Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Meerholz mit Hailer (beide Stadt Gelnhausen) 
sowie Niedermittlau (Gemeinde Hasselroth) (Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
(erstellt unter Mitarbeit von Hans Kreutzer, Meerholz)  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Über die letzten jüdischen Familien in Niedermittlau    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Abbildungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)       
   
In Meerholz bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. In Zoll- und Akzise-Akten werden 1683 Juden in Meerholz genannt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner relativ stark zu: 1752 werden in einer Gemeinderechnung neun jüdische Einwohner (d.h. Familien-/ Haushaltsvorstände) genannt (siehe unten), 1756 und 1776 je elf Familien. 1790 lebten 93 jüdische Personen in Meerholz (17,4 % von insgesamt 534 Einwohnern). 
 
1756 lebten in eigenen Häusern (mit Haus-Nr.; Quelle: Gemeindearchiv Meerholz, Katasterbuch) die folgenden jüdischen Familien: Nr. 34 Aaron Jud - Moches, Nr. 23 Jud Maeyer - Juda, Nr. 97 Jud Brag, Nr. 41 Jud Salomon, Nr. 48 Jud Calmen, Nr. 99 Jud Hirsch, Nr. 68 Jud Gabriel, Nr. 64 Jud Löw der Seifensieder, Nr. 8 Wertheim - Jakob Wolf, Nr. 10 1/2 Goldner - Noa, Nr. 17 Anspach - Daniel Isac.  
 
Zur Synagogengemeinde Meerholz gehörten noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die in folgenden Orten lebenden jüdischen Personen: Meerholz, Hailer, Haitz, Gettenbach, Niedermittlau, Neuenhaßlau, Gondsroth, Niedergründau, Rothenbergen, Somborn, Lieblos und Roth. Dazu kamen noch die Orte Eckartshausen, Himbach, Langenbergheim und Wiedermus. 1850 trennten sich Lieblos und die Orte Roth, Rothenbergen und Niedergründau und bildeten eine eigene Gemeinde. Die in Somborn lebenden jüdischen Personen / Familien trennten sich 1877 von Meerholz, doch wurde der Vertrag erst am 1. Februar 1904 rechtskräftig.    
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner in Meerholz wie folgt: 1835 117 jüdische Einwohner, 1850 110 (13,8 % von insgesamt 798 Einwohnern), 1861 99 (11,1 % von 891), 1871 110 (12,2 % von 900), 1885 84 (10,2 % von 824), 1905 67 (7,7 % von 874). Die jüdischen Familiennamen am Ort waren vor allem Stern, Flörsheim, Strauß, Josef und Löwenthal. Die jüdischen Gewerbetreibenden waren als Kaufleute und Händler tätig; auch gab es jüdische Metzger und Bäcker (Mazzenbäckerei Flörsheim, siehe Anzeigen unten). Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts werden einzelne jüdische Handwerker genannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Handlungen und Läden im Besitz jüdischer Familien geöffnet.     
   
Bis in die 1930er-Jahre gehörten noch die in Hailer und Niedermittlau lebenden jüdischen Personen zur Gemeinde in Meerholz. In Hailer wurden gezählt: 1835 11 jüdische Einwohner, 1861 9, nach 1900 vermutlich keine jüdischen Einwohner mehr; in Niedermittlau 1835 14 jüdische Einwohner, 1861 16, 1905 21. Die jüdischen Familiennamen in Niedermittlau waren vor allem Heinemann und Hirsch.       
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (von vor 1844 bis 1926 Israelitische Elementar- /Volksschule; seit 1870/71 in einem damals gebauten jüdischen Schulhaus neben der Synagoge), ein rituelles Bad (in einem kleineren, an das jüdische Schulhaus angebauten Gebäude, siehe Foto unten) und ein Friedhof (in Niedermittlau). Die Israelitische Elementarschule war für die jüdischen Kinder von Meerholz, Hailer und Niedermittlau sowie Neuenhaßlau und Somborn bestimmt (Schulverband). Um 1860 wurde die Schule von 26 Kindern besucht. Für den Unterricht und die Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Bis 1844 war Salomon Adler an der Schule angestellt (siehe Bericht zu seinem Tod 1893 unten). 1869 wird als Lehrer Emanuel Nei (Ney) genannt; ab 1874 war Samuel Birk Lehrer in der Gemeinde (siehe Berichte unten); er unterrichtete zu Beginn seiner Dienstzeit noch 33 Kinder, 1901 noch 13. Nachdem er 1908 in den Ruhestand getreten ist, folgten als seine Nachfolger 1908/09 Lehrer Plaut (siehe Bericht unten) und Lehrer Bernhard Rothschild (1909 bis zu seinem Tod 1920). Letzter jüdischer Elementarlehrer war Lehrer Baruch Kleeblatt, der 1921 nur noch sechs Kinder zu unterrichten hatte und 1926 nach Felsberg wechselte. Nach seinem Weggang wurde die jüdische Schule geschlossen.  Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Alfred Flörsheim (geb. 12.4.1887 in Meerholz, gef. 24.9.1915) sowie Leopold Hirsch (geb. 31.3.1894 in Niedermittlau, gef. 2.11.1918).       
  
Um 1924, als zur Gemeinde 55 Personen gehörten (3,6 % von 986; dazu 14 Personen in Niedermittlau), waren die Gemeindevorsteher Leopold Flörsheim und Leo Stern. An der Israelitischen Volksschule wurden noch zwei Kinder durch den bereits genannten Lehrer Baruch Kleeblatt unterrichtet. Weitere zehn Kinder der Gemeinde erhielten ihren Religionsunterricht von ihm erteilt. Auch für die in einigen Nachbarorten lebenden jüdischen Personen (u.a. in Lieblos, Somborn) war Kleeblatt zuständig. 1926 wurde die Israelitische Elementarschule aufgelöst (danach noch Religionsschule). 1932 waren die Gemeindevorsteher Leopold Flörsheim (1. Vors.), Leo Stern (2. Vors.) und Max Stern (Schatzmeister). Als Lehrer war inzwischen Leopold Strauß angestellt. Er erteilte im Schuljahr 1931/32 vier Kinder den Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa sowie eine Ortsgruppe des "Central-Vereins" (1932 unter Vorsitz von Leo Stern).         
   
