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Forchheim (Kreisstadt,
Oberfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In der im Mittelalter an wichtigen Handelsstraßen
und der damals bis hierher schiffbaren Regnitz liegenden Stadt Forchheim bestand
bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine relativ große jüdische
Gemeinde. Ihre Entstehung dürfte bereits auf die Zeit um 1200
zurückgehen. Die jüdische Gemeinde wurde bei der Judenverfolgung 1298 ("Rindfleisch-Verfolgung")
zerstört. Dabei wurden 84 Angehörige von 18 jüdischen Familien ermordet.
Einige konnten möglicherweise fliehen, da zwischen 1314 und 1343 mehrere
Forchheimer Juden in Nürnberg genannt werden. In Forchheim selbst ist erst
wieder in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Juden die Rede (1356).
1403 waren es etwa 13 jüdische Haushaltungen. Um 1450 traten neun Forchheimer
Juden vor dem Landgericht Bamberg auf. In mehrere Städten werden zwischen 1386
und 1471 (teilweise mehrfach) Juden aus Forchheim genannt (Ehingen an der Donau,
Nürnberg, Bamberg, Rothenburg ob der Tauber, Baiersdorf, Kronach). Die Juden
lebten überwiegend vom Geldhandel, 1480-1484 ist ein jüdischer Zahnarzt in der
Stadt tätig. Die Judenschaft stand unter dem Schutz des Bischofs von Bamberg. Enge Beziehungen
gab es zwischen den Forchheimer und den Nürnberger Juden. In der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts führte die auf Grund der Klagen von Christen gegen
Juden von den Gerichten durchgesetzte Zinsreduktion zu einer
Abwanderung der jüdischen Familien. Dadurch nahm ihre Steuerkraft und ihre
Bedeutung für die Stadt ab. 1499
ordnete der Bamberger Bischof Heinrich von Trockau die Vertreibung der Juden aus
Forchheim an.
An Einrichtungen bestanden im Mittelalter eine Synagoge (s.u.), sicher auch ein
rituelles Bad und ein jüdischer Friedhof im Bereich der heutigen
Wallstraße.
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges werden wieder Juden in Forchheim
genannt (1644). Vermutlich waren sie auf der Flucht vor den kriegerischen
Unruhen aus Dörfern in die Stadt geflohen und hatten hier Aufnahme gefunden.
Die jüdischen Familien konnten in der Folgezeit in der Stadt bleiben. Sie hatten ein regelmäßiges
"Vertragsgeld" an den Magistrat der Stadt zu bezahlen. 1681 wurden
sechs jüdische Familien gezählt, 1701 waren es neun Haushaltungen, 1749 12
jüdische Familien. Das Verhältnis zwischen Christen und Juden blieb während
des 18. Jahrhunderts noch voller Spannungen. Zahlreiche Verbote regelten das
Nebeneinander, u.a. durften Christen noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
ihre Wohnungen nicht an Juden vermieten. 1763 wurden im Amt Forchheim 222
jüdische Einwohner gezählt. Die jüdischen Familien lebten im 18.
Jahrhundert vor allem vom Handel mit Vieh, Waren unterschiedlicher Art
(Hausierwaren, Tabak, Leder, Kleider, Schnittwaren) und vom Darlehensverleih. 1822/23
hatten die jüdischen Familien feste Familiennamen anzunehmen, darunter
waren die Namen: Baiersdorfer, Dormitzer, Eisenberger, Fraenkel, Goldschmidt,
Goldsticker, Heller, Lederer, Mayer, Rindskopf, Rosenbaum, Rothschild, Schmitt,
Schwarzmann, Schwarzschild, Ullmann, Zeiller).
Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner
weiter zu: 1812 103 Personen (3,5 % von insgesamt 2.972), 1867 152 (3,3 % von
4.609), 1880 212 (4,8 % von 4.384), um danach durch Aus- und Abwanderung
zurückzugehen: 1890 160 (2,7 % von 5.971), 1900 116 (1,5 % von 7,574), 1910 107
(1,2 % von 9.150).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten jüdische
Gewerbetreibende großen Anteil an der Entwicklung der Forchheimer Industrie
und des Handels. Bis in die Zeit Anfang der 1930er-Jahre gehörten vier
größere Betriebe (Papierfabrik Ellern, Optische Fabrik A. Schweizer, Folienfabrik
D. Morgenstern und Künstlerfarbenfabrik C. Kreul) jüdischen Besitzern. Nach der Zeit des Ersten
Weltkrieges lebten noch 14 bis 15 jüdische Familien in Forchheim, zumeist in
guten wirtschaftlichen Verhältnissen.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Schule sowie ein rituelles Bad (ältere Mikwe auf Grundstück
Wiesentstraße 15a, 1836 aufgegeben, 1989 ausgegraben aber wieder verfüllt; neue
Mikwe Wiesentstraße 15, 1994 vermutlich Reste entdeckt, aber nicht weiter
erforscht). Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden in Baiersdorf beigesetzt. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer
angestellt, der teilweise zugleich aus Vorbeter und Schächter tätig war. 1824
bis 1844 war als Vorbeter Emanuel Rotschild tätig, als Religionslehrer von 1824
bis 1839 Isaac Gotthold. Gottholds Nachfolger war 1827/28 Hirsch Faber,
dann Jakob Weiss (1838-53). Mehrere Jahrzehnte war danach (von 1860 bis zu seiner
Pensionierung 1907) Michael Löb Kleemann Lehrer der Gemeinde.
Seit
der Zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die jüdischen Einwohner im
städtischen Leben weitgehend integriert. Jüdische Einwohner beteiligten sich
in allen Bereichen des allgemeinen städtischen Lebens oder waren Mitglieder in
den allgemeinen Vereinen. Dies zeigt auch der unten wiedergegebene Bericht über den
oben genannten jüdischen Lehrer Michael Kleemann, der über dreißig Jahre als
Kassier des "Vereins zur Unterstützung verwundeter und erkrankter
Krieger" war.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier
Ludwig Bauer (geb. 23.11.1888 in Forchheim, gef. 29.8.1916), Gefreiter Ludwig
Ebert (geb. 9.8.1892 in Forchheim, gest. 25.4.1915 Lazarett Speyer), Unteroffizier Richard Ebert
(geb. 8.10.1888 in Forchheim, gest.. 15.10.1914 Lazarett Jonville), Sigmund Heller (geb. 15.4.1880
in Forchheim, gef. 15.10.1914) und Paul Schmidt (geb. 30.3.1883, gest. 10.2.1915
in Forchheim). Ihre Namen standen auf einer Gedenktafel in der Synagoge. Diese
Gedenktafel blieb erhalten, galt seit den 1970er-Jahren für verschollen und
wurde im Herbst 2009 wiederentdeckt (siehe Bericht und Foto unten).
