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Wiesenfeld (Stadt
Karlstadt, Main-Spessart-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Wiesenfeld bestand eine jüdische Gemeinde bis
1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts
zurück. Erstmals werden 1655 vier jüdische Einwohner (beziehungsweise
vier jüdische Familien) genannt, 1699 waren es bereits 14. Die
jüdischen Familien standen unter adligem Schutz, insbesondere der Voite von
Rieneck und der Freiherren Hutten von Steinbach.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1813 107 jüdische Einwohner (13,9 % der Gesamteinwohnerschaft), 1816 111
(14,9 % von insgesamt 747 Einwohnern), 1837 160 (15,7 % von 1.017), 1867
119 (10,7 % von 1.107), 1871 104 (9,4 % von 1.108). 1880 94 (8,1 % von 1.154),
1900 66 (6,0 % von 1.092).
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 wurden die folgenden 25
Matrikelplätze nachstehender jüdischer Familienvorstände für Wiesenfeld
festgehalten (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Maier Salomon
Rosenberger (Viehhandel), Moses Abraham Hanauer (Viehhandel), Abraham Moses
Hanauer (Viehhandel und Ellenwaren), Samuel Loew Schloß (Spezereihandel und
Ellenwaren), Abraham Jos Bamberger (Handel mit Viel, Spezerei, Ellen), Joß
Abraham Bamberger (Viehhandel, Schlachten), Jacob Abraham Gutmann (Viehhandel,
Schlachten), Nosen Jacob Löwenthal (Handel mit Vieh und Ellen), Hajum Abraham
Heilmann (Schächten, Viehmakeln), Löw Salomon Steigerwald (Viehhandel), Oscher
Kallmann Frank (Viehhandel und Makeln), Kallmann Kaufmann Frank (ohne
Erwerbszweig, vom Sohn Oscher ernährt), Abraham Hirsch Grünebaum (Warenhandel
mit Kram), Moses Salomon Brenner (Lumpenhandel), Seligmann Süß Stern
(Viehhandel), Wolf Seligmann Stern (Viehhandel), Abraham Loeser Leisinger (ohne
Erwerb), Meier Loew Leisinger (Viehhandel), Isaac Meyer Hecht (Viehhandel und
Botengehen), Marx Alexander Baum (Viehhandel), Moses Alexander Grünewald
(Viehhandel), Breune, Witwe von Samuel Abraham Linjenthal (Handel mit Ellenwaren
und Tüchern), Jacob Süß Löwenthal (ohne Erwerb), Santilla, Witwe von Gotz
Jöß Braunold (Handel mit Ellen und Töchter), Num Jacob Haas (ohne
Erwerbszweig). Sechs der 25 Matrikelstellen sind in den Jahren nach 1817 durch
Tod der Inhaber erloschen.
1820 lebten drei der jüdischen Familien in eigenen,
auf gutsherrlichem Grund erbauten Häusern. 22 Familien lebten damals in
Wohnungen, die im Besitz der Gutsherrschaft waren. Die jüdischen Familien
lebten bis Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend vom Handel mit Waren und
Vieh. Danach kamen einige Handwerker und für das wirtschaftliche Leben am Ort
wichtige Gewerbebetriebe/Handlungen am Ort dazu. Im letzten Drittel des 19.
Jahrhunderts verzogen mehrere Familien nach Karlstadt,
Würzburg und in andere Städte.
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), ein Schulhaus mit
einer Lehrerwohnung
sowie ein rituelles Bad. Das jüdische Schulhaus wurde neben der Synagoge
1841 erbaut. Es wurde 1881 renoviert und noch 1913 erweitert. Neben dem
jüdischen Schulhaus befand sich das 1828 erbaute rituelle Bad. Die Toten
der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Laudenbach
beigesetzt. Zur Besorgung
religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. Die Stelle wurde
bei anstehenden Neubesetzungen immer wieder ausgeschrieben (vgl. unten
Ausschreibungstext).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Verhältnis
zwischen christlichen und jüdischen Einwohnern noch zeitweise angespannt,
wie Ereignisse aus dem Jahr 1866 zeigen. Es war die Zeit des Abschlusses der
rechtlichen Gleichstellung der Juden mit den Christen:
Antijüdische
Ausschreitungen in Wiesenfeld 1866 - Artikel in der Zeitschrift
"Der Israelit" vom 6. Juni 1866: "Wiesenfeld. Dieser Tage
hatten auch wir eine Art Judenexzess durchzumachen. Lärmend und tobend durchzog
ein aufgeregter Volkshaufen die Straßen und wurden dabei sieben
Israeliten die Fenster eingeworfen. Was die Ursache dieses Aufruhrs war,
stellte sich Tags darauf heraus, wo die Exzedenten von den Juden
verlangten, sie sollten den Anteil an den Gemeinderechten schriftlich
abtreten. Es war nämlich dieser Punkt schon seit Jahren ein Zankapfel
zwischen den jüdischen und christlichen Einwohnern Wiesenfelds. Als
jedoch das Gericht zu Gunsten der Juden entschied, mussten sich die
Unzufriedenen in das Unvermeidliche ergeben. Bei dieser aufgeregten Zeit
nun glaubten die guten Wiesenfelder das Recht des Stärkeren handhaben zu
dürfen und zwangen also die Juden förmlich, die betreffende
Verzichtleistung auszustellen. Wahrscheinlich haben die guten Leute
übersehen, dass das Gesetz einen solchen Akt nicht anerkennt und dass die
Beteiligten einer strengen Strafen zu gewärtigen haben." |
Im Krieg 1870/71 waren unter den 38 Kriegsteilnehmern
aus Wiesenfeld auch die beiden jüdischen bayerischen Soldaten Michael
Rosenberger und Markus Baum. Ihre Namen stehen auf einem Denkmal an der Südwand
der Pfarrkirche von Wiesenfeld.
