Koffy Silberschmidt 
Bad Kissingen, stellvertretender Vorsitzender der Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. 
Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen Mann, der die eifrigste Hingabe an die Aufgaben des Verbandes mit dem strengsten Gerechtigkeitsgefühl und der lautersten Gesinnung verband. Wie er seiner Gemeinde und seinem Bezirke stets ein kluger Berater und aufopfernder Freund war, so stellte er seine ganze Persönlichkeit der religiösen Gemeinschaft des Landes in unermüdlicher und tatkräftiger Arbeit zur Verfügung. Wir werden sein Andenken stets in Ehren behalten. München, 12. April 1928. 
Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dr. Neumeyer - Dr. Silberschmidt."        
 
Bad Kissingen BayrGZ 01051928.jpg (165190 Byte)Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Mai 1928: "Bad Kissingen. (Aus technischen Gründen verspätet). Am 30. März verschied nach mehrmonatiger schwerer Krankheit im jüdischen Krankenhaus zu Frankfurt am Main, noch nicht fünfzig Jahre alt, Herr Rechtsanwalt Dr. Silberschmidt von Bad Kissingen. Ein Mann von gerader, vornehmer Gesinnung, ein treuer Bekenner des konservativen Judentums ist mit ihm dahingegangen. Im bayerischen Judentum hat er sich als stellvertretender Präsident der Tagung des bayerischen Landesverbandes einen geachteten Namen erworben. Am 2. April fand auf dem Frankfurter jüdischen Friedhof die Beerdigung statt. In Anbetracht des Monats Nissan beschränkte sich Herr Rabbiner Dr. Horowitz (Frankfurt am Main) auf wenige Worte des Dankes an den Verblichenen und des Trostes an die Hinterbliebenen. Herr Bezirksrabbiner Dr. Bamberger (Bad Kissingen) sprach im Namen der Gemeinde und des Israelitischen Kurhospizes in Bad Kissingen, dessen Vorstandschaft der Verstorbene angehört und dem er durch Rat und Tat seine Dienste gewidmet hat. Im Auftrage der Kultusgemeinde Bayreuth, der Heimatgemeinde des Entschlafenen, überbrachte Herr Rabbiner Dr. Salomon (Bayreuth) den Angehörigen den Ausdruck herzlicher Teilnahme. Dem trauernden Bruder will die Gemeinde für seine treue, hingebungsvolle, ehrendienstliche Arbeit Dank und Verehrung darbringen. In der Zeit seiner beruflichen Ausbildung hatte der Verblichene dank seiner musikalischen Befähigung den Gottesdienst durch Chorgesang ausgestaltet und verschönt. Ein Ehrengrab, das die Gemeinde angeboten, konnte von der Familie leider nicht angenommen werden. Namens des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden würdigte Herr Justizrat Dr. E. Strauß (München) die Verdienste des Entschlafenen. Seit Beginn der Tätigkeit des Verbandes stand er als zweiter Präsident der Tagung an hervorragender Stelle und hat noch auf der letzten Tagung in Fürth in mühevoller Arbeit umsichtig und verbindlich die Verhandlungen geleitet. Seinen Rat und seine Arbeit wird der Verband sehr vermissen. Abschiedsgrüße überbrachten noch Herr Justizrat Dr. Bulheller von Bad Kissingen im Auftrage der dortigen Anwälte, Herr Oberstudienrat Freudenberger (Würzburg) für die Franken-Loge und Herr Dr. med. Mayer von Bad Kissingen für Burschenbund Wirzeburgia. Durch alle Reden klang die Trauer um einen Mann, der das Reine ehrte, die Treue wahrte und seinem Judentum lebte. Seiner Gemeinschaft wie der Gesamtheit diente er mit gleicher Liebe. Ehre seinem Andenken! Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."
 
Bad Kissingen BayrGZ 01051928a.jpg (50122 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Mai 1928: 
"Durch das Hinscheiden des Rechtsanwalts Herrn 
Dr. Koffy Silberschmidt
 
hat unser Verein einen großen Verlust erlitten. Er gehörte seit vielen Jahren unserer Verwaltung an. In dem Heimgegangenen verlieren wir einen Mann, der stets mit eifriger Hingabe die Interessen unseres Vereins förderte und uns stets ein kluger Berater war. Wir werden sein Andenken jederzeit in Ehren behalten. 
Bad Kissingen, den 17. April 1928. 
Verein Israelitisches Kurhoospiz, Bad Kissingen.
Rabbiner Dr. Bamberger, Vorsitzender."      