Um 1925, als 75 Personen zur jüdischen Gemeinde
gehörten (0,75 % von insgesamt ca. 10.000 Einwohnern), waren die Vorsteher
der Gemeinde Max Zeiller (siehe Nachruf zu seinem Tod 1937 unten) und Bankier M. Ebert. Als Lehrer war Benno
Reinhold angestellt. Er nahm auch Rabbinerfunktionen in der Gemeinde war. Er unterrichtete an der Religionsschule der Gemeinde im
Schuljahr 1924/25 fünf Kinder und erteilte zudem Religionsunterricht an der
Volksschule. An jüdischen Vereinen gab es den Israelitischen
Frauenverein (Heilige Schwesternschaft, unter Leitung von Frau Schoß), den Wohltätigkeits- und
Bestattungsverein Chewra Kadischa (gegr. 1723, unter M. Ebert) und den
Wohltätigkeitsverein Gemillus Chassodim (unter Max Zeiller). Weitere
Wohltätigkeitseinrichtungen, die damals nicht mehr bestanden, waren die "Almosenkasse"
(1851 bis 1877) und die "Unterstützungskasse für die Armen Jerusalems"
(1863-1875), von 1934 bis 1937 kam die "Jüdische Winterhilfe"
dazu. Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Bamberg.
1933 lebten noch 68 jüdische Personen in Forchheim (0,7 % von 10.338). Auf
Grund der zunehmenden Repressalien und der Auswirkungen des wirtschaftlichen
Boykotts verließen alsbald mehrere der jüdischen Familien die Stadt. Zwischen
1934 und 1940 konnten 24 Personen emigrieren, 20 verzogen innerhalb von
Deutschland. 1938 verließ auch Lehrer Benno Reinhold die Gemeinde. Beim Novemberpogrom
1938 wurde besonders gewaltsam gegen die jüdischen Einwohner vorgegangen.
Zahlreiche jüdische Wohnungen und Geschäfte wurden geplündert, viele
jüdische Personen misshandelt und schließlich auf das Polizeirevier
geschleppt. Die 1941 noch in Forchheimer verbliebenen 13 jüdischen Personen
wurden zwischen 1941 und 1944 deportiert, sieben Personen über Nürnberg nach
Riga am 27. November 1941 (vom Forchheimer Paradeplatz aus), drei Personen über Bamberg nach Izbica bei Lublin am
25. April 1942, zwei Frauen in das KZ Theresienstadt am 9. 'September 1942.
Von den in Forchheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Rosa Aal geb. Schloss (1888), Jenny Abraham geb.
Gröschel (1877), Leo Abraham (1875), Ida Bamberger geb. Zeiller (1858), Josef Bauer (1890),
Helene Bayreuther (1914), Hermann Bayreuther (1875), Jenny Bayreuther geb.
Schloss (1886), Clara Blumenthal geb.
Zeiller (1868), Clothilde Brasch geb. Frank (1880), Emma Rosalie (Salie) Braun
(1877), Gottlieb Braun (1883), Philipp Braun (1871),
Rosa Braun geb. Asch (1883), Marie Bravmann geb. Hermann (1893), Rosa Dessauer
geb. Braun (1893), Oskar Fleischmann (1882), Max Frank (1876), Max Frank (1878),
Rosalie Frank (1866), Hedwig Goldschmidt geb.
Bauer (1884), Netty Gutmann geb. Frank (1874), Flora Heller (1886), Julius
Heller (1922), Marie Heller (1890), Frieda Hermann (1883), Jenny Hofmann geb. Prager (1885),
Ilse Cilly Israel
geb. Braun (1911), Auguste Kahn geb. Lederer (1873), Minna Katz geb. Ebert
(1862), Sophie Kotz geb. Sternberg
(1860), Adelheid Lehmann geb. Frank (1869), Clara Leyens geb. Heller (1888),
Moritz Münster (1871), Mathilde Neumayer geb. Zeiller (1869), Gunda (Kunigunde)
Prager (1880), Jette Prager (1875), Julius Moritz Prager
(1895), Betty Priester geb. Zeiller (1863), Selma Reich geb. Frank (1874), Sera Rosenbaum geb. Prager (1888),
Klara Rosenthal geb. Mann (1871), Elisabeth Sacki geb. Lederer (1880), Julie
Salomon geb. Heller (1877), Ida
Schönberger (1885), Selma Sigmund geb. Prager (1877), Kathinka Stern geb.
Heller (1880), Berta Sundheimer (1872), Rosa Tiesler geb. Becker (1875), Jonas
Uhlfelder (1872), Lotte (Charlotte) Weinschenk geb. Frank (1872), Grete Zeiller
(1889), Siegfried Zeiller (1863).
An die aus Forchheim 1941 bis 1944 deportierten jüdischen Personen
erinnert seit November 2008 ein Deportationsmahnmahl bei der St.
Gereonskapelle:
Foto
und Text aus einer Seite der Website der Stadt Forchheim (Link
zu dieser Seite): "Das Deportationsmahnmal steht auf dem Gehweg bei der St. Gereonskapelle und wurde am 16. November 2008 durch Oberbürgermeister Franz Stumpf und Dr. Dieter George vom Heimatverein übergeben. Dabei wurde der Standort bewusst ausgewählt: Schräg gegenüber des ehemaligen Anwesens "Paradeplatz 4" (heute Fotogeschäft Brinke) wurden am 27. November 1941 sechs Frauen und zwei Männer in Richtung Osten abtransportiert, wo sie einen gewaltsamen Tod erlitten. Weitere sechs Personen folgten bis 1944.
