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Ermreuth (Gemeinde
Neunkirchen a. Brand, Kreis Forchheim)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Ermreuth bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre
Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden
1554 Juden am Ort genannt. Die ritterlichen Landsherren in Ermreuth
nahmen jüdische Familien gegen Bezahlung von "Schutzgeldern" auf.
Bereits im 17. Jahrhundert lebten die jüdischen Familien vor allem vom Handel
mit Vieh und Pferden.
Die Blütezeit der Gemeinde war zwischen der Mitte des 18. und der Mitte des
19. Jahrhunderts. 1809/10 wurden 164 jüdische Einwohner gezählt (24,9 %
von insgesamt 659), 1811 180 (26,1 % von insgesamt 689), 1822 die Höchstzahl
von 194, davon 35 Familienväter, 124 Kinder, ein Witwer und ein Lediger. 1832 betrug die Zahl der
christlichen Familien 98, die der jüdischen 38, insgesamt 187 Personen, ein
gutes Drittel der Gesamtbevölkerung. 1843 wurden 43 jüdische Haushaltungen
registriert.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte ein starke Abwanderung der
jüdischen Familien, u.a. nach Erlangen. 1867 waren es 132 jüdische Einwohner
(19,6 % von insgesamt 673), 1880 87 (13,7 % von 635) und 1900 66 (10,8 % von
609). Die Haupterwerbstätigen der jüdischen Gemeindemitglieder
beschränkten sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Vieh-, Hausier- und
Schnittwarenhandel, ehe um die Mitte des Jahrhunderts neue Erwerbszweige
hinzukamen. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch in Ermreuth ansässigen
Juden betrieben Vieh-, Schnittwaren- und Hopfenhandel. Nach 1874 waren die
jüdischen Einwohner vollständig im allgemeinen Gemeindeleben integriert. Sie waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr,
des Gemeinderates sowie der Soldatenkameradschaft.
An
Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), einen Friedhof
(seit 1711), eine Schule (Elementarschule, zuletzt noch Religionsschule) sowie ein rituelles Bad. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Elementarlehrer bzw.
ein Religionslehrer
angestellt. Dieser war zugleich als Vorbeter (Kantor) und als Schächter tätig.
Bei anstehenden Neubesetzungen war die Stelle immer wieder auszuschreiben (siehe
unten Ausschreibungstexte).
Die jüdische Gemeinde Ermreuth gehörte bis 1894 zum Bezirksrabbinat in Hagenbach.
Bei der Besetzung des dortigen Rabbinates traten die Ermreuther teilweise sehr
selbstbewusst auf. Es kam mehrfach zu Spannungen zwischen den Gemeinden Ermreuth
und Hagenbach. Zeitweise (um 1840/60) bemühten sich die Ermreuther um Verlegung
des Rabbinatssitzes von Hagenbach in ihre Gemeinde. 1866 bat der Hagenbacher
Rabbiner Dr. Jonas Königshöfer unter dem Druck der Ermreuther Gemeinde um
seine Entlassung. Nach der Auflösung des Bezirksrabbinates Hagenbach wurde
Ermreuth dem Rabbinatsbezirk Bamberg zugeteilt.
1910 wurden 44 jüdische Einwohner gezählt (7,2 % von 615); 1915 bestand die israelitische Kultusgemeinde noch aus 10
jüdischen Haushaltungen. Im Ersten Weltkrieg fiel aus der
jüdischen Gemeinde Moritz Hönlein (gefallen 1917 Arras). Sein Name steht auf
dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege aus Ermreuth
unmittelbar vor der Kirche des Ortes.
Um 1925, als noch 22 Gemeindeglieder gezählt wurden (3,5 % von insgesamt 630
Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Wilhelm Schwarzhaupt, Gustav Hönlein
und Leopold Goldner. Die Gemeinde war weiterhin dem Distriktsrabbinat Bamberg zugeteilt.
1932 wurden 25 Gemeindeglieder gezählt (von insgesamt 558). Die
Gemeindevorsteher waren Wilhelm Schwarzhaupt und Gustav Hönlein. Als Lehrer der
drei schulpflichtigen jüdischen Kinder kam aus Erlangen Lehrer Julius Fränkel
regelmäßig nach Ermreuth.