1933 lebten noch 32 jüdische Personen in Meerholz (3,3 % von insgesamt 1.004 Einwohnern); In Niedermittlau wurden 13 Personen in vier jüdischen Familien gezählt.  
  
In den folgenden Jahren sind alle der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen (vor allem nach Frankfurt) beziehungsweise ausgewandert (13 in die USA, eine Person nach Holland). Letzter jüdische Gemeindevorsteher war Leo Stern. Beim Novemberpogrom 1938 wurde bei den noch am Ort lebenden jüdischen Familien die Scheiben ihrer Häuser eingeworfen (wird aus Niedermittlau berichtet, wo in Neugasse die Familie Hirsch lebte).    
   
1939
lebten keine jüdischen Personen mehr am Ort.     
    
Von den in Meerholz geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Flora Bendheim geb. Flörsheim (1897), Gustav Flörsheim (1894), Alma Fuld geb. Flörsheim (1894), Hedwig Jakob geb. Löwenthal (1883), Berta Joseph geb. Stern (1890), Bertha Löwenthal (1880), Rosina Löwenthal (1890), Klothilde Oppenheim geb. Stern (1893), Sara Oppenheimer geb. Flörsheim (1860), Selma Oppenheimer geb. Stern (1887), Moritz Stern (1886), Sophie Stern (1894), Toni Stern (1906), Ernst Strauß (1906), Henni Strauß (1907), Mathilde Strauß (1868), Olga Strauss (1861), Rosa Strauss (1881), Rosa Strauss (1901), Jakobine Wohlfahrt geb. Lehmann (1857). 
  
Aus Niedermittlau sind umgekommen: Bertha Heinemann geb. Siegel (), Hermann Heinemann (1875), Alfred Hirsch (1897), Bella Hirsch (), Jacob Hirsch (1895), Markus Hirsch (1866), Karoline Markus geb. Heinemann (1882), Dora Merkel geb. Heinemann (1877). 
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet

In jüdischen Periodika wurden noch keine Ausschreibungen der Lehrerstelle in Meerholz gefunden.   


Zum Tod von Rabbi Salomon Adler (vor 1844 Elementarlehrer in Meerholz, gest. 1893) 

Birstein Israelit 07081893.jpg (133355 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1893: "Birstein in Kurhessen. Am 6. Aw ist der Nestor unserer Gemeinde und weiteren Umgebung, Rabbi Salomon Adler gestorben. Der Verstorbene, in Burghaun bei Fulda geboren, ging schon in früher Jugend nach Frankfurt als Talmudjünger, um daselbst dem Studium unserer heiligen Lehre zu obliegen, bildete sich darauf als Elementarlehrer aus und wurde als solcher in Meerholz staatlich angestellt. Zu jener Zeit wirkte und lehrte in dem benachbarten Gelnhausen Rabbi Kuhnreuter, zu dessen Füßen er sein Torastudium fortsetzte und sich die Lehrbefugnis aneignete. Im Jahr 1844 kam er als Elementarlehrer in unsere Gemeinde, woselbst er bis 1869 als solcher segensreich wirkte. Nachher quittierte er den Lehrerdienst und war als Kaufmann tätig, doch fand er stets Zeit alle Vorschriften mit Hingebung und echter Gottesfurcht zu erfüllen, so war er auch noch bis zum vorigen Jahr als Beschneider tätig. 
Die Ausübung von Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit bildeten den Zweck und Inhalt seines Lebens. Noch bis zum letzten Tage lag er dem Studium unserer heiligen Lehre ob und kannte, seinem früheren Berufe getreu, keine größere Freude, als Kinder in dieselbe dieselbe einzuführen, wozu ihn die ihm eigene Milde und Güte ganz besonders befähigte.
Und doch, wie konnte er auch in gerechter und edler Entrüstung aufbrauen, wenn es galt, für unsere heilige Tora einzutreten! Mit welcher Energie und sachlicher Begründung verstand er es, alle Angriffe, sofern sie gegen das Gesetz oder die Tradition gerichtet waren, abzuwehren, wenn durch Strömungen der Neuzeit auch ab und zu hier auf dem Lande Reformen beabsichtigt wurden. 
In dem teuren Heimgegangenen beweinen nicht nur dessen nächsten Verwandten den liebevollen Gatten und besorgten Vater, sondern unsere ganze Gemeinde, ja sogar die von Jehudim bewohnte Umgebung in ihm ihren geistigen Mittelpunkt und religiösen Führer. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

    
88. Geburtstag von Lehrer a.D. Samuel Birk (Lehrer in Meerholz von 1874 bis 1909)  

Meerholz Israelit 23061927.jpg (17575 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1927: "Meerholz, 15. Juni (1927). Herr Lehrer a.D. Samuel Birk vollendete am 16. Mai nicht sein 80., wie berichtet, sondern sein 88. Lebensjahr. Er wirkte hier von 1874 bis 1909."  
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 27. Mai 1927: "Meerholz. Seinen 88. (für 80.) Geburtstag beging am 16. Mai in größter Frische und Rüstigkeit der Nestor der kurhessischen Lehrerschaft, Lehrer i.R. Samuel Birk, dahier."    
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 3. Juni 1927: "Meerholz. In Nr. 20 unserer Zeitung berichteten wir, dass der Nestor der kurhessischen Lehrerschaft, Herr Lehrer Samuel Birk, seinen 80. Geburtstag feierte. Dazu erhalten wir nun von Herrn Lehrer Kleeblatt - Felsberg nachstehende ergänzende Mitteilung: Herr Lehrer i.R. Samuel Birk, wurde am 16. Mai dieses Jahres nicht 80, sondern 88 Jahre alt. Birk wurde am 16.5.1839 in Sterbfritz geboren und besuchte das Seminar in Schlüchtern. In den Religionsfächern wurde er von dem damaligen Kreisrabbiner in Schlüchtern, Schwarzschild, seligen Andenkens, vorbereitet. Im Jahre 1859 nahm er eine Hauslehrerstelle in Wöllstadt an, kam 1861 in den öffentlichen Schuldienst, als er die Schulstelle in Wachenbuchen erhielt. 1874 wurde er nach Meerholz versetzt, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 1.10.1909 wirkte. Hier lebt er noch heute in vollster geistiger und körperlicher Frische und gedachtet und geehrt von jedermann."  

