Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gelnhausen mit Stadtteil Roth und Altenhaßlau (Gemeinde Linsengericht) (Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

    

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Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
  
In Gelnhausen bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Bereits im 13. Jahrhunderts lebten Juden in der Stadt. 1241/42 ist in einer Reichssteuerliste allgemein von den Juden in der Wetterau die Rede,womit vermutlich auch Juden in Gelnhausen (außer denen in Frankfurt, Friedberg und Wetzlar) gemeint waren. 1280 wird erstmals eine Jude aus Gelnhausen genannt. Der Schultheiß von Gelnhausen hatte sein Vermögen beschlagnahmt, nachdem er in das Stift Mainz verzogen war. Die Juden der Stadt unterstanden dem König. 1347 hatten sie 200 Pfund an jährlicher Reichssteuer zu bezahlen, dazu den 1342 eingeführten Goldenen Pfennig. Namentlich bekannt sind die Juden Abraham, sein Sohn Lewe und Gottschalk von Gelnhausen. Die jüdischen Familien lebten in der Vorburg, seit Anfang des 14. Jahrhunderts in der "Judengasse", die zwischen der ehemaligen Kuhgasse und dem Untermarkt verlief, die heutige Brentanogasse. Hier waren auch die Einrichtungen der jüdischen Gemeinde. Zur Vernichtung der bis dahin vermutlich blühenden jüdischen Gemeinde kam es bei der Judenverfolgung in der Pestzeit im Juni 1349. Die Juden der Stadt wurden nach einer Chronik von 1420 auf dem Platz verbrannt, wo sich im 15. Jahrhundert der Kirchhof Unserer Lieben Frauen befand.  

1360/62 werden wieder Juden in der Stadt genannt. Aus zahlreichen anderen Orten sind in der Folgezeit Juden zugewandert, aus Butzbach, Eppstein, Frankfurt am Main, Heidelberg, Ingolstadt, Oberwesel, Odernheim, Ortenberg, Rothenburg ob der Tauber, Seligenstadt, Soden, Sontra, Staffelstein, Treysa, Weinsberg und Windecken. Gelnhauser Juden werden u.a. in Augsburg, Frankfurt am Main, Köln, Mühlhausen/Thüringen, Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber genannt. Um 1360 wirkte der synagogale Liederdichter Rabbi Jakob von Gelnhausen, der 1517 von dem Toraschreiber Menachem Oldendorf zu Fankfurt am Main in eine Liedersammlung aufgenommen wurde. 1425 wurden 61 jüdische Personen in der Stadt gezählt. Die jüdischen Familien lebten überwiegend vom Geldverleih. Sie wurden immer wieder aufs Neue durch Sonderabgaben und außerordentliche Steuern finanziell schwer belastet (u.a. 1434 Krönungssteuer von 100 Gulden, 1497 und 1510 Beiträge zu den Feldzügen Kaiser Maximilians I. usw.) und daher zu relativ hohen Zinsen gegenüber ihren Gläubigern gezwungen.  1576 wurden die Juden der Stadt ausgewiesen, konnten aber spätestens 1599 wieder zuziehen (zunächst drei Familien). 
 
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte die Gemeinde wiederum relativ große Bedeutung (1734 wurden 33 jüdische Familien gezählt), auch als Rabbinatssitz, u.a. wirkte von 1701 an bis 1741 der bekannte Halachist Rabbiner Henoch ben Jehuda Löb in der Stadt, Verfasser einer Vielzahl von rabbinischen Abhandlungen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Gelnhausen ein bedeutendes Zentrum des gelehrten Rabbinertums. Weitere bedeutende Rabbiner war der Asket und Wunderrabbiner Samuel Warburg, der 1817 während des Betens mit hocherhobenen Händen in der Synagoge starb, sowie der letzte Rabbiner Hirsch Levi Kunreuther (gestorben 1847). In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die "Judengasse" noch ein jüdisches Ghetto, dessen Tore nachts abgeschlossen wurden. 

1735 gab es 33 jüdischen Familien in Gelnhausen, bis 1749 etwa 40, nach 1750 insgesamt 66 jüdische Familien.    
   
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1835 261 jüdische Einwohner (7,2 % von insgesamt 3.595 Einwohnern), 1861 217 (6,2 % von 3.499), 1871 182 (5,1 % von 3.552), 1885 225 (6,1 % von 3.694), 1895 223 (5,0 % von 4.496), 1910 219 (4,5 % von 4.859). Zur jüdischen Gemeinde in Gelnhausen gehörten auch die in Altenhaßlau und Roth lebenden jüdischen Personen: in Altenhaßlau 1835 30 jüdische Einwohner, 1861 26, 1905 17, 1924 10, 1932 7; in Roth 1924 4 Personen (Roth gehörte zuvor zur Gemeinde Lieblos).   

