Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Baiersdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt)
Jüdischer Friedhof 
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde           
   
Siehe Seite zur Synagoge in Baiersdorf (interner Link)  
  
  
Zur Geschichte des Friedhofes        
   
Der jüdische Friedhof in Baiersdorf wurde vermutlich noch im 14. Jahrhundert (um 1388) angelegt. Er war lange Zeit zentrale Grabstätte für die Juden der Fürstentümer Kulmbach-Bayreuth und Ansbach und teilweise auch die des Hochstiftes Bamberg. Die ältesten erhaltenen Steine sind vermutlich noch aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. Der jüngste Grabstein ist von 1937 (Lena Schloss). Insgesamt sind etwa 1.130 Grabsteine erhalten. Unter den Beigesetzten sind auch bekannte Rabbiner (bis 1894 war Baiersdorf Sitz eines Distriktrabbinates). Die Fläche des von einer massiven Steinmauer umgebenen Friedhofes umfasst 47,56 ar. Das Friedhofsgrundstück ist - entsprechend den vorgenommenen Erweiterungen  - in drei große Grabfelder gegliedert. 1980 wurde ein Gedenkstein zum Gedenken an die in der NS-Zeit aus Baiersdorf und Umgebungen ermordeten jüdischen Personen aufgestellt.
   
In der NS-Zeit wurde der Friedhof im April 1937 erstmals geschändet (vermutlich durch Kinder). Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Friedhof erneut geschändet. Danach wurde der Friedhof während der NS-Zeit als Maulbeerbaumplantage zur Zucht von Seidenraupen verwendet. 
   
   
Lage des Friedhofes    
 
Der Friedhof liegt innerhalb der Stadt östlich der "Judengasse", südlich des evangelischen Friedhofes. Dabei liegt der jüdische Friedhof historisch innerhalb der Stadtmauer; der evangelische Friedhof (seit 1720) außerhalb der Stadtmauer. 
 
Besonderheiten des Friedhofes
-  Die Steine sind nach Westen - das heißt zur Synagoge bzw. zum Fenster über dem Toraschrein - gerichtet. 
-  Es findet sich ein ausgeprägter Reichtum der religiösen Symbolik sowie der Namens- und Herkunftssymbolik.     
-  Besondere Grabreihen gibt es für Kinder am Nordrand, jedoch auch eine Kohanimreihe direkt hinter der einstigen Synagoge; die Kohanim nahmen vom Balkon des Taharahauses (hinter dem Wohnhaus des Rabbiners) an den Beerdigungen teil (das Taharahaus wurde 1951 abgebrochen)     
   
    
Fotos 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach, außer Foto zweite Fotozeile rechts: Günter Katzer [aus Website Stadt Baiersdorf])

Die Informationstafel über den Friedhof in der ehemaligen Judengasse vor dem "Meerrettichmuseum" - schräg gegenüber der ehemaligen Synagoge Baiersdorf Friedhof Info01.jpg (118880 Byte)

Text der Informationstafel: "Baiersdorfer Judenfriedhof. Der hiesige Judenfriedhof ist der älteste der Markgrafschaft Kulmbach-Bayreuth und Ansbach. Er wurde wohl 1388, beim Wiederaufbau, nach der ersten Zerstörung der Stadt durch die Nürnberger, angelegt und zwar innerhalb der Stadtbefestigung. Auf diesem Friedhof fanden die Juden aus den Fürstentümern Kulmbach-Bayreuth und Ansbach, ihre letzte Ruhestätte, aber auch die Toten aus Judengemeinden des Hochstifts Bamberg. Die Toten aus dem bekannten Judenhof Tüchersfeld wurden ebenfalls in Baiersdorf beigesetzt. An den Grabsteinen hier ist die Assimilation der jüdischen Bevölkerung nachzuvollziehen. An den rituellen Zeichen ist zu erkennen, welche Stellung der Tote in der jüdischen Gemeinde bekleidet hat. Ein jüdisches Grab wird nur einmal belegt. An diesem 'Guten Ort' erwartet der Verstorbene den Jüngsten Tag. Auf dem Baiersdorfer Judenfriedhof kann man sehen, wie in der jüdischen Verwandtschaft das Thema 'Familiengrab' gelöst wurde. Zu sehen sind auch Gräber von berühmten Personen, z.B. das Grab von David Diespeck, einem der bekanntesten und berühmtesten Rabbiner seiner Zeit. Hier ist auch die letzte Ruhestätte des ersten Professors jüdischen Glaubens, der an der Friedrich Alexander Universität Erlangen ordiniert wurde, um nur zwei Beispiele zu nennen. Der jüdische Friedhof hat, wenn auch im Dritten Reich geschändet, die Zeiten überdauert. Seine Gräber und Steine bezeugen die wechselvolle Geschichte, nicht nur der Juden hier, sondern auch den Geist der Herrschenden, den Auf- und Abstieg von Orten und zeigt die gesellschaftlichen und sozialen Gegebenheiten der Geschichte auf." 

     
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Das Eingangstor Blick über den Friedhof Teilansicht
     
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Grabstein für Benjamin Markus
 (1846-1914),  
Lehrer und Kultusbeamter 
der Gemeinde
Gedenkstein mit Inschrift: "Den Toten zur Ehre und zum ewigen Gedenken an die jüdischen Bürger aus Baiersdorf und Umgebung, die in den Verfolgungsjahren 1933-1945 grausam umgekommen sind. Uns Lebenden zur Mahnung, den kommenden Geschlechtern zur eindringlichen Lehre"
       

Der Friedhof im Herbst 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 21.10.2007)

 
Baiersdorf Friedhof 105.jpg (76331 Byte) Baiersdorf Friedhof 100.jpg (80335 Byte) Baiersdorf Friedhof 104.jpg (106149 Byte)
Weg von der Judengasse zum Friedhof Blick auf das Eingangstor Davidstern am Eingangstor
  Das Foto oben in hoher Auflösung    
     
Baiersdorf Friedhof 102.jpg (82103 Byte) Baiersdorf Friedhof 101.jpg (113424 Byte) Baiersdorf Friedhof 103.jpg (69980 Byte)
Teilansicht vom Eingangstor Hinweistafel
Das Foto oben in hoher Auflösung  Das Foto oben in hoher Auflösung   

  
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Baiersdorf mit Informationen zum Friedhof und dem oben aufgenommenen Foto von Günter Katzer.
Informationen zum jüdischen Friedhof von Horst Gemeinhardt: pdf-Datei in der Website der Stadt   
Informationsseiten zum jüdischen Friedhof Baiersdorf      
Informationsseiten und Dokumentation des jüdischen Friedhofes Baiersdorf -  www.judenfriedhof-baiersdorf.de 

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 145-146.   
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Baiersdorf. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 9. Jahrgang Nr. 62 vom Juni 1994 S. 13.
Spurensuche zur jüdischen Geschichte Baiersdorf. Ein Werkstattbericht von der historischen Quellensuche zur Erschließung der Geschichte einer erloschenen Gemeinde und ihres "guten Ortes". Baiersdorf 2012. Reihe: Baiersdorfer Wurzelwerk Heft Nr. 2. Preis 10 €. Erhältlich über die Stadtverwaltung.  

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. November 2012