Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Unterschüpf (Stadt Boxberg, Main-Tauber-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Erzbistum Mainz gehörenden Unterschüpf bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1870. Ihre Entstehung geht in das 17./18. Jahrhundert zurück. Erstmals werden 1643 Juden am Ort genannt. 1797 waren elf jüdische Familien am Ort, die sich als Händler und Krämer betätigten. 
 
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1838 mit 64 Personen erreicht. 

Die schweren Auschreitungen gegen Juden und Plünderungen der jüdischen Häuser im Zusammenhang mit den Revolutionsjahren 1848/49 führten, auch wenn Unterschüpfer Bürger selbst nicht daran beteiligt waren, zu einer beschleunigten Abwanderung der Juden in die Städte beziehungsweise einer Auswanderung nach Amerika, sodass 1875 nur noch zwei jüdische Einwohner am Ort waren. 
      
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  

Über den Judenpogrom an Pessach 1848 (Kurzer Bericht von 1848)
   

Baisingen AZJ 03071848.jpg (100117 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Juli 1848: "Aus Württemberg, im Mai (1848). In mehreren früheren Artikeln der Allgemeinen Zeitung des Judentums war die Rede auch von Judenverfolgungen in Schwaben und es könnte dadurch den Anschein gewinnen, als ob in württembergischen orten solche Verfolgungen in größerer Zahl vorgekommen wären. Dem muss aber aufs Bestimmteste widersprochen werden. Bloß in einem einzigen Ort, Baisingen im Schwarzwald, kamen derartige, freilich betrübende Exzesse der Rohheit und Barbarei vor, wo aber ebenfalls manche besondere Umstände mit unterliefen. Die Nachricht hinsichtlich Mergentheims muss dahin berichtigt werden, dass gegen die dortigen Israeliten durchaus Nichts unternommen werden sollte, sondern die Wut einer rohen Odenwälder Bande wollte die von dem nahen badischen Ort Unterschüpf, wo freilich gegen die dortigen wenigen Juden arg gehaust worden ist, nach Mergentheim geflüchteten Juden ausgeliefert haben, welchem Ansinnen jedoch natürlich von Seiten der Behörde nicht nachgegeben worden…“.   


  

Zur Geschichte des Betsaals /der Synagoge 

Die Gemeinde hatte eine Synagoge, deren Baujahr nicht bekannt ist. 1803 wird ein Judenschulmeister namens Benedikt Löb genannt. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde die Synagoge verkauft und 1882 in eine Scheune umgebaut. Als solche ist das Gebäude erhalten (auf Anwesen Unterschüpfer Straße 62). Bis zum Wegzug der letzten jüdischen Einwohner lagen immer noch Pläne zu einem Synagogenneubau vor. Zu dessen Finanzierung standen auch schon Gelder aus Stiftungen bereit. Die rapide Abnahme der Mitgliederzahl verhinderte aber die Durchführung dieses Projekts.


Fotos / Pläne
Historische Fotos / Pläne: 

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an
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Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an
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Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Boxberg

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 280.
Rolf Rüdiger/Alois Burger: Unterschüpfer Chronik. 1982. S. 215-232.

   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 01. Dezember 2008