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Ermershausen (VG
Hofheim i.Ufr., Kreis
Hassberge)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Ermershausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942.
Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1814 111 jüdische Einwohner (25,2 % von insgesamt 441 Einwohnern),
1867 101 (17,2 % von 588), 1871 85 (15,2 % von 560), 1890 113 (17,7 % von 640),
1900 104 (17,4 % von 598), 1910 70 (12,2 % von 575). Die jüdischen Familien
lebten insbesondere vom Viehhandel, einige eröffneten in der 2. Hälfte des 19.
Jahrhunderts am Ort Geschäfte und
Handlungen. Mehrere hatte landwirtschaftlichen Nebenerwerb.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Ermershausen auf
insgesamt 23 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände
genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Moises Samuel Fichtelberg
(Viehhandel), Schier Josef Ermets (Viehhandel), Maier Mentel Rau (Vieh- und
Salzhandel), Moises Marx Hess (Viehhandel), Goetz Löw Sussmann Nussblatt
(Schmusen), Schier Eissig Friessner (Viehhandel), Eissig Seligmann Pflaum
(Lichterziehen), Haium Moises Fichtelberg (Schmusen), Wolf Sussmann Rosenbach
(Viehhandel), Simson Sussmann Sachsdorf (Viehhandel), Moises Veist Stern
(Schmusen), Joseph Eissig Friessner (Schmusen), Marx Feist Steinburger
(Viehhandel), Goetz Isaac Schlossmann (Viehhandel), Samuel Moises Roedler
(Warenhandel), Moises Maier Rau (Viehhandel), Salomon Veist Treufeld (Schmusen),
Lazarus Veist Zeilberg (Viehhandel), Marcus Maier Rau (Viehhandel), Joseph
Machel Fichtelberg (Viehhandel), Jacob Schier Ermetz (Roßhändler, seit 1817),
Füll Löb Lilienthal (Schlachter, seit 1817), Seligmann Pflaum (Lichterzieher
und Seifensieder, seit 1825).
An Einrichtungen bestanden in der Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule,
ein rituelles Bad und ein Friedhof (bis
zur Anlage des eigenen Friedhofes wurden die Toten der Gemeinde in Ebern
beigesetzt). Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. Zwei
Lehrerpersönlichkeiten haben das jüdische Gemeindeleben über mehrere
Jahrzehnte in besonderer Weise geprägt: Jakob Salzer (Lehrer von 1836 bis
1882), David Kissinger (Lehrer von 1882 bis 1924), Hirsch
Wolfrom (Lehrer von 1924 bis 1927).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Max Rau (geb.
24.10.1885 in Ermershausen, gef. 17.9.1916) und Nathan Rau (geb. 10.3.1894 in
Ermershausen, gef. 6.8.1915). Ihre Namen stehen auf dem nach 1945 errichteten
Kriegerdenkmal von Ermershausen in der Ortsmitte neben der Kirche und dem
Rathaus. Außerdem ist gefallen: Heinrich Zeilberger (geb. 21.9.1886 in
Ermershausen, vor 1914 in St. Ingbert
wohnhaft, gef. 6.10.1915).
1924, als noch 65 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (10,8 % von
etwa 600 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Leopold Zeilberger und
Max Pflaum. Als Lehrer, Kantor und Schochet wirkte im letzten Jahr vor der
Zurruhesetzung David Kissinger. Damals erteilte er 10 jüdischen Kindern
Unterricht an der jüdischen Volksschule. Die jüdische Gemeinde gehörte zum
Rabbinatsbezirk Burgpreppach. 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Max Pflaum
(1. Vors.), Friedrich Zeilberger (Schriftführer). Als Lehrer wirkte nun Hermann
Mahlermann. Er erteilte im Schuljahr 1931/32 13 jüdischen Kindern den
Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen bestand vor allem der in der
Wohlfahrtspflege engagierte Israelitische Frauenverein (Heilige
Schwesternschaft, 1932 unter Leitung von Rosa Fichtelberger).
1933 gehörten noch 58 Personen der jüdischen Gemeinde an (10,0 % von
583 Einwohnern). Nationalsozialistische Maßnahmen wirkten sich alsbald am Ort
aus. Im Frühjahr 1934 wurde Lehrer Mahlermann wegen des unaufgeklärten,
angeblichen Ritualmordes von 1929 in Manau (vgl. Seite zu Hofheim)
mit anderen Männer aus Nachbarorten (vor allem Burgpreppach)
verhaftet. Erst nach mehreren Monaten in
Haft wurden sie wieder frei gelassen. Hermann Mahlermann verließ Ermershausen
und wurde Lehrer in Hammelburg. An seine
Stelle trat Herbert Adler, der schließlich eine Woche vor dem Novemberpogrom
1938 emigrieren konnte. Danach kam noch der Lehrer aus Burgpreppach zur
Betreuung der in Ermershausen lebenden jüdischen Familien. Insgesamt blieb das
Verhältnis zwischen Juden und Christen in Ermershausen bis 1938 noch relativ
normal, sodass bis zum Novemberpogrom 1938 nur 10 jüdische Einwohner den Ort
verließen. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die meisten jüdischen
Männer festgenommen und in das KZ Dachau gebracht. Bis 1941 verließen
insgesamt 38 der jüdischen Einwohner (von 1933) den Ort. Von ihnen emigrierten
25 in die USA, sieben zogen nach Würzburg, zwei nach Berlin. Im April 1942
wurden 15 jüdische Personen über Würzburg nach Izbica deportiert, die letzten
drei wurden im September 1942 in das Ghetto Theresienstadt verschleppt.
