Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bergen (Bergen-Enkheim, Stadt Frankfurt am Main) 
mit Fechenheim (Stadt Frankfurt am Main)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
      
Im Bereich von Bergen, Enkheim und Bischofsheim (heute Maintal-Bischofsheim) lebten Juden bereits im Mittelalter. 1331 wird "Moyses de Enkeym" genannt, 1344 lässt Sanewel (Samuel) von Bischofsheim die Gewährung eines Darlehens in die Frankfurter Gerichtsbücher eintragen. Es ist nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich, dass dieses Bischofsheim genannt ist. Für Bergen liegt eine erste indirekte Erwähnung aus dem 15. Jahrhundert vor, als der Jude Burghardt von Bergen 1437 in Babenhausen aufgenommen wurde. 
  
Die Entstehung der neuzeitlichen jüdischen Gemeinde geht auf das 17./18. Jahrhundert zurück. 1680 wird der Jude Aron in Bergen genannt, 1686 Itzig zu Bergen, der sich im Pferdehandel betätigte. 1736 und 1754 lebten in Bergen je 85, in Bischofsheim zehn jüdische Einwohner.  Im gesamten 18. und 19. Jahrhundert betrug der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Bergen zwischen 8 und 10 % der Gesamtbevölkerung. Die jüdischen Familien lebten zunächst fast ausschließlich vom Handel mit Vieh und Waren. Seit der Mitte des 19. Jahrhundert haben mehrere von ihnen Ladengeschäfte und Handlungen eröffnet. Einige hatten auch Handwerksberufe erlernt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bergen mehrere jüdische Viehhändler, Pferdehändler, Getreidehändler, Schuh- und Textilwarenhändler sowie acht bis neun Metzger. Acht bis 10 Portefeuiller stellten zuhause Taschen usw. für die Offenbacher Lederwarenfabriken her. An Geschäften gab es auch Spielwaren- und Küchengeräte-Läden sowie eine Likör- und Spirituosenfabrik, die jüdischen Kaufleuten gehörten. Die jüdischen Familien lebten vor allem im Bereich um das Rathaus beziehungsweise die Marktstraße. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1890 mit 246 Personen erreicht. 
    
An Einrichtungen der Gemeinde gab es bis 1853 ein jüdisches Gemeindezentrum in der früheren Rathausgasse mit Betsaal (s.u.), Schule und Wohnung des Lehrers/Vorbeters sowie ein Friedhof (ab 1924 neuer Friedhof). Die jüdische Konfessionsschule (Elementarschule) wurde 1844 in das Schulgebäude der ehemaligen unierten Schule (Rathausgasse 4) verlegt. Nach 1853 war die Schule im Synagogengebäude in der Erbsengasse. Die jüdische Konfessionsschule bestand noch bis 1924, als sie nur noch von sechs Schülerinnen und Schülern besucht wurde. Es gab verschiedene jüdische Vereine, insbesondere die Israelitische ältere Männerkrankenkasse, die Israelitische jüngere Männerkrankenkasse, der Verein für Gegenseitigkeit (Ziele Unterstützung Hilfsbedürftiger und Bestattungswesen), der Israelitische Frauenverein (Ziele: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Gesellschaft), der Freundschaftsclub. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Siegfried Hahn (geb. 1.2.1893 in Fechenheim, gef. 19.8.1917), David Hess (geb. 1.4.1882 in Bergen, gef. 30.6.1918), Julius Hess (geb. 12.12.1894 in Bergen, gef. 30.7.1918), Salli Hess (geb. 9.2.1888, gef. 20.5.1915), Siegfried Hess I (geb. 23.10.1885 in Bergen, gef. 20.4.1916), Gefreiter Siegfried Heß II (geb. 27.1.1889 in Bergen, gef. 25.11.1918), Max Levi (geb. 10.5.1885 in Bergen, gef. 17.5.1915), Siegfried Levi I (geb. 28.7.1893, gef. 11.6.1915).
   
Nach dem Ersten Weltkrieg, als neben den in Enkheim wohnenden jüdischen Personen auch diejenigen in Fechenheim zur Gemeinde Bergen gehörten (1932 waren dies in den beiden Orten zusammen 45 Personen), nannte sich die Gemeinde zeitweise "Jüdische Gemeinde Bergen-Fechenheim". 
   