    
Dr. J. Bamberger ist 25 Jahre als Arzt in Bad Kissingen tätig (1928)  

Bad Kissingen Israelit 19041928.jpg (16181 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. April 1928: "Kissingen, 15. April (1928). Mit Beginn der Saison 1928 sieht Herr Dr. J. Bamberger auf seine 25-jährige Tätigkeit als Arzt in Bad Kissingen zurück."     

   
Todesanzeige für Henriette Rosenthal (1928)  

Bad Kissingen Israelit 15111928.jpg (42096 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. November 1928: 
"Unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter, Schwester und Tante 
Frau Henriette Rosenthal 
verschied am Heiligen Schabbat Paraschat Chaje Sara (= 10. November 1928) unerwartet rasch kurz vor vollendetem 70. Lebensjahr. 
Bad Kissingen, Halberstadt, Berlin, Frankfurt am Main, 11. November 1928
Im Namen der Trauernden Hinterbliebenen: 
Hermann Rosenthal und Frau, Hugo Rosenthal und Frau, Heinrich Adler und Frau nebst Enkelkindern."       

   
Gedächtnisfeier zum Todestag des Würzburger Rabbiners Seligmann Bär Bamberger (1928)  

Bad Kissingen Israelit 01111928.jpg (59478 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1928: "Bad Kissingen, 17. Oktober (1928). Am zweiten Tage von Sukkot, dem 50. Todestage des unvergesslichen Würzburger Raw seligen Andenkens, fand in der hiesigen Synagoge im Anschluss an Mussaf eine Gedächtnisfeier zu Ehren des großen Führers in Israel statt. Frei von jeder Trauerstimmung - wie er ausdrücklich erwähnte - schilderte Herr Rabbiner Dr. Bamberger das Lebensbild des großen Führers der damaligen Gemeinde Würzburg, ja, der deutschen Judenheit und zeigte an Hand vieler Beispiele, welch großen Einfluss der große Raw bei allen behördlichen Stellen hatte. - Sein Wirken und Schaffen, das heute noch segensreichen Einfluss ausübt, möge auch uns zum Verdienst sein."     

   
Zum Tod von Rifka Jeidel (1929)   

Bad Kissingen Israelit 15081929.jpg (183460 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. August 1929: "Frau Rifka Jeidel - sie ruhe in Frieden. Kissingen, 12. August (1929). Weit über Deutschland hinaus, man darf sagen, in allen Weltteilen, wo in jüdischem Kreise das Heilbad Kissingen und damit verbunden das 'Haus Ehrenreich' bekannt ist, wird die Kunde vom Heimgang der Frau Rifka Jeidel bitteren Schmerz auslösen. Vor zwei Jahren ging ihr Gatte, Emil Jeidel, der wiese Talmudgelehrte, der edle Mensch und Musterjude, zu früh von dannen. Wie Frau Rifka Jeidel, Tochter eines vornehmen jüdischen Hauses in Kissingen, die Gesinnung, die Ideale, die Arbeit des seltenen Mannes im Betriebe, in der Familie, in der Erziehung der Kinder, in der Erhaltung des Torageistes im Hause, in der Ausübung stiller Wohltat in einem langen glücklichen Eheleben teilte, so setzte sie nach seinem Tode sein Werk fort. Ein schweres Leiden verhinderte seit anderthalb Jahrzehnten ihre Bewegungsfreiheit. Aber sie blieb mit Herz und Hand am Werke, vom Hintergrunde aus mit einem Mutterauge voller Liebe das Ganze überschauend und betreuend. Wahre Mutter war sie auch den Gästen, die von weit und breit sich in den Sommermonaten im Hause einfanden, denen am meisten, die ihres Rates und ihrer Hilfe bedurften. Viele Institutionen, auch in Frankfurt, wissen ihr goldenes Herz zu preisen, wenn sie auch nicht davon reden durften, ohne ihr Feingefühl zu verletzen. Das Andenken von Vater und Mutter lebt in den Kindern, die ganz Geist von ihrem Geiste sind. Dieser Geist wird auch fernerhin das Haus, die Familie wie die Stätte der jüdischen Gastlichkeit beseelen.   
Die Bestattung gestaltete sich am Donnerstag Nachmittag zu einer imposanten Kundgebung der Trauer und Verehrung. Neben der gesamten Gemeinde Kissingen waren auch viele auswärtige Trauergäste erschienen und wohl alle hier in den beiden unter Aufsicht stehenden Häusern weilenden Kurgäste. In der Friedhofshalle entwarf zuerst Herr Distriktsrabbiner Dr. Bamberger in längerer Rede ein ergreifendes Lebensbild von der würdigen Frau des unvergesslichen Mannes, die, wie sie seinen Lebensweg teilte, ihm nun nach kurzer Zeit in die Ewigkeit folgt. Erschütternd wirkte es, als danach der greise 'Wilkomirer Raw' in der Sprache und Melodie seiner Heimat Klage über die seltene Frau anstimmte, erschütternd auch auf diejenigen, die, ohne Sprache und Art des Rabbi zu verstehen, doch herausfühlten, wie sich hier ehrliche Trauer um ein gutes Menschenherz, das zu schlagen aufhörte, spontan Bahn brach. Zuletzt wusste Herr Redakteur S. Schachnowitz, Frankfurt am Main, ein langjähriger Freund der Familie, warme Töne der Trauer anzuschlagen und letzten Dank auszusprechen im Namen vieler, die heute da waren oder von der Trauerkunde erst später erreicht werden.   
Die Sonne senkte sich zur Neige, als wir die letzten Schollen auf den frischen Grabhügel warfen. Möge ihr Sechus (Verdienst) ihren Kindern beistehen und auf ihrem Werke ruhen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."           