Von den in Ermershausen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Maida Adler geb. Pflaum (1876),
Selma Blättner geb. Kissinger (1890), Ferdinand Fichtelberger (1871), Frieda Fichtelberger (1927),
Gerd Ferdinand Fichtelberger (1871), Max Fichtelberger (1938), Rosa Fichtelberger geb. Rosenstock (1902), Bertha
Firnbacher geb. Rau (1861), Gitta Fischmann geb. Friesner (1894), Ida Friedmann
geb. Kissinger (1888), Berta Friesner geb. Pfifferling (1897), Josef Friesner (1889), Karl Friesner (1930), Max Friesner
(1928), Bertha Goetz geb. Zeilberger (1890), Frieda Moses geb. Fichtelberger (1888), Meta Pflaum geb. Berliner
(1884), Paula Prager geb. Rebitzer (1878), Fanny Rau geb. Kissinger (1892), Ida
Rau geb. Fleischmann (1887), Jakob Rau (1881), Moritz Rau (1899), Norbert Rau
(1922), Siegfried Rebitzer (1876), Sofie Rebitzer geb. Stern (1887), Simon Sachsendorfer
(1871), Max Stern (1883), Rosa Uhlfelder geb. Zeilberger (1890), Elieser
Zeilberger (1864), Frieda Zeilberger geb. Rau (1879), Gerd Zeilberger (1924),
Heinrich Zeilberger (1883), Leopold Zeilberger (1886), Max
Zeilberger (1891), Selma Zeilberger geb. Rosenfeld (1895), Siegfried Zeilberger
(1900), Sofie Zeilberger geb. Herrmann (1894).
Hinweis: der Familienname Friesner wird bei allen genannten Personen auch
Frießner geschrieben.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
Abschied von Lehrer Jakob Salzer (1882)
Anmerkung: Der im Abschnitt genannte Sohn
von Lehrer Jakob Salzer - Dr. Moses Salzer - ist 1841 in Ermershausen
geboren, studierte seit 1863 in Würzburg und Berlin, wurde in
Halle promoviert; war 1870 bis 1883 Distriktsrabbiner in Schnaittach
und seit 1883
Landesrabbiner in Stadtlengsfeld;
gest. 1902.
Artikel in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1882:
"Ermershausen (Bayern), 24. Juli. Herr Lehrer Jakob Salzer, durch den
am 2. Ijar (= 21. April 1882) plötzlich erfolgten Tod seiner
frommen und würdigen Frau - sie ruhe in Frieden - gezwungen, seine
Stelle dahier, welche er 46 1/2 Jahre lang als Religionslehrer, Vorbeter
und Schochet bekleidet hatte, niederzulegen, verließ den 2. dieses
Monats unsere Gemeinde, um nach Schnaittach zu seinen dort wohnenden
Kindern überzusiedeln. - Herr Lehrer Salzer wirkte diese lange Zeit
hindurch mit großem Pflichteifer und hohem religiösem Ernste und in
Folge dessen auch mit reichlichem Erfolge. Der Stand seiner Schule war
immer ein ausgezeichnet guter, sodass ihm die Anerkennung des Rabbiners
und der Königlichen Schulbehörden in hohem Maße zuteil ward.
Außerdem stand Herr Lehrer Salzer wegen seines biederen Charakters in
großer Achtung und war geliebt nicht bloß von seiner Gemeinde und den
Nachbargemeinden, in welchen er zeitweilig tätig war, sondern auch von
der christlichen Bevölkerung hier und in weiterem Umkreise. Dies zeigte
sich auch bei seinem Scheiden. Der Herr Pfarrer, die Herren Lehrer und
andere angesehene christliche Männer des Ortes und von auswärts
vereinigten sich zu Ehren des Scheidenden zu einer geselligen
Abschiedsfeier, an welcher auch der größte Teil der jüdischen
Gemeindemitglieder teilnahm. Herr Pfarrer Schneider eröffnete die Reihe
der Toaste als Lokalschulinspektor und Freund des Gefeierten mit
herzlichen Worten der Anerkennung für die Vergangenheit und des
Glückwunsches für die Zukunft.
