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in Bad Kissingen
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Bad Kissingen (Kreisstadt)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte Bad Kissingens
Kultusbeamte - Gemeinde- und Vereinsleben - Berichte zu einzelnen Personen
Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit
Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bad Kissingen wurden in jüdischen Periodika
gefunden.
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt.
Übersicht:
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und weiterer Kultusbeamten
Ausschreibung der Vorsängerstelle (1867)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6.
November 1867: "Vakanz.
Die hiesige Vorsängerstelle soll demnächst neu besetzt werden, und dem
Anzustellenden auch die Erteilung des Religions-Unterrichts an der
hiesigen Schuljugend übertragen werden. Die Anstellung ist vorerst
provisorisch mit einem Gehalte von 400 Gulden jährlich, und betragen die
teils fixierten Nebenbezüge mindestens ebensoviel. Hierauf Reflektierende
wollen ihre Anmeldungen nebst Zeugnissen über religiösen Lebenswandel
und Befähigung in beiden Fächern bis zum 1. Dezember dieses Jahres an
Herrn Distrikts-Rabbiner M.L. Bamberger dahier franko einsenden.
Kissingen, den 24. Oktober 1867. Die israelitische Kultusverwaltung." |
Ausschreibung der Stelle des Schochet
(1870)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 19.
Januar 1870: "Bekanntmachung.
In Kissingen die die Stelle eines Schächters baldigst zu besetzen.
Dieselbe bietet ein Einkommen von ca. 500 – 600 Gulden und wollen tüchtig
qualifizierte Persönlichkeiten ihre Zeugnisse franko spätestens Ende
Januar an die unterzeichnete Verwaltung einsenden.
Die israelitische Kultus-Verwaltung. Kissingen."
|
Ausschreibung
der Religionslehrer- und Vorsängerstelle (1873)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Februar 1873:
"Vakanz. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Kissingen ist
die Religionslehrer- und Vorsängerstelle, womit auch die
Gemeindeschreiberei verbunden, vakant und soll dieselbe alsbald mit
einem tüchtig qualifizierten Manne besetzt werden. Gehalt:
Fünfhundert Gulden, außerdem freie Wohnung, sowie Schul- und
Besoldungsholz und die üblichen Emolumente aus dem Vorsängerdienste.
Bewerber belieben ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen bis spätestens
zum 1. März dieses Jahres einzusenden an
die israelitische Kultusverwaltung dahier. Kissingen, den 5.
Februar
1873." |
Anzeige von Lehrer Ehrenreich (1876)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1876: "Bad
Kissingen. Kurgemäßen und streng religiösen Privatkosttisch
verabreicht während der Saison Ehrenreich, Lehrer und
Kantor." |
| Anmerkung: Mit diesem
"Privatkosttisch" des Lehrers Eliezer Lazarus Ehrenreich, der
als Lehrer und Vorbeter von Augenhausen nach Bad Kissingen gekommen war,
begann die Geschichte des späteren, streng koscher geführten Hotels
Ehrenreich. Ehrenreich führte das Hotel gemeinsam mit seiner Frau
Dina geb. Lonnerstädter (zu ihrem Tod siehe Bericht
unten von 1901). |
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Vorsänger
(1892)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 28. April
1892: "In der israelitischen Kultusgemeinde Bad Kissingen ist die Stelle
eines Religionslehrers und Vorsängers neu zu besetzen. Das Gehalt beträgt
– abgesehen von nicht unerheblichen Nebeneinkommen – Mark 1.200 nebst
freier Wohnung und Beheizung.
Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Befähigungszeugnis und Nachweis über
bisherige Tätigkeit bis längstens 30. Mai an die unterfertigte
Kultusverwaltung einsenden.
Bad Kissingen, im April 1892.
Israelitische Kultusverwaltung: (gez.) Hermann Löwenthal,
Vorstand." |
Dienstanweisung für einen israelitischen Lehrer im
Bezirk unter Rabbiner Dr. S. Bamberger (1903)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 21.
September 1903: "Kissingen, im September (1903). (Subordination
des Chordirigenten und Religionslehrers unter den Distrikts-Rabbiner.)
Im Jahrbuch des. D.J.G.B. (Deutschen Jüdischen Gemeindebundes) mitgeteilt
durch Herrn Distriktsrabbiner Dr. Bamberger in Kissingen.
Bad Kissingen, den 28. Februar 1903. Königliches Bezirksamt Kissingen.
Nr. 1157.
An die israelitische Kultusverwaltung N.N.
Auf erhobene Beschwerdevorstellung des Distriktsrabbiners Dr. S. Bamberger
dahier vom 21. vorigen Monats ist dem israelitischen Lehrer und Vorbeter
N.N. in N.N. gegen vorzulegenden Nachweis zu eröffnen, dass er
a) den Chorgesang in der Synagoge nach den Weisungen des
Distriktsrabbiners einzurichten, daher auch die Mitglieder des Chors von
den Anordnungen des Distriktsrabbiner in Kenntnis zu setzen hat,
b) dem Distriktsrabbiner Lehr- und Stundenplan der Religionsschule
einzureichen hat,
c) bei jeder Verhinderung bezüglich des Schul- und Synagogendienstes
vorher die Genehmigung des Distriktsrabbiners einzuholen hat, in besonders
dringlichen Fällen wenigstens sofortige Anzeige von der Verhinderung an
den Distriktsrabbiner zu erstatten hat, in jedem Falle aber die Person
seines Stellvertreters zu benennen hat.
Maßgebend für vorstehende Anordnung waren diese Erwägungen: N.N. ist
Lehrer an der israelitischen Religionsschule und Vorbeter in der Synagoge
in N.N.
In ersterer Eigenschaft ist maßgebend für sein Verhältnis zu dem
Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger das Ausschreiben der königlichen
Regierung zu Unterfranken und Aschaffenburg vom 4. Dezember 1860,
betreffend das israelitische Religionsschulwesen (Königliches Amtsblatt
S. 1425ff), welches in § 19 besagt, dass die israelitischen
Religionsschulen gleichmäßig unter der Aufsicht der königlichen
Distriktsschulinspektoren und der Distriktsrabbiner stehen. Aus den Ausführungen
des N.N. geht hervor, dass er sich des Unterordnungsverhältnisses gegenüber
der staatlichen Schulbehörde bewusst ist. Aus dem oben angeführten Satze
erhellt, dass das gleich Unterordnungsverhältnis für ihn gegenüber dem
Distriktsrabbiner besteht.
Gemäß Absatz 5 der Ministerialentschließung vom 29. Juni 1863, die Verhältnisse
der israelitischen Kultusgemeinden betreffend, stehen der
Religionsunterricht, die sämtlichen Kultusanstalten und Kultusdiener
unter Aufsicht des Bezirksrabbiners.
Bezüglich des Religionsunterrichts wird also hiermit das in der obenan
zitierten Regierungs-Entschließung Festgestellte bestätigt.
Um die Religionsschule beaufsichtigen zu können, muss der
Distriktsrabbiner wissen, wann der Unterricht stattfindet und was der
Lehrer die Kinder lehren will, es müssen ihm also auch die hierzu nötigen
Behelfe – also auch Lehr- und Stundenplan – durch den Lehrer, und zwar
nicht nur in einer unter gebildeten Leuten üblichen Form, sondern in der,
in welcher ein Untergebener seinem Vorgesetzten zu begegnen pflegt,
geliefert werden. Dem Unterordnungsverhältnis entspricht es auch, dass
der Lehrer in Fällen der Verhinderung den Rabbiner um die Genehmigung zur
zeitweisen Einstellung seiner Lehrtätigkeit bäte; um nicht ein Missverständnis
auf irgendeiner Seite aufkommen zu lassen, schien es nötig, aufzustellen,
dass allerdings Fälle denkbar sind, z.B. plötzlicher Tod eines auswärts
wohnenden nahen Verwalten bei gleichzeitiger amtlicher Abwesenheit des
Rabbiners etc., in denen das Abwarten der Genehmigung des
Distriktrabbiners nur unter Verletzung anderer Pflichten, z.B. derjenigen
der Pietät möglich wäre; für solche besonders dringliche Fälle und
nach Lage der Sache äußerst seltene Fälle, erschien eine Anzeige behufs
nachträglicher Genehmigung genügend.
Da dem Distriktsrabbiner die Aufsicht über alle Kultusdiener und
die Approbation und Autorisation derselben zusteht, also auch nur
stellvertretungsweise Funktionierenden, so ist ihm jedes Mal die Person
des Stellvertreters zu benennen, um die Genehmigung zu Vornahmen von
Kultushandlungen erteilen oder verweigern zu können.