   
25-jähriges Amtsjubiläum von Nathan Bretzfelder als Stadtrat (1931)  

Bad Kissingen BayrGZ 15011931.jpg (129145 Byte)Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Januar 1931: "Jubiläum und Ehrung von Stadtrat Bretzfelder in Bad Kissingen.  
Bad Kissingen,
Januar 1931. Eine seltene Feier konnte Herr Stadtrat N. Bretzfelder hier am Neujahrstage begehen. Es jährt sich zum 25. Mai der Tag, seitdem Herr Bretzfelder ununterbrochen ehrenamtlich der Stadtverwaltung Bad Kissingen angehört. Vom Jahre 1905 bis Mitte 1919 war er Mitglied des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten, von da ab Stadtratsmitglied. Zu Ehren des Jubilars und seines verdienstvollen Wirkens beschloss der Stadtrat in der Sitzung vom 23. Dezember vorigen Jahres, ihm eine künstlerisch gefertigte Anerkennungsurkunde zu verleihen; ebenso wurde der Vorschlag des Vorsitzenden gebilligt, an den Jubilar Einladung zur Einzeichnung in das Goldene Buch der Stadt ergehen zu lassen. Oberbürgermeister Dr. Pollwein begab sich am Neujahrstage in das Haus Bretzfelder, um dem Jubilar in dessen Familienkreise die Anerkennungsurkunde persönlich zu überreichen und ihn gleichzeitig in das Goldene Buch einzeichnen zu lassen. Unter gleichzeitiger Überreichung eines Blumenkorbes hielt das Stadtoberhaupt eine längere ehrende Ansprache, in der es unter anderem zum Ausdruck brachte, dass der Ehrentag ein berechtigter Anlass zu dreifacher Freude sein könnte, für den Jubilar selbst, für die Familienangehörigen, aber auch für die Stadtverwaltung; für letztere sei das Jubiläum aber auch Gelegenheit zur Bekundung aufrichtigen Dankes für das uneigennützige, verdienstvolle Wirken im Dienste des Gemeindewohles im Laufe von zweieinhalb Jahrzehnten. Herr Stadtrat Bretzfelder dankte in bewegten Worten dem Vertreter der Stadt für die ehrenvolle Auszeichnung und stellte eine Spende für wohltätige gemeinnützige Zwecke zur Verfügung."   

   
Zum Tod des Großindustriellen und Philanthrop - Kurgast in Bad Kissingen - Michael Nassatisin (1931)  

Bad Kissingen Israelit 20081931.jpg (54135 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1931: "Bad Kissingen. Plötzlich verstarb hier der in London ansässige Großindustrielle und zionistische Philanthrop Michael Nassatisin. Er kam unter zahlreicher Beteiligung auf den Friedhof zu Bad Kissingen zur letzten Ruhe. Nach der Gedenkrede des Herrn Distriktsrabbiners Dr. Bamberger, ergriff Ussischkin das Wort zu einer ergreifenden Ansprache, in der er u.a. mitteilte, dass die Gebeine des Verstorbenen nach Erez Jisroel überführt werden sollen."      
Nassatisin Michael 010.jpg (18574 Byte)Links Foto von Michael Nassatisin aus dem Wikipedia-Artikel zu Michael Nassatisin.   

