Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mayen (Kreis Mayen-Koblenz)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Kultusbeamten   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In Mayen bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Erstmals wird sie 1313 genannt. Im Zusammenhang mit den Judenverfolgungen in der Pestzeit 1348/49 wurde die Gemeinde vernichtet. In den folgenden Jahrzehnten werden nur vereinzelt jüdische Familien in der Stadt genannt. 1418 wurden die Juden aus dem Kurfürstentum Trier und damit auch aus Mayen vertrieben. Im 16. Jahrhundert wird 1547 und 1563 jeweils eine jüdische Familie in Mayen genannt.   
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17./18. Jahrhundert zurück. Im Zusammenhang mit der 1618 erlassenen "Judenordnung" der Trierer Kurfürsten war es möglich, dass Juden unter dessen Schutz wieder in der Stadt aufgenommen werden konnten. Im jüdischen Friedhof Mayens datiert der älteste Grabstein auf 1640. 1773 sind acht jüdische Familien mit zusammen 39 Personen in Mayen. 
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 56 jüdische Einwohner, 1815 61, 1826 72, 1858 206, 1895 321 und 1901 344 Personen. 1905 ging die Zahl leicht auf 328 jüdische Einwohner zurück (in ca. 85 Familien). Die jüdischen Familienvorsteher verdienten den Lebensunterhalt seit der zweiten Hälfte de3s 19. Jahrhunderts vor allem im Einzelhandel. Ihre Läden befanden sich zumeist zwischen Brückenstraße, Marktstraße und Marktplatz. Dazu gab es einige jüdische Viehhändler in der Stadt. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religions- beziehungsweise Elementar-/Volksschule (im Gebäude Im Hombrich 11), ein rituelles Bad sowie einen eigenen Friedhof. Seit 1868 war Mayen Sitz eines Synagogenbezirkes. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war seit Mitte des 19. Jahrhunderts sowohl ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war als auch ein Schochet (Schächter), der zugleich Hilfsvorbeter war. Von 1861 bis 1879 wirkte Lehrer E. Mendel in Mayen. Als aus der jüdischen Schule 1878 eine öffentliche Israelitische Elementarschule wurde, ist als Elementarlehrer E. Nathan eingestellt worden (1880). Er konnte 1905 sein 25-jähriges Ortsjubiläum feiern. Seit 1910 war Albert Levy in der Gemeinde als Lehrer und Kantor tätig.  
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Oskar Bonn (geb. 11.2.1879 in Metz, gef. 26.4.1916), Carl Mayer (geb. 20.9.1899 in Mayen, gef. 18.8.1918), Max Minkel (geb. 6.5.1894 in Mayen, gef. 18.8.1916), Felix Treidel (geb. 7.7.1884 in Mayen, gef. 11.9.1915) und Heinrich Treidel (geb. 25.8.1887 in Mayen, gef. 14.4.1917). Außerdem sind gefallen: Unteroffizier Max Gottschalk (geb. 8.6.1892 in Mayen, vor 1914 in Köln wohnhaft, gef. 5.3.1916), Leo Löwenbach (geb. 18.8.1891 in Mayen, vor 1914 in Bonn wohnhaft, gef. 12.6.1915), Ludwig Wendel (geb. 25.3.1875 in Mayen, vor 1914 in Mainz wohnhaft, gef. 25.3.1916) und Unteroffizier Walter Rosenthal (geb. 21.9.1895 in Mayen, vor 1914 in Dortmund wohnhaft, geb. 12.6.1918).       
  
Um 1924, als zur Gemeinde 275 Personen gehörten (2,2 % von insgesamt ca. 13.000 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Hermann Treidel, Daniel Mayer, Julius Treidel. Der Repräsentanz gehörten an: Juda Hartmann (gest. 1931, siehe Bericht unten), Dr. Gottschalk, Jakob Kaufmann, Isidor Hirsch, David Mayer, Jakob Mayer, Max Löwenbach und Karl Günther. Als Kantor und Lehrer war der bereits genannte Albert Levy angestellt. Er unterrichtete an der jüdischen Volksschule damals 18 Kinder und erteilte Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen für 15 Kinder. An jüdischen Vereinen bestanden die Chewra Kadischo Bachurim (Israelitischer Jünglingsverein, gegründet 1832, Ziel: Ausbildungsbeihilfen zur Erlernung produktiver Berufe, 1924/32 unter Leitung von Leopold Gottschalk, 1924 40 Mitglieder, 1932 31 Mitglieder, zum 100jährigen Jubiläum 1932 siehe Bericht unten), die Chewras Noschim (Israelitischer Frauenverein, gegründet 1870, 1924 unter Leitung der Witwe von Josua Loeb, 1932 Vorsitzende Frau Minkel, Ziel: Unterstützung Hilfsbedürftiger, 1932 60 Mitglieder) und der Challoh-Verein (Brautausstattungsverein, 1924 unter Leitung von Frau L. Gottschalk, 1932 Frau Schloß). Außerdem bestanden ein Jüdischer Jugendbund (1932 unter Leitung von Gustav Stern), eine Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (1932 unter Leitung von Dr. Hartmann) und eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (1932 unter Leitung von Jacob Mayer). 
1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Hermann Treidel (1. Vors.), Isidor Hirsch (2. Vors.) und Jacob Mayer (3. Vors.). Der Repräsentanz gehörten neun Personen an unter Vorsitz von Jacob Cossmann. Als Rabbiner war für Mayen Rabbiner Dr. Wolf aus Köln tätig. Lehrer und Kantor war weiterhin Albert Levy, als zusätzlicher Kantor wird Bernhard Jankelowitz genannt.
  
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 225 Personen) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.), mehrere jüdische Familien wurden überfallen, etliche Personen misshandelt. Am Tag nach dem Pogrom wurden alle jüdischen Einwohner nach Aufforderung des Bürgermeisters zur "Vernehmung" in die alte Turnhalle gebracht. 1941 wurden nur noch 76 jüdische Einwohner gezählt. Sie wurden 1942 deportiert.
     
