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Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Schlüchtern bestand eine bedeutende jüdische
Gemeinde bereits im Mittelalter. Bereits am Anfang des 13. Jahrhunderts
dürften Juden in der Stadt gelebt haben. Auf dem alten jüdischen Friedhof in
Schlüchtern wurden 1235 34 Märtyrer aus Fulda beigesetzt, denen die
Ermordung von christlichen Kindern am Weihnachtsabend nachgesagt wurde. Im 14.
Jahrhundert flüchteten mehrere jüdische Familien aus Fulda nach
Schlüchtern, wo sie Aufnahme fanden. Einige von ihnen stammten ursprünglich
aus Frankreich beziehungsweise aus Spanien und Portugal. Von großer
Berühmtheit ist der jüdische Minnesänger Rabbi Isaak alias Süßkind von
Trimberg (R. Isaak hamachuna Süßkind me Trimberg, geb. 1218, gestorben um
1298). Er stand unter dem Schutz Albert von Trimbergs, der Schirmherr des
Klosters Schlüchtern und Gerichtsherr in der Stadt war. Süßkind von Trimberg
kam immer wieder nach Schlüchtern, wo er nach dem Schlüchterner Memorbuch
(1694 angelegt) auch gestorben und im alten jüdischen Friedhof beigesetzt
wurde.
Auch im benachbarten Steinau lebten Juden im Mittelalter. Das jüdische
Wohnviertel war im Bereich des Steinweges. Im Zusammenhang mit der
Judenverfolgung in der Pestzeit wurde die Gemeinde vernichtet. Danach gab es am
Ort keine jüdische Gemeinde mehr. Einige Überlebende konnten später wieder in
der Umgebung leben (in dem 1496 abgegangenen Ort Ratzerod, zwei sephardische
Familien in Schlüchtern), andere wanderten nach Polen aus.
Im 18. Jahrhundert wurden an jüdischen Einwohnern gezählt: 1707 13
Familien, 1753 90 jüdische Einwohner, 1761 17 Familien, 1776 105 Personen, 1787
33 Familien.
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie
folgt: 1811 41 Familien, 1827 287 jüdische Einwohner (15,5 % von insgesamt
1.878 Einwohnern), 1835 298 (14,1 % von 2.114), 1861 274 (12,6 % von 2.172),
1871 277 (11,7 % von 2.371), 1880 362 (14 %), 1885 372 (14,1 % von 2.635), 1895
375 (13,7 % von 2.745), 1905 395 (13,2 % von 2.998). Zur jüdischen Gemeinde
Schlüchtern gehörten auch die wenigen in Elm leben jüdischen Personen
(1835 16, 1861 2, 1905 4 Personen).
An Einrichtungen bestanden in der streng orthodox geprägten Gemeinde: eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule (Religionsschule, zeitweise Elementarschule; im Schulhaus neben
der Synagoge, heute das der ehemaligen Synagoge benachbarte Wohnhaus beim
Kuki-Schaukasten), ein rituelles Bad (im Schulhaus) sowie
ein eigener Friedhof (beziehungsweise zwei
Friedhöfe). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.
Unter den Lehrern sind bekannt: More Schwarzschild (1867-ca. 1918), Lehrer Hes
(1921), Berlinger (um 1924/28), Kohn (bis 1930), danach Ludwig
Seckbach.
Im 19. Jahrhundert war Schlüchtern Rabbinatssitz. Es amtierten als
Rabbiner bis 1836 Michel Abraham Gabriel, von 1836 bis 1874 Dr. Moses
Schwarzschild, dessen Sohn More Schwarzschild über 50 Jahre Lehrer in der
Gemeinde war.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Emil Levi (geb.
31.7.1891 in Schlüchtern, gef. 1.10.1918), Julius Levi (geb. 21.5.1878 in
Kassel, gef. 22.7.1916),
Emil Oppenheimer (geb. 5.6.1887 in Schlüchtern, gef. 13.4.1918), Aron
Rothschild (geb. 5.6.1885 in Schlüchtern, gef. 25.12.1916), Max Rothschild
(geb. 30.12.1896 in Schlüchtern, gef. 21.4.1917), Michael Max Rothschild (geb.
15.9.1885 in Schlüchtern, gef. 25.9.1915),
Isidor Seelig (geb. 7.12.1895 in Schlüchtern, gef. 17.8.1918), Hermann Seelig
(geb. 8.10.1887 in Schlüchtern, gest. an der Kriegsverletzung 29.12.1919), Arthur Schwarzschild
(geb. 5.5.1890 in Schlüchtern, gef. 6.5.1917) und Gefreiter Max Sondheimer
(geb. 27.5.1893 in Schlüchtern, gef. 15.9.1914). Außerdem ist gefallen: Isak Rothschild (geb. 18.9.1894 in
Schlüchtern, vor 1914 in Schweinfurt wohnhaft, gef. 21.11.1915).