1933 gab es nur noch fünf jüdische Haushalte mit insgesamt 21
Personen im Ort. Trotz der zunehmenden Repressalien und der Auswirkungen des
wirtschaftlichen Boykotts verließen bis zum September 1938 nur vier Personen
den Ort. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge stark beschädigt
(s.u.), ebenso die jüdischen Privathäuser. Bei den Ausschreitungen wurde das
Gemeindemitglied Max Wassermann vom Ortsgruppenleiter der NSDAP brutal
misshandelt. Wassermann verzog daraufhin mit seiner Familie nach Nürnberg, so
dass er an seinen Verletzungen starb. Noch im
Jahr 1939 gelang es einer jüdischen Familie aus Ermreuth in die USA zu fliehen.
Die übrigen 15 Personen jüdischen Glaubens mussten ihren Wohnsitz nach Nürnberg
in vorherbestimmte Unterkünfte verlegen, ehe sie 1942 in
Konzentrationslagern verschleppt und ermordet wurden.
Von den in Ermreuth geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Frieda Dachauer geb.
Hönlein (1913), Juli Goldbach
geb. Hönlein (1880), Jakob Gönninger (1891)*, Klara Hess geb. Götter (1875),
Frieda Hönlein geb. Götter (1886), Gustav Hönlein (1882), Herrmann Hönlein
(1878), Louise Hönlein (1869), Martin Hönlein (1904), Sofie Hönlein geb. Erlanger
(1879), Therese Neu geb. Bauer (1876), Maria Schloss (1886), Betty Strauß geb.
Schönberger (1875), Clara Teutsch geb. Holzinger (1884), Betty Wassermann geb. Wolf (1893),
Bella Wassermann (1929), Hugo Wassermann (1896), Kurt Wassermann (1927), Max
Friedrich Wassermann (1892), Rosa Wassermann geb. Kohn (1854), Werner
Wassermann (1925).
*Lehrer Jakob Gönninger (1891) ist mit seiner ganzen Familie, das heißt
seiner Frau Lina Gönninger geb. Veilchenblau (1894) und den in Zirndorf
geborenen Töchter Adele Gönninger (1927), Elisabeth Gönninger (1924) und Susanne
Gönninger (1930) nach der Deportation ermordet worden.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers (Elementarlehrer bzw. Religionslehrer),
zugleich des Vorbeters und Schächters 1871 / 1907 / 1909
1871
war die Stelle wieder einmal ausgeschrieben. In der Zeitschrift "Der
Israelit" erschien am 19. April 1871 folgende Anzeige: "Erledigte
Stelle. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Ermreuth, Post Gräfenberg
(Bayern), ist die Stelle eines Elementar- und Religionslehrers, verbunden mit
Kantordienst, in Erledigung gekommen. Der Gehalt besteht in 350 Gulden fix,
freier Wohnung und 150 Gulden Nebenverdienste. Auch wird mit dieser Stelle der
Schächterdienst verbunden, welcher sicher 150 Gulden einträgt und wird
bemerkt, dass nur solche Bewerber berücksichtigt werden, welche letztgenannte
Funktion versehen können. Die israelitische Kultusverwaltung Ermreuth. Max
Reichold. Isaak Wimmelbacher".
|
| Damals konnte die Stelle mit Lehrer Isak
Heß besetzt werden, der 36 Jahre lang in der Gemeinde tätig sein sollte und
große Anerkennung und Beliebtheit genoss (siehe weitere Artikel zu ihm unten).
|
| Nach der Pensionierung von Isak Heß
erfolgte eine Neuausschreibung: |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1907:
"Infolge Pensionierung des bisherigen Lehrers wird die israelitische Elementarverweser-,
Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben. Der fixe Hegalt beträgt 1.000 Mark, die Nebenverdienste
circa 39 Mark nebst freier Wohnung im Schulhause. Geeignete religiöse
Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen innerhalb 14 Tagen bei dem
Unterzeichneten einreichen.
Ermreuth, den 6. Oktober 1907. Oberfranken.
