Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Somborn (interner
Link)
Siehe Seite zur Synagoge in Meerholz
(interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Auf dem jüdischen Friedhof in
Niedermittlau wurden die Toten der jüdischen Gemeinden Meerholz (Stadtteil von
Gelnhausen) und Somborn (Gemeinde
Freigericht) beigesetzt. Zur Synagogengemeinde in Meerholz gehörten auch die in Hailer,
Haitz und Niedermittlau wohnenden
Juden. Wann der Friedhof angelegt wurde, ist nicht bekannt. Er bestand
vermutlich bereits seit den Anfangszeiten der jüdischen Gemeinde, d.h.
spätestens seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
1888 wurde Friedhof auf Initiative der jüdischen Gemeinden Meerholz und Lieblos
erweitert. Zum bisherigen
Friedhofsgrundstück Nr. 851 in der Größe von 19 ar 49 qm kam das östlich
angrenzende Grundstück Nr. 1021 / 852 mit einer Größe von 12 ar 63 qm. Die
Lage des Friedhofes wurde damals so beschrieben: "das Grundstück so
genannter Gänseacker liegt südöstlich vom Orte und ist vom nächsten
Wohnhause 84 Meter ... entfernt". 1890 wurde der Friedhof mit Hilfe
von Spenden mit einer neuen, von Maurermeister Lerch ausgeführten Mauer
umgeben, die die jüdischen Gemeinden etwa 4.000 Mark kostete. Zahlreiche auswärts
wohnende, auch ausgewanderte ehemalige jüdische Gemeindeglieder trugen durch
Spenden zur Finanzierung bei, darunter waren Spenden aus den Familien Heß
(Baltimore) 400 Mark und Rosenberg (London) 203 Mark. Der Wohltätigkeitsverein
der jüdischen Gemeinde in Lieblos übernahm 500 Mark, einzelne Gemeindeglieder (T. Adler, I. Heilmann, M.
Heilmann, A. Sichel, S. Sichel, L. Grünebaum, M. Rosenthal) dazu 291
Mark.
Der Friedhof wurde im Sommer 1937 letztmals belegt
(Ernestine, Frau von Markus Hirsch; der Grabstein ihres Grabes links neben dem Eingangstor
wurde 1947 oder 1948 vom Friedhof gestohlen). Beim Novemberpogrom 1938
wurde der Friedhof durch Niedermittlauer Personen geschändet: dabei wurden die
Grabsteine umgeworfen. In der Folgezeit wurden die Grabsteine und die Steine der
Sandsteinmauer des Friedhofes abgeräumt, teilweise zum Hausbau am Ort
verwendet.
1945 konnte ein Teil der Grabsteine geborgen und auf dem Friedhof wieder aufgestellt werden.
Zur Wiederinstandsetzung wurden im Sommer 1945 von Bürgermeister
Beckmann alle ehemaligen Parteimitglieder und Angehörige
nationalsozialistischer Organisationen, soweit sie in Niedermittlau anwesend
waren, herangezogen. Von der Firma Schneider (Sägewerk) wurde statt der
fehlenden Mauerteile ein Holzzaun sowie ein neues Eingangstor errichtet. Eine
weitere Restauration der neueren Friedhofsfläche erfolgte nach 1980, als die Grabsteine neu gesetzt wurden (siehe Fotos unten). Der große
(ältere) Teil des Friedhofes ist jedoch heute leer und
wenig gepflegt (von Bäumen überwachsen). Die
Friedhofsfläche umfasst 32,65 ar.
Lage des Friedhofes
Der Friedhof liegt unmittelbar im Süden des Dorfes am
Altenmittlauer Weg.