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Elementar- und Religionsschule (seit 1836; erster Lehrer war Hirsch Schlesinger), ein rituelles Bad (bei der Synagoge) und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt (Elementarlehrer), der zugleich als Kantor und Schochet tätig war (vgl. die Ausschreibungen der Stelle auf der Textseite). Von besonderer Bedeutung war der Lehrer Meier Strauß, der 30 Jahre in der Gemeinde als Lehrer und Kantor wirkte (Ruhestand 1917, gestorben 1924, Berichte zu ihm auf der Textseite). Nachfolger von Strauß waren I. Weingarten, danach Siegmund Marx (siehe unten). Die Gemeinde gehörte nach Auflösung des eigenen Rabbinates (nach dem Tod von Rabbiner Kunreuther 1847) Mitte des 19. Jahrhunderts zum Rabbinatsbezirk Hanau. Zum Vorsteheramt der Israeliten in Hanau gehörte 1924 Moses Halle aus Gelnhausen. 1932 war Abraham Goldschmidt Kreisvorsteher des Bezirkes Gelnhausen.        
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Sanitätsgefreiter Bernhard Bornheim (geb. 23.4.1884 in Stockheim, gef. 27.10.1916), Moritz Flörsheim (geb. 14.11.1877 in Gelnhausen, gef. 24.9.1917), Theodor Gabriel (geb. 13.6.1883 in Alsheim, gef. 26.11.1917), Sanitätsunteroffizier Siegfried Halle (geb. 27.6.1895 in Gelnhausen, gef. 28.3.1918), Julius Hecht (geb. 24.12.1889 in Gelnhausen, gef. 12.6.1915), Siegfried Moritz (geb. 18.7.1886 in Gelnhausen, gef. 7.11.1914), Isidor Schmidt (geb. 15.3.1897 in Karlstadt, gef. 1.4.1918). Ihre Namen wurden auf dem 1939 im Stadtgarten von Gelnhausen aufgestellten Kriegerdenkmal nicht eingetragen. 1950-51 wurden unter den 1914-18 Gefallenen zunächst drei Namen ergänzt (Hecht, Moritz, Schmidt).   
 
1925, als 215 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (4,5 % von insgesamt 4.758 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Joseph Lorsch, Jacob Goldschmidt, Ludwig Blumenbach. Als Lehrer, Kantor und Schochet war inzwischen Siegmund Marx angestellt. Synagogendiener war Friedhof Stern. Die Religionsschule der Gemeinde besuchten damals 30 Kinder. An jüdischen Vereinen und Wohlfahrtseinrichtungen bestanden: der Israelitische Frauenverein e.V. (gegründet 1882, Leitung 1924 Bella Lorsch und M. Halle, 1932 Bertha Heymann; Ziele: Krankenpflege, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen, 1932 60 Mitglieder), der Begräbnisverein Chewro Kadischo Kabronim e.V. (gegründet 1711, 1924 Leitung Lehrer Marx, 1932 Leitung Rudolf Buchsbaum; Ziele: Unterstützung hilfsbedürftiger Ortsansässiger und Bestattungswesen, 1932 15 Mitglieder), der Kriegshinterbliebenenfond (bzw. Israelitischer Kriegerfonds, gegründet 1919, Leitung 1924 Jakob Mayer, 1932 Ludwig Blumenbach, Ziel: Unterstützung hilfsbedürftiger Kriegerwaisen), der Wohltätigkeitsverein (Gemiluth-Chasodim; gegründet 1712, Leitung 1924 Siegfried Strauß, 1932 Vorsitzender Abraham Goldschmidt, Ziel: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Bestattungswesen, 1932 16 Mitglieder) und die Israelitische Altershilfe Esras Sekenim für die Israelitische Gemeinde Gelnhausen (gegründet 1920, Leitung 1924/32: Arthur Meyer, 1932 25 Mitglieder).   
  
1933 lebten noch 162 jüdische Personen in Gelnhausen (im Mai 1933; im Januar 1933 waren es wohl noch über 200).
In den folgenden Jahren ist ein Großteil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung, der Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts (sc. der Boykott der jüdischen Geschäfte war in Gelnhausen erstmals bereits im Dezember 1932 durchgeführt worden!) weggezogen (insbesondere nach Frankfurt) beziehungsweise ausgewandert. Im März 1935 waren noch 131 jüdische Personen in Gelnhausen, im März 1938 noch 40. 1936 verließ Seew Willi Lang, der letzte jüdische Religionslehrer, Kantor und Schochet, Gelnhausen auf Grund der immer stärkeren nationalsozialistischen Bedrohungen. Auf Grund der Ereignisse in den "Gelnhauser Pogromnächten" Anfang Juni 1938 (siehe unten bei der Geschichte zur Synagoge) und der Auflage an die jüdischen Familien, die Stadt bis zum 1. September 1938 zu verlassen, war Gelnhausen bereits Anfang November 1938 ohne jüdische Einwohner. 
    

