Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Synagogen in Bayerisch Schwaben

  
Oettingen (Landkreis Donau-Ries) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

    
Es besteht eine weitere Seite mit Texten zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (bitte anklicken)  
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
(Text erstellt unter Mitarbeit von R. Hofmann, Stuttgart - HarburgProject)  
  
In Oettingen gab es bereits im Mittelalter eine jüdische Gemeinde. Die in Oettingen lebenden jüdischen Geschäftsleute standen in engen Verbindungen zu den Nördlinger Juden. Bei den Judenverfolgungen 1298 und 1348/49 wurde die Gemeinde zweimal weitgehend vernichtet. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts lebten Juden wieder in der Stadt. 1434 zahlten drei jüdische Familien 100 Gulden Krönungssteuer ans Reich. Die 1457 genannte "Judengasse" ist vermutlich die heutige Ledergasse im Nordosten der Stadt. 1488 wurden die Juden Oettingens (damals sechs Familien) ausgewiesen, doch gab es seit der Mitte des 16. Jahrhunderts und bis erneut eine jüdische Gemeinde.  
   
Auf Grund der Teilung der Stadt zwischen zwei konfessionell unterschiedlichen oettingischen Herrschaften Linien (Oettingen-Oettingen, das später zu Oettingen-Wallerstein gehörte und Oettingen-Spielberg) gab es in Oettingen bis 1731 "lutherische Juden" und "katholische Juden", die auch zwei verschiedene Synagogen besuchten. Ungeteilt für beide Herrschaftslinien blieb das Rabbinat, zu dessen Inhaber mehrere hervorragende Gelehrte gehörten, u.a. Rabbi Henoch Sundel Ben Abraham (Rabbiner von 1649 bis 1665), Abraham David Mahler (1719 bis 1753), Pinchas Jacob Katzenellenbogen (1795-1845), Dr. Meyer Feuchtwang (1846 bis 1857). 1851/52 sollte nach der vorübergehenden Auflösung der Distriktrabbinates Schwabach der Rabbinatsbezirk von Oettingen wesentlich vergrößert werden. Doch wurden die Pläne nicht umgesetzt, vielmehr das Distriktrabbinat Oettingen nach 1857 aufgelöst und Oettingen dem Bezirksrabbinat Wallerstein zugeteilt.   
     
1925 gehörten noch 107 Einwohner Oettingens zur jüdischen Gemeinde (3,6 % von etwa 3.000 Einwohnern). Die Gemeindevorsteher waren damals Louis Badmann, Hermann Badmann, Louis Emanuel, Samuel Martin und Theodor Engländer. Als Kantor und Lehrer wirkte Leopold Gutmann. Er unterrichtete noch elf schulpflichtige Kinder im Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen gab es einen Wohltätigkeitsverein (Chewroth) unter Louis Emanuel mit 46 Mitgliedern), einen Jünglingsverein und Leopold Gutmann (8 Mitglieder) und den Frauenverein (gegründet 1900; Ziele Krankenpflege und Unterstützung Hilfsbedürftiger) unter Klara Engländer (33 Mitglieder). 1932 war erster Gemeindevorsteher und Schriftführer Max Badmann, 2. Vorsitzender Louis Emanuel. Kantor und Lehrer war inzwischen Alois Kurzweil. Die Zahl der schulpflichtigen jüdischen Kinder war auf sieben zurückgegangen.    
     
1933 wurden 66 jüdische Einwohner in Oettingen gezählt, von denen ein Teil auswandern konnte. Vermutlich letzter Lehrer der Gemeinde war Leopold Rose, der im Herbst 1936 von Oettingen nach Hörstein wechselte. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und demoliert (siehe unten). Die letzten der jüdischen Einwohner Oettingens wurden 1941/42 (teilweise von anderen Orten aus) deportiert und ermordet.   
   