Entworfen wurde das Mahnmal vom Künstler und Kunsterzieher Rudolf Ullmann. Auf der 1,80 Meter hohen, aus Sandstein gefertigten Stele ist eine Bronzetafel - mit der Aufschrift "entrechtet - deportiert - ermordet", die Namen der Deportierten sowie ein Zitat aus dem Alten Testament (Jesaja 42,8) - befestigt. Auf eine eindeutige jüdische Symbolik wurde verzichtet, nachdem eine der Deportierten evangelische Christin war. Den mentalen Denkanstoß gab Gymnasiallehrer Rolf Kießling, der sich schon seit langem mit der Forchheimer Geschichte der Juden auseinandersetzt. Durch Spenden der Evangelischen Allianz und weiterer Unterstützung durch das evangelisch-lutherische Dekanat Forchheim-Muggendorf mit seinen Kirchengemeinden und der Abteilung Kunst und Kultur der Erzdiözese Bamberg konnte das Mahnmal verwirklicht werden." |
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| Fotos der Inschriften und
Presseartikel (erhalten von Jürgen Hanke, Kronach; Aufnahmedatum
der Fotos 21.6.2009) |
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| Links Bibelzitat am Sockel:
"Ich bin da - das ist mein Name. Jesaja 42,8"; auf dem Boden
"1941-1945"; rechts Gedenkinschrift: "Entrechtet,
deportiert, ermordet. Jenny Abraham *1877 . Leo Abraham '1973 . Emma
Rosalie Braun *1877 . Gottlieb Braun *1883 . Rosa Braun *1883 . Flora
Heller *1886 . Ilse Israel *1911 . Sofie Kotz *1860 . Julius Moritz Prager
*1895 . Sera Rosenbaum *1898 . Ida Schönberger *1885 . Berta Sundheimer
*1872 . Rosa Tiesler *1875 . Grete Zeidler *1889." |
Presseartikel von Georg
Körfgen in den Nordbayerischen Nachrichten vom 17. November 2009:
"Kein Vergessen der jüdischen Mitbürger. Mahnmal für Deportierte
wurde übergeben - 'Entrechtet, deportiert, ermordet." Zum Lesen
des Artikels bitte Textabbildung anklicken. |
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Lehrers/Vorsängers/Schächters 1907
Anmerkung: Die Ausschreibung erfolgte auf Grund der Pensionierung von
Lehrer Michael Löb Kleemann
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31.
Januar 1907: "Infolge Pensionierung des seitherigen Inhabers ist in
Forchheim in Oberfranken die Stelle des
Religionslehrers
verbunden mit dem
Kantorate und Schächterdienst zunächst durch einen Verweser mit Aussicht
auf definitive Anstellung baldigst zu besetzen. Gehalt 1.000 Mark,
Nebeneinnahmen durch die Schechita etc. circa 700 bis 800 Mark.
Bewerbungen sind die die Verwaltung der Kultusgemeinde in Forchheim in
Oberfranken zu richten." |
Lehrer Kleemann wird in einer antisemitischen Zeitschrift verleumdet (1869)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1869: "In
München vegetiert seit einiger Zeit ein neues ultramontanes Blatt,
'das Vaterland', redigiert von Dr. J. Sigl; das sich in jeder Nummer darin
gefällt, Juden und Judentum zu beschimpfen. In vorigem Monate hatte
dasselbe auch den israelitischen Lehrer Kleemann in Forchheim
verleumdet, und ist dieserhalb der Redakteur zu 12 Tagen Arrest und
Tragung der Kosten verurteilt worden. Der Redakteur ergriff hiergegen die
Berufung, und sollte die Sache in zweiter Instanz verhandelt werden. Herr
Sigl hat jedoch vorgezogen, - krank zu werden, und sich die 'Gehirnaffektion',
welche es ihm unmöglich macht, zu denken, schwarz auf weiß bestätigen
lassen. Der Vertreter des Klägers, Herr Advokat Dr. v. Schauß, erklärte
nach Verlesung dieses Schriftstücke, dass es der Vorlage eines nutzlosen
Zeugnisses nicht bedurft hätte, um nachzuweisen, dass Sigl an einer
Irritation seines Nervensystems (Geisteskrankheit) leide, weil sich hiervon
jedermann täglich aus seinem Blatte überzeugen könne." |
70. Geburtstag des Lehrers Michael Löb Kleemann (1898)
Anmerkung: Lehrer Michael Löb Kleemann war von 1860 bis zu seiner
Zurruhesetzung im November 1908 Lehrer in Forchheim. Er stammte aus Werneck,
wo er am 27.1.1828 als Sohn eines Viehhändler geboren ist. Von 1845 bis 1847
ließ er sich am Schullehrerseminar in Würzburg ausbilden, war danach ein Jahr
Hauslehrer in Würzburg und von 1848 bis 1860 Lehrer in Schonungen.
Er heiratete die am 11.1.1830 in Schonungen geborene Amalie geb. Fleischmann,
mit der er zusammen sieben Kinder hatte. Lehrer Kleemann starb am 21.12.1908 und
wurde im jüdischen Friedhof in Baiersdorf
beigesetzt. Seine Frau Amalie starb am 26.8.1909 und wurde gleichfalls in
Baiersdorf beigesetzt. Quelle: Kiessling, Juden in Forchheim S. 98-99.
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Februar 1898:
"Forchheim
(Bayern), 8. Februar (1898). Herr Lehrer Kleemann, feierte am 27. vorigen
Monats seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurden oben genanntem
Herrn durch die Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde ein
ansehnliches Geschenk sowie eine Adresse der ganzen Kultusgemeinde
überreicht. Seitens seiner Herrn Kollegen wurde Herr Lehrer Kleemann in
angemessener Form gratuliert, so auch von der Schuljugend; von auswärts
trafen eine Menge Glückwunschtelegramme, Briefe und Karten ein. Von der
hiesigen freiwilligen Feuerwehr, deren Kassageschäfte Herr Lehrer
Kleemann seit nahezu 20 Jahren in mustergültiger Weise verwaltet, wurde
derselbe durch einen veranstalteten Familienabend geehrt, bei welcher
Gelegenheit in schwungvollen Reden und Toasten der vielen Verdienste des
Siebzigjährigen gedacht und ihm ein Geschenk überreicht wurde. Möge dem
wackeren Manne ein noch recht langer und sonniger Lebensabend beschert
sein!" |
Auszeichnung für den jüdischen Lehrer Michael Kleemann für 20jähriges
Engagement beim "Roten Kreuz" u.a.m. (1902)
Die Zeitschrift "Der Israelit" berichtete in
ihrer Ausgabe vom 20. Februar 1902: "Forchheim, 9. Januar (1902). Durch
Erlass des königlich bayerischen Kriegsministeriums vom 28. vorigen Monats
wurde dem israelitischen Lehrer, Herrn Michael Kleemann dahier, das
Dienstauszeichnungskreuz für zwanzigjährige ersprießliche Tätigkeit als
Mitglied des bayerischen Landes-Hilfsvereins vom Roten Kreuz verliehen. Heute
Vormittag wurde obige Auszeichnung Herrn Lehrer Kleemann im kleinen
Rathaussaale, im Beisein der städtischen Kollegien, des königlichen
Bezirksamtmanns von Michels und des Bezirksarztes Dr. Diedel, durch
rechtskundigen Bürgermeister Strecker mit entsprechender Ansprache und
herzlicher Beglückwünschung überreicht.