Von den in Gelnhausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Flora Benedick geb. Scheuer (1907), Lothar Benedick (1923), Erna Bergen (1892), Wilhelm Bergen (1883), Lina Blumenbach geb. Moritz (1885), Ludwig Blumenbach (1883), Lazarus Carlsruhe (1866), Marianne Cohn geb. Bergen (1882), Bertha Epstein geb. Frank (1878), Klara Eskeles geb. Reis (1890), Carolina Flörsheim geb. Goldschmidt (1882), Hella Flörsheim (1912), Lina Flörsheim geb. Goldschmidt (1881), Sophie Flörsheim geb. Schwerin (1878), Berta Franck geb. Carlsruhe (1868), Emil Goldschmidt (1869), Abraham Goldschmidt (), Betty Goldschmidt (1878), Emil Goldschmidt (1869), Josef Goldschmidt (1914), Rosa Goldschmidt (1889), Rosa Goldschmidt geb. Adler (1879), Heinz Gottlieb (1908), Lucie Gottlieb geb. Linick (1911), Irma Gottschalk geb. Heymann (1910), Franziska Gottstein geb. Mehrgut (1883), Ernst Hecht (1920), Hermann Hecht (1922), Leopold Hecht (1893), Max Hecht (1888), Regine Hecht (1865), Gertrud B. Heilbrunn geb. Strauss (1908), Ludwig Heilmann (1904), Otto Heiser (1909), Arnold Hess (1901), Fritz Hess (1937), Julius Hess (1934), Lydia Hess (1911), Siegbert Hess (1932), Bertha Heymann geb. Stern (1884), Jean Heymann (1878 oder 1879), Alfred Hirsch (geb. in Niedermittlau 1894), Markus Hirsch (geb. in Niedermittlau 1866), Frieda Israeli (1898), Heinrich Israel (1878), Rudolf (Rudi) Israel (1917), Elsa de Jong geb. Korn (1897), Bertha Kahn geb. Scheuer (1870), Adele Katz geb. Löwenstein (1883), Fanny Kaufmann geb. Kaufmann (1856), Regina Kaufmann geb. Scheuer (1861), Rosalia Kaufmann geb. Sichel (1858), Feodora Kissing geb. Morawitz (1876, siehe Presseartikel vom Juli 2010 unten), Adelheid Kneip (1868), Berta Kneip (1876), Henriette Kneip (1870), Karl Kneip (1869), Leopold Kneip (1865), Minna Kneip (1884), Gustel Korn geb. Goldschmidt (1866), Sitta (Gitta) Krautmacher geb. Lorsch (1899), Berta Lehmann geb. Reis (1874), Cilli Leib geb. Hecht (1891), Markus Linick (1876), Paul Linick (1908 oder 1909), Recha Linick geb. Glauberg (1877), Ludwig Lismann (1860), Franziska Lorsch (1856), Henriette Lorsch (1863), Rosalie Lorsch (1852), Emilie Madelong geb. Gutkind (1872), Gustav Mehrguth (1889), Gutta Meyer geb. Bergen (1878), Robert D. Meyer (1908), Karola Moritz geb. Meyer (1904), Margot Moritz (1930), Max Moritz (1896), Lucia Raimann (1898), Adele Regensburger geb. Kneip (1870), Recha Rosenthal (1877), Arthur Heinrich (Heini) Scheuer (1902), Rachel Scheuer (1905), Emma Scholem geb. Somborn (1867), Bertram Schulhaus (1879), Max Schwarzschild (), Gustav Sichel (1876), Olga Simon geb. Wertheim (1871), Lotte Sondheimer (1907), Elly Stein geb. Strauss (1890), Erwin Stern (1923), Ilse Stern (1920), Johanna Stern geb. Somborn (1887), Marianne Stern (1860), Arnold Strauss (1888), Cäcilie Straus geb. Bergen (1881), Elsa Strauss geb. Stern (1880), Fritz Strauss (1896), Karoline Strauss geb. Kneip (1890), Kathinka Strauss (1894), Martin Strauss (1927), Josephine Thanhauser geb. Reis (1877), Caroline (Karola) Walter geb. Moritz (1898), Selma Weis geb. Scheuer (1890), Julius Wertheim (1895), Max Wertheim (1892). 
  
Vgl. das "Totenbuch - Opfer nationalsozialistischer Verfolgung der Jüdischen Gemeinde Gelnhausen" (1986; eingestellt als pdf-Datei).   
 
Aus Altenhaßlau sind umgekommen: Sabine Bohrmann (1883), Jenny Goldschmidt (1872), Dora Löwenthal (1887), Erich Löwenthal (1916).  
 
Nach 1945 zogen wieder wenige jüdische Personen in Gelnhausen zu. Die "Neue Jüdische Gemeinde" in Gelnhausen setzte sich zunächst vor allem aus 60 bis 70 Displaced Persons zusammen. Erster Vorsitzender der Gemeinde (seit 1947) war Julius Lilienfeld, der in Rückingen die Kriegszeit überleben konnte (mit einer nichtjüdischen Frau verheiratet). Die meisten der Displaced Persons sind bis 1949 verzogen beziehungsweise ausgewandert. 1949 bis 1966 hatte die Gemeinde Mitglieder in Gelnhausen und Orten der Umgebung, wie Hanau, Bischofsheim, Dörnigheim, Niederissigheim, Bergen-Enkheim und Rückingen. 1966 wurden 43 jüdische Männer gezählt, davon 15 in Hanau. 1969 gehörten zur Gemeinde 46 Personen, davon 37 Männer und neun Frauen. Der Sitz der Gemeinde, gleichzeitig Wohnsitz der Gemeindevorsitzenden Ludwig Lilienfeld war damals Rückingen.    
      