Die Kultusverwaltung: E. Wimmelbacher, Vorstand." |
| Ein Lehrer Goldschmidt, der im
Zusammenhang mit der Beisetzung von Isak Heß (s.u.) genannt wird, wurde
nach Ermreuth versetzt. Er blieb freilich nur bis Ende 1909. Dann musste
die Stelle wiederum ausgeschrieben werden: |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Dezember 1909: "In
unserer Gemeinde ist die Stelle eines Elementar-Verwesers, Religionslehrers,
Kantors und Schächters bis 1. Februar 1910 zu besetzen. Der fixe
Gehalt beträgt 1.000 Mark, die Nebenverdienste ca. 400 bis 500 Mark, nebst
freier Wohnung im Schulhause. Geeignete religiöse Bewerber wollen ihre
Gesuche nebst Zeugnissen innerhalb 14 Tagen an den Unterzeichneten
einsenden.
Ermreuth, 4. Dezember 1909 (Oberfranken). E. Wimmelbacher,
Vorstand." |
Über den jüdischen Lehrer Isak Heß
| Das 25jährige Dienstjubiläum von Lehrer Isak Heß im
April 1896
|
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1896: "Ermreuth,
27. Juni 1896. Am gestrigen heiligen Schabbat wurde die 25jährige hiesige
Amtstätigkeit unseres allverehrten Lehrers, Herrn Isak Heß gefeiert. Wie sehr
es derselbe verstanden hat, während seiner 25jährigen Ausübung seines Berufes
die Herzen, die Anerkennung und die Hochachtung aller Gemeindemitglieder,
Ortsbürger, Vorgesetzten, Schüler und Bekannten durch unübertreffliche treue
Berufsauffassung und -Erfüllung ohne Unterschied zu erwerben, davon gab der
gestrige Tag den herrlichsten Beweis. Schon Tage vorher wurden von allen
Himmelsrichtungen dem Jubilar von Seiten seiner ehemaligen Schüler, Kollegen,
Bekannten und Freunde die herzlichsten Gratulationen und Glückwünsche, sowie
ansehnliche Geschenke übermittelt. Wiewohl der Jubilar in seiner stets
bescheidenen Weise eine größere Feier sich nicht wünschte, fanden sich doch
schon vor Beginn des Morgengottesdienstes sämtliche Gemeindemitglieder, an
deren Spitze die beiden Herren Vorstände, Seiner Hochwürden Herr Pfarrer
Seeberger, Lokalschulinspektor dahier, Herr Kantor Köhrl, Herr Bürgermeister
Ziegler und mehrere Mitglieder der Gemeindeverwaltung in dessen Wohnung ein, um
ihre herzlichsten Wünsche und Gratulationen zu entbieten und dabei von der
Gemeinde eine goldene Kette, vom Talmud Thoraverein ein goldenes Medaillon mit
entsprechender Inschrift und vom Bürgermeister für sich ein wertvolles
Weinservice als Ausdruck des Dankes und der Hochschützung zu überreichen. In
der herrlich und reichlich geschmückten Synagoge leitete Herr E. Heß jr.,
Lehrer in Poppenlauer, ein Sohn des Jubilars, mit seltenem Talente und gutem
Geschicke den Gottesdienst. Vor Beginn des Mussaph-Gebetes betrat unser
Vorstand, Herr Jakob Schönberger, die Rednerbühne und brachte in
schwungvollen, herzlichen Worten dem Herrn Jubilar den Dank, die Anerkennung und
Wertschätzung aller Gemeindemitglieder aus. Unter Anderem betonte der Redner
besonders, wie viele großen Verdienste Herr Lehrer Heß während seines
Hierwirkens um die Schule, der die Schläge seines Herzens geweiht sind
und Gemeinde sich erworben hat, dass in hiesiger Gemeinde noch keine den
herkömmlichen religiösen Vorschriften zuwiderlaufenden Neuerungen, mit welchen
leider manche Gemeinden zuprunken suchen, sich Eingang verschaffen konnten und
die der felsenfesten Energie, mit welcher Herr Lehrer Heß stets eintrat und der
wachenden Sorgfalt, dass unsere heilige Thora soviel als möglich beobachtet und
deren Gebote gehandhabt werde, zu verdanken sei.
