Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Cronheim (Stadt Gunzenhausen, Kreis Weißenburg-Gunzenhausen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Cronheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurden die bis dahin am Ort lebenden Familien ausgewiesen (1630), konnten jedoch nach dem Krieg um 1650 wieder zuziehen. 1714 waren vier jüdische Familien in Cronheim. Die Zahl nahm im Laufe des 18. Jahrhunderts stark zu, sodass 1796 jüdische 32 Familien am Ort gezählt wurden.
   
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1811/12 171 jüdische Einwohner (40,8 % von insgesamt 319 Einwohnern), 1937 197 (39,4 % von 500), 1867 141 (26,0 % von 542), 1971 122 (23,5 % von 519), 1990 91 (17,8 % von 510), 1900 73 (14,8 % von 492), 1910 56 (10,9 % von 512).
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), zeitweise eine jüdische Elementarschule (Volksschule) beziehungsweise ab 1922 eine Religionsschule, und ein rituelles Bad (im Synagogengebäude). Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Bechhofen beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). 
  
An jüdischen Vereinen bestanden eine Chewra Gemilus Chasodim (Wohltätigkeits- und Bestattungsverein, 1924 unter Leitung von Heinrich Martin, acht Mitglieder, 1932 Leitung Emil L. Münster), eine Chewra Noschim (Krankenpflege und Bestattung für Frauen, 1932 unter Leitung von Hedwig Hubert) und ein Israelitischer Frauenverein (gegründet 1887, 1924 unter Leitung von Therese Martin, 14 Mitglieder, 1932 unter Leitung von Hedwig Hubert, Ziel.: Wohltätigkeit, Krankenfürsorge und Bestattung, 1932 13 Mitglieder). Die Gemeinde gehörte bis 1845 zum Rabbinatsbezirk Gunzenhausen, danach zum Distriktsrabbinat in Ansbach
  
Um 1924, als noch etwa 50 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (10,4 % von 462), waren die Vorsteher der Gemeinde David Wild und Emil L. Münster. Als Religionslehrer, Vorbeter und Schochet war Seligmann Fuchs tätig. Er unterrichtete auch die jüdischen Kinder in Heidenheim. 1932 waren die Gemeindevorsteher David Wild (1. Vors.), Emil. Münster (2. Vors.) und Leo Mubert (3. Vors.). Die Repräsentanz bildeten David Wild und Emil L. Münster. Religionslehrer und Kantor war inzwischen Hermann Deutsch. Er unterrichtete im Schuljahr 1931/32 noch drei jüdische Kinder in Cronheim sowie vier Kinder in Heidenheim.

Von den 15 jüdischen Haushaltsvorständen von Cronheim waren 1926 14 im Handel tätig (darunter fünf Viehhändler). 
    
1933 lebten noch 35 jüdische Personen in Cronheim (7,3 % von insgesamt 480 Einwohnern). In den folgenden Jahren sind auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts viele von ihnen ausgewandert oder in andere Orte verzogen. Der jüdische Lehrer Hermann Deutsch wurde auf Grund seiner ungarischen Staatsangehörigkeit Anfang 1937 aus Deutschland ausgewiesen. Am 14. August 1938 wurden noch 13 jüdische Einwohner gezählt. Nach dem Novemberpogrom 1938, bei dem die jüdischen Häuser am Ort überfallen und völlig demoliert wurden (Häuser der Familie Reinheimer [Nr. 54], Hubert [Nr. 64] und Schulmann [Nr. 2], sind - bis Dezember 1938 - die letzten jüdischen Einwohner des Ortes ausgewiesen und in "Judenhäuser" größerer Städte verbracht worden. Von den bis dahin ausgewanderten jüdischen Einwohner sind mindestens sieben in die USA gelangt, drei nach Argentinien.   
    