      
      

      
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  

Texte zur Geschichte der jüdischen Gemeinde befinden sich auf einer weiteren Seite
    
    
    
 
   
Zur Geschichte der Synagoge      
   
Bereits im Mittelalter war eine Synagoge vorhanden. Erstmals wird eine "Schule" (Synagoge) in Gelnhausen 1337 genannt. In diesem Jahr wurde sie als Reichslehen dem Freiherrn Forstmeister von Gelnhausen verliegen. Nach der Judenverfolgung in der Pestzeit (1349), wurde das Gebäudevon Karl IV. an Heinrich und Adelheid von Isenburg verkauft , die es ihrerseits am 25. Januar 1352 an einen Gelnhauser Bürger für 100 Pfund Haller weiterverkauften. Die Synagoge befand sich in der "Judengasse" (Heute Brentanogasse), etwa in Höhe des heutigen Grundstückes Brentanogasse 6, hinter der Häuserzeile am "der Ambach" gen. Flutgraben. 

Nach der Ausweisung der jüdischen Einwohner 1576 konnten sie 1599 wieder zuziehen. 1601 konnte die Synagoge auf dem heutigen Synagogengrundstück erbaut werden. Das Jahr wird durch Hochzeitsstein nachgewiesen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Synagoge zerstört. 1656 konnte sie wieder aufgebaut werden. Für die Genehmigung hierzu zahlte die Judenschaft dem Rat der Stadt 50 Taler. 1736 wurde ein Umbau und Erweiterungsbau der Synagoge durchgeführt. 1740 wurde der Toraschrein an der Ostwand des Betraumes eingebaut.   

Im Bereich um die Synagoge befand sich das rituelle Bad, das jüdische Gemeindehaus mit den Räumen der Israelitischen Schule und der Lehrerwohnung. Diese Nebengebäude wurden 1975 zur Anlage eines Parkplatzes in Bereich um die ehemalige Synagoge abgebrochen.

Die Pogromnacht 1938 geschah in Gelnhausen bereits in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1938. Am Freitagabend, 3. Juni 1938 hatte die Gemeinde noch ihren Gottesdienst ungestört feiern können. In der Nacht zum Samstag sind die beiden Tore von 30 bis 40 SA-Leuten zugemauert worden. Nachdem zwei junge Männer der jüdischen Gemeinde (Siegfried Weiss und der Bruder von Manfred Meyer) die Mauern nach außen abrissen (der Zement war noch weich), versammelten sich in Kürze zahlreiche schreiende Menschen auf dem Hof und bombardierten die Synagoge mit Steinwürfen. In der folgenden Nacht von Samstag auf Sonntag (4. auf 5. Juni 1938) wurden alle Fenster jüdischer Wohnungen eingeworfen. Zugleich mauerte man den Eingang zum Manufakturwarengeschäft des jüdischen Gemeindevorstehers Heinrich Scheuer zu. Auf dem Bürgermeisteramt wurde Heinrich Scheuer am 7. Juni mitgeteilt, dass die jüdische Gemeinde alle Schäden an jüdischem Eigentum selbst zu tragen hätten. Ansonsten werde erwartet, dass Gelnhausen bis zum 1. September 1938 "judenrein" sei. 
 
Die Synagoge kam noch im Juli 1938 in den Besitz eines nichtjüdischen Gemüsehändlers (Kaufmann Christof Pfeil) zum Preis von 10.400 RM, der sie als Lagerhalle verwendete. Kultgegenstände waren nach Frankfurt ausgelagert worden. Der Tora-Schrein und das klassizistische hölzerne Brüstungsgitter der Frauenempore wurden vom neuen Besitzer zum Schutz abgedeckt und konnten damit gerettet werden. Während des Krieges wurde das Synagogengebäude durch Granatenbeschuss beschädigt.   
 
Nach 1945 bemühten sich die 1947 etwa 50 Personen umfassende jüdischen Gemeinde um Erhalt und Instandsetzung der ehemaligen Synagoge. Der Besitzer des Synagoge (Käufer von 1938) lehnte eine Übernahme beziehungsweise Beteiligung an Instandsetzungsarbeiten ab. Er war bereit gegen Rückerstattung des 1938 bezahlten Kaufpreises zur Rückgabe der Gebäude bereit. Doch kam es dazu nicht mehr: nach Gründung des Staates Israel im Mai 1948 rechnete man mit der baldigen Auswanderung der meisten Familien. Im August 1949 war auch von Seiten des Jüdischen Landesverbandes Hessen kein Interesse mehr an einer Wiedereröffnung der Synagoge.   
  
1969 verkauften die Erben der Kaufmanns Christof Pfeil das Grundstück und das Gebäude der Synagoge an die Kraftfahrzeuginnung der Kreishandwerkerschaft, um darin eine Kraftfahrzeug-Lehrwerkstatt einzurichten. Anfang der 1970er-Jahre wurden Gebäude neben der Synagoge abgebrochen und dadurch unwiederbringlich zerstört, insbesondere die Mikwe (rituelles Bad) und das frühere jüdische Gemeindehaus mit der Schule und der Lehrerwohnung. 1981 erwarb die Stadt Gelnhausen in Übereinstimmung mit dem Jüdischen Landesverband Hessen und dem Hessischen Kultusministerium für 120.000 Mark die ehemalige Synagoge mit Landesmitteln von der Kreishandwerkerschaft mit dem Ziel, das Gebäude zu sanieren und zu renovieren. Anfang 1983 begannen die Bauarbeiten; im Mai 1983 konnte Richtfest gefeiert werden. Etwa 1,5 Millionen Mark wurde in das Gebäude investiert. Am 25. September 1986 konnte die ehemalige Synagoge als Stätte der Kultur und Begegnung ("geweiht dem Geiste des Friedens und der Kultur") wiedereröffnet werden. Seitdem gab es Hunderte von Veranstaltungen im Gebäude, darunter Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr.     
     