   
Der Philanthrop und Kunstsammler Dr. James Simon - Kurgast in Bad Kissingen - feiert seinen 80. Geburtstag (1931)  

Bad Kissingen BayrGZ 15101931.jpg (25048 Byte)Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Oktober 1931: "Bad Kissingen. Anlässlich des 80. Geburtstages des in diesen Tagen viel gefeierten Philanthropen und Kunstsammlers Dr. h.c. James Simon ließ die Israelitische Kultusgemeinde Bad Kissingen dem Jubilar, der sich hier zur KUr aufhielt, ein Blumenarrangement mit einem Glückwunschschreiben überreichen."     

   
Zum Tod des "Wilkomirer Raw" - Kurgast in Bad Kissingen - (1935)  

Bad Kissingen Israelit 05121935a.jpg (327823 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1935: "Rabbi Arjeh Leib Ruin, der 'Wilomirer Raw' - das Andenken des Gerechten ist zum Segen.  
Nach dem rasch aufeinander erfolgten Heimgang weltberühmter Gaonim blieben uns noch einige wenige große Toraführer in der Welt, zu denen wir in doppelter Verehrung hinaufschauten. Nun hat sich auch dieser kleine Kreis wieder gelichtet. Der Wilkomirer Raw, Rabbi Arjeh Leib Rubin, ist am Mittwoch, den 1. Kislew, von uns gegangen...  
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildungen anklicken.      
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Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Anzeigen des Speisewirts David Hartmann (1845 / 1846 / 1847)  

Bad Kissingen AZJ 23061845.jpg (59252 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1845: "Empfehlung
Nachdem ich meine Speisewirtschaft derart erweitert und eingerichtet habe, dass ich allen Anforderungen verehrlicher Badegäste bestens entsprechen zu können im Stande bin, so zeige ich dieses unter dem Beifügen an, dass ich für gute Speisen und Getränke, sowie für gute Bedienung die möglichste Sorge tragen werde. Es wird jeden Mittag table d'hôte und Abend nach der Karte in einem großen geräumigen Saale meines Hauses gespeist. Auch bin ich erbötig, Logis-Bestellungen zu übernehmen und aufs Beste zu besorgen. 
David Hartmann,
israelitischer Speisewirt in Bad Kissingen."     
  
Bad Kissingen AZJ 22061846.jpg (37454 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Juni 1846: "Empfehlung
Bei der bevorstehenden Badesaison beehrt sich Unterzeichneter den verehrlichen israelitischen Badegästen, seine sehr zweckmäßig eingerichtete Speisewirtschaft zu empfehlen. Ich werde für gute Speisen und Getränke, sowie für gute Bedienung alle mögliche Sorge tragen und wird jeden Mitte table d'hôte und Abend à la carte gespeist. 
David Hartmann,
israelitischer Speisewirt in Bad Kissingen."         
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 15. Juni 1847: 
Derselbe Text wie 1846.   

    
Anzeigen der Restauration von G. Maier (1868 / 1872)
  

Bad Kissingen Israelit 06051868.jpg (31171 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Mai 1868: "
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1872: "Bad Kissingen
Die israelitische Restauration von G. Mayer, Ostendstraße Nr. 340, streng religiös und nach den Vorschriften der Bade-Ärzte eingerichtet, empfiehlt sich den verehrlichen Badegästen aufs Angelegentlichste und verspricht reelle und aufmerksame Bedienung. Eröffnung am 15. Mai."    

     
Lob des Schochet J. Schatt aus Tauroggen, Kurgast in Bad Kissingen (1870)  

Bad Kissingen Israelit 03081870.jpg (68213 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. August 1870: "   

   
Anzeigen des Israelitischen Hotels Schwed (1872 / 1874 / 1885)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. April 1872: "Das koschere Hôtel Schwed in Bad Kissingen ist seit Eröffnung der Eisenbahn auch außer der Kurzeit das ganze Jahr geöffnet und empfiehlt sich den verehrten israelitischen Geschäftsreisenden, sowie Familien zu Hochzeitsfesten mit der Versicherung billiger und bester Bedienung."     
 