Von den in Oettingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Albert Aufhäuser (1877), David Badmann (1869), Elsa Badmann geb. Wimpfheimer (1888), Leo Badmann (1884), Ludwig Badmann (1893), Max Badmann (1881), Auguste Buckmann (1882), Josef Buckmann (1880), Sofie Buckmann geb. Neustädtler (1887), Albert Emanuel (1900), Hans Emanuel (1933), Rosa (Roalie) Engländer geb. Vorchheimer (1878), Theodor Engländer (1876), Berta Gerst geb. Badmann (1883), Beno Gutmann (1903), Henriette Gutmann geb. Strauss (1873), Ida Gutmann geb. Leiter (1876), Justin Gutmann (1880), Marie Hamburger geb. Klein (1874), Berta Hausner (1853), Martha Heidecker geb. Kugler (1890), Henriette Heilbronner geb. Hausner (1860), Philipp Herrmann (1878), Rudolf Herrmann (1929), Salo Herrmann (1891), Therese Herrmann geb. Weißmann (1884), Emma Heß geb. Klein (1878), Julie Hirsch geb. Herrmann (1875), Therese Kleemann geb. Engländer (1881), Martha Löwensteiner geb. Schühlein (1884), Marta Löwensteiner geb. Hermann (1887), Frieda Martin geb. Herrmann (1910), Helmut Martin (1934), Selma Martin geb. Neuburger (1898), Thekla Mayer geb. Michelbacher (1883), Alfred Michelbacher (1892), August Michelbacher (1889), Alfred Model (1867), Sigmund Model (1862), Salomon Neuburger (1902), Laura Neumann geb. Obermeier (1862), Julius Regensburger (1887), Minna Regensburger geb. Sämann (1881), Berta Rothschild geb. Frohmann (1880), Rosa Sämann geb. Weissmann (1868), Betty Schlossmann (1880), Mina Schlossmann (1881), Martha Schulheimer (1887), Max Schulheimer (1891), Sigmund Schulheimer (1882), Adolf Schwab (1874), Gustav Schwab (1870), Alfred Springer (1923), Betty Springer geb. Herz (1889), Fritz Springer (1915), Ludwig Springer (1878), Friedrich (Fritz) Steiner (1888), Gretchen Steiner geb. Kirchhausen (1903), Julius Steiner (1900), Regina Steiner (1871), Rosette Weinberger geb. Badmann (1865), Lilly (Lea) Wolff geb. Badmann (1895).      
    
     
     

Zur Geschichte der Synagoge

Eine Synagoge beziehungsweise ein Betsaal war bereits vermutlich bereits im Mittelalter vorhanden. Unter den 1488 ausgewiesenen Juden war auch ein "Schulklopfer", der die Aufgabe hatte, die Gemeindeglieder zu den Gottesdiensten (vor allem zu den Frühgottesdiensten) zusammenzurufen. Im 16./17. Jahrhundert wird vermutlich jeweils ein Betsaal in einem der jüdischen Häuser genutzt worden sein. 
  
Eine Synagoge wird im 18. Jahrhundert erstellt worden sein. Sie stand nach dem Katasterplan von 1833 auf dem heutigen Grundstück Schäfflergasse 1. Im selben Gebäude war auch die Rabbinerwohnung. Für die Erlaubnis, Gottesdienste zu feiern, hatte die Gemeinde 1761 und 1806 an die Herrschaft 16 Gulden 30 Kreuzer jährlich an "Synagogengeld" zu bezahlen.  Die Zahlung dieser jährlichen Abgaben hatte zur Voraussetzung, dass die Synagoge auf Kosten der Herrschaft errichtet war. 1853 wurde - noch während der Amtszeit des letzten Oettinger Rabbiners (Meir Feuchtwang) - auf dem Grundstück des bisherigen Synagogengebäudes in der Schäfflergasse eine neue Synagoge erbaut bzw. eingerichtet.  
      
Hinweis auf die bevorstehende Einweihung der Synagoge in Oettingen (1853)

Oettingen AZJ 28111853.jpg (92847 Byte)Im Zusammenhang mit dem Bericht über die Einweihung der Synagoge in Heidenheim in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. November 1853: "...Dem nahen Oettingen steht demnächst eine gleiche Feier bevor. Überhaupt nimmt die Errichtung neuer jüdischer Gotteshäuser in unserm Lande auf eine erfreuliche Weise zu. Möchte auch die sittliche und moralische Veredlung unserer Glaubensgenossen hiermit gleichen Schritt halten!"   

Über 80 Jahre war die Synagoge Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in Oettingen. 
 
Während des Novemberpogroms 1938 wurde die Synagoge auf Grund ihrer Nähe zu anderen Häusern nicht niedergebrannt. Die Fenster, das gesamte Inventar und alle Ritualien wurden zerstört. Unter den vernichteten Ritualien befanden sich 13 Torarollen, zwei kostbare Toraschrein-Vorhänge (von 1764 bzw. 1806) und viel Silbergerät. Über das Schicksal des reichen Gemeindearchivs, das im Gemeindesaal war, ist nichts bekannt. Es verschwand am Pogromtag spurlos zusammen mit der jüdischen Gemeindebibliothek und der Bibliothek der jüdischen Volksschule. 