|
Mit recht herzlichen bedeutungsvollen Worten antwortete der Jubilar, dass er
heute noch wie vor 25 Jahren auf demselben Standpunkte betreffs der Ausübung
seines Berufes als Lehrer und Kultusbeamter mit derselben Gesinnung stehe und
weder rechts noch links von dem, was Beruf und göttliche Religion fordert,
abweiche. Nach beendetem Gottesdienste überreichten im Schulzimmer Namens der
früheren Mitschüler Herr H. Dorn einen wertvollen Schreibpult, Fräulein
Wimmelbacher namens der jetzigen Schüler einen mit entsprechender Inschrift
versehenen silbernen Pokal, beide mit entsprechenden, allgemeinen Beifall
findenden Ansprachen. Bei dem hierauf erfolgten Frühstücke schilderte Seiner
Hochwürden Herr Seeburger, Pfarrer und Lokalschulinspektor dahier, nach einem
begeistert aufgenommen Toast auf Seiner königlichen Hoheit den Prinzregenten
als Förderer und Beschützer der Schule und wohlwollender Landesfürst aller
seiner Untertanen, in trefflich gewählten, von Herzen kommenden und zu Herzen
gehenden Worten die überaus segensreichen Leistungen in Schule, Gemeinde und im
bürgerlichen Leben unseres Jubilars. Herr Pfarrer Seeberger sprach mit einer
Wärme und Liebe, dass der Eindruck seiner meisterhaften Worte nie verwischen
wird. Es war für uns in der jetzigen von Antisemitismus angehauchten Zeitströmung
doppelt wohltuend, solche vorurteilsfreie, aufrichtig gut gemeinte Worte eines
Edeldenkenden zu vernehmen.
Herr Kultusvorstand Wimmelbacher jr. bot durch seinen inhaltsreichen Vortrag
einen geschichtlichen wertvollen Überblick der hiesigen Schule seit ihrem
Bestehen bis heute. Es wechselten Toast auf Toast, Vorträge ernsten und
heiteren Inhalts. Nachmittags versammelten sich im Lokale des Casino-Vereins die
Lehrer der Umgegend, um ihren Kollegen zu feiern. Herr Lehrer Förster in
Gräfenberg hielt namens derselben und des Bezirkslehrervereins Gräfenberg eine
längere Ansprache an Herrn Heß und schilderte in zutreffender Weise die guten
Tugenden und edlen Eigenschaften unseres Herrn Jubilars als Kollege.
Es bleibt uns noch der Wunsch: Vom Lenker aller Geschicke möge es bestimmt
sein, dass Herr Lehrer Heß noch recht, recht lange im Glück mit seiner Familie
bei vollster Gesundheit bis an die äußerste Grenze des menschlichen Lebens zum
Wohle der Schule, zum Nutzen und Frommen der Gemeinde, zum Ruhm und Ehre des wahren
Judentums seine bisherige Tätigkeit entfalte und seine redliche Arbeit
fernerhin vom himmlischen Segen begleitet sein möge.
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| Zurruhesetzung von Lehrer Isak Heß im August 1907
|
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" 29. August 1907: "Ermreuth, 25.
August (1907). Herr Lehrer Isak Heß scheidet, zum großen Leidwesen der ganzen
Gemeinde, nachdem er in den Ruhestand getreten ist, demnächst von hiesigem
Orte. Er hat 36 Jahre lang die hiesige Elementarstelle zur allgemeinen
Zufriedenheit verwaltet und in jeder Beziehung das Möglichste geleistet. Möge
Heß der wohlverdienten Ruhe sich recht lange bei gutem Ergehen zu erfreuen
haben."
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| Verabschiedung
von Lehrer Isak Heß im Oktober 1907 |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1907:
"Ermreuth, 18. Oktober. In den nächsten Tagen wird unser Lehrer,
Herr Heß (für falsch: Schoß), nach 37jähriger Tätigkeit von Ermreuth
scheiden, um sich in den Ruhestand zurückzuziehen. Mit einer zu Herzen
gehenden Ansprache nahm er am vergangenen Sabbat von seiner Gemeinde
Abschied, indem er allen Mitglieder für die ihm bei seiner Amtstätigkeit
entgegengebrachte Unterstützung dankte und zur Aufrechterhaltung des
religiösen Sinnes und zur steten Erfüllung des jüdischen Gesetzes
mahnte. Für die israelitische Gemeinde bedeutet das Scheiden des Herrn
Heß (für falsch: Schloß) einen schweren Verlust; denn er hat mit
seltener Hingebung sich seinem Beruf gewidmet und auch außerhalb seiner
Lehrtätigkeit den Gemeindemitgliedern immer mit Rat und Tat zur Seite
gestanden. Dieselbe Hochschätzung, wie in der israelitischen
Kultusgemeinde, hat sich Herr Heß in der politischen Gemeinde erworben;
erwähnt sei, dass er viel zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr
beigetragen und später auch als deren Kommandant Verdienstliches
geleistet hat. Die Verwaltung, an deren Spitze Herr Bürgermeister
Müller, sowie Lokalschulinspektor Pfarrer Seeberger und Kantor Stumpf,
besuchten am Sabbat Herrn Heß und brachten unter Überreichung eines
wertvollen Andenkens den Dank der Mitbürger und deren beste Wünsche für
die Zukunft zum Ausdruck., |
| Die Meldung von der
Zurruhesetzung kam auch im Frankfurter Israelitischen Familienblatt: |
Kurzbericht im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 25.