Bad Kissingen AZJ 05051874.jpg (30889 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Mai 1874: "Bad Kissingen. Israelitisches Hôtel 'Schwed' mit Pavillon, seit 1826 bestehend, empfiehlt sich auch für dieses Jahr allen verehrlichen Badegästen hochachtungsvollst."   
  
Bad Kissingen Israelit  26011885.jpg (17722 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1885: "Bad Kissingen. Koscheres Hôtel Schwed
auch im Winter geöffnet. 
Koscheren Wein aus Jerusalem. 
Versehen mit Stallung für Equipage der Herren Geschäftsreisenden. 
Gratisbillard für Wein- und Stammgäste. Verehrten Gönnern bestens empfohlen."  

   
Stellungnahme des Israelitischen Hotels "Europäischer Hof" zu einer Anzeige von Rabbiner Bamberger (1884)   

Bad Kissingen Israelit 03071884.jpg (285022 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1884: "

  
Werbung für die jüdischen Restaurationen (1890)   

Bad Kissingen Israelit 25081890.jpg (53196 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. August 1890:    

   
Anzeige des Hotels Herzfeld (1902)  

Bad Kissingen Israelit 31071902.jpg (30651 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1902:      

 
Verlobungsanzeige von Rifka Ehrenreich und Emil Jeidel (1903)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1903: 
"Statt besonderer Anzeige:  
Rifka Ehrenreich   -   Emil Jeidel
   
Verlobte.   
Bad Kissingen Theresienstraße   -   London Nr. 46 Pyrland Rd. Canonbury."     

  
Anzeige der Bäckerei H. Baumblatt (1903)   

Bad Kissingen Israelit 19111903.jpg (35535 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1903:     

   
Anzeige von Frau Eisenburg (1905)  

Bad Kissingen FrfIsrFambl 14041905.jpg (24996 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. April 1905:      

        
Anzeigen des Hotels Ehrenreich (1904 / 1911) - sowie Bericht über Veränderungen im Hotel (1906)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1904: 
"Metzger gesucht. 
Hotel Ehrenreich, Bad Kissingen.
"   
  
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. April 1906: "Bad Kissingen. Hotel Ehrenreich, welches den israelitischen Kurgästen als vorzügliches Haus nicht unbekannt sein dürfte, ist durch Ankauf eines Nebenhauses mit Garten bedeutend vergrößert worden und bietet seinen Besuchern jeden Komfort der Neuzeit."    
 
Bad Kissingen FrfIsrFambl 13011911.jpg (59158 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. Januar 1911: "Für die Saison 1911 suche ich mehrere streng religiöse junge Mädchen für Küche und Büffet. Offerten nebst Angabe der bisherigen Tätigkeit, des Alters und der Gehaltsansprüche, unter Beifügung von Bild und Zeugnisabschriften erbeten. 
Einige Kochlehrmädchen werden ohne gegenseitige Vergütung angenommen. Hotel Ehrenreich, Bad Kissingen."    

   
Anzeige des Manufaktur- und Wäschegeschäftes Arthur Grünebaum (1929)  

Bad Kissingen Israelit 07021929.jpg (36906 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1929: "Suche zum baldigen Eintritt, spätestens Mai einen kräftigen Lehrling. Samstag und Feiertage geschlossen. Kost und Logis außer dem Hause. Vergüte über Tarif. 
Arthur Grünebaum, Bad Kissingen, Manufaktur- und Wäschegeschäft."          

   
Hochzeitsanzeige von Fritz Löwenthal und Flora Grünebaum sowie Norbert Grünebaum und Dina Jeidel (1931)  

Bad Kissingen Israelit 08101931.jpg (45913 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Oktober 1931: "Gott sei gepriesen. 
Fritz Löwenthal - Flora Grünebaum. Wuppertal - Ronsdorf - Bad Kissingen  
Norbert Grünebaum - Dina Jeidel. Bad Kissingen  
geben ihre - so Gott will - am Sonntag, den 11. Oktober 1931 - am 1./2. Chäschwan - im Hotel Ehrenreich, Bad Kissingen stattfindenden Trauungen bekannt. 
Wir bitten, uns freundlichst zugedachte Telegramme abzulösen."    

   
Anzeige der Pension Tachauer (1937)  

Bad Kissingen Israelit 03061937.jpg (19605 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1937: 
"Suche für meine Pension zur Mithilfe ein religiöses Mädchen
Offerten an Pension Tachauer, Bad Kissingen."     