Nach 1945 wurde das Synagogengebäude zunächst von amerikanischem Militär beschlagnahmt und der Jüdischen Vermögensverwaltung (JRSO) übertragen. Später kam das Gebäude in Privatbesitz 

Ein von dem Künstler Fred Jansen gestalteter Gedenkstein wurde am 10. November 2005 am Gebäude der früheren Synagoge angebracht. Auf zwei beweglichen Walzen aus Messing stehen die Namen der insgesamt 78 jüdischen Personen, die 1933 bis 1942 in Oettingen lebten. Der Heimatverein Oettingen und die Stadt Oettingen luden gemeinsam zu der Veranstaltung am Nachmittag des 10. November vor der ehemaligen Synagoge ein.

Schule. Eine jüdische Schule bestand im Haus Ringgasse 5 (Rückgebäude des Schuhhauses; die Ringgasse hieß früher "Judengasse"). Das Haus ist in äußerlich wenig verändertem Zustand erhalten und wird als Wohnhaus mit Werkstatt verwendet. Die Schule bestand bis 1928 unter der Leitung von Lehrer Leopold Gutmann.  
  

    
Fotos 
Historische Fotos: 
(Quelle der Fotos links und rechts, obere Zeile: G. Römer: Schwäbische Juden s.Lit. S. 272.275; 
Quelle untere Zeile: Theodor Harburger: Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler Bd. 3 S. 637ff; Originale in den Central Archives Jerusalem)

Oettingen Synagoge 005.jpg (49463 Byte) Oettingen Synagoge 010.jpg (53384 Byte) Oettingen Schule 005.jpg (72870 Byte)
Die Synagoge in Oettingen (Gebäude rechts im Vordergrund) Die Wetterfahne der ehemaligen Synagoge Oettingen, heute im Heimatmuseum der Stadt Oberlehrer Leopold Gutmann um 1926 mit der damaligen jüdischen Schulklasse in Oettingen 
        
Oettingen Synagoge 160.jpg (66677 Byte)Oettingen Synagoge 161.jpg (72144 Byte) Oettingen Synagoge 162.jpg (35675 Byte) Oettingen Synagoge 163.jpg (69368 Byte)
Toraschilde aus Oettingen aus dem 18. Jahrhundert Tora-Aufsatz (Rimmon) aus Oettingen aus dem 17. Jahrhundert Tora-Vorhang (Parochet ) aus Oettingen)
Die von Theodor Harburger am 19.9.1927 in Oettingen fotografierten Gegenstände sind nicht erhalten.


Fotos nach 1945/Gegenwart:  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.3.2004)

Oettingen Synagoge 100.jpg (44838 Byte) Oettingen Synagoge 102.jpg (30469 Byte) Oettingen Synagoge 101.jpg (44881 Byte)
Blick auf die ehemalige Synagoge; im Fenster der Ostwand ist - über dem früher darunter befindlichen Toraschrein - ein Davidsstern erhalten
  
Oettingen Synagoge 103.jpg (30013 Byte) Oettingen Synagoge 140.jpg (191861 Byte) Oettingen Synagoge 141.jpg (45150 Byte)
Hinweistafel an der Synagoge Bericht aus der "Sonntagszeitung" vom 13.11.2005 zur Gedenkstein-Enthüllung Modell des Gedenksteines auf der Einladungskarte zur Veranstaltung am 10.11.2005
        
Jüdisches Schulhaus:    
Oettingen Schule 102.jpg (35874 Byte) Oettingen Schule 101.jpg (30219 Byte) Oettingen Schule 100.jpg (38886 Byte)
Das ehemalige jüdische Schulhaus mit Rabbiner-/Lehrerwohnung in der Ringgasse (frühere Judengasse)

           
   
  

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
(Bericht übersandt von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)  