Lehrer Kleemann ist seit dreißig
Jahren Kassierer des Vereins zur Unterstützung verwundeter und erkrankter
Krieger und besorgte während der Kriege 1866 und 1870 die schriftlichen
Arbeiten in den dahier errichteten Reserve-Lazaretten". |
Einzelnes aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Artikel "Zur Geschichte der Juden in Forchheim"
(1927)
Anmerkung: Der Artikel befasst sich vor allem mit der Zeit der 2. Hälfte
des 18. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts.
Verfasser ist Rabbiner Dr. Adolf Eckstein, Bamberg.
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. Januar
1927: "Zur Geschichte der Juden in Forchheim. In der oben
mitgeteilten Eingabe der Gesamtjudenschaft vom Jahre 1759 ist die leise
Drohung nicht zu überhören, die Landjuden könnten leicht aus der
bischöflichen in eine ritterliche Schutzherrschaft übertreten. Der Fall
mag bisweilen vorgekommen sein. Öfter dagegen sind Fälle bekannt, dass
auch wohlhabende und vermögende Juden von auswärts sich um den Schutz
des Krummstabes bewarben. Ein interessantes Beispiel dafür bietet
folgende Urkunde: ‚Dass der hiesige Schutz-Juden Selig Hirsch, welcher
vorhero lange Zeit beim Faktor Israel Elias in Diensten gewesen, zeithero
aber, da er sich selbst etabliert gehabt, vor sich sein Negotium und zwar
meistenteils mit auswärtigen Kaufleuten getrieben und dahero ein
Vermögen an die 8 bis 10.000 Gulden vor sich zusammengebracht, auch, so
viel übrigens allhier bewusst, wieder sich nicht zu Schulen kommen
lassen. Solches wird ihm hiermit attestieret. Dresden, den 28. Januar
1764. Der Rat zu Dresden.’
Der in dieser Urkunde vom Rat zu Dresden als wohlhabend und einwandfrei
beleumundete Kaufmann Selig Hirsch wurde nach Forchheim aufgenommen und
wir finden seinen Namen wieder in einer Liste der Einnahmegelder für
Judenschutz im Amt Forschheim von Ende Dezember 1770, welche folgende
Namen enthält: Simon Rothschilds wittib, Israel Moyses, Löb Männlein,
Wolf Seckels wittib, Michael Rothschild, Philipp Mayer, Gottlieb Abraham,
Feist Jacob, Is. Feustel, David Jacob, Lob Feustel, Samuel Männlein,
David Rothschild, Jos. Feustel, Emanuel Merzbacher, Selig Hirsch und Is.
Männlein, zusammen 15 Familienhäupter und 2 Witwen.
Bei dieser Gelegenheit sei ein Freipaß mitgeteilt, den Fürstbischof
Lothar Franz von Schönborn im April 1719 einem ungenannten Schutzjuden in
Forchheim, den er wahrscheinlich in geschäftlichen Angelegenheiten
bisweilen außer Landes reisen ließ, und seinem Sohne zum Ausweis
ausstellen ließ: ‚Wir Lothar Franz tot. tit. Nachdem Wir Vorzeigern
dieses Unsern Landt-Schutzjuden zu Vorchheim N.N. und dessen Sohn N.
mannigmahl außer Lands verschicken und diese frömbter (fremder)
Herrschaften territoria zum öftern unumgänglich zu betreten haben: Als
ersuchen Wir hiermit jedermänniglich Standts Würden nach, resp.
freundlich, günstig und gnäd., denen Unserigen aber ernstlich befehlend,
sie wollen denselben sambt ged. seinen Sohn je und allezeit nicht allein
aller Zoll, Gelaids und anderen Beschwerden frei- und nebstdeme zu Wasser
und Landt, bei Tag und Nacht auf bedürffenden Fall, um mehrerer
Sicherheit willen, allen guten Vorschub williglich angedeihen lassen.
Solches seind Wir in dergleichen und anderen Begebenheiten gegen all und
jede zu reziprozieren erbietig; die Unserige aber vollziehen hieran unsern
gnädigsten Willen und Befehl. Der geben ist in Unserer Residenz-Stadt
Bamberg.’
Von Forchheim gingen auch die ersten Bestrebungen zur Aufhebung des so
genannten Leibzolls aus. Darunter verstand man eine Abhabe, die jede
jüdische Person beim Passieren der Zollschranke in Stadt und Land, wie
von einem vierbeinigen Wesen oder einer Ware, zu entrichten hatte. Von
einer solchen Verzollung ihrer Person waren auch diejenigen nicht befreit,
die mit Einkäufen von Lebensmitteln für die Kaiserloche Armee beauftragt
waren. Im Dezember 1789 beschwerten sich nun die Judenschaften von
Forchheim und Lichtenfels darüber, dass sie als hochfürstliche
Schutzverwandte, wenn sie in Geschäftsangelegenheiten nach Bamberg
kämen, gleich Fremden und Ausländern für das Recht des Aufenthaltes,
täglich 15 Kr. Franken als Judenleibzoll entrichten müssten, was in
keinem anderen Herrschaftsgebiet üblich wäre; es sei ja bekannt, das es
keinen noch so alten Missbrauch gäbe, den Seine hochfürstlichen Gnaden
nicht aufgehoben hätte, um den Untertanen die Lasten zu erleichtern, und
darum fühlten auch sie sich zu der Bitte um Aufhebung oder wenigstens
Minderung der unzeitgemäßen Leibzoll - |
abgabe
berechtigt. Eine Nachfrage ergab, dass nach Maßgabe einer Zollinstruktion
an den 2 ersten Herbstmesstagen 15 Kreuzer für die Person und den
Aufenthaltstag, sonst 10 Kreuzen von Bemittelten gezahlt werden mussten,
wobei zwischen stiftischen und fremdherrischen Juden kein Unterschied
gemacht wurde. – Die Eingabe hatte trotzdem keinen Erfolg und erst durch
die Mautordnung vom 1. Dezember 1807 wurde der Leibzoll im Königreich
aufgehoben.