Oktober 1907: "Ermreuth in Oberfranken. Nach 36jährigem
Wirken in hiesiger Gemeinde ist Herr Lehrer Isak Heß in den Ruhestand
getreten."
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| Beisetzung
von Lehrer Isak Heß am 1. August 1909 |
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit " vom 19. August 1909:
"Nürnberg, 5. August (1909). Am Sonntag, den 15. Av (= 1. August
1909) wurde hier unter zahlreicher Beteiligung Herr Isaak Heß, Lehrer
a.D. zu Grabe getragen. Der Verstorbene wirkte länger als 40 Jahre
als Lehrer, Chasen (Vorbeter) und Schochet (Schächter), darunter 36 Jahre
in der Gemeinde Ermreuth (Oberfranken). Vor zirka zwei Jahren trat er in
den Ruhestand und zog nach Nürnberg, um hier seinen Lebensabend zu
verbringen. Mit ihm ist ein Vertreter der alten Zeit, wie sie leider immer
seltener werden, aus dem Leben geschieden. In hohem Maße hat sich der
Verstorbene stets der Tora, dem Gottesdienst und der Wohltätigkeit
gewidmet und durch seine Pflichttreue, durch sein zu jeder Zeit
hilfsbereites Entgegenkommen sich die Liebe aller, die mit ihm in
Berührung kamen, erworben. Als Lehrer und Erzieher gab er der Jugend sein
Bestes und blieb ihnen auch über die Schule hinaus der väterliche Freund
und Berater. Am Grabe hielt nun zunächst Herr Rabbiner Dr. Freudenthal in
Nürnberg eine tiefdurchdachte Predigt, in der er ein treffliches
Lebensbild des Verstorbenen, der als echter Jehudi gelegt und gewirkt,
entwarf. Lehrer Heß in Burghaslach, der Sohn des Verblichenen, sprach in
schmerzbewegten, rührenden Worten den Dank der Familie aus und Lehrer
Goldschmidt sprach im Namen der Kultusgemeinde Ermreuth, deren Mitglieder
fast vollzählig zur Beerdigung erschienen waren. Wie allgemein
geachtet und beliebt Herr Lehrer Heß auch bei Andersgläubigen war,
bewies die Beteiligung des früheren und jetzigen Bürgermeisters von
Ermreuth an seiner Beerdigung. letzterer schilderte die großen
Verdienste, die sich der Verstorbene als langjähriger Gemeindeschreiber
in der politischen Gemeinde erwarb. Seine Seele sei eingebunden in den
Bund des Lebens." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
70. Geburtstag des Kultusvorstandes Jakob Schönberger (1921) - Lehrer
Jakob Gönninger verlässt die Gemeinde
Anmerkung: Im nachfolgenden Abschnitt wird der Name
des Lehrers falsch mit "Gröninger" angegeben
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. April 1921:
"Ermreuth bei Nürnberg, 7. April (1921). Am 27. März feierten wir
den 70. Geburtstag unseres allverehrten Kultusvorstandes Jakob
Schönberger. Derselbe amtiert seit 40 Jahren, nebenbei als Baal Tokea
(Schofarbläser), Baal Tefila (Vorbeter) und Baal Kore (Toraleser), mit
bestem Erfolge in unserer Gemeinde und hat sich allzeit ernstlich bemüht,
für das Wohl und Gedeihen der Gemeinde zu sorgen. Als Ausdruck unserer
großen Dankesschuld überreichte Herr Lehrer Gönninger ein
sinnreiches Geschenk und entbot dabei den Gruß der Gemeinde. Herr
Schönberger dankte tief bewegt und versprach, seine Dienste noch ferner
seiner Gemeinde zu widmen.