Bis 1910 war die Zahl der jüdischen Einwohner auf 63 zurückgegangen
(6,0 % von insgesamt 1.057).
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Friedrich Hanauer
(geb. 11.4.1893 in Wiesenfeld, vor 1914 in Würzburg wohnhaft, gef.
30.8.1915).
Um 1924, als 65 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (5,9 % von
insgesamt etwa 1.100), waren die Vorsteher der Gemeinde Hugo Stern und Jakob
Steigerwald. Als Lehrer, Kantor und Schochet wirkte Hirsch Oppenheimer. Er
unterrichtete im Schuljahr 16 Kinder an der Religionsschule der Gemeinde. Die
Gemeinde war dem Rabbinatsbezirk in Würzburg zugeteilt. 1932 waren die
Vorsteher David Bamberger (1. Vors.) und Ferdinand Bamberger. Als Schatzmeister
ist Louis Bamberger eingetragen. Die Repräsentanz hatte 15 Mitglieder, womit
alle jüdischen Familien in der Repräsentanz vertreten waren. Als Lehrer wirkte
nun S. Strauß. Er hatte noch 8 jüdischen Kindern Religionsunterricht zu
erteilten. An Stiftungen war die "Schul-Dotations-Kasse" erhalten
(Vorsitzender war David Bamberger).
1933 lebten noch 55 jüdische Personen in Wiesenfeld. Trotz der
zunehmenden Restriktionen und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts ging die
Zahl der jüdischen Einwohner zunächst nur langsam zurück. Der Rückgang verstärkte sich
jedoch nach den Ereignissen im November 1938. 1939 wurden noch 29
jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 kamen 30 SA-Leute
aus Karlstadt nach Wiesenfeld. Unter reger Beteiligung durch Ortsbewohner drangen sie in die
jüdischen Häuser ein und zerstörten die Wohnungen. Aus einem Geschäft holten
sie sämtliche Stoffe und Textilien heraus und verbrannten diese außerhalb des
Dorfes. Anfang Februar 1942 waren noch 25, überwiegend ältere jüdische
Personen in Wiesenfeld. Im April 1942 wurden 19 von ihnen über Würzburg nach
Izbica deportiert, sechs wurden im Juni und September in das Ghetto
Theresienstadt verbracht.
Von den in Wiesenfeld geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Arthur Bamberger (1925), David Bamberger (1889), Jette (Jettchen) Bamberger geb. Ring (1895), Joseph Bamberger (1871),
Siegfried Bamberger (1896), Ernestine Baum (1881), Hedwig Baum (1885), Max Baum (1879), Moses Baum (1892),
Bernhard Baumann (1892), Julius Baumann (1894), Marga Baumann (1924), Selma Baumann geb. Langgut
(1896), Jenny Blumenbaum geb. Hanauer (1878), Frieda Frank geb. Hanauer (1882),
Paula Frankenberg geb. Hanauer (1875), Laura Liane Frankenfelder geb. Mondschein
(1893), Karoline (Lina) Hamburger geb. Rosenberger (1898), Alfred Hanauer (1893), Arthur Hanauer (1913), Felix Hanauer (1882), Ida
Hanauer (1917), Mira Hanauer (1882), Moses Hanauer I (1875, in Wiesenfeld),
Moses Hanauer II (1875, später in Bendorf), Pauline Hanauer geb. Steinheimer
(1874), Philipp Hanauer (1883), Rosa Hanauer geb. Goldschmidt (1874), Sali Hanauer geb.