Im Anschluss daran sei ein Verzeichnis der Judenleibzoll-Einnahmen vom
Jahre 1790/91: Sie betrugen
in Bamberg fl.fr. 1.300 /Pachtsumme)
In Bechhofen fl.fr. 4 und 44 3/8 Kr.
in Ebermannstadt fl.fr. 83 u. 30 Kr.
in Hallstadt fl.fr. 38 und 42 Kr.
in Herzogenaurach fl.fr. 15 und 12 Kr.
in Oberscheinfeld fl.fr. 14 und 9 ½ Kr.
in Veldenstein fl.fr. 14 und 9 ½ Kr.
in Wallenfels fr. 1 u. 49 ½ Kr.
in Zapfendorf fl.fr. 6 u. 40 5/8 Kr.
in Zeil fl.fr. 6 und 3 ¼ Kr.
fl.fr. 1589 u. 20 ¼ Kr.
Wir schließen diese kleine Nachlese mit der Mitteilung einer
fürstbischöflichen Entschließung vom 21. August 1800 betreffend
Synagoge in Weidnitz, die folgenden Wortlaut hat: ‚Wenn einmal eine
Religion toleriert wird, so dürfen deren Religionsverwandte in Ausübung
ihrer gottesdienstlichen Verrichtungen nicht gestört werden. Von diesem
Grundsatz überzeugt, bewilligen daher S. Hochf. Gnaden, dass von der
Judenschaft zu Weidnitz auf dem dortselbst bestehenden kastenlehnbaren
Hause gegen Entrichtung eines Kanons von jährlich 24 Kr. Fr. … eine
Judenschul, jedoch nur widerruflich, errichtet werde.’ |
Kritische Bemerkung in einem Reisebericht von
1851
Aus
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. November
1851: "Auf der Rückreise von dort berührte ich die kleineren
Gemeinden Forchheim und Forth, die ihre Religionslehrer, wie gewöhnlich,
so schlecht besolden, dass sie auf Mittel bedacht sein müssen, ihre und
ihrer Familien Subsistenz durch einen anderweitigen Nebenverdienst zu
fristen..."
|
Früher Antisemitismus in Forchheim: Der
"Judenkrawall" (1881)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juni 1881: "Aus
Forchheim (Bayern), 8. Juni (1881), berichtet man dem 'Fränkischen
Volksblatte' von einem kleinen Judenkrawall. Gestern früh wurden dem
Juden B. Frank die Fensterläden demoliert und an mehreren Judenhäusern
wurden die Türen und Läden eingeschlagen. Plakate waren angeschlagen,
Rufe ertönten: Fort mit diesem Blutsaugern usw. Allgemein wird
befürchtet, dass es noch zu größeren Ausschreitungen kommt. Die ganze
hiesige jüdische Bevölkerung befindet sich daher begreiflicherweise in
großer Aufregung. (Die Befürchtung war indessen unbegründet; weitere
Ausschreitungen sind nicht vorgekommen)." |
Berichte zu einzelnen Personen der Gemeinde
Zum Tod des Kaufmanns Moses Moritz Zeiller (1872)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1872: "Baiersdorf,
2. April (1872). Heute wurde der Kaufmann Herr Moses Moritz Zeiller von Forchheim
auf dem israelitischen Friedhofe dahier zur Erde bestattet. Dass der
Selige in allgemeiner Achtung gestanden, zeigte sich bei dem Leichenzuge
in Forchheim, woran auch viele christliche Einwohner und namentlich
mehrere Honoratioren und Beamte der Stadt sich beteiligten.
Was aber besonders rühmlichst hervorzugeben, das ist der Umstand, dass
die Gemeindebehörde daselbst - bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal - in
echt liberalem Sinne den städtischen Leichenwagen ihren israelitischen
Mitbürgern zur Verfügung stellte. Obwohl die Sache in neuerer Zeit
nichts weniger als vereinzelt dasteht, indem beinahe überall in den
Städten dieselbe humane und gerechte Handlungsweise gegriffen hat und so
auch die Nachbarstadt Erlangen ihren Leichenwagen den israelitischen
Bürgern zur unbeanstandeten Benützung überlässt, so tut es doch dem
Herzen jedes wahren Menschenfreundes so wohl, den Geist des Friedens und
der Menschenverbrüderung immer weiter zur Herrschaft gelangen zu sehen,
dass man sich mit ganzer Seele gedrungen fühlt, jeden solchen Akt zur
öffentlichen Anerkennung zu bringen." |
Zum Tod von dem aus Forchheim stammenden Jacob Fränkel (geb.
1855 in Forchheim, gest. 1927 in München)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 22. Juli
1927: "Jacob Fränkel. Am 25. Mai dieses Jahres ist Jacob Fränkel im
Alter von 72 Jahren uns durch einen sanften Tod entrissen worden. Er war
in Forchheim (Oberfranken) geboren, einer angesehenen Familie
entsprossen, in der Jugend schon mit reichem allgemeinem und jüdischem
Wissen vertraut geworden. Seine frühen Mannesjahre verlebte er in Fürth,
über drei Jahrzehnte seines Lebens dann in München, wo er sich die
Lebensgefährtin geholt hatte, eine Tochter des Bankiers Elias Landauer,
dessen Andenken noch in weiten Kreisen unserer Gemeinde lebendig ist.
Jacob Fränkel hat viel Leid erfahren in seinem Leben. Die Gattin ist vor
ihm ins Grab gesunken, der einzige Sohn nach schwerem Siechtum der Mutter
gefolgt. Körperliche Beschwerden haben lange schon ihn gequält und seine
Lebenskraft geschwächt. Aber dies war das Bewundernswerte an Jacob
Fränkel: Trotz Kummer und Krankheit blieb sein Geist frisch und sein Herz
empfänglich für die Mitwelt. Die Fragen des öffentlichen Lebens
beschäftigten seinen lebhaften Sinn. Vor allem fühlte er sich innerlich
beteiligt an allen jüdischen Angelegenheiten. So hat er, der religiös
streng konservative Mann, in der Religionsgemeinschaft Ohel Jacob als
Vorstandsmitglied und Kassier viele Jahre eine fruchtbare Wirksamkeit
entfaltet. Er hat aber auch der Gesamtgemeinde seine Dienste
bereitwilligst zur Verfügung gestellt und bis in die jüngste Zeit hinein
die Revision der Gemeinderechnungen alljährlich mit großer Sachkenntnis
und Gewissenhaftigkeit vorgenommen. – Als vor sechs Jahren erstmals die
Wahlen zur Tagung des Landesverbandes stattfanden, wurde Jacob Fränkel
von seinen Gesinnungsgenossen als Kandidat aufgestellt. Er hat sich dann
nach seiner Wahl als Abgeordneter mit großem Eifer an den Arbeiten der
Tagung beteiligt und auch dem Landesverband bei den Revisionsarbeiten
seine Kraft gewidmet. Überall wurden die Leistungen des tüchtigen und
bescheidenen Mannes aufs höchste geschätzt. Aber auch der weiteren
jüdischen Öffentlichkeit hat Jacob Fränkel seine Dienste geweiht.
Zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Artikel in verschiedenen
jüdischen Zeitungen sind seiner Feder zu verdanken – die meisten ohne
Nennung des Verfassers und haben Belehrung und Anregung in weite Kreise
getragen. Auch unsere Gemeindezeitung durfte sich seiner Mitarbeit
erfreuen. – So hinterlässt der Mann, dem keine Kinder nachtrauern, eine
große Gemeinde trauernder Freunde und Gesinnungsgenossen, die ihm ein
treues, ehrenvolles Andenken bewahren werden. N.St." |
Zum Tod des langjährigen 1. Vorstehers der jüdischen Gemeinde Max
Zeiller (1937)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1.
August 1937: "Forchheim. Eine stattliche Trauerversammlung hatte sich
auf dem altehrwürdigen Friedhofe in Baiersdorf eingefunden, um dem
langjährigen 1. Vorstand der Gemeinde Forchheim, Herrn Max Zeiller das
letzte Geleite zu geben, welcher nach kurzer Krankheit im 73. Lebensjahr
am 25. Juli starb. Nahezu vier Jahrzehnte hat der Verlebte das Amt eines
1. Vorstandes in seiner Heimat bekleidet, mit großer Hingabe und mit
tiefem Verständnis für alle Fragen des Judentums sich diesem Amte
gewidmet. Ein Mann von lauterem Charakter, von Bescheidenheit,
Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft wusste sich der Verlebte die
größten Sympathien aller Kreise zu erwerben. Sein Rat wurde überall
gesucht und dankbar hingenommen. Herr Rabbiner Dr. Behrens aus Fürth
wusste das Lebens- und Charakterbild des Toten trefflich zu zeichnen als
vorbildlicher Führer der Gemeinde und treuer Anhänger seiner
Heimatstadt. Für die Gemeinde Forchheim sprach Lehrer Kahn (Hirschaid)
tief empfundene Worte des Dankes und der Verehrung. Herr Rechtsanwalt Dr.
Morgenroth (Bamberg) rühmte in dem Verstorbenen den eifrigen Mitarbeiter
im Distriktsverband des Rabbinatsbezirks Bamberg und dessen zielbewusstes
Eintreten für die Interessen der Kleingemeinden." |
Todesanzeige
in der CV-Zeitung vom 29. Juli 1937: "Unser lieber Bruder, Schwager
und Onkel Herr Max Zeiller ist nach kurzer schwerer Krankheit
verschieden.
Forchheim, 25. Juli 1937. Die trauernden Hinterbliebenen." |
Anzeigen jüdischer
Gewerbebetriebe
Anzeigen des Manufaktur- und Modewarengeschäftes Isaak Frank (1901 / 1902)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1901: "Für
mein Manufaktur- und Modewaren-Geschäft suche zum Eintritt per 15. April
oder 1. Mai dieses Jahres einen Lehrling. Samstags und Feiertage
geschlossen.
Isaak Frank junior, Forchheim in Bayern." |
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Anzeige
in der "Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. August 1901:
"Für mein Manufaktur- und Modewaren-Geschäft suche zum
Eintritt per 1. Oktober dieses Jahres einen Lehrling.
Samstags und Feiertage geschlossen.
Isaak Frank junior, Forchheim in
Bayern." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1902: "Suche
zum baldigen Eintritt einen Lehrling aus besserer Familie für mein
Manufaktur- und Modewarengeschäft. Samstags und Feiertage
geschlossen.
Isaak Frank junior, Forchheim in Bayern." |
Lehrlingsgesuche des Kaufhauses Hermann
Schloss (1901 / 1908)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Oktober 1901:
"Suche per sofort (1. November 1901) einen jungen Mann mit
guter Schulbildung, welcher in meinem Hause als
Lehrling
eintreten kann. Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im
Hause.
Kaufhaus Hermann Schloß,
Forchheim in Bayern." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1908:
"Suche
per sofort oder bis 15. Juli einen
Lehrling,
ca. 15 Jahre alt, mit
guter Schulbildung. Samstag und Feiertage geschlossen.
Kaufhaus Hermann Schloss.
Modewaren und Herren-Konfektion.
Forchheim
(Bayern)." |
Lehrlingsgesuch der Öl- und Fettwarengeschäftes H.
Engel Cie. (1910)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Februar 1902: "In
unserem Öl- und Fettwarengeschäft en gros wird ein Lehrling mit
guter Schulbildung und schöner Handschrift, aus achtbarer Familie
gesucht. Samstags und Feiertage geschlossen. Selbstgeschriebene Offerten
sind zu richten an
H. Engel & Cie., Forchheim in Bayern."
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Zur Geschichte der Synagoge
Im Mittelalter lebten die Juden überwiegend in der
"Judengasse" (1381 Juden gazze, später
Huppmannsgäßchen, heute zur Wallstraße gehörende kleine Verbindungsgasse
zwischen Wallstraße und Hauptstraße - südlich parallel zur Schlossergasse
verlaufend), die sehr günstig lag, da sie unmittelbar in die Durchgangsstraße
von Bamberg nach Nürnberg einmündete. Mitte des 15. Jahrhunderts werden abseits
der Judengasse zwei jüdische Wohnhäuser genannt (gemeint sind die Anwesen
Hauptstraße 54 und 56 = Oberes und Unteres Judenhaus).
Eine Synagoge wird erstmals 1326/28 erwähnt; es dürfte sich um die im
13. Jahrhundert benutzte Synagoge handeln. Es ist nicht ganz klar, ob sie mit
dem um 1400 als schul beziehungsweise 1407 in einer Stadtrechnung
als Synagoga judaeorum benannten Gebäude identisch ist. Letztmals hört
man 1484/85 von der Judenschuel. Für die Benutzung der Synagoge war ein
jährlicher Erbzins an den Bischof von Bamberg zu bezahlen.
Im 17. Jahrhundert siedelten sich die jüdischen Familien zunächst im mittleren
Teil der heutigen Wiesentstraße an (Bereich des sog. "Raschenbach"),
die damals die Bezeichnung "Judengasse" erhielt. Noch während des
Dreißigjährigen Krieges konnte 1645 eine Synagoge (Betsaal) eingerichtet
werden.