    
   
Weitere Erinnerungen an jüdische Gewerbebetriebe       
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)  

Bestellung des Kaufmanns Hermann Holländer (1893) (Geschäft am Marktplatz Holländer-Stern, Kurzwaren usw.) an die Eisenhandlung J. Eisenheimer in Schweinfurt Bad Kissingen Dok 033.jpg (93363 Byte) Bad Kissingen Dok 033a.jpg (85609 Byte)
   Die Bestellung Hermann Holländers wurde am 18. Oktober 1893 nach Schweinfurt geschickt. Anmerkung: Hermann Holländer wurde ungeachtet seines schlechten Gesundheitszustandes in der Pogromnacht November 1938 verhaftet. Holländer hatte beim Versuch, seine brennende Garage zu löschen, einen schweren Zusammenbruch erlitten. Trotz einer umgehenden Operation verstarb er zwei Tage nach der Operation. Er wurde, da alle Männer verhaftet waren, von Frauen der Gemeinde beigesetzt (Beck/Walter: Jüd. Leben S. 127-129; Binder/Mence: Nachbarn der Vergangenheit S. 138).
     
Bestellung des Bäckers Hermann Baumblatt (1897)  (Badgasse in Bad Kissingen) an die Eisenhandlung J. Eisenheimer in Schweinfurt  Bad Kissingen Dok 031.jpg (99745 Byte) Bad Kissingen Dok 030.jpg (106227 Byte)
  Die Bestellung Hermann Baumblatts wurde am 7. Januar 1897 nach Schweinfurt geschickt; Anmerkung: Hermann Baumblatt und seine Frau Sara geb. Neuburger wurden im Mai 1942 in das Jüdische Unterkunftshaus nach Würzburg gebracht, von hier im September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie umgekommen sind. Der Töchter Martha gelang Anfang Januar 1937 die Auswanderung nach Tel Aviv (Beck/Walter Jüd. Leben S. 143).
     
Historische Ansichtskarte (1902)  
Marktplatz Bad Kissingen mit dem Kurzwarengeschäft Wittekind
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
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   Abgebildet ist eine sogenannte Präge- oder Relief-Karte, die am 24. Juli 1902 von Bad Kissingen nach Frankfurt am Main verschickt wurde. Familie Wittekind war mindestens seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Bad Kissingen ansässig. 
     
Historische Ansichtskarte (ca. 1925/30)  
Marktplatz Bad Kissingen mit dem Konfektionsgeschäft von Solms Heymann 
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   Solms Heymann gründete 1878 ein Konfektionsgeschäft, zunächst in der Ludwigstraße, später am Marktplatz, Ecke Badgasse. Als Spezialitäten führte es Herrenartikel, Wäsche, Blusen, Korsetts, Schützen, Frottierwäsche, Handschuhe. Solms Heymann trat 1891 in die Feuerwehr ein; 1908 war er Mitbegründer des SPD-Ortsverbandes. Solms Heymann und seine Frau Adele geb. Baum sind nach der Deportation im Ghetto Theresienstadt umgekommen (siehe Binder/Mence: Nachbarn der Vergangenheit S. 136-137).
        
Historische Ansichtskarten (ca. 1925/30)     
Marktplatz Bad Kissingen mit dem Modehaus von Max Kissinger
    
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  Familie Kissinger hatte über viele Jahre und mehrere Generationen eine Maßschneiderei am Marktplatz 18 (rechts Ausschnittvergrößerung der Postkarte). Letzte Inhaber waren Albert mit seinem Sohn Ernst. Ihnen gelang die Emigration nach Palästina, wo Ernst Kissinger mit seiner Frau Oda wieder eine Schneiderei aufbaute (Binder/Mence: Nachbarn der Vergangenheit S. 139). 
     
Postkarte an Max Kissinger (1915) Wuerzburg PK 070.jpg (124576 Byte) Wuerzburg PK 070a.jpg (94956 Byte)
   Die Ansichtskarte aus Würzburg wurde an Max Kissinger am 9. November 1915 verschickt (liebevolle Anrede: "Liebes Mäxchen")
     
Postkarte an Ernst Kissinger (1915) Bad Kissingen AK 09010.jpg (119564 Byte) Bad Kissingen AK 09010a.jpg (98863 Byte)
  Die Ansichtskarte aus Würzburg wurde an Ernst Kissinger gleichfalls am 9. November 1915 verschickt (dieselbe Absenderin wie oben) 
 

 

  

 

 

 

 

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Stand: 01. Januar 2012