Von den in Mayen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Nettchen Auerbach geb. Berger (1884), Rabbiner Dr. Oskar Baer (1856), Elisabeth Behrendt geb. Gottschalk (1898), Moritz Bender (1878), Alexander Berger (1886), Emil Berger (1870), Erna Berger geb. Bär (1896), Heinz Berger (1933), Hermann Berger (1888), Miriam Beate Berger (1937), Rosa Berger (1893), Sophie Boley geb. Wolff (1871), Walther Boley (1901), Martha Bonem geb. Treidel (1885), Sylvain Bonem (1881), Ernst Brasch (1891), Walter Brasch (1896), Amalie Brill geb. Mayer (1896), Rudolf Bonem (1923), Ernst Cohn (1923 oder 1925), Hermann Cohn (1887 oder 1888), Hilde Cohn (1922), Martha Cohn geb. Zelenka (1890 oder 1894), Wilhelmine (Mina) Cohen geb. Wolf (1881), Johanna Cossmann geb. Schild (1884), Sophie Daniel geb. Kahn (1882), Julia Dember geb. May (1883), Justine Deutsch geb. Kaufmann (1867), Setta Diewald geb. Hartmann (1863), Anna Eggener geb. Baum (1892), Betty Eggener (1918), Emma Eggener geb. Oppenheimer (1884), Hermann Eggener (1887), Max Eggener (1873), Auguste Elburg geb. Treidel (1887), Jakob Elburg (1916), Klara Falk (1894), Anna Fröhling (1904), Leo Fröhling (1896), Max Fröhling (1877), Babette Gärtner geb. Blum (1881 oder 1883), David Gärtner (1884 oder 1889), Johanna (Hanna) Gärtner (1889), Moritz Gärtner (1884 oder 1886), Hertha Gerson geb. Gottschalk (1911), Juliane Goldschmidt geb. Bender (1884), Ottilie Goldschmidt (1920), Sally Goldschmidt (1885), Hermine Gottfried geb. Löwy (1877), Emma Gottschalk geb. Haas (1876), Fanny Gottschalk geb. Schwab (1881), Otto Gottschalk (1865), Robert Gottschalk (1864), Wolfgang Gottschalk (1864), Johanna Günther (1868), Emma Haimann geb. Siegler (1893), Ruth Haimann (1924), Walter Salomon Haimann (1930), Alexander Hartmann (1891), Leopold Hartmann (1889), Philipp Hartmann (1905), Paula Hertz geb. Lichtenstein (1893), Johanna Hirschfeld geb. Treidel (1892), Rebekka Isay geb. Loeb (1873), Bertha Issen geb. Kahn (1874), Else de Jong geb. Minkel (1882), Elli Jülich (1927), Johanna Jülich geb. Berger (1891), Otto (1892), Elsa Juffe geb. Löwy (1895), Adolf Kahn (1870), August Kahn (1869), Hedwig Kahn geb. Loeb (1867), Henrietta (Henni) Kahn (1876), Wilhelm Kahn (1879), Bertha Kaplan geb. Meyer (1875), Moritz Kaufmann (1885), Selma Kaufmann geb. Treidel (1882), Bertha Levy geb. Gottschalk (1871), Emma Levy geb. Treibel (1881), Kurt Levy (1908), Rosa Levy geb. Bähr (1873), Felix Lichtenstein (1896), Karoline Lichtenstein geb. Kaufmann (1864), Lore (Lora) Lichtenstein (1925), Mathilde Lichtenstein geb. Hertz (1892), Wilhelm Lichtenstein (1891), Bertha Lindner geb. Schmitz (1884), Albert Löw (1867), Berta Löwenthal (1861), Siegfried Lorig (1882), Augustine (Augusta) Marx geb. Treidel (1850), Jakob May (1890), Sigmund May (1860), Bernhard Mayer (1870), David Mayer (1885), Helene Mayer geb. Simon (1875), Julius Mayer (1897), Max Mayer (1873), Moritz Mayer (1861), Sally Mayer geb. Bretzfelder (1888), Siegfried Mayer (1892), Simon Meyer (1873), Adolf Minkel (1870), Regine Oppenheimer (1875), Irma Ratheim geb. Gottschalk (1907), Martha Röther geb. Rosenthal (1882), Emilie Rosenstirn geb. Gottschalk (1868), Adolf Rosenthal (1873), Artur Rosenthal (1897), Hugo Rosenthal (1881), Ilse Rosenthal (1898), Minna Rosenthal geb. Löb (1856), Jeanette (Jenny) Salm geb. Boley (1897), Mathilde Schäfer geb. Freilich (1901), Sally Schäfer (1874), Bertha Schlesinger geb. Löwy (), Pauline Schochauer geb. Rosenthal (1889), Goldine Schloss geb. Katz (1867), Hedwig Schloss geb. Gottschalk (1869), Hilde Schrein (1911), Isaak Schrein (1878), Johanna (Jutta) Schulze geb. Minkel (1867), Frieda Schwab geb. Frank (1860), Gertrude Seewald geb. Treidel (1903), Hedwig Stern geb. Gottschalk (1889), Irma Stock geb. Löwenbach (1918), Mathilde Süskind geb. Bender (1876), Alfred Treidel (1883), Arthur Treidel (1887), Bella Treidel geb. Oppenheimer (1886), Berthold Treidel (1883), Dorothea Treidel geb. Kronenberger (1882), Flora Treidel geb. Kaufmann (1896), Grete Treidel (1923), Hugo Treidel (1885), Isaac Treidel (1866), Josef Treidel (1887), Karl Treidel (1876), Klara Treidel geb. Heymann (1883), Leo Treidel (1880), Maximilian Treidel (1874), Mathilde Treidel geb. Herz (1891), Norbert Treidel (1903), Otto Treidel (1920), Rebekka Treidel geb. Rosenthal (1860), Rosi Treidel (1930), Willy Treidel (1888), Elias Vendig (1860), Else (Elsa) Waller geb. Zelenka (1892), Julie Weinthal geb. Treidel (1880), Julie Weiss geb. Löb (1869), Johanna Westheimer geb. Mayer (1882), Josef Wolf (1882), Julius Wolf (), Betty Wollziefer geb. Bähr (1893), Therese Zander geb. Mayer (1886), Eduard Zelenka (1860), Ida Zelenka geb. Jansen (1895), Max Zelenka (1893), Ruth Zelenka (1927), Thea Zelenka (1922). 
    
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der Lehrer und Kultusbeamten      
Anmerkung: die jüdische Gemeinde Mayen hatte für die Israelitische Elementarschule einen Lehrer angestellt, der zugleich als Kantor (Vorbeter) und der Gemeinde tätig war. Außerdem war ein Schochet (Schächter) angestellt, der zugleich Hilfsvorbeter war.    

Ausschreibungen der Religions-, Elementarlehrer und Kantorstelle 1858 / 1858 / 1879
Mayen Israelit 25011858.jpg (47674 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Januar 1858: "Bei der hiesigen israelitischen Gemeinde ist die Stelle eines Religions-, Elementarlehrers und Kantors mit einem jährlichen Gehalte von 200, 250 bis 300 Talern, exklusive der Nebeneinkünfte, vakant, und ist zu jeder Zeit, längstens aber bis zum 1. Mai laufenden Jahres zu besetzen. Bewerber wollen sich an den Vorstand wenden. 
Mayen bei Koblenz, den 15. Januar 1858. Der Israelitische Vorstand."
      