     
Adresse/Standort der SynagogeBrentanostraße 6    
    
    
Fotos
(Quelle: wie angegeben)  

Historische Außen- und Innenaufnahme 
der Synagoge
(Quelle: u.a. Arnsberg Bilder S. 69)
Gelnhausen Synagoge 177.jpg (84134 Byte) Gelnhausen Synagoge 303.jpg (90996 Byte)
  Außenansicht Innenansicht
       
Ehemalige Synagoge im Zustand 
vor der Renovierung 
(sw-Foto aus Altaras 1988 S. 149
Innenansicht: Kreisarchiv Main-Linzig-Kreis)
Gelnhausen Synagoge 305.jpg (127787 Byte)  Gelnhausen Synagoge h190.jpg (38671 Byte)
  Foto vom Februar 1981  Innenansicht 
     
Ehemalige Synagoge nach der Renovierung
 mit erster Hinweistafel
(sw-Foto aus Altaras 1988 S. 149)
Gelnhausen Synagoge 306.jpg (112173 Byte) Gelnhausen Synagoge 302.jpg (58271 Byte)
Foto vom September 1986  
     
Standort in der Brentanostraße 
und Stadtplan 
(Fotos ab hier: Hahn, Aufnahmedatum 22.3.2009)
Gelnhausen Synagoge 149.jpg (95655 Byte) Gelnhausen Synagoge 151.jpg (90865 Byte)
   Straßenschild "Brentanostraße" 
mit Hinweis, dass diese bis 1906
 "Judengasse" hieß
Plan zum historischen Stadtrundgang 
mit Eintragung der Synagoge 
(roter Punkt und Nr. 27)
     
Gelnhausen Synagoge 203.jpg (89067 Byte) Gelnhausen Synagoge 154.jpg (63949 Byte) Gelnhausen Synagoge 205.jpg (73197 Byte)
Blick auf die ehemalige Synagoge - südliche
 Längsseite mit vier, dem Hof zugewandten
 hohen Segmentbogenfenstern und 
- im Bereich der Frauenempore - 
zwei kleine Segmentbogenfenster. 
Barockes Eingangsportal Ostgiebel der ehemaligen Synagoge 
zwei Segmentbogenfenstern rechts und
 links des Toraschreines, darunter 
kleine Apsis hinter dem Toraschrank
 
 
 
      
Gelnhausen Synagoge 202.jpg (91215 Byte) Gelnhausen Synagoge 153a.jpg (126692 Byte) Gelnhausen Synagoge 155.jpg (68982 Byte)
Denkmal mit Inschrift (deutsch und hebräisch): "Dieses Gebäude wurde im Jahre 1601 
als Synagoge errichtet und diente der jüdischen Gemeinde von Gelnhausen bis 1938. 
In den Jahren des Hasses wurden die jüdischen Mitbürger vertrieben oder deportiert 
und das Gebetshaus entweiht. In der Hoffnung auf eine Versöhnung wurde dieses Haus 
am 25. September 1986 dem Geiste des Friedens und der Kultus geweiht". 
Bei der Plastik handelt es sich um ein Werk der jüdischen Bildhauerin Dina Kunze, in
 dem sie sich mit Lessings Ringparabel, der Aufforderung zur Toleranz unter den
 Weltreligionen auseinandersetzt. 
"Hochzeitsstein" (Chuppa-Stein" an der
 Synagoge und der üblichen (hier abgekürzten) Inschrift: "Kol sasson wekol simcha, kol
  chatan wekol kalla": "Die Stimme der Wonne
 und der Freude, die Stimme des Bräutigams
 und der Braut", vgl. Jeremia 7,34 sowie 
rechts und links des Davidsternes die Buchstaben für Mazel Tow = Gut Glück
        
Gelnhausen Synagoge 156.jpg (80573 Byte) Gelnhausen Synagoge 158.jpg (84305 Byte) Gelnhausen Synagoge 159.jpg (96268 Byte)
Im ehemaligen Betsaal mit 
Blick zum Toraschrein
Barocker Toraschrein mit 
charakteristischem Säulenportikus
Oberer Teil des Toraschreines 
mit Gebotstafeln und Krone
     
Gelnhausen Synagoge 160.jpg (70047 Byte) Gelnhausen Synagoge 157.jpg (74491 Byte) Gelnhausen Synagoge 162.jpg (74152 Byte)
Im ehemaligen Betsaal mit Blick 
zur ehemaligen Frauenempore
Die Deckenbemalung Der Kronleuchter
    
