|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
Zurück zur Übersicht: "Jüdische
Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht über die
jüdischen Friedhöfe in Unterfranken
Bad Kissingen (Kreisstadt)
Die jüdische Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge
Bad Kissingen (interner Link)
Zur Geschichte der jüdischen Friedhofes
Der jüdische Friedhof in Bad Kissingen wurde 1801
im Südosten der Stadt angelegt. Er liegt auf einer Anhöhe und wird auch heute noch viel besucht,
unter anderem von jüdischen Kurgästen. Treppen führen zum eisernen
Eingangstor und weiter den Hang hinauf. Ein Taharahaus mit drei großen Steinbögen
im Eingangsbereich ist vorhanden. Hier finden sich auch Gedenktafeln. Mehr als
400 Grabsteine sind erhalten, darunter auch Kriegsgräber von 1866 mit Gräbern
von preußischen wie auch bayrischen jüdischen Soldaten. Der Friedhof hat eine Gesamtfläche von
52,40 Ar.
Anfang Mai 1994 wurde der Friedhof durch zwei Jugendliche
geschändet. Grabsteine wurden beschädigt und beschmiert. Die Täter konnten
ermittelt werden.
Hinweise zum Besuch des Friedhofes
(Stand: April 2012): Der Friedhof ist öffentlich nicht zugänglich.
Zum Besuch des Friedhofes kann ein Schlüssel bei der Stadt Bad Kissingen
ausgeliehen werden. Dieser ist im Stadtarchiv Bad Kissingen (Villa Bringfriede, Promanadestraße 6, Tel.: 0971/807-1201 oder 807-1202) während der Dienstzeiten nach Hinterlegung des Personalausweises oder eines anderen Pfandes zu erhalten (montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr, freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr, wobei die Rückgabe des Schlüssels am Freitag bis 12.00 Uhr erfolgt sein muss). Der Friedhof kann über den Haupteingang an der Bergmannstraße oder den Nebeneingang am benachbarten Parkplatz betreten werden.
Da der Friedhof nur zweimal im Jahr gemäht wird, kann es sein, dass die Höhe des Grases einen Besuch (vor allem bei regnerischem Wetter) erschwert oder unmöglich macht. Es empfiehlt sich daher, festes Schuhwerk anzuziehen.
Im Stadtarchiv ist auch ein Flyer über den jüdischen Friedhof erhältlich. |
Lage des Friedhofes
Der Friedhof liegt unweit des Ostringes an
der Bergmannstraße.
 |
Die Lage des Friedhofes ist eingezeichnet
im Stadtplan Bad Kissingen - links anklicken und
unter "Behörden
und öffentliche Einrichtungen" weiter zu "Friedhof, jüd., Bad
Kissingen" |
Link zu den Google-Maps
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)
Größere Kartenansicht
Fotos
(Alle Fotografien wurden von Klaus
Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter
verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht
hinterlegte Bilder können per Mail
bei
Klaus Kurre angefordert werden).
 |
 |
 |
| Eingang zum Friedhof |
Die Taharahalle |
Gedenktafeln im
Eingangsbereich
der Taharahalle |
| |
|
| |
|
|
 |
 |
 |
| Ältere Grabsteine |
Teilansichten im
älteren Teil |
| |
|
|
 |
 |
|
|
Grabmal für Magistratsrat
Felix Ehrlich,
Königlich Bayrischer Hoflieferant
(1854-1918) und
Familienmitglieder |
| |
|
|
 |
 |
 |
"Abgebrochene
Säule" für einen
jung verstorbenen Menschen |
Grabstein für einen im Krieg
1866
Gefallenen |
Grabstein für Distriktsrabbiner
Moses Löb Bamberger (links) und Frau |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Teilansichten |
Grabstein für Josef Weissler
(und seine
Frau Renia), der in den 1950er-Jahren
wieder den Betsaal
einrichtete |
| |
| |
|
| |
|
| |
|
|
Vier Fotos von
Jürgen Hanke, Kronach |
 |
 |
| |
Blick über den Friedhof |
Grabstein für
Raphael Frank (1835-1898)
und Hannchen Frank geb. Löwenthal (1835-1918) |
| |
| |
|
|
| |
 |
 |
| |
Grabstein für den 1934
gestorbenen
Rabbiner Dr. Seckel Bamberger ("Kissinger
Raw", vgl.