Hinweis: in verschiedenen Listen wird zusätzlich der Offiziersstellvertreter
Alexander Hanauer in der Gefallenenliste von Schluchtern (mit Geburtsort Schlüchtern
(Hessen) geführt; die Recherchen von Elisabeth Böhrer ergaben jedoch die
eindeutige Zuordnung von Hanauer zur Gemeinde Schluchtern
in Baden.
Um 1924, als etwa 400 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten,
waren die Vorsteher Jakob Hirsch Rothschild (Vorsteher seit 1903; siehe
unten Bericht zu seinem 25-jährigen Amtsjubiläum 1928) und David Goldschmidt. Als Religionslehrer
war Lehrer Berlinger tätig, als Kantor und Schochet Wolf Brünn. An der
Religionsschule wurden 52 Kinder unterrichtet (1931/32: 36 Kinder). An jüdischen
Vereinen bestanden die Vereinigte Alte und Junge Brüderschaft (1932
unter Leitung von Leo Sichel, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung
Hilfsbedürftiger und Kranker, 1932 70 Mitglieder), der Frauenverein
e.V. (gegründet etwa 1875, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung
Hilfsbedürftiger, 1932 unter Leitung von Lea Rothschild), die Gemeinde-Armenkasse
(1932: Örtliche Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege. Freiwillige
Armenkasse für Wohlfahrts- und Wanderarmenfürsorge, gegründet 1910,
Träger: Synagogengemeinde, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung
Hilfsbedürftiger und Wanderfürsorge, 1932 Vorsitzender Meier Wolf, 60
Mitglieder) sowie einen Mendelssohn-Verein (Vorsitzender Hugo Wolf). Die
Gemeinde war dem Rabbinatsbezirk Hanau zugeteilt. 1932 waren die Vorsteher
der Gemeinde: Meier Wolf (1. Vors.), Lion Goldschmidt (2. Vors.) und Leo
Rothschild (3. Vors.). Als Lehrer war inzwischen Ludwig Seckbach angestellt. Als
Kantor wirkte weiterhin Wolf Brünn.
1933 lebten etwa 400 jüdische Personen in der Stadt. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bereits im Sommer
1933 sind 91 Personen aus Schlüchtern weggezogen, Ende 1939 wurden nur noch 29
jüdische Einwohner gezählt, 1942 noch 26. Die meisten verzogen in andere
Orte/Städte, etwa 50 Personen konnten emigrieren (30 in die USA, 9 nach
England, 6 nach Palästina, einige nach Holland, Frankfurt und Südafrika). Beim
Novemberpogrom 1938 kam es zu schweren Ausschreitungen in der Stadt:
dabei wurde die
Synagoge geschändet und verwüstet (s.u.), die Ritualien verbrannt. Der
alte jüdische Friedhof wurde geschändet. Die Männer der jüdischen Gemeinde
wurden für mehrere Wochen in das KZ Buchenwald verschleppt.
Von den in Schlüchtern geborenen und/oder längere Zeit
am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen
(Angaben nach den Listen von Yad Vashem,
Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", ergänzt nach den Angaben
auf der Gedenkstele des alten jüdischen Friedhofes in Schlüchtern): Rosa
Abeles geb. Katz (1893), Abraham Adler (1875), Adolf Adler (1893), Bernhard
Adler (1878), Betti Adler geb. Wolf (), Emilie Adler geb. Mann (1871), Emma
Adler (), Hanna Adler geb. Grünebaum (1883), Johanna Adler (1883), Julie
(Julia) Adler geb. Sacki (1874 oder 1878), Löb Adler (1861), Salomon Adler (um
1870), Siegfried Adler (1908), Simon Adler (1910), Sofie Adler geb. Strauß
(1881), Thekla Adler (1887), Bella Aul geb. Reis (1883), Josef Baer (), Ida Baum
geb. Nußbaum(1899), Betty Baumann (), Bella Benario geb. Sichel (1875), Jenny Bender geb. Stern
(1878), David Berliner (1858), Betty Birk geb. Rosenbaum (1876), Fanny Birk (),
Friederike Bloch, Regina Bössmann geb. Levi (1873), Else Brandt geb. Schwarzwälder
(1893), Clara David geb. Rothschild (1884 oder 1888), Mathilde (Tilde)
Dannenbaum geb. Walter (1882), Clara David geb. Rothschild (1884), Hildegard
Denneboom geb. Preis (1919), Rosa Dinner geb. Levy (1894), Auguste Essinger
(1868), Isak Essinger (1866), Recha Frankfurter (), Johanna Freienstein (),
Rebekka Friedmann geb. Levi (), Abraham Goldschmidt (), Auguste Goldschmidt (),
Felix Goldschmidt (1895), Isak Goldschmidt (1893), Johanna Goldschmidt (), Juda
(Judel) Goldschmidt (1897), Lina Lilly Goldschmidt geb. Birk (1900), Lion
Goldschmidt (), Max Goldschmidt (), Rebecka (Ricka) Goldschmidt (1870), Rickchen
(Ricka) Goldschmidt geb. Rosenbaum (1875), Rosa Goldschmidt geb. Adler (1879),
Salomon Goldschmidt (1870), Bertha Grünebaum, Blanka Grünebaum (1919), Frieda
Grünebaum (), Hugo Grünebaum (1878), Ludwig Grünebaum (1904), Johanna Grünfeld
(1896), Rose (Rosa) Grünfeld geb. Hecht (2868), Margot Grünfeld (), Jonas
Hecht (), Lazarus Hecht (), Lina Hecht geb. Goldschmidt (1871), Max Mayer Hecht
(1881), Rebekka Hecht (), Rosa Hecht (), Johanna Heymann (), Selma Höxter geb.