Mayen Israelit 18091878a.jpg (41964 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1878: "Durch Verfügung der Königlichen Regierung in Koblenz wurde die hiesige israelitische Schule als öffentlich anerkannt, und die Stelle zur ordnungsmäßigen Besetzung eines Lehrers, verbunden mit der eines Kantors, ausgeschrieben.   
Reflektanten können sich innerhalb 14 Tage unter Einsendung ihrer Zeugnisse beim hiesigen Kreisschulinspektor, Herrn Kelleter, anmelden.  
Gehalt 1200 Mark. Zur näheren Auskunft ist gern bereit  der Vorstand der Synagogengemeinde Mayen."  
      
Mayen Israelit 11061879b.jpg (58723 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1879: "Die Lehrerstelle an der israelitischen Schule zu Mayen, welche von der Königlichen Regierung in Koblenz als eine öffentliche anerkannt wurde, ist zu besetzen. 
Das Einkommen derselben beträgt einschließlich der Besoldung für den Kantordienst jährlich 1200 Mark, neben freier Wohnung oder Mietsentschädigung. Bewerbungen um die Stelle sind unter Beifügung der Zeugnisse binnen 3 Wochen an den Kreisschulinspektor Herrn Kelleter zu Mayen zu richten. Gemeinde: orthodoxe Richtung
Nur auf einen tüchtigen und talentvollen Mann, welcher zugleich die Befähigung hat, einen Chor zu leiten, wird reflektiert. Nebenverdienste stehen in Aussicht. Zu einer jeden näheren Auskunft ist der Vorstand bereit. 
Der Vorstand der Synagogengemeinde."
  
Mayen Israelit 11061879.jpg (38819 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1879: "Erklärung. Meine Schule, an welcher ich bereits 18 Jahre tätig bin, wurde von Königlicher Regierung als öffentliche erklärt und schon zweimal ausgeschrieben. Immer bemüht, zur allseitigen Zufriedenheit zu wirken, kann ich wohl hoffen, wiedergewählt zu werden. Meine geehrten Herren Kollegen werden auch gewiss nicht dazu beitragen wollen, mich um meine Stelle bringen zu helfen. Mir jetzt noch eine andere zu suchen, würde mir sehr beschwerlich sein. Mayen, den 3. Juni 1879. E. Mendel, Lehrer."
Trotz der Erklärung von Lehrer E. Mendel wurde mit dem Lehrer und Prediger E. Nathan eine neue Person eingestellt (zu seinem Dienstjubiläum siehe Bericht unten).   
     
Ausschreibungen der Stelle des Schochet und Hilfsvorbeters 1886 / 1907 / 1920 / 1922 / 1923
Mayen Israelit 02091886.jpg (34040 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1886: "Die Synagogen-Gemeinde Mayen sucht einen streng religiösen Stadt-Schochet; musikalisch gebildet bevorzugt. Gehalt nach Übereinkunft. Der Vorstand Elias Rosenthal".
   
Mayen Frf IsrFambl 29111907.jpg (27881 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. November 1907: "Synagogengemeinde Mayen sucht per 1. Januar 1908 einen tüchtigen gewandten 
Schochet 
und Hilfsvorbeter. Gehalt Mark 1.500 M.  
Der Vorstand. Elias Rosenthal". 
    
Mayen Israelit 14101920.jpg (38319 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Oktober 1920: "Die Gemeinde Mayen (Rheinland) sucht zum baldigen Eintritt einen 
Schochet, Hilfsvorbeter und Synagogendiener. 
Möglichst unverheiratete Bewerber wollen ihr Angaben richten an den 
Synagogen-Vorstand 
Leopold Gottschalk in Mayen."  
    
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1922: "Die Gemeinde Mayen, Rheinland, sucht zum baldigen Eintritt einen Schochet und Hilfsvorbeter. Möglichst unverheiratete Bewerber wollen ihre Angebote richten an den Synagogen-Vorstand Leopold Gottschalk in Mayen."    
   
Mayen Israelit 22021923.jpg (30140 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1923: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle des Schochets und Hilfsvorbeters zu besetzen. Bewerbungen möglichst Unverheirateter an den Vorstand der Synagogengemeinde Mayen (Rheinland), Leopold Gottschalk".  

     
25-jähriges Dienstjubiläum des Lehrers und Predigers E. Nathan 1893 (in Mayen seit 1880)  

Mayen Israelit 20041893.jpg (61552 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. April 1893: "Mayen, 4. April (1893). Am 1. April waren 25 Jahre verflossen, seit der Lehrer und Prediger der hiesigen Synagogengemeinde, Herr E. Nathan, sein Amt angetreten. Von diesen 25 Jahren hat derselbe die letzten 13 Jahre hier in unserer Gemeinde segensreich gewirkt. - Am 1. Tag Pessach, nach Beendigung des Gottesdienstes, erschien deshalb der gesamte Vorstand in Begleitung der Herren Repräsentanten der Gemeinde in der Wohnung ihres Lehrers, um demselben ihre Glückwünsche zu seinem Jubiläum darzubringen. Dabei überreichte ihm der Vorstand einen mit entsprechender Widmung versehenen, prachtvollen, silbernen Pokal als Ehrengabe der Gemeinde. 
Es ist ein ehrendes Zeugnis für das Wirken des Herrn Nathan, aber auch für die Gemeinde, die in solcher Weise die hingebende Arbeit ihres Lehrers zu würdigen weiß."
   
25-jähriges Ortsjubiläum des Lehrers und Kantors E. Nathan (1905)  
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. März 1905: "Mayen (Rheinprovinz). Am 1. April (1905) wird Herr E. Nathan sein 25-jähriges Jubiläum als Lehrer und Kantor der hiesigen Gemeinde feiern."   

   
Zum Tod des Kantors Jacob Treidel (1908)   

Mayen FrfIsrFambl 07021908.jpg (24985 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 7. Februar 1908: "Mayen (Rheinprovinz). Im Alter von 71 Jahren verschied nach 40-jähriger Amtstätigkeit unser Kantor, Herr Jacob Treidel. Er hinterlässt das Andenken eines frommen, edlen Menschen."    