Als Vorbeter ist N.N. Kultusdiener der Gemeinde N.N. und steht als solcher
unter Aufsicht des Distriktsrabbiners und hat in kirchlicher Beziehung
dessen Anordnungen zu befolgen (auch Regierungsentschließung vom 1.
Oktober 1894 Nr. 19045 in Betreff der Verhältnisse der israelitischen
Kultusgemeinde in A. hier der Vorbeterdienste). N.N. hatte daher auch die
Anordnungen des Distriktsrabbiners bezüglich des Chorgesanges als eines
Teiles des Gottesdienstes zu befolgen und als Dirigent des Chors die
Mitglieder desselben von den Anordnungen des Distriktsrabbiners in
Kenntnis zu setzen.
Über die Frage, bei welchen Stellen Chorgesang nötig ist oder
nicht, ist als eine Frage über die Form des Gottesdienstes gemäß § 38
der zweiten Verfassungsbeilage hier nicht zu entscheiden. Es mag hier nur
noch bemerkt werden, dass diese Frage jedenfalls auch nicht auf Grund des
§ 11 der Synagogenordnung |
entschieden
werden können, da dieser nur besagt, dass bei den zu rezitierenden
Gebeten entsprechende Ordnung obwalten muss, was jedoch beim Singen wie
Sprechen gleichmäßig der Fall sein kann.
Dem Vorbeter N.N. wird nahe gelegt, jeglicher Renitenz gegen den
Distriktsrabbiner in Zukunft sich zu enthalten, da dies unliebsame Folgen
für ihn haben könnte.
Nachweis über die Eröffnung wird binnen sechs Tagen gewärtigt.
I.V. (gez.) Freiherr von Eyb." |
Lehrer Ludwig Steinberger verlässt die Gemeinde
(1912)
Anmerkung: Lehrer Steinberger hat seine Pläne, Bad Kissingen zu verlassen, dann
jedoch entweder gar nicht umgesetzt oder er ist wenig später wieder
zurückgekehrt, da er auch in der Folgezeit Lehrer in Bad Kissingen war.
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 6.
September 1912: "Kissingen. Unter Lehrer und Kantor Ludwig
Steinberger gibt seine Stelle auf, um in das Geschäft seiner Brüder in
Buenos Aires einzutreten." |
Ausschreibung der Stelle des Schochet, Hilfsvorbeters
und Synagogendieners (1920)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 18.
November 1920: "Für Anfang 1921 wird in hiesiger Gemeinde ein zuverlässiger
Schochet, Hilfsvorbeter und Synagogendiener, welcher von orthodoxem
Rabbiner autorisiert ist, gesucht. Herren, welche längere Praxis als
Schochet hinter sich haben und gut porschen können, wollen baldigst
Bewerbung mit Zeugnisabschriften belegt unter Angabe ihrer Ansprüche bei
freier Dienstwohnung einreichen. Stelle ist pensionsberechtigt.
Die israelitische Kultusverwaltung Bad Kissingen. I.A. Samuel Hofmann." : |
4. Mitgliederversammlung des Schochtimverbandes Bayern in Bad Kissingen (1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 24.
Dezember 1929: "Bad Kissingen, 22. Dezember (1929). Der
Schochtimverband Bayerns hält am 5. Januar – so Gott will -
seine 4. Mitgliederversammlung im Gemeindelokal in Kissingen ab, zu
der auswärtige Kollegen herzlichst eingeladen sind. Beginn 11 Uhr
vormittags." |
Bericht des Kissinger Schochet Gustav Neustädter über die Arbeit des 1930
gegründeten "Reichsverbandes der Schochtim" (1931)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 10.
September 1931. "Zur Jahreswende. Rückblick und Ausschau.
Von Gustav Neustädter in Bad Kissingen.
Das erste Verbandsjahr des Reichsverbandes von Schochtim in Deutschland
ist abgelaufen und es gebührt sich wohl, ein Wort über seine Tätigkeit,
die sich, wie es bei so jungen Organisationen nicht anders zu erwarten
war, im Stillen vollzogen hat, zu reden, wenn auch nicht alle Hoffnungen,
die bei der in Mainz stattgefundenen Gründungsfeier gehegt wurden, in Erfüllung
gingen.
Vier Landesverbände mit mehr als 100 aktiven Mitgliedern sind dem
Reichsverband angeschlossen und haben trotz mancher Schwierigkeiten,
besonders finanzieller Art, viel Ersprießliches geleistet. Insbesondere
sei hier der Einführung von Lern- und Fortbildungskonferenzen gedacht,
die sicherlich dazu beitragen werden, Schochtim heranzubilden, die unseren
Mindestforderungen, der Schochet müsse ein Jodea Sefer (Torakundiger)
sein, entsprechen; eine Forderung, die bis heute bei der Erteilung der
Kaboloh sehr oft vermisst wird.
Der wirtschaftliche Kampf vieler Schochtim und die nur sehr spärlich zur
Verfügung gestellten Mittel anderer Organisationen gestatten es leider
nicht, dass diese Lernkonferenzen in regelmäßigen Zeitabschnitten
stattfinden können. Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn diverse
Verbände, wie Agudas Jisroel, Freie Vereinigung, Verband gesetzestreuer
Gemeinden in Halberstadt, Bayerischer Landesverband, gemeinsam diese
gewiss gute Sache fordern würden.
Die Verbandstätigkeit selbst bestand zunächst darin, möglichst
viele Landesverbände zu gründen und möglichst alle Berufskollegen auf
diese Weise für einen Zusammenschluss zu gewinnen. Aus Gleichgültigkeit
stehen bis heute noch sehr viele Schochtim unserem Verbande fern, Egoismus
hält noch sehr viele davon zurück, das kleine Opfer eines minimalen
Jahresbeitrages zu bringen, von deren Eingang das Erscheinen der
Verbandszeitung bedingt ist. Ist es an und für sich sehr bedauerlich,
dass es heute noch Beamte gibt, die sich nicht dazu aufringen können, ein
kleines Opfer zu leisten, das der gewöhnlichste Fabrikarbeiter zu bringen
bereit ist, so begrüßen wir es umso mehr, dass unsere Mitglieder
bereitwilligst das von ihnen geforderte Opfer gebracht und uns in der
Arbeit unterstützt haben.
In den einzelnen Landesverbänden fanden wiederholt
Mitgliederversammlungen statt, über deren harmonischen Verlauf regelmäßig
an der Reichsverband berichtet wurde; in jüngster Zeit durch den Verband
Westfalen-Reinland am 16. August und Verband Ostfriesland am 23. August
(ausführlicher Bericht darüber folgt).
Zusammenfassend darf wohl gesagt werden, das erste Verbandsjahr des
Reichsverbandes von Schochtim in Deutschland kann als ein erfolgreiches
bezeichnet werden. Möge das die noch außenstehenden Kollegen aufrütteln
– mah loch Nirdom! Unseren Mitgliedern aber wünschen wir ein Schnas
brochoh!
Ich bitte alle Kollegen, mir über Jubiläen unserer Mitglieder
nicht immer erst nachträglich zu berichten!" |
Bezirkslehrerkonferenz in Bad Kissingen (1932)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 14.
Juli 1932. "Unsleben, 6. Juli (1932). In der am 3. Juli dieses
Jahres zu Bad Kissingen tagenden Bezirkslehrerkonferenz benützten
die anwesenden Lehrer und Kultusbeamten die Gelegenheit, dem ab 1. Juli in
den Ruhestand getretenen ehrwürdigen Bezirksrabbiner Herrn Dr. Bamberger,
durch ihren Obmann, Herrn Oberlehrer Israel Wahler, Neustadt (Saale),
einige Worte des Dankes und der Ehrung zu widmen. Herr Oberlehrer Wahler
verlieh den Gefühlen der Versammelten in herzlichen und treffenden Worten
beredten Ausdruck. Zunächst sprach er im Sinne der Lehrer und
Kultusbeamten sein tiefstes Bedauern aus, dass der hochgeschätzte
Toragelehrte auf Grund seiner erreichten Dienstaltersgrenze in den
Ruhestand treten musste. Er pries in erster Linie in unserem ehrwürdigen
Herrn Rabbiner den hochverehrten Raw als Godel bejiosroel (bedeutenden
Menschen im Judentum) im vollsten Sinne des Wortes und betonte hierbei,
dass die in seinem gastlichen Hause veranstalteten Lernkonferenzen stets
zu den schönsten Erinnerungen unseres Berufserlebens zählten. Hier wurde
nicht nur Mischnah und Talmud gelernt, sondern auch die einschlägigen
Tagesfragen aus dem Kultus- und Schulleben wurden zur Erörterung gestellt
und einheitlich geregelt. Ganz besonders betonte Kollege Wahler das stets
erfreuliche und harmonische Verhältnis innerer Verbundenheit zwischen
Rabbiner und Lehrer und würdigte speziell noch dessen große
Bescheidenheit im dienstlichen und privaten Verkehr mit den Lehrern, wo er
in dem Lehrer den Chower (Ehrenrabbiner) erblickte und in seiner ihm
gewohnten Liebenswürdigkeit und Herzensgüte jeden Schein des
Vorgesetzten vermied. Und dieses kollegiale Verhältnis verschaffte ihm
unsere Liebe und Anhänglichkeit und Wertschätzung im höchsten Maße,
sodass uns sein Ausscheiden aus dem Amte als Bezirksrabbiner ganz
besonders tief bewegt. Wir bleiben Herrn Rabbiner Dr. Bamberger zu höchstem
Danke verpflichtet. Mit dem Wunsche an den Herrn Rabbiner, auch fernerhin
für den Klal Jisroel zum Segen des gesamten Judentums und zur Verbreitung
der Tora ad meo schonoh (bis 100 Jahre) in steter Gesundheit und
Geistesfrische tätig sein zu können, schloss der Redner seine Worte der
Verehrung.