Oppenheimer (1881), Kathinka Hubert geb. Adler (1881), Willi Hubert (1876),
Lilly Kahn geb. Stern (1900), Jenny Katz (), Clara Katzenberger geb. Sichel
(1884), David Katzenstein (1876), Rosa Katzenstein (), Fanny Kaufmann (), David
Levy (1900), Emanuel Levi (), Amalie Löb (), Rena Loeb (), Gretel Mantel geb.
Wolf (1894), Erna May (), Jakob May (), Flora Neuhof geb. Goldschmid (1883),
Henriette Neuhof (1886), Jakob Neuhof (1889), Leo Neuhof (1887 oder 1892), Metha
Neuhof geb. Seelig (1893), Rosel Neuhof geb. Löwenstern (1891), Sigmund Neuhof
(1878), Siegmund Neuhof (), Leopold Nossbaum (), Salomon Nossbaum (1879), Benno
Nussbaum (), Israel Nussbaum (), Moritz Nussbaum (), Toni Nussbaum geb.
Oppenheimer (1883), Cilly Oppenheimer (1886), Gidda Oppenheimer (), Ludwig
Oppenheimer (1892), Moses Oppenheimer (), Nathan Oppenheimer (1885), Rosa
Oppenheimer (), Viktor Oppenheimer (), Ernst Rosenbaum (1910), Ida Rosenbaum (),
Max Rosenbaum (), Max Rosenbaum (), Salomon Rosenbaum (), Betti (Betty)
Rothschild (1896 oder 1897), Emanuel Rothschild (1862), Hugo Rothschild (1900),
Mathilde Rothschild (1885), Meier Rothschild (), Mendel Rothschild (1862 =
Emanuel R.?), Sophie Rothschild (), Sophie Rothschild (), Berta Schloss (),
Regina Schloss (), Moritz Schwarzschild (1880), Aron Seelig (1879), Felix Seelig
(), Hannchen Seelig (), Jette (Jettchen) Seelig geb. Adler (1860), Karl Seelig
(), Bella Seemann (), Moritz Seemann (), Abraham Sichel (), Fanny Speier (),
Betty Spier geb. Rothschild (1867), Johanna Stern geb. Goldschmidt (1879), Anna
Strauss geb. Rosenberger (1884), Jenni Strauß geb. Rosenbaum (1874), Liebmann
Strauss (1883), Betti Tannenberg geb. Oppenheimer (), Albert Vogel (1884),
Hedwig Vogel geb. Katz (1891), Käthe Van der Walde (), Alfred Weil (1883),
Alfred Wallenstein (1923), David Wallenstein (1894), Emmi Wallenstein geb. Adler
(1901), Fanny Weinberg (), Recha Weinberg (), Rosa Weinstein geb. Wolf (1893),
Mathilde Wetterhahn geb. Neuhof (1880), Bernhardine Windmüller geb. Hoffmann
(1877), Bella Wolff geb. Walter (1881).