  
90. Geburtstag von Lehrer i.R. Samuel Birk (1929)   

Meerholz Israelit 23051929.jpg (193578 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1929: "Meerholz (Kreis Gelnhausen), 20. Mai (1929). Am vergangenen Donnerstag den 16. Mai feierte Herr Lehrer i.R. S. Birk, seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich einer seltenen geistigen und körperlichen Rüstigkeit. Lehrer Birk ist geboren in Sterbfritz. Seine Ausbildung erhielt er an dem heute nicht mehr bestehenden Lehrerseminar in Schlüchtern. Nach Absolvierung seiner Studien wurde ihm die Stelle in Wachenbuchen bei Hanau übertragen, von wo aus er am 16. Oktober 1874 an die damalige israelitische Volksschule nach Meerholz berufen wurde. Dort versah er den Dienst als Lehrer, Vorbeter und Schochet bis 1. Oktober 1908 in vorbildlicher Weise. Seit dieser Zeit lebt Herr Birk, geehrt und geachtet von allen Mitbürgern hier, im Ruhestand.  
Die Geburtstagsfeier gestaltete sich so recht zu einem Ehrentag. In seiner Bescheidenheit hatte sich der Jubilar die von der israelitischen Gemeinde geplanten Feierlichkeiten verbeten, sodass nur eine familiäre Feier abgehalten wurde. Viele Kollegen aus Nah und Fern waren gekommen. Der Hessische Lehrerverein ließ durch seinen Vorstand telegraphisch seine Wünsche übermitteln. Neben einem Glückwunschtelegramm des Vorstandes des hessischen jüdischen Lehrervereins, hatte diesem seinem Mitglied, Lehrer (Samuel) Levi Birstein, den Auftrag erteilt, persönlich die Wünsche der jüdischen Lehrerschaft Hessens zu übermitteln. In seiner Ansprache verglich Lehrer Levi den Jubilar mit unserem Lehrer Mosche, der im hohen Alter - 'sein Auge war nicht getrübt und seine Säfte nicht geschwunden' (5. Mose 34,7) - ungebrochen an körperlichen und geistigen Kräften sein 90. Jahre vollendet hat. Selbstverständlich hatten sich die Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Meerholz vollzählig eingefunden, und auch viele andere hatten persönlich oder schriftliche ihre Wünsche ausgesprochen. die israelitische Gemeinde Hanau ließ durch Herrn Lehrer Weingarten gratulieren. Es ist nicht möglich, all die Ehrungen einzeln aufzuzählen, die dem Jubilar als Nestor der Lehrerschaft Kurhessens zuteil wurden. '(Alles Gute) bis 120 Jahre."     

    
Zum Tod von Lehrer Samuel Birk (1930)       

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 5. September 1930: "Meerholz. Nach kurzer Krankheit ist hier der im Ruhestand lebende älteste Lehrer Hessens, S. Birk, im Alter von 91 Jahren gestorben. Der Verblichene stammte aus Sterbfritz im Kreise Schlüchtern, besuchte das Lehrerseminar in Schlüchtern und trat im Jahre 1858 ins Lehramt. Von 1874 bis 1908 war er hier als Lehrer und Prediger der israelitischen Gemeinde tätig. Bis in die letzte Zeit hat der Veteran der jüdischen Lehrerschaft Hessens an allen Vorgängen des täglichen und beruflichen Lebens den regesten Anteil genommen. Die von ihm verwaltete öffentliche Lehrerstelle hat allerdings vor wenigen Jahren das Schicksal so vieler hessischer Schulstellen an jüdischen Volksschulen geteilt; sie ist aufgelöst worden, nachdem der Amtsnachfolger (sc. Baruch Kleeblatt) nach Felsberg versetzt worden war."       

    
Lehrer Plaut kommt nach Meerholz (1908)  

Meerholz Israelit 27081908.jpg (32511 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  27. August 1908: "Hofgeismar, 17. August (1908). Nach Versetzung der Herren Lehrer David in Hofgeismar nach Ziegenhain und Plaut in Rodenberg (Kreis Rinteln) nach Meerholz sind die israelitischen Schulen in Hofgeismar und Rodenberg wegen allzu geringer Schülerzahl vom 1. Oktober an aufgelöst."   


Dank an Lehrer Bernhard Rothschild von seiner bisherigen Gemeinde Lichenroth (1910)  

Lichenroth FrfIsrFambl 01071910.jpg (27343 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juli 1910: "Lichenroth. Die hiesige Gemeinde sandte Herrn Lehrer Rothschild, der nach 26jährigem Wirken in Lichenroth nunmehr in Meerholz amtiert, einen kostbaren Pokal als Zeichen ihrer Dankbarkeit." 

       
Zum Tod von Lehrer Bernhard Rothschild (1920)  

Meerholz Israelit 02121920.jpg (98711 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Dezember 1920: "Meerholz, 8. November (1920). Am 6. November verschied nach kurzem Krankenlager der Lehrer Bernhard Rothschild in seinem 57. Lebensjahre. Mit ihm ist einer der Besten dahingegangen und unsere Gemeinde ist ihres trefflichen Führers beraubt. 26 Jahre wirkte er an der öffentlichen Volksschule in Lichenroth und 11 Jahre an unserer Schule mit den besten Erfolgen und seine tiefe Gottesfurcht wirkte auch auf die Jugend und auf die ganze Gemeinde. Unter großer Beteiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung wurde seine irdische Hülle zu Grabe getragen. Der Herren Lehrer Strauß und Weingarten aus Gelnhausen, Ehrenreich, Langenselbold und Wechsler in Alzenau sprachen im Haus und am Grabe über den schmerzlichen Verlust und die Herren Schulrat Weißenstein und Bezirkshauptlehrer Schmey widmeten an der Bahre ehrende Worte des Nachrufes. Um den Entschlummerten trauern eine Witwe mit ihren drei Kindern. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."    