      
Gelnhausen Synagoge 163.jpg (57740 Byte) Gelnhausen Synagoge 193.jpg (81942 Byte) Gelnhausen Synagoge 201.jpg (58372 Byte)
Blick zum Betsaal durch das Eingangstor 
zum Vorraum (mit Ausstellungsbereich)
Blick von der 
ehemaligen Frauenempore
Blick vom Treppenaufgang zum 
Eingang der ehemaligen Frauenempore
         
Gelnhausen Synagoge 200.jpg (54869 Byte) Gelnhausen Synagoge 186.jpg (64154 Byte) Gelnhausen Synagoge 198.jpg (54810 Byte)
Auf der ehemaligen Frauenempore 
(mit Ausstellungsbereich)
Auf der ehemaligen 
Frauenempore
Deckenbemalung 
  
     
Gedenk- und Ausstellungsbereich im Vorraum vor dem ehemaligen Betsaal 
und auf der ehemaligen Frauenempore
 
 
Gelnhausen Synagoge 184.jpg (46290 Byte) Gelnhausen Synagoge 183.jpg (57461 Byte) Gelnhausen Synagoge 165.jpg (57457 Byte)
Memorbuch für die aus Gelnhausen in der
 NS-Zeit umgekommenen jüdischen Personen
Tafeln zur jüdischen Geschichte 
von Gelnhausen 
Rituelle Gegenstände: Toraschilder,
 Torawimpel, Torazeiger
     
Gelnhausen Synagoge 181.jpg (63774 Byte) Gelnhausen Synagoge 164.jpg (62127 Byte) Gelnhausen Synagoge 182.jpg (60081 Byte)
Pessachplatte (Sederteller) und Tefillin Verschiedene rituelle Gegenstände Kleiner und großer Tallit (Gebetsschal)
     
Gelnhausen Synagoge 167.jpg (53411 Byte) Gelnhausen Synagoge 169.jpg (67485 Byte) Gelnhausen Synagoge 172.jpg (61040 Byte)
Käppchen (Kopfbedeckung, Kippa) 
und Mesusa
Menora, Schabbatlampe Siddur (Gebetbuch) und Eliasbecher 
für den Sedertisch
  
     
Gelnhausen Synagoge 173.jpg (44487 Byte) Gelnhausen Synagoge 174.jpg (67891 Byte) Gelnhausen Synagoge 171.jpg (56329 Byte)
Tasche für den Gebetsschal 
(Tallit)
Briefbeschwerer (links) 
und Taschenkalender
Berchesdecke (Decke zum Zudecken 
des Schabbatbrotes)
     
Gelnhausen Synagoge 170.jpg (57072 Byte) Gelnhausen Synagoge 195.jpg (67722 Byte) Gelnhausen Synagoge 188.jpg (54724 Byte)
Rechts ein kabbalistischer 
Kalender
Tafeln auf der ehemaligen Frauenempore zur jüdischen Geschichte 
einzelner Familien Gelnhausens und zu einzelnen Epochen
     
     

    
    

Die ehemalige Synagoge Gelnhausen im Film:    

Gelnhausen Synagoge 360.jpg (113503 Byte)Die ehemalige Synagoge in Gelnhausen ist online auch in 3D zu sehen: 
Link zu synagogues360.org zur Synagoge Gelnhausen
   


     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Oktober 2009: "Stolpersteine" werden verlegt   
Artikel von Sabine Köhler-Lindig im "Gelnhäuser Tageblatt" am 1. Oktober 2009 (Artikel): 
"36 "Stolpersteine" erinnern an Schicksale der Gelnhäuser Juden. 
Gestern Abend: Interessengemeinschaft stellt erste Verlegung am 20. Oktober, 14 Uhr, vor
GELNHAUSEN. 36 "Stolpersteine" erinnern ab Dienstag, 20. Oktober, 14 Uhr, in der Altstadt an die während des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Gelnhäuser Juden. Der Künstler Gunter Demnig, der durch das Projekt "Stolpersteine" bekannt geworden ist, kommt an diesem Tag in die Barbarossastadt, um die ersten Mahnmale zu verlegen. Als vorläufigen Höhepunkt bezeichnete Bürgermeister Thorsten Stolz gestern Abend den Stand der Arbeit der Interessengemeinschaft (IG) "Stolpersteine" Gelnhausen. Zusammen mit Peter Musall, Christine Raedler, Christel Schmitz-Bonfigt, Rosemarie Bartel und Prof. Dr. David Lupton verdeutlichte der Rathauschef im Rahmen eines Pressegesprächs die Bedeutung, die das Projekt für die Stadt habe, und ging auf die einzelnen Etappen bis zur Verlegung ein..."    
  
Artikel im Gelnhäuser Tageblatt vom 20. Oktober 2009 (Artikel):    
"Heute beginnt die Verlegung der Stolpersteine
GELNHAUSEN. Gelnhausen wird zum Bestandteil des größten dezentralen Denkmals der Welt zum Gedenken an Opfer der Nazis. 

(rdn). Als Auftaktveranstaltung für das Projekt "Stolpersteine Gelnhausen" fand im Kino "Pali" eine Matineevorstellung des Films "Stolperstein" statt. Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Freitod getrieben wurden. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Auch in Gelnhausen sollen am heutigen Dienstag Stolpersteine gesetzt werden..."     
    