Anmerkung zur Recherche über Yad Vashem: bei zahlreichen Personen gibt es
bei Yad Vashem keine klare Unterscheidung zwischen Schlüchtern und der Gemeinde
Schluchtern
(Gde. Leingarten, Kreis Heilbronn); daher sind die ausgefüllten Blätter mit
heranzuziehen.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Die Texte sind auf einer weiteren
Seite zu Schlüchtern eingestellt (interner Link)
Zur Geschichte der Synagoge
Es ist nicht bekannt, ob bereits im Mittelalter ein Betsaal
oder eine Synagoge vorhanden war.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (vor 1671) wurde eine
Synagoge am Obertor erbaut (Obertorstraße 33). Es handelte sich um einen
Fachwerkbau mit Hallengeschoss, Satteldach, Krüppelwalmen und sechs großen
Rundbogenfenstern von 3,40 Meter Höhe (vgl. Foto unten). 1837
erfolgte ein Umbau, bei dem im Obergeschoss eine Frauenempore eingebaut
wurde. Bis 1895 wurde diese Synagoge verwendet.
Nachdem die alte Synagoge zu klein
geworden war und den Ansprüchen der Gemeinde nicht mehr genügte, wurde 1896
bis 1898 eine neue Synagoge im Bereich Grabenstraße / Weitzelstraße erbaut.
Vor dem Bau war an dieser Stelle der alte Stadtgraben zugeschüttet worden. Die Einweihung war
am 26./27. August 1898. Über die Einweihung liegt der nachfolgende
Bericht vor:
Die Einweihung der Synagoge am 27. August 1898
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. September 1898: "Schlüchtern,
28. August (1898). Die Zahl der Mitglieder der hiesigen israelitischen
Gemeinde hatte sich in den letzten zwei Jahrzehnten durch Zuzug aus den
Landgemeinden so vergrößert, dass die Synagoge denselben nicht mehr
genügend Platz bot. Da diese außerdem ringsum von einem Gebäudekomplex
dich umschlossen und die polizeiliche Schließung wegen Feuersgefahr zu
befürchten war, entschloss sich die Gemeinde unter Aufbietung aller ihrer
Kräfte ein neues Gotteshaus zu errichten.
In einem der schönsten Stadtteile, umgeben von duftigen Gärten, wurde
die neue Synagoge, prachtvoll von Außen und herrlich im Innern, im
romanischen Stile erbaut; gleichzeitig wurde der Bau eines neuen
Schulhauses mit Lehrerwohnung und einer Mikwe in Angriff genommen.
Die Einweihung der Synagoge fand vergangenen Freitag, am 26. dieses Monats
unter großen Fest- und Feierlichkeiten statt. Ich war Zeuge einer
wahrhaft freudig erhobenen Stimmung und Begeisterung, die nicht bloß bei
den Mitgliedern der hiesigen Gemeinde zum Ausbruche gelangte, die auch in
einer selten großen Anteilnahme von israelitischen Gemeinden aus der
Nähe und Ferne, deren Mitglieder zu Hunderten zu dieser Freude über
(eine Erfüllung eines) Gottesgebotes herbeiströmten, sich
dokumentierte.
Was die Festesfreude noch besonders steigerte, war der Umstand, dass man
bei dieser Gelegenheit die erfreuliche Wahrnehmung machen konnte, dass
unter den Mitbürgern der hiesigen Stadt Frieden und Eintracht herrscht,
und die 'Schmach des Jahrhunderts', der Antisemitismus, welcher den
Glaubens- und Rassenhass predigt, keinen Eingang gefunden. An den
Einweihungsfeierlichkeiten beteiligten sich der Herr Landrat, Gemeinrat
Roth, der Magistrat und die Stadtverordneten in corpore mit dem
Bürgermeister, Herrn Salomon an der Spitze. Dieselben wohnten nicht nur
dem Abschiedsgottesdienste in der alten Synagoge und der Einweihung des
neuen Gotteshauses bei, sondern schlossen sich auch dem Festzuge an. Herr
Landrat, Geheimrat Roth spendete bei Überreichung des Schlüssels zur
neuen Synagoge an Herrn Bürgermeisters, der Gemeinde für die Errichtung
des neuen Gotteshauses, das in seiner prachtvollen Schöne eine Zierde der
Stadt sei, großes Lob mit der Aufforderung, dass sämtliche Bürger der
Stadt demselben den wohlwollendsten Schutz gewähren lassen. Herr
Amtsrichter Zimmerman drückte in einem verbindlichen Schreiben an die
Synagogenältesten sein tiefes Bedauern aus, dass er amtlich verhindert
gewesen, der Festlichkeit anzuwohnen.
Um den Raum Ihres geschätzten Blattes nicht zu sehr in Anspruch zu
nehmen, versage ich mir auf die Einzelheiten der Feier einzugehen,
bemerken will ich nur, dass der Festzug und der Weihegottesdienst bei
allen Teilnehmern einen imposanten Eindruck hervorgerufen, dessen hehre
Wirkung noch lange andauern wird.