  
Lehrer Baruch Kleeblatt wurde von Meerholz nach Felsberg versetzt (1926)
      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1926: "Felsberg, 21. März (1926). Der Lehrer B. Kleeblatt, bisher in Meerholz, ist von der Regierung zu Kassel als Lehrer und Kultusbeamter hierher versetzt worden."      

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
 
Bäckermeister Benjamin Hecht (Niedermittlau) nimmt einen jungen galizischen Juden auf (1903)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. Oktober 1903): "Gelnhausen. Herr Gutsbesitzer Rodrian vom Hainer-Hof bekam unter einem Trupp galizischer Feldarbeiter einen 18-jährigen, jüdischen, jungen Mann aus Kischinew, dessen Eltern bei der seinerzeitigen Katastrophe getötet worden waren. Da auch sein Elternhaus vollständig zerstört worden war, so flüchtete er. Herr Bäckermeister Benjamin Hecht aus Niedermittlau zahlte Herrn Rodrian den Dinglohn von 35 Mark und nahm den jungen Mann in seine Dienste; eine Tat, die verdient, öffentlich gerühmt zu werden."     

    
Zum Tod von Siegmund Josef (1931)  

Meerholz Israelit 12111931.jpg (82536 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. November 1931: "Meerholz, 8. November (1931). Am Freitag, den 6. November haben wir in Niedermittlau Siegmund Josef zu Grabe getragen. Großgezogen auf die Segnungen der Tora hin und auf Gottesfurcht, war er sein ganzes Leben hindurch bemüht, die Traditionen seiner Ahnen inner- und außerhalb seines Hauses treu zu hüten. Durch sein bescheidenes, anspruchsloses Auftreten und sein streng korrektes Verhalten erfreute er sich in allen kreisen großer Beliebtheit. Sein Hauptaugenmerk richtete er auf die Erziehung seines einzigen Kinder. Leider musste er die so viel Erfolg versprechende Erziehungsarbeit so frühzeitig, mit 52 Jahren, abschließen. Möge es der Gattin gelingen, diese ebenso erfolgreich weiterzuführen. 
Herr Provinzial-Rabbiner Dr. Gradenwitz, Hanau, gedachte in warmen Worten des seltenen Mannes."   
  
Meerholz Siegmund Joseph 1904.jpg (87313 Byte)Foto links (aus der Sammlung von Gerhard Blumenröder aus Gelnhausen; erhalten über Hans Kreutzer, Meerholz): Siegmund Joseph (Ausschnitt aus einem Bild der jüdischen Theatergruppe von 1904).       

   
   
Über die letzten jüdischen Familien in Niedermittlau 
(Beitrag 1988 von Thekla Hofmeister, zur Verfügung gestellt von Hans Kreutzer, Meerholz; die beiden Fotos aus dem Buch von Jürgen Runzheimer: Abgemeldet zur Auswanderung. Die Geschichte der Juden im ehemaligen Landkreis Biedenkopf Band 2.1999 S. 112)   

