Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ermreuth
(Gemeinde Neunkirchen a. Brand, Kreis Forchheim)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

  Hinweis: bitte besuchen Sie auch die Website    
www.synagoge-museum-ermreuth.de oder www.synagoge-ermreuth.de  

     
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Kennkarten aus der NS-Zeit   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)       
    
In Ermreuth bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1554 Juden am Ort genannt. Die ritterlichen Landsherren in Ermreuth nahmen jüdische Familien gegen Bezahlung von "Schutzgeldern" auf. Bereits im 17. Jahrhundert lebten die jüdischen Familien vor allem vom Handel mit Vieh und Pferden. 

Die Blütezeit der Gemeinde war zwischen der Mitte des 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts. 1809/10 wurden 164 jüdische Einwohner gezählt (24,9 % von insgesamt 659), 1811 180 (26,1 % von insgesamt 689), 1822 die Höchstzahl von 194, davon 35 Familienväter, 124 Kinder, ein Witwer und ein Lediger. 1832 betrug die Zahl der christlichen Familien 98, die der jüdischen 38, insgesamt 187 Personen, ein gutes Drittel der Gesamtbevölkerung. 1843 wurden 43 jüdische Haushaltungen registriert. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte ein starke Abwanderung der jüdischen Familien, u.a. nach Erlangen. 1867 waren es 132 jüdische Einwohner (19,6 % von insgesamt 673), 1880 87 (13,7 % von 635) und 1900 66 (10,8 % von 609). Die Haupterwerbstätigen der jüdischen Gemeindemitglieder beschränkten sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Vieh-, Hausier- und Schnittwarenhandel, ehe um die Mitte des Jahrhunderts neue Erwerbszweige hinzukamen. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch in Ermreuth ansässigen Juden betrieben Vieh-, Schnittwaren- und Hopfenhandel. Nach 1874 waren die jüdischen Einwohner vollständig im allgemeinen Gemeindeleben integriert. Sie waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, des Gemeinderates sowie der Soldatenkameradschaft.

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), einen Friedhof (seit 1711), eine Schule (Elementarschule, zuletzt noch Religionsschule) sowie ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Elementarlehrer bzw. ein Religionslehrer angestellt. Dieser war zugleich als Vorbeter (Kantor) und als Schächter tätig. Bei anstehenden Neubesetzungen war die Stelle immer wieder auszuschreiben (siehe unten Ausschreibungstexte). 
 
Die jüdische Gemeinde Ermreuth gehörte bis 1894 zum Bezirksrabbinat in Hagenbach. Bei der Besetzung des dortigen Rabbinates traten die Ermreuther teilweise sehr selbstbewusst auf. Es kam mehrfach zu Spannungen zwischen den Gemeinden Ermreuth und Hagenbach. Zeitweise (um 1840/60) bemühten sich die Ermreuther um Verlegung des Rabbinatssitzes von Hagenbach in ihre Gemeinde. 1866 bat der Hagenbacher Rabbiner Dr. Jonas Königshöfer unter dem Druck der Ermreuther Gemeinde um seine Entlassung. Nach der Auflösung des Bezirksrabbinates Hagenbach wurde Ermreuth dem Rabbinatsbezirk Bamberg zugeteilt.  

1910 wurden 44 jüdische Einwohner gezählt (7,2 % von 615); 1915 bestand die israelitische Kultusgemeinde noch aus 10 jüdischen Haushaltungen. Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Moritz Hönlein (gefallen 1917 Arras). Sein Name steht auf dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege aus Ermreuth unmittelbar vor der Kirche des Ortes. 

Um 1925, als noch 22 Gemeindeglieder gezählt wurden (3,5 % von insgesamt 630 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Wilhelm Schwarzhaupt, Gustav Hönlein und Leopold Goldner. Die Gemeinde war weiterhin dem Distriktsrabbinat Bamberg zugeteilt. 1932 wurden 25 Gemeindeglieder gezählt (von insgesamt 558). Die Gemeindevorsteher waren Wilhelm Schwarzhaupt und Gustav Hönlein. Als Lehrer der drei schulpflichtigen jüdischen Kinder kam aus Erlangen Lehrer Julius Fränkel regelmäßig nach Ermreuth. 

1933 gab es nur noch fünf jüdische Haushalte mit insgesamt 21 Personen im Ort. Trotz der zunehmenden Repressalien und der Auswirkungen des wirtschaftlichen Boykotts verließen bis zum September 1938 nur vier Personen den Ort. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge stark beschädigt (s.u.), ebenso die jüdischen Privathäuser. Bei den Ausschreitungen wurde das Gemeindemitglied Max Wassermann vom Ortsgruppenleiter der NSDAP brutal misshandelt. Wassermann verzog daraufhin mit seiner Familie nach Nürnberg, so dass er an seinen Verletzungen starb. Noch im Jahr 1939 gelang es einer jüdischen Familie aus Ermreuth in die USA zu fliehen. Die übrigen 15 Personen jüdischen Glaubens mussten ihren Wohnsitz nach Nürnberg in vorherbestimmte Unterkünfte verlegen, ehe sie 1942 in Konzentrationslagern verschleppt und ermordet wurden.    
  