Dillenburger (1887), Sally Hanauer (1885), Jette (Jettchen) Heppenheimer (1851), Elsa Jung geb.
Wellisch (1889), Mina Kahn (1892), Kurt Mondschein (1903), Emilie Rosenberger
geb. Löwentritt (1880), Joseph Schlossmann (1860), Irma Siegel geb. Hanauer
(1903), Berta Steigerwald (1923), Julius Steigerwald (1909), Minna Steigerwald
(1912), Emanuel Stern (1878), Flora Stern (1890 oder 1891), Mathilde (Thilde)
Stern geb. Sichel (1887), Hugo (Heinemann, Chaim) Stern (1881), Amalie Strauss
geb. Bamberger (1878).
1945 kam ein überlebendes Ehepaar aus Theresienstadt zurück nach
Wiesenfeld (gestorben im Juni 1946 beziehungsweise September 1959).
Berichte
aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters und
Schochet 1884 / 1895
Anzeige in der Zeitschrift
"Der Israelit" vom 21. Juli 1884: "Offene
Lehrerstelle. Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle
ist in Erledigung gekommen und soll sofort besetzt werden. Fester Gehalt
M. 725 - außer Nebenverdienst der Schechitah usw. und ist
Gelegenheit zur Erteilung von Privatunterricht geboten. Freie Wohnung und
Heizung. Seminaristisch gebildete Bewerber vollen sich längstens
innerhalb 14 Tagen unter Vorlage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten
wenden. Wiesenfeld, Bayern, 17. Juli 1884. B. Hanauer,
Kultusvorstand". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1895: "Offene
Lehrerstelle.
Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle ist in Erledigung
gekommen.
Mit derselben ist bei freier Wohnung und Beheizung ein festes Gehalt und
Stiftungsbezüge von Mark 642.85 und beiläufigen Schächtergebühren und
Nebenverdiensten von Mark 350.- verbunden.
Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich baldigst unter Beilage ihrer
Zeugnisse an den Unterzeichneten wenden.
Wiesenfeld, 6. März 1895.
Die israelitische Kultusverwaltung:
A. Bamberger jr., Vorstand." |
Zum Tod von Lehrer Moses Nußbaum (1930, Lehrer in Wiesenfeld 1886 - 1895)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1.
Oktober 1930: "Moses Nußbaum gestorben. Nach kurzem
Krankenlager verstarb vor einigen Wochen unser lieber und treuer Kollege
Moses Nußbaum, pensionierter Volksschullehrer, im Alter von 65 Jahren. Er
war ein gemütvoller, äußerst strebsamer Kollege, der neun Jahre in Wiesenfeld
als Religionslehrer, und fünfzehn Jahre in Maßbach
bei Kissingen als Volksschullehrer seine segensreiche Tätigkeit
entfaltet hat. Leider haben seine Kräfte den Anforderungen, die er an
sich selbst gestellt hat, nicht Stand gehalten, sodass er schon im Jahre
1910 in seinem 45. Lebensjahre in Pension gehen musste. Doch gründete er
sich nach überstandener Krankheit in Kissingen mit großer Energie und
erstaunlicher Anpassungskraft eine neue Existenz als Kaufmann und verstand
es sich neben der Verehrung aller Kreise der Stadt eine dominierende
Stellung in seinem Berufe zu erobern.
An seinem Grabe vereinigte sich eine große Trauergemeinde. Neben den
jüdischen Kollegen des Bezirks waren die hiesigen Volksschullehrer sehr
zahlreich erschienen, die die Beerdigungsfeier mit einem ergreifenden
Grabgesang eröffneten. Nach der tief empfundenen Grabrede des Herrn
Rabbiners Dr. S. Bamberger, widmete ihm Ludwig Steinberger warme
Abschiedsworte als Freund und Kollege und sprach Dank und Verehrung im
Namen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern aus. Nach einigen Abschiedsworten
des eigenen Bruders, des Herrn Hauptlehrers Nußbaum (Neumarkt), sprach
der Vorstand des Bezirkslehrervereins Kissingen im Namen des Bayerischen
Lehrervereins herzliche Worte ehrenden Gedenkens. Herr Gustav Neustädter
brachte im Namen der Gemeinde Maßbach, die sehr zahlreich am Grabe
erschienen war, Verehrung und Dankbarkeit derselben zum Ausdruck.