Familie Aaron Hirsch: In der Neugasse 33 wohnte Aaron Hirsch, geb. am 24. August 1869, der im Jahre 1904 das Haus gebaut hat (heute umgebaut). Er hatte einen Agrarhandel sowie eine Metzgereifiliale seines Bruders Marcus aus der Neugasse 17. Seine Frau war Betty Hirsch geb. Maier, aus Schöllkrippen, geb. am 24. September 1869. Bei ihrer Verheiratung nach Niedermittlau brachte sie die Hausangestellte Katharina Rottmann, die bereits in ihrem Elternhaus in Schöllkrippen tätig gewesen war, mit. Frau Hirsch ist am 20. Februar 1928 verstorben, ihr Grabstein ist noch auf dem jüdischen Friedhof zu sehen. Der älteste Sohn des Ehepaares Hirsch hieß Theodor, geb. am 1. August 1896, von Beruf Handelsmann. Er war Epileptiker und starb am 1. Juni 1925 an Suizid. Sein Grabstein liegt am Eingang zum jüdischen Friedhof. Der zweite Sohn, Ludwig, Jahrgang 1898 oder 1899; er war als Kaufmann und meistens im Ausland (vor allem in Frankreich) tätig. Die Tochter Tilli, Jahrgang 1901, verheiratete sich bereits vor 1933 nach England und ist später nach Amerika ausgewandert. 
Der Sohn Ludwig überredete schon in den ersten Jahren nach der Machtübernahme 1933 seinen Vater, das Haus zu verkaufen- 1935 wurde es von Konrad Hofacker und seiner Ehefrau Elise geb. Hahn, einer Tochter der ehemaligen Hausangestellten Katharina Hahn geb. Rottmann, erworben. Nach dem Verkauf brachte Ludwig seinen Vater nach Amerika zu Tochter Tilli. Im Rahmen des Restitutionsverfahrens 1952 erfolgte eine Nachzahlung im Blick auf den Kaufpreis.  
Familie Hermann Heinemann. In der Neugasse 19 wohnte Familie Heinemann: Hermann Heinemann, geb. am 3. Januar 1875 in Niedermittlau, seine Ehefrau Bertha geb. Siegel, geb. am 23. November 1873 in Hergershausen, und deren Tochter Klara, geb. am 27. April 1912. Sie besuchte die Volksschule in Niedermittlau und ist auf Schulbildern mit ihrer Klasse abgebildet. Der Tochter galt die ganze Liebe der Eltern; sie waren sehr stolz auf sie. Sie verheiratete sich 1936, emigrierte dann nach Amerika, wo sie inzwischen verstorben. 
Die Familie Heinemann lebte vom Kleintierhandel. Zuerst wohnte die Familie im Kirchgäßchen. Um 1904/05 erbauten sie das Haus in der Neugasse (heute umgebaut). Anfangs lebten noch zwei Brüder namens Salomon und Luis sowie die Schwester Lene (genannt Binnese Lene) in der Familie. Ein Bruder war von Beruf Sattler.
Nach den Ausschreitungen im November 1938 sahen die Heinemanns keine Möglichkeit mehr, am Ort zu bleiben. Sie verkauften ihr Haus und verzogen nach Frankfurt (Uhlandstraße 58). Förster Scheibelein hat es für seinen Sohn gekauft, der bald darauf - wie auch der weitere Sohn des Förster - im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Herr Heinemann und seine Frau wurden am 15. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo Bertha Heinemann am 8. 12. 1942 umgekommen ist. Hermann Heinemann wurde nach Auschwitz weiterdeportiert. Sein Todesdatum ist nicht bekannt.
Familie Marcus Hirsch. In der Neugasse 17 wohnte die Familie Marcus Hirsch. Er ist am 16. September 1866 in Niedermittlau geboren. Sein Vater hieß Meir Hirsch, weshalb die Familie 'Meiersch' genannt wurde. Die Mutter war Rosalie geb. Marx. Ein Bruder Bernhard wurde am 17. 2. 1871 geboren und verstarb am 21. 11. 1874. Marcus’ Frau hieß Ernestine und verkaufte im Lebensmittelladen, dem auch eine Bäckereifiliale angeschlossen war. 
Die Eheleute hatten drei Söhne
- Leopold, der älteste, geb. am 31. März 1894, ist am 2. November 1916 gefallen; ein Gedenkstein für ihn befindet sich auf dem Friedhof, links vor dem Ehrenmal. In der Festschrift zur 800–Jahr–Feier von Niedermittlau wird er allerdings unter den Gefallenen des Ersten Weltkriegs nicht erwähnt. 
- der zweitälteste Sohn, Jakob, hatte in Gemünden im Wohratal in eine anscheinend begüterte und geachtete Familie eingeheiratet und hatte zwei Töchter. Die älteste, Ruth verehelichte Zur, lebt in Israel, hat verschiedentlich Deutschland besucht und über ihre Erlebnisse im Kasseler Sonntagsblatt berichtet. Jakob, ihr Vater, hat die Familie frühzeitig verlassen und ist nach Amerika ausgewandert. Seine Mutter Ernestine hat heimlich ihre Schwiegertochter und Enkelkinder unterstützt. 
Niedermittlau Ehepaar Hirsch 010.jpg (30638 Byte)- der dritte Sohn, Alfred, geb. am 11. September 1897, lebte mit seiner Frau Bella geb. Levi, geb. am 12. September 1902 in Gladenbach (Foto links: Bella und Alfred Hirsch), sowie den Kindern Margot, geb. am 13. Dezember 1924, und Walter, geb. am 23. Oktober 1926, in der Familie der Eltern. Marcus und Alfred waren von Beruf Metzger und führten eine Metzgerei. Sie hatten auch in Hanau auf dem Wochenmarkt einen Stand. Margot und Walter besuchten die hiesige Volksschule, da die jüdische Schule in Meerholz bereits am 1. April 1926 wegen zu geringer Kinderzahl geschlossen worden war. Beide Kinder hatten zu ihren Mitschülern ein gutes Verhältnis. Auf Grund eines Erlasses des Reichserziehungsministers wurden die Kinder im Sommer 1936 von der Schule abgemeldet und besuchten Niedermittlau Kinder Hirsch 010.jpg (25659 Byte) eine Schule in Frankfurt. Margot wurde bald darauf zu Bekannten nach England gebracht (Foto links: die Kinder Walter und Margot Hirsch mit einem Verwandten aus Offenbach und der Tante Hilde Levi später verh. Egenhausen). Ihr gelang es, später ihren Bruder ebenfalls nach London zu holen, wo sie beide heute (1988) noch leben. Ernestine Hirsch ist im Sommer 1937 verstorben und wurde als letzte jüdische Einwohnerin auf dem jüdischen Friedhof beerdigt. Der Grabstein ist verschwunden.
Marcus und Alfred waren nach dem Novemberpogrom 1938 dazu gezwungen, ihr Haus zu verkaufen. Es wurde von den Brüdern Fritz und Adam Krebs, deren elterlicher Garten an das Grundstück der Familie Hirsch grenzte, erworben. Marcus, Alfred und die Schwiegertochter Bella zogen nach Frankfurt und waren zuletzt in der Unterlindau 21 wohnhaft. Die drei wurden am 19. Oktober 1941 nach Litzmannstadt (Lodz) deportiert. Das Todesdatum ist nicht bekannt. In den Archiven sind sie als verschollen verzeichnet. Es steht aber fest, dass sie in einem Konzentrationslager umgebracht wurden, was sich aus einem Briefwechsel mit Margot Dykiermann geb. Hirsch ergab.
Familie Moses Levi. In einem kleinen Haus, seitwärts zwischen den Häusern Nr. 27 und 29 an der Hauptstraße, wohnte Moses Levi. Seine erste Frau war Betty geb. Hirsch, möglicherweise eine Verwandte von Aaron und Marcus. Am 6. Oktober 1880 wurde der Sohn Wolf, genannt Bernhard, geboren, der später in Köln wohnhaft war. Er wohnte bereits 1938 in New York am Tilman Place 69 und hat nach dem Krieg, im Jahre 1951, einen Rückerstattungsantrag gestellt. Der zweite Sohn des Moses, Lui Levi, der am 27. Mai 1887 zur Welt kam, verstarb bereits am 28. März 1888. Nach dem Tod seiner Frau heiratete Moses Johanna Leeser. Lt. Aussagen von ehemaligen Nachbarn war sie vor dieser Ehe mit einem Lehrer verheiratet gewesen, der frühzeitig verstorben war. Aus dieser Ehe stammten die beiden Kinder Else und Walter. Else arbeitete als Kassiererin in einem Warenhaus. Sie lebte später in Dorsten/Westfalen und 1938 in Rotterdam. Da auch für sie ein Rückerstattungsantrag gestellt worden ist, hat sie offenbar – wie ihre Mutter – die NS–Zeit überlebt. Der Sohn Walter Leeser war von Beruf Bäcker und arbeitete in Frankfurt am Main. Er erkrankte später und starb an Suizid. In den Akten der jüdischen Gemeinde in Frankfurt ist er nicht erfasst. Als letzte jüdische Einwohnerin hat Johanna Levi etwa 1939 Niedermittlau verlassen, nachdem sie vorher ihr damals schon baufälliges Häuschen dem Nachbarn Heinrich Reußwig verkauft hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das kleine Anwesen von Edmund Hornischer erworben, der sich als Sudentendeutscher in Niedermittlau eine neue Existenz aufbauen wollte. Zur Erweiterung von Stallungen wurde dasselbe dann abgerissen.  

