Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Kissingen (Kreisstadt) 
Die jüdische Friedhof 
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde     
   
Siehe Seite zur Synagoge Bad Kissingen (interner Link)      
   
   
Zur Geschichte der jüdischen Friedhofes       
    
Der jüdische Friedhof in Bad Kissingen wurde 1801 im Südosten der Stadt angelegt. Er liegt auf einer Anhöhe und wird auch heute noch viel besucht, unter anderem von jüdischen Kurgästen. Treppen führen zum eisernen Eingangstor und weiter den Hang hinauf. Ein Taharahaus mit drei großen Steinbögen im Eingangsbereich ist vorhanden. Hier finden sich auch Gedenktafeln. Mehr als 400 Grabsteine sind erhalten, darunter auch Kriegsgräber von 1866 mit Gräbern von preußischen wie auch bayrischen jüdischen Soldaten. Der Friedhof hat eine Gesamtfläche von 52,40 Ar.
    
Anfang Mai 1994 wurde der Friedhof durch zwei Jugendliche geschändet. Grabsteine wurden beschädigt und beschmiert. Die Täter konnten ermittelt werden.
       

Hinweise zum Besuch des Friedhofes (Stand: April 2012): Der Friedhof ist öffentlich nicht zugänglich. Zum Besuch des Friedhofes kann ein Schlüssel bei der Stadt Bad Kissingen ausgeliehen werden. Dieser ist im Stadtarchiv Bad Kissingen (Villa Bringfriede, Promanadestraße 6, Tel.: 0971/807-1201 oder 807-1202) während der Dienstzeiten nach Hinterlegung des Personalausweises oder eines anderen Pfandes zu erhalten (montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr, freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr, wobei die Rückgabe des Schlüssels am Freitag bis 12.00 Uhr erfolgt sein muss). Der Friedhof kann über den Haupteingang an der Bergmannstraße oder den Nebeneingang am benachbarten Parkplatz betreten werden. 
Da der Friedhof nur zweimal im Jahr gemäht wird, kann es sein, dass die Höhe des Grases einen Besuch (vor allem bei regnerischem Wetter) erschwert oder unmöglich macht. Es empfiehlt sich daher, festes Schuhwerk anzuziehen. Im Stadtarchiv ist auch ein Flyer über den jüdischen Friedhof erhältlich. 

    
   
Lage des Friedhofes   

Der Friedhof liegt unweit des Ostringes an der Bergmannstraße.  

Die Lage des Friedhofes ist eingezeichnet im Stadtplan Bad Kissingen - links anklicken und 
unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiter zu "Friedhof, jüd., Bad Kissingen"

    
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
  

Größere Kartenansicht  
      
      
      
Fotos 
(Alle Fotografien wurden von Klaus Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht hinterlegte Bilder können per Mail bei Klaus Kurre angefordert werden).

Bad Kissingen Friedhof 101.jpg (88692 Byte) Bad Kissingen Friedhof 110.jpg (94202 Byte) Bad Kissingen Friedhof 103.jpg (30166 Byte)
Eingang zum Friedhof  Die Taharahalle Gedenktafeln im Eingangsbereich 
der Taharahalle
      
     
Bad Kissingen Friedhof 107.jpg (102748 Byte) Bad Kissingen Friedhof 102.jpg (93617 Byte) Bad Kissingen Friedhof 108.jpg (95980 Byte)
Ältere Grabsteine Teilansichten im älteren Teil
   
Bad Kissingen Friedhof 104.jpg (103950 Byte) Bad Kissingen Friedhof 113.jpg (93640 Byte)
  Grabmal für Magistratsrat Felix Ehrlich,
 Königlich Bayrischer Hoflieferant
 (1854-1918) und Familienmitglieder
     
Bad Kissingen Friedhof 114.jpg (96423 Byte) Bad Kissingen Friedhof 111.jpg (87681 Byte) Bad Kissingen Friedhof 109.jpg (87106 Byte)
"Abgebrochene Säule" für einen 
jung verstorbenen Menschen
Grabstein für einen im Krieg 1866
 Gefallenen
Grabstein für Distriktsrabbiner 
Moses Löb Bamberger (links) und Frau
     
Bad Kissingen Friedhof 106.jpg (93073 Byte) Bad Kissingen Friedhof 105.jpg (105442 Byte) Bad Kissingen Friedhof 112.jpg (88830 Byte)
Teilansichten Grabstein für Josef Weissler (und seine
 Frau Renia), der in den 1950er-Jahren
 wieder den Betsaal einrichtete
 
   
   
     
Vier Fotos von 
Jürgen Hanke, Kronach
Bad Kissingen Friedhof 270.jpg (100475 Byte) Bad Kissingen Friedhof 273.jpg (104191 Byte)
   Blick über den Friedhof Grabstein für Raphael Frank (1835-1898)
 und Hannchen Frank geb. Löwenthal (1835-1918)
 