   
Bericht über den Besuch einer Schülergruppe in der Synagoge mit Lehrer Albert Levi (1923) 

Mayen Albert Levi 1923.jpg (146855 Byte)Artikel in der Tagespresse in Mayen im November 1923 (Artikel erhalten von der Enkelin von Albert Levi - Judith N. Levi): "Mayen, 14. November (1923). Der israelitische Kultus. Die hiesige Synagoge sah in den letzten Tagen ungewöhnlichen Besuch. Auf Einladung des Herrn Lehrer Levi waren Schüler der Oberklassen des Gymnasiums und des Lyzeums und gestern Abend noch die Lehrerschaft der höheren und der Volksschulen gekommen, um einen Einblick in die so fremde, legendenumwobene Welt des israelitischen Kultus zu gewinnen. Gerade für die Juden - für sie vor allem - ist es notwendig, sie zu allen Quellen hinzuführen, damit sie selbst schöpfe und die großen gestaltenden Lebensmächte aufspüren und verstehen lernt. Gerade das Verstehen und die eigene Urteilsbildung in in dieser zerrissenen Zeit, da das Schlagwort herrscht und die Tiefe verdeckt, aus der die Quellen sprudeln, nötiger denn je. Die Jugend wird finden, dass es nur so möglich ist, Schein und Sein zu trennen. Die von Herrn Levi in bereitwilligster Ausführlichkeit gegebenen Erläuterungen waren dazu angetan, viel Neues zu lernen, vorhandene Vorstellungen zu klären und den eigenartigen Hauch jüdischer Religiosität spüren zu lassen. Am meisten fiel wohl die starke Traditionsgebundenheit und die oft mystische Symbolik der heiligen Zeichen auf, die in großer Fülle den Besuchern vorgelegt wurden. Die Ausführungen zeigten den Israeliten und seine religiösen Gebräuche in der Synagoge, in der Familie, deren gemeinsames Leben rituell besonders reich gestaltet ist, und bei den wichtigsten Ereignissen des Lebens, Geburt, Aufnahme in die Gemeinde, Konfirmation, Hochzeit und Tod. Eingehende Erläuterungen widmete der Vortragende auch der Einrichtung der Synagoge, er zeigte den Inhalt der Heiligen Lade, die Torarollen und erklärte die Schriftlesung. In der am Schluss gebetenen Aussprache konnte noch manche Frage beantwortet, kurz Angedeutetes ausführlich dargestellt, aber auch manche aberwitzige Vorstellung, die ... der wissbegierigen Jugend ... beseitigt werden. Voll des Neuen, Ungewohnten, aber mit reichen Anregungen versehen, verließ die Zuhörerschaft nach mehrstündigem Aufenthalt das jüdische Gotteshaus".      

   
25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Albert Levi (1924)    

Mayen Lehrer Levi 010.jpg (35435 Byte)Lehrer Albert Levi (Foto: Bildarchiv Judith N. Levi) ist im Januar 1879 in Hofgeismar geboren als Sohn des Lehrers Moses Levi und der Rachel geb. Lilienfeld. Er studierte im Israelitischen Lehrerseminar in Kassel (Abschluss 1899) und trat eine erste Stelle in Salzkotten bei Büren an; seit 1905 war er Lehrer in Nieheim bei Höxter. Er heiratete 1905 Ida geb. Levi aus Bebra und Fulda. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Max (1906) und Hans (1910). Seit 1910 war Albert Levi Lehrer in Mayen, wo zur Familie die Zwillinge Ruth und Walter kamen (1921). 1917/18 war Albert Levi als Soldat im Kriegsdienst, wofür er mit dem Eisernen Kreuz (EK II) ausgezeichnet wurde. 
Albert Levi blieb Lehrer in Mayen bis nach der Zeit des Novemberpogroms 1938. Im Januar 1939 konnte das Ehepaar nach Amerika emigrieren, wo sich bereits die Kinder befanden: der Sohn Max seit 1929, der Sohn Hans mit seiner Frau Margot seit 1935, Ruth seit 1936, Walter seit 1937. Albert Levi starb bereits am 1. Januar 1941 und wurde in Washington, PA beigesetzt. Seine Frau Ida lebte noch 22 Jahre und wurde in Jerusalem beigesetzt.  

Foto und Informationen nach dem Beitrag der Enkelin von Albert Levi (mit zahlreichen Dokumenten und Abbildungen):  
Judith N. Levi: Der Lebenslauf des letzten jüdischen Lehrers in Mayen: Albert Levi (1879-1941). 
Online zugänglich auf regionalgeschichte.net
.       
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1924: "Mayen (Rheinland), 1. April (1924). Am 1. April waren es 25 Jahre, dass Herr Lehrer Levi in den Schuldienst trat. Nach seiner Tätigkeit in einigen westfälischen Gemeinden wurde er im Jahre 1910 in unsere Gemeinde berufen, wo er einen vielseitigen Wirkungskreis fand. 
Am verflossenen Schabbos würdigte in der festlich geschmückten Synagoge nach dem Einheben (sc. der Torarollen) der Vorsteher die Verdienste des Jubilars um Schule und Gemeinde, worauf Herr Lehrer Levi in einer kurzen Ansprache erwiderte. Nach Schluss des Gottesdienstes gratulierten Vorstand und Repräsentanz in der Wohnung des Jubilars, wobei ihm ein hübsches Geschenk überreicht wurde. Möge es dem verehrten Lehrer, der sich in seiner Gemeinde, bei seinen Berufskollegen und in den weitesten Kreisen der Bürgerschaft der größten Wertschätzung erfreut, vergönnt sein, noch lange Jahre segensreich in unserer Gemeinde zu wirken."     
 

   
Ergänzendes zu Lehrer Albert Levi 
(erhalten von Judith N. Levi)   

Acknowledgements of Albert's Silver Jubilee in 1923, Celebrating his 25 Years of Teaching [with translations by Judith N. Levi]: I. 1923 Newspaper Article; II. Congratulatory Letter From a School Principal; III. Congratulatory Letter From Mayen's Mayor  (pdf-Datei)      

     
     
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Der Lukasmarkt wird wegen dem jüdischen Feiertag verlegt (1853) 
(Anzeige und Anmerkungen dazu erhalten von Franz G. Bell)    

Mayen Lukasmarkt 1853.jpg (81780 Byte)Anzeige in der Lokalpresse im September 1853: "Kram- und Viehmarkt zu Mayen. 
Wegen des jüdischen Versöhnungsfestes wird der diesjährige Lucas-Markt zu Mayen nicht wie gewöhnlich am Dienstag und Mittwoch, sondern 
am Montag und Dienstag den 10. und 11. Oktober dieses Jahres 
stattfinden, wovon das marktbesuchende Publikum hierdurch benachrichtigt wird. 
Mayen, den 5. September 1853. Der Bürgermeister, Kneip."    
Anmerkung (von Franz G. Bell): Vom historischen Lukasmarkt
Der seit 1405 nachweisbare Lukasmarkt in Mayen wurde in früheren Jahrzehnten, vielleicht auch Jahrhunderten, jeweils an einem Dienstag und Mittwoch im Oktober durchgeführt. Hauptereignis für die ländliche Eifelbevölkerung war in diesen Tagen der Kram- und Viehmarkt. Der Vergnügungsmarkt wird sich mit der Zeit dem geschäftigen, munteren Treiben angeschlossen, beziehungsweise erst entwickelt haben.
In der Stadt Mayen hatten Handel treibende Juden ein gewisses Übergewicht, wie bereits Karl Kaspar Meesen in der "Mayener Amtsbeschreibung" 1782 feststellte:  "Die Judenschaft hat sich zum Nachtheil handeln wollender Bürger sehr vermehret". Vermutlich wandten sich die Mayener Juden 1853 mit der Bitte an die Stadtverwaltung, den Lukasmarkt wegen ihres höchsten Feiertages im Jahreslauf zu verlegen. Der jüdische Versöhnungstag "Jom Kippur" fiel 1853 genau auf den Lukasmarkt-Mittwoch, also den 12. Oktober jenen Jahres.  