  
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeigen der Mazzenbäckerei Flörsheim (1889 - 1903)

Meerholz Israelit 28021889.jpg (33333 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1889: 
"Ich empfehle die von mir gebackenen Mazzoth. 
Hirsch Flörsheim,
Meerholz. 
Referenzen erteilt Seiner Ehrwürden Herr Provinzial-Rabbiner Dr. M. Koref zu Hanau."   
 
Meerholz Israelit 26021891.jpg (25500 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  26. Februar 1891: 
"Ich empfehle die von mir gebackenen Mazzos. 
Hirsch Flörsheim
, Meerholz. 
Referenzen erteilt: Seiner Ehrwürden Herr Provinzial-Rabbiner Dr. Koref zu Hanau."  
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1898: 
"Ein tüchtiger Bäcker, welcher selbstständig arbeiten kann und am Ofen bewandert ist, kann sofort eintreten. 
Leopold Flörsheim,
 
Bäckermeister, Meerholz."   
 
Meerholz Israelit 15011903.jpg (32668 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1903: "Ein Junge
aus ordentlicher Familie, welcher die Bäckerei erlernen will, kann sofort oder bis Ostern in die Lehre treten. Schabbos und Jomtof (Feiertage) geschlossen. 
Leopold Flörsheim, Meerholz. "   
 
Meerholz FrfIsrFambl 13111903.jpg (34771 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. November 1903: "Lehrling 
aus anständiger Familie, der die Bäckerei erlernen will, kann sofort eintreten. Samstags streng geschlossen. 
Leopold Flörsheim, Meerholz bei Hanau."   
 
Meerholz Israelit 04021904.jpg (43928 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1904: "Ein kräftiger Junge
welcher die Bäckerei erlernen will, kann sofort oder Ostern unter günstigen Bedingungen eintreten. Samstags und Feiertage geschlossen. 
Leopold Flörsheim, Meerholz."   

   
Anzeige der Rinds- und Kalbsmetzgerei Jean Flörsheim (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. September 1901: 
"Suche für meine Rinds- und Kalbsmetzgerei einen kräftigen 
Lehrjungen
 
aus nur achtbarer Familie, per sofort. Samstags und Feiertage geschlossen. 
Jean Flörsheim
, Meerholz."     

      
      
 
     
Zur Geschichte der Synagoge          
    
Eine "Gemeine Judenschul" wird erstmals 1756 genannt (Haus Nr. 97 am Ort). Um 1863 wurde eine neue Synagoge gebaut. Sie stand in der Ortsmitte an der Hauptstraße (Hanauer Landstraße). Das Aussehen des Gebäudes ist nur durch eine erhaltene Bildpostkarte bekannt. Darauf ist der Eingang in den Betraum im Erdgeschoss zu sehen sowie die rechtsliegende Außentreppe zum Eingang in die Frauenempore. Im Giebelgeschoss befindet sich ein halbrundes Fenster. Das Gebäude war verschindelt.  
   
Auf Grund der Abwanderung der jüdischen Familien in der NS-Zeit konnte bereits vor 1937 kein Gottesdienst mehr abgehalten werden. Das Synagogengebäude wurde 1937 durch den letzten Gemeindevorsteher Leo Stern verkauft, die Kultgegenstände nach Frankfurt am Main gebracht.   
     
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge nicht zerstört. Das Gebäude blieb erhalten, wurde jedoch 1963/64 durch den damaligen Besitzer abgerissen. Auf dem Grundstück wurden Garagen erstellt. Das benachbarte frühere jüdische Schulgebäude wurde 1966 zu einem Mehrfamilienwohnhaus umgebaut. 
 
Zwei kleine Gedenktafeln, die an die ehemalige Synagoge und das Schulhaus erinnern, wurden 1996 angebracht. Am 10. November 2002 wurde eine größere Gedenktafel aus Bronze in Form von Gebotstafeln am Standort der einstigen Synagoge befestigt. Die Installation war verbunden mit einer feierlichen Gedenkveranstaltung, zu der auch ehemalige Meerholzer Juden eingeladen worden waren. Die Gedenktafel zeigt die ehemalige Synagoge und trägt die Inschrift: "Hier stand die Synagoge, das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Meerholz. Wegen Baufälligkeit 1963 abgebrochen. (hebräisch und deutsch:) 'Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen. Und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.'"     
  
  
Adresse/Standort der Synagoge:    Hanauer Straße 97 / Erbsengasse 2  
  
  
Fotos / Abbildungen
(Quellen: Alle Abbildungen/Scans der Dokumente erhalten von Hans Kreutzer, Meerholz; historisches Foto der Alten Synagoge und Synagogengrundstück um 1990 aus Altaras s.Lit. 1994 S. 136 mit Nachweis: Archiv Hans Kreutzer, Meerholz)  

Aus dem 17. Jahrhundert  Meerholz Dok 13020.jpg (143367 Byte) Meerholz Dok 13011.jpg (180103 Byte) Meerholz Dok 13012.jpg (184145 Byte)
  Dokumente zur jüdischen Geschichte im 17. Jahrhundert finden sich u.a. im Ysenburger Archiv Büdingen; oben ein Büschel mit "Juden-Sachen in specie die Aufnehmung der Juden in verschiedene Ysenburgische Orte, deren Schutzgeld oder Juden-Accise, Bestand, Brieffe und die ihnen erteilten Vergünstigungen betreffend" aus den Jahren 1631-1693 zu Juden aus Hailer und Meerholz 
     
Dokument von 1752 
(Archiv des Geschichtsvereins
  Meerholz-Hailer)
Meerholz Dok 105.jpg (120689 Byte) Meerholz Dok 105a.jpg (107866 Byte)
   In der Gemeinderechnung von 1752 werden bereits neun jüdische Personen in Meerholz 
(Familienvorsteher / Haushaltsvorstände) genannt.  
   