Mehr als je benötigen wir jetzt dieselben, denn am 4. dieses Monats
übersiedelte unser allgeehrter Lehrer J. Gönninger nach seinem
neuen Wirkungskreise Zirndorf. Er hat
auch außerhalb der Kultusgemeinde für Schule, Synagoge, Gemeinde, sowie
auch als Sekretär das Bestmöglichste geleistet. Unsere besten Wünsche
begleiten ihn in seinem neuen Wirkungskreis." |
Zum Tod des Beschneiders Leopold Ermreuther
(1923)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1923: "Aufseß
(Oberfranken), 25. Juni (1923). Am zweiten Tag Schebuoth (Laubhüttenfest)
starb hier Leopold Ermreuther, nachdem er erst vor 4 Wochen von Ermreuth
hierher übersiedelte, an den Folgen einer schweren Krankheit. Der
Verklärte war ein in der weiteren Umgegend bekannter Mohel (Beschneider),
und scheute er bis vor einigen Jahren, wo ihn ein Augenleiden an der
weiteren Ausführung dieses Gebotes hinderte, weder Zeit, noch Geld, um
sich aus innigster Überzeugung dieser edlen Aufgabe zu widmen. Auch war
er ein echter, streng und überzeugt gläubiger Jehudi, dessen
unerschütterliches Gottvertrauen verdient, der Nachwelt als Beispiel
empfohlen zu werden. Er musste kurz nach seiner Übersiedelung hierher
seine edle Schwester, Frau Rosa Aufseeser und seinen Schwager, Herrn
Salomon Aufseeser, zur letzten Ruhe betten. So waren ihm auf dieser Welt
die Prüfungen nicht erspart geblieben und wie unser Stammvater Abraham
bestand er sie alle. Wir und seine Heimatgemeinde Ermreuth beklagen
den Heimgang dieses wahrhaften Zadik sehr. Seine Seele sei eingebunden in
den Bund des Lebens." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine erste Synagoge wurde 1738 auf einem von
der Gutsherrschaft als Lehen erworbenen Platz erbaut. Dafür musste die
jüdische Gemeinde 3 Gulden jährlichen Grundzins bezahlen.
Mit der Vergrößerung der Zahl der jüdischen Gemeindeglieder
war nach dem Anfang des 19. Jahrhunderts der Neubau einer Synagoge dringend
geboten. 1822 wurde eine neue Synagoge erbaut, die Maurermeister
Conrad M. Wörner entworfen hatte. Der Neubau kostete die jüdischen Familien
etwa 10.000 Gulden. Über 110 Jahre war diese neue Synagoge gottesdienstlicher
Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde in Ermreuth.
Auf Grund des Wegzuges der jüdischen Familien war bereits um 1930 kein Minjan
(zehn religionsmündige jüdische Männer) vorhanden, sodass keine
regelmäßigen Gottesdienste mehr gefeiert werden konnten. 1931 wandte sich
die jüdische Gemeinde an den Verband der Bayrischen Israelitischen Gemeinde mit
der Bitte, ihr zu den Hohen Feiertagen (Rosch Haschana, Neujahrsfest) und
Jom Kippur (Versöhnungstag) drei Männer zu schicken, um das Minjan zu
vervollständigen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet,
Einrichtungen und Ritualien zertrümmert. Auf Grund der engen Bebauung wurde das im
Ortskern gelegene Gotteshaus kein Raub der Flammen. Bis zum Zusammenbruch des
Nationalsozialismus blieb die Synagoge im Besitz der mittlerweile nicht mehr
existierenden Kultusgemeinde Ermreuth. Am 23 Juni 1948 ging das Besitzrecht der
Synagoge auf die Jewish Restitution Successor Organisation (JRSO) in New York über.
Am 31. August 1953 wurde das Gotteshaus dem Freistaat Bayern übereignet. Dieser
verkaufte es am 21. April 1954 an die Raiffeisenbank Ermreuth. Bis zu seinem
Weiterverkauf am 1. März 1974 an den Markt Neunkirchen am Brand wurde es als
Lagerraum für wirtschaftliche Maschinen u.ä. zweckentfremdet und erfuhr
massive architektonische Veränderungen.