Von den Ausführungen des Redners sichtbar gerührt, dankte Herr Rabbiner
Dr. Bamberger für die Ehrung und Danksagung mit dem versprechen, auch
fernerhin seine ganze Kraft für die Verbreitung der Tora zur Verfügung
stellen zu wollen und die bisherigen Lernschiurim in seinem Hause weiter
forterhalten zu wollen." |
Lehrer Ludwig Steinberger verlässt Bad Kissingen
(1937)
Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15.
Mai 1937: "In den ersten Tagen des Mai wandert Kollege Ludwig Steinberger
– Bad Kissingen nach USA aus. Wir wünschen dem scheidenden Kollegen
alles Gute. Die Stelle Bad Kissingen soll, wie wir hören, nicht mehr
besetzt werden." |
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
Feier zum 100. Geburtstag des Wohltäters Sir Moses
Montefiori in Bad Kissingen (1884)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
3.
November 1884: "Im Bade Kissingen hielt Herr Distrikts-Rabbiner
Bamberger eine weihevolle Festrede (sc. aus Anlass des 100. Geburtstages
von Sir Moses Montefiore); die Gemeinde sandte ein Beglück-Wünschungstelegramm
an den Jubilar. - Sämtliche Rabbiner Unterfrankens, sowie Vorstand und
Kuratoren der Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg richteten eine Adresse an
den allverehrten Sir Moses. – Ähnliches wird uns aus Bergen
bei Langen (Großherzogtum Hessen) berichtet, wo Herr Lehrer Strauß alle
Herzen durch seinen Vortrag erfreute und erbaute." |
Der Regierungspräsident erhält zu seiner silbernen
Hochzeit einen Pokal der Israelitischen Gemeinde (1894)
Anmerkung:
es ging um die Silberne Hochzeit von Friedrich Graf von Luxburg (1829-1905)und
seiner Frau Luise Prinzessin von Schoenaich-Carolath-Beuthen (vgl. Wikipedia-Artikel
zu Friedrich Graf von Luxburg) der seit 1874 im Schloss Aschach bei Bad
Bocklet residierte.
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 5.
November 1894: "Kissingen, im Oktober (1894). Aus Anlass der
silbernen Hochzeit des Regierungspräsidenten von Unterfranken und
Aschaffenburg, Graf von Luxburg und seiner Gemahlin, geb. Prinzessin von
Schönaich-Carolath (nicht:
Charolath), begab sich der Distriktsrabbiner Bamberger mit dem
Vorstand der israelitischen Kultusverwaltung nach Schloss Aschach, dem
Sommeraufenthalt des Grafen, um im Namen der israelitischen Gemeinde
Kissingen einen silbernen Pokal zu überreichen. Dieser, ein Prunkstück
im Renaissancestil gehalten, zeigt das Gräflich Luxburgsche und das Fürstlich
Schönaich-Carolatsche (nicht: Carlothsche)
Wappen mit den Jahreszahlen 1869-1894 und trägt die Inschrift: ‚Zur
freundlichen Erinnerung von der dankbaren israelitischen Kultusgemeinde
Bad Kissingen’. Der Regierungspräsident war sehr erfreut über die Gabe
und sprach den beiden Herren seinen lebhaften Dank aus. Er versicherte die
israelitische Gemeinde seines lebhaftesten Interesses und erkundigte sich
besonders über den Stand der Synagogen-Angelegenheit." |
Kritik an Plänen für das städtische Schlachthaus wegen der
Beeinträchtigung jüdischer Einrichtungen (1896)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom
1. Oktober 1896: "Kissingen, im September (1896). Während man in
allen namhaften Städten und insbesondere in den Badeorten mit Recht
bestrebt ist, etwas noch bestehende Missstände in Bezug auf Salubrität
und sanitäre Verhältnisse zu beseitigen, trägt man sich hier, in dem
bekanntesten und besuchtesten Bade Bayerns, mit der Idee, das alte
Schlachthaus, das allen hygienischen Anforderungen zum Trotz im Innern der
Stadt in einem Gewinkel von Gässchen liegt, auch noch zu erweitern. Statt
es aus diesem ältesten und in sanitärer Hinsicht jedenfalls am übelsten
bestellten Bezirke zu entfernen und außerhalb der Stadt zu verlegen,
sollen die seither schon oft beklagten Missstände noch vermehrt werden,
trotz der wiederholten Abweisung durch das königliche Bezirksamt, trotz
des vernichtenden Urteils des königlichen Bezirksarztes, trotz der
dringlichsten Einsprache der israelitischen Kultusgemeinde und sämtliche
Adjacenten. Kaum glaublich, aber war!
Die Stadt, die bei einer Musterkanalisation keine Opfer scheute, soll nun
gegen den Willen aller vernünftig Denkenden vor angeblich zu hohen Kosten
bewahrt werden, während der Umbau und die Vergrößerung, die sich ja
doch schon in absehbarer Zeit ungenügend erweisen werden, kaum
wesentliche Ersparnisse gegenüber einer vollständigen Verlegung ergeben.
Es würden dadurch nicht nur die kleineren Nachbarhäuser, die seither
schon durch diese unsaubere Nachbarschaft beim vermieten Schaden erlitten,
in ihrem Erwerbe auf das Schwerste geschädigt, sondern es wäre auch eine
krasse Rücksichtslosigkeit gegen die israelitische Gemeinde, da das anstoßende
Haus die Synagoge ist und neben dem Eingang zum Bethause in Zukunft der
Eintrieb der zu schlachtenden Rinder und Schweine sein würde. Nach
eingezogener Information ist aber eine Verlegung der Synagoge auf mehr als
zehn Jahre hinaus nicht zu erwarten. Auch eine unserer besuchtesten
Heilanstalten würde durch die unheimliche Nachbarschaft auf das schwerste
betroffen werden. |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Oktober
1896: "Bad Kissingen. Schon seit einer Reihe von Jahren bestehen in
hiesiger Stadt bezüglich des städtischen Schlachthauses, welches zu
klein und derzeitigen Anforderungen nicht mehr entsprechend ist, zwei
Parteien: Während die eine à tout prix das bisherige Schlachthaus vergrößert
haben will, besteht die andere auf Neubau eines Schlachthauses außerhalb
der Stadt. Wie dies nun gewöhnlich bei solchen lokalen Angelegenheiten zu
gehen pflegt, muss da auch die Presse, die so genannten öffentliche
Meinung, herhalten. So wurde auch von den Anhängern eines Neubaus jüngst
ein Artikel durch verschiedene Zeitungen gejagt, welcher die Schrecknisse
des gegenwärtigen Schlachthauses in den grellsten Farben ausmalte. –
Nun hätte diese rein interne Angelegenheit für die Leser des
‚Israelit’ kein besonderes Interesse, wenn nicht dieser famose
Artikel, welcher seinen Weg auch in dieses Blatt gefunden – den Passus
enthielt: ‚Nach eingezogener Information ist aber eine Verlegung der
Synagoge (welche sich nächst dem Schlachthause befindet) auf mehr als 10
Jahre hinaus nicht zu erwarten’. – Viele Leser des ‚Israelit’,
welche zu unseren Badegästen gehören und die Unzulänglichkeit unserer
Synagoge kennen, dürften dies auffallend finden und daher gerne die
Versicherung entgegennehmen, dass eine solche Information unmöglich bei
zuständiger Stelle eingeholt sein kann. Die berufenen Organe der hiesigen
israelitischen Gemeinde sind vielmehr mit Erfolg bemüht, die Hindernisse,
welche sich bisher dem Synagogenbau entgegenstellten, zu beseitigen, um so
bald als möglich dem längst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen." |
50-jähriges Jubiläum der Israelitischen
Wohltätigkeitsvereine (1910)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 8. April
1910: "Kissingen. Am 27. März (1910) feierten die beiden
Israelitischen Wohltätigkeitsvereine der Frauen und Männer (Chewros
gemilas chassodim) ihre 50-jährigen Jubiläen. In der Synagoge fand im
Anschluss an das Morgengebet ein Festgottesdienst statt, bei welchem
Rabbiner Dr. Bamberger die Festrede hielt.