Link zu den Google-Maps
Fotos
(Fotos 2010: Hahn, Aufnahmedatum: 2.3.2010)
| Historische Aufnahme |
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Auf dem historischen
Foto mit dem bis heute stehenden Trafohaus ist die alte
Friedhofsmauer im Hintergrund erkennbar |
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1980 - vor der
Restaurierung des Friedhofes
(Foto erhalten von Hans Kreutzer,
Meerholz)
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1980 zeigte sich
der gesamte Friedhof noch in einem desolaten Zustand;
wenig später wurden die Grabsteine im neueren Teil neu gesetzt (siehe
unten). |
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| Fotos vom März
2010 |
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Das Eingangstor -
vom Friedhof aus gesehen |
Im älteren Teil des
Friedhofes: so gut
wie keine Steine sind erhalten |
Einzelner älterer
Grabstein |
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| Reste der Friedhofszerstörung |
Teilansichten des
abgeräumten Friedhofsgrundstückes |
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Grabstein für
Isaac Hess |
Nach 1980 wurden
die noch erhaltenen Grabsteinen auf zwei längeren
Betonsockeln fixiert;
sie stehen nicht auf den Gräbern |
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Grabstein (laut Rückseite)
für
Jettchen Heilmann geb. Strauss (gest.
im Alter von 29 Jahren am
14.6.1841) |
Grabstein für den
im Ersten Weltkrieg (am Heiligen Schabbat, 27. Aw 5675)
gefallenen Jaakow Israel Bar Zwi von Niedergründau (= Jakob
Grünebaum, geb. 15.1.1894 in Niedergründau, gef. 7.8.1915) (deutsche
Inschrift siehe Foto unten) |
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Die Grabsteine
in der -
vom Eingang her -
linken Reihe |
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Blick auf
die
linke Reihe |
Grabstein für
Regine Hess
geb. Hamburger [1 L] |
Grabstein für
Jettchen Heilmann
geb. Strauß [2 L] |
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Rückseite des
Grabsteines
für Jettchen Heilmann [2 L] |
Grabstein
für
Kallmann Flörsheim [3 L] |
Grabstein
für
Markus Heilmann [4 L] |
Grabstein
für
Salomon Fuld [5 L] |
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Grabstein für Sara
Bat Gerschom Hess [6 L] |
Grabstein
für
Herz Löwenstein [7 L] |
Grabstein
für
Seligmann Kahn [8 L] |
Grabstein
für
Meier Hirsch [9 L] |
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Grabstein
(Vorder- und Rückseite) für
Jakob Grünebaum [10 L] |
Grabstein
für
Karl Strauss [11 L] |
Grabstein
für
Jakob Adler [12 L] |
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Grabstein für
Malchen Flörsheim [13 L] |
Grabstein
für
Zadok Flörsheim (1851-1936) |
Grabstein
für
Paulina Fuld [15 L] |
Grabstein
für
Leopold Grünebaum [16 L] |
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Die Grabsteine
in der
- vom Eingang her -
rechten Reihe |
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Grabstein
für
Meir Bar Pinchas [17 L] |
Grabstein
für
Sara Hess [18 L] |
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Blick auf
die
rechte Reihe |
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Grabstein
für
Siegfried Sonneberg [1 R] |
Grabstein
für
Löb Flörsheim [2 R] |
Grabstein für Rachel
Frau des
Gerschon Bar Jaakow [3 R] |
Grabstein
für
Rosa Strauss [4 R] |
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Grabstein
für
Röschen Flörsheim [5 R] |
Grabstein für Jenni
Tochter des Abraham [6 R] |
Grabstein
für
Sara Frau des Samuel Stern [7 R] |
Grabstein für Schmuel
(Samuel) Bar Mosche [8 R] |
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Grabstein für
Hannchen Fuld
geb. Nussbaum [9 R] |
Grabstein
für
Arnold Fuld [10 R] |
Grabstein
für
Ida Flörsheim [11 R] |
Grabstein für
Jonas Löwenthal
und Lina Löwenthal [12 R] |
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Grabstein
für
Theodor Hirsch [13 R] |
Grabstein
für
Zwi Bar Pnchas [14 R] |
Grabstein
für
Arthur Flörsheim [15 R] |
Grabstein für
Karoline
Rosenthal geb. Schuster [16 R] |
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Grabstein für
Lehrer
Bernhard Rothschild [17 R] |
Grabstein für
Frau
Betty Hirsch [18 R] |
Grabstein
für
Samuel Rosenthal [19 R] |
Grabstein
für
Lina Flörsheim [20 R] |
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