Von den in Ermreuth geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Frieda Dachauer geb. Hönlein (1913), Kathie (Katie) Dingfelder geb. Schönberger (1893), Hermann Dorn (1865), Karoline Frank geb. Herzfelder (1873),  Juli Goldbach geb. Hönlein (1880), Jakob Gönninger (1891)*, Juli Goldbach geb. Höhnlein (1889), Ida Grau geb. Wassermann (1886, vgl. Kennkarte unten), Bertha Guthmann geb. Wassermann (1884), Jeanette Gutmann geb. Oberndorfer (1856), Klara Hess (1875), Regina Heß (1881), Frieda Hönlein geb. Götter (1886), Gustav Hönlein (1882), Herrmann Hönlein (1878), Louise Hönlein (1869), Martin Hönlein (1904), Sofie Hönlein geb. Erlanger (1879), Rosa Kohn geb. Dorn (1889), Therese Neu geb. Bauer (1876), Regina Satzmann geb. Wimmelbacher (1880), Getti (Geeta) Schloß (1887), Maria Schloss (1886), Ida Schönberger (1885), Max Schönberger (1882), Ida Stark geb. Schönberger (1885), Betty Strauß geb. Schönberger (1875), Pauline (Paula) Strinhert geb. Wassermann (1884), Clara Teutsch geb. Holzinger (1884), Rosa Uhlfelder (1896), Betty Wassermann geb. Wolf (1893), Bella Wassermann (1929), Betty Wassermann geb. Wolf (1893), Hugo Wassermann (1896),  Karl Wassermann (1891), Kurt Joseph Wassermann (1927), Rosa Wassermann geb. Kohn (1854), Sofie Wassermann (1886), Werner Wassermann (1925), Wilhelm Wassermann (1885). 
       
*Lehrer Jakob Gönninger (1891) ist mit seiner ganzen Familie, das heißt seiner Frau Lina Gönninger geb. Veilchenblau (1894) und den in Zirndorf geborenen Töchtern Adele Gönninger (1927), Elisabeth Gönninger (1924) und Susanne Gönninger (1930) nach der Deportation ermordet worden. 
     

Informationstafel zur jüdischen Geschichte des Ortes 
Ermreuth Informationstafel 100.jpg (212021 Byte) Die Informationstafel befindet sich an der Dachstadter Straße (Ostseite der Synagoge) in Ermreuth. 
Zum Lesen bitte Abbildung anklicken oder als pdf-Datei anschauen (erhalten von Jürgen Hanke, Kronach).  

    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers (Elementarlehrer bzw. Religionslehrer), zugleich des Vorbeters und Schächters 1871 / 1907 / 1909 

Ermreuth Israelit 19041871.jpg (46413 Byte)1871 war die Stelle wieder einmal ausgeschrieben. In der Zeitschrift "Der Israelit" erschien am 19. April 1871 folgende Anzeige: "Erledigte Stelle. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Ermreuth, Post Gräfenberg (Bayern), ist die Stelle eines Elementar- und Religionslehrers, verbunden mit Kantordienst, in Erledigung gekommen. Der Gehalt besteht in 350 Gulden fix, freier Wohnung und 150 Gulden Nebenverdienste. Auch wird mit dieser Stelle der Schächterdienst verbunden, welcher sicher 150 Gulden einträgt und wird bemerkt, dass nur solche Bewerber berücksichtigt werden, welche letztgenannte Funktion versehen können. Die israelitische Kultusverwaltung Ermreuth. Max Reichold. Isaak Wimmelbacher". 
Damals konnte die Stelle mit Lehrer Isak Heß besetzt werden, der 36 Jahre lang in der Gemeinde tätig sein sollte und große Anerkennung und Beliebtheit genoss (siehe weitere Artikel zu ihm unten). 
Nach der Pensionierung von Isak Heß erfolgte eine Neuausschreibung:
Ermreuth Israelit 10101907.jpg (79147 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1907: "Infolge Pensionierung des bisherigen Lehrers wird die israelitische Elementarverweser-, Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Der fixe Hegalt beträgt 1.000 Mark, die Nebenverdienste circa 39 Mark nebst freier Wohnung im Schulhause. Geeignete religiöse Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten einreichen. 
Ermreuth, den 6. Oktober 1907. Oberfranken. 
Die Kultusverwaltung: E. Wimmelbacher, Vorstand."
Ein Lehrer Goldschmidt, der im Zusammenhang mit der Beisetzung von Isak Heß (s.u.) genannt wird, wurde nach Ermreuth versetzt. Er blieb freilich nur bis Ende 1909. Dann musste die Stelle wiederum ausgeschrieben werden:
Ermreuth Israelit 09121909.jpg (44411 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Dezember 1909: "In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Elementar-Verwesers, Religionslehrers, Kantors und Schächters bis 1. Februar 1910 zu besetzen. Der fixe Gehalt beträgt 1.000 Mark, die Nebenverdienste ca. 400 bis 500 Mark, nebst freier Wohnung im Schulhause. Geeignete religiöse Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen innerhalb 14 Tagen an den Unterzeichneten einsenden. 
Ermreuth, 4. Dezember 1909 (Oberfranken). E. Wimmelbacher, Vorstand."