Der Festakt begann um 10 Uhr in dem dekorierten Saale des Hotels
Ehrenreich. Der 1. Vorstand N. Bretzfelder hielt die Begrüßungsansprache
und gab den Festbericht. Die eigentliche Festrede hielt Lehrer L.
Steinberger. Alsdann wurden den noch lebenden Gründern und ersten
Mitgliedern der beiden Vereine Diplome überreicht, in welchen die
Ehrenmitgliedschaft zuerkannt werden; es sind das: Sabine Holländer,
Jette Mainzer, Hannchen Goldstein, Fanny Hofmann, Klara Wittekind, Josef
Gutmann und Mayer Kissinger. Frau Jeanette Kissinger wurde in Anbetracht
ihrer 25-jährigen Tätigkeit als Vorstandsdame ebenfalls zum
Ehrenmitgliede ernannt. Der Festakt war durch Harmoniumspiel und
Chorgesang unter Leitung Rechtsanwalts Dr. Silberschmidt verschönt
worden.
Mit einem Festmahle im Hotel Ehrenreich fanden des Abends die
Feierlichkeiten ihren harmonischen Abschluss. Hier sprachen Felix Ehrlich,
A. Löwenthal jun. Und toasteten M. Herzfeld, Albert Kissinger, Mayer Löwenthal,
Julius Hofmann, Rabbiner Dr. Bamberger, N. Bretzfelder. Von den bei der
Tafel verlesenen Glückwunschdepeschen und – schreiben, sei das
Schreiben des Bürgermeisters Hofrat von Fuchs erwähnt, das sehr warm
gehalten war." |
Trauerfeier zum Tod von Reichspräsident von Hindenburg
(1934)
Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung"
vom 1.
September 1934: "Bad Kissingen. Am Dienstagabend, den 7. August
1934, fand unter überaus großer Beteiligung der Gemeindemitglieder sowie
der anwesenden jüdischen Kurgäste in der hiesigen Synagoge eine würdige
Trauerfeier für den dahingeschiedenen Reichspräsidenten von Hindenburg
statt. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache des Herrn Rabbiners Dr.
Ephraim, der den Verblichenen als einen wahrhaft Großen feierte, der
nicht nur das Schwer zu führen verstand, sondern vor allem dem
Wiederaufbau Deutschlands seine ganze Kraft widmete. Seine Persönlichkeit
war gestaltet durch tiefe Religiosität, durch wahrhafte
Gottverbundenheit, die sich oft im Gebet bewährte und die ihn bis in die
letzten Stunden zu unseren heiligen Psalmen und Propheten hinzog. Er war
ein Held der Sittlichkeit, Gerechtigkeit und Ritterlichkeit, auch uns
Juden gegenüber, und so hielt er seinen jüdischen Frontkämpfern stets
Treue gegen Treue. Die Feier war umrahmt von feierlichen Psalmvorträgen
durch Herrn Lehrer Steinberger und von weihevollen Gesängen des
Synagogenchors unter Leitung des Herrn Heymann." |
75. Jahrestag der Gründung des Wohltätigkeitsvereins
(1935)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 23.
Mai 1935: "Bad Kissingen, 10. Mai (1935). Der Wohltätigkeitsverein
(Chewrah) Bad Kissingen konnte in diesem Jahre die 75. Wiederkehr seiner
1860 erfolgten Gründung begehen. Wenn auch die Gegenwart für laute Feste
nicht geeignet erscheint, so wurde das für die hiesige Gemeinde denkwürdige
Ereignis doch in der einfachen, aber durch Grün und Blumen stimmungsvoll
geschmückten Synagoge durch einen ‚Festgottesdienst’ würdig
gefeiert. Nach einem Ma tauwu des Synagogenchores begrüßte der Vorstand
der Gemeinde, Herr Nathan Bretzfelder, die erschienenen Gemeindemitglieder
und auswärtigen Gäste. Er gab einen kurzen Rückblick über die
Geschichte und das Wirken des für die Gemeinde und die jüdischen Kurgäste
Bad Kissingens segensreichen Vereins. Ohne die Verdienste der Einzelnen
besonders hervorzuheben, betonte der Redner mehr die persönliche, nicht
an die Öffentlichkeit tretende Tätigkeit der Mitglieder im Dienste der Nächstenliebe.
Er benutzte die Gelegenheit, wirkungsvoll auf die zeitnahen Aufgaben des
Vereins hinzuweisen und schloss mit dem Wunsche, dass die Feier des 100.
Geburtstages in glücklicheren Zeiten erfolgen möge. Die Rezitation des
113. Psalms durch Herrn Kantor und Lehrer Steinberger und den
Synagogenchor leitete über zur Festpredigt der Herr Bezirksrabbiner Dr.
Ephraim. Unter Zugrundlegung der Psalmstelle Kap. 89 Vers 3: ‚Aulom
chesed jibone’, ‚die Welt besteht durch die Liebe’ würdigte er in
ausführlichen und nachdrücklichen Darlegungen die hohen Pflichten einer
Chewroh gegen Arme, Kranke und Verstorbene. Der Prediger richtete die
Aufforderung an die Gemeinde, allseitig wie einstens in der Gründungszeit
des Vereins auch heute wieder die Verpflichtungen ganz in altjüdischem
Sinne auf sich zu nehmen und zu tragen. Worte, die zur rechten Stunde
gesprochen, ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Es erfolgte sodann eine
Gedenkfeier für die verstorbenen Vorstandsmitglieder. Mit dem gemeinsamen
Gesang des Jigdal schloss der feierliche Gottesdienst." |
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Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Mai
1935:
Derselbe Bericht wie in der Zeitschrift "Der Israelit". |
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde und zu einzelnen Kurgästen
Moses Herzfeld führt das Hotel seiner Mutter fort
(1900)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 17. September 1900: "Bad Kissingen, 13. September
(1900). Wie wir von hier erfahren, hat Herr Moses Herzfeld, Sohn
der Witwe Herzfeld aus Darmstadt, deren Hotel in Bad Kissingen
übernommen. Derselbe führt es in streng ritueller Weise fort und ist das
Hotel nun das ganze Jahr geöffnet." |
Der Chief-Rabbi von London - Dr. Hermann Adler - ist in Bad Kissingen zur Kur
und besucht von hier aus Bad Homburg (1901)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1901: "Homburg
v.d.H., 27. August (1901). Der Chief-Rabbi von London, Herr Dr.
Hermann Adler, der in Kissingen zur Kur weilte, ist hierher geeilt, um
seine Schwester, Frau Kommerzienrat Israel, die hier erkrankte, zu
besuchen. Als er morgens am Brunnen erschien, bemerkte ihn der König von
England, ging auf ihn zu und begrüßte ihn auf das Herzlichste. Dr. Adler
erbat sich eine Audienz und verweilte darauf am Nachmittage längere Zeit
bei dem Könige in dessen Hotel" |
Zum Tod
von Dina Ehrenreich geb. Lonnerstädter (1901)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
19. Dezember 1901: "Bad Kissingen. Am Rosch Chodesch Kislew (= 12.
November 1901) hat die in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Frau Dina
Ehrenreich ihre letzte Ruhe gefunden. Sie war die Gattin des leider
vor zehn Jahren so früh verstorbenen jüdischen Gemeindelehrers, des
Herrn E. Ehrenreich. Sie hat es aufs Beste verstanden, ein echt
jüdisches Haus zu führen, nachdem sie im elterlichen Hause als
Tochter des ausgezeichneten Lehrers und Rabbiners Mordechai
Lonnerstädter - Gott vermehre seine Tage und Jahre - in Veitshöchheim
bei Würzburg, ein so herrliches Beispiel vor sich gesehen hatte, und mit
reichem jüdischen Wissen in die Ehe getreten war. Viel, viel musste die
Dahingeschiedene in ihrem Leben ertragen. Sie musste in den besten Jahren
den teuren Gatten verlieren, mit dem sie in harmonischer Ehe so viel Gutes
in ihrer Gemeinde gewirkt hatte. Zwei Söhne sind der Verewigten gestorben.