     
Zur Gründung des Vereines zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten (1882)  

Mayen Israelit 04011882.jpg (44982 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1882: "Mayen, 27. Dezember (1881). Die hiesigen israelitischen Gemeindemitglieder hielten am Sonntagabend eine Besprechung behufs Gründung einer Unterstützungskasse für durchreisende israelitische arme Leute und Handwerksburschen. Diese Unterstützungskasse hat den Zweck, das Hausbetteln zu verhüten. Sofort wurden 600 Mark als freiwillige Beiträge gezeichnet und ist zu erwarten, dass diese Summe sich noch um ein Erhebliches vermehrt. Die israelitische Gemeinde hat dadurch eins schönes Beispiel gegeben, von dem man nur wünschen muss, dass dasselbe auch andererseits Nachahmung finden möchte. (Mayener Volkszeitung)."
   
Mayen Israelit 11011882.jpg (91266 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Januar 1882 (leicht abgekürzt wiedergegeben): "Frankfurt am Main, 8. Januar (1882). In Ihrer geschätzten Zeitung Nr. 1 erzählt ein Bericht aus Mayen, dass die dortige jüdische Gemeinde eine Unterstützungskasse gegründet habe, welche dem Dürftigen die jüdischen Häuser verschließen soll, was jedoch dem göttlichen Tora-Geiste durchaus nicht entsprechen dürfte... Unser Ahn Abraham unser Vater – er ruhe in Frieden … wird uns von unseren Weisen seligen Andenkens als älterer, edelster Mann der Gerechtigkeit, als Vorbild zur Nachahmung für alle Zeiten vorgeführt. Sein Haus hatte nach allen 4 Seiten Eingänge, damit die Hilfesuchenden, was nebenbei gesagt, - nicht Gleichgläubige waren, - nicht einmal einen kleinen Umweg machen müssten, um einzukehren und gastlich aufgenommen zu werden und statt der Türaufschrift: ‚Mitglied des Armenvereins’, sollten in keinem jüdischen Hause die schönen Worte der Mischna: ‚es sei dein Haus offen sein und es sollen die Armen die Kinder deines Hauses sein’ … in leuchtender Frakturschrift fehlen, um würdige Nachkommen unserer großen Ahnen, der Söhne der Barmherzigkeit zu bleiben.  J.G.
(Wer seinen Beitrag in eine Unterstützungskasse gibt und auf diese die ihn ansprechenden Armen hinweist, verfehlt durchaus nicht gegen das jüdische Religionsgesetz. – Red.)."
   
Mayen Israelit 01021882.jpg (119191 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1882: "Mayen. In Nr. 2 Ihrer geschätzten Zeitung befindet sich ein Artikel, datiert ‚Frankfurt’, unterzeichnet J.G., worin der jüngst hier ins Leben gerufene Verein zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten einer scharfen Kritik unterzogen wird. Sehr richtig hat die geschätzte Redaktion zwar schon sogleich dazu bemerkt, dass eine solche Einrichtung unseren Vorschriften nicht zuwiderhandele; dessen ungeachtet fühlen wir uns veranlasst, hierauf zu erwidern, da andernfalls unser Stillschweigen als Zustimmung könnte betrachtet werden; wir rufen dem Betreffenden zuvörderst zu (hebräisch und deutsch): ‚Gebet Acht auf die Ehre der Armen!’ Dieses ist jedoch nicht durch eine Gabe im Verborgenen zu erzielen und war sowohl dieses als auch die Gefahr, dass durch das Aufsuchen der in der hiesigen Stadt wohnenden ca. 60 bis 70 jüdischen Familien die Armen von der Polizei häufig arretiert werden, die Veranlassung zur Gründung des vorerwähnten Vereins. Der von dem Betreffenden gebrachte Vergleich mit dem Hause unseres Vaters Abraham - er ruhe in Frieden – ist hier nicht am Platze, da einesteils an diesen Türen keine Polizisten zu finden waren, andernteils die hierher kommenden Armen nach wie vor Essen und Trinken genügend erhalten, und wird der Einsender es doch für keinen Verlust für die Armen halten, dass dieselben fernerhin nicht mehr durch alle Straßen der Stadt zu laufen haben, da die denselben zu gewährende Unterstützung nach unserem Dafürhalten der ungefähren Schätzung des Ertrages entsprechen wird. Wir bitten deshalb den Einsender, welcher, wie es scheint, hier nicht sehr lokalkundig ist, fernerhin bei einer ähnlich zu erteilenden Kritik etwas vorsichtiger zu sein, da es überhaupt bedeutend leichter ist, eine jede Einrichtung zu bemängeln, als dieselbe zu verbessern."    

    
Erste Regungen des Antisemitismus in Mayen (1893 / 1894 / 1895)    

Mayen Israelit 06031893.jpg (68356 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1893: "Mayen, 1. März. In hiesiger Stadt, in der von jeher die Mitglieder der jüdischen Gemeinde mit ihren christlichen Mitbürgern im schönsten Einvernehmen leben, glaubte ein Herr S., welcher bei der letzten Stadtratswahl, nach seiner Meinung durch die Stimmen der israelitischen Wähler, durchgefallen war, den Beruf zu haben, dem Antisemitismus auch hier Eingang zu verschaffen. Nachdem seit einigen Wochen die bekannten antisemitischen Flugblätter in großer Masse verbreitet worden waren, berief Herr S. für Samstag, den 25. dieses Monats (25. Februar 1893) eine antisemitische Versammlung ein. Zu derselben erschienen jedoch außer dem Einberufer selbst, nur einzig und allein der Polizeibeamte, welcher die Versammlung überwachen sollte. Diese ‚allgemeine Nichtbeteiligung’, welche unsere christlichen Mitbürger in hohem Grade ehrt, dürfte Herr S. wohl davon überzeugt haben, dass für seine Bestrebungen hier das geeignete Feld nicht vorhanden ist."
  