   
Über den jüdischen Lehrer Isak Heß  

Das 25jährige Dienstjubiläum von Lehrer Isak Heß im April 1896 
Ermreuth Israelit 09071896a.jpg (100397 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1896: "Ermreuth, 27. Juni 1896. Am gestrigen heiligen Schabbat wurde die 25jährige hiesige Amtstätigkeit unseres allverehrten Lehrers, Herrn Isak Heß gefeiert. Wie sehr es derselbe verstanden hat, während seiner 25jährigen Ausübung seines Berufes die Herzen, die Anerkennung und die Hochachtung aller Gemeindemitglieder, Ortsbürger, Vorgesetzten, Schüler und Bekannten durch unübertreffliche treue Berufsauffassung und -Erfüllung ohne Unterschied zu erwerben, davon gab der gestrige Tag den herrlichsten Beweis. Schon Tage vorher wurden von allen Himmelsrichtungen dem Jubilar von Seiten seiner ehemaligen Schüler, Kollegen, Bekannten und Freunde die herzlichsten Gratulationen und Glückwünsche, sowie ansehnliche Geschenke übermittelt. Wiewohl der Jubilar in seiner stets bescheidenen Weise eine größere Feier sich nicht wünschte, fanden sich doch schon vor Beginn des Morgengottesdienstes sämtliche Gemeindemitglieder, an deren Spitze die beiden Herren Vorstände, Seiner Hochwürden Herr Pfarrer Seeberger, Lokalschulinspektor dahier, Herr Kantor Köhrl, Herr Bürgermeister Ziegler und mehrere Mitglieder der Gemeindeverwaltung in dessen Wohnung ein, um ihre herzlichsten Wünsche und Gratulationen zu entbieten und dabei von der Gemeinde eine goldene Kette, vom Talmud Thoraverein ein goldenes Medaillon mit entsprechender Inschrift und vom Bürgermeister für sich ein wertvolles Weinservice als Ausdruck des Dankes und der Hochschützung zu überreichen. In der herrlich und reichlich geschmückten Synagoge leitete Herr E. Heß jr., Lehrer in Poppenlauer, ein Sohn des Jubilars, mit seltenem Talente und gutem Geschicke den Gottesdienst. Vor Beginn des Mussaph-Gebetes betrat unser Vorstand, Herr Jakob Schönberger, die Rednerbühne und brachte in schwungvollen, herzlichen Worten dem Herrn Jubilar den Dank, die Anerkennung und Wertschätzung aller Gemeindemitglieder aus. Unter Anderem betonte der Redner besonders, wie viele großen Verdienste Herr Lehrer Heß während seines Hierwirkens um die Schule, der die Schläge seines Herzens geweiht sind und Gemeinde sich erworben hat, dass in hiesiger Gemeinde noch keine den herkömmlichen religiösen Vorschriften zuwiderlaufenden Neuerungen, mit welchen leider manche Gemeinden zuprunken suchen, sich Eingang verschaffen konnten und die der felsenfesten Energie, mit welcher Herr Lehrer Heß stets eintrat und der wachenden Sorgfalt, dass unsere heilige Thora soviel als möglich beobachtet und deren Gebote gehandhabt werde, zu verdanken sei. 
Ermreuth Israelit 09071896b.jpg (166995 Byte)Mit recht herzlichen bedeutungsvollen Worten antwortete der Jubilar, dass er heute noch wie vor 25 Jahren auf demselben Standpunkte betreffs der Ausübung seines Berufes als Lehrer und Kultusbeamter mit derselben Gesinnung stehe und weder rechts noch links von dem, was Beruf und göttliche Religion fordert, abweiche. Nach beendetem Gottesdienste überreichten im Schulzimmer Namens der früheren Mitschüler Herr H. Dorn einen wertvollen Schreibpult, Fräulein Wimmelbacher namens der jetzigen Schüler einen mit entsprechender Inschrift versehenen silbernen Pokal, beide mit entsprechenden, allgemeinen Beifall findenden Ansprachen. Bei dem hierauf erfolgten Frühstücke schilderte Seiner Hochwürden Herr Seeburger, Pfarrer und Lokalschulinspektor dahier, nach einem begeistert aufgenommen Toast auf Seiner königlichen Hoheit den Prinzregenten als Förderer und Beschützer der Schule und wohlwollender Landesfürst aller seiner Untertanen, in trefflich gewählten, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten die überaus segensreichen Leistungen in Schule, Gemeinde und im bürgerlichen Leben unseres Jubilars. Herr Pfarrer Seeberger sprach mit einer Wärme und Liebe, dass der Eindruck seiner meisterhaften Worte nie verwischen wird. Es war für uns in der jetzigen von Antisemitismus angehauchten Zeitströmung doppelt wohltuend, solche vorurteilsfreie, aufrichtig gut gemeinte Worte eines Edeldenkenden zu vernehmen.
Herr Kultusvorstand Wimmelbacher jr. bot durch seinen inhaltsreichen Vortrag einen geschichtlichen wertvollen Überblick der hiesigen Schule seit ihrem Bestehen bis heute. Es wechselten Toast auf Toast, Vorträge ernsten und heiteren Inhalts. Nachmittags versammelten sich im Lokale des Casino-Vereins die Lehrer der Umgegend, um ihren Kollegen zu feiern. Herr Lehrer Förster in Gräfenberg hielt namens derselben und des Bezirkslehrervereins Gräfenberg eine längere Ansprache an Herrn Heß und schilderte in zutreffender Weise die guten Tugenden und edlen Eigenschaften unseres Herrn Jubilars als Kollege.
Es bleibt uns noch der Wunsch: Vom Lenker aller Geschicke möge es bestimmt sein, dass Herr Lehrer Heß noch recht, recht lange im Glück mit seiner Familie bei vollster Gesundheit bis an die äußerste Grenze des menschlichen Lebens zum Wohle der Schule, zum Nutzen und Frommen der Gemeinde, zum Ruhm und Ehre des wahren Judentums seine bisherige Tätigkeit entfalte und seine redliche Arbeit fernerhin vom himmlischen Segen begleitet sein möge.
 