Oettingen PA 200811.jpg (167070 Byte)Artikel in den "Rieser Nachrichten" vom 11. November 2008: "Erinnerung an die Oettinger Juden. Gedenkfeier. Zwei neue Tafeln in der Ringgasse und in der Schäfflergasse enthüllt. 
Oettingen / heja / Gestern vor 70 Jahren wurde in Oettingen die Synagoge in der Schäfflergasse geschändet - und zwar von Schulkindern, die dazu von ihrem Lehrer mit Prügeln und Äxten bewaffnet wurden und denen von Umstehenden Beifall für ihre Untaten gezollt wurde. Eine Gedenktafel erinnert heute an diesem Ort an die Juden, die von 1933 bis 1942 in der Stadt wohnten. Jetzt wird dieses Denkmal von einem Schild ergänzt, das an die ehemalige Synagoge und die Rabbinerwohnung erinnert, die sich früher in dem Gebäude befanden. Außerdem enthält es den Hinweis, dass das Denkmal von dem Lehminger Bildhauer Fred Jansen gestaltet wurde, von dem im Übrigen auch das Zusatzschild stammt.  Gestern wiesen im Rahmen einer Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages der Schändung der Oettinger Synagoge durch die Nationalsozialisten die 1. Vorsitzender des Heimatvereins Oettingen, Gerda Martin und Bürgermeister Matti Müller auf die Zusatztafel hin und erinnerten an die Gräueltaten des Nationalsozialismus. 'Heute vor 70 Jahren, fast zu selben Zeit, zerstörten Schulkinder die Oettinger Synagoge', so Gerda Martin. Umso mehr freue es sie, dass zur gestrigen Gedenkfeier Schüler der Oettinger Grund- und Hauptschule mit ihrem Lehrer erschienen seien. 
'Dieses Denkmal und das Zusatzschild sind ein Mahnmal wider das Vergessen und für mehr Toleranz', sagte sie. Und: 'Wir wollen in Oettingen an unsere jüdischen Mitbürger denken, deren Namen in diese beiden Rollen eingraviert sind und ich kann Sie nur bitten, drehen Sie an diesen Rollen und denken Sie an die Juden, die in Oettingen lebten'. Im Namen der Stadt und des Stadtrats bedankte sich Bürgermeister Müller für das Engagement des Heimatvereins: 'Ich sage Ihnen für Ihre sehr wichtige Arbeit die vollkommene Unterstützung der Stadt zu', erklärte er. 
Im Anschluss begab man sich in die Ringgasse: Dort wurde von Museumspfleger ein Schild enthüllt, das an das ehemalige Judengässchen erinnert. 'Das Judengässchen,' oder manche sagten auch Judengasse, wurde bereits 1938 von den Nationalsozialisten in Ringgasse umbenannt', erklärte dazu Gerda Martin. Der Heimatverein habe sich nun entschlossen, mit einem Schild an den früheren Namen der Gasse zu erinnern."

   
   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Oettingen
Heimatmuseum Oettingen  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Oettingen (interner Link) 
Website "Jewish Genealogy in Bavarian Swabia" 

Literatur:

Germania Judaica III,2 S. 1061.
Ludwig Müller: Aus fünf Jahrhunderten. Beiträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinden im Ries. in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg 26 1899 S. 81-183. 
Oettingen Lit 005.jpg (62464 Byte)"Oettinger Blätter" vom Januar 1989: Die Juden in Oettingen - ein Beitrag zur Heimatgeschichte.   
Gernot Römer: Der Leidensweg der Juden in Schwaben. Schicksale von 1933-1945 in Berichten, Dokumenten und Zahlen. Augsburg 1983.
ders.: Die Austreibung der Juden aus Schwaben. Schicksale nach 1933 in Berichten, Dokumenten, Zahlen und Bildern. Augsburg 1987.
ders.: Schwäbische Juden. Leben und Leistungen aus zwei Jahrhunderten. In Selbstzeugnissen, Berichten und Bildern. Augsburg 1990.
Synagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)Neuerscheinung in 2007: "Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu.    (mit umfassenden Quellen- und Literaturangaben)
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Oettingen S. 523-529.

         


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel. 
  
Oettingen  Swabia. The community was virtually destroyed in the Rindfleisch massacres of 1298 and the Black Death persecutions of 1348-49. Jews were present again in the late 14th century under ducal protection. In the 17th century they were active as moneylenders and horse and cattle traders. With the city divided between two rival duchies, two Jewish communities arose in the second half of the 17th century, each constituting the seat of a district rabbinate. In 1690 the Jews were saved from a pogrom in a blood libel and commemorated the event annually by a special fast until the 20th century. A new synagogue was consecrated in 1853. In 1857, 88 children were enrolled in a Jewish public school. The Jewish population reached a peak of 430 in 1837 (total 3.210) and thereafter declined steadily to 66 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized and 13 Torah scrolls were destroyed; afterwards Jewish homes and stores were wrecked. Forty-five Jews left for other German cities in the Nazi era; another ten emigrated. Of the remaining Jews, eight were deported to Piaski (Poland) via Munich on 3 April 1942. 
   
  

                   
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Stand: 11. Oktober 2009