Aber besonders soll der Abschieds- und Weihereden des Herrn
Provinzialrabbiners Dr. Koref - sein Licht leuchte - aus Hanau
gedacht sein, der als bekannter Kanzelredner in tief gefühlten Worten - die
aus dem Herzen kamen und in das Herz eindrangen - die Bedeutung des
Weiheaktes in einer Weise zum Ausdruck brachte, welche die ungeteilte
Begeisterung aller Zuhörer hervorzurufen, nicht verfehlt hat. Herr
Landrat Roth drückte dem Herrn Rabbiner nach Schluss des Gottesdienstes
seine volle Anerkennung und Befriedigung aus.
Nicht minder ergötzte die Predigt beim Sabbat-Morgengottesdienst, welche
geistreich ausgeführt und von vielen Midraschim gewürzt einen
nachhaltigen Eindruck hervorgerufen hat.
Schließlich will ich nicht versäumen der Synagogenältesten, der Herren
J.M. Walther und B. Strauß und des Bauausschusses zu erwähnen, welche in
aufopferungs- und hingebungsvoller Weise die Errichtung des Prachtbaues
förderten und nicht Zeit und Mühe scheuten, um dieses Denkmal echt
jüdischer Opferwilligkeit und Zusammengehörigkeit ins Leben zu rufen.
Nicht vergessen darf ich, dass Herr Lehrer und Kantor M. Schwarzschild und
der wohlgeschulte Chor unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Leo Stern
durch ihre schöne Gesänge, welche sich allgemeinen Beifalls erfreuten,
zur Verherrlichung des Festes und des Gottesdienstes wesentlich
beigetragen haben. Auch des wohl durchdachten und mit tiefem Gefühle
vorgetragenen Prologs des Fräulein Bella Strauß vor Eröffnung der neuen
Synagoge sei hiermit lobend gedacht. Die Frauen der israelitischen
Gemeinde spendeten ein prachtvolles Parochet (Toraschreinvorhang),
ein ebensolches Herr und Frau Nathan Oppenheim aus Kassel, letztere eine
geb. Sichel aus Schlüchtern. Beide Parochot sind in dem Atelier
des Sofer (Toraschreibers) B. Grünebaum in Kassel angefertigt.
Die jüdische Gemeinde Schlüchtern hat mit dem Neubau einer Synagoge, mit
der Errichtung eines neuen Schulgebäudes in einer neuen Mikwe
Institutionen ins Leben gerufen, die der Erbauung des innern Menschen, der
religiösen Erziehung der Jugend und der Förderung des echt jüdischen
Familienlebens gewidmet sind. Möge der Geist, der aus ihnen spricht und
resultiert, der Geist der Gottesfurcht und der Menschenliebe, der Geist
der Torakenntnis und ihre Betätigung für alle Zeilen ihren nachhaltigen
Einfluss ausüben.
Es dürfte die geehrten Leser des 'Israelit' interessieren zu erfahren,
dass die hiesige israelitische Gemeinde zu den älteren Gemeinden im
deutschen Reiche zählt. Das alte Memorbuch, das bis in die Mitte des 17.
Jahrhunderts zurückreicht, erwähnt an der Spitze (es folgen mehrere
Namen).
Bei der Vertreibung der Juden aus Fulda werden mehrere große Rabbiner und
Gemeindevorsteher aufgezählt, welche sich nach Schlüchtern flüchteten
und hier auf dem jüdischen Friedhof ihre Ruhestätte gefunden haben. J.K." |
Nachtrag; Über den Architekten der
Synagoge in Schlüchtern (1898)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1898: "Schlüchtern,
3. September (1898). In der vorjüngsten Nummer Ihres Blattes waren
verschiedene Mitarbeiter des hiesigen Synagogenbaues mit Namen genannt.
Leider vergaß man des Baumeisters des ganzen Werkes, des Herrn
Architekten Joseph Beitscher aus Wiesbaden, zu gedenken. Verstand er
es doch unter Leitung des Herrn Gemeindeältesten Strauß vor allen
Dingen, den sehr knapp bemessenen Bauplatz aufs prächtigste auszunützen
und das Gefüge trotz der sehr beschränkten Mittel so zu gestalten, dass
es sich mit ähnlichen Gebäuden, nciht nur der nächsten Umgegend,
sondern selbst der benachbarten Großstädte, in jeder Beziehung messen
kann. - Von den an dem Bau beschäftigten Künstlern wollen wir Herrn
Maler Martin aus Brückenau, der seiner Aufgabe vollständig gewachsen war
und sie aufs Beste löste, nicht unerwähnt lassen.