Zurruhesetzung von Lehrer Isak Heß im August 1907
Ermreuth Israelit 29081907.jpg (28981 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" 29. August 1907: "Ermreuth, 25. August (1907). Herr Lehrer Isak Heß scheidet, zum großen Leidwesen der ganzen Gemeinde, nachdem er in den Ruhestand getreten ist, demnächst von hiesigem Orte. Er hat 36 Jahre lang die hiesige Elementarstelle zur allgemeinen Zufriedenheit verwaltet und in jeder Beziehung das Möglichste geleistet. Möge Heß der wohlverdienten Ruhe sich recht lange bei gutem Ergehen zu erfreuen haben."
  
Verabschiedung von Lehrer Isak Heß im Oktober 1907 
Ermreuth Israelit 24101907.jpg (99835 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1907: "Ermreuth, 18. Oktober. In den nächsten Tagen wird unser Lehrer, Herr Heß (für falsch: Schoß), nach 37-jähriger Tätigkeit von Ermreuth scheiden, um sich in den Ruhestand zurückzuziehen. Mit einer zu Herzen gehenden Ansprache nahm er am vergangenen Sabbat von seiner Gemeinde Abschied, indem er allen Mitglieder für die ihm bei seiner Amtstätigkeit entgegengebrachte Unterstützung dankte und zur Aufrechterhaltung des religiösen Sinnes und zur steten Erfüllung des jüdischen Gesetzes mahnte. Für die israelitische Gemeinde bedeutet das Scheiden des Herrn Heß (für falsch: Schloß) einen schweren Verlust; denn er hat mit seltener Hingebung sich seinem Beruf gewidmet und auch außerhalb seiner Lehrtätigkeit den Gemeindemitgliedern immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Dieselbe Hochschätzung, wie in der israelitischen Kultusgemeinde, hat sich Herr Heß in der politischen Gemeinde erworben; erwähnt sei, dass er viel zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr beigetragen und später auch als deren Kommandant Verdienstliches geleistet hat. Die Verwaltung, an deren Spitze Herr Bürgermeister Müller, sowie Lokalschulinspektor Pfarrer Seeberger und Kantor Stumpf, besuchten am Sabbat Herrn Heß und brachten unter Überreichung eines wertvollen Andenkens den Dank der Mitbürger und deren beste Wünsche für die Zukunft zum Ausdruck.  
Die Meldung von der Zurruhesetzung kam auch im Frankfurter Israelitischen Familienblatt: 
Ermreuth Frf IsrFambl 25101907.jpg (14543 Byte) Kurzbericht im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 25. Oktober 1907: "Ermreuth in Oberfranken. Nach 36jährigem Wirken in hiesiger Gemeinde ist Herr Lehrer Isak Heß in den Ruhestand getreten."
     
Beisetzung von Lehrer Isak Heß am 1. August 1909
Ermreuth Israelit 19081909.jpg (132682 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit " vom 19. August 1909: "Nürnberg, 5. August (1909). Am Sonntag, den 15. Av (= 1. August 1909) wurde hier unter zahlreicher Beteiligung Herr Isaak Heß, Lehrer a.D. zu Grabe getragen. Der  Verstorbene wirkte länger als 40 Jahre als Lehrer, Chasen (Vorbeter) und Schochet (Schächter), darunter 36 Jahre in der Gemeinde Ermreuth (Oberfranken). Vor zirka zwei Jahren trat er in den Ruhestand und zog nach Nürnberg, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Mit ihm ist ein Vertreter der alten Zeit, wie sie leider immer seltener werden, aus dem Leben geschieden. In hohem Maße hat sich der Verstorbene stets der Tora, dem Gottesdienst und der Wohltätigkeit gewidmet und durch seine Pflichttreue, durch sein zu jeder Zeit hilfsbereites Entgegenkommen sich die Liebe aller, die mit ihm in Berührung kamen, erworben. Als Lehrer und Erzieher gab er der Jugend sein Bestes und blieb ihnen auch über die Schule hinaus der väterliche Freund und Berater. Am Grabe hielt nun zunächst Herr Rabbiner Dr. Freudenthal in Nürnberg eine tiefdurchdachte Predigt, in der er ein treffliches Lebensbild des Verstorbenen, der als echter Jehudi gelegt und gewirkt, entwarf. Lehrer Heß in Burghaslach, der Sohn des Verblichenen, sprach in schmerzbewegten, rührenden Worten den Dank der Familie aus und Lehrer Goldschmidt sprach im Namen der Kultusgemeinde Ermreuth, deren Mitglieder fast vollzählig zur Beerdigung erschienen waren. Wie allgemein geachtet und beliebt Herr Lehrer Heß auch bei Andersgläubigen war, bewies die Beteiligung des früheren und jetzigen Bürgermeisters von Ermreuth an seiner Beerdigung. letzterer schilderte die großen Verdienste, die sich der Verstorbene als langjähriger Gemeindeschreiber in der politischen Gemeinde erwarb. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  

Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde     

70. Geburtstag des Kultusvorstandes Jakob Schönberger (1921) -  Lehrer Jakob Gönninger verlässt die Gemeinde    
Anmerkung: Im nachfolgenden Abschnitt wird der Name des Lehrers falsch mit "Gröninger" angegeben