Mit Moses Nußbaum ist ein vorbildliches Lehrerleben verhaucht. Sein
Andenken wird in unserem Verein hoch in Ehren bleiben." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod des "sehr verdienten, würdigen
Lehrerveterans" Joseph Silbermann (1817-1896)
Anmerkung: Lehrer Joseph Silbermann starb "bei seinen Kindern"
in Wiesenfeld, gemeint vor allem seine Tochter Therese Bamberger geb. Silbermann
(siehe Berichte unten).
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Dezember 1896:
"Aus Unterfranken. Ein sehr verdienter, würdiger Lehrerveteran ist
in dem vergangene Woche zu Wiesenfeld verblichenen Lehrer Joseph
Silbermann zu Grabe getragen worden. Fast achtzigjährig hatte derselbe
erst vor wenigen Wochen sich auf dem Berufsleben zurückgezogen und war
von Altenschönbach, seinem letzten Wirkungskreis, nach Wiesenfeld zu
seinen Kinder übergesiedelt, wo ihm nur noch eine kurze Frist der
wohlverdienten Ruhe beschieden war. 60 Jahre lang stand er mit vollem
Eifer und ungeteilter Hingabe im Dienste des religiösen Erzieherberufes.
Die Resultate, die er erzielte, waren an jeder Stätte seiner Wirksamkeit
außerordentlich erfreulich. In Westheim bei Haßfurt
geboren, hat der
Verblichene bei verschiedenen, bedeutenden Lehrern und Rabbinern, unter
anderem auch in Höchberg, sich hervorragende Kenntnisse in Tanach
(Bibel) und Talmud (wörtlich abgekürzt: sechs Ordnungen)
angeeignet. Er fungierte hierauf 10 Jahre als Lehrer in Weimarschmieden,
Oberstreu und Schwebheim, dann,
nachdem er mit ausgezeichneten Noten sein staatliches Lehrerexamen
abgelegt hatte, volle 50 noch in den beiden Gemeinden Gochsheim und Altenschönbach. Ein tüchtiger Pädagoge, von seinen Vorgesetzten, den
Rabbinern und den staatlichen Inspektoren, zu allen Zeiten geehrt und
ausgezeichnet, war er ein sprechender Beweis dafür, dass die, die mit der
Jugend leben, stets jung bleiben. Vor dem Ärger und Kummer, den ihm in
früheren Jahren oftmals missliche Gemeindeverhältnisse bereiteten,
flüchtete er sich in das Heiligtum seiner Schule, die ihm stets wieder
frischen Mut und Lebensfreudigkeit gewährte; in diesem Heiligtum verwand
er auch den Schmerz über den Tod der ihn um viele Jahre früher
entrissenen Gattin. Die Betrachtung des Werkes des Verblichenen
erschöpfen wir keineswegs mit dem Hinweis, dass derselbe auch in allen Elementarfächern,
in kaufmännischen Disziplinen, in Realien etc. großes Wissen besaß, die
ihn befähigten, eine große Reihe von Zöglingen, die sich jetzt in
hervorragenden Stellen befinden, für alle Mittelschulen mit Erfolg
vorzubereiten, sondern wir legen unbedingt den Nachdruck darauf, dass er
als Lehrer ein Lamden gewesen, eine Verbindung zweier
Eigenschaften, die wir in unserer Tora-armen Zeit leider nur zu selten
antreffen. Seine ganze freie Zeit widmete Silbermann dem 'Lernen' zumal in
den letzten Jahren, da seine bereits sehr dezimierte Schule ihm viel freie
Zeit gewährte, konnte man ihn immer über der Gemara oder dem Midrasch
antreffen.
Und dieses beständige Aufgehen in den Quellen, gab auch seinem einfachen Religionsunterricht
einen eigenen Reiz und verlieh ihm seltenen Wert.
Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass die gleiche Gewissenhaftigkeit,
wie bei der Ausübung seines Lehrerberufes, ihn auch in seinem Amte als Schochet
und Schaliach Zibbur auszeichnete. Gerade als Baal Tefilla
war er würdig, wie irgend einer: Jeder, auch der es nicht verstand,
konnte bei seinem Gebetsvortrag fühlen, wie sein Vortrag auf richtigem
Verständnis beruhte und aus dem Quell tiefsinniger Andacht
hervordrang.