Um 1925
, als etwa 200 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (ca. 2,85 % von ca. 7.000 Einwohnern) waren die Vorsteher der Gemeinde Moses Hirsch und Oscar Wolf. Als Lehrer, Kantor und Schochet war (bereits seit 1902, siehe Bericht unten) Emanuel Heinemann angestellt (auch 1932). 1932 waren die Vorsteher Julius Straus und Adolf Hess. 
     

Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 145 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen (insbesondere nach Frankfurt) beziehungsweise ausgewandert (insbesondere USA). Die Boykottmaßnahmen trafen u.a. den Arzt Dr. Rudolf Freudenberger (1933-38 letzter Vorsitzender der jüdischen Gemeinde), aber auch alle anderen überwiegend in der Markstraße befindlichen jüdischen Geschäfte: 21 von ihnen mussten bis 21 geschlossen beziehungsweise arisierte werden, neun weitere bis Dezember 1938. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Synagoge demoliert (s.u.), zahlreiche jüdische Wohnungen überfallen und geplündert, die Bewohner misshandelt. Ein Großteil der jüdischen Männer wurde in so genannte "Schutzhaft" genommen und in das KZ Buchenwald verschleppt. auch 1939/40 kam es immer wieder zu Misshandlungen jüdischer Personen und Überfällen auf jüdische Häuser. Die jüdischen Familien mussten gemeinsam in so genannte Judenhäuser ziehen. Diejenigen, die nicht auswandern konnten, wurden im Mai und September 1942 von Bergen aus deportiert.    
     
Von den in Bergen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem):   
a) Von Frankfurt aus deportierte Personen, die ihren Wohnsitz ehemals in Bergen hatten: Katinka Altheimer (1883), Sophie Altheimer (1869), Bernhard Appel (1875), Frieda Appel geb. Schönthal (1876), Berta Aumann geb. Östreich (1913), Chlothilde Aumann (1899), Jossy Aumann (1941), Judis Aumann (1940), Sally Aumann (1897), Mathilde (Tilda) Bachheimer geb. Schatzmann (1873), Helga Bing (1926), Rosa Bing geb. Dach (1889), Siegfried Bing (1886), Röschen Cahn geb. Rosenthal (1860), Moritz Fuld (1886), Gustav Goldschmidt (1873), Tilli Goldschmidt geb. Stern (1884), Jacob Grodteczinsky (geb. ?), Mina Grodteczinsky geb. Stern (1888),  Frieda Grünebaum (geb. ?), Johanna Grünebaum geb. Hahn (1870), Rebekka Grünebaum (1898), Sally Grünebaum (1891),  Ida Gutenstein geb. Wolf (1855), Gustav Hahn (1873), Jacob Hahn (1872), Johanna Hahn geb. Ehrmann (1875), Johanna Hahn geb. Strauss (1876), Johanna Hahn geb. Strahlheim (1909), Ludwig Hahn (1904), Melina Hahn geb. Frank (1884), Sally Hahn (1893), Sigmund Hahn (1878), Moritz Hess (1859), Betty Hirsch geb. Reis (1864), Fina Hirsch (1889), Fredericke Hirsch geb. Stock (1900), Friedrich Nathan Hirsch (1888), Harro Heinz Hirsch (1919), Heinrich Hirsch (1889), Hermann Hirsch (1889), Jona Hirsch (1902), Max Hirsch (1874), Rosa Hirsch geb. Grünebaum (1892), Selma Hirsch (1872), Betty Lehmann geb. Jakob (1875), Greta Lichtenstein geb. Dach (1890), Sara Linz geb. Fuld (1886), Rosa Löwenthal (1884), Johannette Marx geb. Hess (1882), Erna Mayer geb. Kahn (1898), Bella Nachmann (1906), Johanna Nathan geb. Hahn (1873), Salomon Nathan (1872), Bertha Rosenthal geb. Hirsch (1876), Mina Rosenthal geb. Schott (1872), Simon Rosenthal (1864), Karoline Rothschild geb. Rosenthal (1863), Julius Schott (1869), Frieda Stadel geb. Hirsch (1872),  Fanny Stern geb. Strauss (1873), Julius Stern (1884), Antonie Strauss geb. Stern (1874), Julius Strauß (1882), Dora Strauß geb. Hess (1887), Fritz Tannenwald (1924), Isidor Tannenwald (1885). 
b) Von Bergen aus deportierte Personen: Henny Ehrmann geb. Hahn (1893), Leopold Ehrmann (1881), Bella Grünebaum (1901), Emma Grünebaum geb. Wetterhahn (1875), Emma Hahn geb. Rosenberg (1897), Frieda Hahn (1903), Jenny Hahn (1905), Karoline Hahn geb. Grünebaum (1868), Hermann Hahn (1888), Henriette (Jettchen) Hess geb. Strauss (1881), Klara Hess (1883), Johanna Hess geb. Morgenthau (1859), Nathan Hess (1878), Paula Hess (1895), Siegfried Heß (1881), Frieda Hirsch geb. Hirsch (1896), Jettchen Hirsch geb. Kaufmann (1863), Joachim Hirsch (1929), Johanna Hirsch (1887), Otto Hirsch (1901), Wilhelm Hirsch (1890), Emil Levi (1883), Sophie Levi geb. Löb (1886), Ella Seligmann geb. Brückheimer (1876), Meier Seligmann (1872), Adolf Stern (1870), Emma Strauss geb. Nussbaum (1882), Minna Weil geb. Hess (1890), Richard Weil (1930), Walter Siegfried Weil (1928). 
      