Im November 1989, 51 Jahre nach der Pogromnacht, gründeten
der Landkreis Forchheim einen Zweckverband zur Sanierung und Erhaltung dieses
Bauwerkes. 1992 wurde mit der Restaurierung des Hauses begonnen. Am 19. Juni
1994 fand die feierliche Wiedereinweihung des Gotteshauses statt. Die Restaurierung
wurde anhand von Befunduntersuchungen, Jugenderinnerungen jüdischer und
Ermreuther Mitbürger, sowie einiger Archivalien so gut als möglich, getreu dem
Original, vollzogen.
Artikel in der Nürnberger Zeitung vom 20. Juni
1994: "Synagoge von Ermreuth jetzt in neuem Glanz wiedergeweiht - Die
Narben blieben - auch Mitglieder der einstigen jüdischen Gemeinde bei der
Feier.
Ermreuth. - Für die jüdischen Gemeinden in Nordbayern hat sich gestern
ein Traum erfüllt: Die siebte Synagoge zwischen Nürnberg, Würzburg und Hof
wurde geweiht. Als ein bedeutsames Zeitereignis würdigten Redner die
Wiederweihe der Synagoge in Ermreuth im Landkreis Forchheim, die als steinerner
Zeuge im neuen Glanz an das soziokulturelle Wirken von Landjuden in Franken,
vornehmlich gegen Ende des vorigen (19.) Jahrhunderts erinnert. Die unter großen
Sicherheitsvorkehrungen durchgeführte feierliche Handlung begann mit dem Einzug
der Sefer Thora, der fünf Bücher Mose und der Anbringung des Haussymbols an
der Eingangspforte zum jüdischen Gotteshaus.
Zahlreiche Gäste, unter ihnen Landesbischof Hermann von Loewenich, der für die
christlichen Konfessionen Grüße überbrachte, Bayerns Innenminister Günther
Beckstein, Bezirkstagspräsident Edgar Sitzmann, der amerikanische Generalkonsul
und der stellvertretende US-Botschafter bekundeten durch ihre Präsenz ihre
Verbundenheit mit dem jüdischen Volk. Für die Nachkommen der ehemaligen jüdischen
Bewohner Ermreuths, an ihrer Spitze Minna Hoenlein, die extra aus den USA
anreiste, war es ein besonderer Augenblick in ihrem leben.
Von Geschichte geprägt. Von Erinnerungen geprägt war die Festrede von
Arno S. Hamburger, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg,
der das Wirken jüdischer Mitbürger in Ermreuth schilderte, unter anderem im
gesellschaftlichen Leben als Feuerwehrleute und Nachbarn, der an die
israelitische Schule, den Friedhof aus dem Jahr 1711 und an das 1822 erbauten
Gotteshaus erinnerte.
'Verblende Menschen'. Hamburger nannte die Brandstifter der
'Reichskristallnacht' vom 9. November 1938 'verblendete Menschen', die sich von
einer unseligen Regierung einhämmern ließen, dass ihnen Juden Unglück bringen
würden. Die Wunden jener Zeit seien geheilt, deutete Hamburger die
Geschehnisse, die Narben seien aber geblieben. Minister Beckstein meinte in
seinem Grußwort, das Zusammenleben von Juden und Christen in unserem Land habe
nicht nur Geschichte, sondern auch eine Zukunft. Der Innenminister forderte alle
Bürgerinnen und Bürger zum 'entschiedenen Eintreten gegen alle Formen von
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus' auf.
Gedenktafel enthüllt. Für 'Achtung, Toleranz und Verständnis für anders
geartete Kulturen und Religionen' plädierte Landrat Otto Ammon, Vorsitzender
des Zweckverbandes Synagoge Ermreuth, der zusicherte, die Relikte jüdischer
Infrastruktur zu erhalten und das nicht nur aus Gründen des Denkmalschutzes.