Sein Heimgang bedeutet auch für die Allgemeinheit einen Verlust, da
solche Männer, solche Lehrer eben leider auszusterben drohen, er ist vor
allem für die Gemeinden seiner Wirksamkeit schmerzvoll, da man durch die
Bande aufrichtiger Dankbarkeit sich mit ihm verbunden fühlte. Sein
Andenken wird stets ein gesegnetes sein!" |
Silberne Hochzeit des langjährigen Vorstandes der Gemeinde Abraham
Bamberger (1902)
Artikel in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 3. Februar 1902: "Wiesenfeld. Der langjährige
hiesige Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Herr Abraham Bamberger,
feierte am vergangenen Sabbat das Fest seiner silbernen Hochzeit, wobei er
besonders der Armen gedachte. Von einem größeren Feste sah Bamberger
seinem Charakter entsprechend ab." |
Zum Tod von Flora Adler geb. Hanauer (1908)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. November 1908: "Wiesenfeld bei
München (??),
5. November 1908. Am Mittwoch Paraschat Bereschit, entschlief hier
nach kurzem, aber schwerem Leiden eine Ischa jekara (teure Frau),
Frau Flora Adler geb. Hanauer im Alter von 36 Jahren, nach 9-jähriger,
glücklicher Ehe. Die Verstorbene war ein Eschet Chajal im wahrsten
Sinne des Wortes. Ihr ganzes Leben war eine fortgesetzte Bestätigung vom Gebot
zu guten Werken. Aus echt altjüdischem Hause stammend, hielt sie auch
als Frau, die ihr im Elternhause eingepflanzten jüdischen Grundsätze
hoch. Kein Armer verließ ungetröstet ihre gastliche Schwelle. Welcher
Wertschätzung die edle Heimgegangene sich in weitem Umkreise zu erfreuen
hatte, zeigte sich bei der Beerdigung, die eine Beteiligung aufwies, wie
es Jahre vorher nicht mehr der Fall war. Den Hesped (Trauerrede)
hielt Herr Lehrer Becholer (falsch, verschrieben für Wechsler)
aus Aschbach, ein Schwager der Verblichenen. Ihre
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
75. Geburtstag von Therese Bamberger
geb. Silbermann (1928)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1928: "Wiesenfeld,
8. Oktober (1928). Ihren 75. Geburtstag begeht am 14. Oktober in voller
Rüstigkeit und geistigen Frische Frau Therese Bamberger geb. Silbermann
dahier." |
80. Geburtstag von Therese Bamberger geb. Silbermann (1933)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. November 1933: "Wiesenfeld,
10. November (1933). In würdiger Weise wurde am 14. Oktober der 80.
Geburtstag unseres ältesten Gemeindemitglieds, der Frau Therese Bamberger
Witwe begangen. Frau Bamberger erfreut sich einer herrlichen körperlichen
und geistigen Frische, die dem wahren jüdischen Idealismus zugute kommt.
Gottesfurcht mit Menschenliebe gepaart, sind die Eigenschaften, die sie
vom Elternhaus, einer altehrwürdigen Lehrerfamilie in Gochsheim,
ererbt und die sie beseelen. So ist es kein Wunder, dass unsere
Israelitische Gemeinde sowie die ganze Ortsgemeinde an ihrem Geburtstage
innigen Anteil nahm. Jeder zur Tora Aufgerufene ehrte sie am Schabbat
Bereschit durch einen besonderer Mischeberach, und am Schabbatnachmittag
sprach Lehrer Adler in der Synagoge Worte des Dankes zu ihr für
ihr Wirken in der Synagoge, die sie noch immer in den Selichot-Tagen
alltäglich und allwöchentlich am Schabbat besucht und die sie
erst vor wenigen Jahren mit neuem herrlichem Almemor, mit Pultdecke und
mit in gleicher Farbe gehaltenem Porauches (Toraschreinvorhang) zierte. am
Sonntag, den 15. Oktober, versammelte sich in ihrem Heime, das fast alle
Ortsbewohner in einen Blumengarten verwandelt hatten, ihre Familie fast
vollzählig, und in ihrem Namen sowie im Namen ihrer Freunde sprach Herr Lehrer
Rosenfelder in beredten Worten den Glückwunsch sowie die Hoffnung
aus, dass es der Jubilarin vergönnt sein möge, einen noch recht langen
freundvollen Lebensabend in gleicher Frische zu genießen. (Alles Gute) bis
120 Jahre." |
Joseph Schloßmann (1860-1942)
Unter den Persönlichkeiten der Gemeinde ist
insbesondere Joseph Schloßmann zu nennen (geb. 1860 in Wiesenfeld),
der als "Geheimer Kommerzienrat" in Berlin lebte, aber weiterhin
besondere Beziehungen zu seiner Heimat pflegte. Die Stadt Lohr ernannte ihn
1930 zu ihrem Ehrenbürger. 1942 wurde Schloßmann von Berlin aus nach
Theresienstadt deportiert.
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Jacob Steigerwald (1925)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1925:
"Suche für meinen Sohn, 16 Jahre alt, in einem
Manufakturwarengeschäft, Schabbat und Feiertag geschlossen, Lehrstelle.