Mayen Israelit 04061894.jpg (60134 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1894: "Koblenz, 25. Mai. Die seinerzeit von der hiesigen Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegte Schrift ‚Das auserwählte Volk in Mayen’, bildete heute die Anklage-Begründung gegen den Verleger der antisemitischen Zeitung ‚Koblenzer Volksfreund’, Anton Simonis hier. Strafantrag hatten die Synagogengemeinde und 14 jüdische Einwohner in Mayen gestellt. Das Gericht verurteilte den Herausgeber der Schrift, A. Simonis zu einer Geldstrafe von 150 Mark und sprach den Beleidigten das Recht der Veröffentlichung des Urteils zu."
   
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Januar 1895: "Das in Koblenz erscheinende Antisemitenblatt leistete sich vor einiger Zeit das harmlose Vergnügen, einige angesehene Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Mayen durch eine Schmähschrift, betitelt: 'Das auserwählte Volk in Mayen', zu verleumden und zu beschimpfen. Die Beleidigten beschritten nun den Weg der Klage, und der betreffende Redakteur wurde in allen Instanzen verurteilt, sodass der Spass ihm die Summe von 288.30 Mark kostet."      

    
In Mayen wird eine zionistische Ortsgruppe gegründet (1906) 
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1906: "Mayen (Rheinpreußen), 25. März (1906). Samstag, den 18. dieses Monats sprach hier in einer Propagandaversammlung, die von Herrn Lehrer E. Nathan geleitet wurde, Herr Redakteur Julius Berger über den Zionismus. In der sich anschließenden Diskussion sprachen die Herren Nathan und Dr. Gottschalk ihre Bedenken gegen den Zionismus aus, und wurde ihnen von den Herren Dr. Minkel, Lehrer Reinhardt und Julius Berger entgegnet. 31 Damen und Herren erklärten sich für die Gründung einer zionistischen Ortsgruppe.  
Die Ortsgruppe ist nun vergangenen Samstag endgültig konstituiert worden, nachdem Herr Lehrer Reinhardt über die Organisation des Zionismus gesprochen hatte. - Ergebnis der Wahlen: Dr. Minkel, Vorsitzender, A. Treidel, Schriftführer, B. Krämer, Kassenführer, M. Gottschalk, C. Günter und A. Meyer, Beisitzer."     

  
100-jähriges Jubiläum der Chewrah Kadischa (Wohltätigkeits- und Bestattungsverein) (1932)   

Mayen Israelit 22121932.jpg (78404 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Dezember 1932: "Mayen, 18. Dezember (1932). Am Sabbat Paraschat wejischlach beging die Chewrah Kadischah-Bachurim das Fest ihres 100jährigen Bestehens. Bei Festgottesdienst am Sabbat morgen sang der Synagogenchor einige von Herrn Lehrer Levi eigens hierfür eingeübte Gesänge. Vom Vorstand der Gemeinde war das Aufrufen zur Tora für die Mitglieder der Chewrah reserviert. Herr Lehrer Levi gab dann in formvollendeter Predigt einen Bericht über Gründungszeit und Gründer der Chewrah und brachte aus den Statuten, dieselben sind auf dem Jahre 1935, einige interessante Einzelheiten. Mit dem Lernkaddisch schloss die eindrucksvolle Feier.
Abends um 8 Uhr versammelte sich die Gemeinde fast vollzählig zu einem Festabend im Sterngartensaale. Der Jüdische Jugendbund und viele andere hatten sich in den Dienst des Festes gestellt und brachten hier auf das Fest bezügliche Vorträge und humorvolle Gesänge zum Vortrag.
Am Sonntagmorgen begaben sich die Mitglieder der Chewrah zum Friedhof, wo sie nach einer kurzen Ansprache an den Gräbern der Gründer des Vereines Gebete sprachen."   

         
Veranstaltung des Jüdischen Jugendbundes Mayen (1933)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1933: "Mayen, 15. Februar (1933). Der Jüdische Jugendbund Mayen hörte in seiner Vortragsreihe am 12. Februar Frau Rabbiner Käthe Jacobs aus Bad Kreuznach. Die Rednerin sprach über Franz Rosenzweig, sein Leben und Wirken und verstand es, den Menschen Franz Rosenzweig und sein Werk den Zuhörern fühlbar nahe zu bringen. Selbst diejenigen, denen über den Dichter und Philosophen nichts bekannt war, werden sich durch die klaren und treffenden Ausführungen stets seiner erinnern."   

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Stabsarzt Dr. S. Gottschalk wird mit dem EK I ausgezeichnet (1916)   

Mayen FrfIsrFambl 15121916.jpg (16768 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. Dezember 1916: "Mayen. Stabsarzt Dr. S. Gottschalk, Regimentsarzt im 4. bayerischen Infanterie-Regiment wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet."   

      
40-jähriges Amtsjubiläum von Hermann Treidel als Gemeindevorsteher (1927)    

Mayen Israelit 27011927.jpg (86740 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Januar 1927: "Mayen, 22. Januar. Am 19. Januar beging der 1. Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Hermann Treidel, seinen 75. Geburtstag und gleichzeitig sein 40jähriges Amtsjubiläum als Gemeindevorsteher. Aus diesem Anlass veranstaltete die Gemeinde einen Festgottesdienst im Rahmen des Freitag-Abendgottesdienstes. In seiner Rede würdigte der Herr Lehrer anhand des Wochenabschnittes die 40jährige Tätigkeit des Jubilars, in treffenden Worten legte er dar, was es bedeute, so lange in einer Gemeinde an der Spitze zu stehen. Nach ihm fand der 2. Vorsteher, Herr Juda Hartmann, ebenfalls herzliche Worte der Anerkennung, besonders die Zusammenarbeit mit den übrigen Vorstandsmitgliedern und den Repräsentanten betonend.
Nach beendetem Gottesdienst am Schabbos Morgen gratulierten Vorstand und Repräsentanten, denen sich der Bürgermeister der Stadt angeschlossen hatte, in der Wohnung. Dort brachte Herr Hirsch als Vorsitzender der Repräsentanten noch einmal die Glückwünsche der Gemeinde dar. Der Jubilar dankte mit bewegten Worten für die ihm von allen Seiten bereiteten Ehrungen. (Alles Gute) bis 120 Jahre!" 