Text
zur Grabsteinsetzung) |
Gedenktafel für die
Gefallenen des
Ersten Weltkrieges aus Bad Kissingen |
| |
| |
|
|
Presseberichte
| September 2010:
Friedhofsführung im Rahmen der "Jüdischen
Kulturtage" |
Artikel in der "Main-Post" vom 5.
September 2010 (Artikel):" BAD KISSINGEN. Der Friedhof auf dem Hügel
- Jüdische Kulturtage
(tk) Itzhak Nadel (65) vom jüdischen Kurheim Eden-Park führte am Sonntag die Besucher der Jüdischen Kulturtage in die Gewohnheiten und das Brauchtum der Religionsgemeinschaft ein. Der Nachmittag begann am jüdischen Friedhof in Bad Kissingen. Dort erklärte Nadel zunächst die Grundlagen der Bestattungskultur.
So machte er darauf aufmerksam, das jüdische Friedhöfe meistens außerhalb der Städte auf Hügeln liegen. Das erklärt sich aus der Tatsache, das die Gemeinden ihr Geld einstmals lieber für soziale Zwecke ausgaben und deswegen billige Grundstücke suchten. Dies seien dann eben schlecht gelegene Areale gewesen, die weder für die Landarbeit noch für Bebauung geeignet waren.
Die Funktion der Tahara-Halle. Den Gästen erklärte Nadel die Funktion der Tahara-Halle, des Bestattungshauses. Dorthin werden die Toten nach dem Ableben unmittelbar gebracht. Der Leichnam wird dort nach religiösen Regeln gesäubert. Bestattet werden darf man nur im Zustand der rituellen Reinheit.
Obwohl Itzhak Nadel erst seit 2006 in Kissingen das Amt des Maschgiachs (Überwachung der koscheren Regeln) begleitet, kennt er sich perfekt mit der Geschichte des Friedhofs in der Kurstadt aus. So weiß er über die Geschichte des jüdischen Soldaten Jacob Michaelis gut Bescheid, der im Krieg von 1866 auf Seiten der Preußen kämpfte. Er wurde tödlich verwundet, als er das Lazarett der Kurstadt schützen wollte. Sein Grab ist auch deswegen eine Besonderheit, da es nicht ganz den Regeln des Ritus entspricht.
Nach dem Besuch des Friedhofs bewies das Kurheim Eden-Park seine Gastfreundschaft. Alle Besucher der Jüdischen Kulturtage wurden zu Kaffee und Kuchen von der Chefin des Hauses, Erika Brätz, begrüßt. Klar, dass im einzigen streng koscheren Hotel Deutschlands auch eine solche Einladung nach den Regeln der Kaschruth abläuft.
Die Einteilung der Woche. Nachdem sich die Teilnehmer des Nachmittags gestärkt hatten, hielt Itzhak Nadel einen Vortrag über das Judentum. Für ihn ist das Judentum eine der ältesten und zugleich modernsten Religionen überhaupt. Er macht das deutlich an der Einteilung der Woche in sieben Tage. Dies kommt aus dem Judentum und wurde von allen monotheistischen Religionen übernommen.
Alle Versuche, diese Zeiteinteilung zu ändern, sind bisher gescheitert. Nadel erinnerte an Versuche zu Beginn des Industriezeitalters oder in der frühen Sowjetunion. Für ihn ein Zeichen der Bedeutung des religiösen Gebotes
'am siebten Tage sollst Du ruhen!'. Das Judentum ist für ihn die Religion, die immer mit der Natur des Menschen im Einklang steht.
Auch erklärte Nadel den Gästen die Gründe für die koscheren Regeln der jüdischen Küche: Die Gebote des Gesetzesbuchs Kaschruth dienen der Reinlichkeit und Gesundheit." |
| |
| |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 401. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern.
Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale
für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988. S. 38-40 |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Bad Kissingen. In: Der
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.
8. Jg. Nr. 58 vom Mai 1993 S. 20. Beitrag
von Michael Trüger online zugänglich |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in
Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 262-267. |
 | Hans-Jürgen Beck/Walter Rudolf: Jüdisches Leben in
Bad Kissingen. Bad Kissingen 1990. |

vorheriger Friedhof zum ersten
Friedhof nächster Friedhof
|