Jacob Steigerwald. Wiesenfeld bei Lohr." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine erste Synagoge war bereits vor 1700 vorhanden
beziehungsweise eingerichtet. Ende des 18. Jahrhundert wurde in der Karlstadter
Straße eine Synagoge erbaut, die 1860 wegen Baufälligkeit geschlossen
wurde. Das Gebäude ist jedoch noch erhalten.
1861-1863 wurde eine neue Synagoge erbaut. Über ihre
Baugeschichte und die Einweihung (1863) liegen noch keine Berichte vor. Diese
Synagoge blieb bis 1938 Zentrum des jüdischen Gemeindelebens am Ort. An
außergewöhnlichen Ereignissen liest man 1884 in einem Presseartikel über die
Auswirkungen eines Blitzschlages:
Zerstörungen in der Synagoge durch Blitzeinschlag im Juli 1884 -
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juli 1884:
"Wiesenfeld (Bayern), 18. Juli (1884). Das Gewitter, das am Montag
Morgen über unsere Gegend zog, hat auch den hiesigen Platz nicht
verschont. 1/2 Stunde nach dem Frühgottesdienst schlug der Blitz in die
hiesige, vor mehreren Jahren neuerbaute Synagoge und zündete sofort.
Rasche Hilfe war in den ersten Minuten am Platze, wodurch größeres
Unglück verhütet wurde; dem Ewigen sei Dank, dass das Gewitter nicht
etwas früher kam, als die ganze Gemeinde versammelt war, und ein
unberechenbares Unglück hätte entstehen können. Der Blitz zündete ein
Dachstuhl und zerschlug den Almemor in viele Stücke." |
1929
wurde die Synagoge noch einmal umfassend renoviert. Während der Arbeiten wurde
die Gottesdienste im Wohnhaus des Hugo Stern abgehalten. Anfang Oktober 1929 war
die feierliche Wiedereinweihung der Synagoge durch Lehrer Behrendt aus
Veitshöchheim im Auftrag des Bezirksrabbiners.
Die Wiedereinweihung der Synagoge nach der Restaurierung 1929.
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom
15. Oktober 1929: "Wiesenfeld, 5. Oktober (1929). Dieser Tage fand
die Einweihung der in ihrem Innern völlig erneuerten Synagoge statt. In
seinem neuen Gewand macht das Gotteshaus, an und für sich ein schöner
stattlicher Bau, einen überaus schönen, harmonischen und würdigen
Eindruck. Die wohlgelungene Ausführung der Arbeiten macht dem Bauleiter, Bezirksbaumeister
Hußlein in Karlstadt, und den Ausführern alle Ehre. Eine besondere
Zierde des Gotteshauses sind der herrliche Vorhang vor der heiligen Lade
und die Decken auf dem Vorlese- und Vorbeterpult, sämtlich von Witwe
Therese Bamberger, der Mutter des Vorstandes der Kultusgemeinde
gestiftet.
Die Einweihungsfeier, der auch der Pfarrer, die Lehrer und der
Bürgermeister des Ortes sowie Bezirksbaumeister Hußlein und andere
auswärtige Gäste beiwohnten, begann mit dem Einholen der Torarollen, die
unter den üblichen Umzügen und Gesängen in die heilige Lade
zurückgebracht wurden. Dann hielt der Vorstand der Kultusgemeinde
Wiesenfeld, David Bamberger, die Begrüßungsansprache, in der er der
Freude über das gelungene Werk der Wiederherstellung Ausdruck gab. dem
Bauleiter und den Bauhandwerkern für die gute Ausführung der Arbeiten,
dem Verbang Bayerischer Israelitischer Gemeinden für seinen namhaften
Zuschuss zu den Baukosten und dem Ehepaar Hugo Stern für die
bereitwillige Überlassung zweier Räume zur Abhaltung des Gottesdienstes
während der Bauzeit dankte und die Synagoge dem Schutze Gottes
anvertraute. Hierauf hielt Lehrer Behrendt aus Veitshöchheim in
Vertretung des verhinderten Bezirksrabbiners Dr. Hanover die Festrede, in
der er in gedankenreichen Ausführungen die Bedeutung des Gotteshauses
schilderte, auch den Opfersinn und die Opferfreudigkeit der kleinen
Gemeinde und die Verdienste ihres rührigen Vorstandes um das
Zustandekommen des Werkes hervorhob, worauf er dann die Wiedereinweihung
des Gotteshauses vornahm. Mit einem Schlussgesang der Lehrers Behrendt
schloss die eindrucksvolle Feier, die noch lange in den Herzen der
Mitglieder der Kultusgemeinde nachhallen wird.