Schutzbrief für "Izig, des hiesigen Schutzjuden Löw Seiffensieder Sohn"
(Staatsarchiv Marburg, Best. 108a, 
Meerholz Nr. 1) 
Meerholz Schutzbrief 010.jpg (104681 Byte)

Den Schutzbrief stellte aus der "Hochgeborene Graf und Herr, Herr Friedrich Wilhelm, Graf zu Ysenburg und Büdingen etc.". Jud Löw der Seifensieder wird 1756 als Hausbesitzer in Meerholz genannt. Er war der Vorfahr der jüdischen Familie Stern am Ort; ein Nachkomme - Walter Stern - lebt bis zu seinem Tod am 27. Februar 2011 in Glens Falls, N.Y. / USA; er war der letzte in Meerholz geborenen Angehörigen der Familie Stern.  

     
Dokument zu einem um 1770 von 
Meerholz  in die Niederlande
 ausgewanderten Joseph Isaac  

(erhalten über Hans Kreutzer 
von der Historischen Arbeitsgruppe
 Oud-Monster NL) 
 Meerholz Dok 13010.jpg (118935 Byte)

Joseph Isaac (seit 1811 Joseph Isenburg, Izenburg) ist in Meerholz ehemals Grafschaft Isenburg geboren. Er heiratete am 18. März 1778 in Monster NL Betje geb. Levi aus Bentheim. Er war von 1777 bis 1816 in Monster als Metzger tätig und starb am 26. Dezember 1826 in Zegwaart NL (Todeseintragung: "Gestorben Joseph Moses Isenburg, 73 Jahre alt, Sohn von Moses Levi Heiman").
Text des Dokumentes oben ("Akte van Indemniteit" von 1777): "Demnach vorzeigend dieses Joseph Isaac, 25 Jahr alt, aus Meerholtz in der Grafschaft Ysenburg gebürtig, sich bey dem hiesigen Schutz-Juden David Abraham sechtehalb Jahr als Knecht aufgehalten hat, und nunmehro willens ist, von hier nach dem Haag gehen, um sich in der Provinz Holland häuslich niederzulassen; So wird hierdurch dienstfreundlich ersuchet, erwehnten Juden Joseph Isaac dahin ohngehindert passiren zu lassen. Bentheim den 26. Mai 1777..."   

     
Die Synagoge in Meerholz   Meerholz Synagoge 120.jpg (55624 Byte)
  Bildpostkarte als "Baustein zugunsten der bedürftigen Synagoge zu Meerholz" 
      
Synagogengrundstück 
um 1990
Meerholz Synagoge 130.jpg (38565 Byte)
     
     
Schulhaus und Mikwe
 (Fotos erhalten von 
Hans Kreutzer, Meerholz)  
Meerholz Schule 105.jpg (75875 Byte) Meerholz Israelitische Schule 1955.jpg (143672 Byte)
    Das Israelitische Schulhaus mit dem angebauten Judenbad (Mikwe), erbaut 1871, 
Aufnahme links von 1950 vor dem Umbau; Aufnahme rechts von 1955;
 das  Schulhaus wurde bis 1926 benutzt 
      
   Meerholz Mikwe 105.jpg (55676 Byte) Meerholz Israelitische Schule 2014.jpg (46511 Byte)
    Die Mikwe (Judenbad) am ehemaligen israelitischen Schulhaus (im Hintergrund),
 auf dem Foto links befindet sich rechts ein Stall (Foto links von 2010, Foto rechts von 2014) 
        
       
Erinnerungen in Archiv und Museum
(Abbildungen erhalten von Hans Kreutzer,
 Meerholz)  
Meerholz Mikwe 106.jpg (91185 Byte) Meerholz NY Museum 015.jpg (68367 Byte)
Meerholz Heimatmuseum 010.jpg (123792 Byte)    Kessel des 1833 erbauten warmen
 Judenbades (Quelle: StA Marburg Bestand 
180 LA Gelnhausen Nr. 3133)
Synagogensilber aus Meerholz (in der Mitte
 Toraschild = Tass, rechts und links davon ein
 Paar Rimonim mit Aufbewahrungskapsel),
 heute im Museum Judaica New York 
(Stifter Walter Stern, geb. 
am 26.5.1914 in Meerholz, 
gest. 27.2.2011 in Glens Falls) 
  

 Links: Blick in das Heimatmuseum in Meerholz  

     
Fotos von 2010
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 2.3.2010)
       
Meerholz Synagoge 171.jpg (70817 Byte) Meerholz Synagoge 176.jpg (80639 Byte)  Meerholz Synagoge 175.jpg (102821 Byte)
Blick auf das ehemalige jüdische
 Schulgebäude (mit Photovoltaikanlage)
Das ehemalige jüdische Schulgebäude; 
die Synagoge stand links davon
Ältere Hinweistafeln von 1996, angebracht 
am ehemaligen jüdischen Schulhaus
        
Meerholz Synagoge 173.jpg (95742 Byte) Meerholz Synagoge 173a.jpg (104852 Byte) Meerholz Synagoge 172.jpg (114089 Byte)
Neue Gedenktafel von 2002 mit einer Abbildung der ehemaligen Synagoge und Namen der aus Meerholz vertriebenen, 
teilweise umgekommenen jüdischen Personen. 
     
     

  
    

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

November 2009 - Gedenken an die beim Novemberpogrom 1938 zerstörte Synagoge  
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 11. November 2009 (Artikel):  "Jüdischer Brauch beschließt stilvolle Gedenkfeier in Meerholz
GELNHAUSEN. Pogromnacht: Kirchengemeinden, Geschichtsverein und Stadt erinnern an Gräueltaten

(rdn). Mit einer Gedenkfeier gedachten die drei Kirchengemeinden, der Geschichtsverein Meerholz und die Stadt Gelnhausen bei Nieselwetter auch in diesem Jahr den Gräueltaten der Nazizeit in der "Kristallnacht" am 9. November. Der Ort der Gedenkfeier war die Gedenktafel in Meerholz, die an die Vertreibung jüdischer Mitbürger aus Meerholz erinnert..."    
    