April 2010: Vortrag zur Geschichte jüdischer Frauen in Gelnhausen  
Artikel von Markus Wimmer im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 26. April 2010 (Artikel): "Als die Nazis Gelnhausen für "judenfrei" erklärten
GELNHAUSEN
. Über das Schicksal Gelnhäuser Juden informierten sich die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Höchst bei einer Führung entlang der Gelnhäuser Stolpersteine. Christine Raedler, Mitglied der IG Stolpersteine und Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte beim Main-Kinzig-Kreis, berichtete am Beispiel der ehemaligen jüdischen Bürger, für die im vergangenen Oktober Stolpersteine verlegt wurden, über deren Schicksal und das Projekt der Stolpersteine in Gelnhausen..."    
  
Mai 2010: Informationsabend der "Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen" - nächste Verlegung am 15. Oktober 2010  
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt vom 8. Mai 2010 (Artikel): "1943: Ein städtischer Mitarbeiter versteckt eine Jüdin vor Nazis
GELNHAUSEN - Die "Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen" recherchiert derzeit 75 Fälle. 

(rdn). Zu einem Informationsabend hatte die "Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen" in das Romanische Haus eingeladen. Prof. Dr. David Lupton von der Recherchegruppe und Ortsvorsteher stellte dabei den Ablauf der bisherigen Aktionen vor..."    
 
Juli 2010: Eine jüdische Frau wurde 1943 im Gelnhäuser Rathaus versteckt    
Artikel von Claudia Raab im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 29. Juli 2010 (Artikel): 
"Historikerin spürt besonderen Fall von Zivilcourage auf
GELNHAUSEN. Aktenstudium offenbart: Jüdin war 1943 auf Dachboden des Gelnhäuser Rathauses versteckt
Bei ihren Recherchen zur Platzierung der nächsten 'Stolpersteine' in Gelnhausen, durch die den Opfern nationalsozialistischer Verfolgung gedacht wird, ist Historikerin Christine Raedler auf eine bemerkenswerte Geschichte aufmerksam geworden..."   O
    
August 2010: Näheres zum Bericht von der im Gelnhäuser Rathaus 1943 versteckten jüdischen Frau   
Artikel von Claudia Raab im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 7. August 2010 (Artikel): "'Feodora Kissing und mein Vater wurden einfach abgeholt'
WÄCHTERSBACH/GELNHAUSEN. Minne Bohnenberger berichtet, wie ihr Vater im Jahr 1943 eine Jüdin im Rathaus versteckte...".  
   
Oktober 2010: Informationen zur Verlegungen weiterer "Stolpersteine" am 14. Oktober 2010    
Artikel von Claudia Raab im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 5. Oktober 2010 (Artikel): 
"29 weitere 'Stolpersteine' zum Gedenken an Opfer der NS-Zeit
GELNHAUSEN. Arbeitsgemeinschaft stellt Termin für weitere Verlegung in Gelnhausen vor - Dank an Helfer

(cra). 29 Stolpersteine zum Gedenken an Opfer nationalsozialistischer Verfolgung sollen am 14. Oktober durch den Künstler Gunter Demnig in Gelnhausen verlegt werden..."    
   
Oktober 2010: Bericht über die Verlegung der "Stolpersteine" und Eröffnung einer Ausstellung am 14. Oktober 2010    
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 15. Oktober 2010 (Artikel): "Über Schicksale 'stolpern' gegen das kollektive Vergessen.  
GELNHAUSEN. Seit gestern erinnern 29 weitere 'Stolpersteine' in Gelnhausen an die Opfer der NS-Zeit. 

(skl). Maria Taranenko war 16 Jahre alt, als sie als Zwangsarbeiterin in die Rüstungsindustrie nach Deutschland kam. In der Barbarossastraße 18, an dem Ort, wo früher die Veritas Gummiwerke ihren Standort hatten, war sie laut den Registern der Stadt ordentlich gemeldet...".  
   
November 2010: 20 weitere "Stolpersteine" werden verlegt       
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 11. November 2010 (Artikel): 
"Nachkommen aus Israel bei 'Stolperstein'-Verlegung
GELNHAUSEN. 20 weitere Gedenktafeln erinnern in Gelnhausen an NS-Zeit

(cra). Um an die Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, wurden bereits zum dritten Mal in Gelnhausen 'Stolpersteine' verlegt. Im Gegensatz zu den beiden ersten Veranstaltungen dieser Art, nahm diesmal Künstler Gunter Demnig die Verlegung nicht selber vor..."  2
 
November 2011: Auszeichnung der "Interessengemeinschaft Stolpersteine" mit dem Heimatpreis 
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 5. November 2011: "'Verspäteten' Heimatpreis verliehen. 
Gelnhausen. IG 'Stolpersteine' freut sich über Auszeichnung - Ehrung konnte am 'Gelnhäuser Nachmittag' nicht übergeben werden..." 
Link zum Artikel.   
 