Ermreuth Israelit 14041921.jpg (93763 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. April 1921: "Ermreuth bei Nürnberg, 7. April (1921). Am 27. März feierten wir den 70. Geburtstag unseres allverehrten Kultusvorstandes Jakob Schönberger. Derselbe amtiert seit 40 Jahren, nebenbei als Baal Tokea (Schofarbläser), Baal Tefila (Vorbeter) und Baal Kore (Toraleser), mit bestem Erfolge in unserer Gemeinde und hat sich allzeit ernstlich bemüht, für das Wohl und Gedeihen der Gemeinde zu sorgen. Als Ausdruck unserer großen Dankesschuld überreichte Herr Lehrer Gönninger ein sinnreiches Geschenk und entbot dabei den Gruß der Gemeinde. Herr Schönberger dankte tief bewegt und versprach, seine Dienste noch ferner seiner Gemeinde zu widmen.   
Mehr als je benötigen wir jetzt dieselben, denn am 4. dieses Monats übersiedelte unser allgeehrter Lehrer J. Gönninger nach seinem neuen Wirkungskreise Zirndorf. Er hat auch außerhalb der Kultusgemeinde für Schule, Synagoge, Gemeinde, sowie auch als Sekretär das Bestmöglichste geleistet. Unsere besten Wünsche begleiten ihn in seinem neuen Wirkungskreis." 

   
Zum Tod des Beschneiders Leopold Ermreuther (1923)   

Aufsess Israelit 28061923.jpg (91524 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1923: "Aufseß (Oberfranken), 25. Juni (1923). Am zweiten Tag Schebuoth (Laubhüttenfest) starb hier Leopold Ermreuther, nachdem er erst vor 4 Wochen von Ermreuth hierher übersiedelte, an den Folgen einer schweren Krankheit. Der Verklärte war ein in der weiteren Umgegend bekannter Mohel (Beschneider), und scheute er bis vor einigen Jahren, wo ihn ein Augenleiden an der weiteren Ausführung dieses Gebotes hinderte, weder Zeit, noch Geld, um sich aus innigster Überzeugung dieser edlen Aufgabe zu widmen. Auch war er ein echter, streng und überzeugt gläubiger Jehudi, dessen unerschütterliches Gottvertrauen verdient, der Nachwelt als Beispiel empfohlen zu werden. Er musste kurz nach seiner Übersiedelung hierher seine edle Schwester, Frau Rosa Aufseeser und seinen Schwager, Herrn Salomon Aufseeser, zur letzten Ruhe betten. So waren ihm auf dieser Welt die Prüfungen nicht erspart geblieben und wie unser Stammvater Abraham bestand er sie alle. Wir und seine Heimatgemeinde Ermreuth beklagen den Heimgang dieses wahrhaften Zadik sehr. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

      

Kennkarten aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarten zu Personen, 
die in Ermreuth geboren sind
 
 Ermreuth KK MZ Grau Ida.jpg (90349 Byte)  Ermreuth KK MZ Gutmann Bertha.jpg (91148 Byte)  
   Kennkarte für Ida Grau geborene Wassermann (geb. 8. November 1886
 in Ermreuth, später wohnhaft in Mainz und Rüsselsheim): wurde im
 September 1942 ab Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt deportiert,
 Ende Januar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz und ermordet. 
Kennkarte für Berta Guthmann geb. Wassermann 
(geb. 18. Januar 1884 in Ermreuth, später wohnhaft in Mainz):
 im März 1942 ab Mainz über Darmstadt in das Ghetto Piaski 
deportiert und umgekommen.   
 

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge                
    
Eine erste Synagoge wurde 1738 auf einem von der Gutsherrschaft als Lehen erworbenen Platz erbaut. Dafür musste die jüdische Gemeinde 3 Gulden jährlichen Grundzins bezahlen.   
      
Mit der Vergrößerung der Zahl der jüdischen Gemeindeglieder war nach dem Anfang des 19. Jahrhunderts der Neubau einer Synagoge dringend geboten. Von 1819 bis zur Einweihung 1822 wurde eine neue Synagoge erbaut, die Maurermeister Conrad M. Wörner entworfen hatte. Der Neubau - an Stelle der älteren Synagoge - kostete die jüdischen Familien etwa 10.000 Gulden. Über 110 Jahre war diese neue Synagoge gottesdienstlicher Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde in Ermreuth.   
   
Auf Grund des Wegzuges der jüdischen Familien war bereits um 1930 kein Minjan (zehn religionsmündige jüdische Männer) vorhanden, sodass keine regelmäßigen Gottesdienste mehr gefeiert werden konnten. 1931 wandte sich die jüdische Gemeinde an den Verband der Bayrischen Israelitischen Gemeinde mit der Bitte, ihr zu den Hohen Feiertagen (Rosch Haschana, Neujahrsfest) und Jom Kippur (Versöhnungstag) drei Männer zu schicken, um das Minjan zu vervollständigen.
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet, Einrichtungen und Ritualien zertrümmert. Auf Grund der engen Bebauung wurde das im Ortskern gelegene Gotteshaus kein Raub der Flammen. Bis zum Zusammenbruch des Nationalsozialismus blieb die Synagoge im Besitz der mittlerweile nicht mehr existierenden Kultusgemeinde Ermreuth. Am 23 Juni 1948 ging das Besitzrecht der Synagoge auf die Jewish Restitution Successor Organisation (JRSO) in New York über. Am 31. August 1953 wurde das Gotteshaus dem Freistaat Bayern übereignet. Dieser verkaufte es am 21. April 1954 an die Raiffeisenbank Ermreuth. Bis zu seinem Weiterverkauf am 1. März 1974 an den Markt Neunkirchen am Brand wurde es als Lagerraum für wirtschaftliche Maschinen u.ä. zweckentfremdet und erfuhr massive architektonische Veränderungen.   
      