Von den in Cronheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Doris Arnstein geb. Schulmann (1897), Friedrich (Fritz) Asch (1857), Helene Asch geb. Münster (1862), Lena (Magdalena) Feuchtwanger geb. Bonne(1861), Klara Fleischmann geb. Wild (1894), Jeanette (Jenny) Haas (1881), Jenny Heippert geb. Schulmann (1894), Sidonie Hofmann (1871), Hedwig Hubert geb. Schülein (1901), Leo Hubert (1898), Rosalie Kraus geb. Asch (1859), Fanny (Franziska) Krämer geb. Reinemann (1883), Leo Martin (1907), Bettina Münster (1924), Carola Münster (1909), Ella Münster geb. Sturm (1883), Jakar (Justin, Jakob) Münster (1883), Siegfried Münster (1878), Emmy Neuburger geb. Wild (1896), Zacharias Reinemann (1879), Clementine Rothschild geb. Wild (1897), Bernhard Schulmann (1890), Lina Schulmann geb. Fredrich (1880), Nelly Schulmann (1925), Berta Sonder geb. Wild (1872), Irma Springer geb. Schulmann (1892), Hermann Steinbock (1862), Klara Sternbock (1868), Frieda Stoll geb. Hubert (1871), Rebekka Strauß geb. Hubert (1862), Fanny Waldmann geb. Wild (1870), Betti Weimersheimer geb. Wild (1895), Jette Wild (1875), Max Wild (1868).  
     
Zur Erinnerung an die jüdisch-christliche Dorfgeschichte gibt es im Schloss Cronheim ein Museum "Mikrokosmos Cronheim: Ein Dorf - Drei Religionen" ("Toleranzmuseum" der Arbeiterwohlfahrt) mit einer integrierten Holocaustgedenkstätte der Ortsgemeinschaft Cronheim. Eine Gedenktafel für die über 30 Holocaustopfer wurden von den beiden Kirchengemeinden des Ortes gestiftet (siehe Foto unten).
Kontakt: Toleranz-Museum Schloss Cronheim. Tel. 09835-97786-23.   
      
    
  

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Lehrerstelle 1876 / 1878 / 1922  

Cronheim Israelit 19041876.jpg (68323 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. April 1876: "Erledigte Elementarlehrer-Stelle
Durch Beförderung unseres bisherigen Lehrers Herrn Hofmann als Elementarlehrer nach Ansbach ist die hiesige Elementarlehrer-Stelle verbunden mit der Vorsängerfunktion in Erledigung gekommen und soll so rasch als möglich besetzt werden. Das Einkommen besteht aus einem fixen Ertrage von Mark 771,75 inklusive Staatszuschuss als Lehrer, Mark 175 als Vorsänger, sowie bedeutende Nebenverdienste und freie Wohnung. Bewerber, welche die Funktion eines Schlächters übernehmen könnten, würden ihr Einkommen wesentlich erhöhen, sodass sich dann das Gesamteinkommen auf 1.400 Mark beläuft. Bewerbungsgesuche mit den vorschriftsmäßigen Zeugnissen belegt, sind innerhalb 14 Tagen einzureichen an die Kultusverwaltung. Kronheim. Königliches Bezirksamt Gunzenhausen."
 
Cronheim Israelit 30101878.jpg (64004 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1878: "Erledigte Elementarlehrerstelle zu Cronheim, königliches Bezirksamt Gunzenhausen. Die hiesige Elementarschulstelle, verbunden mit der Vorsängerfunktion, ist in Erledigung gekommen und soll in aller Bälde wieder besetzt werden. Das Einkommen besteht in einem fixen Ertrage von 850 Mark, inklusive Staatszuschuss, als Vorsänger 150 Mark, für Wohnung jährlich 60 Mark Entschädigung. Da auch der Schächterdienst erledigt ist, so wollen sich nur solche Subjekte melden, die zur Ausübung dieser Funktion befähigt sind, durch dieselbe würde sich das Einkommen nebst bedeutenden Nebenverdiensten des Lehrers auf ungefähr 1.500 Mark jährlich belaufen. Die Meldungen samt Zeugnisse sind an die Unterzeichnete zu richten. Israelitische Kultusverwaltung."
   