Vergessen darf ich nicht noch zu bemerken, dass auch neben einer Anzahl
hiesiger seitens auswärtiger Familien namhafte Spenden zu dem Bau
gestiftet wurden u.a. von Gebrüder Ehrlich in Paris, Julius Stern, David
Stern's Erben, Frankfurt am Main, Hanauerlandstraße, Benario, Marktbreit,
Deutsch-Israel. Gemeindebund, Berlin
u.a.m." |
Der Neubau der Synagoge wurde als eingeschossiger Zentralbau erbaut,
größtenteils aus roten Sandsteinquadern, von neuromanischen Stilelementen geprägt
(Radfenster, Rundbogenfries usw.). Die an den vier Schnittpunkten der
Grundrissfläche erbauten Türme sind unterschiedlich hoch und haben eine
unterschiedliche Form: rechteckig, polygonal und rund. In der Synagoge gab es etwa 300
Sitzplätze (168 für Männer, 134 für Frauen).
An besonderen Ereignissen in der Geschichte der Synagoge erfährt man unter
anderem von der Einweihung einer Torarolle 1930:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1930: "Schlüchtern,
29. Dezember 1930. Zu einer erhebenden Feier gestaltete sich am Schabbos
Chanukka das Fest der Einweihung einer Torarolle, die Herr Saffra -
Darmstadt in längsbekannter Meisterschaft angefertigt hatte. Die mit
herrlichen, aus freiwilligen Spenden aufgebrachten Kle Kaudesch
(sc. Toraschmuck) geschmückte Rolle, an der das von den Familien Jakob
Hirsch und Lea Rothschild gestiftete Mäntelchen besonders gefällt, wurde
vor der Toraverlesung von den Vorsteher eingeholt und mit allen anderen Seforim
(Torarollen) um den Almemor geleitet. Herrliche Gesänge des
Synagogenchors unter der bewährten Führung des Herrn Leo Stern,
klangschöne Soli unseres Kantors, Herrn Brünn, umrahmten die weihevolle
Handlung. In seiner Festpredigt feierte der am 1. Januar 1930 scheidende
Lehrer, Herr Kohn, den Tag im Glanze des dreifachen Lichts: in dem der
Weltschöpfung, der Tora und des Chanukkafestes. Mögen die Hoffnungen,
die der bedeutungsvolle Tag geweckt hat, sich in reichstem Maße
erfüllen!" |
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die
Synagoge geschändet, ihre Inneneinrichtung zerstört. Die Kultgegenstände der
Synagoge wurden verbrannt.
Von 1939 bis 1945 wurde die ehemalige Synagoge als Lagerhalle zweckentfremdet.
1945 bis 1946 wurde das Gebäude auf Befehl der amerikanischen Militärregierung
wiederhergestellt. 1950 bis 1969 war in ihr
eine Kleiderfabrik eingerichtet. Beim Umbau zur Fabrik wurde eine Betondecke auf Höhe der früheren Frauenempore
eingezogen. 1970 bis 1993 war die Weitzelbücherei im Synagogengebäude sowie ein Raum
für kulturelle Veranstaltungen. Eine Renovierung fand 1995 statt. Seit
Abschluss dieser Renovierung dient die ehemalige Synagoge als "Kulturhaus" der Stadt.
Der Bereich im Erdgeschoss wird als Galerie für Ausstellungen, Autorenlesungen,
Vorträge und Seminare genutzt. Im oberen Stockwerk (der obere Saal hat 115
Sitzplätze) finden unter dem Kuppeldach
regelmäßig Theaterabende, Kabarett oder klassische Konzerte statt. Dazu
betreibt der
Kulturkinoverein der Stadt (Kuki) ein Kino.
1998 wurde das hundertjährige Bestehen des Synagogengebäudes mit einer
Gedenkfeier begangen. Wenig später wurde von einer Besuchergruppe ehemaliger
jüdischer Schlüchterner am Eingangstor eine Mesusah angebracht.
Die alte Synagoge am Obertor wurde noch in den 1960er-Jahren als Lagerraum
verwendet und 1978 abgebrochen.
Adresse/Standort der Synagoge: Grabenstraße/Weitzelstraße
7.
Hinweis:
Im Bergwinkel-Museum - Museum
der Stadt Schlüchtern - besteht eine
Judaica-Dauerausstellung Info-Seite
auf Website der Stadt Schlüchtern
Schlossstraße 15 36381 Schlüchtern E-Mail
Tel. 06661-85359 Eintritt 3,00 €
Öffnungszeiten: Sommer (April bis Oktober): Di. bis So. 14.00 Uhr
bis 18.00 Uhr
Winter (November bis März): Fr. bis So. 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Gruppen nach Vereinbarung
Zur Geschichte der Judaica-Sammlung: bereits in der Zeit vor dem Ersten
Weltkrieg befanden sich in der "Heimatsammlung" in einem Raum des
Kreishauses in Schlüchtern erste Judaica. Unter den ersten Gegenständen waren
ein von der jüdischen Gemeinde selbst an die Heimatsammlung gegebenes Parochet
von 1819 mit Kaporeth aus der alten Synagoge in Schlüchtern, ebenfalls ein
Purim-Handtuch von etwa 1820. Weitere Gegenstände kamen im Verlauf der
folgenden Jahrzehnte dazu.