Weitere Höhepunkte der Neubelebung des israelitischen Bethauses, künftig eine
weitere Begegnungsstätte zwischen Menschen verschiedener Nationen in
Oberfranken, war die Enthüllung der Gedenktafel für 15 deportierte und schließlich
ermordete jüdische Bürger aus Ermreuth. An den Außenwänden des Bethauses
weisen Davidsterne und eine Marmortafel mit der Jahreszahl 1822 und den Worten
'Geschändet 9.11.1938 - wiedergeweiht 19.6.1994' auf die Geschichte des Gebäudes.
Musikalisch umrahmten der Nürnberger Hans-Sachs-Chor die Feierstunde mit dem
92. jüdischen Psalm, den Frank Schubert in seinem Todesjahr komponierte und
Teilen aus der 'Synagogen-Musik' von Louis Lewandowski, ferner der Ermreuther
Posaunenchor mit geistlichen Werken."
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Seit der Einweihung im Juni 1994 ist die Ermreuther Synagoge als
Ort der Begegnung und Versöhnung für die Öffentlichkeit zugänglich.
Auf der Empore und im Treppenhaus wurde eine Dauerausstellung über das jüdische
Leben auf dem Lande am Beispiel Ermreuths eingerichtet. Alle ausgestellten
Papier- und Textilobjekte stammen aus der Genisa vom Dachboden der Synagoge und
geben neben anderen Gegenständen, Texttafeln und Photos Aufschluss über das
kulturelle und religiöse Leben der Ermreuther Judengemeinde.
Adresse/Standort der Synagoge: Wagnergasse 8, D-91077
Ermeuth.
Besichtigungsmöglichkeit: jeden ersten Sonntag im Monat:
April - Oktober 14-18 Uhr, November-März 14-17 Uhr; Führungen für Gruppen
nach Vereinbarung. Kontakt über Dr. Rajaa Nadler, Zweckverband Synagoge
Ermreuth, Klosterhof 2-4, D-91077 Neunkirchen am Brand (telefonisch: Verwaltung der
Marktgemeinde Neunkirchen am Brand, Tel. ++(0)-9134 - 705-0 beziehungsweise
705-41 und 705-31 oder ++(0)-9134 - 9278; Fax 705-80; E-Mail).
Fotos
(Aufnahme Harburger in: Th. Harburger: Die Inventarisierung
jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Hg. vom Jüdischen Museum
Franken Bd. 2 S. 177; Fotos vor und nach der Restaurierung: Jürgen Hanke,
Kronach)
| Historische Ansichtskarte
von Ermreuth mit der Synagoge |
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Synagoge untere Reihe in der
Mitte |
Das Memorbuch von Ermreuth
(historische Aufnahme vor 1930 von Th. Harburger) |
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| Die ehemalige Synagoge vor
der Restaurierung in den 1980er-Jahren |
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Blick auf die Westfassade mit
der eingebrochenen Zufahrtsmöglichkeit an Stelle des früheren
Männereinganges |
Blick von Süden / Südwesten |
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| Ostseite mit Ausbuchtung des
Toraschreines |
Der frühere Fraueneingang |
Nordseite |
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Über dem Eingang
(Westfassade) |
Südseite |
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| Die ehemalige Synagoge nach
der Restaurierung |
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Blick auf die Synagoge (Ostfassade) |
Blick auf die Synagoge
(Westfassade) mit Eingangsbereich |
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| Hinweistafeln |
Eingangsbereich für Männer
und Frauen |
Der frühere Eingang für die
Männer mit Jahreszahl "1822") |
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| Blick von Süden / Südwesten |
Synagoge von Osten
(Ausbuchtung für den Toraschrein) |
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Die ehemalige
Synagoge im Frühjahr 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.4.2007) |
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| Das
Synagogengebäude von Westen |
Hinweistafeln |
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| Ehemals getrennte
Eingänge für Männer und Frauen |
Jahre der Erbauung der
Synagoge |
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| (Neue) Mesusa am Eingang |
Türgriff |
Seitenansicht (Südseite) |
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Synagogengebäude
von Oste mit Ausbuchtung des Toraschreines |
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Offenbar leider notwendig:
Überwachungskameras |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ermreuth Upper Franconia. Jews
were present in the mid-16th century, engaging in the cattle trade. A synagogue
was erected in 1738 (replaced in 1823). The Jewish population declined from a
peak of 180 in 1812 (total 689) to 21 in 1933. In 1937-39, 15 left for Nuremberg,
six for the United States.

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