Veranstaltungshinweis im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 11. November 2009 (Artikel):  "Vortrag über die Meerholzer Juden
GELNHAUSEN.
(gt). Am Freitag, 13. November, veranstaltet der Geschichtsverein Meerholz-Hailer einen weiteren Vortragsabend im Kaisersaal des Meerholzer Schlosses. Thema werden die neusten Erkenntnisse über die jüdische Gemeinde in Meerholz und deren Familien sein. Den Vortrag halten Hagen Maldfeld und Hans Kreutzer. Beginn ist um 19.30 Uhr." 
  
September 2010 - Vortrag von Hans Kreutzer zur jüdischen Geschichte in Meerholz
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt" vom 14. September 2010 (Artikel): "'1939 war hier kein Jude mehr ansässig'. 
Hans Kreutzer referiert über Jüdische Gemeinde Meerholz

(awi). Am Freitagabend traf sich der Geschichtsverein Hailer-Meerholz im Meerholzer Schloss anlässlich eines Vortrags über die Jüdische Gemeinde Meerholz, der vom Ehrenvorsitzenden des Vereins, Hans Kreutzer, gehalten wurde..."   
  
April 2011 - weiterer Vortrag von Hans Kreutzer zur jüdischen Geschichte in Meerholz 
Meerholz PA 042011a.jpg (259447 Byte)Artikel in der "Gelnhäuser Neuen Zeitung" vom 11. April 2011: "'Einer, den wir gern von hinten sehen'
Hans Kreutzer beschäftigt sich mit der jüdischen Geschichte von Meerholz.  
Gelnhausen-Meerholz/Hailer
(khw). Spätestens mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen begann im September 1939 auch für die Juden in Deutschland die Zeit großer Demütigung, Ausbeutung und Vertreibung. In seinem Vortrag im Kaisersaal des Meerholzer Schlosses erinnerte Hans Kreutzer daran, wie auch die Juden in Hessen ausgeraubt und ausgeplündert wurden. Eine umfangreiche Zuchthausakte über einen in Meerholz geborenen Juden spielte ebenfalls eine große Rolle..."
Zum weiteren Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken.        
  
Meerholz PA 042011b.jpg (305050 Byte)Artikel im Gelnhäuser Tageblatt" vom 12. April 2011 (Artikel): "Geld als 'Reichsfluchtsteuer' eingezogen.    
Hans Kreutzer berichtet beim Geschichtsverein über die Schicksale der Meerholzer Jugend während der NS-Zeit

(jkm). Über das Schicksal der Meerholzer Juden während der NS-Zeit referierte der Ehrenvorsitzende des Geschichtsvereins Meerholz-Hailer, Hans Kreutzer. Er hatte Originalakten in verschiedenen Archiven eingesehen und stellte die Ergebnisse seiner Forschungen im Meerholzer Kaisersaal vor..."       
 

 


Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Gelnhausen  
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Meerholz  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Meerholz mit umliegenden Orten   
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Meerholz sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,569    Geburtsregister der männlichen Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1781 - 1837_ Geburtsregister mit Angaben zum Gewerbe der Söhne und Väter; enthält auch Angaben zu Personen aus Hailer, Lieblos, Neuenhaßlau, Niedergründau, Niedermittlau, Roth, Rothenbergen, Somborn   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v825440      
HHStAW 365,570    Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1826 - 1851:Geburtsregister 1826 - 1841, Trauregister 1826 - 1851 und Sterberegister 1826 - 1843 , enthält auch Angaben zu Hailer, Lieblos, Neuenhaßlau, Niedergründau, Niedermittlau, Roth, Rothenbergen und Somborn  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449184     
HHStAW 365,572    Geburtsregister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1832, 1847 - 1854, enthält auch Angaben zu Personen aus Hailer, Lieblos, Neuenhaßlau, Niedergründau, Roth, Rothenbergen und Somborn 
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4101093  
HHStAW 365,571    Geburtsregister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1841 - 1847, enthält auch Angaben zu Personen aus Hailer, Lieblos, Neuenhaßlau, Niedermittlau, Roth, Rothenbergen und Somborn  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449185     
HHStAW 365,576    Sterberegister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1843 - 1854, enthält auch Angaben zu Personen aus Hailer, Lieblos, Neuenhaßlau, Niedergründau, Niedermittlau, Roth, Rothenberg und Somborn    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1900005   
HHStAW 365,998    Trauregister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1852 - 1873, enthält auch Angaben zu Personen aus Hailer, Lieblos, Niedermittlau und Somborn https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4877443     
HHStAW 365,573    Geburtsregister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1854 - 1867, enthält auch Angaben zu Personen aus Niedermittlau und Somborn  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1230105     
HHStAW 365,575    Sterberegister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1854 - 1872, enthält auch Angaben zur Personen aus Hailer, Neuenhaßlau, Niedermittlau und Somborn  
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449186  
HHStAW 365,574    Geburtsregister der Juden von Meerholz (Gelnhausen) 1867 - 1875, enthält auch Angaben zu Personen aus Neuenhaßlau, Niedermittlau und Somborn  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v290011    

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 63-64.    
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 157.   
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 136-137.  
dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007² S. 339-340.
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 206.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 510-511.  
Jürgen Ackermann: Die Juden in und um Meerholz. In: Mitteilungsblatt der Heimatstelle Gelnhausen. 1/1993. 
ders.: In der Meerholzer Erbsegasse. In: Heimatjahrbuch des Kreises Gelnhausen 1994. 
Hans Kreutzer: Synagogen-Gemeinde Meerholz. Unveröffentlichtes Manuskript. Im Februar 2011 eingestellt als pdf-Datei.   

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Meerholz (now part of Gelnhausen) Hesse-Nassau. Established in the 18th century, the community numbered 117 (about 17 % of the population) in 1835 but dwindled to 32 in 1933. After disposing of their synagogue in 1937, all the Jews left, 13 emigrating to the United States.   
   
See also the English Translation of the article "Meerholz" from Pinkas ha-kehilot Germanyah (translated by Jerrold Landau) 
http://www.jewishgen.org/yizkor/pinkas_germany/ger3_00510.html  
    
      

                   
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Stand: 18. Mai 2016