Fotos
(Quelle: die alte Synagoge ist abgebildet in der Encyclopedia
of Jewish Life und im Pinkas Hakehillot; das ältere Foto der Synagoge [von
1966] aus Arnsberg: Bilder S. 184; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum
31.5.2007)
| Historische
Karten mit der (neuen) Synagoge |
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| Ältere Aufnahmen |
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Die alte Synagoge in der
Obertorstraße |
Die neue Synagoge nach 1945 |
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Neuere Aufnahmen
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 31.5.2007) |
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| Die ehemalige
Synagoge von verschiedenen Seiten; in der Mitte Blick auf den Eingang. |
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| Die ehemalige Synagoge wird
als Kulturzentrum und Kino verwendet. |
Mesusa am Eingang |
Tafel mit Beschreibung der
verschiedenen Stationen der Geschichte des Gebäudes |
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Judaica-Dauerausstellung
im Bergwinkelmuseum
(Fotos: Bergwinkelmuseum
Schlüchtern) |
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| Vitrine mit
religiösen Gegenstände; das Foto in der Mitte zeigt: eine charakteristische
Schabbat-Lampe mit Tropfschale, ein Rimon (Toraaufsatz), beides vermutlich
nach dem Novemberpogrom aus dem Schutt der Synagoge in Schlüchtern
geborgen, hinten ein Purim-Handtuch von etwa 1820; das Foto rechts
zeigt ein Psalmengebetbuch (Tehilimbuch). |
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| Darstellung eines
Schlüchterner Handelsjuden namens Mordechai Löb, der den Beinamen
"das Preusje von Schlüchtern" trug. Er war mit seinem hölzernen
Karren von Fulda bis Frankfurt unterwegs und besorgte dabei alles, was es
in Schlüchtern nicht gab. Er war in der Bevölkerung sehr beliebt. |
Erklärungen zur Synagoge in
Schlüchtern; unten Inschriftensteine aus der Synagoge Vollmerz von 1813. |
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Erklärungen zur
Synagoge
in Schlüchtern |
Die
Inschriftensteine aus der Synagoge Vollmerz von 1813: "Jahr (5)573 [=
1812/13] / Naftali Lipmann / Sohn des J. Levi / Jaakow Leser / Sohn
des Sch. Katz"
(das Kursive ist unsicher und der Versuch, zwei Abkürzungen sinnvoll
aufzulösen) |
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| Informationen über die
"Schlüchterner Seifenfabriken": 1825 gründete Victor Meier
Wolf (1776-1850) die Seifenfabrik Schlüchtern, eine der ältesten in
Deutschland. |
Informationen über die
Brüder Hugo und Fritz Wolf, die Anfang der 1920er-Jahre die von ihrem
Vater Meier Wolf gegründete "Dampfseifenfabrik Schlüchtern"
übernahmen. |
Informationen über den
Unternehmer und Sozialist Max Wolf, der nach dem Ersten Weltkrieg die
väterliche "Seifenfabrik Victor Wolf Schlüchtern" übernahm. |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Mai 2009:
Diskussion über die zukünftige Nutzung und die
Sanierung des ehemaligen Synagogengebäudes |
Artikel von Dorothee Müller am 19. Mai 2009
in der "Fuldaer
Zeitung": Kulturhaus Synagoge: Kinobetrieb soll weitergehen.
SCHLÜCHTERN Im Haupt- und Finanzausschuss war heftig über die Zukunft des Kulturhauses Synagoge und des dortigen Kinos diskutiert worden.
Ein BiSS-Vorstoß, per Nachtragshaushalt 150.000 Euro für die Sanierung des historischen Gebäudes bereitzustellen, wurde mit der Begründung abgelehnt, die Besitzverhältnisse seien nicht geklärt. Denn bis dato befindet sich die Synagoge in Händen eines Schlüchterner
Privatiers..." |
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| November 2009:
Aus für das Kulturkino KUKI in der
Synagoge ? |
Artikel von Walter Kreuzer in der "Fuldaer Zeitung" vom 2.
November 2009 (Artikel):
" Aus für das Kuki in der Synagoge.