     
     

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters und Schächters 1878 / 1902 

Bergen HS Israelit 10071878.jpg (66330 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Juli 1878: "Bekanntmachung. Die israelitische Lehrerstelle für den gesamten Jugendunterricht in Bergen, mit welcher zugleich die Vorsängerstelle in der dasigen Synagoge verbunden ist, wird mit dem 1. August diesen Jahres vakant. Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der erforderlichen Zeugnisse binnen vier Wochen bei unterzeichneter Stelle einreichen. Gehalt 900 Mark neben freier Wohnung und 90 Mark für Feuerung. Hanau, den 1. Juli 1878. Königliches israelitisches Vorsteheramt. Hamburger".
   
Bergen Israelit 07041902.jpg (72829 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. April 1902: "Die erledigte Elementarlehrer- und Vorsängerstelle bei der Synagogengemeinde Bergen soll wieder besetzt werden. Das Grundgehalt beträgt bei freier Wohnung Mark 1200, der Einheitssatz der Alterszulage Mark 150.- Für Heizung des Schullokals wird eine Entschädigung von Mark 85,71 gewährt. Bewerber wollen ihre Meldungen mit den erforderlichen Zeugnissen bis zum 18. dieses Monats anher einreichen. 
Hanau, 3. April 1902. 
Das Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Bamberger."