Derselbe Bericht zur Wiedereinweihung der Synagoge findet sich in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Oktober 1929. |
Wenige Monate vor der Schändung der Synagoge beim
Novemberpogrom 1938 konnte die jüdische Gemeinde Wiesenfeld am 27. Februar
1938 noch das 75-jährige Bestehen ihres Gotteshauses feiern. Dieses Mal war
Bezirksrabbiner Dr. Siegmund Hanover aus Würzburg anwesend.
Feier
des 75jährigen Bestehens der Synagoge am 27. Februar 1938 - Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1938:
"Wiesenfeld, 10. März. Zu einer schlichten, aber eindrucksvollen
Feier versammelten sich am Sonntag, den 27. Februar, die Mitglieder der
Kultusgemeinde Wiesenfeld anlässlich des 75jährigen Bestehens ihres
G'tteshauses. Nach Beendigung des Minchah-Gebetes verlieh Herr
Bezirksrabbiner Dr. Hanover, Würzburg, der Bedeutung des Gedenktages in
längeren Ausführungen Ausdruck. Ausgehend vom 84. Psalm, dessen tiefen
Gehalt er den Zuhörern nahe zu bringen verstand, zeichnete er die Aufgabe
eines G'tteshauses als ein Beit-Tefilah, ein Haus des Gebetes und
der Läuterung, als ein Beit-HaMidrasch, ein Haus der Belehrung und
Ermahnung und als ein Beit-Haknesset, Haus der Versammlung und
Sammlung. Er schloss mit der Bitte um Hilfe des Allmächtigen für die
Zukunft der Gemeinde. - Umrahmt war die Feier von erhebenden Gesängen des
Lehrers Lewkowitz, Laudenbach, der den Gruß und Danke der Gemeinde an
Rabbiner Dr. Hanover aussprach und zu Opfermut und Zusammenhalt
ermahnte." |
Beim Novemberpogrom 1938 wurde durch SA-Leute aus
Karlstadt unter Mithilfe von Ortsbewohnern die gesamte Inneneinrichtung der
Synagoge und die Ritualien zerstört beziehungsweise ausgeplündert. Sieben
Torarollen wurden auf der Straße verbrannt. Das Gebäude der Synagoge blieb
insgesamt erhalten, war aber durch die schlimme Schändung und die Zerstörung
der Inneneinrichtung nicht mehr benutzbar.
Mit Erlaubnis der Gestapo konnten die letzten jüdischen Familien seit
Februar 1939 ihre Gottesdienst noch in einem der jüdischen Häuser
abhalten.
Nach 1945 beziehungsweise nach der Abwicklung des Restitutionsverfahrens
in den 1950er-Jahren kam die ehemalige Synagoge in den Besitz eines Landwirtes,
der das Gebäude als Schuppen, Hühnerstall und Aufbewahrungsort für landwirtschaftliche
Erzeugnisse verwendete.
Im Mai 1949 fand in Würzburg ein Prozess gegen 15 der an dem Pogrom in
Wiesenfeld im November 1938 Beteiligten statt. Zehn erhielten Gefängnisstrafen
von drei Monaten bis ein einem Jahr und zwei Monaten. Fünf wurden
freigesprochen.
1961 wurde erstmals eine Abbruchgenehmigung für die Synagoge erteilt,
jedoch nicht vollzogen. Ein erneuter Abbruchantrag von 1975 wurde 1980
mit rechtskräftigem Bescheid abgelehnt. 1990 wurde Wiesenfeld in das
bayerische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Auf diesem Hintergrund wurde 1993
die ehemalige Synagoge von der Stadt Karlstadt erworben. Im Rahmen der
Dorferneuerung wurde das Gebäude saniert. Seit Abschluss der Sanierung im Juli
1997 wird das Gebäude für kulturelle Zwecke genutzt (Besichtigung über
die Stadt Karlstadt möglich, Tel. 0-9353-79020).
Adresse/Standort der Synagoge: Erlenbacher Straße
/ Schloßmannstraße).
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum September 2006)
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| Ansichten der
restaurierten Synagoge |
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| Eingangstüren
(links von der West, rechts von der Südseite) |
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| Westliche Fassade |
Hinweistafeln am
Gebäude |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Januar 2010:
In Wiesenfeld werden "Stolpersteine"
verlegt - Abschluss der Aktion in Karlstadt und Stadtteilen |
Links:
Plan zur Verlegung der "Stolpersteine" in Wiesenfeld.