August / November 2012: Im November erscheint ein Buch über die "Stolperstein"-Schicksale   
Artikel von Ines Hartmann im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 31. August 2012: "Seite für Seite: Ein Stein - ein Name - ein Mensch
Interessengemeinschaft 'Stolpersteine' veröffentlicht voraussichtlich im November ein Buch über die 'Stolperstein'-Schicksale in Gelnhausen
'Ein Stein - ein Name - ein Mensch': In Erinnerung an die Opfer der NS-Herrschaft sowie um die Nachkommen zu Wort kommen zu lassen, entstand jetzt ein Buch über die 'Stolpersteine' in Gelnhausen. 'Unser Buch soll kein wissenschaftliches Werk sein', betont Prof. Dr. David Lupton von der Interessengemeinschaft 'Stolpersteine' Gelnhausen. 'Es soll die Menschen für dieses Thema sensibilisieren und durch die Schicksale einen emotionalen Zugang bringen'...
Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann seine Spende auf das Spendenkonto der Stadt Gelnhausen, Kontonummer 1016, BLZ 507 500 94, mit Betreff 'Spende Stolperstein-Buch' oder 'Spende Stolperstein' überweisen. Weitere Auskunft erteilt Rosemarie Bartel, Telefon 06051/18239."
Link zum Artikel: Seite für Seite: Ein Stein - ein Name - ein Mensch (Gelnhäuser Tageblatt, 31.08.2012)    

   

Hinweis auf die Ausstellung, die vom 2. September bis 30. November 2011 stattfand
"Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945. 

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks mit Unterstützung der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst im 
Main-Kinzig Forum Gelnhausen Barbarossastraße 24. 
Weitere Informationen - auch über das Begleitprogramm in Gelnhausen und umliegenden Orten - siehe den Flyer (zur Vergrößerung anklicken)     
      
Gelnhausen A 2011a01.jpg (192759 Byte)  Gelnhausen A 2011a02.jpg (167749 Byte)   

     

       
        
Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Gelnhausen  
Website www.stolpersteine-gelnhausen.de     
Christine Raedler: Gedenken: 'Erinnern - Bekennen - Zukunft gestalten" - online zugänglich  
dies.: Terror gegen Frauen und Juden in Gelnhausen. online zugänglich
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Gelnhausen 

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 273-275; III,1 S. 427-433.
H. Strauss: Festschrift zum 200jährigen Jubiläum der Vereine Gemiluth-Chasodim uKabronim in Gelnhausen am 25. Juni 1911. Gelnhausen 1911.
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 240-246.    
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. S. 69-71.   
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 148-149.  
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 204-206.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 409-412.   
Festschrift ehemalige Synagoge Gelnhausen. Gelnhausen 1986.
Manfred Meyer: Jüdisches Leben in Gelnhausen. In: Zwischen Vogelsberg und Spessart. Gelnhäuser Jahrbuch 1988.
Jürgen Ackermann: Die Einrichtung einer Religionsschule für die Judenkinder iun Gelnhausen in kurhessischer Zeit. In:  Geschichtsblätter Gelnhausen 1982-1984. 
ders.: Jüdische Schulen im Kreis Gelnhausen. In: Heimatjahrbuch des Kreises Gelnhausen 1986.
ders.  1. Von Rabbinern, Lehrern und Vorsängern in der Synagogengemeinde Gelnhausen. 2. "Teutsche Familiennamen" für die Juden in der Stadt und Burg Gelnhausen.  3. Festfeier in der Synagoge anlässlich des Sedantages 1895.  In: Festschrift Ehemalige Synagoge Gelnhausen. Widmung als kulturelle Begegnungsstätte. 25. September 1986. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Gelnhausen.
ders. Von Rabbinern, Lehrern, Vorbeters in der jüdischen Kultusgemeinde Gelnhausen 1648-1938. Geschichtsblätter Gelnhausen 1985/86/87.
Ulrike Weingärtner: Jüdisches Leben in Gelnhausen in Spätmittelalter und Frühneuzeit. In: Gelnhäuser Geschichtsblätter 2008 S. 67-103.
dies.: Chronologie: Jüdisches Leben in Gelnhausen 1240-1600. In: Gelnhäuser Geschichtsblätter 2008 S. 104-123.  

  
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Gelnhausen  Hesse-Nassau. Jews lived there in 1242. In 1337 they were paying an annual tax on their synagogue. During the Black Death persecutions of 1348-49 they were massacred. Other Jews who settled in the town were expelled in 1576 but returned and built a new synagogue in 1601, which they restored after the Thirty Years War (1618-1848) and later enlarged (1735-40). Dispite hostile measures (such as confinement to a ghetto), they numbered 33 families in 1734. Originally restricted to moneylending, the Jews became traders and later entered the professions. Numbering 261 (7 % of the total) in 1835, they opened a religious school in 1836 to counteract Protestant teaching, established a Jewish lending library in 1894, and were affiliated with the rabbinate of Hanau. An anti-Jewish boycott campaign was lauched even before the Nazis came to power in 1933 and 72 of the 218 Jews fled by November 1933. They disposed of their synagogue in July 1938 and, after the last Jews departure (1. October), Gelnhausen war proclaimed 'free of Jews' (judenrein). At least nine former Jewish residents perished in Auschwitz. The synagogue was renovated in 1986 and transformed into a cultural center, with a permanent exhibition devoted to local Jewish history. 
   
     

                   
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Stand: 19. Juni 2014