All das vermochte sie nicht niederzudrücken und gab ihrer Gottesfurcht
nur neue Nahrung. Mit doppelter Energie und Gewissenhaftigkeit war sie nun
allein darauf bedacht, ihre Kindern in Tora und Gottesfurcht zu
erziehen. Ihr Restaurant, das sie seinerzeit gemeinsam mit ihrem Gatten
auf Veranlassung von Frau Dr. J. Hildesheimer begründet, hat sie aus
kleinen Anfängen zu einem mustergültigen Hotel emporgehoben. Es ist
überflüssig, ein Wort über dessen Bedeutung anzufügen, nachdem es in
der jüdischen Welt einen so ausgezeichneten Ruf genießt. In diesem
Berufe hat Frau Ehrenreich ihren Wohltätigkeitssinn reichlich betätigt
an Armen jeder Konfession, ohne dass die Öffentlichkeit, bis nach ihrem
Tode, viel davon erfahren hätte. Für die Gesamtheit wirkte sie ebenso
energisch, trotz ihrer vielen, häuslichen Pflichten, als Mitglied des
'Jüdischen Frauenvereins'.
Von der tiefen Trauer um ihren Heimgang gab die große Teilnahme an ihrer
Bestattung beredten Ausdruck. Mit Rücksicht auf den Rosch Chodesch
(Monatsbeginn) mussten die Herren Dr. Tachauer - Würzburg und
Distrikts-Rabbiner Dr. Stein Schweinfurt, am Grabe selbst von einem
würdigenden Nachrufe absehen. Herr Dr. Stein hat dann während der
Trauerwoche im Trauerhause in innigen Worten ein Lebensbild der
Verstorbenen gezeichnet und der großen Trauer um sie Ausdruck
verliehen. Möge der Allgütige der alten Mutter, den Geschwistern
und den Kindern der frommen Verstorbenen Trost verleihen und ihnen die
Kraft geben, den schweren Verlust zu ertragen, und möge ihr Andenken den
Kindern, die ganz in ihrem Sinne fortleben und wirken, zum Segen
gereichen." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1901:
"Anlässlich des leider so früh erfolgten Heimgangs unserer
geliebten Mutter sind uns so zahlreiche Beweise aufrichtiger Teilnahme
geworden, dass es uns unmöglich ist, jedem Einzelnen, wie wir es wohl
möchten, zu danken. Deshalb bitten wir an dieser Stelle unseren innigen
Dank entgegen zu nehmen.
Bad Kissingen, 21. November 1901. Geschwister Ehrenreich". |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16.
Dezember 1901: "Bad Kissingen. Hôtel Ehrenreich.
Durch verschiedene Anfragen sehen wir uns veranlasst, unsere werten
Gäste und Bekannten ergebenst mitzuteilen, dass wir das von unseren
Eltern - seligen Andenkens - dahier betriebene Restaurant in
derselben, streng religiösen Weise weiterführen werden. Wir danken für
das unseren seligen Eltern entgegengebrachte Vertrauen und bitten,
dasselbe auch auf uns übertragen zu wollen. Hochachtend! Geschwister
Ehrenreich". |
Hinweis auf den Augenarzt Dr.
Ludwik Zamenhof, Schöpfer des
Esperanto (1911 zur Kur in Bad Kissingen)
(Hinweis von Roland Schnell, Zamenhofs
Blog )
Der Augenarzt Dr. Ludwik Leizer Zamenhof (1859-1917)
war im Juli 1911 erstmals zur Kur in Bad Kissingen. Damals war er im
Gästehaus Franconia untergebracht. Er war der Schöpfer des Esperanto:
1887 hatte er in Warschau eine Broschüre mit den Grundlagen dieser
Kunstsprache vorgestellt. An ihn erinnert seit 1991 in Bad Kissingen der
"Esperanto-Platz" beim ehemaligen Gästehaus Franconia an der
Ecke Schonbornstraße/südliche Bismarckstraße.
vgl.Artikel vom 18. Juli 2011 in der "Main-Post": "Der
Esperanto-Erfinder war Kurgast in Bad Kissingen". Link
zum Artikel.
Link zu dem oben eingestellten Foto
von Dr. Ludwig und Klara Zamenhof in Bad Kissingen (Esperanto-Muzeo).
vgl. auch Wikipedia-Artikel
zu Dr. Zamenhof. |
Stiftung einer aus Odessa stammenden jüdischen Frau und ihre Beisetzung im
jüdischen Friedhof Bad Kissingen (1913)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom
5. September 1913: "Bad Kissingen, 29. August (1913).
Eine aus Odessa stammende jüdische Frau testiert die Zinsen ihres
1.600.000 Frank betragenden Vermögens für Kurzwecke mit der Bestimmung,
das 3/4 des Ertrages jüdischen, 1/4 christlichen Kurbedürftigen zukommen
sollte. Vor dreißig Jahren hatte die Frau in Kissingen die einzige
Tochter verloren. Auf einer Erholungsreise war die Frau im Winter zu Genf
plötzlich verstorben und auf dem kommunalen Friedhofe beigesetzt worden.
In dem Testamente hatte die Verstorbene den Wunsch ausgedrückt, an der
Seite ihres Kindes begraben zu werden. Die Leiche wurde daher ausgegraben
und vor einigen Tagen unter großer Beteiligung auf dem israelitischen
Friedhofe zu Kissingen beigesetzt. Herr Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger
widmete der großen Wohltäterin einen warm empfundenen Nachruf. Auch der
Vertreter der Stadtgemeinde brachte den Dank für die hochherzige Stiftung
und den bekundeten Edelsinn zum Ausdruck." |
Eisernes Kreuz für den Stabs- und Regimentsarzt,
Badearzt Dr. Wahle (1915)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 11. März 1915: "Seligenstadt, 3. März (1915). Dem Stabs-
und Regimentsarzt im 8. Bayerischen Infanterie-Regiment, 2. Armeekorps
Herrn Dr. med. Wahle, Badearzt in Bad Kissingen, wurde das Eiserne
Kreuz verliehen." |
Zum Tod von Klara Seelig (1920)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22.
April 1920: "Bad Kissingen, 8. April (1920). Im hohen Alter
von fast 75 Jahren starb nach schwerem Leiden Frau Klara Seelig,
die Gattin des langjährigen hiesigen Schochet Isaak Seelig. Eine
würdige, bescheidene Frau, die durch ihr feines Wesen, gepaart mit
echtjüdischer Frömmigkeit, allseits bekannt und hochgeschätzt war.
Ihrem Manne stand sie als wahre wackere Frau, ihren Kindern, die
sie in ihrem Sinne zu echten Jehudim erzog, als treusorgende Mutter zur
Seite. Bei der Beerdigung, die ein getreues Bild gab von der großen
Beliebtheit der Verstorbenen, schilderte Herr Distriktsrabbiner Dr. S.
Bamberger an der Hand kerniger Toraworte das vorbildliche Wesen
dieser edlen Frau unter Berücksichtigung der Zeit, die eine eigentliche Trauerrede
untersagte. Alsdann nahm in ergreifenden Worten der Sohn der Verblichenen,
Lehrer Seelig aus Bad Orb, Abschied von
der geliebten Mutter. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Todesanzeige für Isaac Seelig (1923)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
23. August 1923:
"Unser geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder
Herr Isaac Seelig - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen
-
wurde uns nach dreitägiger Krankheit durch den Tod entrissen.
Bad Kissingen, Friedberg i.H., 3. Elul 5683 / 15. August 1923.
In tiefem Schmerze: Familien Seelig und Tachauer."