Cronheim Israelit 04051922.jpg (40022 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1922: "Die hiesige Elementarstelle wird ab 1. Mai dieses Jahres in eine Religionsstelle umgewandelt. Zur Besetzung dieser Stelle suchen wir einen Lehrer, Kantor und Schochet. 
Anstellung nach Tarif des bayerischen israelitischen Lehrervereins. Anmeldung erbittet die 
Kultusverwaltung der israelitischen Gemeinde in Cronheim (Bayern)."

    
Vorlesung von Lehrer Schweizer in Cronheim (1850)
       

Cronheim AZJ 30091850.jpg (310020 Byte)Beitrag in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. September 1850: "Vorlesung über die von Diesterweg aufgestellte These: 'Auf die Existenz Gottes muss immer hingewiesen, dieselbe darf aber nicht erst erwiesen werden.' In einer fast nur aus christlichen Schullehrern bestandenen Lehrerversammlung gehalten von Schweizer zu Kronheim..."    
Der Beitrag wird nicht abgeschrieben - bei Interesse zum Lesen bitte die Textabbildungen anklicken.    
Cronheim AZJ 30091850a.jpg (312937 Byte)   
Cronheim AZJ 30091850b.jpg (301924 Byte)  
Cronheim AZJ 30091850c.jpg (20790 Byte)  

   
Der katholische Geistliche lässt für den erkrankten Lehrer Schweizer in der Kirche beten (1852)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juni 1852: "Bei der neulichen Erkrankung des Herrn Lehrers Schwizer zu Cronheim ließ sein Lokalinspektor, der katholische Geistliche Herr Zeitler, für ihn in der Kirche beten und bezeugte ihm überhaupt eine ungemeine Teilnahme. Derselbe Geistliche war es auch, welcher zur Zeit der Emanzipationsdebatte in der Kammer von einem befreundeten Amtsbruder, Herrn Pfarrer Wolfsteiner, um sein Urteil über die Juden brieflich befragt, sich sehr günstig und für volle Emanzipation ausgesprochen hat. Dies hielt jedoch gedachten Abgeordneten nicht ab, als entschiedener Gegner der Juden aufzutreten und mit jenem Briefe in der Hand, sie mit Bettlern zu vergleichen, die nur den Orten außer ihrer Heimat lästig fielen."    

   
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Wolfromm (1907)

Cronheim Israelit 23051907.jpg (44372 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1907: "Aus Mittelfranken, 17. Mai (1907). Am 1. Juni begeht Herr Elementarlehrer Wolfromm in Cronheim bei Gunzenhausen sein 25jähriges Ortsjubiläum. Die Gemeinde wird das Jubiläum durch eine festliche Veranstaltung feiern. Auch Herr Distriktsrabbiner Dr. OP. Cohn aus Ansbach hat seine Teilnahme zugesagt. Herr Wolfromm blickt jetzt auf eine 34jährige Tätigkeit als Lehrer zurück, in der er sich dank seinem Pflichteifer und seiner Gewissenhaftigkeit stets der Sympathien seiner Gemeinde wie der vorgesetzten Behörde erfreut hat."

  
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  

Zur Frage nach der Zugehörigkeit Cronheims zu einem Rabbinatsbezirk nach dem Tod von Rabbiner Abraham Böhm in Gunzenhausen (1845)

Gunzenhausen AZJ 01011846.jpg (73615 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1846: "Dieser Tage verstarb in Gunzenhausen der Rabbiner Abraham Böheim (eigentlich Böhm) in einem Alter von 78 Jahren. Im Jahre 1814 war ihm die 'interimistische Versehung' der Stelle verliehen worden, welche ihm auch, da die Gemeinden mit ihm zufrieden war, bis zu seinem Ende verblieb. Die Wiederbesetzung dieser Stelle mit einem tüchtigen Manne wäre freilich das Erwünschteste, indes ist dazu wenig Hoffnung vorhanden. Es werden sich die drei diesen Bezirk bildenden Gemeinden, Gunzenhausen, Altenmuhr und Cronheim, wahrscheinlich benachbarten Rabbinaten anschließen, wodurch diesen ein erwünschter Zufluss zuteil werden wird."  