(Der nachfolgende Abschnitt nach Eckstein s. Lit. S. 138f): Die 1645 erbaute
Synagoge war Anfang des 18. Jahrhunderts bereits in derart baufälligem
Zustand, dass der Gottesdienst in einem zu diesem Zweck gegen Miete zur
Verfügung gestellten Raum im Haus des Wolf Rothschild abgehalten werden musste.
Rothschild war ein Sohn des damaligen Landesrabbiners Mendel Rothschild (seit
1686 Landesrabbiner in Bamberg, zugleich Mitverwalter der Rabbinate
Bayreuth und Baiersdorf). 1714 fand eine Beratung der Gemeinde vor dem
Rabbinat in Bamberg statt, bei der sich die Mehrheit für einen Neubau
aussprach. Dennoch macht Wolf Rothschild zugleich der Gemeinde das Angebot,
seine Privatsynagoge der Gemeinde "für ewige Zeiten" zur Verfügung
zustellen unter der Bedingung, dass sein Haus nicht verkauft oder vertauscht
werde. Für diesen Fall behielt er sich und seinen Erben vor, der Gemeinde in
einem andern Haus eine Synagoge zur Verfügung zu stellen, wenn die Gemeinde
sich verpflichten würde, auf einen Neubau zu verzichten, so lange er oder seine
Erben die Synagoge im Hause halten wollten. Die Gemeinde nahm das Angebot
Rothschilds an. 1742 ist jedoch wieder von einem Neubau die Rede, der jedoch
nicht zustande gekommen ist. Unter der Vorsteherschaft des Michel Rothschild
wurde dann ein Neubau 1771 durchgeführt.
Eine Erinnerung an einen um 1720 vorhandenen Betsaal gibt es bis
zur Gegenwart im Haus Apothekenstraße 4, wo sich bei einer Restaurierung
des Gebäudes eine hebräische Inschrift fand, die die Gebetsrichtung angab
("Misrach" = Osten).
Die Synagoge von 1771 war 1806 in einem baufälligen Zustand. Die Baubehörde
wies auf den für Besucher wie Passanten lebensgefährlichen Zustand des
Gebäudes hin und gab die Anweisung, es innerhalb von acht Tagen
einzureißen. So musste sehr schnell ein Neubau geplant werden. Der Bauplan des
Maurermeisters Georg Rotschka lag am 10. August 1806 vor. 1807/08 wurde der Bau
ausgeführt; die Inneneinrichtung folgte 1809. Im Synagogengebäude befanden sich auch die Räume
der jüdischen Schule und die Lehrerwohnung. Umfangreichere Renovierungen waren
1833 und 1861/62 durchzuführen. Letztere erforderte einen
finanziellen Aufwand von etwa 800 Gulden. Die feierliche Wiedereinweihung
war am 23. Mai 1862. Zwischenzeitlich war im Haus des Moses Moritz Zeiller ein
Betsaal eingerichtet worden. Von einem Ausbau/Aufstockung des
Synagogengebäudes ist 1876 und einem Ausbau des Schulzimmers 1874/75 die Rede. An
Ritualien waren 1860 u.a. sechs Torarollen vorhanden.
Bis 1938 wurden in der Synagoge Gottesdienste gefeiert. Beim Novemberpogrom
1938 gingen zahlreiche Forchheimer Nationalsozialisten, vor allem
Angehörige der SA und andere Parteimitglieder sowie Zivilpersonen mit
besonderer Grausamkeit gegen die hier noch lebenden jüdischen Einwohner vor.
Auch die Synagoge wurde heimgesucht. Sie konnte jedoch auf Grund der engen
Bebauung nicht angezündet werden. Die Inneneinrichtung des Gotteshauses wurde
völlig zerstört. Kultgegenstände aus Silber, Teppiche, Gebetbücher und sonstige hebräische
Schriften wurden zur Polizei gebracht. Torarollen wurden in die nahe Wiesent
geworfen.
Am Nachmittag des 10. November 1938 wurde die Synagoge gesprengt. Da der Stadtbaumeister
die für eine Sprengung notwendigen Geräte nicht zur Verfügung hatte, wurde
der Landesmeister der Technischen Nothilfe Nürnberg herbeigeholt. Er
führte die Sprengung in Anwesenheit einer
großen Zuschauermenge durch. Die jüdischen Männer, darunter einen
zwölfjährigen Jungen, schleppte man schließlich auf den Synagogenplatz und zwang sie, nach
der Sprengung den Schutt fortzuräumen. Am nächsten Tag wurden sie in das
Konzentrationslager Dachau gebracht und erst nach Wochen wieder entlassen.
Die Torarollen waren im Wehr der Kammerersmühle hängen geblieben. Die
Mühlenbesitzerin Margareta Ladenburger ließ sie heimlich aus dem Fluss bergen
und versteckte sie bis 1945. Nach dem Krieg übergab sie die Torarollen an eine
jüdische Organisation.
Im April 1948 fand vor dem Landgericht Bamberg ein Prozess gegen
19 der am Novemberpogrom 1938 Beteiligten statt. 18 von ihnen erhielten
Gefängnisstrafe von drei Monaten bis zu vier Jahren, einer wurde
freigesprochen.
Das Grundstück der Synagoge blieb nach 1945 unbebaut. Eine Baulücke,
die als Parkplatz genutzt wird, kennzeichnet den früheren Standort. 1982 wurde
eine Gedenksäule zur Erinnerung an die Synagoge und die frühere
jüdische Gemeinde erstellt.
Adresse/Standort der Synagoge: Wiesentstraße 15
Plan / Fotos / Darstellungen
(Quelle für die historischen Abbildungen: Buch von R.K.
Kiessling s.Lit.)
Spur eines älteren
Betsaales
um 1720 |
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"Misrach"-Inschrift
zur Markierung der Gebetsrichtung im Haus Apothekenstraße 4 |
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Plan von Forchheim aus dem 19.