Im November 1989, 51 Jahre nach der Pogromnacht, gründeten der Landkreis Forchheim einen Zweckverband zur Sanierung und Erhaltung dieses Bauwerkes. 1988 war eine umfangreiche Genisa in dem Gebäude entdeckt worden. 1992 wurde mit der Restaurierung des Hauses begonnen. Am 19. Juni 1994 fand die feierliche Wiedereinweihung des Gotteshauses statt. Die Restaurierung wurde anhand von Befunduntersuchungen, Jugenderinnerungen jüdischer und Ermreuther Mitbürger, sowie einiger Archivalien so gut als möglich, getreu dem Original, vollzogen.   

Ermreuth Synagoge 110.jpg (165252 Byte) Artikel in der Nürnberger Zeitung vom 20. Juni 1994: "Synagoge von Ermreuth jetzt in neuem Glanz wiedergeweiht - Die Narben blieben - auch Mitglieder der einstigen jüdischen Gemeinde bei der Feier.
Ermreuth. - Für die jüdischen Gemeinden in Nordbayern hat sich gestern ein Traum erfüllt: Die siebte Synagoge zwischen Nürnberg, Würzburg und Hof wurde geweiht. Als ein bedeutsames Zeitereignis würdigten Redner die Wiederweihe der Synagoge in Ermreuth im Landkreis Forchheim, die als steinerner Zeuge im neuen Glanz an das soziokulturelle Wirken von Landjuden in Franken, vornehmlich gegen Ende des vorigen (19.) Jahrhunderts erinnert. Die unter großen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführte feierliche Handlung begann mit dem Einzug der Sefer Thora, der fünf Bücher Mose und der Anbringung des Haussymbols an der Eingangspforte zum jüdischen Gotteshaus. 
Zahlreiche Gäste, unter ihnen Landesbischof Hermann von Loewenich, der für die christlichen Konfessionen Grüße überbrachte, Bayerns Innenminister Günther Beckstein, Bezirkstagspräsident Edgar Sitzmann, der amerikanische Generalkonsul und der stellvertretende US-Botschafter bekundeten durch ihre Präsenz ihre Verbundenheit mit dem jüdischen Volk. Für die Nachkommen der ehemaligen jüdischen Bewohner Ermreuths, an ihrer Spitze Minna Hoenlein, die extra aus den USA anreiste, war es ein besonderer Augenblick in ihrem leben.
Von Geschichte geprägt. Von Erinnerungen geprägt war die Festrede von Arno S. Hamburger, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, der das Wirken jüdischer Mitbürger in Ermreuth schilderte, unter anderem im gesellschaftlichen Leben als Feuerwehrleute und Nachbarn, der an die israelitische Schule, den Friedhof aus dem Jahr 1711 und an das 1822 erbauten Gotteshaus erinnerte.
'Verblende Menschen'. Hamburger nannte die Brandstifter der 'Reichskristallnacht' vom 9. November 1938 'verblendete Menschen', die sich von einer unseligen Regierung einhämmern ließen, dass ihnen Juden Unglück bringen würden. Die Wunden jener Zeit seien geheilt, deutete Hamburger die Geschehnisse, die Narben seien aber geblieben. Minister Beckstein meinte in seinem Grußwort, das Zusammenleben von Juden und Christen in unserem Land habe nicht nur Geschichte, sondern auch eine Zukunft. Der Innenminister forderte alle Bürgerinnen und Bürger zum 'entschiedenen Eintreten gegen alle Formen von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus' auf.
Gedenktafel enthüllt. Für 'Achtung, Toleranz und Verständnis für anders geartete Kulturen und Religionen' plädierte Landrat Otto Ammon, Vorsitzender des Zweckverbandes Synagoge Ermreuth, der zusicherte, die Relikte jüdischer Infrastruktur zu erhalten und das nicht nur aus Gründen des Denkmalschutzes. Weitere Höhepunkte der Neubelebung des israelitischen Bethauses, künftig eine weitere Begegnungsstätte zwischen Menschen verschiedener Nationen in Oberfranken, war die Enthüllung der Gedenktafel für 15 deportierte und schließlich ermordete jüdische Bürger aus Ermreuth. An den Außenwänden des Bethauses weisen Davidsterne und eine Marmortafel mit der Jahreszahl 1822 und den Worten 'Geschändet 9.11.1938 - wiedergeweiht 19.6.1994' auf die Geschichte des Gebäudes.
Musikalisch umrahmten der Nürnberger Hans-Sachs-Chor die Feierstunde mit dem 92. jüdischen Psalm, den Frank Schubert in seinem Todesjahr komponierte und Teilen aus der 'Synagogen-Musik' von Louis Lewandowski, ferner der Ermreuther Posaunenchor mit geistlichen Werken."   