 
        
   
    
Zur Geschichte der Synagoge

Die jüdische Gemeinde hatte bereits im 17. Jahrhundert einen Betraum beziehungsweise eine Synagoge (erstmals 1668 genannt). Anfang des 19. Jahrhunderts stand eine Synagoge am nördlichen Ortsrand (1809 genannt). Diese war inzwischen baufällig geworden, die jüdische Gemeinde suchte einen neuen Bauplatz. Bis zur Fertigstellung einer neuen Synagoge waren zahlreiche Widerstände vor allem von der katholischen Geistlichkeitm zu überwinden.   

1817 konnte ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge, jüdischer Schule und Lehrerwohnung sowie einem rituellen Bad (1816 eingerichtet, 1843 durch eine weitere, beheizbare Mikwe ergänzt) eingeweiht werden. In der Synagoge wurden mehrere kostbare Ritualien aufbewahrt, darunter Torawimpel (der älteste von 1673) und ein seit 1785 geführtes Memorbuch. 
   
Im August 1936 und März 1937 wurden durch Unbekannte die Fenster der Synagoge eingeschlagen. Auf Grund der stark zurückgegangenen Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder konnten bereits damals keine regelmäßigen Gottesdienste mehr abgehalten werden. Zu den Hohen Feiertagen im Herbst 1938 verkaufte die jüdische Gemeinde für 300 RM den Synagogen-Kronleuchter, damit die Fahrtkosten der Gemeindemitglieder zur Teilnahme an den Gottesdienstes anderer Gemeinden ermöglicht werden konnten. Mitte Oktober 1938 wurde die Synagoge durch Unbekannte aufgebrochen und geschändet. Darauf hin wurde das Gebäude verkauft; die Ritualien dem Verband der Bayerischen Israelitischen Gemeinden in München übergeben, wo sie beim Novemberpogrom 1938 zerstört wurden. 
  
Das Synagogengebäude überstand den Krieg und wurde zu einem Wohnhaus umgebaut. 2004 wurde auf dem Dachboden unter den Bodenbrettern eine Genisa entdeckt, die verschiedene Drucke und Kultgegenstände enthielt. Mehrere Jahre war das Gebäude der ehemaligen Synagoge leerstehend beziehungsweise wurde als Lager benutzt. 
   
2010/11 wurde das Gebäude der ehemaligen Synagoge renoviert. Es wurden sechs Wohnungen für Betreutes Wohnen des Therapiezentrums Cronheim eingerichtet. Die Mikwe im Untergeschoss kann besichtigt werden und ist Bestandteil des Museums "Mikrokosmos Cronheim, ein Dorf - drei Religionen".
Zur Sanierung vgl. die Seiten des Architektürbüros Rester (Nürnberg - Schwabach)  
      

