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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Endingen (Kreis
Emmendingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Zur Geschichte jüdischer Bewohner
In
Endingen lebten Juden im Mittelalter und im 19./20. Jahrhundert.
Im Mittelalter werden erstmals 1313 Juden am Ort genannt (1348/49
Judenverfolgung; danach neue Niederlassung, 1470 Ausweisung wegen angeblichen
Ritualmords). Vermutlich kam es im Mittelalter zur Bildung einer Gemeinde,
wenngleich über Einrichtungen wie Synagoge oder Friedhof nichts bekannt
ist.
Das
mittelalterliche Wohngebiet konzentrierte sich auf die "Judengasse",
ein Teil der heutigen Hauptstraße zwischen Riegeler Straße (Riegeler
Tor) und der Dielenmarkt- und Lehnhofstraße. An ihrem Ende (Ecke
Dielenmarktstraße) lag der "Judenbrunnen"
und ein ehemaliges "Judenhaus",
in dem angeblich der Ritualmord 1462 verübt worden war, woran bis 1834 Gemälde
an der Hauswand erinnerten. In Zusammenhang mit dem angeblichen Ritualmord gab
es noch weitere Erinnerungen:
Bis 1967 waren in der Peterskirche
(Foto links; Quelle: www.endingen.de) die Relikte der "unschuldigen Kinder" und ihrer Eltern aufbewahrt. Auf einer
1714 gegossenen und erhaltenen Glocke der Peterskirche ("Kindlisglocke") sind
auf einem Relief kopflose Kinderleichname festgehalten. An die unter
Folterqualen geständigen und dann umgebrachten Juden (1470) erinnern noch die
Fluren "Judenbuck"
(westlich von Endingen, wo sie verbrannt wurden) und das naheliegende "Judenloch".
Nach 1863 konnten sich jüdische Personen in Endingen wieder
niederlassen. Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie folgt: 1864
1, 1871 6, 1875 14, 1880 28, 1885 24, 1890 38, 1895 Höchstzahl mit 43 Personen,
1900 32, 1905 27, 1910 16, 1925 7. Die in Endingen leben jüdischen Personen
gehörten zur Synagogengemeinde in Eichstetten.
An ehemaligen, bis
nach 1933 bestehenden Gewerbe- und Handelsbetrieben im Besitz jüdischer
Familien / Einzelpersonen sind bekannt: Strickwaren- und Wäschegeschäft
Rosalie Blum (Hauptstraße 63), Konfektions- und Wäschegeschäft Siegfried
Hauser (Marktplatz 19).
Von den in Endingen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Julius Blum (1883),
Siegfried Hauser (1881), Jakob Maier (1894). Der
Name des im KZ umgekommenen Siegfried Hauser findet sich seit 1967 auch auf dem Ehrenmal
für die Toten von 1933 bis
1945 an der Nordwand des Turmes der St.-Martins-Kirche.
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania
Judaica II,1 S. 209-210; III,1 S.300-302. |
 | Hundsnurscher/Taddey
S. 73-74. |
 | Karl Kurrus,
Die unschuldigen Kinder von Endingen – sog. Christenmord 1462 und
Judenverbrennung 1470, in: Schau-ins-Land 83 (1965) S. 3-16.
Link: Seite zur Erinnerung
an Karl Kurrus |
 | M. Longerich,
Judenverfolgungen in Baden im 14. Jahrhundert am Beispiel von Breisach,
Endingen, Freiburg und Waldkirch, in: s’Eige zeige". Jahrbuch des
Landeskreises Emmendingen 4/1990 S. 33-46. |

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