          
25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Emanuel Heinemann (1927)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1927: "25-jähriges Dienstjubiläum. Am 16. Juni waren es 25 Jahre, dass Herr Lehrer Emanuel Heinemann von der Regierung in Kassel als Lehrer an der israelitischen Volksschule in Bergen bei Frankfurt am Main angestellt worden war. Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, ihrer Anhänglichkeit an ihren Lehrer und Kultusbeamten durch eine würdige Feier in der Synagoge Ausdruck zu verleihen. Die ganze Gemeinde und viele Ehrengäste versammelten sich in dem herrlich geschmückten Gotteshause. Herr Kantor J. B. Levy begrüßte den Jubilar mit dem Vortrage des Japhetschen 'Boruch habo'. Hierauf widmete der Gemeindeälteste Herr Julius Strauß dem Gefeierten im Namen der Gemeinde herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung. Nach dem Minchagebet bestieg Herr Provinzialrabbiner Dr. Gradenwitz - Hanau die Kanzel und feierte in groß angelegter Festrede im Anschluss an die Sidroh den Jubilar als den Helden, der Kaleb gleich sich von dem größten Teil seiner Genossen unterschied, 'weil ein anderer Geist in ihm war und er ganz erfüllt war mir nach.' Er rühmte die schönen Erfolge des Lehrers und wünschte ihm Frische des Geistes und Gesundheit des Körpers für ein rüstiges Weiterschaffen im Dienste seiner Gemeinde und des Judentums. Herr Kreisvorsteher Dr. Koref - Hanau überbrachte die Glückwünsche des Vorsteheramtes der Israeliten zu Hanau in längeren Ausführungen und wie auf das friedvolle Verhältnis hin, wie es stets in Bergen zwischen Lehrer und Gemeinde in vorbildlicher Weise herrschte. Herr Lehrer Sulzbacher - Hanau übermittelte im Anschlusse an Worte der Sidroh dem Freund und Kollegen Gruß und Glückwunsch des Vereins israelitischer Lehrer im Bezirk Kassel. Mit sichtlicher Rührung nahm Herr Heinemann die Huldigung seiner früheren Schüler und Schülerinnen, ausgesprochen von Fräulein Johanna Appel. Der Jubilar bestieg nun selbst die Kanzel, um einen Rückblick zu werfen auf das Vierteljahrhundert seiner Wirksamkeit und seine Rede in Worte des Dankes für die ihm zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten ausklingen zu lassen. Nach dem Vortrage des 'Zadik katomor jifroch' durch Herrn Kantor Levi versammelten scih Ehrengäste und Gemeindeälteste im Hause des Jubilars zu einer familiären Feier, wobei noch Herr Lehrer Weingarten - Hanau dem Kollegen seinen Glückwunsch aussprach. So war eine echt jüdische Feier gefeiert worden, die alle Beteiligten mit voller Befriedigung und bleibender Erinnerung erfüllte.  
Nachwort der Schriftleitung: Im Namen des Bundes gesetzestreuer Lehrer entbieten wir unserem lieben Kollegen und treuen Mitgliede herzlichen Glückwunsch und 'Glückauf zum Goldenen Jubiläum!'".  

   
  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben 
     
Feier zum 100. Geburtstag des Wohltäters Sir Moses Montefiori in Bergen (1884)     

Bad Kissingen Israelit 03111884.jpg (68536 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" 3. November 1884: "Im Bade Kissingen hielt Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger eine weihevolle Festrede (sc. aus Anlass des 100. Geburtstages von Sir Moses Montefiore); die Gemeinde sandte ein Beglück-Wünschungstelegramm an den Jubilar.- Sämtliche Rabbiner Unterfrankens, sowie Vorstand und Kuratoren der Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg richteten eine Adresse an den allverehrten Sir Moses. – Ähnliches wird uns aus Bergen bei Langen (Großherzogtum Hessen) berichtet, wo Herr Lehrer Strauß alle Herzen durch seinen Vortrag erfreute und erbaute."            


60-jähriges Jubiläum der Israelitischen Männerkrankenkasse (1890)  

Bergen Israelit 17031890.jpg (127872 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1890: "Bergen bei Frankfurt am Main. Am 19. vorigen Monats beging die hiesige ältere Männerkrankenkasse zur Erinnerung ihres 60jährigen Bestehens und zum Andenken an die durch Anregung ihres derzeitigen ersten Vorstehers, des Herrn Lazarus Heß vollzogene Reorganisation des Vereins eine Feier, deren herrlicher Verlauf auch weiteren Kreisen mitgeteilt zu werden verdient. 
Nach Abhaltung des Jom Kippur Katan in der Synagoge, versammelten sich von den 65 Mitgliedern des Vereins 55 im Saale des Gasthauses zur schönen Aussicht, um nach Vorlesung und geschehener Unterschrift der neuen Statuten ein gemeinschaftliches Mahl einzunehmen. An den Toast auf Herrn Raphael Heß I., der bereits an der Wiege des Vereins gestanden und welcher durch Unwohlsein verhindert war, dem Feste beizuwohnen, schloss sich eine Reihe von Reden und Toasten an. Der Geist der Eintracht rief eine gehobene Stimmung hervor, in welcher der größte Teil der Festgäste bis über Mitternacht hinaus zusammen verblieb. Es seien noch hier als Beweis, dass auch in unserer Gemeinde der Wohltätigkeitssinn schöne Blüten treibt, einige Notizen über das Vereinswesen angebracht. Es bestehen dahier noch eine jüngere Männer- und Frauenkasse, ein Zweigverein des deutsch-israelitischen Kinderheimes und ein erst neu gegründeter ‚Verein zur Gegenseitigkeit’, dessen Mitglieder sich die Aufgabe gesteckt, bei Krankheits- und Todesfällen die Pflichten des Gemilut Chesed (Wohltätigkeit) zu handhaben. H. Ehrmann."