Mai 2011: Über die Renovierung und neue Nutzung der ehemaligen Synagoge  
Artikel von Klaus Heger in "altmuehlfranken-live.de" vom 30. Mai 2011 (Artikel): 
"Einweihung des betreuten Wohnens in der ehemaligen Synagoge in Cronheim.  
Die ehemalige Synagoge aus dem Jahre 1817 in Cronheim Hausnummer 66, bekommt nach langer Planung und Renovierung eine neue Nutzung. Das Therapiezentrum in Cronheim hat nach aufwendigen Umbau- und Renovierungsarbeiten das Gebäude, das früher als Schule und Synagoge genutzt wurde übernommen und dort eine Wohngruppe für betreutes Wohnen etabliert. Unter dem Leitwort 'So viel Betreuung wie nötig – so wenig Betreuung wie möglich' wurden für 6 Patienten ein Wohnbereich mit jeweils 6 Einzelzimmern mit Nasszellen und einen Gemeinschaftsraum, sowie einer Gemeinschaftsküche für jeweils 3 Bewohnern geschaffen. Um die Patienten wieder an ein eigenverantwortliches Leben in der Gemeinschaft heranzuführen. Durch die dabei verbundene individuelle Betreuung soll den Patienten zu einer weitestgehende Stabilisierung des Gesundheitszustandes verholfen werden, durch die weitere Heim- und Krankenhausaufenthalte vermieden oder zumindest verringert werden.
Neben den therapeutischen Einrichtungen konnten dabei auch zwei historisch wertvolle Mikwen erhalten werden. Es handelt sich dabei und zwei Tauschbädern, die im jüdischen Glauben der Reinigung von rituellen Unreinheiten dienten. Allein in Deutschland lassen sich heute noch an über 400 Orten derartige Bäder nachweisen. Bereits 1816 wurde im Keller der Synagoge das erste Tauchbad errichtet. 1843 wurde diese Mikwe, die ausschließlich mit Grundwasser betrieben wurde, durch eine weitere Mikwe ergänzt, die im Vorraum der Kellermikwe beheizbar errichtet wurde. 
Der Umbau und die Sanierung des historischen Gebäudes erfolgten von 2010 bis 2011 in enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden. Ohne die großzügige Unterstützung der zahlreichen Spender und der überörtlichen Behörden währe dies Baumaßnahme nicht zu bewältigen gewesen und die AWO bedankt sich nochmals herzlichst für hilfreichen Leistungen.   
Bereits der Beginn der Sanierungsarbeiten brachte interessante Einblicke in die Vergangenheit des Gebäudes. Einige historische Funde werden im Moment durch das Gensia-Forschungsteam des jüdischen Kulturmuseums in Veitshöchheim restauriert. Und auf ihre geschichtliche Bedeutung hin untersucht.
Die restaurierte Mikwe ist nun Bestandteil des Museums 'Mikrokosmos Cronheim, ein Dorf – drei Religionen'."      

    
     

Adresse/Standort der Synagoge
Cronheim Nr. 66  
    
    

Fotos

Historische Ansichtskarte von Cronheim mit Foto der Synagoge 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
Cronheim Synagoge 171.jpg (58686 Byte) Cronheim Synagoge 170.jpg (57937 Byte)
          
     
Das Synagogengebäude 2004
(Foto: U. Metzner, Feuchtwangen, Quelle: www.synagogen.info
Cronheim Synagoge 120.jpg (41176 Byte)   
    Seitenansicht von Südosten   
           
Das Synagogengebäude Ende 2009
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 4.12.2009)
Cronheim Synagoge 191.jpg (82366 Byte) Cronheim Synagoge 192.jpg (83663 Byte)
    Blick auf die ehemalige Synagoge vom Schloss Cronheim; links der Synagoge steht das ehemalige katholische Pfarrhaus
         
Cronheim Synagoge 193.jpg (77037 Byte) Cronheim Synagoge 194.jpg (95081 Byte) Cronheim Synagoge 199.jpg (100727 Byte)
Blick von der Straße mit dem früheren Eingang zur jüdischen Schule, Lehrerwohnung und zur Männersynagoge (Betsaal im Erdgeschoss) Eingangstor 
von der Straße
     
Cronheim Synagoge 196.jpg (66149 Byte) Cronheim Synagoge 195.jpg (72957 Byte) Cronheim Synagoge 198.jpg (73283 Byte)
 Seitliche Ansicht des Synagogengebäudes; die früheren hohen Rundbogenfenster wurden nach Einzug einer Zwischendecke beseitigt   Eingangstor von der Seite - früher der Zugang zur Frauenempore und zur Mikwe
       
Cronheim Synagoge 197.jpg (71464 Byte) Cronheim Synagoge 200.jpg (69509 Byte)   
Die Ostwand - auch hier sind die früheren Rundbogenfenster beseitigt worden Blick von der Straße 
(Synagogengebäude links)
 
        
     
Modell der Cronheimer Synagoge, erstellt im Therapiezentrum Schloss Cronheim Cronheim Synagoge 281.jpg (67750 Byte) Cronheim Synagoge 280.jpg (60605 Byte)
  Blick auf das Gebäude von Westen beziehungsweise Südwesten
     
  Cronheim Synagoge 278.jpg (72986 Byte) Cronheim Synagoge 279.jpg (60902 Byte)
  Blick von Süden, erkennbar die 
hohen Fenster des Betsaales
Blick von Südosten; an der Ostseite 
zwischen den beiden hohen Fenstern 
war im Inneren der Toraschrein
     