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Im Haus Ehrenreich wird eine Sanatoriumsabteilung
eröffnet (1927)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 5. Mai 1927: "Bad Kissingen, 26. April (1927). Einem
oft geäußerten Wunsche Rechnung tragend, wird Anfang Mai in Bad
Kissingen im Hause Ehrenreich (dem früheren Dr. von Sohlern'schen
Sanatorium) eine Sanatoriumsabteilung eröffnet werden. Die
Küchenführung untersteht der Familie Jeidel (welche ihr bekanntes
Hotel-Restaurant Ehrenreich unverändert weiterführt); die ärztliche
Leitung übernimmt der bekannte Badearzt und Facharzt für innere Medizin
Dr. M. Ehrenreich. Die Behandlung durch andere Kissinger Ärzte ist aber
auch gestattet. Unsere Glaubensgenossen werden gerne vernehmen, dass ihnen
hierdurch Gelegenheit geboten ist, die berühmten Kissinger Kurmittel in
einem Sanatorium genießen zu können, in welchem auch den strengsten
religiösen Ansprüchen Genüge geleistet wird." |
Samuel Guggenheim aus Worms ist zum 50. Mal Kurgast in Bad
Kissingen (1927)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
2. Juni 1927: "Bad Kissingen, 19. Mai (1927). Unser Bad
kann von dem seltenen Ereignis berichten, dass ein Gast zum fünfzigsten
Male zum Kurgebrauch Einkehr hält. Es ist dies unser Glaubensgenosse Herr
Samuel Guggenheim aus Worms. Die Räume des Hotel Ehrenreich, in
welchem der Jubilar seit Jahren wohnt, hatten sich aus diesem Anlass in
einen Blumengarten verwandelt. Möge es dem rüstigen Herrn noch oft vergönnt
sein, die heilkräftigen Quellen unserer schönen Saalestadt aufsuchen zu
können." |
Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Koffy Silberschmidt
(1928)
Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. April 1928:
"Am 30. März verstarb in Frankfurt am Main nach längerem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden
Herr Rechtsanwalt Dr. Koffy Silberschmidt
Bad Kissingen, stellvertretender Vorsitzender der Tagung des Verbandes
Bayerischer Israelitischer Gemeinden.
Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen Mann, der die eifrigste
Hingabe an die Aufgaben des Verbandes mit dem strengsten
Gerechtigkeitsgefühl und der lautersten Gesinnung verband. Wie er seiner
Gemeinde und seinem Bezirke stets ein kluger Berater und aufopfernder
Freund war, so stellte er seine ganze Persönlichkeit der religiösen
Gemeinschaft des Landes in unermüdlicher und tatkräftiger Arbeit zur
Verfügung. Wir werden sein Andenken stets in Ehren behalten. München,
12. April 1928.
Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dr. Neumeyer - Dr.
Silberschmidt." |
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Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung"
vom 1. Mai 1928: "Bad Kissingen. (Aus technischen Gründen
verspätet). Am 30. März verschied nach mehrmonatiger schwerer Krankheit
im jüdischen Krankenhaus zu Frankfurt am Main, noch nicht fünfzig Jahre
alt, Herr Rechtsanwalt Dr. Silberschmidt von Bad Kissingen. Ein
Mann von gerader, vornehmer Gesinnung, ein treuer Bekenner des
konservativen Judentums ist mit ihm dahingegangen. Im bayerischen Judentum
hat er sich als stellvertretender Präsident der Tagung des bayerischen
Landesverbandes einen geachteten Namen erworben. Am 2. April fand auf dem
Frankfurter jüdischen Friedhof die Beerdigung statt. In Anbetracht des
Monats Nissan beschränkte sich Herr Rabbiner Dr. Horowitz
(Frankfurt am Main) auf wenige Worte des Dankes an den Verblichenen und
des Trostes an die Hinterbliebenen. Herr Bezirksrabbiner Dr. Bamberger (Bad
Kissingen) sprach im Namen der Gemeinde und des Israelitischen Kurhospizes
in Bad Kissingen, dessen Vorstandschaft der Verstorbene angehört und dem
er durch Rat und Tat seine Dienste gewidmet hat. Im Auftrage der
Kultusgemeinde Bayreuth, der Heimatgemeinde des Entschlafenen,
überbrachte Herr Rabbiner Dr. Salomon (Bayreuth)
den Angehörigen den Ausdruck herzlicher Teilnahme. Dem trauernden Bruder
will die Gemeinde für seine treue, hingebungsvolle, ehrendienstliche
Arbeit Dank und Verehrung darbringen. In der Zeit seiner beruflichen
Ausbildung hatte der Verblichene dank seiner musikalischen Befähigung den
Gottesdienst durch Chorgesang ausgestaltet und verschönt. Ein Ehrengrab,
das die Gemeinde angeboten, konnte von der Familie leider nicht angenommen
werden. Namens des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden
würdigte Herr Justizrat Dr. E. Strauß (München) die Verdienste
des Entschlafenen. Seit Beginn der Tätigkeit des Verbandes stand er als
zweiter Präsident der Tagung an hervorragender Stelle und hat noch auf
der letzten Tagung in Fürth in mühevoller Arbeit umsichtig und
verbindlich die Verhandlungen geleitet. Seinen Rat und seine Arbeit wird
der Verband sehr vermissen. Abschiedsgrüße überbrachten noch Herr Justizrat
Dr. Bulheller von Bad Kissingen im Auftrage der dortigen Anwälte, Herr
Oberstudienrat Freudenberger (Würzburg) für die Franken-Loge und
Herr Dr. med. Mayer von Bad Kissingen für Burschenbund Wirzeburgia.
Durch alle Reden klang die Trauer um einen Mann, der das Reine ehrte, die
Treue wahrte und seinem Judentum lebte. Seiner Gemeinschaft wie der
Gesamtheit diente er mit gleicher Liebe. Ehre seinem Andenken! Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
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Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 1. Mai 1928:
"Durch das Hinscheiden des Rechtsanwalts Herrn
Dr. Koffy Silberschmidt
hat unser Verein einen großen Verlust erlitten. Er gehörte seit vielen
Jahren unserer Verwaltung an. In dem Heimgegangenen verlieren wir einen
Mann, der stets mit eifriger Hingabe die Interessen unseres Vereins
förderte und uns stets ein kluger Berater war. Wir werden sein Andenken
jederzeit in Ehren behalten.
Bad Kissingen, den 17. April 1928.
Verein Israelitisches Kurhoospiz, Bad Kissingen. Rabbiner Dr.
Bamberger, Vorsitzender." |
Dr. J. Bamberger ist 25 Jahre als Arzt in Bad Kissingen tätig
(1928)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19.
April 1928: "Kissingen, 15. April (1928). Mit Beginn der Saison
1928 sieht Herr Dr. J. Bamberger auf seine 25-jährige Tätigkeit
als Arzt in Bad Kissingen zurück." |
Todesanzeige für Henriette Rosenthal (1928)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15.
November 1928:
"Unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter, Schwester und Tante
Frau Henriette Rosenthal
verschied am Heiligen Schabbat Paraschat Chaje Sara (= 10.
November 1928) unerwartet rasch kurz vor vollendetem 70. Lebensjahr.
Bad Kissingen, Halberstadt, Berlin, Frankfurt am Main, 11. November
1928.
Im Namen der Trauernden Hinterbliebenen:
Hermann Rosenthal und Frau, Hugo Rosenthal und Frau, Heinrich Adler und
Frau nebst Enkelkindern." |
Gedächtnisfeier zum Todestag des Würzburger
Rabbiners Seligmann Bär Bamberger (1928)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
1. November 1928: "Bad Kissingen, 17. Oktober (1928). Am
zweiten Tage von Sukkot, dem 50. Todestage des unvergesslichen
Würzburger Raw seligen Andenkens, fand in der hiesigen Synagoge im
Anschluss an Mussaf eine Gedächtnisfeier zu Ehren des großen Führers
in Israel statt. Frei von jeder Trauerstimmung - wie er ausdrücklich
erwähnte - schilderte Herr Rabbiner Dr. Bamberger das Lebensbild des
großen Führers der damaligen Gemeinde Würzburg, ja, der deutschen
Judenheit und zeigte an Hand vieler Beispiele, welch großen Einfluss der
große Raw bei allen behördlichen Stellen hatte. - Sein Wirken und
Schaffen, das heute noch segensreichen Einfluss ausübt, möge auch uns
zum Verdienst sein." |
Zum Tod von Rifka Jeidel (1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 15. August 1929: "Frau Rifka Jeidel - sie ruhe in
Frieden. Kissingen, 12. August (1929). Weit über Deutschland hinaus,
man darf sagen, in allen Weltteilen, wo in jüdischem Kreise das Heilbad
Kissingen und damit verbunden das 'Haus Ehrenreich' bekannt ist, wird die
Kunde vom Heimgang der Frau Rifka Jeidel bitteren Schmerz
auslösen. Vor zwei Jahren ging ihr Gatte, Emil Jeidel, der wiese
Talmudgelehrte, der edle Mensch und Musterjude, zu früh von dannen.