Artikel in der "Main-Post" vom 21. Januar 2010 (Artikel):
"WIESENFELD - Abschluss der Stolperstein-Aktion
Der Kölner Künstler Gunter Demnig kommt am Samstag nach Wiesenfeld – Verlegung zum Gedenken an 22 jüdische Opfer.
Die letzten 22 Stolpersteine im Stadtgebiet Karlstadt wird der Künstler Gunter Demnig am Samstag, 23. Januar, ab 9 Uhr in Wiesenfeld verlegen. Der erste Verlegeort ist vor dem ehemaligen Anwesen Bertha Steigerwald am Kirchberg 6. Elke Kulawek aus Mühlbach und ihre Tochter Anna werden zum Auftakt jiddische Lieder auf Klarinette und Akkordeon spielen.
Mit der Wiesenfelder Verlegung ist die Aktion 'Stolpersteine' in Karlstadt abgeschlossen. Dieser Besuch ist bereits der dritte des Kölner Künstlers in Karlstadt. Wie berichtet, hat Demnig Mitte März 2008 die ersten 17 Stolpersteine an je vier Standorten in Karlstadt und Laudenbach verlegt. Im September folgten zwölf Steine vor neun Anwesen in Laudenbach. Nun kommen die 22 Steine an neun Standorten in Wiesenfeld dazu. Damit werden insgesamt 51 solcher Steine in Karlstadt, Laudenbach und Wiesenfeld einen Platz haben.
Georg Schnabel, Mitglied des Arbeitskreises 'Stolpersteine' unter dem Dach der Volkshochschule, hat die Geschichte der 22 jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Wiesenfeld erforscht und überprüft. Für alle Steine sind Paten gefunden.
'Die Bereitschaft war sehr groß', erklärt Georg Schnabel. Im Vorfeld fand eine Informationsveranstaltung in der ehemaligen Synagoge in Wiesenfeld statt. Auch wurden Gespräche mit den jetzigen Hauseigentümern geführt, um das Einverständnis für die Verlegung einzuholen.
Die Messing-glänzenden Steine, die vor der letzten freigewählten Wohnung des Opfers in den Straßen- und Gehsteigbelag eingelassen werden, sollen die Erinnerung an die früheren Bewohner lebendig erhalten. Künstler Demnig fertigt einen Würfel, der mit einer Messingplatte abschließt. Darauf steht in der Regel der Schriftzug
'Hier wohnte', Name, Geburtsjahr, meist das Datum der Deportation oder des Todes. Finanziert werden die
'Stolpersteine' durch Patenschaften.
Am 23. Januar wird Gunter Demnig die 22 Steine in Wiesenfeld an folgenden Verlegeorten einlassen: Für Bertha Steigerwald am Kirchberg 6, für Mina Kahn am Kirchberg 4, für Bernhard Baumann, Selma Baumann, Marga Baumann und Julius Baumann am Kirchberg 2. Vor dem Anwesen Schätzleinsgasse 1 werden Steine an Heinemann Stern, Mathilde Stern und Flora Stern erinnern. Zum Gedenken an Max Baum, Moses Baum und Ernestine Baum werden in der Karlstadter Straße 16
'Stolpersteine' verlegt.
In der Lohrer Straße 5 liegt künftig ein Stein für Emilie Rosenberger, in der Lohrer Straße 4 werden die
'Stolpersteine' das Gedenken an David Bamberger, Jette Bamberger und Arthur Bamberger lebendig erhalten. In der Lohrer Straße 2 wird Philipp Hanauer, Sali Hanauer und Ida Hanauer gedacht, in der Eckartshofer Straße 7 an Moses Hanauer, Pauline Hanauer und Rosa Hanauer erinnert." |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 429-430. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 128. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 471-472. |
 | Leonhard Scherg: Jüdisches
Leben im Main-Spessart-Kreis. Reihe: Orte, Schauplätze, Spuren. Verlag
Medien und Dialog. Haigerloch 2000 (mit weiterer Literatur). Zu Wiesenfeld
S. 27-29. |
 | Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen
Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche
Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13.
Würzburg 2008. S. 173-174.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Wiesenfeld Lower Franconia.
A Jewish community is known from the mid-17th century. The Jewish population
declined from 160 in 1837 to 66 in 1900 (total 1.092) after many left for nearby
Karlstadt in the last third of the 19th century. In 1933, 55 Jews remained. On Kristallnacht
(9-10 November 1938), the synagogue and Jewish homes were vandalized and Jews
arrested and held for six weeks. In 1933-40, 23 Jews emigrated, including 14 to
the United States. Of the 25 remaining in 1942, mostly aged 50-70, 19 were
deported to Izbica in the Lublin district (Poland) via Wuerzburg on 24 April and
six to Theresienstadt ghetto in September.

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