     

 Besuch im Museum des Cronheimer Schlosses   

  
Cronheim Museum 304.jpg (74171 Byte) Cronheim Museum 303.jpg (63113 Byte) Cronheim Museum 254.jpg (76149 Byte)
Blick auf das Schloss Cronheim Eingang zum Museum Besitzeintrag in einem Gebetbuch des Glasermeisters Veis Münster von 1847: "Kronheim ist mein Vaterland"
   
   
     
Cronheim Museum 250.jpg (58145 Byte) Cronheim Museum 253.jpg (62443 Byte) Cronheim Museum 257.jpg (59602 Byte)
Türstock mit Mesusaabdruck (1. Hälfte des 19. Jahrhundert) aus dem Haus der 
früheren Cronheimer Tuchhandlung Feis & Emil Münster (Haus Nr. 62); die 
Familie Münster konnte im Januar 1936 emigrieren.
 Verschiedene rituelle Gegenstände: 
"ewiges Licht" aus der Synagoge,
 Sabbatlampe, Torakrone, Gebetbuch
     
Cronheim Museum 270.jpg (79154 Byte) Cronheim Museum 262.jpg (56518 Byte) Cronheim Museum 262a.jpg (61186 Byte)
Fotos verschiedener Vereine in Cronheim, um das christlich-jüdische Miteinander am Ort im Vereinsleben aufzuzeigen: grüne Namen: evangelisch, orange Namen: katholisch; blaue Namen: jüdisch (Foto mit hoher Auflösung zum Lesen der Namen) Erinnerung an die "Isaak und Therese Reinemann'sche Wohltätigkeitsstiftung". 
Durch diese Stiftung wurde 1927 die Einrichtung einer ambulanten Krankenpflege 
in Cronheim ermöglicht. Sohn Bernhard Reinemann (New York) erhielt anlässlich 
eines Besuches 1928 in Cronheim das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde. Auf dem 
Foto links die Portraits des Cronheimer Hopfenhändlers Jakob Hessel Reinemann 
und seiner Frau Siftl geb. Kettner (1876 erstellt)   
     
Cronheim Museum 259a.jpg (87946 Byte) Cronheim Museum 260.jpg (113608 Byte)   
Zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Cronheimer unter dem Psalmwort 
(Psalm 9,13): "Denn der für vergossenes Blut Rechenschaft fordert, hat ihrer 
gedacht, hat nicht vergessen den Schrei der Gebeugten"; die Gedenktafel wurde 
von den Kirchengemeinden Cronheims gestiftet.  
    
      
     
Funde aus der Genisa 
(Quelle: Website Architekturbüro Rester)
   
Cronheim Funde 2010a.jpg (21361 Byte) Cronheim Funde 2010b.jpg (25072 Byte) Cronheim Funde 2010c.jpg (17343 Byte)

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Gunzenhausen       
Seite zum Museum im Schloss Cronheim    
pdf-Datei der Nachkommen von Isaak Wild und Amalie geb. Uhlfelder (ein großer Teil der Nachkommen lebte zeitweise in Cronheim) 
Auf der Website der Stephani-Volksschule Gunzenhausen: Die Geschichte des Hauses Nr. 64 in Cronheim    

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 166-167.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 149. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 356-357. 
Cronheim Lit 010.jpg (102746 Byte)Ralf Rossmeissl: Mikrokosmos Cronheim. Ein Dorf, drei Religionen. Schwabach 2000. ISBN 3-933474-09-4.
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Cronheim S. 164-174.
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Cronheim S. 54-56.             

    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Cronheim  Middle Franconia. The Jews were expelled in 1630 and after 1650 formed a community under the protection of the prince-bishop, Marquart II of Eichstaett. A new synagogue was built in 1816 and the Jewish population reached 197 in 1837 (total 500) but thereafter declined. In 1933, 35 Jews remained. The synagogue was sold on 1 November 1938 after the interior had been wrecked ten days earlier. All the Jews had left by that time, many to the United States; the last eight were expelled to Augsburg in October 1938 and perished in the Holocaust.      
             

   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. Dezember 2011