  
Jüdische Volksversammlung in Bergen auf Veranlassung des "Frankfurter Zionistischen Vereins" (1907)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Mai 1907: "Bergen bei Frankfurt. Am Sonntag, den 28. April, fand auf Veranlassung des 'Frankfurter Zionistischen Vereins' eine jüdische Volksversammlung in Bergen statt, der ungefähr die Hälfte der dortigen jüdischen Einwohner beiwohnte.   
Herr Dr. J. Feuchtwanger eröffnete mit einigen einleitenden Worten die Versammlung und erteilte Herrn Rechtsanwalt Dr. S. Schwarzschild das Wort zu dem Thema: Wie ist die Lage der Juden zu verbessern? In formvollendeter Weise entledigte sich der Referent in einstündigem Vortrage seiner Aufgabe und resümierte seine Ausführungen dahin, dass nur durch den Zionismus eine Gesundung und vollständige Heilung des jüdischen Volkslebens zu ermöglichen sei und empfahl allen Anwesenden in warmen beredten Worten den Anschluss an die zionistische Organisation.  
In die Debatte griff mehrmals Herr Lehrer Heinemann aus Bergen ein, der es mit seiner religiösen Überzeugung nicht vereinbaren kann, einer Partei beizutreten, die in einem Lande, auf dem der Fluch liege, eine neue jüdische Heimstätte schaffen will. Ihm traten die Herren Dr. Feuchtwanger und Goitein entgegen, die aus einer Reihe von Prophetenstellen überzeugend nachwiesen, wie hoch das Gebot in Palästina zu arbeiten, einzuschätzen sei. Den Ausführungen dieser Herren, die von dem Referenten und den Herren Hirsch und Sondheimer wirkungsvoll unterstützt wurden, gelang es, die Beweisgründe des Herrn Lehrer Heinemann gegen den Zionismus zu entkräften und eine verhältnismäßig große Reihe von Schekelzahlern in Bergen zu gewinnen. Die Versammlung fand erst gegen 11 Uhr ihr Ende."      

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Todesstrafe gegen den Mörder von Herrn Hamburger aus Bergen (1872) 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1872: "Frankfurt am Main. Unsere Leser werden sich des in vorigem Winter in Frankfurt am Main an einem israelitischen Handelsmann verübten schrecklichen Raubmordes erinnern. In einem der belebtesten Stadtteile, in dem Hausgange eines besuchten Wirtshauses, wurde am hellen, lichten Tage in der Mittagsstunde der 67-jährige Hamburger aus Bergen bei Frankfurt ermordet und beraubt. Der Mörder, namens Völker, stand am verflossenen Pessach-Feste vor den Assisen, wurde von den Geschworenen schuldig befunden und in Folge dessen von dem Gerichtshofe zum Tode verurteilt. In Rumänien wäre er sicherlich freigesprochen worden."  

  
Kaufmann Leopold Hirsch wird erster Vorsitzender des Kriegervereins (1907)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. März 1907: "Bergen bei Frankfurt am Main. Zum ersten Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins wurde der Kaufmann Leopold Hirsch, ein Veteran von 1870, fast mit Stimmeneinheit (nur drei Stimmen fielen aus) gewählt, was umso bemerkenswerter ist, als unter den 130 Mitgliedern des Vereins nur vier Juden sind und Bergen früher eine Hochburg des antisemitischen Dr. Böckel gewesen ist."     

 
Diamantene Hochzeit von Lazarus Heß und seiner Frau (1908)  

Bergen FrfIsrFambl 13031908.jpg (14145 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. März 1908: "Bergen bei Frankfurt am Main. Das Lazarus Heß'sche Ehepaar feierte die Diamantene Hochzeit."