SCHLÜCHTERN Die Nachricht schlug am Montagabend in der
Stadtverordnetenversammlung ein wie eine Bombe: Das Kulturkino Kuki darf seinen Spielbetrieb in der ehemaligen Synagoge nicht wieder aufnehmen.
Heinrich Heil, Eigentümer des Gebäudes, hatte seinen Entschluss am Vormittag Bürgermeister Falko Fritzsch telefonisch mitgeteilt.
'Für ihn ist eine weitere Nutzung des Gebäudes als Kino ausgeschlossen...". |
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| April 2010:
Die Stadt will die ehemalige Synagoge kaufen |
Artikel von Walter Kreuzer in "Kinzigtal Nachrichten" vom 21.
April 2010 (Artikel):
"Kuki: Stadt will ehemalige Synagoge kaufen.
SCHLÜCHTERN. Das Schlüchterner Kuki-Kino steht offenbar vor der Rettung. Der Magistrat schlägt den Kauf der ehemaligen Synagoge vor. In dem Gebäude will die Stadt künftig das Kulturhaus Synagoge in eigener Regie betreiben..."
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| Mai 2011:
"Kuki" bleibt in der ehemaligen
Synagoge |
Artikel von "juw" in der "Lauterbacher Zeitung" vom
23. Mai 2011 (Artikel):
"Kuki bleibt in der Synagoge.
Schlüchtern Die Mediationsgespräche zwischen dem Kuki-Verein und der Stadt Schlüchtern sind erfolgreich beendet worden. Der Kinobetrieb in der Synagoge soll im Oktober wieder aufgenommen werden. Das teilten die Beteiligten in einer Pressenotiz mit...".
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Artikel von Walter Kreuzer in der
"Fuldaer Zeitung" vom 31. Mai 2011 (Artikel):
"Kulturkino nimmt wichtige Hürde.
Schlüchtern Die Schlüchterner Kommunalpolitiker stehen hinter der Einrichtung Kulturhaus Synagoge. 34 der 35 anwesenden Stadtverordneten stimmten Montagabend im Grundsatz für den Kauf des Gebäudes.
Alle Stadtverordneten von SPD, Grünen, FDP und Linkspartei sowie zehn CDU-Vertreter halfen mit ihrem Votum für die Magistratsvorlage dem Kulturkino Kuki über eine weitere Hürde in Richtung Rückkehr an die alte Spielstätte..." |
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| September 2011:
Die Stadt verzichtet auf den Kauf der
Synagoge |
Artikel von Steffen Reith in der
"Fuldaer Zeitung" vom 6. September 2011: "Stadt
verzichtet auf Kauf der Synagoge.
Schlüchtern. Das war es wohl mit Kino in der ehemaligen
Schlüchterner Synagoge. Bereits gestern Nachmittag gab der Trägerverein
des Kulturkinos (Kuki) bekannt, dass man auf die Synagoge als
Aufführungsort verzichtet. Die Stadt wird das Gebäude nun nicht
kaufen..."
Link
zum Artikel in der Fuldaer Zeitung online. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 273-279. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 184. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 158-159. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 137. |
 | dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007² S.
171-172. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 223. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 590-593. |
 | Monica Kingreen: "Wir sind Aussätzige geworden und Schlüchtern hat sich darin
hervorgetan". Die antijüdischen Exzesse des November 1938 in Augenzeugenberichten und Dokumenten. Keiner der Täter wurde jemals gerichtlich belangt, in Frankfurter Rundschau. Lokalteil Main-Kinzig-Kreis, 2. Dezember 1999.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Schluechtern
Hesse-Nassau. Jews were encouraged to settle there by patrons of Suesskind von
Trimberg (1250-1300), the only Jewish minnesinger, while others found refuge in
Schluechtern during the Black Death persecutions of 1348-49. The community later
absorbed refugees from Hungary and Spain in the 17th century, building a
synagogue in 1670. The community numbered 105 in 1776. Abandoning their former
trades, some Jews became industrialists. This strictly Orthodox community,
affiliated the the rabbinate of Hanau, dedicated an imposing new synagogue in
the Byzantine style in 1898. The Jewish population grew to 395 (13 % of the
total) in 1905 and more than 80 children attended the Jewish elementary school (opened
in 1903). After Worldwar I, a branch of the Central Union (C.V.) was established
and communal life flourished. Nazi boycott measures and violence heralded Kristallnacht
(9-10 November 1938), during which SA troops vandalized the synagogue's interior
and Hitler Youth participated in the looting and destruction of Jewish homes. By
May 1939, 362 Jews had left Schluechtern, many emigrating to the United States,
Britain and Palestine. In 1942, 26 were eventually sent to the Theresienstadt
ghetto and over 100 perished in the Holocaust.

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