Seit der Einweihung im Juni 1994 ist die Ermreuther Synagoge als Ort der Begegnung und Versöhnung für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf der Empore und im Treppenhaus wurde eine Dauerausstellung über das jüdische Leben auf dem Lande am Beispiel Ermreuths eingerichtet. Alle ausgestellten Papier- und Textilobjekte stammen aus der Genisa vom Dachboden der Synagoge und geben neben anderen Gegenständen, Texttafeln und Photos Aufschluss über das kulturelle und religiöse Leben der Ermreuther Judengemeinde.  
     
    
Adresse/Standort der Synagoge: Wagnergasse 8, D-91077 Ermreuth.  
    
Besichtigungsmöglichkeit (Stand: März 2014): 
  
Publikumsverkehr von April bis Oktober
jeden 3. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr.  
Eintritt: Erwachsene € 2.-  Kinder € 1.-  
Führungen durch die Synagoge jeweils am ersten Sonntag im Monat um 15.00 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung:
Eintritt: Schulklassen € 15.- Gruppen € 30.- (ab 21 Personen € 2.- pro Person).  
Kontakt über Zweckverband Synagoge Ermreuth, Klosterhof 2-4, D-91077 Neunkirchen am Brand (telefonisch: Verwaltung der Marktgemeinde Neunkirchen am Brand, Tel. ++(0)-9134 - 705-13 beziehungsweise 705-41; Fax  - 705-80; E-Mail). 
   
   
   

Fotos
(Aufnahme Harburger in: Th. Harburger: Die Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Hg. vom Jüdischen Museum Franken Bd. 2 S. 177; Fotos vor und nach der Restaurierung: Jürgen Hanke, Kronach)  

Historische Ansichtskarte 
von Ermreuth mit der Synagoge
Ermreuth Synagoge 01.jpg (45951 Byte) Ermreuth Synagoge 02.jpg (101312 Byte)
  Synagoge untere Reihe 
in der Mitte 
Das Memorbuch von Ermreuth (historische
 Aufnahme vor 1930 von Th. Harburger) 
     
Quelle für die Abbildung der Karte rechts: 
Website von Frantisek Banyai   
(mit freundlicher Genehmigung übernommen)
Ermreuth1.jpg (59572 Byte) Ermreuth2.jpg (54085 Byte)
    Ausschnittvergrößerung: die Synagoge
     
Die ehemalige Synagoge vor der
 Restaurierung in den 1980er-Jahren
Ermreuth Synagoge 051.jpg (53187 Byte) Ermreuth Synagoge 055.jpg (67431 Byte)
  Blick auf die Westfassade mit der
 eingebrochenen Zufahrtsmöglichkeit 
an Stelle des früheren Männereinganges
Blick von Süden / 
Südwesten
 
     
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Ostseite mit Ausbuchtung 
des Toraschreines
Der frühere 
Fraueneingang
Nordseite
 
     
  Ermreuth Synagoge 052.jpg (48489 Byte) Ermreuth Synagoge 050.jpg (46214 Byte)
  Über dem Eingang (Westfassade) Südseite
     
Die ehemalige Synagoge 
nach der Restaurierung
Ermreuth Synagoge 101.jpg (55534 Byte) Ermreuth Synagoge 104.jpg (59975 Byte)
  Blick auf die Synagoge 
(Ostfassade)  
Blick auf die Synagoge (Westfassade) 
mit Eingangsbereich  
     
Ermreuth Synagoge 102.jpg (43613 Byte) Ermreuth Synagoge 106.jpg (57861 Byte) Ermreuth Synagoge 105.jpg (51847 Byte)
Hinweistafeln Eingangsbereich für 
Männer und Frauen  
Der frühere Eingang für die Männer
 mit Jahreszahl "1822")  
  
     
Ermreuth Synagoge 107.jpg (74467 Byte) Ermreuth Synagoge 100.jpg (57659 Byte) Ermreuth Synagoge 103.jpg (40647 Byte)
Blick von Süden /
 Südwesten 
Synagoge von Osten (Ausbuchtung 
für den Toraschrein) 
  
     
        
Die ehemalige Synagoge im Frühjahr 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.4.2007) 
 
Ermreuth Synagoge 301.jpg (84136 Byte) Ermreuth Synagoge 302.jpg (98861 Byte) Ermreuth Synagoge 307.jpg (75973 Byte) Ermreuth Infotafel 020.jpg (106230 Byte)
Das Synagogengebäude von Westen  Hinweistafeln; rechts neue Tafel (2013; 
Foto erhalten von Jürgen Hanke, Kronach)  
   
   
Ermreuth Synagoge 306.jpg (85504 Byte) Ermreuth Synagoge 304.jpg (95851 Byte) Ermreuth Synagoge 308.jpg (48783 Byte)
Ehemals getrennte Eingänge für Männer und Frauen  Jahre der Erbauung der Synagoge 
   
Ermreuth Synagoge 303.jpg (79168 Byte) Ermreuth Synagoge 310.jpg (83800 Byte) Ermreuth Synagoge 305.jpg (135009 Byte)
(Neue) Mesusa am Eingang  Türgriff  Seitenansicht (Südseite) 
     
Ermreuth Synagoge 309.jpg (70907 Byte) Ermreuth Synagoge 312.jpg (105485 Byte) Ermreuth Synagoge 300.jpg (85340 Byte)
   Synagogengebäude von Osten mit Ausbuchtung des Toraschreines 
   
  Ermreuth Synagoge 311.jpg (80917 Byte)  
  Offenbar leider notwendig:
 Überwachungskameras 
   