           
Zum Tod des zweiten Gemeindevorstehers Juda Hartmann (1931)          

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 7. Januar 1931: "Mayen. (Persönliches). Der zweite Gemeindevorsteher, Herr Juda Hartmann, ist im Alter von 65 Jahren plötzlich verschieden und unter überaus starker Beteiligung aller Bevölkerungskreise zu Grabe getragen worden. Aus den Trauerreden, die an seiner Bahre gehalten wurden, ließ sich die allgemeine Wertschützung erkennen, die der Verstorbene im Berufe und in seinen Ehrenämtern genoss. Lehrer Levi zeichnete in herzlichen Worten ein Charakterbild des Heimgegangenen. Außerdem sprach Rabbiner Dr. Wolf, Köln, dem Verstorbenen, der dem Ehrenrat des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands angehörte, den Dank für seine treue und gewissenhafte Mitarbeit aus. Als Vertreter des Vereinsvorstandes widmete Herr Nathan Kahn aus Köln Worte der Anerkennung. Im Namen der Berufsorganisation gedachte Herr Daniel aus Koblenz der vielseitigen Verdienste, die sich der Entschlafene in 30-jähriger segensreicher Tätigkeit als Vorsitzender des Schiedsgerichts für den Regierungsbezirk Koblenz im Verband der Viehhändler Deutschlands erworben hatte. Für die Gemeinde Mayen bedeutet der Heimgang ihres zweiten Vorstehers einen schweren, fast unersetzlichen Verlust."       

 
Über Julius Isaak Loeb, Mitbegründer und Geschäftsführer der Steinbrechwerke in Mayen (1879-1941)  

Julius Isaak Loeb (geb. 9.1.1879, gest. 1941) war 1908 einer der Mitbegründer der damaligen "Mayen-Kottenheimer-Steinbrechwerke" in Mayen (heute: MAYKO Natursteinwerke GmbH & Cie., KG) und bis 1936 ihr Geschäftsführer. Er wohnte in Mayen in der St. Veitstr. 14, zuletzt in der Stehbachstr. 32. Es ist davon auszugehen, dass er bis zur wahrscheinlichen "Arisierung" Eigentümer beider Häuser - St. Veitstr. 14 und Stehbachstr. 32 - gewesen ist. Er starb 1941, doch sind der genaue Todesort, die Umstände seines Todes (höchstwahrscheinlich Suizid durch Erschießen angesichts der drohenden Deportation) und der Ort seiner Beisetzung bislang unbekannt. Die Firma, in der Loeb tätig war, feierte 2008 ihr 100-jähriges Firmenjubiläum; in der Website wird auch an Julius Isaak Loeb erinnert: www.mayko.de (Chronik).  
Nach den noch erhaltenen Berichten über ihn war Julius Isaak Loeb völlig im Leben der Stadt integriert und ganz assimiliert. Er ist zum Christentum konvertiert. Seine Mutter (Bertha?) war vermutlich die Witwe von Josua Loeb, die 1924 als Leiterin des israelitischen Frauenvereins Chewras Naschim (s.o.) genannt wird. Julius Isaak Loeb nahm am Ersten Weltkrieg teil, war unverheiratet und kinderlos. Nach einem Bericht soll er eine kurze Beziehung zu einer Dame gehabt haben, die er auf einer Reise kennengelernt hatte, doch haben die beiden nicht geheiratet.      
Weitere Informationen (evtl. auch Fotos und Dokumente) zu Julius Isaak Loeb werden erbeten an den Webmaster der "Alemannia Judaica" (Adresse siehe Eingangsseite) oder an Barbara Honerlagen (barbara.honerlagen[et]netcologne.de).   
Mayen Loeb 1941.jpg (25733 Byte)Karte vom 24. März 1941, geschrieben von "Steinbruchbesitzer Julius Loeb", Mayen, Stehbachstr. 32 an eine Familie Müller: "Sehr geehrte Familie Müller! Die Nachricht vom Heimgang Ihrer sehr verehrten alten Mutter hat mich sehr überrascht, nicht Jedem ist es vergönnt, ein so hohes Alter zu erreichen. Mein herzlichstes Beileid zum Heimgang dieser ehrwürdigen guten Frau. Mit stillem Händedruck. Julius Loeb."   

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige zur Verlegung des Lukasmarktes wegen des jüdischen Versöhnungsfestes (Jom Kippur) (1853)   
Anmerkung: der Lukasmarkt - heute noch das größte Volksfest der Osteifel im Herbst eines jeden Jahres - der in Mayen seit mindestens 1405 stattfindet, wurde um einen Tag vorverlegt, weil das jüdische Versöhnungsfest 1853 auf einen an sich feststehenden Markttermine fiel. Die Verlegung geschah nicht nur aus Rücksicht auf die Mayener Juden, sondern vor allem aus dem Grund, da der größte Viehmarkt der Region von vielen jüdischen Viehhändlern frequentiert wurde (Anzeige und Erläuterung erhalten von Franz G. Bell).    

Mayen 1853.jpg (72272 Byte) Anzeige im "Mayener Kreis- und Anzeigen-Blatt" vom 1853: "Kram- und Viehmarkt zu Mayen. 
Wegen des jüdischen Versöhnungsfestes wird der diesjährige Lucas-Markt zu Mayen nicht wie gewöhnlich am Dienstag und Mittwoch, sondern am Montag und Dienstag den 10. und 11. Oktober dieses Jahres 
stattfinden, wovon das marktbesuchende Publikum hierdurch benachrichtigt wird. 
Mayen, den 5. September 1853. Der Bürgermeister, Kneip."    

     
     
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes B. Nathan (1903)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1903: 
"Ein Lehrling und Volontärin per gleich gesucht. Pension im Hause bei Familienanschluss. 
B. Nathan, Manufakturwaren, Mayen."      

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge       
     
Bereits im Mittelalter gab es einen Betsaal beziehungsweise eine Synagoge (1313 genannt). 
 
Im 18. Jahrhundert dürfte wieder ein Betsaal eingerichtet wurden sein. Bis 1855 war dieser in einem Gebäude in der Keutelstraße. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Neubau einer Synagoge auf Grund der rasch gestiegenen Zahl der jüdischen Einwohner dringend nötig. Die Gemeinde konnte 1854 "Im Entenpfuhl" ein Grundstück erwerben und vermutlich noch im selben Jahr mit dem Bau einer neuen Synagoge beginnen. 1855 war die Einweihung der Synagoge.  
  
In den folgenden Jahrzehnten wurden immer wieder bauliche Veränderungen oder Reparaturen vorgenommen. Dabei wurde u.a. 1902 die Frauenempore erweitert, wobei zwei Anbauten an beiden Längsseiten des Gebäudes erstellt worden sind.
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde  die Synagoge von SA-Leuten geschändet, die Inneneinrichtungen zerschlagen, aufgestapelt und mit Benzin übergossen. Die Synagoge brannte völlig aus. Die herbeigerufene Feuerwehr beschränkte sich auf den Schutz der Nachbargebäude. Die Brandruine der Synagoge wurde wenig später abgebrochen.
  