   
Zum Tod von Leopold Herz, Bergen (gest. 1925 in Gelnhausen)
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Oktober 1925: "Gelnhausen, 7. Oktober (1925). ...  
Acht Tage später, am 2. Tag von Sukkot (= Sonntag, 4. Oktober 1925) betteten wir an seine Seite das älteste männliche Mitglied unserer Kehillo, Leopold Herz, Bergen, der einer alteingesessenen gutjüdischen hiesigen Familie entstammte. Plötzlich, ohne vorheriges Kranksein, ereilte ihn mitten in der Unterhaltung im Hause eines seiner Schwiegersöhne im Alter von 79 Jahren am Rüsttage des Laubhüttenfestes der Tod. In ihm verliert unsere Gemeinschaft ebenfalls einen Mann, der für die Erhaltung des Kultus in traditionellem Sinne nach bestem Können bestrebt war, der Pflege jüdischen Geistes Interesse entgegenbrachte und über den religiösen Abfall der Jugend häufig Worte der Klage und des Tages fand. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."         

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige von Moritz Hirsch (1898)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. September 1898: 
"Haushälterin gesetzten Alters, per sofort gesucht. 
Moritz Hirsch
, Bergen bei Frankfurt am Main."    

 
Anzeige von Metzgermeister Adolf Stern (1904)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1904: 
"Metzger-Lehrling. 
Suche
per sofort einen kräftigen Jungen, aus guter Familie. Derselbe kann sich in Rinds- und Kälbermetzgerei gründlich ausbilden. Samstags geschlossen. 
Adolf Stern
, Bergen bei Frankfurt am Main."           

   
Verlobungsanzeige von Lea Hirsch und Dr. Julius Heinemann (1930)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1930: "Gott sei gepriesen. 
Lea Hirsch - Dr. jur. Julius Heinemann.
Rechtsanwalt. 
Verlobte.  Lohr am Main  - Fulda / Bergen. 1. Siwan (= 28. Mai 1930)".    

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge       
    
Auf Grund der Zahl der jüdischen Einwohner dürfte spätestens Anfang des 18. Jahrhunderts eine Synagoge beziehungsweise ein Betsaal eingerichtet worden sein. Diese erste "Judenschule" befand sich in einem Gebäude in der früheren Rathausgasse (heute: Am Berger Spielhaus), die im Volksmund auch "Rewwesgaß" hieß: hier wohnte der Rabbiner = Rewwe. Wo er wohnte, war zugleich die Schule und im Oberstock ein Bet- und Versammlungssaal. 
   
Mitte des 19. Jahrhunderts war die erste Synagoge zu klein und nicht mehr den Ansprüchen der Zeit gewachsen. Die Gemeinde entschloss sich zum Neubau einer Synagoge, die 1854 feierlich eingeweiht werden konnte.  
 
1894 konnte das 40-jährige Bestehen des Synagoge festlich begangen werden.  

Bergen HS Israelit 13101894.jpg (63999 Byte) Bergen, 9. Oktober (Jubiläum der israelitischen Gemeinde). Am 1. Oktober waren es 40* Jahre, dass die hiesige Synagoge ihrer Bestimmung übergeben wurde. Von der Synagogengemeinde wurde deshalb dieser Tag festlich begangen. Am Freitag Abend fand eine religiöse, sowie eine unterhaltende Vorfeier statt. Nach einem am Samstag abgehaltenen Frühgottesdienst erfolgte um 9 Uhr die feierlich Überbringung einer neuen Sefer Tora, deren Einweihung mit dem Feste verbunden war, vom Schullokal nach dem Oron-Hakodesch (Toraschrein), wo unter den üblichen Zeremonien die alten Torarollen aus- und die neuen eingehoben wurden. Ein Gebet für den Landesfürsten wurde gesprochen. Die Festpredigt hielt Herr Grünebaum. Ein Chorgesang beschloss die Feier. Abends fand ein gut besuchter Ball in den Sälen des Gasthauses "Zur schönen Aussicht" statt. 
*) im Artikel steht fälschlicherweise 50 Jahre.

1929 wurde das 75jährige Bestehen der Synagoge feierlich gegangen. 