     
Innenaufnahmen der ehemaligen Synagoge 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach, Fotos vom 27.10.2013)  
 
Ermreuth Synagoge 27102013a.jpg (128669 Byte) Ermreuth Synagoge 27102013c.jpg (128547 Byte)  Ermreuth Synagoge 27102013b.jpg (74920 Byte)
Blick nach Osten über die 
rekonstruierte Bima
Blick nach Westen über die Bima zum Eingang
 und der rekonstruierten Frauenempore 
Der rekonstruierte Toraschrein 
mit Parochet (Toraschrein-Vorhang) 

    
Führung durch die Synagoge - anlässlich einer Vernissage am Tag des Offenen Denkmals am 9. September 2012 
Der Film ist bei YouTube eingestellt  

   
   
     
     
März 2014: Broschüre zum Schicksal der letzten Ermreuther Juden 


  
 
Juni 2014: Jubiläumsfest anlässlich des 20. Jahrestages der Wiederweihe der Synagoge Ermreuth  
 Rechts: Programm zur
 Veranstaltung am 22. Juni 2014 
Ermreuth Einladung 2014a.jpg (70079 Byte) Ermreuth Einladung 2014b.jpg (77189 Byte)  

  

   
Links und Literatur
  

Links:

Website der Marktgemeinde Neunkirchen am Brand  
Website www.synagoge-museum-ermreuth.de oder www.synagoge-ermreuth.de    
Informationsseite zur Synagoge 1 
Informationsseite zur Synagoge 2  
Informationsseite zur Synagoge 3   
Hochaufgelöstes Foto der Synagoge (Westfassade) bei wikimedia 
Name des jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges in der Liste des Hauses der Bayerischen Geschichte 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Ermreuth (interner Link)  
Wikipedia-Artikel zur ehemaligen Synagoge in Ermreuth  
Video - eingestellt bei YouTube zu einer Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Ermreuth (2012)   

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 131.
Klaus Kirschner: "Da brennt's in Ermreuth". Juden und Nazis in einem fränkischen Dorf. In: Frankfurter Hefte 34,10 1979 S. 37-44.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 203-204.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 202-203.
Artikel von Thomas Delekat: Schwarzhaupts Haus in: Die Welt vom 2.7.2003 (online zugänglich)
Klaus Guth (Hg.) u.a.: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800-1942). Ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988. zu Ermreuth S. 152-160 (mit weiteren Quellenangaben). 
Eva Groiss-Lau: Jüdisches Kulturgut auf dem Land. München/Berlin 1995.
Forchheimer Land T01.jpg (37188 Byte)Georg Knörlein: Jüdisches Leben im Forchheimer Land.  Verlag Medien und Dialog. Haigerloch 1998. 
Synagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Ermreuth S. 126-143 (die Forschungsergebnisse konnten auf dieser Seite von "Alemannia Judaica"  noch nicht eingearbeitet werden).
Artikel von Thomas Greif:  "Nichts mehr zu sagen und nichts zu beweinen - Auf den Spuren des fränkischen Landjudentums". In: "Jüdische Zeitung" (www.j-zeit.de) vom September 2008.  Zugänglich als pdf-Artikel.  
Rajaa Nadler: Die Synagoge Ermreuth. Sakralraum und Museum. 2., überarbeitete Auflage. Hrsg. vom Zweckverband Synagoge Ermreuth. Kulturamt des Landkreises Forchheim. 2010.   
dies.: Die jüdische Schule Ermreuth. Mit einem Beitrag zur Ortsgeschichte. Hrsg. vom Zweckverband Synagoge Ermreuth. 2006. 
dies.: Ermreuth - eine jüdische Landgemeinde in Oberfranken. Zeitschrift der Geschichtswerkstätten in Bayern. Heft 14. 2009. 
dies.: Ermreuth - eine jüdische Landgemeinde in Oberfranken. In: Mitteilungen der Nicolas-Benzin-Stiftung. Beiträge zur Kulturgeschichte des Judentums und der Geschichte der Medizin. Nr. 2 - August 2009. Seite 4-17.  
dies.: Auf den Spuren einer jüdischen Familie, Familie Schwarzhaupt und ihr Haus. Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung (Manuskript). Juni 2004.
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Ermreuth S. 59-61.   
Rolf K. Kiessling: Teures Gotteshaus. Bau der Synagoge kostete Gemeinde 12000 Gulden. Artikel in den "Erlanger Nachrichten" vom 28. August 2013. 
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei
Ermreuth Lit 035.jpg (92281 Byte)ders.: Die letzten Juden von Ermreuth. Entrechtet - deportiert - ermordet. Hrsg. vom Freundes- und Förderkreis Synagoge Ermreuth e.V. . Forchheim 2014. 43 S.  
Ermreuth Lit 201502.jpg (109788 Byte)ders.: "So wollen wir unser Glück in Nordamerika versuchen.". Jüdische und christliche Auswanderer aus Ermreuth im 19. Jahrhundert. Hrsg. vom Weilersbacher Kreis. Forchheim 2015. 64 S.    

           
            


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Ermreuth Upper Franconia. Jews were present in the mid-16th century, engaging in the cattle trade. A synagogue was erected in 1738 (replaced in 1823). The Jewish population declined from a peak of 180 in 1812 (total 689) to 21 in 1933. In 1937-39, 15 left for Nuremberg, six for the United States.  
     
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 21. September 2015