Am 9. April 1981 wurde eine Gedenktafel an die Synagoge eingeweiht; sie hat die Inschrift: "Hier stand von 1855-1938 die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Mayen. Sie wurde am 10.11.1938 zerstört. Die Stadt Mayen 1980". An der Bürresheimer Straße erinnert ein Mahnmal in Form eines großen Davidsternes an die aus Mayen deportierten und umgekommenen Juden; die Inschrift lautet: "Zum Gedenken an die Juden aus Mayen. Einst Mitbürger; dann verfolgt, vertrieben, vernichtet"; auf der Rückseite: "Wir erkennen, Herr, unser Unrecht; die Schuld unserer Väter: Ja gegen dich gesündigt (Jer. 14,20)". 
   
Adresse/Standort der Synagoge:    Im Entenpfuhl  
  
  
Fotos  
(Quelle der historischen Ansichten: Landesamt für Denkmalpflege s. Lit. S. 264)  

Die 1855 eingeweihte, 1902 erweiterte und 1938 niedergebrannte Synagoge   
Mayen Synagoge 050.jpg (63946 Byte) Mayen Synagoge 051.jpg (78418 Byte) Mayen Synagoge 052.jpg (91291 Byte)
Standort der Synagoge an der Straße
 "Im Entenpfuhl" 
Straßenseitige Ansicht der Synagoge am
 Entenpfuhl nach der Erweiterung 1902 
Der Betsaal der Synagoge in Mayen
 (1930er-Jahre) - Blick über die 
Bima zum Toraschrein 
      
     
     
Synagogenstandort im Sommer 2009 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 24.08.2009) 
Mayen Synagoge 270.jpg (75877 Byte) Mayen Synagoge 273.jpg (54075 Byte)
  Zwischen den parkenden Autos: 
Blick zur Gedenktafel 
Blick auf das Synagogengrundstück 
am Entenpfuhl 
        
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   Inschrift der Gedenktafel: "Hier stand von 1855-1938 die Synagoge der jüdischen
 Gemeinde Mayen. Sie wurde am 10. November 1938 zerstört. Die Stadt Mayen 1980". 
      
Die ehemalige jüdische Schule
mit Gedenktafel 
(Im Hombrich 11)
 (Fotos: Franz G. Bell)  
Mayen Schule 120.jpg (132399 Byte) Mayen Schule 190.jpg (182976 Byte)
  Inschrift der Tafel: "Jüdische Schule. 1873 Erwerb eines Grundstückes bei der Synagoge. 
1875 Errichtung des schlichten Schulhauses mit Wohnung durch die Synagogengemeinde. 
1875 Umwandlung von einer Privatschule in einer 'öffentliche Volksschule'. 1908 Übergang 
in den Besitz der Zivilgemeinde. 1910 Instandsetzung. Unter Lehrer Albert Levi bis 1938 
als Schule genutzt."   
     
 Gedenkstein für die
 Mayener Juden  
(Fotos: Franz G. Bell)  
Mayen Gedenkstein 181.jpg (362120 Byte)  Mayen Gedenkstein 180.jpg (330287 Byte)
  Der Gedenkstein, ein aus zwei basaltsteinernen Dreiecken bestehender Davidstern, befindet sich 
in der Bürresheimer Straße in Mayen. Der Standort liegt schräg gegenüber der Reiffsmühle, die in
 der NS-Zeit der Sammelort aller Juden aus dem Kreis Mayen vor der Deportation war. Die Inschrift
 am Sockel des Gedenksteines (Foto rechts) lautet:  "Zum Gedenken an die Juden aus Mayen 
/ einst Mitbürger  dann verfolgt  / vertrieben  vernichtet" 
     
        
Erinnerung an ein aus Mayen
 stammendes jüdisches Ehepaar 
auf dem jüdischen Friedhof in Zittau    
(Foto: Hans-Peter Laqueur, August 2009)
Zittau Friedhof 176.jpg (120402 Byte)
    Grabstein für Max Loewenbach (1865 Mayen - 1932 Zittau) und Emma Loewenbach 
geb. Blumenthal (1864 Mayen - 1931 Zittau) sowie Gedenkinschrift für den im 
Ersten Weltkrieg gefallenen Leo Loewenbach 

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

November 2011: Schweigemarsch zum Gedenken an die Ereignisse in der Pogromnacht 1938 
Pressemeldung der Stadtverwaltung Mayen vom 4. November 2011: "Schweigemarsch zum Gedenken an die Reichspogromnacht. 
Mayen.
Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 - die Reichspogromnacht - hat in der ganzen Welt für Erschütterung gesorgt. Gewalt gegen jüdische Mitbürger und deren Hab und Gut waren nur der Anfang für eine Verfolgung von Menschen, die auch im Rückblick nach über 60 Jahren noch unerklärlich ist..."
Link zum Artikel      
 
November 2012: Schweigemarsch gegen das Vergessen   
Pressemeldung der Stadt Mayen vom 29. Oktober 2012:   Link zum Artikel        

  
    

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Mayen  

Literatur:  

Martin Dresler-Schenck (Hrsg.): Auf den Spuren der Juden in Mayen und Umgebung. Dokumentation zur Ausstellung im September 1987. Stadt Mayen und Staatliche Realschule Mayen. 1987.   
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 263-265 (mit weiteren Literaturangaben).
Judith N. Levi: Der Lebenslauf des letzten jüdischen Lehrers in Mayen: Albert Levi (1879-1941). Online zugänglich auf regionalgeschichte.net.  

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.        

Mayen  Rhineland. Jews first arrived in the 14th century. During the Black Death persecutions of 1348-49, a number of Jews were murdered and the community came to an end, its property expropriated. Two Jewish families received letters of protection in 1570 but at the end of the century, the Jews were again expelled. 
Jewish settlement was renewed in the 18th century. In 1773, the Jewish population was 39. In 1849, Mayen became the seat of a regional congregation and a new cemetery was opened. A synagogue was consecrated in 1855 and a Jewish elementary school was founded in 1860, becoming a public institute in 1878. The community reached a peak population of 328 in 1905. In 1933, 225 Jews remained. On Kristallnacht (9-10 November 1938), SA troops burned the synagogue and damaged Jewish homes and stores. The Jewish school closed down in 1939. By May 1939, 95 Jews remained. Some managed to emigrate from Germany but the last 77 were deported to the death camps of the east in the 1941/42 periode.  
     
       

                   
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Stand: 29. Oktober 2014