Jahrhundert mit eingetragener Judengasse |
Die Forchheimer Synagoge um
1900
rechts der Wiesent |
Gemälde eines unbekannten
Malers,
rechts der Wiesent die Synagoge |
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| Die Zerstörung der Synagoge |
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| Blick auf die demolierte
Synagoge vor der Sprengung - ein Teil der Innenreinrichtung liegt
zerstört vor dem Gebäude |
Die Synagogenruine nach der
Sprengung im November 1938 |
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Gedenken an die
zerstörte Synagoge
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach, aus: www.synagogen.info) |
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Das Grundstück der ehemaligen
Synagoge - als Parkplatz verwendet |
Die 1982
aufgestellte Gedenksäule |
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Fotos 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.4.2007) |
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| Das Grundstück
der ehemaligen Synagoge - als Parkplatz verwendet |
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| Verschiedene
Ansichten der 1982 aufgestellten Gedenksäule |
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Erinnerungen an die
Synagoge
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach;
Aufnahmen vom Sommer 2010). |
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Gedenktafel für die
jüdischen Gefallenen
des Ersten Weltkrieges, die sich
ursprünglich in der Synagoge befand
(siehe Pressebericht unten) |
Ner tamid
(ewiges Licht) aus
der Synagoge |
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Die beiden
Erinnerungen an die Synagoge wurden während der Sonderausstellung
"Schalom und Schabbat" im Sommer 2010 im Pfalzmuseum
Forchheim gezeigt. |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| November 2009:
Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten
Weltkrieges aus der Forchheimer Synagoge gefunden |
Artikel vom 27. November 2009 von Georg
Körfgen in den "Nürnberger Nachrichten" (Artikel):
"Forchheim: Verschollene Gedenktafel aufgetaucht - Erinnerung an im Ersten Weltkrieg gefallene Juden.
FORCHHEIM - 'Eine kleine Sensation' sieht Pfalzmuseumsleiterin Susanne Fischer, in einem Fund, den der Bauhof-Mitarbeiter Klaus Barthelmes vor zwei Wochen in einem Schuppen des Gartenamtes gemacht hat: Die verschollene Gedenktafel der jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs ist wieder aufgetaucht.
Bescheiden steht Barthelmes am Rand des Pressetermins, der doch ohne ihn gar nicht stattgefunden hätte. Als er vor zwei Wochen einen Schuppen auf dem Gelände des Gartenamtes aufräumen sollte, fand sich erst einmal die üblichen, vergessenen Stücke: alte Stangen, alte Geräte, Werkzeuge. Doch dann stutzte der geschichtsinteressierte Forchheimer: In einer Ecke entdeckte er eine schwarze Tafel aus Granit, in die die Namen von fünf im Ersten Weltkrieg gefallenen Forchheimern
eingemeißelt waren. Woher stammte sie?
Schon damals hatten Bauhof-Mitarbeiter die Tafel gerettet.
Kurz darauf - Barthelmes war erkrankt, seine Frau hatte ihm zum Lesen das Buch von Rolf Kießling
'Juden in Forchheim' geschenkt - beantwortete sich die Frage für den geschichtsbewussten Arbeiter: Die Tafel war die seit den 70er Jahren verschollene Gedenktafel, die an der nach der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstörten Synagoge in der Wiesentstraße hing.
Und schon damals hatten Bauhof-Mitarbeiter die Tafel gerettet. Denn bevor das jüdische Gotteshaus von den Nazis und ihren willigen Helfern gesprengt werden sollte, hatten die städtischen Mitarbeiter Balthasar Prell und Hans Friedel die Tafel abmontiert und somit gerettet. Bis in die 60er Jahre war bekannt, dass sie im Bauhof lag. Dann vergaß man sie offensichtlich.
Museum zeigt eine Ausstellung zu jüdischem Leben in Forchheim. Dass sie jetzt wieder aufgetaucht ist, bezeichnet Museumschefin Fischer als
'Glücksfall'. Denn 2010 wird das Museum eine Ausstellung zu jüdischem Leben in Forchheim zeigen. Die Tafel wird dann einen prominenten Platz einnehmen. Was dann mit ihr geschieht, weiß Fischer noch nicht.
'Ich könnte mir aber einen Platz im öffentlichen Raum vorstellen', meinte sie.
Auf der Gedenktafel zum Ersten Weltkrieg am Frechhaus neben dem Rathaus sind die gefallenen jüdischen Mitbürger berücksichtigt. Ein Zeichen, dass die gefallenen Juden vor dem Naziterror sehr wohl von einer breiten Bevölkerungsmehrheit geehrt wurden. Für den Buchautor Rolf Kießling ist denn auch die Rettung der Tafel nach der Pogromnacht durch Arbeiter ein klares Zeichen, dass
'der Einsatz junger jüdischer Männer nicht vergessen war'. Mit der Aufmerksamkeit von Klaus Barthelmes schließt sich insofern der
Kreis nach 71 Jahren." |
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Foto
der Gedenktafel von Michael Schulbert in einem weiteren Artikel zu dem
Fund in der Website "infranken.de" (Artikel) |
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| Hinweis:
Die Ausstellung zu jüdischem Leben in Forchheim
"Schalom und Schabbat" wurde vom 22. Juli 2010 bis zum
31. Oktober 2010 im Pfalzmuseum Forchheim gezeigt. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Adolf Eckstein: Geschichte der Juden im ehemaligen
Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1898. |
 | Germania Judaica II,1 S. 236-237; III,1 S. 341-344. |
 | Johannes Bischoff: Erlanger Bausteine zur
fränkischen Heimatforschung 22 1975 S. 15 (nennt bereits wieder 1552
jüdische Personen in Forchheim) |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 132-133. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 205. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 243-245.
|
 | Georg
Knörlein: Jüdisches Leben im Forchheimer Land. Verlag Medien
und Dialog. Haigerloch 1998. S. 10-13.
|
 | Rolf Kilian Kiessling: Juden in Forchheim - 300
Jahre jüdisches Leben in einer kleinen fränkischen Stadt. Verlag Kulturamt
Landkreis Forchheim 2004. Buchbesprechung.
|
 | "Mehr als
Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I:
Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben.
Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg.
von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz.
Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und
herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3:
Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im
Allgäu.
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Forchheim S. 144-151. |
 | Hans-Peter
Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und
Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur
Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Forchheim S. 61-64. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Forchheim Upper Franconia.
The early community was destroyed in the Rindfleisch massacres of 1298, with at
least 85 Jews murdered. Jews lived in Forchheim thoughout the 15th century until
their presence was banned in 1499 by the bishop of Bamberg. From the mid-17th
century Jews inhabited a special quarter. A synagogue was erected in 1645, with
new ones built in 1771 and 1808. During the 19th century the community was one
of the most important in the region with members acting as army suppliers and
court agents. The Jewish population stood at 212 in 1880 (total 4.384),
declining to 68 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish
homes and stores were looted and the synagogue was blown up. In 1934-40, 24 Jews
emigrated and 20 left for other German cities. Seven were deported to the Riga
ghetto via Bamberg on 27 November 1941 and six to Izbica in the Lublin district
(Poland) and the Theresienstadt ghetto starting in March 1942.

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