Wie Frau Rifka Jeidel, Tochter eines vornehmen jüdischen Hauses in
Kissingen, die Gesinnung, die Ideale, die Arbeit des seltenen Mannes im
Betriebe, in der Familie, in der Erziehung der Kinder, in der Erhaltung
des Torageistes im Hause, in der Ausübung stiller Wohltat in einem langen
glücklichen Eheleben teilte, so setzte sie nach seinem Tode sein Werk
fort. Ein schweres Leiden verhinderte seit anderthalb Jahrzehnten ihre
Bewegungsfreiheit. Aber sie blieb mit Herz und Hand am Werke, vom
Hintergrunde aus mit einem Mutterauge voller Liebe das Ganze überschauend
und betreuend. Wahre Mutter war sie auch den Gästen, die von weit und
breit sich in den Sommermonaten im Hause einfanden, denen am meisten, die
ihres Rates und ihrer Hilfe bedurften. Viele Institutionen, auch in
Frankfurt, wissen ihr goldenes Herz zu preisen, wenn sie auch nicht davon
reden durften, ohne ihr Feingefühl zu verletzen. Das Andenken von Vater
und Mutter lebt in den Kindern, die ganz Geist von ihrem Geiste sind.
Dieser Geist wird auch fernerhin das Haus, die Familie wie die Stätte der
jüdischen Gastlichkeit beseelen.
Die Bestattung gestaltete sich am Donnerstag Nachmittag zu einer
imposanten Kundgebung der Trauer und Verehrung. Neben der gesamten
Gemeinde Kissingen waren auch viele auswärtige Trauergäste erschienen
und wohl alle hier in den beiden unter Aufsicht stehenden Häusern
weilenden Kurgäste. In der Friedhofshalle entwarf zuerst Herr
Distriktsrabbiner Dr. Bamberger in längerer Rede ein ergreifendes
Lebensbild von der würdigen Frau des unvergesslichen Mannes, die, wie sie
seinen Lebensweg teilte, ihm nun nach kurzer Zeit in die Ewigkeit folgt.
Erschütternd wirkte es, als danach der greise 'Wilkomirer Raw' in
der Sprache und Melodie seiner Heimat Klage über die seltene Frau
anstimmte, erschütternd auch auf diejenigen, die, ohne Sprache und Art
des Rabbi zu verstehen, doch herausfühlten, wie sich hier ehrliche Trauer
um ein gutes Menschenherz, das zu schlagen aufhörte, spontan Bahn brach.
Zuletzt wusste Herr Redakteur S. Schachnowitz, Frankfurt am Main,
ein langjähriger Freund der Familie, warme Töne der Trauer anzuschlagen
und letzten Dank auszusprechen im Namen vieler, die heute da waren oder
von der Trauerkunde erst später erreicht werden.
Die Sonne senkte sich zur Neige, als wir die letzten Schollen auf den
frischen Grabhügel warfen. Möge ihr Sechus (Verdienst) ihren Kindern
beistehen und auf ihrem Werke ruhen. Ihre Seele sei eingebunden in den
Bund des Lebens." |
25-jähriges Amtsjubiläum von Nathan Bretzfelder als Stadtrat
(1931)
Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. Januar 1931: "Jubiläum und Ehrung von Stadtrat
Bretzfelder in Bad Kissingen.
Bad Kissingen, Januar 1931. Eine seltene Feier konnte Herr Stadtrat N.
Bretzfelder hier am Neujahrstage begehen. Es jährt sich zum 25. Mai der
Tag, seitdem Herr Bretzfelder ununterbrochen ehrenamtlich der Stadtverwaltung
Bad Kissingen angehört. Vom Jahre 1905 bis Mitte 1919 war er Mitglied des
Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten, von da ab Stadtratsmitglied. Zu
Ehren des Jubilars und seines verdienstvollen Wirkens beschloss der
Stadtrat in der Sitzung vom 23. Dezember vorigen Jahres, ihm eine
künstlerisch gefertigte Anerkennungsurkunde zu verleihen; ebenso wurde
der Vorschlag des Vorsitzenden gebilligt, an den Jubilar Einladung zur
Einzeichnung in das Goldene Buch der Stadt ergehen zu lassen.
Oberbürgermeister Dr. Pollwein begab sich am Neujahrstage in das Haus
Bretzfelder, um dem Jubilar in dessen Familienkreise die
Anerkennungsurkunde persönlich zu überreichen und ihn gleichzeitig in
das Goldene Buch einzeichnen zu lassen. Unter gleichzeitiger Überreichung
eines Blumenkorbes hielt das Stadtoberhaupt eine längere ehrende
Ansprache, in der es unter anderem zum Ausdruck brachte, dass der Ehrentag
ein berechtigter Anlass zu dreifacher Freude sein könnte, für den
Jubilar selbst, für die Familienangehörigen, aber auch für die
Stadtverwaltung; für letztere sei das Jubiläum aber auch Gelegenheit zur
Bekundung aufrichtigen Dankes für das uneigennützige, verdienstvolle
Wirken im Dienste des Gemeindewohles im Laufe von zweieinhalb Jahrzehnten.
Herr Stadtrat Bretzfelder dankte in bewegten Worten dem Vertreter der
Stadt für die ehrenvolle Auszeichnung und stellte eine Spende für
wohltätige gemeinnützige Zwecke zur Verfügung." |
Zum Tod des Großindustriellen und Philanthrop - Kurgast in Bad Kissingen - Michael
Nassatisin (1931)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20.
August 1931: "Bad Kissingen. Plötzlich verstarb hier der
in London ansässige Großindustrielle und zionistische Philanthrop
Michael Nassatisin. Er kam unter zahlreicher Beteiligung auf den
Friedhof zu Bad Kissingen zur letzten Ruhe. Nach der Gedenkrede des Herrn
Distriktsrabbiners Dr. Bamberger, ergriff Ussischkin das Wort zu einer
ergreifenden Ansprache, in der er u.a. mitteilte, dass die Gebeine des
Verstorbenen nach Erez Jisroel überführt werden
sollen." |
Links
Foto von Michael Nassatisin aus dem Wikipedia-Artikel
zu Michael Nassatisin. |
Der Philanthrop und Kunstsammler Dr. James Simon - Kurgast in
Bad Kissingen - feiert seinen 80. Geburtstag (1931)
Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. Oktober 1931: "Bad Kissingen. Anlässlich
des 80. Geburtstages des in diesen Tagen viel gefeierten Philanthropen und
Kunstsammlers Dr. h.c. James Simon ließ die Israelitische
Kultusgemeinde Bad Kissingen dem Jubilar, der sich hier zur KUr aufhielt,
ein Blumenarrangement mit einem Glückwunschschreiben
überreichen." |
Zum Tod des "Wilkomirer Raw" - Kurgast in Bad Kissingen - (1935)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 5. Dezember 1935: "Rabbi Arjeh Leib Ruin, der 'Wilomirer
Raw' - das Andenken des Gerechten ist zum Segen.
Nach dem rasch aufeinander erfolgten Heimgang weltberühmter Gaonim
blieben uns noch einige wenige große Toraführer in der Welt, zu denen
wir in doppelter Verehrung hinaufschauten. Nun hat sich auch dieser kleine
Kreis wieder gelichtet. Der Wilkomirer Raw, Rabbi Arjeh Leib Rubin, ist am
Mittwoch, den 1. Kislew, von uns gegangen...
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildungen anklicken.
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Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeigen des Speisewirts David Hartmann (1845 / 1846 / 1847)
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom
23. Juni 1845: "Empfehlung.
Nachdem ich meine Speisewirtschaft derart erweitert und eingerichtet habe,
dass ich allen Anforderungen verehrlicher Badegäste bestens entsprechen
zu können im Stande bin, so zeige ich dieses unter dem Beifügen an, dass
ich für gute Speisen und Getränke, sowie für gute Bedienung die
möglichste Sorge tragen werde. Es wird jeden Mittag table d'hôte und
Abend nach der Karte in einem großen geräumigen Saale meines Hauses
gespeist. Auch bin ich erbötig, Logis-Bestellungen zu übernehmen und
aufs Beste zu besorgen.
David Hartmann, israelitischer Speisewirt in Bad
Kissingen." |
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Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22.
Juni 1846: "Empfehlung.
Bei der bevorstehenden Badesaison beehrt sich Unterzeichneter den
verehrlichen israelitischen Badegästen, seine sehr zweckmäßig
eingerichtete Speisewirtschaft zu empfehlen. Ich werde für gute Speisen
und Getränke, sowie für gute Bedienung alle mögliche Sorge tragen und
wird jeden Mitte table d'hôte und Abend à la carte gespeist.
David Hartmann, israelitischer Speisewirt in Bad
Kissingen." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 15. Juni 1847:
Derselbe Text wie 1846. |
Anzeigen der Restauration von G. Maier (1868 / 1872)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6.
Mai 1868: " |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1872: "Bad
Kissingen.