      
   Bad Kissingen Friedhof 271.jpg (102833 Byte) Bad Kissingen Friedhof 274.jpg (35662 Byte)
   Grabstein für den 1934 gestorbenen
 Rabbiner Dr. Seckel Bamberger ("Kissinger
 Raw", vgl. Text zur Grabsteinsetzung)
Gedenktafel für die Gefallenen des 
Ersten Weltkrieges aus Bad Kissingen 
 
     

  
   
Presseberichte  

September 2010: Friedhofsführung im Rahmen der "Jüdischen Kulturtage"   
Artikel in der "Main-Post" vom 5. September 2010 (Artikel):" BAD KISSINGEN. Der Friedhof auf dem Hügel - Jüdische Kulturtage
(tk) Itzhak Nadel (65) vom jüdischen Kurheim Eden-Park führte am Sonntag die Besucher der Jüdischen Kulturtage in die Gewohnheiten und das Brauchtum der Religionsgemeinschaft ein. Der Nachmittag begann am jüdischen Friedhof in Bad Kissingen. Dort erklärte Nadel zunächst die Grundlagen der Bestattungskultur. 
So machte er darauf aufmerksam, das jüdische Friedhöfe meistens außerhalb der Städte auf Hügeln liegen. Das erklärt sich aus der Tatsache, das die Gemeinden ihr Geld einstmals lieber für soziale Zwecke ausgaben und deswegen billige Grundstücke suchten. Dies seien dann eben schlecht gelegene Areale gewesen, die weder für die Landarbeit noch für Bebauung geeignet waren. 
Die Funktion der Tahara-Halle. Den Gästen erklärte Nadel die Funktion der Tahara-Halle, des Bestattungshauses. Dorthin werden die Toten nach dem Ableben unmittelbar gebracht. Der Leichnam wird dort nach religiösen Regeln gesäubert. Bestattet werden darf man nur im Zustand der rituellen Reinheit. Obwohl Itzhak Nadel erst seit 2006 in Kissingen das Amt des Maschgiachs (Überwachung der koscheren Regeln) begleitet, kennt er sich perfekt mit der Geschichte des Friedhofs in der Kurstadt aus. So weiß er über die Geschichte des jüdischen Soldaten Jacob Michaelis gut Bescheid, der im Krieg von 1866 auf Seiten der Preußen kämpfte. Er wurde tödlich verwundet, als er das Lazarett der Kurstadt schützen wollte. Sein Grab ist auch deswegen eine Besonderheit, da es nicht ganz den Regeln des Ritus entspricht.
Nach dem Besuch des Friedhofs bewies das Kurheim Eden-Park seine Gastfreundschaft. Alle Besucher der Jüdischen Kulturtage wurden zu Kaffee und Kuchen von der Chefin des Hauses, Erika Brätz, begrüßt. Klar, dass im einzigen streng koscheren Hotel Deutschlands auch eine solche Einladung nach den Regeln der Kaschruth abläuft.
Die Einteilung der Woche. Nachdem sich die Teilnehmer des Nachmittags gestärkt hatten, hielt Itzhak Nadel einen Vortrag über das Judentum. Für ihn ist das Judentum eine der ältesten und zugleich modernsten Religionen überhaupt. Er macht das deutlich an der Einteilung der Woche in sieben Tage. Dies kommt aus dem Judentum und wurde von allen monotheistischen Religionen übernommen. Alle Versuche, diese Zeiteinteilung zu ändern, sind bisher gescheitert. Nadel erinnerte an Versuche zu Beginn des Industriezeitalters oder in der frühen Sowjetunion. Für ihn ein Zeichen der Bedeutung des religiösen Gebotes 'am siebten Tage sollst Du ruhen!'. Das Judentum ist für ihn die Religion, die immer mit der Natur des Menschen im Einklang steht. Auch erklärte Nadel den Gästen die Gründe für die koscheren Regeln der jüdischen Küche: Die Gebote des Gesetzesbuchs Kaschruth dienen der Reinlichkeit und Gesundheit."  
  
  

 
    

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Bad Kissingen   
Website des Jack-Steinberger-Gymnasiums mit Seiten zur jüdischen Geschichte in Bad Kissingen
Zur Seite über die Synagoge in Bad Kissingen (interner Link)  

 Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 401.
Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale 
für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988. S. 38-40
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Bad Kissingen. In: Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 
8. Jg. Nr. 58 vom Mai 1993 S. 20. Beitrag von Michael Trüger online zugänglich  
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 262-267. 
Hans-Jürgen Beck/Walter Rudolf:  Jüdisches Leben in Bad Kissingen. Bad Kissingen 1990.  

    
      

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 24. August 2013