Bergen Israelit 14111929.jpg (286820 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. November 1929: "Jubiläumsfeier in Bergen. Das 75-jährige Bestehen der hiesigen Synagoge war der Anlass zu einer Feier, die in  den Annalen der hiesigen Gemeinde einzig dasteht. Nachdem am Freitagabend und Schabbatmorgen feierliche Gottesdienste stattgefunden hatten, bei welcher Lehrer Heinemann Bedeutung und Zweck eines Gotteshauses und des Gebetes in längerer Ausführung würdigte, fand am Sonntagnachmittag die offizielle Feier statt. 
Es hatten sich zu derselben in der festlich geschmückten Synagoge neben Herrn Provinzial-Rabbiner Dr. Gradenwitz - Hanau, Herr Kreisvorsteher Rechtsanwalt Dr. Koref - Hanau, die Herren Gemeindeältesten von Hanau und anderer Orte des Landkreises, zwei Herren des Vorstandes der Synagogengemeinde Frankfurt am Main, die evangelischen Geistlichen von Bergen und Enkheim, ein Vertreter des durch Amtshandlungen verhinderten katholischen Geistlichen, Bürgermeister und Ortsvorstand, Gemeinderäte, beide Herren Amtsgerichtsräte, Herr Postmeister, der Rektor und eine Anzahl Lehrer sowie viele auswärts wohnende, von hier stammende Damen und Herren und die ganze Gemeinde eingefunden. Die Synagoge war überfüllt wie noch nie. 
Der Gemeindeälteste, Julius Strauß, bedauerte, dass sein älterer Kollege, Herr Moritz Hirsch, durch Krankheit am Erscheinen verhindert sei, und begrüßte alle Ehrengäste und Festteilnehmer in sehr herzlicher Weise. Darauf folgte ein geschichtlicher Vortrag des Lehrers Heinemann, der erzählte, dass schon im 15. Jahrhundert Juden in Bergen wohnten und einen Rückblick über die Verhältnisse der Gemeinde in den letzten 100 Jahren hielt mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Synagoge. 
Nun folgte eine von Begeisterung getragene Festrede des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Gradenwitz, der über Entstehung von Gotteshäusern seit ältesten Zeiten im Geiste auch speziell seitens unserer Väter sprach und Zweck und Bedeutung derselben in feurigen Worten darlegte. 
Es folgten herrliche Reden seitens des Herrn Kreisvorstehers Rechtsanwalt Dr. Koref, des Herrn Bürgermeisters Zins, des Herrn Amtsgerichtsrates Neus, des Herrn evangelischen Pfarrers von hier, eines Vertreters des katholischen Pfarrers, des Herrn Justizrats Dr. Blau - Frankfurt am Main, des Herrn Rektors der hiesigen christlichen Schulen, des Herrn Gemeindeältesten Sichel - Hanau, der im Namen seiner Gemeinde ein Festgeschenk in Form eines schönen Bechers überreichte. 
Alles, was die nichtjüdischen Redner sprachen, war eine wahre Heiligung des Gottesnamens. 
Die Reden waren umrahmt und unterbrochen von herrlichen jüdischen Gesängen, die ein Frankfurter Chor unter Leitung des Herrn Dr. Ehrenreich mustergültig vortrug und einigen schönen musikalischen Stücken auf Klavier, Violine und Klarinette von hiesigen Musikern dargeboten. Nachdem die Behörden und nichtjüdischen Kreise die Synagoge verlassen hatten, wurde Mincha und Maariw gebetet. 
Ein solennes Festmahl in der 'Schönen Aussicht', gewürzt von ernsten und heiteren Reden, musikalischen und humoristischen Darbietungen, vereinigte am Abend nochmals die Vertreter der bürgerlichen Gemeinde mit der Festgemeinde und viele auswärtige Gäste mit unserem verehrten Provinzialrabbiner und Kreisvorsteher. 
Die Synagoge war aufs herrlichste geschmückt und wurde durch freiwillige Spenden mit Teppichen belegt; und für die Torarollen wurde auf gleichem Wege ein schönes silbernes, vergoldetes Schild beschafft, das am Fest-Schabbat erstmals seiner Bestimmung geweiht wurde.  
Herr Provinzialrabbiner Dr. Gradenwitz nahm während der Abendunterhaltung Anlass, Lehrer Heinemann durch den Chower-Titel auszuzeichnen und teilte ihm solches nachträglich nochmals in einem ehrenvollen Schreiben mit. 
Das Fest wird allen Teilnehmern in ewigem Gedächtnis bleiben."   