Die israelitische Gemeinde überreichte ihrem Lehrer als äußeres Zeichen
der Liebe und Dankbarkeit einen prachtvoll gearbeiteten silbernen
Pokal.
Sowohl bei der Tags vorher, am Sabbat, in tiefer Ergriffenheit
gesprochenen Abschiedsworten des Lehrers an die Gemeinde, als auch bei der
erfolgten Abfahrt, in Begleitung seines Sohnes des Herrn Rabbiner Dr.
Salzer von Schnaittach, wozu außer
der Schuljugend, welche den Wagen bekränzt hatte, eine große Zahl
Männer und Frauen sich begeben hatte, war der Schmerz ein sichtlichen;
selbst Greise vergossen Tränen.
Möge der Allgütige, Herrn Lehrer Salzer, dem jugendlichen Greise, einen
langen und angenehmen Lebensabend zuteil werden lassen." |
Zum 25jährigen Dienstjubiläum von Lehrer Kissinger (1907)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. August 1907:
"Ermershausen, 13. August. Am vergangenen Samstag beging die hiesige
jüdische Gemeinde das 25jährige Dienstjubiläum ihres Lehrers David
Kissinger. Die jüdische wie auch die politische Gemeinde ehrten den
Jubilar durch Veranstaltung einer schönen Feier." |
Ausschreibung der Stelle des Lehrers/Kantors/Schächters (1924)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1924:
"Vakanz. Wegen Pensionierung unseres bisherigen Herrn Lehrers
Kissinger erledigt sich am 1. August eventuell 1. September die hiesige
Religionslehrer-, Kantor- und Schochetstelle mit noch 3 Filialen mit
insgesamt 40 Familien. Der Anstellende wird in die ihm zustehende Gruppe
nach den Satzungen des Verbandes eingruppiert und bietet die Stelle ein
gutes Auskommen. Bewerber wollen ihre Gesuche mit Zeugnissen bis 21. März
an den unterzeichneten Vorstand einsenden.
Ermershausen, den 22. Februar
1924. Der Kultusvorstand Leopold Zeilberger." |
Zum Tod von Lehrer Hirsch Wolfrom (1927, Lehrer in
Ermershausen 1924 bis 1927)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juli
1927: "Nach langem und schwerem Leiden starb am 11. Juni in
Reichenhall, wohin er sich zum Kurgebrauch begeben hatte, Lehrer
Hirsch Wolfrom von Ermershausen im 46. Lebensjahre. Bei der
Beerdigung, die in München stattfand und zu der sich neben zahlreichen
Gemeindemitgliedern sämtlich Kollegen von hier eingefunden hatten,
schilderte Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu das entsagungsreiche und opfervolle
Leben des jüdischen Lehrers, dessen ganz auf das Ideelle gerichtete
Streben oft genug nicht die Würdigung findet, die es verdient. Herr
Oberlehrer Dingfelder sprach im Namen des Verbandes Bayerischer
Israelitischer Gemeinden und des Israelitischen Lehrervereins den
Hinterbliebenen das herzlichste Beileid aus. Er gab dabei die Versicherung
ab, dass beide Organisationen bemüht sein werden, das Los der schwer
geprüften Witwe nach Möglichkeit zu erleichtern. Kollege Wolfrom hatte
ein wechselvolles und schicksalsschweres Leben hinter sich. Nachdem er im
Jahre 1900 das Jüdische Lehrerseminar in Köln absolviert hatte, wirkte
er in verschiedenen norddeutschen Gemeinden, und zwar in Gemen, Labes,
Konitz und Stallupönen. Bei dem Einfall der Russen im Jahre 1914 musste
er, seine ganze Habe zurücklassend, flüchten und kam dann nach Kleinsteinach
in Unterfranken. Nach zweieinhalbjährigem Kriegsdienst kehrte er im
Jahre 1919 wieder nach Stallupönen zurück, nahm im Jahre 1922 neuerdings
die Stelle in Kleinsteinach an
und wirkte schließlich bis zu seinem Tode in Ermershausen. Wir werden
dem in so jungen Jahren abberufenen Kollegen ein treues Andenken
bewahren." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod des Kultusvorstandes Mendel Zeilberger
(1915)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juni 1915: "Ermershausen,
20. Juni (1915). Am 17. Siwan (30. Mai 1915) hat Herr Mendel Zeilberger,
derzeitiger Kultusvorstand dahier, das Zeitliche gesegnet. Die schwer
geprüfte Familie, die nun von beiden Eltern verwaist, verliert in ihm den
sorgsamen Vater, dem die Sorge für Familie und Haus den Hauptinhalt
seines Lebens bildete. Trotz seiner ausgedehnten, geschäftlichen
Tätigkeit war er auch auf das Wohl seiner Mitmenschen bedacht.