Die israelitische Restauration von G. Mayer, Ostendstraße Nr. 340,
streng religiös und nach den Vorschriften der Bade-Ärzte eingerichtet,
empfiehlt sich den verehrlichen Badegästen aufs Angelegentlichste und
verspricht reelle und aufmerksame Bedienung. Eröffnung am 15.
Mai." |
Lob des Schochet J. Schatt aus Tauroggen, Kurgast in
Bad Kissingen (1870)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3.
August 1870: " |
Anzeigen des Israelitischen Hotels Schwed (1872 / 1874 / 1885)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. April 1872:
"Das koschere Hôtel Schwed in Bad Kissingen ist seit Eröffnung der
Eisenbahn auch außer der Kurzeit das ganze Jahr geöffnet und empfiehlt
sich den verehrten israelitischen Geschäftsreisenden, sowie Familien zu
Hochzeitsfesten mit der Versicherung billiger und bester
Bedienung." |
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Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5.
Mai 1874: "Bad Kissingen. Israelitisches Hôtel 'Schwed' mit
Pavillon, seit 1826 bestehend, empfiehlt sich auch für dieses
Jahr allen verehrlichen Badegästen hochachtungsvollst." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar
1885: "Bad Kissingen. Koscheres Hôtel Schwed,
auch im Winter geöffnet.
Koscheren Wein aus Jerusalem.
Versehen mit Stallung für Equipage der Herren Geschäftsreisenden.
Gratisbillard für Wein- und Stammgäste. Verehrten Gönnern bestens
empfohlen." |
Stellungnahme des Israelitischen Hotels
"Europäischer Hof" zu einer Anzeige von Rabbiner Bamberger
(1884)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli
1884: " |
Werbung für die jüdischen Restaurationen
(1890)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
25. August 1890: |
Anzeige des Hotels Herzfeld (1902)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
31. Juli 1902: |
Verlobungsanzeige
von Rifka Ehrenreich und Emil Jeidel (1903)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April
1903:
"Statt besonderer Anzeige:
Rifka Ehrenreich - Emil Jeidel
Verlobte.
Bad Kissingen Theresienstraße - London Nr.
46 Pyrland Rd. Canonbury." |
Anzeige der Bäckerei H. Baumblatt
(1903)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
19. November 1903: |
Anzeige von Frau Eisenburg (1905)
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom
14. April 1905: |
Anzeigen des Hotels Ehrenreich (1904 / 1911) - sowie Bericht über
Veränderungen im Hotel (1906)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1904:
"Metzger gesucht.
Hotel Ehrenreich, Bad Kissingen." |
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Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. April 1906:
"Bad Kissingen. Hotel Ehrenreich, welches den israelitischen
Kurgästen als vorzügliches Haus nicht unbekannt sein dürfte, ist durch
Ankauf eines Nebenhauses mit Garten bedeutend vergrößert worden und
bietet seinen Besuchern jeden Komfort der
Neuzeit." |
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Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom
13. Januar 1911: "Für die Saison 1911 suche ich mehrere
streng religiöse junge Mädchen für Küche und Büffet. Offerten
nebst Angabe der bisherigen Tätigkeit, des Alters und der
Gehaltsansprüche, unter Beifügung von Bild und Zeugnisabschriften
erbeten.
Einige Kochlehrmädchen werden ohne gegenseitige Vergütung
angenommen. Hotel Ehrenreich, Bad Kissingen." |
Anzeige des Manufaktur- und Wäschegeschäftes Arthur
Grünebaum (1929)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7.
Februar 1929: "Suche zum baldigen Eintritt, spätestens Mai einen kräftigen
Lehrling. Samstag und Feiertage geschlossen. Kost und Logis außer dem
Hause. Vergüte über Tarif.
Arthur Grünebaum, Bad Kissingen, Manufaktur- und
Wäschegeschäft." |
Hochzeitsanzeige von Fritz Löwenthal und Flora
Grünebaum sowie Norbert Grünebaum und Dina Jeidel (1931)
Anzeige in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 8.
Oktober 1931: "Gott sei gepriesen.
Fritz Löwenthal - Flora Grünebaum. Wuppertal - Ronsdorf - Bad
Kissingen
Norbert Grünebaum - Dina Jeidel. Bad Kissingen
geben ihre - so Gott will - am Sonntag, den 11. Oktober 1931 - am
1./2. Chäschwan - im Hotel Ehrenreich, Bad Kissingen stattfindenden
Trauungen bekannt.
Wir bitten, uns freundlichst zugedachte Telegramme abzulösen." |
Anzeige der Pension Tachauer (1937)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3.
Juni 1937:
"Suche für meine Pension zur Mithilfe ein religiöses Mädchen.
Offerten an Pension Tachauer, Bad Kissingen." |
Weitere Erinnerungen an jüdische Gewerbebetriebe
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
| Bestellung
des Kaufmanns Hermann Holländer (1893)
(Geschäft am Marktplatz Holländer-Stern, Kurzwaren usw.) an die
Eisenhandlung J. Eisenheimer in Schweinfurt |
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Die Bestellung
Hermann Holländers wurde am 18. Oktober 1893 nach Schweinfurt geschickt.
Anmerkung: Hermann Holländer wurde ungeachtet seines schlechten
Gesundheitszustandes in der Pogromnacht November 1938 verhaftet.
Holländer hatte beim Versuch, seine brennende Garage zu löschen, einen
schweren Zusammenbruch erlitten. Trotz einer umgehenden Operation verstarb
er zwei Tage nach der Operation. Er wurde, da alle Männer verhaftet
waren, von Frauen der Gemeinde beigesetzt (Beck/Walter: Jüd. Leben S.
127-129; Binder/Mence: Nachbarn der Vergangenheit S. 138). |
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| Bestellung
des Bäckers Hermann Baumblatt (1897) (Badgasse in Bad Kissingen) an
die Eisenhandlung J. Eisenheimer in Schweinfurt |
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Die Bestellung
Hermann Baumblatts wurde am 7. Januar 1897 nach Schweinfurt geschickt;
Anmerkung: Hermann Baumblatt und seine Frau Sara geb. Neuburger wurden im
Mai 1942 in das Jüdische Unterkunftshaus nach Würzburg gebracht, von
hier im September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie umgekommen
sind. Der Töchter Martha gelang Anfang Januar 1937 die Auswanderung nach
Tel Aviv (Beck/Walter Jüd. Leben S. 143). |
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Historische
Ansichtskarte (1902)
Marktplatz Bad Kissingen
mit dem Kurzwarengeschäft Wittekind
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries) |
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Abgebildet ist
eine sogenannte Präge- oder Relief-Karte, die am 24. Juli 1902 von Bad
Kissingen nach Frankfurt am Main verschickt wurde. Familie Wittekind war
mindestens seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Bad Kissingen
ansässig. |
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Historische
Ansichtskarte (ca. 1925/30)
Marktplatz Bad Kissingen mit dem Konfektionsgeschäft von Solms
Heymann |
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Solms Heymann
gründete 1878 ein Konfektionsgeschäft, zunächst in der Ludwigstraße,
später am Marktplatz, Ecke Badgasse. Als Spezialitäten führte es
Herrenartikel, Wäsche, Blusen, Korsetts, Schützen, Frottierwäsche,
Handschuhe. Solms Heymann trat 1891 in die Feuerwehr ein; 1908 war er
Mitbegründer des SPD-Ortsverbandes. Solms Heymann und seine Frau Adele
geb. Baum sind nach der Deportation im Ghetto Theresienstadt umgekommen
(siehe Binder/Mence: Nachbarn der Vergangenheit S. 136-137). |
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Historische
Ansichtskarten (ca. 1925/30)
Marktplatz Bad Kissingen mit dem Modehaus von Max Kissinger |
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Familie Kissinger
hatte über viele Jahre und mehrere Generationen eine Maßschneiderei am
Marktplatz 18 (rechts Ausschnittvergrößerung der Postkarte). Letzte
Inhaber waren Albert mit seinem Sohn Ernst. Ihnen gelang die Emigration
nach Palästina, wo Ernst Kissinger mit seiner Frau Oda wieder eine
Schneiderei aufbaute (Binder/Mence: Nachbarn der Vergangenheit S.
139). |
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| Postkarte an Max Kissinger
(1915) |
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Die Ansichtskarte
aus Würzburg wurde an Max Kissinger am 9. November 1915 verschickt
(liebevolle Anrede: "Liebes Mäxchen") |
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| Postkarte an
Ernst Kissinger (1915) |
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Die
Ansichtskarte aus Würzburg wurde an Ernst Kissinger gleichfalls am 9.
November 1915 verschickt (dieselbe Absenderin wie oben) |
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