Neun Jahre nach diesem festlichen Jubiläum später wurde die Synagoge beim Novemberpogrom 1938 geschändet und zerstört. SA-Leute zerschlugen unter tatkräftiger Unterstützung durch Personen aus Bergen, insbesondere auch Jugendliche mit Beilen, Äxten und anderen Werkzeugen die gesamte Inneneinrichtung und deckten das Dach ab. Die Synagoge wurde wenig später abgebrochen.  
      
Am 6. Mai 1962 wurde am Synagogenstandort eine Gedenktafel (Bronzetafel, 60 x 59,5 cm, Gestaltung: Werkkunstschule Offenbach, Ltg. Karlgeorg Höfer) angebracht. Sie trägt die Inschrift: "Mein Haus soll ein Bethaus sein allen Völkern  Jesaja 56/7 und  Siehe nicht schläft noch schlummert der Hüter Israels Psalm 121/4. In diesem Hof stand die Synagoge, das Bethaus unserer jüdischen Mitbürger. Es wurde erbaut im Jahre 1853 und zerstört am 10./11. November 1938".   
   
   
Adresse/Standort der Synagoge

Alte Judenschule auf Grundstück Rathausgasse 10  
Synagoge 1854-1938 in der Conrad-Weil-Gasse 5 

   
   
Fotos
(Quelle: Informationsseiten der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim mbH)

Bergen Synagoge 010.jpg (123433 Byte) Bergen Synagoge 011.jpg (70055 Byte) Bergen Synagoge 050.jpg (219884 Byte)
Vor der alten "Judenschule" in der
 Rathausgasse 1912/13
(Leo Baeck Institut New York) 
  
Die Ruine der Synagoge Bergen - zwei
 Tage nach der Zerstörung 
(Hessisches Hauptstaatsarchiv)
  
Gedenktafel für die Synagoge. 
(Foto: Hannelore Hummel) 
  Foto in hoher Auflösung im Wikipedia-Artikel 
 https://de.wikipedia.org/wiki/Bergen_(Bergen-Enkheim)   

    


    
Links und Literatur   

Links: 

Ausführliche Informationsseiten mit zahlreichen Abbildungen zur jüdischen Geschichte in Bergen-Enkheim (erstellt im Zusammenhang mit einer Ausstellung durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim mbH
Seite zur Gedenktafel für die Synagoge Bergen 
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Frankfurt-Bergen 

Quellen:   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Bergen-Enkheim    
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Bergen-Enkheim sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,55    Geburtsregister der Juden von Bergen-Enkheim   1825 - 1857   enthält auch Fechenheim  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289741     
HHStAW 365,64    Trauregister der Juden in Bergen-Enkheim   1829 - 1881  enthält auch Fechenheim sowie einen Hinweis auf die Einweihung der Synagoge in Bergen-Enkheim am 12. Oktober 1854 und die erste dort vollzogene Trauung im Dezember 1854    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3553145      
HHStAW 365,54    Geburtsregister der Juden von Bergen-Enkheim  1857 - 1878  enthält auch Fechenheim  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2083507      

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 85 (Artikel Bischofsheim). 
Helmut Ulshöfer: Jüdische Gemeinde Bergen-Enkheim 1933-1942. Frankfurt 1988. 
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 65-66.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 149-150.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 401-402. 
Peter Heckert: Jüdisches Leben in Maintal. Online zugänglich   

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bergen  Hesse-Nassau. Established in the early 18th century, the community numbered 129 (10 % of the total) in 1835. It maintained an elementary school, built a new synagogue (1854), and grew to 223 in 1895. Affiliated with the rabbinate of Hanau, it also had members in nearby Fechenheim and a population numbering 148 in 1925. The Nazi boycott forced Jews to leave and only nine remained on Kristallnacht (9-10 November 1938) when the synagogue's interior was destroyed. Among the 55 Holocaust victims were 28 Jews deported in 1942.   
        
          

                   
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Stand: 29. März 2017