Durchreisende Arme fanden bei ihm tägliche gastliche Aufnahme,
Wohltätigkeitsanstalten wurden von ihm kräftigst unterstützt und seinen
Mitmenschen war er ein verständiger Berater und Helfer. Dabei war er ein
begeisterter Anhänger des Judentums, unterhielt sich gerne vom jüdischen
Schrifttum und widmete den Sabbat und Festtag zum größten Teile dem
Lesen jüdischer Schriften. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Goldene Hochzeit von Karl Zeilberger und
Veronika geb. Steinhardt (1931)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1.
November 1931: "Ermershausen (Unterfranken). Am 31. Oktober begehen
Kaufmann Karl Zeilberger und Frau Veronika geb. Steinhardt, hier das
seltene Fest der goldenen Hochzeit. Aus der Ehe des Jubelpaares gingen
dreizehn Kinder hervor; davon leben noch zwölf: sieben Söhne und fünf
Töchter. Alle zwölf Kinder sind verheiratet. Fünf Söhne waren
1914-18 im Feld. Herr Lehrer Max Zeilberger (Landau, Pfalz) schreibt uns,
dass am 31. Oktober sich zur Jubelfeier neun Kinder mit ihren Ehegatten
und Kindern in Ermershausen zusammenfinden werden, während die drei in
Amerika verheirateten Kinder wohl nicht kommen werden. Auch die Eltern des
Jubilars konnten vor dreißig Jahren am gleichen Ort die goldene Hochzeit
feiern. - Unsere herzlichen Glückwünsche gelten der Familie Zeilberger,
an der Spitze dem Jubelpaar!" |
Persönlichkeiten
 | Louis Kissinger (2. Februar 1887 in Ermershausen -
14. März 1982 in New York): zweitältestes Kind des Religionslehrers David
Kissinger und seiner Frau Karolina geb. Zeilberger. Louis heiratete am 14.
August 1922 Paula Stern (geb. 1901 in Leutershausen), mit der er zwei Kinder
hatte: Walter (geb. 1924 in Fürth) und Heinrich (Heinz, später Henry,
geb. 1923 in Fürth), der spätere Außenminister der USA.; Louis wurde
Lehrer und unterrichtete |
Zur Geschichte der Synagoge
Bereits im 18. Jahrhundert war ein Betsaal oder eine erste
Synagoge vorhanden.
1850 wurde eine neue Synagoge erbaut, in dem auch die Lehrerwohnung
eingerichtet war. In einem Anbau befand sich die jüdische Schule.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge beschädigt,
die Ritualien zerstört. Jüdische Einwohner wurden gezwungen, die Torarollen
auf Feldern außerhalb des Ortes mit eigener Hand zu verbrennen.
Das Synagogengebäude blieb erhalten und wurde nach 1945 zu einem Wohnhaus
umgebaut.
Adresse/Standort der Synagoge: Hauptstraße
Fotos
| Die ehemalige
Synagoge |
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| Die ehemalige
Synagoge beim Umbau zum Wohnhaus (1960er-Jahre?) |
Die ehemalige
Synagoge mit dem Anbau der jüdischen Schule |
Die ehemalige
Synagoge - beschriftet (Quelle: Website
der Kissinger Family) |
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| Familienfotos
aus der Familie Kissinger (Quelle: Website
der Kissinger Family) |
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| Der jüdische Lehrer von
Ermershausen David Kissinger (1860-1947), Großvater des späteren
US-Außenministers Henry Kissinger |
Celine Kissinger geb.
Zeilberger (1863-1906), Frau von David Kissinger, Großmutter des
späteren US-Außenministers Henry Kissinger |
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| David
Kissinger mit Angehörigen oder Bekannten vor der Synagoge in Ermershausen |
Nach der Deportation
mit ihrem Mann Jakob Rau und den beiden Kindern ermordet:
die in Ermershausen geborene und aufgewachsene Fanny Rau geb. Kissinger
(1892-1943) |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 286-287. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 49. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 405-407.
|
 | Cordula Kappner: Die jüdische Gemeinde in
Ermershausen. In: 950 Jahre Ermershausen. 1999. S. 136-157.
|
 | Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen
Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche
Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13.
Würzburg 2008. S. 155-156.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ermershausen Lower
Franconia. An organized community existed in the late 18th cetury, numbering 113
in 1890 (total 640) and 58 in 1933. Most of the Jews were cattle traders. On Kristallnacht
(9-10 November 1938), most of the Jewish men were sent to the Dachau
concentration camp, the synagogue was vandalized, and Jews were forced to burn
their religious books. Of the 38 who left in 1934-41, 25 emigrated to the
United States. Of the 18 remaining Jews, 15 were deported to Izbica in the
Lublin district (Poland) via Wuerzburg on 22 April 1942.

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